[0001] Die gesunde menschliche Haut ist mit einer Vielzahl nichtpathogener Mikroorganismen
besiedelt. Diese sogenannte Mikroflora der Haut ist nicht nur unschädlich, sie stellt
einen wichtigen Schutz zur Abwehr opportunistischer oder pathogener Keime dar.
[0002] Bei bestehendem Primärinfekt, d.h., der normalen Keimbesiedelung der Haut, eintretende
Neuinfektion mit hohen Keimzahlen eines oder mehrerer oft physiologischer Erreger,
beispielsweise Staphylokokken, oft aber auch unphysiologischer Erreger, beispielsweise
Candida albicans, kann bei Zusammentreffen ungünstiger Einflüssen eine "Superinfektion"
der befallenen Haut auftreten. Die normale Mikroflora der Haut (oder eines anderen
Körperorgans) wird dabei von dem Sekundärerreger regelrecht überwuchert.
[0003] Solche Superinfektionen können sich, in Abhängigkeit vom betreffenden Keim, in günstig
verlaufenden Fällen in unangenehmen Hauterscheinungen (Juckreis, unschönes äußeres
Erscheinungsbild) äußern. In ungünstig verlaufenden Fällen können sie aber zu großflächiger
Zerstörung der Haut führen, im schlimmsten Falle sogar im Tode des Patienten gipfeln.
[0004] Superinfektionen der vorab geschilderten Art sind z.B. beim Vollbild von AIDS häufig
auftretende Sekundärerkrankungen. An sich - jedenfalls in geringen Keimdichten -unschädliche,
aber unter Umständen auch ausgesprochen pathogene Keime überwuchern auf diese Weise
die gesunde Hautflora. Bei AIDS allerdings sind auch andere Körperorgane von Superinfektionen
betroffen.
[0005] Ebenso werden derartige Superinfektionen bei einer Vielzahl dermatologischer Erkrankungen,
z.B. atopischem Ekzem, Neurodermitis, Akne, seborrhoischer Dermatitis oder Psoriasis
beobachtet. Auch viele medizinische und therapeutische Maßnahmen, z.B die Radio- oder
Chemotherapie von Tumorerkrankungen, als Nebenwirkung hervorgerufene, medikamentös
induzierte Immunsuppression oder aber systemische Antibiotikabehandlung, ebenso wie
externe chemische oder physikalische Einflüsse (z.B. Umweltverschmutzung, Smog), fördern
das Auftreten von Superinfektionen der äußeren und inneren Organe, insbesondere der
Haut und der Schleimhäute.
[0006] Zwar ist es im Einzelfalle ohne weiteres möglich, Superinfektionen mit Antibiotika
zu bekämpfen, meistens haben solche Substanzen aber den Nachteil unangenehmer Nebenwirkungen.
Oft sind Patienten beispielsweise gegen Penicilline allergisch, weswegen eine entsprechende
Behandlung sich in einem solchen Falle verbieten würde.
[0007] Ferner haben topisch verabreichte Antibiotika den Nachteil, daß sie die Hautflora
nicht nur vom Sekundärerreger befreien, sondern auch die an sich physiologische Hautflora
stark beeinträchtigen und der natürliche Heilungsprozeß auf diese Weise wieder gebremst
wird.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war, die Nachteile des Standes der Technik zu
beseitigen und Substanzen und Zubereitungen, solche Substanzen enthaltend, zur Verfügung
zu stellen, durch deren Verwendung Superinfektionen geheilt werden können, wobei die
physiologische Hautflora keine nenneswerte Einbußen erleidet.
[0009] Darüberhinaus war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Substanzen und kosmetische
bzw. dermatologische Zubereitungen, solche Substanzen enthaltend, zur Verfügung zu
stellen, die prophylaktisch gegen Superinfektionen wirken.
[0010] Es wurde überraschend gefunden, und darin liegt die Lösung dieser Aufgabe, daß die
Verwendung einer oder mehrerer Substanzen, gewählt aus der Gruppe der Monoglycerin-monocarbonsäure-monoester,
der Diglycerin-monocarbonsäure-monoester und der Triglycerin-monocarbonsäure-monoester
als Wirkprinzip gegen Superinfektionen den Nachteilen des Standes der Technik abhilft.
