[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abkühlen, insbesondere zum Abschrecken,
von Werkstücken durch Gase in einem Wärmebehandlungsofen und Rückkühlung der in einem
Gas-Kreislauf geförderten Gase an Kühlflächen in mindestens einem im Wärmebehandlungsofen
angeordneten Ofen-Wärmetauscher, der mit einem äußeren Wärmeabfuhr-Aggregat über Leitungen
für ein in einem Flüssigkeits-Kreislauf geführtes flüssiges Kühlmedium in Verbindung
steht.
[0002] Beim Betrieb von Wärmebehandlungsöfen, insbesondere von Vakuum-Härteöfen, fallen
während des Abkühl- bzw. Abschreckvorgangs kurzzeitig hohe Wärmemengen im Megawatt-Bereich
an, die abgeführt werden müssen. Üblicherweise wird zum Abschrecken ein Gas aus der
Gruppe Stickstoff, Helium, Wasserstoff oder ein Gemisch aus derartigen Gasen verwendet,
und die betreffenden Gase werden unter hohem Druck innerhalb des Wärmebehandlungsofens
durch ein internes Gebläse umgewalzt, so daß die betreffenden Gase nicht nur die Wärme
der Charge von Werkstücken, sondern auch die Wärme von Ofen-Bauteilen aufnehmen müssen.
[0003] Üblicherweise werden die Ofen-Wärmetauscher mit Wasser beschickt, das die beschriebenen
Energiemengen aufnehmen muß. Ein Betrieb des Ofen-Wärmetauschers mit Frischwasser
wäre unwirtschaftlich und weder ökonomisch noch ökologisch zu vertreten. Infolgedessen
werden die internen Ofen-Wärmetauscher an ein externes Wärmeabfuhr-Aggregat mit Gebläsekühlung
durch Umgebungsluft angeschlossen (Zeitschrift "HTM Härterei - Technische Mitteilungen",
Heft 1/86, Seiten 20/21)
[0004] Es ist auch bekannt, das externe Wärmeabfuhr-Aggregat als Rückkühlanlage auszubilden,
die in der Regel mit Umgebungsluft nach dem Verdunstungsprinzip betrieben wird. Die
Temperatur des rückgekühlten Kühlwassers unterliegt jedoch je nach den Witterungsverhältnissen
im Sommer oder Winter starken Schwankungen und führt infolgedessen zu unterschiedlichen
zeitlichen Abkühlverläufen im Wärmebehandlungsofen. Dies kann zu nicht mehr kontrollierbaren
Qualitätsabweichungen bei den Werkstücken führen.
[0005] Ein weiterer Nachteil der bekannten Rückkühleinrichtungen beruht auf der Tatsache,
daß bei den beschriebenen Abkühl- bzw. Abschreckvorgängen Spitzenlasten auftreten,
die je nach der Chargengröße mehrere Megawatt betragen können. Diese Spitzenlast fällt
jedoch nur innerhalb einiger Minuten an. In der sich anschließenden Abkühlphase muß
nur noch ein Bruchteil dieser Wärmemenge abgeführt werden. Entweder ist es erforderlich,
die bekannten Rückkühleinrichtungen überzudimensionieren, oder sie erfüllen ihren
Zweck nur ungenügend.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs beschriebenen
Gattung dahingehend zu verbessern, daß reproduzierbar stets der gleiche Abkühlverlauf
der Charge erreicht werden kann, wobei es zusätzlich wünschenswert ist, den Ofen-Wärmetauscher
mit möglichst niedrigen Temperaturen des flüssigen Kühlmediums zu beschicken. Insbesondere
wäre es wünschenswert, die abgeführte Wärmemenge gezielt an die jeweils anfallende
Wärmemenge anpassen zu können.
[0007] Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt bei dem eingangs beschriebenen Verfahren
erfindungsgemäß dadurch, daß in dem äußeren Wärmeabfuhr-Aggregat ein Speichervolumen
eines wässrigen Kühlmediums einem solchen Unterdruck ausgesetzt wird, daß mindestens
ein Teil der wässrigen Phase des Speichervolumens zum Entzug von Wärme aus dem Flüssigkeitskreislauf
durch den Ofen-Wärmetauscher verdampft wird.
