[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Sicherungsvorrichtung für Fenster und Türen gegen
gewaltsames Öffnen, bestehend aus einem neben einem Flügelelement angeordneten, festsetzbaren
Träger und einem in einer Aufnahme am Träger einsetzbaren Sperriegel, der etwa parallel
zum Flügelelement angeordnet und festlegbar ist.
[0002] Anordnungen dieser Art sind bekannt und dienen dazu, den Sperriegel am Träger belastungsfähig
aufzunehmen sowie eine wirtschaftliche Fertigung des Trägers zu gewährleisten. Da
aber durch die zunehmende Gewaltanwendung zur Beseitigung derartiger Sicherungsvorrichtungen
erhebliche Schäden entstehen, besteht das Problem, bereits vor der Beseitigung von
Sicherungsvorrichtungen entsprechende Alarmmeldungen auszulösen.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße montierbare Sicherungsvorrichtung
mit einer zusätzlichen Einrichtung für die Meldung einer äußeren Einwirkung zu schaffen,
die eine Integration in die Vorrichtung ermöglicht.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt neuerungsgemäß dadurch, daß im Aufnahmebereich
des Sperriegels wenigstens ein elektrisch wirkender Drucksensor angeordnet ist.
[0005] Eine vorteilhafte Ausbildung besteht darin, daß der Träger an seiner Wandung den
Drucksensor aufnimmt. Alternativ ist vorgesehen, daß der Sperriegel den Drucksensor
aufnimmt und beim eingesetzten Sperriegel eine elektrische Verbindung über Kontaktstifte
im Träger herstellbar ist.
[0006] Hierdurch ist es möglich, bei einem auftretenden Druck auf den Sperriegel über den
integrierten Drucksensor eine Alarmschaltung anzusteuern. Dabei wird die Handhabung
des Sperriegels für eine Sicherungsstellung und die mechanische Sicherung nicht beeinträchtigt.
[0007] Eine einfache Ausführung besteht darin, daß der Drucksensor als Folienelement ausgebildet
ist.
[0008] Ferner wird vorgeschlagen, daß der Drucksensor durch einen druckabhängigen Widerstand
gebildet ist.
[0009] Eine vorteilhafte Ausführungsform wird dadurch geschaffen, daß in der Aufnahme mindestens
an der Wandung zur Befestigung des Trägers ein Drucksensor angeordnet ist.
[0010] Bei der vorstehend beschriebenen Sicherungsvorrichtung wird also eine äußere Einwirkung
auf Fenster oder Tür dadurch erfaßt, daß der infolge dieser Einwirkung auf den Flügel
wirkende Druck (genauer gesagt Kraft), der über die entsprechenden Beschlagsteile
auf den Festrahmen abgeleitet wird, unmittelbar erfaßt wird. Dies geschieht durch
einen Drucksensor (genauer gesagt Kraftsensor), der in den Kraftweg zwischen Flügel,
flügelseitigem Beschlagselement, festrahmenseitigem Beschlagselement und Festrahmen
eingesetzt ist. Dabei können auch mehrere derartige Kraftsensoren eingesetzt sein.
Auch kann der Drucksensor bzw. Kraftsensor dazu eingesetzt werden, die Sicherstellung
(oder Scharfschaltung) einer an die Sicherungsvorrichtung angeschlossenen Alarmschaltung
auszulösen, nämlich dann, wenn die entsprechenden Beschlagsteile in vorgegebener Weise
zusammenwirken, und somit Fenster bzw. die Tür entsprechend verriegelt ist. Es läßt
sich also auch überwachen, ob das Fenster oder die Tür ordnungsgemäß verriegelt sind.
Es können auch mehrere Kraftsensoren als Teile einer Sensoreinheit vorgesehen sein.
[0011] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demnach auch eine Sensoreinheit für eine
Überwachungseinrichtung von Fenster, Türen oder dergleichen mit einem Beschlagssystem
aus wenigstens einem Paar miteinander zusammenwirkender festrahmenseitiger und flügelseitiger
Beschlagselemente, gekennzeichnet durch wenigstens einen Kraftsensor im Kraftweg zwischen
Festrahmen, festrahmenseitigem Beschlagselement, zugeordnetem flügelseitigem Beschlagselement
und Flügel zur Abgabe eines vorzugsweise elektrischen Überwachungssignals an die Überwachungseinrichtung.
