[0001] Die Erfindung betrifft einen kabinenartigen Trockner für eine Lackieranlage, welcher
einen Kabineninnenraum zur Aufnahme eines oder mehrerer lackierter und zu trocknender
Gegenstände bildet. Insbesondere betrifft die Erfindung einen Trockner zum Trocknen
lackierter Fahrzeugkarosserien.
[0002] Da die Abluft einer Lackieranlage, sei es die Abluft einer Lackspritzkabine oder
z. B. die Abluft eines Trockners, Lösungsmitteldämpfe enthält und infolgedessen nicht
ohne weiteres in die Umgebung abgeführt werden kann, ist es Stand der Technik, die
mit Lösungsmitteldämpfen belastete Abluft einer thermischen Reinigung zu unterziehen,
bei der der Lösungsmittelanteil oxidiert bzw. verbrannt wird. Bei dieser exothermen
Reaktion wird die Abluft verhältnismäßig stark erhitzt, und es ergibt sich ein sogenanntes
Reingas mit Temperaturen von typischerweise 450° bis 500°C. Deshalb läßt sich mit
diesem heißen Reingas als Wärmeträgermedium z. B. der Trockner einer Lackieranlage
beheizen, was bislang folgendermaßen geschieht: Über oder unter dem Trockner wird
ein Rohrbündel-Wärmetauscher angeordnet, durch den einerseits das heiße Reingas und
andererseits im Kabineninnenraum des Trockners umgewälzte Trocknungsluft hindurchgefördert
wird; zusätzlich oder alternativ können im Kabineninnenraum Infrarotstrahler, sogenannte
Dunkelstrahler, angeordnet sein, die auf die zu trocknenden, lackierten Gegenstände
gerichtet sind und mit Hilfe eines im Kreislauf geführten Wärmeträgergases beheizt
werden, welchem gesteuert heißes Reingas beigemischt wird.
[0003] Diese bekannten Trockner-Beheizungssysteme sind sowohl von den Investitionskosten,
als auch von den Betriebskosten her verhältnismäßig aufwendig: Es sind nicht nur teuere
Rohrbündel-Wärmetauscher erforderlich, sondern diese benötigen zusammen mit der Rohrleitung
für das als Heizgas verwendete heiße Reingas sowie den erforderlichen Verbindungs-
und Anschlußstutzen eine Bauhöhe in der Größenordnung von 3,5 - 4 m. Des weiteren
erfordern die durch die Rohrbündel-Wärmetauscher und die Verbindungskanäle bewirkten
Strömungswiderstände verhältnismäßig viel Energie für den Betrieb der notwendigen
Ventilatoren.
[0004] Der Erfindung lag deshalb die Aufgabe zugrunde, einen kostengünstigeren Trockner
zu schaffen, und ausgehend von einem kabinenartigen Trockner der eingangs erwähnten
Art mit einem Kabineninnenraum zur Aufnahme lackierter und zu trocknender Gegenstände
und mindestens einem im Trockner angeordneten Heizelement zu deren Beheizung, welches
seinerseits unter Verwendung eines durch wenigstens eine Heizgasrohrleitung geführten
heißen Gases (Heizgas) beheizbar ist, läßt sich diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch
lösen, daß die Heizgasrohrleitung im Trockner verlegt und zur Wärmeabgabe an den Kabineninnenraum
ausgebildet ist.
[0005] Bei einem erfindungsgemäßen Trockner werden also keine separaten Wärmetauscher-Heizaggregate
benötigt, so daß beim Betreiber nicht nur die Montage einfacher, sondern auch der
Platzbedarf geringer ist als beim Einsatz bekannter Trockner. Außerdem ergibt sich
beim Betreiber ein geringerer Verbrauch an elektrischer Energie, weil das Heizungssystem
des erfindungsgemäßen Trockners den zu fördernden bzw. umzuwälzenden Gasen einen geringeren
Strömungswiderstand bietet. Auch läßt sich ein erfindungsgemäßer Trockner wesentlich
schneller aufheizen, da aus den vorstehend geschilderten Unterschieden zum Stand der
Technik geringere Massen aufgeheizt werden müssen. Auch besitzt das Heizungssystem
eines erfindungsgemäßen Trockners außerhalb des letzteren kleinere heiße Oberflächen,
wodurch die Wärmeabgabe an den Raum der Halle, in der der Trockner aufgestellt ist,
geringer ist als beim Stand der Technik.