[0011] Die erfindungsgemäßen Substanzen sind hervorragend wirksam gegen Superinfektionen,
insbesondere solcher, die durch Staphylokokken, Pityrosporum ovale sowie Dermatophyten
hervorgerufen wurden.
[0012] Die erfindungsgemäßen Monoglycerin-monocarbonsäure-monoester werden durch die Strukturen

wiedergegeben, wobei R einen verzweigten oder unverzweigten Acylrest mit 6 - 14 Kohlenstoffatomen
darstellt. Vorteilhaft wird R gewählt aus der Gruppe der unverzweigten Acylreste.
Die diesen Estern zugrundeliegenden Fettsäuren bzw. Monocarbonsäuren sind die
| Hexansäure |
(Capronsäure) |
(R = -C(O)-C₅H₁₁), |
| Heptansäure |
(Önanthsäure) |
(R = -C(O)-C₆H₁₃), |
| Octansäure |
(Caprylsäure) |
(R = -C(O)-C₇H₁₅), |
| Nonansäure |
(Pelargonsäure) |
(R = -C(O)-C₈H₁₇), |
| Decansäure |
(Caprinsäure) |
(R = -C(O)-C₉H₁₉), |
| Undecansäure |
|
(R = -C(O)-C₁₀H₂₁), |
| Dodecansäure |
(Laurinsäure) |
(R = -C(O)-C₁₁H₂₃), |
| Tridecansäure |
|
(R = -C(O)-C₁₂H₂₅), |
| Tetradecansäure |
(Myristinsäure) |
(R = -C(O)-C₁₃H₂₇). |
[0013] Besonders vorteilhaft stellt R den Octanoylrest (Caprylsäurerest) bzw. den Decanoylrest
(Caprinsäurerest) dar, wird also also durch die Formeln
R = -C(O)-C₇H₁₅) bzw. R = -C(O)-C₉H₁₉
repräsentiert.
[0014] In dieser Schrift, insbesondere in den Beispielen, wird das Kürzel GMCy für Glycerinmonocaprylat
und das Kürzel GMC für Glycerinmonocaprinat verwendet.
[0015] Bei den in 1-Position des Glycerins veresterten Glycerinestern ist die 2-Position
ein Asymmetriezentrum. Erfindungsgemäß aktiv und gleichermaßen von Vorteil sind die
2S- und die 2R-Konfiguration.
[0016] Es hat sich als günstig herausgestellt, racemische Gemische der Stereoisomeren zu
verwenden.
[0017] In den dermatologischen Zubereitungen beträgt der Gehalt an GMCy und/oder GMC vorteilhaft
0,1 - 10,0 Gew.-%, bevorzugt 0,5 bis 7,5 Gew.-%, besonders bevorzugt 1,5 - 5,0 Gew.-%,
jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der jeweiligen Formulierung.
[0018] Erfindungsgemäß liegen die Di- bzw. Triglycerineinheiten der erfindungsgemäßen Diglycerin-monocarbonsäure-monoester
bzw. Triglycerin-monocarbonsäure-monoester als lineare, unverzweigte Moleküle, also
über die jeweiligen OH-Gruppen in 1- bzw. 3-Stellung veretherte "Monoglycerinmoleküle"
vor.
[0019] Ein geringer Anteil zyklischer Di- bzw. Triglycerineinheiten sowie über die OH-Gruppen
in 2-Stellung veretherte Glycerinmoleküle kann geduldet werden. Es ist jedoch von
Vorteil, solche Verunreinigungen so gering wie nur möglich zu halten.
[0020] Die erfindungsgemäßen Monocarbonsäuremonoester sind bevorzugt durch folgende Struktur
gekennzeichnet (Substitutionspositionen angegeben):

wobei R' einen Kohlenwasserstoffrest, vorteilhaft einen verzweigten oder unverzweigten
Alkyl- oder Alkenylrest von 5 bis 17 C-Atomen darstellt.
[0021] Die erfindungsgemäßen Monocarbonsäureester des Triglycerins sind bevorzugt durch
folgende Struktur gekennzeichnet (Substitutionspositionen angegeben):

wobei R'' einen Kohlenwasserstoffrest, vorteilhaft einen verzweigten oder unverzweigten
Alkyl- oder Alkenylrest Alkylrest von 5 bis 17 C-Atomen darstellt.
