Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Wellendichtung und
zur Kühlung auf der Abgasseite einer thermischen Turbomaschine, insbesondere axialdurchströmten
Gasturbine gemäss Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Stand der Technik
[0002] Thermische Turbomaschinen, insbesondere axialdurchströmte Gasturbinen, bestehen bekanntermassen
im wesentlichen aus dem beschaufelten Rotor und dem mit Leitschaufeln bestückten Schaufelträger,
der im Turbinengehäuse eingehängt ist. An das Turbinengehäuse schliesst sich das Angasgehäuse
an, das bei modernen Maschinen am Turbinengehäuse angeflanscht ist und im wesentlichen
aus einem nabenseitigen ringförmigen Innenteil und einem ringförmigen Aussenteil,
welche den Angasdiffusor begrenzen, besteht. Das Innenteil und das Aussenteil sind
durch mehrere, gleichmässig über den Umfang angeordnete radiale Strömungsrippen miteinander
verbunden. Im Hohlraum innerhalb des Innenteils, also innerhalb der Diffusorkonstruktion
selbst, ist die austrittsseitige Lagerung des Turbinenläufers angeordnet.
[0003] Zwecks berührungsfreier Abdichtung der Durchführungen des Rotors durch das Abgasgehäuse
und Reduktion der Leckage auf ein sinnvolles Mass sind Wellendichtungen (Labyrinthdichtungen,
Stopfbüchse) vorhanden.
[0004] Um zu verhindern, dass heisse Abgase in den Lagerraum eindringen können, wird bisher
Kompressorluft einer bestimmten Stufe entnommen, über eine separate Leitung zum Abgasgehäuse
geführt und als Sperrluft direkt in die Stopfbüchse auf der Abgasseite eingespeist.
Ein Teil der Luft entweicht durch die Dichtung in den Lagerraum, der Rest strömt an
der Wellenscheibe entlang in den Heissgaskanal.
[0005] Wird bei einer Gasturbine ein Verdichter mit einer oder mehreren variablen Leitschaufeln
verwendet und sind diese Leitschaufeln im Teillastbereich um einen bestimmten Betrag
geschlossen, so bewirkt dies einen tieferen Druck bei der Entnahmestelle der Sperrluft
gegenüber dem Druck bei Vollastbetrieb. Damit in jedem Betriebszustand genügend Sperrluftdruck
vorhanden ist, muss deshalb entweder bei einer hohen Stufe Luft entnommen werden,
bei der immer genügend Druck herrscht, oder es muss zwischen verschieden Stufen umgeschaltet
werden.
[0006] Die Entnahme der Luft bei einer hohen Stufe hat den Nachteil, dass bei Vollast hoch
verdichtete Luft ohne Leistungsabgabe "verbraucht" wird, was sich ungünstig auf den
Wirkungsgrad der Gasturbine auswirkt. Wird dagegen zwischen verschiedenen Stufen umgeschaltet,
so sind mehr Entnahmestellen am Verdichter und Umschaltventile notwendig, so dass
die Kosten steigen.
[0007] Falls Kühlluft durch das abgasseitige Wellenende in den Rotor eingebracht werden
muss, wird neben der Sperrluft auch die Rotorkühlluft einer bestimmten Kompressorstufe
entnommen und über eine spezielle Rohrleitung in den Rotor eingespeist. Der Übergang
Rohrleitung/Rotor wird dabei mit Labyrinthdichtungen abgedichtet. Die Labyrinth-Leckageluft
gelangt in die Umgebung des Lagers und führt zu einer Aufheizung des Lagerraumes.
Das ist unerwünscht, weil die Lagertemperatur wegen der vorhandenen Instrumente, dem
Lageröl und der Möglichkeit einer Begehung begrenzt ist.
[0008] Neben der Leckage von Sperrluft und Rotorkühlluft wird der Lagerraum auch noch durch
den Wärmefluss aus dem Abgasstrom durch die Isolation bzw. die Tragstruktur aufgewärmt.
Die Kühlung des Lagerraumes erfolgt bei den meisten Maschinen durch natürliche Konvektion.