[0008] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren liegt zunächst ein Speichervolumen eines wässrigen
Kühlmediums vor, dessen Größe bzw. Menge an die jeweils anfallende Wärmemenge angepaßt
werden kann, so daß eine Art Puffer-Wirkung entsteht. Durch die Vorgabe eines genau
definierten Unterdrucks kann durch den Siedevorgang bzw. die Verdampfung der wässrigen
Phase des Speichervolumens eine exakte Temperatur eingestellt werden, die deutlich
unter der Raumtemperatur liegen kann, ja sogar unter dem Gefrierpunkt liegen kann,
wenn man dem Kühlmedium geeignete Gefrierschutzmittel zusetzt. Hierdurch läßt sich
die Temperaturdifferenz bis zur maximal zulässigen Temperatur für das Kühlmedium deutlich
vergrößern, so daß sich - multipliziert mit der Menge des Kühlmediums - sehr genau
festlegen läßt, welche Wärmemenge abgeführt werden kann, und welchen Verlauf die zeitlichen
Abkühlvorgänge der Werkstücke haben. Dadurch lassen sich die Werkstückeigenschaften
in sehr engen Grenzen bzw. mit äußerst geringen Toleranzen festlegen.
[0009] Eine Überdimensionierung des Wärmeabfuhr-Aggregats ist nicht erforderlich, da man
es vornehmlich durch die zu erzielende Temperaturdifferenz in der Hand hat, entsprechend
große Wärmemengen mit dem vorgesehenen zeitlichen Verlauf abzuführen. Die Aufnahme
von Spitzenlasten ist mithin über die Wahl des Druckes bzw. die davon abhängige Temperatur
des Kühlmediums problemlos möglich. Das Kühlmedium hat infolgedessen eine ausgezeichnete
Speicherwirkung.
[0010] Bezüglich der Führung des Kühlmediums in einem Kreislauf gibt es vorrangig zwei Möglichkeiten.
Einmal ist es möglich, daß man das im Flüssigkeits-Kreislauf geführte Kühlmedium mit
dem Speichervolumen vermischt und damit dem im Kreislauf durch den Ofen-Wärmetauscher
geführten Kühlmedium unmittelbar Wärme entzieht. Es gibt in diesem Falle für den Flüssigkeits-Kreislauf
durch den Ofen-Wärmetauscher nur eine einzige Flüssigkeit. Es ist aber andererseits
auch möglich, das durch den Ofen-Wärmetauscher geführte Kühlmedium in einem geschlossenen
Kreislauf mittels eines im Speichervolumen angeordneten weiteren Wärmetauschers durch
das Speichervolumen zu führen. In diesem Falle kann das Speichervolumen durch eine
andere Flüssigkeit bzw. durch eine Flüssigkeit mit einer anderen Zusammensetzung ersetzt
werden.
[0011] Es ist dabei besonders vorteilhaft, wenn man das Speichervolumen in einem wärmeisolierten
Speichertank auch außerhalb der Abkühlphase der Werkstücke einem Unterdruck aussetzt,
bei dem die wäßrige Phase des Speichervolumens verdampft. Hierbei kann man die bereits
beschriebene Betriebsweise derartiger Wärmebehandlungsöfen vorteilhaft ausnutzen,
die darin besteht, daß der Spitzenwert der abzuführenden Wärmemenge nur innerhalb
weniger Minuten auftritt, während der Rest der abzuführenden Wärmemenge erst allmählich
abgeführt werden muß. Zwischen den einzelnen Abkühl- bzw. Abschreckvorgängen liegen
in der Regel zeitliche Abstände, sogenannte Zykluszeiten, von mehreren Stunden, und
diese Zeit kann man dazu verwenden, das Speichervolumen mit einer relativ niedrigen
Pumpleistung abzukühlen.
[0012] Um hohe Abkühlgeschwindigkeiten zu erzielen, ist es besonders zweckmäßig, wenn man
das Speichervolumen durch Verdampfungskühlung auf Temperaturen von höchstens 20 °C,
vorzugsweise von höchstens 0 °C abkühlt und bei dieser Temperatur für den Abkühlvorgang
bereit hält.