[0022] Die diesen Estern zugrundeliegenden Säuren sind die
| Hexansäure |
(Capronsäure) |
(R' bzw. R''= -C₅H₁₁), |
| Heptansäure |
(Önanthsäure) |
(R' bzw. R''= -C₆H₁₃), |
| Octansäure |
(Caprylsäure) |
(R' bzw. R''= -C₇H₁₅), |
| Nonansäure |
(Pelargonsäure) |
(R' bzw. R''= -C₈H₁₇), |
| Decansäure |
(Caprinsäure) |
(R' bzw. R''= -C₉H₁₉), |
| Undecansäure |
|
(R' bzw. R''= -C₁₀H₂₁), |
| 10-Undecensäure |
(Undecylensäure) |
(R' bzw. R''= -C₁₀H₁₉), |
| Dodecansäure |
(Laurinsäure) |
(R' bzw. R''= -C₁₁H₂₃), |
| Tridecansäure |
|
(R' bzw. R''= -C₁₂H₂₅), |
| Tetradecansäure |
(Myristinsäure) |
(R' bzw. R''= -C₁₃H₂₇), |
| Pentadecansäure |
|
(R' bzw. R''= -C₁₄H29), |
| Hexadecansäure |
(Palmitinsäure) |
(R' bzw. R''= -C₁₅H₃₁), |
| Heptadecansäure |
(Margarinsäure) |
(R' bzw. R''= -C₁₆H₃₃), |
| Octadecansäure |
(Stearinsäure) |
(R' bzw. R''= -C₁₇H₃₅). |
[0023] Besonders günstig werden R' und R'' gewählt aus der Gruppe der unverzweigten Alkylreste
mit ungeraden C-Zahlen, insbesondere mit 9, 11 und 13 C-Atomen.
[0024] Im allgemeinen sind die Monocarbonsäure-monoester des Diglycerins denen des Triglycerins
bevorzugt.
[0025] Ganz besonders günstig sind
| Diglycerinmonocaprinat |
(DMC) |
R' = 9 |
| Triglycerinmonolaurat |
(TML) |
R'' = 11 |
| Diglycerinmonolaurat |
(DML) |
R' = 11 |
| Triglycerinmonomyristat |
(TMM) |
R'' = 13. |
[0026] Als bevorzugter erfindungsgemäßer Monocarbonsäuremonoester des Diglycerins hat sich
das Diglycerinmonocaprinat (DMC) erwiesen.
[0027] Die erfindungsgemäßen Monocarbonsäuremonoester des Diglycerins liegen bevorzugt in
1-Stellung, die erfindungsgemäßen Monofettsäureester des Triglycerins bevorzugt in
2'-Stellung verestert vor.
[0028] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird ein zusätzlicher
Anteil an in anderen Stellen verestertem Di- oder Triglycerin, ebenso wie gegebenenfalls
ein Anteil an den verschiedenen Diestern des Di- bzw. Triglycerins verwendet.
[0029] Insbesondere vorteilhaft sind solche Monocarbonsäureester, welche nach einem Verfahren
erhältlich sind, wie es in der DE-OS 38 18 293 beschrieben wird.
[0030] Die Diglycerinester, welche sich durch zwei, und die Triglycerinester, welche sich
durch drei Asymmetriezentren auszeichnen, sind in all ihren Konfigurationen erfindungsgemäß
wirksam. Die Diglycerinester besitzen vier, die Triglycerinester acht Stereoisomere.
[0031] Bei den Diglycerinestern sind die 2- und die 2'-Position Asymmetriezentren. Erfindungsgemäß
aktiv und gleichermaßen von Vorteil sind die 2S2'S-, die 2R2'S-, die 2S2'R- und die
2R2'R-Konfiguration.
[0032] Bei den Triglycerinestern sind die 2-, die 2' und die 2''-Position Asymmetriezentren.
Erfindungsgemäß aktiv und gleichermaßen von Vorteil sind die 2S2'S2''S-, die 2R2'S2''S-,
die 2S2'R2''S-, die 2R2'R2''S-, die 2S2'S2''R, die 2R2'S2''R-, die 2S2'R2''R- und
die 2R2'R2''R-Konfiguration.
[0033] Es hat sich als günstig herausgestellt, racemische Gemische der Stereoisomeren zu
verwenden.