[0012] Die Überwachungseinrichtung wird im allgemeinen mit einer Auswerteeinheit versehen
sein zur Abgabe eines Statusinformationssignals in Abhängigkeit von dem jeweiligen
Überwachungssignal des entsprechenden Kraftsensors. Wenn der Kraftsensor ein ein Überschreiten
eines ersten Kraftwertes angebendes erstes Überwachungssignal abgibt, wird dementsprechend
von der Auswerteeinheit ein einen Alarmzustand anzeigendes erstes Statusinformationssignal
abgegeben. Das erste Statusinformationssignal kann dann an eine Alarmzentrale weitergeleitet
werden oder an eine an die Überwachungseinrichtung unmittelbar angeschlossenen Alarmierungseinheit.
[0013] Wie bereits angesprochen, kann unabhängig davon auch der Schließzustand, insbesondere
Verriegelungszustand, der Tür bzw. des Fensters erfaßt werden, indem bei Überschreiten
eines zweiten, den ersten Kraftwert unterschreitenden Kraftwertes der Kraftsensor
ein zweites Überwachungssignal abgibt und die Auswerteeinheit infolge dessen ein einen
Schließzustand der Tür bzw. des Fensters anzeigendes zweites Statusinformationssignal
abgibt. Wird dieses zweites Statusinformationssignal wiederum einer Alarmzentrale
oder Überwachungszentrale zugeführt, so kann von dieser aus leicht überprüft werden,
ob die Türen bzw. Fenster eines größeren Gehäusekomplexes oder mehrerer Gehäusekomplexe
ordnungsgemäß verschlossen und verriegelt sind. Um eine Alarmauslösung aufgrund von
starkem Winddruck zu unterbinden, wird vorgeschlagen, daß bei mehreren Sensoreinheiten
die Auswerteeinheit ein einen Winddruck zeigendes drittes Statusinformationssignal
abgibt, wenn im wesentlichen sämtliche Kraftsensoren jeweils ein das Überschreiten
eines dritten Kraftwertes anzeigendes drittes Überwachungssignal abgeben.
[0014] Aus der DE 32 21 997 C2 ist eine Schaltungsanordnung zur Überwachung von gepanzerten
Räumen bekannt, bei der akustisch/elektrische Wandler bei Einbruchsversuchen auftretenden
Körperschwingungen im kHz-Bereich detektieren. Auch die DE 28 52 664 nutzt detektierte
Körperschallschwingungen nahe der oberen Hörgrenze zur Einbruchsmeldung aus, wobei
niederfrequente Störgeräusche bei der Signalbearbeitung eliminiert werden. Bei den
Körperschallaufnehmern handelt es sich um piezoelektrische Beschleunigungsaufnehmer.
Kräfte, die zwischen Flügel und Festrahmen wirken, können durch derartige Beschleunigungsaufnehmer
nur sehr bedingt erfaßt werden. Aus der EP 0 468 514 A1 schließlich ist es bekannt,
ein Schließblech eines Fensterbeschlags mit einem Magnetfeldsensor auszustatten, der
die Position eines mit einem Permanentmagneten versehenen Riegelzapfens berührungslos
erfaßt, um damit den Verriegelungszustand des Fensters überwachen zu können. Mit dieser
bekannten Anordnung können Einbruchsversuche nur bedingt erfaßt werden, allenfalls
nach größerer Beschädigung des Fensters, sofern dabei der Permanentmagnet vom Magnetfeldsensor
entfernt wird.
[0015] Eine bevorzugte Weiterbildung ist die Sensoreinheit dadurch gekennzeichnet, daß eines
der Beschlagselemente des Paars ein Sperriegelelement umfaßt und das andere Beschlagselement
eine Aufnahme für das Sperriegelelement aufweist. Hierbei kann vorgesehen sein, daß
wenigstens einer der Kraftsensoren in der Aufnahme angeordnet ist, d. h. insbesondere
an dem die Aufnahme tragenden festrahmenseitigen Beschlagselement. Alternativ oder
zusätzlich kann wenigstens einer der Kraftsensoren am Sperriegelelement angeordnet
sein, also am flügelrahmenseitigen Beschlagselement. Unter flügelseitigem Beschlagselement
soll in diesem Zusammenhang auch ein ggf. von Flügel und Festrahmen vollständig entfernbarer
Sperrbügel verstanden werden, der an dem Flügel zumindest bei einem Einbruchsversuch
anliegt bzw. anschlägt.