[0013] Es ist dabei im Zuge einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
von Vorteil, wenn man das Speichervolumen vor dem Abkühlen der Werkstücke zunächst
durch Anlegen eines Drucks P1 auf eine erste Temperatur T1 abkühlt, danach einen höheren
Druck einstellt und anschließend den Abkühlvorgang der Werkstücke einleitet. Durch
diese Maßnahme wird vermieden, daß das Kühlmedium zu Beginn der Abkühlphase sofort
zu sieden anfängt. Will man den Siedevorgang weiter hinauszögern, so ist es vorteilhaft,
wenn man den Druck P2 während des Abkühlvorgangs der Werkstücke kontinuierlich oder
schrittweise weiter erhöht.
[0014] Es ist dabei wiederum im Zuge einer vorteilhaften weiteren Ausgestaltung von besonderem
Vorteil, wenn man im Wärmebehandlungsofen einen mehrstufigen Wärmetauscher vorsieht,
und wenn man mindestens eine der in Gasströmungsrichtung ersten Wärmetauscher-Stufen
an einen unter üblichem Druck stehenden Wasserkreislauf anschließt und wenn man die
mindestens eine in Gas-Strömungsrichtung folgende Wärmetauscher-Stufe an den Kreislauf
mit Unterdruck-Verdampfungskühlung anschließt.
[0015] Durch diese Maßnahme wird erreicht, daß ein großer Teil der abzuführenden Wärme zunächst
einmal über die herkömmlichen Rückkühlvorrichtungen abgeführt wird. Die erfindungsgemäße
Unterdruck-Verdampfungskühlung dient alsdann nur noch dazu, die Differenz der Energiemengen
abzuführen und reproduzierbare Bedingungen einzustellen. Dadurch aber können die Investitions-
und Betriebskosten weiter reduziert werden.
[0016] Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Abkühlen, insbesondere zum Abschrecken,
von Werkstücken durch Gase mit einem Wärmebehandlungsofen und mit mindestens einem
im Wärmebehandlungsofen angeordneten Ofen-Wärmetauscher zur Rückkühlung der in einem
Gas-Kreislauf geförderten Abschreckgase an Kühlflächen des Ofen-Wärmetauschers sowie
mit einem über Leitungen an den Wärmebehandlungsofen angeschlossenen äußeren Wärmeabfuhr-Aggregat.
[0017] Zur Lösung der gleichen Aufgabe ist eine solche Vorrichtung erfindungsgemäß dadurch
gekennzeichnet, daß das Wärmeabfuhr-Aggregat einen evakuierbaren Speichertank für
ein wäßriges Kühlmedium besitzt, und daß an den Speichertank eine Vakuumpumpe angeschlossen
ist.
[0018] Auch bezüglich der Vorrichtung können im wesentlichen zwei alternative Lösungen verwendet
werden. Bei der einen Lösung münden die Leitungen des Ofen-Wärmetauschers unmittelbar
in den Speichertank, und in dem anderen Fall befindet sich im Speichertank unterhalb
des konstruktiven Flüssigkeitsspiegels für das Speichervolumen ein Tank-Wärmetauscher,
an den die Leitungen des Ofen-Wärmetauscher angeschlossen sind. In dem zuletzt genannten
Fall findet eine indirekte Wärmeübertragung durch die Wandungen des Tank-Wärmetauschers
statt, ohne daß die beiden Kühlmedien durchmischt würden.
[0019] Wesentlich ist in jedem Falle nur, daß ein hinreichend großes Speichervolumen einer
Flüssigkeit mit einer entsprechend großen Wärme-Speicherkapazität zur Verfügung gestellt
wird, und daß dieses Speichervolumen eine möglichst niedrige Temperatur aufweist,
so daß ein entsprechend großer Temperaturanstieg des Speichervolumens möglich ist.
[0020] Der Ausdruck "konstruktiver Flüssigkeitsspiegel" ist eine konstruktive Angabe, die
der Konstrukteur beim Entwurf des Speichertanks zu berücksichtigen hat.
[0021] Es ist dabei im Zuge einer wiederum vorteilhaften weiteren Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes
möglich, oberhalb des konstruktiven Flüssigkeitsspiegels für das Speichervolumen einen
Kondensator für Wasserdampf anzuordnen, so daß eine möglichst geringe Dampfmenge über
die Vakuumpumpe geführt und im nachhinein wieder ergänzt werden muß, damit das Speichervolumen
seinen ursprünglichen Umfang beibehält.