[0034] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen sind besonders vorteilhaft dadurch gekennzeichnet,
daß der oder die Monocarbonsäureester des Di- und/oder Triglycerins in Konzentrationen
von 0,01 - 10,00 Gew.-%, bevorzugt 0,05 - 5,00 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,1 - 3,00
Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, vorliegt oder vorliegen.
Erfindungsgemäße dermatologische Zubereitungen können in Form von Aerosolen, also
aus Aerosolbehältern, Quetschflaschen oder durch eine Pumpvorrichtung versprühbaren
Präparaten vorliegen oder in Form von mittels Roll-on-Vorrichtungen auftragbaren flüssigen
Zusammensetzungen, jedoch auch in Form von aus normalen Flaschen und Behältern auftragbaren
W/O- oder O/W-Emulsionen, z.B. Crèmes oder Lotionen. Weiterhin können die Zubereitungen
vorteilhaft in Form von Tinkturen, Shampoos, Wasch-, Dusch- oder Badezubereitungen
oder Pudern vorliegen.
[0035] Als übliche kosmetische Trägerstoffe zur Herstellung der erfindungsgemäßen dermatologischen
Zubereitungen können neben Wasser, Ethanol und Isopropanol, Glycerin und Propylenglykol
hautpflegende Fett- oder fettähnliche Stoffe, wie Ölsäuredecylester, Cetylalkohol,
Cetylstearylalkohol und 2-Octyldodecanol, in den für solche Präparate üblichen Mengenverhältnissen
eingesetzt werden sowie schleimbildende Stoffe und Verdickungsmittel, z.B. Hydroxyethyl-
oder Hydroxypropylcellulose, Polyacrylsäure, Polyvinylpyrrolidon, daneben aber auch
in kleinen Mengen cyclische Silikonöle (Polydimethylsiloxane) sowie flüssige Polymethylphenylsiloxane
niedriger Viskosiät.
[0036] Als Treibmittel für erfindungsgemäße, aus Aerosolbehältern versprühbare dermatologische
Zubereitungen sind die üblichen bekannten leichtflüchtigen, verflüssigten Treibmittel,
beispielsweise Kohlenwasserstoffe (Propan, Butan, Isobutan) geeignet, die allein oder
in Mischung miteinander eingesetzt werden können. Auch Druckluft ist vorteilhaft zu
verwenden.
[0037] Natürlich weiß der Fachmann, daß es an sich nichttoxische Treibgase gibt, die grundsätzlich
für die vorliegende Erfindung geeignet wären, auf die aber dennoch wegen bedenklicher
Wirkung auf die Umwelt oder sonstiger Begleitumstände verzichtet werden sollte, insbesondere
Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW).
[0038] Als Emulgatoren zur Herstellung der erfindungsgemäßen dermatologischen Zubereitungen,
haben sich nichtionogene Typen, wie Polyoxyethylen-Fettalkoholether, z.B. Cetylstearylalkoholpolyethylenglykolether
mit 12 bzw. 20 angelagerten Ethylenoxid-Einheiten pro Molekül, Cetostearylalkohol
sowie Sorbitanester und Sorbitanester-Ethylenoxid-Verbindungen (z.B. Sorbitanmonostearat
und Polyoxyethylensorbitanmonostearat) und langkettige höhermolekulare wachsartige
Polyglykolether als geeignet erwiesen.
[0039] Zusätzlich zu den genannten Bestandteilen können den erfindungsgemäßen dermatologischen
Zubereitungen, deren pH-Wert vorzugsweise z.B. durch übliche Puffergemische auf 4,0
bis 7,5 insbesondere 5,0 bis 6,5, eingestellt wird, Parfüm, Farbstoffe, Antioxidantien,
Suspendiermittel, Puffergemische oder andere übliche kosmetische oder dermatologische
Grundstoffe beigemischt werden.
[0040] Erfindungsgemäß können als günstige Antioxidantien alle für kosmetische und/oder
dermatologische Anwendungen geeigneten oder gebräuchlichen Antioxidantien verwendet
werden.