[0016] Das Sperriegelelement kann jedoch auch Teil eines Türschlosses, insbesondere Kastenschlosses
sein, wobei dann die Aufnahme in einem zugeordneten Türschließblech ausgebildet ist.
[0017] Das sperrende Festlegen eines Flügels am Festrahmen kann bekannterweise über entsprechende
Sperrelemente eines Drehbeschlags oder Dreh-Kipp-Beschlags erfolgen. Erfindungsgemäß
kann also eines der Beschlagselemente ein festrahmenseitiges Beschlagselement und
das andere Beschlagselement ein flügelseitiges Beschlagselement eines Dreh-Beschlags
oder Dreh-Kipp-Beschlags sein. Bevorzugt ist das flügelseitige Beschlagselement mit
einem Treibelement, insbesondere Treibstangenelement, bewegungsverkoppelbar. Das flügelseitige
Beschlagselement kann daher unmittelbar von einem Sperrkloben oder Verriegelungskloben
gebildet sein, der mit einem entsprechenden festrahmenseitigen Beschlagselement (Schließblech)
zusammenwirkt.
[0018] Bevorzugt ist dann der Kraftsensor im Bereich des festrahmenseitigen Beschlagselement
angeordnet. Auf diese Weise wird die Leitungsführung durch Flügel vermieden.
[0019] Der Kraftsensor kann dabei im Bereich einer Anlagefläche des festrahmenseitigen Beschlagselement
(insbesondere Schließblech) für das flügelseitige Beschlagselement (insbesondere Sperr-
oder Verriegelungskloben) angeordnet sein. Der Kraftsensor kann somit sowohl zur Ermittlung
des Verriegelungszustands des Flügels eingesetzt werden, da er bei verriegeltem Flügel
die aufgrund des Schließdrucks des Fensters auf den Verriegelungskloben wirkenden
Kraft erfaßt. Darüber hinaus kann der Kraftsensor einen Einbruchsversuch detektieren,
da dann die auftretenden Kräfte entsprechend vergrößert sind.
[0020] Die gleiche Funktion erfüllt der Kraftsensor auch dann, wenn er im Bereich zwischen
einem wenigstens eine Anlagefläche für das flügelseitige Beschlagselement tragenden
Beschlagsteil und einem Befestigungsteil zur Befestigung des Beschlagsteils am Festrahmen
angeordnet ist. Dies hat den Vorteil, daß bei einem üblich rechts-links verwendbaren
Beschlagsteil mit einer Anlagefläche für Rechtsanschlag und einer weiteren Anlagefläche
für Linksanschlag lediglich ein einziger Kraftsensor benötigt wird.
[0021] Besonders einfacher Aufbau ist dann gewährleistet, wenn der Kraftsensor in einem
zwischen Beschlagsteil und Befestigungsteil oder zwischen Beschlagsteil und Festrahmen
gebildetem Ringraum angeordnet ist.
[0022] Die Erfindung betrifft ferner auch eine Überwachungseinrichtung für Fenster, Türen
oder dergleichen mit wenigstens einer Sensoreinheit mit Kraftsensor im Kraftweg zwischen
einem Festrahmen, einem festrahmenseitigen Beschlagsteil, einem zugeordneten flügelseitigen
Beschlagsteil und einem Flügel zur Abgabe eines Überwachungssignals bei Druckausübung
auf den Flügel und mit einer mit der Sensoreinheit verbundenen Auswerteeinheit zur
Abgabe eines Statusinformationssignals in Abhängigkeit vom Überwachungssignal.