[0022] Es ist dabei weiterhin von Vorteil, wenn der Ofen-Wärmetauscher mindestens zwei in
Gas-Strömungsrichtung hintereinander angeordnete Wärmetauscher-Stufen aufweist, von
denen mindestens eine der ersten Wärmetauscher-Stufen an einen normalen Wasserkreislauf
und mindestens eine der in Gas-Strömungsrichtung folgenden Wärmetauscher-Stufen an
den Speichertank angeschlossen ist. Die hierbei erlangten Vorteile hinsichtlich der
Investitions- und Betriebskosten wurden bereits weiter oben aufgeführt.
[0023] Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes werden nachfolgend anhand der Figuren
1 bis 4 näher erläutert.
[0024] Es zeigen:
- Figur 1
- einen schematischen Vertikalschnitt durch einen Wärmebehandlungsofen, und einen Speichertank
sowie die Leitungsführung für ein Kühlmedium, das mit dem Speichervolumen gemischt
wird,
- Figur 2
- eine analoge Darstellung des unteren Teils von Figur 1, jedoch mit einem Speichertank,
in dem das über den Ofen-Wärmetauscher geführte Kühlmedium durch einen Tank-Wärmetauscher
von dem Speichervolumen getrennt gehalten wird,
- Figur 3
- eine graphische Darstellung eines möglichen Betriebsablaufs für die Vorrichtungen
nach den Figuren 1 und 2 hinsichtlich Temperatur und Druck im Speichertank, und
- Figur 4
- eine Darstellung analog Figur 1, jedoch mit einem zweistufigen Ofen-Wärmetauscher
und zwei Kühlmittel-Kreisläufen.
[0025] In Figur 1 ist ein Wärmebehandlungsofen 1 dargestellt, der als Vakuumofen ausgebildet
ist. Sein Innenraum ist in einen Chargenbereich 2 und in einen Kühlbereich 3 unterteilt.
Im Chargenbereich 2 befindet sich eine Charge 4, die aus zahlreichen Werkstücken besteht
und von einer Wärmedämmung 5 umgeben ist. Zu dieser Wärmedämmung gehören zwei bewegliche
Klappen 6 und 7, die zur Steuerung einer Kühlgasströmung durch die Öffnungen 8 und
9 im Sinne der eingezeichneten Strömungspfeile dienen. Die für die Aufheizung der
Charge 4 erforderlichen Heizeinrichtungen sind der Einfachheit halber nicht dargestellt.
Der Chargenbereich 2 ist von dem Kühlbereich 3 durch eine Wand 10 getrennt, die zur
Wärmedämmung 5 gehört.
[0026] Im Kühlbereich 3 befindet sich ein Ofen-Wärmetauscher 11 mit Kühlflächen 12, die
nur sehr schematisch dargestellt sind, und auf deren Sekundärseite ein flüssiges Kühlmedium
in einem Kreislauf 13 geführt wird, zu denen unter anderem die Zuleitung 13a und die
Ableitung 13b gehören.
[0027] Der Wärmetauscher 11 ist von einer weiteren Wärmedämmung 14 umgeben. Durch ein Gebläse
15 mit einem Antriebsmotor 16 läßt sich das Abschreckgas bei geöffneten Klappen 6
und 7 in einem Kreislauf im Sinne der eingezeichneten Strömungspfeile führen.
[0028] Zum Kühlmittelkreislauf 13 gehört ein Wärme-Abführ-Aggregat 17, das aus einem druckfesten
und gasdichten Speichertank 18 besteht, der von einer Wärmeisolierung 19 umgeben ist,
von der nur ein Teil symbolisch dargestellt ist. In dem Speichertank 18 befindet sich
ein Speichervolumen 20, das aus einer der weiter oben beschriebenen Flüssigkeiten
bestehen kann, in jedem Falle aber einen erheblichen Anteil einer verdampfbaren Flüssigkeit,
insbesondere von Wasser, enthält. Das Speichervolumen umfaßt mehrere 1000 Liter der
besagten Flüssigkeit und besitzt einen konstruktiven Flüssigkeitsspiegel 21, oberhalb
dessen sich ein Gas- oder Dampfraum 22 befindet.