[0041] Vorteilhaft werden die Antioxidantien gewählt aus der Gruppe bestehend aus Aminosäuren
(z.B. Glycin, Histidin, Tyrosin, Tryptophan) und deren Derivate, Imidazole (z.B. Urocaninsäure)
und deren Derivate, Peptide wie D,L-Carnosin, D-Carnosin, L-Carnosin und deren Derivate
(z.B. Anserin), Carotinoide, Carotine (z.B. α-Carotin, β-Carotin, Lycopin) und deren
Derivate, Liponsäure und deren Derivate (z.B. Dihydroliponsäure), Aurothioglucose,
Propylthiouracil und andere Thiole (z.B. Thioredoxin, Glutathion, Cystein, Cystin,
Cystamin und deren Glycosyl-, N-Acetyl-, Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Amyl-, Butyl- und
Lauryl-, Palmitoyl-, Oleyl-, γ -Linoleyl-, Cholesteryl - und Glycerylester) sowie
deren Salze, Dilaurylthiodipropionat, Distearylthiodipropionat, Thiodipropionsäure
und deren Derivate (Ester, Ether, Peptide, Lipide, Nukleotide, Nukleoside und Salze)
sowie Sulfoximinverbindungen (z.B. Buthioninsulfoximine, Homocysteinsulfoximin, Buthioninsulfone,
Penta-, Hexa-, Heptathioninsulfoximin) in sehr geringen verträglichen Dosierungen
(z.B. pmol bis µmol/kg), ferner (Metall)-Chelatoren (z.B.α-Hydroxyfettsäuren, Palmitinsäure,
Phytinsäure, Lactoferrin), α-Hydroxysäuren (z.B. Zitronensäure, Milchsäure, Apfelsäure),
Huminsäure, Gallensäure, Gallenextrakte, Bilirubin, Biliverdin, EDTA, EGTA und deren
Derivate, ungesättigte Fettsäuren und deren Derivate (z.B. γ -Linolensäure, Linolsäure,
Ölsäure), Folsäure und deren Derivate, Ubichinon und Ubichinol und deren Derivate,
Vitamin C und Derivate (z.B. Ascorbylpalmitat, Mg - Ascorbylphosphat, Ascorbylacetat),
Tocopherole und Derivate (z.B. Vitamin E - acetat), Vitamin A und Derivate (Vitamin
A - palmitat) sowie Konyferylbenzoat des Benzoeharzes, Rutinsäure und deren Derivate,
Ferulasäure und deren Derivate, Butylhydroxytoluol, Butylhydroxyanisol, Nordihydroguajakharzsäure,
Nordihydroguajaretsäure, Trihydroxybutyrophenon, Harnsäure und deren Derivate, Mannose
und deren Derivate, Zink und dessen Derivate (z.B. ZnO, ZnSO₄) Selen und dessen Derivate
(z.B. Selenmethionin), Stilbene und deren Derivate (z.B. Stilbenoxid, Trans-Stilbenoxid)
und die erfindungsgemäß geeigneten Derivate (Salze, Ester, Ether, Zukker, Nukleotide,
Nukleoside, Peptide und Lipide) dieser genannten Wirkstoffe.
[0042] Die Menge der Antioxidantien (eine oder mehrere Verbindungen) in den Zubereitungen
beträgt vorzugsweise 0,001 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,05 - 20 Gew.-%, insbesondere
1 - 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung.
[0043] Sofern Vitamin E und/oder dessen Derivate das oder die Antioxidantien darstellen,
ist vorteilhaft, deren jeweilige Konzentrationen aus dem Bereich von 0,001 - 10 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Formulierung, zu wählen.
[0044] Sofern Vitamin A, bzw. Vitamin-A-Derivate, bzw. Carotine bzw. deren Derivate das
oder die Antioxidantien darstellen, ist vorteilhaft, deren jeweilige Konzentrationen
aus dem Bereich von 0,001 - 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formulierung,
zu wählen.
[0045] Es ist für die vorliegende Erfindung vorteilhaft, daß der pH-Wert der erfindungsgemäßen
dermatologischen Zubereitungen kleiner als 8 ist. pH-Werte, die leicht höher sind
als 7, aber kleiner als 7,5 können dabei im allgemeinen toleriert werden. Jedenfalls
ist für ein gegebenes Fettsäuregemisch im Einzelfalle durch einfaches Ausprobieren,
ohne erfinderisches Dazutun, leicht zu ermitteln, welche exakte obere pH-Grenze zu
beachten ist.