[0023] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines Trägers,
- Figur 2
- eine Seitenansicht eines Sperriegels für einen Fensterflügel,
- Figur 3
- eine Draufsicht auf eine Sicherheitsvorrichtung in der Sperrfunktion`
- Figur 4
- eine vergrößerte perspektivische Darstellung einer Aufnahme mit einem Drucksensor
als Folienelement,
- Figur 5A
- eine vereinfachte Schnittansicht einer zweiten Ausführungsform der Sicherheitsvorrichtung
mit vertikaler Schnittebene senkrecht zur Festrahmenebene im Bereich zwischen Schließblech
und Kastenschloß bei geschlossener Tür (Schnittlinie VA-VA in Figur 5B;
- Figur 5B
- einen Schnitt der Anordnung in Figur 5A nach Linie VB-VB;
- Figur 6
- eine vereinfachte Seitenansicht auf ein mit einer weiteren Ausführungsform der Sicherheitsvorrichtung
versehenes Fenster mit Dreh-Beschlag oder Dreh-Kipp-Beschlag und mit in die Zeichenebene
gekippten festrahmenseitigen Schließblechen zur Verdeutlichung des generellen Aufbaus;
- Figur 7A
- einen Vertikal-Schnitt durch den Bereich eines Schließblechs am der Fig. 6 unteren
Flügelrahmenschenkel (Schnitt nach Linie VIIA-VIIA in Figur 6 und Figur 7B;
- Figur 7B
- einen Horizontal-Schnitt der Anordnung in Figur 6 und Figur 7A nach Linie VIIB-VIIB;
- Figur 8A
- eine Ansicht entsprechend Figur 7A, jedoch mit Verlagerung des Verriegelungsklobens
aus der Drehstellung oder Öffnungsstellung gemäß den Figuren 7A und 7B in eine Verriegelungsstellung,
wobei zur Vereinfachung der Darstellung das Schließblech weggelassen ist;
- Figur 8B
- einen Schnitt entsprechend Figur 7B in der Verriegelungsstellung;
- Figur 9
- eine Schnittdarstellung entsprechend Figur 7B, jedoch bei abgewandeltem Schließblech;
- Figur 10
- einen Schnitt der abgewandelten Ausführungsform entsprechend dem Schnitt in Figur
8B und
- Figur 11
- einen Schnitt entsprechend Schnittlinie XI-XI in Figur 10 bei einer weiter abgewandelten
Ausführungsform.
[0024] Die dargestellte Sicherungsvorrichtung besteht aus einem Träger 1, der neben einen
Flügelelement 2 über Befestigungsschrauben 3 und zugeordneten seitlichen Bohrungen
4 festsetzbar ist. Etwa mittig ist zusätzlich ein verankerbarer Stütz- und Verstärkungszapfen
5 angeordnet.
[0025] Der Träger 1 ist als Scheibenkörper ausgebildet und besitzt eine allseitig umschlossene
Lochaufnahme 6, die in diesem Fall als Rechteck ausgebildet ist. In diese Lochaufnahme
6 ist ein dem Flügelelement 2 parallel zugeordneter Sperriegel 7 einsetzbar, der in
seinem Querschnitt mit der Lochaufnahme 6 korrespondiert.
[0026] Der Sperriegel 7 ist dabei mit einem Absatz 8 versehen, der als Anschlag beim Einsetzen
des Sperriegels 7 dient und durch einen im Durchmesser abgesetzten Sperriegel 7 gebildet
wird. Der Träger 1 ist dabei mit einem Verriegelungselement 9 versehen, das in den
Bereich der Lochaufnahme 6 geführt ist und ein korrespondierendes Gegenlager in Form
einer Bohrung 10 im eingesetzten Sperriegel 7 eingreift.
[0027] Dieses Verriegelungselement 9 wird durch einen verschließbaren Druckzylinder 11 betätigt
und blockiert.
[0028] Die Aufnahme 6 ist an der unteren Wandung mit einem Drucksensor 12 versehen, der
in diesem Fall als druckabhängigen elektrischen Widerstand in Form eines Folienelements
ausgebildet und mit der Wandung fest verbunden ist. Der Drucksensor 12 ist dabei in
einem elektrischen Schaltkreis einer Alarmanlage integriert, die nicht näher dargestellt
ist.
[0029] In die Aufnahme 6 wird in der Sicherungsstellung der Sperriegel 7 eingesetzt und
liegt somit auf dem Drucksensor 12 auf. Bei einem Versuch, den Sperriegel 7 bzw. den
Rahmen 2 zu beseitigen, wird durch das in die Aufnahme 6 eingesetzte Ende des Sperriegels
7 Druck auf den Sensor 12 ausgeübt und es kommt bereits zweiner Alarmauslösung, bevor
eine Zerstörung eintritt.
[0030] Bei einer Ausbildung mit einem Drucksensor 12 am Sperriegel 7 ist es gleichzeitig
möglich, daß durch das Einsetzen des Sperriegels 7 in die Aufnahme 6 eine Sicherstellung
der Alarmschaltung erfolgt.