[0006] Wie sich aus den vorstehenden Ausführungen ergibt, ist es natürlich möglich, von
der Erfindung auch in einem solchen System Gebrauch zu machen, bei dem für die Beheizung
des Trockners anstelle thermisch gereinigter oder anderweitig erhitzter Abluft der
Lackieranlage ein anderes Wärmeträgermedium verwendet wird; besondere Bedeutung erlangt
die Erfindung jedoch beim Einsatz von einer thermischen Reinigung unterzogener oder
auf andere Weise erhitzter Abluft der Lackieranlage.
[0007] Wie sich aus dem folgenden noch ergeben wird, umfaßt die Erfindung sowohl Ausführungsformen,
bei denen die eigentliche Heizgasrohrleitung zur direkten Wärmeabgabe herangezogen
wird, als auch Ausführungsformen, bei denen die Wärmeabgabe mittelbar, nämlich über
einen weiteren Wärmeträger erfolgt.
[0008] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Trockners ist mindestens
ein den zu trocknenden Gegenständen zugewandter Oberflächenbereich der Heizgasrohrleitung
als Infrarotstrahler gestaltet, um so den zu trocknenden, lackierten Gegenstand mittels
intensiver Wärmestrahlung rasch aufzuheizen.
[0009] Beim Verlegen mehrerer Heizgasrohrleitungen im Trockner könnte ausschließlich mittels
Wärmestrahlung getrocknet werden, bevorzugt werden aber Ausführungsformen, bei denen
der Trockner mit einem Umluftsystem versehen ist, welches wenigstens einen Ventilator
zum Umwälzen der Umluft, erste Luftführungsmittel zur Erzwingung einer wenigstens
teilweisen Umströmung der Heizgasrohrleitung durch die Umluft sowie zweite Luftführungsmittel
zur Beaufschlagung der zu trocknenden Gegenstände mit aufgeheizter Umluft aufweist.
In einem solchen Trockner können die lackierten und zu trocknenden Gegenstände allein
mittels aufgeheizter Umluft getrocknet werden, bevorzugt wird jedoch eine Kombination
aus Trocknung mittels aufgeheizter Umluft und Trocknung mittels Wärmestrahlung, weil
sich dann Gegenstände wie Fahrzeugkarosserien besonders rasch gleichmäßig aufheizen
lassen. Bei Ausführungsformen mit einer solchen kombinierten Trocknung werden die
Vorteile der Erfindung besonders deutlich, weil keinerlei kostenerhöhende Maßnahmen
erforderlich sind, um zusätzlich zur Trocknung mittels aufgeheizter Umluft auch noch
eine Trocknung mittels Wärmestrahlung herbeizuführen. Für diesen Fall ergibt sich
eine besonders einfache Konstruktion des erfindungsgemäßen Trockners dann, wenn die
ersten Luftführungsmittel die Heizgasrohrleitung nur teilweise umschließen, nämlich
mit Ausnahme ihres als Infrarotstrahler wirkenden Oberflächenbereichs.
[0010] Gerade dann, wenn ein bestimmter oder mehrere bestimmte Bereiche der zu trocknenden
Gegenstände im wesentlichen mittels Wärmestrahlung getrocknet werden sollen, ist es
von Vorteil, wenn die zweiten Luftführungsmittel auf die zu trocknenden Gegenstände
gerichtete Düsen aufweisen, um so die aufgeheizte Umluft gezielt auf diejenigen Bereiche
zu richten, die nicht der Infrarotstrahlung ausgesetzt werden.
