[0001] In der heutigen Hülsentechnik, d. h. in der Technologie für den kanallosen Druck
- und zwar mit Gummituch und Druckform - ist es üblich zum Aufbringen der hülsenförmigen
Druck- oder Übertragungsform auf eine Druckwalze, die Druck- oder Übertragungsform
unter Aufweiten mittels Druckluft auf die Druckwalze aufzuschieben. Die Wegnahme der
Druckluft bewirkt ein formschlüssiges Anlegen der Druck- oder Übertragungsform nach
dem Prinzip einer Schrumpfpassung auf der Druckwalze. Durch erneute Zufuhr von Druckluft
kann die Druck- oder Übertragungsform wieder von der Druckwalze genommen werden.
[0002] In der Regel ist eine solche Druckwalze aus einem metallischen Werkstoff gefertigt
und weist vorzugsweise als Korrosionsschutz vor gängigen Druckmedien eine Chrombeschichtung
auf.
[0003] Aus der deutschen Patentanmeldung P 43 42 159.8 ist eine derartige Druckwalze bekannt
geworden. Dort ist eine hülsenförmige Druckform beschrieben. Die Hülse, deren Innendurchmesser
kleiner als der Zylinderdurchmesser des tragenden Teils ist, wird nach dem Vorzentrieren
mittels eines kegelförmigen Fasenstücks des Druckwalzenkörpers mechanisch auf den
größeren Zylinderdurchmesser aufgeweitet, so daß die Hülse über ein Luftkissen vollständig
auf den Walzenkörper aufgeschoben werden kann.
[0004] Desweiteren ist es heutzutage in der Druckindustrie bekannt, zur Justage von herkömmlichen
Gummitüchern und plattenförmigen Druckformen, aber auch zur Verlängerung und zur Verminderung
des Druckbildes Kunststoff-Folien als Unterlage zu verwenden. Die Übertragung solcher
Kunststoff-Folien auf die Hülsentechnik ist jedoch bis jetzt nicht möglich.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine gattungsbildende Druckwalze
derart weiterzubilden, daß beim Aufschieben einer hülsenförmigen Druck- oder Übertragungsform
auf die Druckwalze diese genau und ortsfest auf der Druckwalze justiert, bzw. montiert
werden kann, ohne daß das der Hülsentechnik zugrunde liegende Prinzip eingeschränkt
wird.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte
Ausgestaltungen der übergeordneten Maßnahmen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0007] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme
der Zeichnung beschrieben.
[0008] Die einzige Figur zeigt stark schematisiert einen teilweisen Längsschnitt einer Druckwalze,
auf deren Walzenkern 1 teilweise eine Druck- oder Übertragungsform 2 aufgeschoben
ist.
[0009] Der Walzenkern 1 ist üblicherweise als Hohlkörper ausgebildet, der im Vergleich zur
hülsenförmigen Druck- oder Übertragungsform 2 eine größere Wandstärke aufweist. Größtenteils
ist der Walzenkern 1 mit einem größeren Zylinderdurchmesser ausgeführt als der Innendurchmesser
der Druck- oder Übertragungsform 2 beträgt.
[0010] Um das Aufziehen der Druck- oder Übertragungsform 2 zu erleichtern, ist an einer
Stirnseite der Druckwalze ein Zylinderstück in Form eines Vorzentrierkonuses 3 mit
kleinerem Durchmesser als der Innendurchmesser des Druckzylinders 2 vorgesehen, mittels
diesem der Druckzylinder 2 grob auf der Druckwalze positioniert werden kann.
[0011] Durch ein weiteres Aufschieben auf einen kegelförmigen Aufschiebekonus 4 der Druckwalze
wird der Druckzylinder 2 auf einen Durchmesser entsprechend dem Durchmesser des Oberflächenbereichs
5 des Walzenkerns 1, in dem die Luftauslaßbohrungen 6 münden, aufgeweitet. Beim Passieren
der Luftauslaßbohrungen 6 wird der Druckzylinder 2 durch die austretende Luft elastisch
gedehnt und kann auf einem Druckluftpolster in seine Endposition auf der Druckwalze
gleiten.
[0012] Zwischen der Oberfläche des Walzenkerns 1 und der Innenoberfläche des hülsenförmigen
Druckzylinders 2 ist eine dünne Zwischenschicht 7 zur Justage und besseren Verankerung
des Druckzylinder 2 auf der Druckwalze vorgesehen.
[0013] Dafür weist die Oberfläche des Walzenkerns 1 einen entsprechend der Dicke der dünnen
Zwischenschicht 7 abgesetzten Bereich 9 in Form einer Durchmesserveringerung auf,
so daß die Oberflächenbereiche 5 des Walzenkerns 1, in die die Luftauslaßbohrungen
6 münden, gegenüber dem abgesetzten Bereich 9 erhöht liegen.
