[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Passerkorrektur und zum Ausgleich
verspannter Bogen am Vorgreifer im Anleger einer Bogenrotationsdruckmaschine nach
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Dieser Stand der Technik ergibt sich aus DE 88 16 641 U1. In der Figur 3 dieser Druckschrift
ist eine Ausführungsform dargestellt, bei der die Kurvenrolle an einem Dreipunkthebel
gelagert und dieser Dreipunkthebel einerseits schwenkbar an einem etwa mittig zwischen
den beiden Endabstützungen der Greiferbrucke angeordneten, ebenfalls fest mit der
Greiferbrücke verbundenen Stützarm gelagert ist und sich andererseits zwischen diesem
Schwenklager und der Greiferbrücke gegen den Stützarm abstützt. Die Kurve befindet
sich auf einem die Vorgreiferwelle umschließenden, in seiner Winkellage durch ein
Stellglied einstellbaren Ring, so daß die Kurvenrolle bei der Schwenkbewegung des
Vorgreifers vor dem Erreichen der Endposition, in der die Bogengreifer den Bogen an
seiner Vorderkante erfassen, je nach Einstellung der Kurve früher oder später und
weniger oder mehr auf die Kurve aufläuft und die Greiferbrücke dadurch in ihrer Mitte
eine Durchbiegung in Richtung des Bogentransports erfährt. Der Bogen wird dadurch
in der Mitte gegenüber den Enden deformiert, um eine Passerkorrektur oder einen Spannungsausgleich
zu bewirken. Bei der bekannten Anordnung ist die Auslenkung der Kurvenrolle kleiner
als die gewünschte Durchbiegung der Greiferbrücke, so daß die von der Kurve und der
Kurvenrolle ausgehende Kraft größer sein muß als die zur Verformung der Greiferbrücke
erforderliche Kraft. Das erhöht die Empfindlichkeit des Systems gegenüber dynamischen
Einflüssen und erfordert einen sehr empfindlichen Einstellmechanismus.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Passerkorrektur und
zum Ausgleich verspannter Bogen im Anleger einer Bogenrotationsdruckmaschine mit den
eingangs genannten Merkmalen hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegen dynamische Einflüsse
günstiger und bei laufender Maschine auf einfache weise einstellbar auszubilden.
[0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch Ausbildungsmerkmale nach dem Kennzeichen des
Patentanspruches 1.
[0005] Gegenüber der bekannten Lösung hat diese Ausbildung den Vorteil, daß eine vergleichsweise
große Auslenkung der mit einem Hebelarm am Exzenter befestigten Kurvenrolle eine relativ
kleine Verformung des Trägers der Greiferbrücke und damit der Greiferbrücke selbst
bewirkt. Durch diese übersetzung der Kräfte kann die zur Verformung der Greiferbrücke
notwendige Querkraft verringert werden. Bei der erfindungsgemäßen Anordnung ist die
erforderliche Rollenkraft gegenüber der Querkraft erheblich kleiner als bei der bekannten
Anordnung. Die in der Rolle wirksame Kraft wird über den Kurvenkörper unmittelbar
in das Maschinengestell eingeleitet. Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung kann wegen
der reduzierten Gestellkraft von kleineren Deformationen kinetostatischen und dynamischen
Ursprungs ausgegangen werden. Die dynamischen Rückwirkungen der Greiferbrücke auf
den Mechanismus zur Passerkorrektur bzw. zum Spannungsausgleich im Bogen werden zweckmäßig
durch die Wirkung einer Feder zusätzlich abgefangen, die die Ausgangslage der Greiferbrücke
im unverformten Zustand sichert und deren Kraft durch den Mechanismus verstärkt wird.
Erreicht wird dadurch eine höhere Qualität der Passerkorrektur. Vorteilhaft wird die
Kurve um eine parallel zur Exzenterachse ausgerichtete Achse schwenkbar am Gestell
der Maschine gelagert und in ihrer Schwenklage durch ein Stellglied einstellbar gehalten,
wobei dieses Stellglied bei laufender Maschine veränderbar ist, um eine Regulierung
der Kurvenlage durchführen zu können.
[0006] Vorteilhafte Merkmale zur weiteren Ausgestaltung der Erfindung enthalten die Ansprüche
2 bis 7.
[0007] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindungsmerkmale schematisch dargestellt.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht mit einem Querschnitt durch die Greiferbrücke
- Figur 2
- eine gegenüber Figur um 90° versetzte Ansicht mit teilweisem Schnitt entlang der Linie
II - II in Figur 1.