[0011] Damit ein lackierter, zu trocknender Gegenstand ringsum gleichmäßig getrocknet wird,
sind bei bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Trockners mehrere und
insbesondere zwei Heizgasrohrleitungen symmetrisch zu den zu trocknenden Gegenständen
im Trockner verlegt, um so eine symmetrische Beaufschlagung des zu trocknenden Gegenstands
mittels erhitzter Umluft bzw. Wärmestrahlung zu ermöglichen, was gegebenenfalls mehrere
Ventilatoren zur Förderung der Umluft voraussetzt.
[0012] Es liegt auf der Hand, daß die eine oder mehrere Heizgasrohrleitungen grundsätzlich
an beliebigen Stellen und in beliebiger Richtung verlaufend im Trockner verlegt sein
könnte bzw. könnten; vor allem bei einem Trockner, durch den die zu reinigenden Gegenstände
in einer Längsrichtung des Trockners hindurchgeführt werden, ist es aber vorteilhafter,
wenn sich die Heizgasrohrleitung in Längsrichtung des Kabineninnenraums erstreckt.
[0013] Zu lackierende bzw. lackierte Gegenstände besitzen häufig Bereiche, welche sich schwerer
als andere Bereiche aufheizen lassen; bei Fahrzeugkarosserien gilt dies insbesondere
für die sogenannten Karosserieschweller. In einem solchen Fall sieht die Erfindung
vor, die Heizgasrohrleitung dem schwerer aufzuheizenden Bereich benachbart anzuordnen,
und zwar insbesondere zu dem Zweck, diesen schwerer aufzuheizenden Bereich mit Wärmestrahlung
zu beaufschlagen, indem ein diesem Bereich zugekehrter Oberflächenbereich der Heizgasrohrleitung
als Infrarotstrahler gestaltet wird. Da aber umgewälzte Umluft in unmittelbarer Nachbarschaft
der als Heizelement wirkenden Heizgasrohrleitung am heißesten ist, empfiehlt sich
die Anordnung der Heizgasrohrleitung in der Nähe des schwerer aufzuheizenden Bereichs
auch dann, wenn dieser nicht mit Hilfe von Wärmestrahlung getrocknet wird.
[0014] Wegen des nicht unerheblichen Gewichts der Heizgasrohrleitung, aber auch deshalb,
weil durch letztere aufgeheizte Luft schon aufgrund ihres geringeren spezifischen
Gewichts nach oben zu steigen versucht und lackierte Fahrzeugkarosserien im allgemeinen
so in einen Trockner eingeführt werden, daß die Karosserieunterseite mit ihren schwerer
aufzuheizenden Bereichen sich unten befindet, empfiehlt es sich, die Heizgasrohrleitung
im Bereich des Bodens des Kabineninnenraumes anzuordnen bzw. bei zwei Heizgasrohrleitungen
diese jeweils längs der unteren Eckbereiche des Kabineninnenraumes zu verlegen.
[0015] Um nicht durch die thermische Abluftreinigung erzeugtes heißes Reingas oder ein anderes
Heizgas mit einem weiteren Gas mischen zu müssen, um die Temperaturen im Trockner
bzw. die Wärmeabgabe an die zu trocknenden Gegenstände steuern und einregeln zu können,
sieht die Erfindung bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des Trockners
vor, die Konstruktion so zu gestalten, daß die Heizgasrohrleitung eine Außenwandung
aufweist sowie innerhalb dieser über zumindest einen Teil des im Trockner verlaufenden
Längenabschnitts der Heizgasrohrleitung zwei parallel zueinander verlaufende Heizgaskanäle
enthält, welche durch eine wärmeisolierende Eigenschaften aufweisende Innenwand der
Heizgasrohrleitung voneinander getrennt sind und von denen ein erster Heizgaskanal
zumindest über einen Teil seines Umfangs durch die Außenwandung begrenzt wird, und
daß im Bereich des einströmseitigen Endes des ersten Heizgaskanales eine ventilartige
Steuervorrichtung zur steuerbaren Veränderung des Strömungsquerschnitts zumindest
des ersten Heizgaskanales vorgesehen ist. Auf diese Weise läßt sich das einströmseitige
Ende des ersten Heizgaskanales entweder ganz verschließen oder ganz oder teilweise
öffnen, so daß derjenige Bereich der Außenwandung, an den der erste Heizgaskanal angrenzt
und der der Wärmeabgabe an die zu trocknenden Gegenstände dient, entweder kalt bleibt
oder in steuerbarer Weise bis zu der erreichbaren Maximaltemperatur aufgeheizt wird.