[0029] Der Speichertank 18 ist über eine Leitung 23 an eine Vakuumpumpe 24 angeschlossen,
die je nach den gewählten Betriebsbedingungen aus einer mechanischen Vakuumpumpe,
einem Pumpsatz, oder einfach aus einer Wasserstrahlpumpe bestehen kann. Etwa gebildetes
Kondensat kann durch eine gestrichelt angedeutete Leitung 25 in den Speichertank zurückgeführt
werden. Die Zuleitung 13a für den Ofen-Wärmetauscher 11 geht über eine Flüssigkeitspumpe
26 vom unteren Teil des Speichertanks 18 aus, und die Rückleitung 13b mündet in den
Dampfraum 22, so daß sich die flüssige Phase des Rücklaufs sofort mit dem Speichervolumen
20 vermischen kann. Meßgeräte 27 und 28 dienen zur Messung von Druck P und Temperatur
T. Zum Speichertank 18 gehören noch ein Wasserzulauf 29, ein Gaseinlaß 30 und ein
Sicherheitsventil 31, durch das Wasserdampf bei einem Druck oberhalb von etwa 1 bar
austreten kann.
[0030] Die Betriebsweise einer solchen Vorrichtung kann beispielhaft wie folgt beschrieben
werden: Im Speichertank 18, der einen Rauminhalt von 8 m³ aufweist, befinden sich
5 m³ Wasser mit einer Temperatur von 20 °C. Durch Evakuieren mittels der Vakuumpumpe
14, die bei diesem Beispiel als Wasserstrahlpumpe ausgeführt ist, wird der Speichertank
auf einen Druck von 0,0123 bar evakuiert, was einer Siedetemperatur des Wassers von
10 °C entspricht. Dadurch sinkt die Temperatur des Wassers allmählich auf 10 °C, wobei
84,2 kg Wasser verdampft werden. Der Speichertank 18 wird anschließend auf 0,042 bar
mit einem Gas wie Luft oder Stickstoff geflutet. Danach wird im Wärmebehandlungsofen
1 ein Abschreckvorgang durchgeführt, wobei durch die Flüssigkeitspumpe 26 ständig
das im Wärmetauscher 11 erwärmte Kühlwasser durch den Speichertank 18 geführt und
dort entsprechend abgekühlt wird. Das Wasser im Speichertank 18 wird dabei allmählich
erwärmt, und würde bei dem eingestellten Druck von 0,042 bar erst bei 30 °C zu sieden
beginnen. In den ersten beiden Minuten des Abschreckvorgangs fallen Wärmemengen von
etwa 3 Megawatt an, was zu einer Erwärmung des Speichervolumens um 17,5 °C auf 27,5
°C führt. Daraus ergibt sich, daß das Wasser unterhalb der Siedetemperatur gehalten
wird.
[0031] Für den weiteren Prozeßablauf gibt es mehrere alternative Möglichkeiten:
- Der Speichertank wird durch Nachfluten mit Gas auf einen höheren Druck bis maximal
1 bar entsprechend einer Siedetemperatur von 100 °C aufgefüllt, bis der Abschreckvorgang
beendet ist. Der Wasservorrat würde in diesem Falle, wenn noch für einen Zeitraum
von 15 Minuten eine Wärmemenge von 1 Megawatt anfällt, auf ca. 88,7 °C erwärmt werden.
Die durch die anschließende Vakuumverdampfung zu verdampfende Wassermenge beträgt
ca. 650 kg und wird alsdann nachgefüllt. Der Speichertank wird alsdann erneut evakuiert
und das Speichervolumen durch Verdampfungskühlung wieder auf die ursprüngliche Ausgangstemperatur
von 10 °C abgekühlt. Da bis zum nächsten Abschreckvorgang einige Stunden vergehen,
reicht eine Vakuumpumpe kleiner Leistung aus.
- Beim Einsatz einer Vakuumpumpe mit einer höheren Saugleistung kann auch gezielt ein
Sieden des Speichervolumens während des Abschreckvorganges in Kauf genommen werden.
Will man während der Abschreckung die Temperatur des Speichervolumens beispielsweise
nicht über 30 °C ansteigen lassen, so muß die Vakuumpumpe eine Saugleistung aufweisen,
die im Stande ist, einen Abzug der über die eingebrachte Wärmemenge verdampften Wassermenge
zu gewährleisten. Hierbei hat man folgende Beeinflussungsmöglichkeit in der Hand:
Je höher der Druck bzw. je höher die Siedetemperatur, desto kleiner kann die Saugleistung
der Vakuumpumpe gewählt werden. Will man die Anfangstemperatur weiter absenken, so
müssen dem Speichervolumen die bereits weiter oben angegebenen Gefrierschutzmittel
zugegeben werden. So kann man beispielsweise durch Zusatz entsprechender Mengen von
Glykol die Gefriertemperatur des Kühlmediums bis auf -20 °C absenken, wobei sich gleichzeitig
auch die Siedetemperatur absenken läßt.