[0046] Vorteilhaft wird der pH-Wert der erfindungsgemäßen Formulierungen im sauren bis sehr
schwach alkalischen Bereich kleiner als 8 eingestellt, bevorzugt von 4,0 - 7,5 , besonders
bevorzugt von 5,0 - 6,5.
[0047] Die jeweils einzusetzenden Mengen an Hilfs- Zusatz- und Trägerstoffen und gegebenenfalls
Parfüm können in Abhängigkeit von der Art des jeweiligen Produktes vom Fachmann durch
einfaches Ausprobieren leicht ermittelt werden.
[0048] Die Herstellung der erfindungsgemäßen dermatologischen Zubereitungen erfolgt, abgesehen
von speziellen Zubereitungen, die in den Beispielen jeweils gesondert vermerkt sind,
in üblicher Weise, zumeist durch einfaches Vermischen unter Rühren, gegebenenfalls
unter leichter Erwärmung. Sie bietet keine Schwierigkeiten. Für Emulsionen werden
Fettphase und die Wasserphase z.B. separat, gegebenenfalls unter Erwärmen hergestellt
und dann emulgiert.
[0049] Ansonsten sind die üblichen Maßregeln für das Zusammenstellen von galenischen Formulierungen
zu beachten, die dem Fachmann geläufig sind.
[0050] Sollen die erfindungsgemäßen Substanzen in Puder eingearbeitet werden, so können
die Suspensionsgrundlagen dafür vorteilhaft gewählt werden aus der Gruppe
[0051] Kieselsäuregele (z.B. solche die unter dem Handelsnamen Aerosil® erhältlich sind),
Kieselgur, Talkum, modifizierte Stärke, Titandioxid, Seidenpulver, Nylonpulver, Polyethylenpulver
und verwandten Stoffen.
[0052] Es folgen vorteilhafte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung. Die Mengenangaben
beziehen sich stets auf Gewichts-%, wenn nichts Anderes angegeben wird.
Beispiel 1
[0053]
| Aerosolspray I |
| (a) Flüssige Phase |
Gew.-% |
| Octyldodecanol |
0,50 |
| DMC |
0,50 |
| Parfüm |
q.s. |
| Ethylalkohol |
ad 100,00 |
| (b) Die unter (a) erhaltene flüssige Phase wird zusammen mit einem Propan/Butan 2,7
- Gemisch im Verhältnis 39 : 61 in Aerosolbehälter abgefüllt. |
Beispiel 2
[0054]
| Aerosolspray II |
| (a) Flüssige Phase |
Gew.-% |
| Octyldodecanol |
0,50 |
| DMC |
0,20 |
| Parfüm |
q.s. |
| Isopropylalkohol |
ad 100,00 |
| (b) Die unter (a) erhaltene flüssige Phase wird zusammen mit einem Propan/Butan 2,7
- Gemisch im Verhältnis 39 : 61 in Aerosolbehälter abgefüllt. |
Beispiel 3
[0055]
| Pumpspray I |
| (a) |
Gew.-% |
| Ethylalkohol |
60,00 |
| Glycerin |
1,00 |
| PEG-40-Hydriertes Ricinusöl |
2,00 |
| DMC |
0,50 |
| Parfum |
q.s. |
[0056] Die unter (a) genannten Bestandteile werden zu einer homogenen Lösung verarbeitet,
sodann langsam mit der Wasserphase (b) aufgefüllt. Der fertige Pumpspray kann sodann
in Pumpzerstäuber abgefüllt werden.
Beispiel 4
[0057]
| Roll on - Gel I |
| (a) |
Gew.-% |
| 1,3-Butylenglycol |
2,00 |
| Hydroxyethylcellulose (z.B. Tylose 4000, Hoechst) |
0,50 |
| (b) |
|
| Ethylalkohol |
60,00 |
| PEG-40-Hydriertes Ricinusöl |
2,00 |
| DMC |
0,30 |
| Parfum |
q.s. |
[0058] Die unter (a) genannten Bestandteile werden dispergiert, Wasser (c) wird zugegeben,
bei Raumtemperatur quellen gelassen, eine Lösung der unter (b) genannten Bestandteile
wird nach ca. 15 Minuten zugegeben. Die entstanden Mischung wird homogenisiert und
kann abgefüllt werden.