Besonders bevorzugt werden Ausführungsformen, bei denen die Steuervorrichtung zur
steuerbaren Veränderung der Strömungsquerschnitte beider Heizgaskanäle ausgebildet
ist, um so auch bewerkstelligen zu können, daß durch den zweiten Heizgaskanal überhaupt
kein Heizgas strömt, was dann besondere Vorteile mit sich bringt, wenn die Konstruktion
so gestaltet ist, daß der zweite Heizgaskanal zur Wärmeabgabe an die zu trocknenden
Gegenstände nichts beiträgt.
[0016] Besonders einfach wird eine solche Konstruktion dann, wenn die
Innenwand eine Innenrohrleitung umschließt sowie - im Querschnitt durch die Heizgasrohrleitung
- einen zwischen Außenwandung und Innenwand befindlichen Ringspalt bildet. Die ventilartige
Steuervorrichtung kann dann z. B. eine um einen Rohrdurchmesser drehbare kreisringförmige
Klappe zum Verschließen und Öffnen dieses Ringspalts und eine gleichfalls um einen
Durchmesser drehbare kreisscheibenförmige Klappe zum Verschließen der Innenrohrleitung
besitzen. Die Klappengestaltung hängt aber natürlich von der Gestaltung der einströmseitigen
Enden der Innenrohrleitung und des Bereichs zwischen letzterer und der Außenwandung
ab. Am einfachsten wird die Konstruktion einer solchen Steuervorrichtung dann, wenn
diese zwei auf einer gemeinsamen Welle befestigte Klappen besitzt, deren eine dem
ersten und deren andere dem zweiten Heizgaskanal zugeordnet ist und die in Drehrichtung
der Welle an dieser um 90° gegeneinander versetzt befestigt sind, so daß durch Drehen
der Welle um 90° sich jeweils der eine Heizgaskanal voll öffnen und der andere Heizgaskanal
voll verschließen läßt, aber auch jede andere Verteilung des Heizgases auf die beiden
Heizgaskanäle möglich ist. In diesem Zusammenhang muß man sich vor Augen halten, daß
um so weniger heißes Heizgas durch den zweiten Heizgaskanal strömen darf, je größer
die Wärmeabgabe an die zu trocknenden Gegenstände sein soll.
[0017] Um im Trockner eine längenmäßig begrenzte Heizzone vorzusehen, wird empfohlen, den
erfindungsgemäßen Trockner so zu gestalten, daß die erwähnte Innenwand der Heizgasrohrleitung
- in Längsrichtung der Heizgasrohrleitung - kürzer ist als die Außenwandung und jeweils
vor dem betreffenden Ende des Kabineninnenraumes endet.
[0018] Gerade die zuletzt erwähnte Ausführungsform erweist sich als besonders vorteilhaft
in solchen Fällen, in denen der Trockner
erfindungsgemäß einen Modul bildet, eine Trocknereinrichtung der Lackieranlage aus
mehreren gleichartigen, hintereinander angeordneten derartigen Moduln aufgebaut ist
und sich die Heizgasrohrleitung durch die gesamte Trocknereinrichtung hindurcherstreckt.
Dann läßt sich nämlich mit einer ventilartigen Steuervorrichtung pro Modul für jeden
der Moduln die Wärmeabgabe individuell steuern.