[0032] In Figur 2 werden gleiche Teile oder Teile mit gleicher Funktion mit gleichen Bezugszeichen
versehen, so daß sich Wiederholungen erübrigen. Das Wärmeabfuhr-Aggregat 32 hat jedoch
einen anderen Aufbau als das Wärmeabfuhr-Aggreat 17 in Figur 1: Im Speichertank 18
befindet sich unterhalb des konstruktiven Flüssigkeitsspiegels 21 für das Speichervolumen
20 ein Tank-Wärmetauscher 33, der das über den Ofen-Wärmetauscher 11 geführte Kühlmedium
vom Speichervolumen 20 getrennt hält. An diesen Tank-Wärmetauscher 33 sind die Leitungen
13a und 13b des Ofen-Wärmetauschers 11 angeschlossen. Die beschriebene Verdampfungskühlung
bewirkt große Wärmeübergangszahlen, so daß man mit einem entsprechend kleinen Tank-Wärmeaustauscher
auskommt. Man kann hierbei aber das Kühlmedium im Kreislauf 13 unter einem höheren
Druck halten und dadurch Siedevorgänge im Ofen-Wärmetauscher 11 vermeiden, und zwar
auch dann, wenn dort höhere Kühlmittel-Temperaturen auftreten sollten. Beim Wärme-Abfuhr-Aggregat
17 nach Figur 1 würde beim Auftreten von Verdampfungsvorgängen im Ofen-Wärmetauscher
ein Zwei-Phasengemisch vom Ofen-Wärmetauscher in den Speichertank zurückströmen, und
dieses Zwei-Phasen-Gemisch wird im Speichertank 18 über Schwerkraft getrennt, und
der entstandene Dampf wird über die Vakuumpumpe 24 abgesaugt. Das Wasser, welches
nie wärmer wird, als die dem Druck entsprechende Siedetemperatur, wird wieder zurückgepumpt.
[0033] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 2 sind der Vakuumpumpe 24 ein erster Kondensator
34 vorgeschaltet und ein zweiter Kondensator 35 nachgeschaltet. Es ist jedoch möglich,
auf jeweils einen dieser Kondensatoren 34 oder 35 zu verzichten oder überhaupt keinen
Kondensator vorzusehen. Die anfallenden Kondensate werden über die Leitungen 34a bzw.
35a in den Speichertank 18 zurückgeleitet.
[0034] Besonders vorteilhaft ist jedoch die Anbringung eines Tank-Kondensators 36 im Dampfraum
22, d.h. oberhalb des konstruktiven Flüssigkeitsspiegels 21 für das Speichervolumen
20. Auf diese Weise tropft das Kondensat unmittelbar in das Speichervolumen 20 zurück.
[0035] In Figur 3 ist auf der Abszisse die Zeit "t" dimensionslos aufgetragen. Auf der linken
Ordinate ist die Temperatur T von 0 bis 100 °C aufgetragen, und auf der rechten Ordinate
der Druck P bis etwa 1 bar. Die obere Kurve "P" steht für den Druck, und die untere
Kurve "T" steht für die Temperatur. Die einzelnen Verfahrensabschnitte sind durchlaufend
von 1 bis 8 beziffert. Im Abschnitt 1 findet ein Füllen des Speichertanks 18 mit Wasser
bei Raumtemperatur statt. Im Abschnitt 2 erfolgt das Evakuieren des Speichertanks
18 in Verbindung mit einer Temperaturabsenkung auf weniger als 10 °C. Im Abschnitt
3 wird das Speichervolumen auf dieser Temperatur gehalten, der Druck P jedoch durch
Fluten des Speichertanks 18 mit einem Gas entsprechend den obigen Angaben erhöht.