[0031] In den Figuren 5A und 5B ist ein weiterer Anwendungsfall für den Einsatz des auf
Druckbelastung ansprechenden Drucksensors bzw. Kraftsensors im Kraftweg zwischen Flügel
und Festrahmen erläutert und zwar im Bereich eines üblichen Kastenschlosses 20 in
einem Flügel 22, welches mit einem Türschließblech 24 an einem Festrahmen 26 zusammenwirkt.
In Figur 5A ist eine Festrahmenleiste 26a als Anschlag für den Flügel 22 angedeutet
sowie in Figur 5B ein Flügelüberschlag 22a des Flügels 22. Dementsprechend ist der
Flügel 22 in der Darstellung gemäß Figur 5A in Richtung des Pfeils A, d. h. nach rechts
zu bewegen, wenn die Tür geöffnet werden soll.
[0032] Man erkennt in den Figuren ferner das Fallenteil 28 des Kastenschlosses 20, welches
bei geschlossener Tür in eine Fallenöffnung 24a des Schließblechs 24 einrückt. Das
Fallenteil 28 kann durch Drehen eines nicht dargestellten, an eine Vierkantwelle 30
des Kastenschlosses 20 angreifenden Türdrückers in das Kastenschloß 20 eingezogen
werden. Die Tür kann dann geöffnet werden.
[0033] Das Kastenschloß weist ferner ein übliches Sperriegelelement 32 auf, welches wahlweise
über ein in ein Schlüsselloch 34 des Kastenschlosses 20 einzuschiebenden Bart-Schlüssels,
oder über einen in ein Zylinderschloß innerhalb des Schlüssellochs einzusteckenden
Schlüssel betätigbar ist. In den Figuren 5A und 5B ist ein Verriegelungszustand dargestellt
mit in eine entsprechende Aufnahme 34 des Schließblechs 24 eingerücktem Sperriegelelement
32.
[0034] In der Aufnahme 34, die sich entsprechend weit in das Material des Festrahmens 26
fortsetzt, ist ein Kraftsensor 36 eingesetzt und zwar auf der von der Leiste 26a abgewandten
und dem Flügelüberschlag 22a zugewandten Seite des eingerückten Sperriegelelements
32. Bei einem Versuch, die Tür gewaltsam zu öffnen, wird daher das Sperriegelelement
32 notwendigerweise gegen den Kraftsensor 36 gedrückt. Der entsprechende Druck bzw.
die entsprechende Kraft veranlaßt dann den Kraftsensor 36 zur Abgabe eines entsprechenden
Überwachungssignals an eine in Figur 5A vereinfacht als Block dargestellte Auswerteeinheit
38. Eine entsprechende Verbindungsleitung ist in den Figuren mit einer Strich-Punkt-Punkt-Linie
40 angedeutet.
[0035] Die Auswerteeinheit 38 veranlaßt dann, wenn das Überwachungssignal das Überschreiten
eines ersten Kraftwertes anzeigt, daß ein Alarmzustand angenommen wird. In der Folge
löst die Auswerteeinheit 38 einen Alarm aus. Sie kann hierzu zu mit einer zentralen
Gebäudeüberwachungseinheit verbunden sein.
[0036] In Figur 6 ist die Anwendung des erfindungsgemäß im Kraftweg zwischen Flügel und
Festrahmen angeordneten Kraftsensors (= Sensoreinheit) bei einem Fenster mit Dreh-Beschlag
oder Dreh-Kipp-Beschlag vereinfacht dargestellt. Man erkennt einen Festrahmen 40,
einen Flügelrahmen 42 sowie einen Dreh-Beschlag oder Dreh-Kipp-Beschlag. Festrahmenseitigen
Schließbleche sind zur Verdeutlichung der Darstellung in die Zeichenebene gekippt
dargestellt. Die tatsächliche Orientierung ergibt sich aus den Figuren 7A und 7B.
Hier ist der Flügelüberschlag mit 45 bezeichnet. Ein in der Schließstellung befindlicher
Handgriff 48 des Beschlags ist ebenso angedeutet wie ein oberes Drehlager 50 sowie
ein unteres Dreh-Kipplager 52.