[0019] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten
Ansprüchen und/oder aus der nachfolgenden Beschreibung sowie der beigefügten zeichnerischen
Darstellung einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Trockners;
in der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch den Trockner, und zwar senkrecht zu derjenigen Richtung, in
der die lackierten und zu trocknenden Gegenstände - hier Fahrzeugkarosserien - durch
den Trockner hindurchbewegt werden;
- Fig. 2
- einen längs einer vertikalen Ebene geführten Längsschnitt durch den Trockner, und
zwar entsprechend der Linie 2-2 aus Fig. 1;
- Fig. 3
- den in Fig. 2 mit "A" gekennzeichneten Ausschnitt in größerem Maßstab, und
- Fig. 4
- den in Fig. 2 mit "B" gekennzeichneten Ausschnitt in größerem Maßstab.
[0020] Die im folgenden beschriebene Ausführungsform soll zwar mit infolge einer thermischen
Reinigung erhitzter Abluft der Lackieranlage (sog. Reingas) als Heizmedium betrieben
werden, weshalb im folgenden durchgehend z. B. der Begriff "Reingasrohrleitung" verwendet
wird, die dargestellte und beschriebene Konstruktion würde sich jedoch auch für einen
Betrieb mit jedem anderen heißen Gas als Heizgas eignen; in diesem Fall wäre dann
besagte Rohrleitung allgemein als Heizgasrohrleitung zu bezeichnen. Ferner könnte
durch thermische Reinigung erhitzbare Abluft der Lackieranlage durchaus auch erst
innerhalb der Heizgasrohrleitung der thermischen Reinigung unterzogen und dabei erhitzt
werden.
[0021] Die Fig. 1 zeigt einen als Ganzes mit 10 bezeichneten Trockner
mit einer von wärmeisolierenden Wänden gebildeten Trocknerkabine 12, deren Seitenwände
mit 14 und 16 bezeichnet wurden, der Boden mit 18 und eine Decke mit 20. Ebenso wie
in Fig. 2 wurde auch in Fig. 1 eine lackierte und zu trocknende Fahrzeugkarosserie
22 angedeutet, welche auf einem sogenannten Karosserieschlitten 24 (auch Skid genannt)
ruht und zusammen mit diesem durch bekannte Fördermittel senkrecht zur Zeichnungsebene
der Fig. 1 z. B. in Richtung des Pfeils "F" aus Fig. 2 langsam durch den Trockner
hindurchbewegt werden kann.
[0022] Wie die Fig. 1 erkennen läßt, ist der Trockner 10 erfindungsgemäß symmetrisch zu
einer vertikalen Längsmittelebene 26 gestaltet. Unmittelbar oberhalb zweier Frischluftkanäle
28, welche sich in Längsrichtung der Kabine 12 erstrecken und in den beiden unteren
Ecken eines Kabineninnenraumes 30 angeordnet sind, befinden sich zwei als Ganzes mit
32 bzw. 34 bezeichnete Reingasrohrleitungen, welche sich gleichfalls in Kabinenlängsrichtung
erstrecken und von der Einfachheit halber
nicht gezeichneten Stützen getragen werden, welche sich auf den Frischluftkanälen
28 abstützen. Jede der beiden Reingasrohrleitungen 32, 34 besitzt ein gut wärmeleitendes
und insbesondere metallisches Außenrohr 36 und ein zu diesem konzentrisches, mit einer
wärmedämmenden Schicht versehenes Innenrohr 38, zwischen dem und dem Außenrohr 36
sich ein Ringspalt 40 befindet. Wie die Fig. 2 erkennen läßt, besser aber noch die
Figuren 3 und 4, erstreckt sich das Außenrohr 36 über die ganze Länge der Trocknerkabine
12, während das Innenrohr 38 im Abstand von den stirnseitigen Enden der Kabine 12
endet. Erfindungsgemäß soll nun eine Trocknereinrichtung einer Lackieranlage aus mehreren
hintereinander angeordneten Trocknern 10 zusammengestellt sein, was sich den Figuren
2 - 4 andeutungsweise entnehmen läßt. Eine solche Trocknereinrichtung besitzt infolgedessen
zwei durch die ganze Einrichtung hindurchgehende Reingasrohrleitungen 32 und 34, und
anhand der Fig. 3 soll nun erläutert werden, wie sich die von diesen beiden Reingasrohrleitungen
für jeden dieser Trockner gebildeten Heizzonen individuell steuern lassen.