Beispiel 5
[0059]
| Wachsstift I |
| |
Gew.-% |
| Hydriertes Ricinusöl |
5,00 |
| Bienenwachs |
6,00 |
| Ceresin (Hart-Ozokerit) |
30,00 |
| C₁₂₋₁₅-Alkohol-Benzoate |
17,00 |
| DMC |
0,40 |
| Parfum |
q.s. |
| Octyldodecanol |
ad 100,00 |
[0060] Die Bestandteile werden bei ca. 75° C aufgeschmolzen, gut vermischt und in geeignete
Formen gegossen.
Beispiel 6
[0061]
| Roll on - Emulsion I |
| (a) |
Gew.-% |
| Tricetearethphosphat |
0,30 |
| Octyldodecanol |
2,00 |
| C₁₂₋₁₅-Alkohol-Benzoate |
2,00 |
| DMC |
0,50 |
| C₁₀₋₃₀-Alkylacrylate |
0,15 |
| (b) |
|
| Ethylalkohol |
10,00 |
| Parfum |
q.s. |
| (c) |
|
| NaOH |
0,05 |
| Wasser |
ad 100,00 |
[0062] Die unter (a) und (c) genannten Bestandteile werden jeweils unter Rühren auf 75°
C erwärmt. Sodann werden die Bestandteile (a) zu (c) gegeben. Die Mischung wird auf
35° C abgekühlt. Aus den Bestandteilen (b) wird eine Lösung hergestellt, welche auf
35° C erwärmt wird und unter Rühren zur Mischung aus (a) und (c) gegeben wird.
Beispiel 7
[0063]
| Aerosolspray IV |
| (a) Flüssige Phase |
Gew.-% |
| Octyldodecanol |
0,50 |
| GMC |
0,20 |
| Parfüm |
q.s. |
| Isopropylalkohol |
ad 100,00 |
| (b) Die unter (a) erhaltene flüssige Phase wird zusammen mit einem Propan/Butan 2,7
- Gemisch im Verhältnis 39 : 61 in Aerosolbehälter abgefüllt. |
Beispiel 8
[0064]
| Pumpspray II |
| (a) |
Gew.-% |
| Ethylalkohol |
60,00 |
| Glycerin |
1,00 |
| PEG-40-Hydriertes Ricinusöl |
2,00 |
| GMC |
0,50 |
| Parfum |
q.s. |
[0065] Die unter (a) genannten Bestandteile werden zu einer homogenen Lösung verarbeitet,
sodann langsam mit der Wasserphase (b) aufgefüllt. Der fertige Pumpspray kann sodann
in Pumpzerstäuber abgefüllt werden.
Beispiel 9
[0066]
| Roll on - Gel II |
| (a) |
Gew.-% |
| 1,3-Butylenglycol |
2,00 |
| Hydroxyethylcellulose (z.B. Tylose 4000, Hoechst) |
0,50 |
| (b) |
|
| Ethylalkohol |
60,00 |
| PEG-40-Hydriertes Ricinusöl |
2,00 |
| GMC |
0,30 |
| Parfum |
q.s. |
[0067] Die unter (a) genannten Bestandteile werden dispergiert, Wasser (c) wird zugegeben,
bei Raumtemperatur quellen gelassen, eine Lösung der unter (b) genannten Bestandteile
wird nach ca. 15 Minuten zugegeben. Die entstanden Mischung wird homogenisiert und
kann abgefüllt werden.
Beispiel 10
[0068]
| Wachsstift II |
| |
Gew.-% |
| Hydriertes Ricinusöl |
5,00 |
| Bienenwachs |
6,00 |
| Ceresin (Hart-Ozokerit) |
30,00 |
| C₁₂₋₁₅-Alkohol-Benzoate |
17,00 |
| TML |
0,40 |
| Parfum |
q.s. |
| Octyldodecanol |
ad 100,00 |
[0069] Die Bestandteile werden bei ca. 75° C aufgeschmolzen, gut vermischt und in geeignete
Formen gegossen.