[0037] Das festrahmenseitige Beschlagselement in Form des Schließblechs 44 wirkt jeweils
mit einem flügelseitigem Beschlagselement in Form eines Riegelzapfens 46 zusammen.
Der Verriegelungszapfen 46 ist mit einem Treibstangenelement 54 des Treibstangenbeschlags
zwischen mehreren Funktionsstellungen verschiebbar. Von diesen mehreren Funktionsstellungen
ist in Figur 7A und Figur 7B eine Dreh-Bereitschaftsstellung angedeutet und in den
Figuren 8A und 8B eine Verriegelungsstellung. Die Treibstangenbewegung wiederum wird
über den bereits genannten Handgriff 48 bewirkt.
[0038] In der Dreh-Bereitschaftsstellung ist der Riegelzapfen 46 außer Eingriff mit dem
Schließblech 44. In der Schließstellung dagegen liegt der Riegelzapfen 46 an einer
Anlagefläche 44a des Schließblechs 44 an und zwar mit einer Kraft, die den gewünschten
Schließdruck des Flügels (zusammen mit den anderen Schließblechen 44 und Verriegelungsbolzen
46 hervorruft.
[0039] Diese Kraft wird erfindungsgemäß durch einen Kraftsensor erfaßt und zwar im Ausführungsbeispiel
gemäß Figuren 7 und 8 durch einen im Bereich der Anlagefläche 44a vorgesehenen Kraftsensor
56. Dieser ist über eine wiederum mit einer Strich-Punkt-Punkt-Linie 58 angedeutete
elektrische Leitung mit einer in Figur 6 blockartig angedeuteten Auswerteschaltung
60 verbunden.
[0040] Sobald der Kraftsensor 56 ein (zweites) Überwachungssignal abgibt, welches anzeigt,
daß ein vergleichsweise niedriger (zweiter) Kraftwert überschritten wird (der etwas
unterhalb einer normalerweise sich einstellenden Schließkraft zwischen Schließblech
44 und Verriegelungbolzen 46 liegt), wird von der Auswerteeinheit festgestellt, daß
der Flügel ordnungsgemäß geschlossen ist. Es mag hierbei genügen, daß das Überwachungssignal
lediglich eines der mit Kraftsensor versehenen Schließbleche 44 ausgewertet wird.
[0041] Im Falle eines Einbruchs, bei dem eine gewaltsame Öffnung des Fensters versucht wird,
tritt zumindest bei dem Schließblech 44 in der Nähe des am Fenster eingesetzten Einbruchswerkzeugs
eine zwischen Schließblech 44 und Verriegelungsbolzen 46 wirkende Kraft auf, die deutlich
die Schließkraft sowie einen vorgegebenen (ersten) Kraftwert (größer als der zweite)
Kraftwert überschreitet. Der dortige Kraftsensor wird daher wiederum ein (erstes)
Überwachungssignal abgeben, woraufhin die Auswerteeinheit 60 einen Einbruchsversuch
feststellt und entsprechende Maßnahmen, wie Alarmierung der Polizei, auslöst.
[0042] Wenn dagegen sämtliche Kraftsensoren der Schließbleche 44 praktisch denselben Kraftwert
anzeigen, so schließt die Auswerteeinheit 60 daraus, daß die Ursache hierfür ein starker
Winddruck ist. In diesem Falle wird kein Alarm ausgelöst.
[0043] Das in den Figuren dargestellte Schließblech 44 ist unverändert für Rechtsanschlag
(wie dargestellt) und Linksanschlag verwendbar aufgrund seiner Ausbildung mit zwei
entsprechend angeordneten Anlageflächen 44a symmetrisch zu einer Längsmittelebene
des Schließblechs 44. Demgemäß sind bei der Ausführungsform gemäß Figuren 7 und 8
auch zwei Kraftsensoren 56 vorgesehen, die jeweils eine der Anlageflächen 44a bilden.
[0044] In der Ausführungsform gemäß Figuren 9 und 10 genügt dagegen ein einziger Kraft-
bzw. Drucksensor 66, da dieser im Kraftweg zwischen Schließblech 44' und Festrahmen
40 angeordnet ist. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert werden, daß der Kraftsensor
in Form einer Hülse in einen Ringraum 68 zwischen dem Schließblech 44' und dem Schaft
einer Befestigungsschraube 70' eingesetzt wird (eine entsprechende Befestigungsschraube
70 ist in Figuren 7A und 7B eingezeichnet). Falls weitere Befestigungsschrauben vorgesehen
sind, muß dort entsprechendes Spiel bestehen, um bei Belastung des Schließblechs 44
zu einer Krafteinwirkung auf den Kraftsensor 66 zu führen.