[0008] Die Vorgreiferwelle 1 ist mit ihren beiden Enden im Maschinengestell 2 in Richtung
des Bogentransports hin und her schwenkbar gelagert. Auf der Vorgreiferwelle 1 ist
die Greiferbrücke 3 mit ihren Enden verwindungssteif abgestützt, wobei diese an sich
bekannte Abstützung in der Zeichnung nicht dargestellt ist. An der Greiferbrücke sind
mit Abstand nebeneinander über die Breite des Bogens verteilt schwenkbare Bogengreifer
4 auf einer Greiferwelle 5 gelagert, die mit einer Greiferauflage 6 an der Greiferbrücke
3 zusammenwirken und den zu transportierenden Bogen auf dem Anlegetisch 7 an seiner
Vorderkante erfassen und zwischen sich und der Greiferauflage 6 einklemmen. Mit einer
Schwenkbewegung des Vorgreifers in Richtung des Bogentransports wird der Bogen vom
Anlegetisch 7 transportiert und am Ende der Schwenkbewegung an das Greifersystem eines
Zuführzylinders 8 übergeben.
[0009] Etwa mittig zwischen den beiden Endabstützungen der gegebenenfalls durch einen Träger
verstärkten Greiferbrücke 3 ist unter dieser ein Exzenter 9 gelagert, dessen anderes
Lager sich in einem auf der Vorgreiferwelle 1 ausgebildeten Stützarm 10 abstützt.
An einem mit dem Exzenter 9 fest verbundenen Arm 11 ist eine Kurvenrolle 12 frei drehbar
gelagert, die sich mit ihrem Umfang gegen eine Kurve 13 eines Kurvenkörpers 14 anlegt,
die um eine parallel zur Lagerachse 15 des Exzenters 9 ausgerichtete Achse 16 schwenkbar
am Gestell 2 gelagert und durch eine Stellschraube 17 in ihrer Schwenklage einstellbar
ist. Eine Druckfeder 18 belastet die Kurvenrolle 12 in Richtung gegen die Kurve 13
und damit den Kurvenkörper 14 in Richtung gegen die Stellschraube 17. Die in einem
gestellfesten Gewinde angeordnete Stellschraube 17 ist bei laufender Maschine einstellbar.
Außerhalb des Bereiches der Anlage der Kurvenrolle 12 an der Kurve 13 bewirkt ein
Anschlag 19 eine Anschlaglage gegen eine ebenfalls in einem gestellfesten Gewinde
verschraubbare Stellschraube 20.
[0010] Nach dem Transport eines Bogens vom Anlegetisch 7 zum Zuführzylinder 8 durchläuft
der Vorgreifer eine Umkehrlage und bewegt sich anschließend zum Anlegetisch 7 zurück.
Kurz vor dem Erreichen des Anlegetisches läuft die Kurvenrolle 12 auf die Kurve 13
des Kurvenkörpers 14 auf. Die Kurvenflanke ist nicht äquidistant zur Mittelpunktsbahn
21 der Kurvenrolle 12, so daß die Kurvenrolle aus der durch die mittels der Stellschraube
20 einstellbaren und durch die Feder 18 bewirkten Anschlaglage gegen die Wirkung der
Feder 18 stetig ausgelenkt wird. Bei der dadurch bewirkten Verdrehung des Exzenters
9 um seine Lagerachse 15 wird die Greiferbrücke 3 im wesentlichen tangential zur Bogenbahn
der Lagerachse 15 verschoben und dabei verformt. Durch diese Verformung verbiegt auch
die Greiferwelle 5, so daß auch die auf der Greiferwelle angeordneten Bogengreifer
4 entsprechend verschoben werden. Die Lagerung des Exzenters 9 in der Greiferbrücke
3 bzw. in einem mit dieser verbundenen Brückenträger entspricht kinematisch einem
Drehgelenk, so daß kein Torsionsmoment und lediglich eine Querkraft übertragen wird.