Bekannt ist auch die Kühlung des Lagerraumes durch Kühlluft, welche durch Öffnungen
im Abgasdiffusor eintritt und durch den Spalt zwischen Verkleidung und Rippe des Abgasgehäuses
austritt. Die Tragstruktur des Abgasgehäuses weist bei dieser Lösung keine gleichmässige
Temperatur am Umfang auf, was nachteilig dazu führt, dass Wärmespannungen auftreten
und/oder das Lager nicht mehr mittig ist.
Darstellung der Erfindung
[0009] Die Erfindung versucht, alle diese Nachteile zu vermeiden. Ihr liegt die Aufgabe
zugrunde, bei einer thermischen Turbomaschine, insbesondere einer axialdurchströmten
Gasturbine ein Sperr- und Kühlluftsystem auf der Abgasseite zu entwikkeln, welches
mit geringen Fabrikations- und/oder Betriebskosten den Eintritt des Abgases in den
Lagerraum verhindert, welches möglichst wenig Luftleckage in den Lagerraum zulässt
und mit dem relativ einfach die Lagerraumtemperatur genügend tief gehalten werden
kann und bei dem die Tragstruktur des Abgasgehäuses am Umfang eine gleichmässige Temperatur
aufweist.
[0010] Erfindungsgemäss wird dies bei einem Verfahren zur Wellendichtung zwischen rotierender
Welle und Abgasgehäuse sowie zur Kühlung des Rotors und des Lagerraumes auf der Abgasseite
einer thermischen Turbomaschine, insbesondere einer axialdurchströmten Gasturbine,
bei der die austrittsseitige Lagerung der Turbinenwelle innerhalb der Abgasgehäusekonstruktion
erfolgt und zur Abdichtung Labyrinthdichtungen und Stopfbüchse verwendet werden, wobei
zur Wellendichtung Sperrluft mit einem höheren Druck als der Druck des Abgases im
Abgaskanal in die Stopfbüchse und anschliessend in den Abgaskanal geleitet wird, und
bei der die Rotorkühlluft einer Verdichterstufe entnommen und über eine Rohrleitung
durch das abgasseitige Wellenende in den Rotor eingespeist wird, dadurch erreicht,
dass ein Teil der Rotorkühlluftleckage nach einem Teil der Labyrinthdichtungen abgezweigt
und als Sperrluft verwendet wird und dass in den Lagerraum Umgebungsluft als Kühlluft
eingebracht wird, welche über die Stopfbüchse gleichmässig am Umfang verteilt und
durch Durchgänge im Abgasdiffusor nach aussen transportiert wird.
[0011] Erfindungsgemäss wird dies bei einer Vorrichtung zur Durchführung des o.g. Verfahrens
dadurch erreicht, dass die Labyrinthdichtungen beim Übergang von der Rotorkühlluftleitung
zum abgasseitigen Ende des gekühlten Rotors geteilt sind und an der Teilungsstelle
eine Zwischenabzapfung mit einer zur Stopfbüchse gehenden Rohrleitung für die Sperrluft
angeordnet ist, dass eine weitere an der Stopfbüchse endende Rohrleitung für als Kühlluft
wirkende Umgebungsluft im Lagerraum angeordnet ist, wobei die Stopfbüchse in zwei
konzentrische Ringräume für die Sperrluft und für die Kühlluft geteilt ist und der
Lagerraum über Bohrungen aus dem Kühlluftringraum mit Kühlluft gespeist wird und dass
der Lagerraum im Oberteil mittels einer Haube und im Unterteil mittels eines Öltropfbleches
unterteilt ist.
[0012] Die Vorteile der Erfindung sind unter anderem darin zu sehen, dass eine separate
Entnahmestelle im Verdichter für die Sperrluft und demzufolge auch eine separate Sperrluftzuführung
nicht mehr nötig sind, dass die Leckageluftmengen in den Lagerraum minimal sind und
dass eine gleichmässige Kühlung am Umfang für die Tragstruktur, das Lager und den
Ölabstreifer erreicht wird, so dass der Wirkungsgrad der Anlage erhöht wird.
[0013] Es ist besonders zweckmässig, wenn die Sperrluftmenge und der Sperrluftdruck durch
Veränderung der Labyrinthenanzahl und der jeweiligen Spaltgrössen der Labyrinthe auf
ein optimales Mass eingestellt werden, weil dadurch die in den Lagerraum eintretende
Leckageluft auf einem geringen Niveau gehalten werden kann und somit keine unerwünschte
Lagerraumaufheizung stattfindet.