Beispiel 11
[0070]
| Roll on - Emulsion II |
| (a) |
Gew.-% |
| Tricetearethphosphat |
0,30 |
| Octyldodecanol |
2,00 |
| C₁₂₋₁₅-Alkohol-Benzoate |
2,00 |
| TML |
0,50 |
| C₁₀₋₃₀-Alkylacrylate |
0,15 |
| (b) |
|
| Ethylalkohol |
10,00 |
| Parfum |
q.s. |
| (c) |
|
| NaOH |
0,05 |
| Wasser |
ad 100,00 |
[0071] Die unter (a) und (c) genannten Bestandteile werden jeweils unter Rühren auf 75°
C erwärmt. Sodann werden die Bestandteile (a) zu (c) gegeben. Die Mischung wird auf
35° C abgekühlt. Aus den Bestandteilen (b) wird eine Lösung hergestellt, welche auf
35° C erwärmt wird und unter Rühren zur Mischung aus (a) und (c) gegeben wird.
Beispiel 12
[0072]
| Pumpspray III |
| (a) |
Gew.-% |
| Ethylalkohol |
60,00 |
| Glycerin |
1,00 |
| PEG-40-Hydriertes Ricinusöl |
2,00 |
| DML |
0,50 |
| Parfum |
q.s. |
[0073] Die unter (a) genannten Bestandteile werden zu einer homogenen Lösung verarbeitet,
sodann langsam mit der Wasserphase (b) aufgefüllt. Der fertige Pumpspray kann sodann
in Pumpzerstäuber abgefüllt werden.
Beispiel 13
[0074]
| Roll on - Gel III |
| |
Gew.-% |
| (a) |
|
| 1,3-Butylenglycol |
2,00 |
| Hydroxyethylcellulose |
0,50 |
| (z.B. Tylose 4000, Hoechst) |
|
| (b) |
|
| Ethylalkohol |
60,00 |
| PEG-40-Hydriertes Ricinusöl |
2,00 |
| DML |
0,30 |
| Parfum |
q.s. |
[0075] Die unter (a) genannten Bestandteile werden dispergiert, Wasser (c) wird zugegeben,
bei Raumtemperatur quellen gelassen, eine Lösung der unter (b) genannten Bestandteile
wird nach ca. 15 Minuten zugegeben. Die entstanden Mischung wird homogenisiert und
kann abgefüllt werden.
Beispiel 14
[0076]
| Wachsstift III |
| |
Gew.-% |
| Hydriertes Ricinusöl |
5,00 |
| Bienenwachs |
6,00 |
| Ceresin (Hart-Ozokerit) |
30,00 |
| C₁₂₋₁₅-Alkohol-Benzoate |
17,00 |
| DML |
0,40 |
| Parfum |
q.s. |
| Octyldodecanol |
ad 100,00 |
[0077] Die Bestandteile werden bei ca. 75° C aufgeschmolzen, gut vermischt und in geeignete
Formen gegossen.
Beispiel 15
[0078]
| Roll on - Emulsion III |
| (a) |
Gew.-% |
| Tricetearethphosphat |
0,30 |
| Octyldodecanol |
2,00 |
| C₁₂₋₁₅-Alkohol-Benzoate |
2,00 |
| DML |
0,50 |
| C₁₂₋₁₅-Alkylacrylate |
0,15 |
| (b) |
|
| Ethylalkohol |
10,00 |
| Parfum |
q.s. |
| (c) |
|
| NaOH |
0,05 |
| Wasser |
ad 100,00 |
[0079] Die unter (a) und (c) genannten Bestandteile werden jeweils unter Rühren auf 75°
C erwärmt. Sodann werden die Bestandteile (a) zu (c) gegeben. Die Mischung wird auf
35° C abgekühlt. Aus den Bestandteilen (b) wird eine Lösung hergestellt, welche auf
35° C erwärmt wird und unter Rühren zur Mischung aus (a) und (c) gegeben wird.
Beispiel 16
[0080]
| Pumpspray IV |
| (a) |
Gew.-% |
| Ethylalkohol |
60,00 |
| Glycerin |
1,00 |
| PEG-40-Hydriertes Ricinusöl |
2,00 |
| DMC |
0,20 |
| TML |
0,30 |
| Parfum |
q.s. |
[0081] Die unter (a) genannten Bestandteile werden zu einer homogenen Lösung verarbeitet,
sodann langsam mit der Wasserphase (b) aufgefüllt. Der fertige Pumpspray kann sodann
in Pumpzerstäuber abgefüllt werden.