Am Anfang des Abschnitts 4 beginnt der Abschreckvorgang bei konstantem Druck im Speichertank
18. Hierbei steigt die Temperatur T entsprechend an. Im Abschnitt 5 beginnt das Speichervolumen
20 zu sieden, so daß die Temperatur T zunächst konstant bleibt. Hingegen wird das
Evakuieren durch die Vakuumpumpe 24 fortgesetzt. Am Ende des Abschnittes 6 ist die
Abschreckung beendet, und es erfolgt ein Nachfüllen von Wasser, so daß die Temperatur
durch den Mischungsvorgang wieder leicht absinkt. Im Abschnitt 7 erfolgt eine weitere
Evakuierung (ohne Wärmezufuhr) und ein Herunterkühlen des Speichervolumens 20 auf
den Anfangszustand gemäß Abschnitt 1. Im Abschnitt 8, der mit dem Abschnitt 3 übereinstimmt,
erfolgt wiederum ein teilweises Fluten des Speichertanks 18 auf einen geringfügig
höheren Druck. Der Betriebszyklus kann jetzt wiederholt werden.
[0036] Das Ausführungsbeispiel nach Figur 4 unterscheidet sich von demjenigen nach Figur
1 dadurch, daß der Ofen-Wärmetauscher 37 zwei Wärmetauscher-Stufen 38 und 39 enthält.
Die in Gas-Strömungsrichtung (siehe eingezeichnete Pfeile) erste Wärmetauscher-Stufe
38 ist über Leitungen 38a und 38b an einen normalen Wasserkreislauf angeschlossen,
der beispielhaft eine Rückkühlanlage sein kann, die nach dem Verdunstungsprinzip arbeitet.
Die in Gas-Strömungsrichtung unmittelbar nachfolgende zweite Wärmetauscher-Stufe 39
ist in analoger Weise an den Kreislauf 13 angeschlossen, wie dies in Figur 1 gezeigt
ist. Dadurch ist es möglich, einen großen Teil der kurzzeitig anfallenden Wärmemengen
über die erste Wärmetauscher-Stufe 38 auf dem üblichen Wege abzuführen und nur den
verbleibenden Rest der Wärmemenge über die zweite Wärmetauscher-Stufe 39 durch Verdampfungskühlung
abzuführen. Es ist noch festzuhalten, daß bei den Ausführungsbeispielen nach den Figuren
1 und 2 die Zuleitungen 13a und 13b unmittelbar in den Speichertank 18 münden.
1. Verfahren zum Abkühlen, insbesondere zum Abschrecken, von Werkstücken durch Gase in
einem Wärmebehandlungsofen (1) und Rückkühlung der in einem Gas-Kreislauf geförderten
Gase an Kühlflächen (12) in mindestens einem im Wärmebehandlungsofen (1) angeordneten
Ofen-Wärmetauscher (11, 37), der mit einem äußeren Wärmeabfuhr-Aggregat (17, 32) über
Leitungen (13a, 13b) für ein in einem Flüssigkeits-Kreislauf (13) geführtes flüssiges
Kühlmedium in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, daß in dem äußeren Wärmeabfuhr-Aggregat (17, 32) ein Speichervolumen (20) eines
wässrigen Kühlmediums einem solchen Unterdruck ausgesetzt wird, daß mindestens ein
Teil der wässrigen Phase des Speichervolumens (20) zum Entzug von Wärme aus dem Flüssigkeitskreislauf
(13) durch den Ofen-Wärmetauscher (11, 37) verdampft wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das im Flüssigkeits-Kreislauf (13) geführte Kühlmedium mit dem Speichervolumen
(20) vermischt und damit dem im Kreislauf durch den Ofen-Wärmetauscher (11, 37) geführten
Kühlmedium unmittelbar Wärme entzieht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das durch den Ofen-Wärmetauscher (11, 37) geführte Kühlmedium in einem geschlossenen
Kreislauf mittels eines im Speichervolumen (20) angeordneten weiteren Tank-Wärmetauschers
(33) durch das Speichervolumen (20) führt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Speichervolumen (20) in einem wärmeisolierten Speichertank (18) auch
außerhalb der Kühlphase der Werkstücke einem Unterdruck aussetzt, bei dem die wäßrige
Phase des Speichervolumens (20) verdampft.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Speichervolumen (20) durch Verdampfungskühlung auf Temperaturen von
höchstens 20 °C, vorzugsweise von höchstens 0 °C, abkühlt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man dem Kühlmedium und/oder dem Speichervolumen (20) mindestens ein Gefrierschutzmittel
zusetzt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens ein Gefrierschutzmittel aus der Gruppe der ein- oder mehrwertigen
Alkohole und der Salze verwendet.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Speichervolumen (20) vor dem abkühlen der Werkstücke zunächst durch
Anlegen eines Drucks P1 auf eine erste Temperatur T1 abkühlt, danach einen höheren
Druck P2 einstellt und anschließend den Abkühlvorgang der Werkstücke einleitet.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß man den Druck P2 während des Abkühlvorgangs der Werkstücke kontinuierlich oder
schrittweise weiter erhöht.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Speichervolumen (20) durch entsprechende Druckeinstellung zumindest
gegen Ende des Abkühlvorgangs der Werkstücke am Sieden hält.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das verdampfte Wasser des Speichervolumens (10) kondensiert und in das Speichervolumen
(20) zurückführt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß man oberhalb des Speichervolumens (20) im Speichertank (18) einen Wasserdampf-Kondensator
(36) in Betrieb hält.