[0014] Ferner ist es vorteilhaft, wenn zwischen der Tragstruktur und der Isolation im Innenteil
des Abgasgehäuses entlang der Strömungsrippen, vorzugsweise beidseitig am Fusse der
Strömungsrippen, axial verlaufende Kühlkanäle angeordnet sind, welche über Bohrungen
an ihrem turbinenseitigen Eintrittsteil mit dem Kühlluftringkanal der Stopfbüchse
und an ihrem Austrittsteil mit dem Lagerraum verbunden sind und von der Kühlluft aus
dem Kühlluftringkanal durchströmt werden. Durch den gezielten Einsatz der Kühlluft
in den Kanälen wird Luft gespart und es werden grosse Wärmeübergangszahlen erreicht.
Es sind keine Strömungshindernisse vorhanden, deshalb wird am Umfang der inneren Gehäusestruktur
eine konstante Temperatur erreicht.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0015] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer einwelligen
axialdurchströmten Gasturbine dargestellt.
[0016] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt des Abgastraktes der Gasturbine (Übersicht);
- Fig. 2
- einen Teillängsschnitt des Lagerbereiches im Abgastrakt der Gasturbine;
- Fig. 3
- einen vergrösserten Ausschnitt aus Fig. 2 im Bereich des Labyrinths/Rotorkühlluft
zu Rotor;
- Fig. 4
- die Abhängigkeit der Massenstromverhältnisse bei geteiltem Labyrinth mit Zwischenabzapfung
vom Verhältnis der Dichtstreifenanzahl und vom Verhältnis der Labyrinthspaltengrösse;
- Fig. 5
- einen Teillängsschnitt des Lagerbereiches;
- Fig. 6
- einen Teilquerschnitt von Fig. 5 im Bereich der Strömungsrippen.
[0017] Es sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt.
Nicht dargestellt sind von der Anlage beispielsweise die Eintrittspartien der Gasturbine
sowie der gesamte Verdichterteil. Die Strömungsrichtung der Arbeitsmittel ist mit
Pfeilen bezeichnet.
Weg zur Ausführung der Erfindung
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und der Fig. 1 bis
6 näher erläutert.
[0019] Fig. 1 zeigt als Übersicht einen Teillängsschnitt einer einwelligen axialdurchströmten
Gasturbine, von der die Abgasseite und die letzte Stufe der Turbine dargestellt sind.
[0020] Wegen besserer Erkennung der Details sind in Teillängsschnitten in Fig. 2 der Lagerbereich
im Abgastrakt und in Fig. 3 der Bereich des Labyrinths vergrössert dargestellt.
[0021] Gemäss Fig. 1 besteht die axialdurchströmte Gasturbine im wesentlichen aus dem mit
Laufschaufeln 1 bestückten Rotor 2 und den mit Leitschaufeln 3 bestückten Schaufelträger
4, welcher im Turbinengehäuse 5 eingehängt ist. An das Turbinengehäuse 5 ist das Abgasgehäuse
6 angeflanscht, in dem mehrere gleichmässig über den Umfang verteilte Strömungsrippen
12 angeordnet sind. Aus Fig. 2 ist zu entnehmen, dass die Strömungsrippen 12 die Tragrippen
20 umhüllen, welche mit einer Isolation 11 umgeben sind. An das Abgasgehäuse 6 ist
der Abgasdiffusor 9 angeflanscht.
[0022] Die austrittsseitige Lagerung des Rotors 2 (Lagergehäuse 14, Lager 15) ist innerhalb
der Abgasgehäusekonstruktion angeordnet. Zwischen dem Lagergehäuse 14 und dem ringförmigen
Innenteil 7 des Abgasgehäuses 6 erstreckt sich der Lagerraum 16, welcher turbinenseitig
über die Stopfbüchse 18 gegen den Abgaskanal 32 und über Labyrinthdichtungen 17 gegen
die Rotorkühlluft abgedichtet ist.