Bei einer vorteilhaften Ausbildung dieser Lagerung wird die Querkraft durch den sogenannten
Schubmittelpunkt des Greiferbrückenprofils geleitet, so daß sich die gewünschte mittige
Durchbiegung der Greiferbrücke quer zur Bogenlaufrichtung ergibt und keine Brückentorsion
eintritt. Wenn der Vorgreifer seine Endlage am Anlegetisch erreicht hat, liegt die
maximale Durchbiegung der Greiferbrücke vor. Diese Durchbiegung läßt sich durch die
Stellschraube 17 in erforderlichen Grenzen regulieren. Der Bogen wird dann an seiner
Vorderkante von den Bogengreifern in der verformten Lage der Greiferbrücke und der
Greiferwelle erfaßt. Beim Abschwenken des Vorgreifers vom Anlegetisch läuft die Kurvenrolle
12 von der Kurve 13 ab, so daß sich die Greiferbrücke entspannt und in ihre Ausgangslage
zurückdeformiert. Bei der übergabe des Bogens an den Zuführzylinder 8 bleibt der Bogen
weiterhin deformiert, weil die Greiferbrücke im unverformten, durch die Anlage des
Anschlages 19 an der Stellschraube 20 fixierten Zustand verbleibt. Bei einer zur Ausbalancierung
der Querkräfte in dem vorstehenden Sinne vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindungsmerkmale
liegt die Lagerachse 15 des Exzenters 9 etwa in einer durch die Vorgreiferwellenachse
und durch die Greiferbrückenmitte gedachten Ebene oder leicht seitenversetzt zu dies
er Ebene, wie es zeichnerisch dargestellt ist. Die Lagerung des Exzenters 9 und seine
Abstützung in dem Stützarm 10 erfolgt bei dem Ausführungsbeispiel dicht unterhalb
der Greiferbrücke 3. Der seitliche Versatz der Lagerachse 15 gegenüber der durch die
Mitte der Vorgreiferwelle 1 und durch die Mitte der Greiferwelle 5 gedachten Ebene
vermeidet das Wirksamwerden von Torsionsmomenten auf die Greiferbrücke 3.
Bezugszeichenliste
[0011]
- 1
- Vorgreiferwelle
- 2
- Gestell
- 3
- Greiferbrücke
- 4
- Bogengreifer
- 5
- Greiferwelle
- 6
- Greiferauflage
- 7
- Anlegetisch
- 8
- Zuführzylinder
- 9
- Exzenter
- 10
- Stützarm
- 11
- Arm
- 12
- Kurvenrolle
- 13
- Kurve
- 14
- Kurvenkörper
- 15
- Lagerachse
- 16
- Achse
- 17
- Stellschraube
- 18
- Feder
- 19
- Anschlag
- 20
- Stellschraube
- 21
- Mittelpunktsbahn
1. Vorrichtung zur Passerkorrektur und zum Ausgleich verspannter Bogen am Vorgreifer
im Anleger einer Bogenrotationsdruckmaschine, bei der zur elastischen Durchbiegung
einer mit ihren beiden Enden verwindungssteif auf einer Vorgreiferwelle abgestützten
und Schwenkbewegungen in Richtung des Bogentransports und zurück ausführenden Greiferbrücke
in Richtung des Bogentransports vor der Bogenerfassung durch auf der Greiferbrücke
nebeneinander angeordnete, um eine Greiferwellenachse schwenkbare Bogengreifer eine
etwa mittig zwischen den Endabstützungen an der Greiferbrücke angeordnete, gestellfeste
Abstützung auf der Vorgreiferwelle aufweist und mit einer Kurvenrolle auf eine gestellfest
abgestützte und einstellbare Kurve aufläuft,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mittige Abstützung der Greiferbrücke (3) auf der Vorgreiferwelle (1) ein Gelenk
mit einem Exzenter (9) aufweist, an dem die Kurvenrolle (12) in einem Abstand von
der Exzentermitte mit einem Hebelarm (11) gelagert ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Exzenterachse etwa mittig in einer durch die Vorgreiferwellenachse und durch
die Greiferbrückenmitte gedachten Ebene angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Exzenter (9) aus einer einstellbaren Anschlaglage heraus gegen die Wirkung
einer Feder (18) durch das Zusammenwirken der Kurve (13) und der an dieser anliegenden,
an dem mit dem Exzenter (9) verbundenen Arm (11) gelagerten Kurvenrolle (12) verdrehbar
ist.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kurve (13) um eine parallel zur Exzenterachse ausgerichteten Achse (16) schwenkbar
am Gestell (2) der Maschine gelagert und in ihrer Schwenklage durch ein Stellglied
(17) einstellbar ist.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stellglied aus einer in einem gestellfesten Muttergewinde verschraubbaren
und mit einem Ende gegen den Kurvenkörper (14) wirksamen Stellschraube (17) und aus
einer die Kurve gegen das Ende der Stellschraube haltenden Feder (18) besteht.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Exzenter (9) in einem sich auf der Vorgreiferwelle (1) abstützenden Lager
eines Stützarmes (10) dicht unterhalb der Greiferbrücke (3) gelagert ist.
7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Exzenterachse gegenüber einer durch die Greiferbrückenmitte und durch die
Vorgreiferwellenachse gedachten Ebene zur Kurve hin versetzt angeordnet ist.