[0014] Der abgesetzte Bereich 9 des Walzenkerns 1 ist rundum mit der dünnen Zwischenschicht
7 belegt, derart, das der Oberflächenbereich 5 mit den Luftauslaßbohrungen 6 und der
abgesetzte Oberflächenbereich 9 des Walzenkerns 1 mit der Zwischenschichtbelegung
plan verlaufen. Beide Stirnseiten einer derartigen Druckwalze können gleich ausgeführt
sein.
[0015] Im vorliegenden Beispiel ist die dünne Zwischenschicht 7 eine selbstklebende Kunststoff-Folie,
die leicht austauschbar ist. Zum genauen Zuschnitt der Folie auf dem Walzenkern 1
ist zwischen einem abgesetzten Bereich 9 und einem erhöht liegenden Bereich 5 jeweils
rundum des Walzenkerns 1 verlaufend ein Einstich 8 zur Führung eines Schneidwerkzeuges
vorgesehen.
[0016] Alternativ zur Folie kann die dünne Zwischenschicht 7 auch als Beschichtung der kompletten
Oberfläche, vorzugsweise des abgesetzten Oberflächenbereichs 9 des Walzenkerns 1 ausgebildet
sein. Die Beschichtung kann aus Kunststoff, Lack, metallischem Basiswerkstoff oder
aus keramischen Werkstoffen bestehen.
[0017] Im Besonderen ist als Zwischenschicht 7 eine GfK-Beschichtung vorgesehen, die thermisch
isolierend wirkt. Ein weiterer Vorteil einer solchen Beschichtung wäre die thermische
Isolation des Walzenkerns 1, wodurch eine Kühlung der hülsenförmigen Druckform 2 erleichtert
wäre.
[0018] Andererseits verhindert eine thermisch isolierende Zwischenschicht 7 einen unerwünschten
Abfluß von Wärme von der hülsenförmigen Druckform in den Walzenkern 1. Dies wiederum
hat Vorteile beim Befüllen von Tiefdruckformhülsen mit einer thermoplastischen Substanz,
sowie allgemein bei durch Wärme unterstützten Thermotransferverfahren.
[0019] Es ist auch denkbar, eine Kunststoff-Folie auf die komplette Oberfläche des Walzenkerns
1, der dann keinen abgesetzten Oberflächenbereich aufweist, zu kleben. Hierbei müssen
dann die Luftauslaßbohrungen in der Folie ausgespart werden.
[0020] Analog dazu kann natürlich die dünne Zwischenschicht auch selbst als austauschbare
Hülse ausgebildet sein.
[0021] Auf einer derart ausgebildeten Druckwalze ist es somit möglich, hülsenförmige Druckzylinder
in Form von Gummitüchern oder Druckformen wie bei dem herkömmlichen Offset-Druck,
bei dem die Gummitücher und Druckformen nicht hülsenförmig vorliegen, einerseits zu
justieren und andererseits eine optimale Haftung auf dem Walzenkern zu bieten.
1. Druckwalze für den kanallosen Druck, insbesondere für eine Offset-Rotationsdruckmaschine,
mit einem Walzenkern (1), auf den eine hülsenförmige Druck- oder Übertragungsform
(2) aufbringbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest teilweise zwischen der
Oberfläche des Walzenkerns (1) und der Innenoberfläche der hülsenförmigen Druck- oder
Übertragungsform (2) eine dünne Zwischenschicht (7) zur Justage und besseren Verankerung
der Druck- oder Übertragungsform (2) auf der Druckwalze (1, 3, 4, 6) vorgesehen ist.
2. Druckwalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die dünne Zwischenschicht
(7) eine selbstklebende Kunststoff-Folie ist, die auf die Oberfläche des Walzenkerns
(1) gelegt ist.
3. Druckwalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die dünne Zwischenschicht
(7) als Beschichtung der Oberfläche des Walzenkerns (1) ausgebildet ist.
4. Druckwalze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung aus Kunststoff
besteht.
5. Druckwalze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung aus Lack
besteht.
6. Druckwalze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung aus einem
metallischen Basiswerkstoff besteht.
7. Druckwalze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung aus keramischen
Werkstoffen besteht.
8. Druckwalze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die dünne Zwischenschicht
(7) als austauschbare Hülse ausgebildet ist.
9. Druckwalze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenschicht (7) als
eine GfK-Beschichtung ausgeführt ist, die thermisch isolierend wirkt.
10. Druckwalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche des Walzenkerns
(1) einen entsprechend der Dicke der dünnen Zwischenschicht (7) abgesetzten Bereich
(9) in Form einer Durchmesserveringerung aufweist, so daß die Oberflächenbereiche
(5) des Walzenkerns (1), in die Luftauslaßbohrungen (6) münden, gegenüber dem abgesetzten
Bereich (9) erhöht liegen.
11. Druckwalze für den kanallosen Druck nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
einem abgesetzten Bereich (9) und einem erhöht liegendem Bereich (5) jeweils rundum
des Walzenkerns (1) verlaufend ein Einstich (8) zur Führung eines Schneidwerkzeuges
vorgesehen ist.