[0023] Zur Kühlung des Rotors 2 wird dem hier nicht dargestellten Verdichter Rotorkühlluft
R entnommen und über eine Rohrleitung 19, welche vom Verdichter kommend durch eine
der sich am Ende des Abgastraktes befindende Durchgänge 8 führt und im Bereich der
verlängerten Maschinenachse bis zum abgasseitigen Wellenende reicht, durch das abgasseitige
Wellenende in den Rotor 2 eingebracht. Im Spalt 21 zwischen der Rohrleitung 19 und
dem sich drehenden Rotor 2 entsteht eine Leckage L dieser Luft, welche nach dem bisherigen
Stand der Technik insgesamt in den Lagerraum 16 austritt und in die Umgebung des Lagers
15 gelangt. Diese Stelle ist üblicherweise mit Labyrinthdichtungen 17 abgedichtet.
[0024] In Fig. 3 ist dargestellt, dass erfindungsgemäss das Labyrinth 17 nunmehr unterteilt
ist in ein Labyrinth 17.1 mit n1 Dichtstreifen und einer Spaltbreite s1 und in ein
Labyrinth 17.2 mit n2 Dichtstreifen und einer Spaltbreite s2. Zwischen den beiden
Labyrinthen 17.1 und 17.2 ist eine Rohrleitung 22 für die Sperrluft S angeordnet,
welche am Lagergehäuse 14 vorbei zur Stopfbüchse 18 führt. Es wird also ein Teil der
Rotorkühlluftleckage L als Sperrluft S verwendet. Damit die Sperrluft S gerade noch
den benötigten Druck aufweist, wird diese nach einem Teil der Dichtungen entnommen.
Durch diese Entnahme wird die Leckageluftmenge über die restlichen Labyrinthe verringert,
so dass nur ein Minimum an Luftverlust und somit ein Minimum an Wirkungsgradverlust
auftritt und die Lagerraumumgebung nur geringfügig aufgewärmt wird.
[0025] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die Anordnung einer einzigen Sperrluftleitung
22 beschränkt. Vorteilhafterweise können zwei oder auch mehrere derartige Rohrleitungen
an beliebigen möglichen Stellen um das Lagergehäuse herum angeordnet sein.
[0026] Fig. 4 zeigt an einem Beispiel die Abhängigkeit der Massenstromverhältnisse (Massenstrom
m1 der gesamten Rotorkühlluftleckage L1/Massenstrom m2 der tatsächlich in den Lagerraum
16 einströmenden Leckageluft L2) bei einem geteilten Labyrinth vom Verhältnis der
Anzahl der Dichtstreifen (n2/n1) bzw. vom Grössenverhältnis der Spalte (s1/s2). Das
Massenstromverhältnis m1/m2 steigt mit Zunahme von n2/n1 und s1/s2 an. Die Menge der
Sperrluft S (m1-m2) und ihr Druck können also durch Veränderung der Anzahl der Dichtstreifen
der Labyrinthdichtungen und durch Veränderung der Spaltgrössen verändert werden.
[0027] Ein wesentlicher zusätzlicher Vorteil der erfindungsgemässen Lösung besteht darin,
dass keine separate Sperrluftzuführung vom Verdichter notwendig ist und dass auch
keine separate Entnahmestelle für die Sperrluft S im Verdichter vorhanden sein muss.
[0028] Damit sich der Lagerraum 16 nicht zu sehr durch die Leckageluft und durch den Wärmefluss
aus dem Abgasstrom A durch die Isolation 11 und die Tragstruktur 10, welche die Nabe
31 und die Tragrippen 20 umfasst, erwärmt, wird er gekühlt (siehe Fig. 2). Die in
den Lagerraum 16 eintretende Wärme wird dabei durch Umgebungsluft, welche von einem
Ventilator 23 durch ein bis zur Stopfbüchse 18 reichendes Rohr 24 eingebracht wird,
durch die Durchgänge 8 im Abgasdiffusor 9 nach aussen transportiert.
[0029] Die Stopfbüchse 18 ist in zwei konzentrische Ringräume 25, 26 unterteilt, wobei der
Ringraum 25 für die Sperrluft S und der Ringraum 26 für die Lagerraum-Kühlluft K dienen.
Die Luft wird durch die Stopfbüchse 18 gleichmässig am Umfang verteilt.