[0045] Bei der weiteren Ausführungsform der Erfindung gemäß Figur 11 ist der wiederum hülsenförmige
Kraftsensor 66'' in einen Ringraum eingesetzt, der in diesem Falle zwischen einem
an der Unterseite des Schließblechs 44'' vorstehenden Bolzenvorsprung 72 und einer
entsprechenden zylindrischen Bohrung 74 im Festrahmens 40 gebildet ist. Auch hier
muß durch entsprechende Halterung des Schließblechs 44' gewährleistet sein, daß die
beim Verriegeln des Fensters und erst recht bei einem Einbruchsversuch auftretenden
Kräfte vom Kraftsensor 66'' erfaßt werden. Eine Leitung 58'' dient der Verbindung
des Kraftsensors 66'' mit einer Auswerteeinheit 60''.
[0046] Für den Kraftsensor kommen übliche kraftempfindlichen bzw. druckempfindlichen elektrischen
Sensoren in Frage, wie von Folienelementen gebildete Sensoren oder Sensoren mit druckabhängigem
Widerstand.
[0047] Die vorstehend beschriebenen Anordnungen zeichnen sich insbesondere dadurch aus,
daß der bauliche Aufwand sowie der Montageaufwand bezüglich der Kraftsensoren denkbar
gering ist, da diese in einen bereits vorhandenen Beschlag integriert sein können,
wenn auch eine Nachrüstung ohne weiteres möglich ist. Die Sensoren als solche sind
unauffällig, was für die Einbruchssicherheit von größter Bedeutung ist. Schließlich
wird ein etwaiger Einbruch sofort gemeldet, was für die Alarmierung sowie die Einleitung
etwaiger Gegenmaßnahmen wichtig ist. Zusätzlich oder alternativ können die Kraftsensoren
auch zur Überwachung des Verriegelungszustands des Festers bzw. der Tür eingesetzt
werden, ggf. im Rahmen einer Gebäudeüberwachung.
1. Sicherungsvorrichtung für Fenster und Türen gegen gewaltsames Öffnen, bestehend aus
einem neben einem Flügelelement angeordneten, festsetzbaren Träger und einem in einer
Aufnahme am Träger einsetzbaren Sperriegel, der etwa parallel zum Flügelelement angeordnet
und festlegbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß im Aufnahmebereich (6) des Sperriegels (7) wenigstens ein elektrisch wirkender
Drucksensor (12) angeordnet ist.
2. Sicherungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (1)
an seiner Wandung den Drucksensor (12) aufnimmt.
3. Sicherungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sperriegel
(7) den Drucksensor (12) aufnimmt und beim eingesetzten Sperriegel (7) eine elektrische
Verbindung über Kontaktstifte im Träger herstellbar ist.
4. Sicherungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Drucksensor (12) als Folienelement ausgebildet ist.
5. Sicherungsvorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Drucksensor
(12) durch einen druckabhängigen Widerstand gebildet ist.
6. Sicherungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
in der Aufnahme (6) mindestens an der Wandung zur Befestigug des Trägers (7) ein Drucksensor
(12) angeordnet ist.
7. Sensoreinheit für eine Überwachungseinrichtung von Fenster, Türen oder dergleichen
mit einem Beschlagssystem aus wenigstens einem Paar miteinander zusammenwirkender
festrahmenseitiger und flügelseitiger Beschlagselemente, gekennzeichnet durch wenigstens
einen Kraftsensor (12; 36, 56; 66, 66') im Kraftweg zwischen Festrahmen (40), festrahmenseitigem
Beschlagselement, zugeordnetem flügelseitigem Beschlagselement und Flügel (42) zur
Abgabe eines vorzugsweise elektrischen Überwachungssignals an die Überwachungseinrichtung
(38; 60; 60'').
8. Sensoreinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß eines der Beschlagselemente
des Paars ein Sperriegelelement (7) umfaßt und das andere Beschlagselement eine Aufnahme
(6) für das Sperriegelelement (7) aufweist.