[0023] Für das Folgende ist zu beachten, daß das heiße Reingas gemäß den Figuren 2 - 4 die
Reingasrohrleitungen von links nach rechts durchströmt, wie dies in Fig. 2 durch Pfeile
angedeutet wurde. Außerdem sei noch darauf hingewiesen, daß diejenigen Abschnitte
des Außenrohrs 36, welche sich an den Übergängen zweier hintereinander angeordneter
Trockner befinden und sich vom auslaßseitigen Ende des Innenrohrs 38 des einen Trockners
bis zum einlaßseitigen Ende des Innenrohrs 38 des nachfolgenden Trockners erstrecken,
mit einem wärmedämmenden Isoliermantel 42 versehen sind.
[0024] Die Fig. 3 zeigt nun eine als Ganzes mit 44 bezeichnete ventilartige Steuervorrichtung
zur individuellen Einstellung der Heizleistung der nachfolgenden Heizzone, d. h. der
Heizleistung desjenigen Abschnitts der Reingasrohrleitung 32 bzw. 34, welcher sich
in dem jeweiligen Trockner 10 befindet. Diese
Steuervorrichtung 44 besitzt eine bei der dargestellten Ausführungsform vertikal orientierte
Welle 46, die im Außenrohr 36 drehbar gelagert ist und aus diesem nach unten herausragt,
so daß dort ein z. B. von einem Getriebemotor gebildeter, jedoch nicht dargestellter
Antrieb angreifen kann. An der Welle 46 sind zwei identisch ausgebildete Klappen befestigt,
nämlich eine obere Klappe 48 und eine untere Klappe 50, die drehwinkelmäßig um 90°
gegeneinander versetzt sind, jedoch beide die Gestalt einer halben Kreisscheibe haben.
Die Fig. 3 zeigt die untere Klappe 50 in einer Stellung, in der sie parallel zur Zeichnungsebene
der Fig. 3 verläuft, während die obere Klappe 48 senkrecht zu dieser Zeichnungsebene
orientiert ist.
[0025] An das gemäß Fig. 3 linke Ende des Innenrohrs 38 schließt sich dicht eine Art Trichter
52 an, dessen rechtes Ende eine an das Innenrohr 38 angepaßte kreisrunde Öffnung und
dessen linkes Ende eine Öffnung bildet, deren Gestalt derjenigen der unteren Klappe
50 entspricht, d. h. einer halben Kreisscheibe. An das linke Ende des Trichters 52
schließt sich zum einen die untere Hälfte des Außenrohrs 36 an und zum anderen eine
horizontale Trennwand 54, welche sich vom Trichter 52 bis zur Welle 46 erstreckt und
in ihrem Bereich das Innere des Außenrohrs 36 in zwei gleiche Hälften unterteilt,
nämlich in eine untere Hälfte, welche sich mit der unteren Klappe 50 verschließen
läßt, und eine obere Hälfte, welche bei der in Fig. 3 dargestellten Position der Steuervorrichtung
44 durch die obere Klappe 48 verschlossen wird. Wird die Welle 46 um 90° gedreht,
gibt die obere Klappe 48 den Strömungsquerschnitt des Außenrohrs 36 oberhalb der Trennwand
54 frei, während die untere Klappe 50 den Strömungsquerschnitt des Außenrohrs 36 unterhalb
der Trennwand 54 verschließt. Die Steuervorrichtung 44 ermöglicht es deshalb, entweder
das gesamte ankommende heiße Reingas in das Innenrohr 38 einzuleiten und so diese
Heizzone abzuschalten oder das gesamte ankommende heiße Reingas in den Ringspalt 40
einzuleiten, so daß dann diese Heizzone ihre maximale Wärmeleistung abgibt. Außerdem
ermöglicht die Steuervorrichtung 44 die Einstellung eines jeden Zustandes zwischen
diesen beiden vorstehend geschilderten extremen Zuständen.