[0030] Der Lagerraum 16 wird im Oberteil mit Hilfe einer zwischen Lagergehäuse 14 und Tragstruktur
10, im wesentlichen parallel zur Tragstruktur 10 angeordneten Haube 27 und im Unterteil
mit Hilfe eines Öltropfbleches 28 in zwei Räume unterteilt, wobei über gezielt in
der Stopfbüchse 18 im Kühlluftringraum 26 angebrachte Bohrungen 29 die notwendige
Kühlluftmenge in den beiden Teilen des Lagerraumes 16 bestimmt wird. Damit kann die
Tragstruktur 10 gezielt und gleichmässig am Umfang gekühlt werden. Gleichzeitig werden
die Umgebung des Lagergehäuses 14 und die innerhalb der Haube 27 angeordneten Instrumente
separat gekühlt. Desweiteren hat die Haube 27 die Aufgabe, die Wärmestrahlung auf
Instrumente und Lagergehäuse 14 zu verhindern.
[0031] Ebenso wird im Ober- und Unterteil aus dem Kühlluftringraum 26 gezielt kalte Luft
in die Nähe der Ölabstreifer 13 gebracht. Damit wird sichergestellt, dass nur kalte
Luft in den Lagerkörper 15, in dem stets ein kleiner Unterdruck vorherrschen soll,
eindringt.
[0032] Die Vorteile dieses kombinierten Sperr- und Kühlsystems bestehen darin, dass eine
gesicherte Wärmeabfuhr gewährleistet ist, dass es zu einer gleichmässigen Kühlung
am Umfang für Tragstruktur, Lagerkörper und Ölabstreifer kommt, dass durch die Wahl
von Grösse und Anzahl der Öffnungen im Kühlluftringraum die Kühlluftströme gezielt
eingestellt werden können und dass durch Einsatz der kombinierten Stopfbüchse Kosteneinsparungen
möglich sind.
[0033] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das oben beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. In Fig. 5 und Fig. 6 ist eine weitere Ausführungsvariante der Erfindung
dargestellt. Zusätzlich zum oben beschriebenen Ausführungsbeispiel sind hier noch
Kühlkanäle 30 in der Tragstruktur 10 angeordnet. Diese Kühlkanäle 30 befinden sich
am Fusse der Tragrippen 20 und werden über Bohrungen 29 mit Luft aus dem Kühlluftringraum
26 gespeist. Die Kühlkanäle 30 sind jeweils vorzugsweise beidseitig am Fusse der Tragrippen
20 angeordnet und dienen dazu, die aus dem Abgasstrom kommende Wärme vor dem Eintritt
in die Nabe 31 bzw. den Innenraum abzuführen.
[0034] Mit dieser Massnahme wird eine exakte Wärmeübergangszahl am Fusse der Strebe erreicht,
was eine genaue Wärmeabfuhr bzw. gleichmässige Temperatur bei allen Strömungsrippen
12 garantiert. Weitere Vorteile sind darin zu sehen, dass durch den gezielten Einsatz
der Kühlluft in den Kühlkanälen Luft eingespart wird und grosse Wärmeübergangszahlen
erreicht werden. Ausserdem wird am Umfang der inneren Gehäusestruktur eine gleiche
Temperatur erzielt, da die Luft in Kanälen fliesst und dadurch keine Strömungshindernisse
vorhanden sind.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- Laufschaufel
- 2
- Rotor
- 3
- Leitschaufel
- 4
- Schaufelträger
- 5
- Turbinengehäuse
- 6
- Abgasgehäuse
- 7
- Innenteil
- 8
- Durchgang
- 9
- Abgasdiffusor
- 10
- Tragstruktur (Tragrippe und Nabe)
- 11
- Isolation
- 12
- Strömungsrippe
- 13
- Ölabstreifer
- 14
- Lagergehäuse
- 15
- Lager
- 16
- Lagerraum
- 17
- Labyrinthdichtung
- 18
- Stopfbüchse
- 19
- Rohrleitung für Rotorkühlluft
- 20
- Tragrippe
- 21
- Spalt zwischen Rohrleitung und Rotor
- 22
- Rohrleitung für Sperrluft
- 23
- Ventilator
- 24
- Rohrleitung für Lagerraumkühlluft
- 25
- Ringraum für Sperrluft
- 26
- Ringraum für Lagerraumkühlluft
- 27
- Haube
- 28
- Ölabtropfblech
- 29