13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man im Wärmebehandlungsofen (1) einen mehrstufigen Ofen-Wärmetauscher (37) vorsieht,
und daß man mindestens eine der in Gas-Strömungsrichtung ersten Wärmetauscher-Stufen
(38) an einen unter üblichem Druck stehenden Wasserkreislauf anschließt und die mindestens
eine in Gas-Strömungsrichtung folgende Wärmetauscher-Stufe (39) an den Kreislauf (13)
mit Unterdruck-Verdampfungskühlung anschließt.
14. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zunächst das Speichervolumen (20) durch Druckabsenkung auf eine Temperatur
unterhalb von 20 °C abkühlt und das Speichervolumen in Bereitstellung hält, vor dem
Abkühlen der Werkstücke den Druck auf einen Wert erhöht, bei dem zu Beginn des Abkühlvorgangs
der Werkstücke kein Sieden des Speichervolumens eintritt, den Abkühlvorgang einleitet
und fortsetzt, bis ein Sieden des Speichervolumens eintritt, den Wasserdampf bis zur
Beendigung der Abkühlung absaugt, danach das verdampfte Speichervolumen ergänzt und
das ergänzte Speichervolumen durch Verdampfungskühlung wieder auf den Anfangszustand
abkühlt.
15. Vorrichtung zum Abkühlen, insbesondere zum Abschrecken, von Werkstücken durch Gase
mit einem Wärmebehandlungsofen (1) und mit mindestens einem im Wärmebehandlungsofen
(1) angeordneten Ofen-Wärmetauscher (11, 37) zur Rückkühlung der in einem Gas-Kreislauf
geförderten Abschreckgase an Kühlflächen (12) des Ofen-Wärmetauschers (11, 37) sowie
mit einem über Leitungen (13a, 13b) an den Wärmebehandlungsofen (1) angeschlossenen
äußeren Wärmeabfuhr-Aggregat (17, 32), dadurch gekennzeichnet, daß das Wärmeabfuhr-Aggregat (17, 32) einen evakuierbaren Speichertank (18) für
ein wäßriges Kühlmedium besitzt, und daß an den Speichertank (18) eine Vakuumpumpe
(24) angeschlossen ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitungen (13a, 13b) des Ofen-Wärmetauschers (11, 37) unmittelbar in den
Speichertank (18) münden.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß im Speichertank (18) unterhalb des konstruktiven Flüssigkeitsspiegels (21) für
das Speichervolumen (20) ein Tank-Wärmetauscher (33) angeschlossen ist, an den die
Leitungen (13a, 13b) des Ofen-Wärmetauschers (11, 37) angeschlossen sind.
18. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß im Speichertank (18) oberhalb des konstruktiven Flüssigkeitsspiegels (21) für
das Speichervolumen (20) ein Tank-Kondensator (36) für Wasserdampf angeordnet ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Ofen-Wärmetauscher (11, 37) mindestens zwei in Gas-Strömungsrichtung hintereinander
angeordnete Wärmetauscher-Stufen (38, 39) aufweist, von denen mindestens eine der
ersten Wärmetauscher-Stufen (38) an einen normalen Wasserkreislauf und mindestens
eine der in Gas-Strömungsrichtung folgenden Wärmetauscher-Stufen (39) an den Speichertank
(18) angeschlossen ist.