9. Sensoreinheit nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einer der Kraftsensoren
(12) in der Aufnahme angeordnet ist.
10. Sensoreinheit nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einer der Kraftsensoren
(12) am Sperriegelelement (7) angeordnet ist.
11. Sensoreinheit nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperriegelelement
(7) Teil einer vorzugsweise nachrüstbaren Zusatzverriegelung ist.
12. Sensoreinheit nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperriegelelement
von einem ggf. von Flügel und Festrahmen entfernbaren Sperrbügel gebildet ist.
13. Sensoreinheit nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperriegelelement
(32) Teil eines Türschlosses, insbesondere Kastenschlosses (20) ist, und daß die Aufnahme
in einem zugeordneten Türschließblech (24) ausgebildet ist.
14. Sensoreinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß eines der Beschlagselemente
ein festrahmenseitiges Beschlagselement und das andere Beschlagselement ein flügelseitiges
Beschlagselement eines Dreh-Beschlags oder Dreh-Kipp-Beschlags ist.
15. Sensoreinheit nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß das flügelseitige Beschlagselement
mit einem Treibelement, insbesondere Treibstangenelement (54), bewegungsverkoppelbar
ist.
16. Sensoreinheit nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftsensor
(56) im Bereich des festrahmenseitigen Beschlagselements angeordnet ist.
17. Sensoreinheit nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftsensor (56) im
Bereich einer Anlagefläche (44a) des festrahmenseitigen Beschlagselements für das
flügelseitige Beschlagselement angeordnet ist.
18. Sensoreinheit nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das festrahmenseitige
Beschlagselement mit einer Anlagefläche (44a) für Rechtsanschlag ist eine Anlagefläche
(44a) für Linksanschlag ausgebildet ist, die jeweils mit einem Kraftsensor (56) versehen
ist.
19. Sensoreinheit nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftsensor im Bereich
zwischen einem wenigstens eine Anlagefläche für das flügelseitige Beschlagselement
tragenden Beschlagsteil (44') und einem Befestigungsteil (70') zur Befestigung des
Beschlagsteils am Festrahmen (40 oder zwischen einem Vorsprung 72 des Beschlagsteils
(44') mit dem Festrahmen (40) angeordnet ist.
20. Sensoreinheit nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftsensor in einem
zwischen Beschlagsteil (44') und Befestigungsteil (70') oder zwischen dem Vorsprung
72 mit einer Bohrung 74 im Festrahmen 40 gebildeten Ringraum angeordnet ist.
21. Überwachungseinrichtung für Fenster, Türen oder dergleichen mit wenigstens einer Sensoreinheit
mit Kraftsensor (12; 36; 56; 66, 66'') im Kraftweg zwischen einem Festrahmen (40),
einen festrahmenseitigen Beschlagsteil, einen zugeordnetem flügelseitigen Beschlagsteil
und einen Flügel (42) zur Abgabe eines Überwachungssignals bei Druckausübung auf den
Flügel und mit einer mit der Sensoreinheit verbundenen Auswerteeinheit (38; 60; 60'')
zur Abgabe eines Statusinformationssignals in Abhängigkeit vom Überwachungssignal.
22. Überwachungseinrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinheit
(38; 60, 60'') eine einen Alarmzustand zeigendes erstes Statusinformationssignal abgibt,
wenn bei Überschreiten eines ersten Kraftwertes der Kraftsensor (12; 36; 56; 66; 66'')
ein erstes Überwachungssignal abgibt.
23. Überwachungseinrichtung nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß die
Auswerteeinheit (38; 60; 60'') ein einen Schließzustand der Tür bzw. des Fensters
anzeigendes zweiten Statusinformationssignals abgibt, wenn bei Überschreiten eines
zweiten, ggf. den ersten Kraftwert unterschreitenden Kraftwertes der Kraftsensor (12;
36; 56; 66; 66'') ein zweites Überwachungssignal abgibt.
24. Überwachungseinrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet,
daß bei mehreren Sensoreinheiten die Auswerteeinheit (38; 60; 60'') ein einen Winddruck
zeigendes drittes Statusinformationssignal abgibt, wenn im wesentlichen sämtliche
Kraftsensoren (12; 36; 56; 66; 66'') jeweils ein das Überschreiten eines dritten Kraftwertes
anzeigendes drittes Überwachungssignal abgeben.