- Bohrungen
- 30
- Kühlkanal
- 31
- Nabe
- 32
- Abgaskanal
- A
- Abgas
- R
- Rotorkühlluft
- L
- Rotorkühlluftleckage
- S
- Sperrluft
- K
- Lagerraum-Kühlluft
- m1
- Massenstrom der gesamten Rotorkühlluftleckage
- m2
- Massenstrom der tatsächlichen Rotorkühlluftleckage
- m1-m2
- Massenstrom der Sperrluft
- s1
- Spalt des ersten Labyrinths
- s2
- Spalt des zweiten Labyrinths
- n1
- Anzahl der Dichtstreifen des ersten Labyrinths
- n2
- Anzahl der Dichtstreifen des zweiten Labyrinths
1. Verfahren zur Wellendichtung und zur Kühlung auf der Abgasseite einer thermischen
Turbomaschine, insbesondere einer axialdurchströmten Gasturbine, bei der die austrittsseitige
Lagerung des Turbinenrotors (2) innerhalb der Abgasgehäusekonstruktion erfolgt und
zur Abdichtung Labyrinthdichtungen (17) und Stopfbüchse (18) verwendet werden, wobei
zur Wellendichtung Sperrluft (S) mit einem höheren Druck als der Druck des Abgases
(A) im Abgaskanal (32) in die Stopfbüchse (18) und anschliessend in den Abgaskanal
(32) geleitet wird, und wobei die Rotorkühlluft (R) einer Verdichterstufe entnommen
und über eine Rohrleitung (19) durch das abgasseitige Wellenende in den Rotor (2)
eingespeist wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der Rotorkühlluftleckage nach
einem Teil der Labyrinthdichtungen abgezweigt und als Sperrluft (S) verwendet wird
und dass in den Lagerraum (16) Umgebungsluft als Kühlluft (K) eingebracht, über die
Stopfbüchse (18), getrennt von der Sperrluft (S), gleichmässig am Umfang verteilt
und durch Durchgänge (8) im Abgasdiffusor (9) nach aussen transportiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge und der Druck der
Sperrluft (S) durch Veränderung der Anzahl der Dichtstreifen (n1, n2) der Labyrinthdichtungen
(17.1, 17.2) und durch Veränderung der jeweiligen Spaltgrössen (s1, s2) der Labyrinthe
(17.1, 17.2) eingestellt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Luft aus dem Kühlluftringraum
(26) der Stopfbüchse (18) zur Kühlung der Tragrippen (20) verwendet wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
- dass die Labyrinthdichtungen (17) am abgasseitigen Ende des gekühlten Rotors (2)
geteilt sind und an der Teilungsstelle mindestens eine Zwischenabzapfung mit mindestens
einer zur Stopfbüchse (18) gehenden Rohrleitung (22) für die Sperrluft (S) angeordnet
ist,
- dass eine weitere an der Stopfbüchse (18) endende Rohrleitung (24) für als Kühlluft
(K) wirkende Umgebungsluft im Lagerraum (16) angeordnet ist,
- wobei die Stopfbüchse (18) in zwei konzentrische Ringräume (25, 26) für die Sperrluft
(S) und für die Kühlluft (K) geteilt ist und der Kühlluftringraum (26) über Bohrungen
(29) mit dem Lagerraum (16) verbunden ist und
- dass der Lagerraum (16) im Oberteil mittels einer Haube (27) und im Unterteil mittels
eines Öltropfbleches (28) unterteilt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Tragstruktur
(10) und der Isolation (11) im Innenteil (7) des Abgasgehäuses (6) entlang der Tragrippen
(20) axial verlaufende Kühlkanäle (30) angeordnet sind, wobei die Kühlkanäle (30)
über Bohrungen (29) an ihrem turbinenseitigen Eintrittsteil mit dem Kühlluftringkanal
(26) der Stopfbüchse (18) und an ihrem Austrittsteil mit dem Lagerraum (16) verbunden
sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet dadurch, dass die Kühlkanäle (30) beidseitig
am Fusse der Tragrippen (20) angeordnet sind.