[0026] Ein Umluftsystem des erfindungsgemäßen Trockners läßt sich am besten anhand der Fig.
1 erläutern. Dieses umfaßt zwei Ventilatoren 60 und 62, welche die Luft im Kabinenraum
30 dergestalt umwälzen, wie dies in Fig. 1 durch Pfeile angedeutet wurde. Die Ansaugseite
der beiden Ventilatoren befindet sich auf deren Unterseite, und die von den beiden
Ventilatoren geförderte Luft wird in denjenigen Teil des Kabineninnenraums 30 gedrückt,
welcher sich unterhalb der Kabinendecke 20 zwischen den beiden Ventilatoren befindet.
Im Kabineninnenraum 30 wird von Wänden 64 und 66 ein TrocknerNutzraum in Form eines
Längskanals 68 gebildet, durch den die Karosserien 22 hindurchbewegt werden. Außerdem
verläuft bei der dargestellten Ausführungsform in der Längsmittelebene 26 zwischen
der Decke 20 der Kabine 12 und der Wand 64 des Längskanals 68 eine Trennwand 70, welche
aber nicht unbedingt funktionsnotwendig ist und außerdem durch einen Frischluftkanal
ersetzt werden könnte, welcher an die Stelle der Frischluftkanäle 28 treten würde.
[0027] An der Außenseite einer jeden der beiden Wände 66 befindet sich jeweils ein Zuführkanal
72, dem in später noch zu erläuternder Weise von den Ventilatoren 60 und 62 geförderte
Luft zugeführt wird, welche dann durch Düsen 74, die auf die Karosserie 22 gerichtet
sind, ausströmt, und zwar in den Längskanal 68 hinein. Die so erzeugte Umluft umströmt
dann die Reingasrohrleitung 32 bzw. 34, und zwar aufgrund eines Luftführungssystems,
welches von Blechwänden 76 und 78 sowie jeweils einer der Wände 66 gebildet wird,
so daß sich im Querschnitt ein Ringspalt 80 ergibt, welcher die betreffende Reingasrohrleitung
32 bzw. 34 weitgehend umschließt. Zum Längskanal 68 zu liegt jedoch derjenige Sektor
81 der betreffenden Reingasrohrleitung 32 bzw. 34 frei, der sich zwischen der Unterkante
der benachbarten Wand 66 und der Oberkante der benachbarten Wand 76 befindet, so daß
dieser Sektor 81 der Reingasrohrleitung als Infrarot- oder Dunkelstrahler wirken kann,
welcher gegen die Karosserieschwellerbereiche der Karosserie 22 gerichtet ist.
[0028] Die durch den betreffenden Ringspalt 80 hindurchgedrückte Umluft verläßt diesen Ringspalt
nun zwischen dem oberen Ende der Wand 78 und der Wand 66 und wird von dem auf dieser
Seite der Kabine liegenden Ventilator 60 bzw. 62 angesaugt, d. h. von unten nach oben
gefördert. Wie in Fig. 2 angedeutet wurde, ist jeder der Ventilatoren 60, 62 auf einem
Schacht 90 angeordnet, welcher die Ansaugseite des betreffenden Ventilators von dessen
Druckseite trennt und über den die umzuwälzende Luft von unten angesaugt wird. Vor
und hinter den Schächten 90 haben die Zuführkanäle 72 einen größeren Querschnitt als
den in Fig. 1 dargestellten und erstrecken sich einerseits - zusammen mit den Wänden
66 - bis zur Decke 20 und andererseits bis zur benachbarten Seitenwand 14 bzw. 16.
Auf den Innenseiten der Seitenwände 14 und 16 der Kabine 12 befinden sich Kammern
92, welche sich in Kabinenlängsrichtung erstrecken, in die die aus den Ringspalten
80 abgesaugte Luft von unten eintritt und aus denen die Ventilatoren 60, 62 die Luft
über die Schächte 90 ansaugen. Die Zuführkanäle 72 stehen nun in nicht näher dargestellter
Weise mit den Druckräumen der beiden Ventilatoren in Verbindung, die sich zwischen
den Ventilatoren und der Trennwand 70 befinden. Auf diese Weise ist der Luftkreislauf
für jeden der Ventilatoren 60 und 62 geschlossen.
1. Kabinenartiger Trockner für eine Lackieranlage, insbesondere für Fahrzeugkarosserien,
mit einem Kabineninnenraum zur Aufnahme lackierter und zu trocknender Gegenstände
und mindestens einem im Trockner angeordneten Heizelement zu deren Beheizung, welches
seinerseits unter Verwendung eines durch wenigstens eine Heizgasrohrleitung geführtern
heißen Gases (Heizgas) beheizbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizgasrohrleitung (32, 34) im Trockner (10) verlegt und zur Wärmeabgabe
an den Kabineninnenraum (68) ausgebildet ist.
2. Trockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein den zu trocknenden
Gegenständen (22) zugekehrter Oberflächenbereich (81) der Heizgasrohrleitung (32,
34) als Infrarotstrahler gestaltet ist.
3. Trockner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Trockner (10) mit
einem Umluftsystem (60, 62, 72, 74, 80, 92, 90) versehen ist, welches wenigstens einen
Ventilator (60, 62) zum Umwälzen der Umluft, erste Luftführungsmittel (66, 76, 78)
zur Erzwingung einer wenigstens teilweisen Umströmung der Heizgasrohrleitungen (32,
34) durch die Umluft sowie zweite Luftführungsmittel (72, 74) zur Beaufschlagung der
zu trocknenden Gegenstände (22) mit Umluft aufweist.
4. Trockner nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten Luftführungsmittel
(66, 76, 78) die Heizgasrohrleitung (32, 34) mit Ausnahme ihres als Infrarotstrahler
wirkenden Oberflächenbereichs (81) umschließen.
5. Trockner nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die zweiten Luftführungsmittel
(72, 74) auf die zu trocknenden Gegenstände (22) gerichtete Düsen (74) aufweisen.
6. Trockner nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere und insbesondere zwei Heizgasrohrleitungen (32, 34) symmetrisch zu den
zu trocknenden Gegenständen (22) im Trockner (10) verlegt sind.
7. Trockner nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Heizgasrohrleitung (32, 34) in Längsrichtung des Kabineninnenraums (30)
erstreckt.
8. Trockner nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche für zu trocknende Gegenstände,
welche wenigstens einen Bereich aufweisen, der schwerer als andere Bereiche aufzuheizen
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizgasrohrleitung (32, 34) dem schwerer aufzuheizenden
Bereich benachbart angeordnet ist.
9. Trockner nach den Ansprüchen 2 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß der als Infrarotstrahler
gestaltete Oberflächenbereich (81) der Heizgasrohrleitung (32, 34) dem schwerer aufzuheizenden
Bereich zugewandt ist.
10. Trockner nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Heizgasrohrleitung (32, 34) im Bereich des Bodens (18) des Kabineninnenraums
(30) angeordnet ist.
11. Trockner nach den Ansprüchen 6, 7 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Heizgasrohrleitungen
(32, 34) in den unteren Eckbereichen des Kabineninnenraums (30) angeordnet sind.
12. Trockner nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Heizgasrohrleitung (32, 34) eine Außenwandung (36) sowie innerhalb dieser
über zumindest einen Teil des im Trockner (10) verlaufenden Längenabschnitts der Heizgasrohrleitung
zwei parallel zueinander verlaufende Heizgaskanäle (38, 80) enthält, welche durch
eine wärmeisolierende Eigenschaften aufweisende Innenwand (38) voneinander getrennt
sind und von denen ein erster Heizgaskanal (80) zumindest über einen Teil seines Umfangs
durch die Außenwandung (36) begrenzt wird, und daß im Bereich des einströmseitigen
Endes (bei 52) des ersten Heizgaskanals (80) eine ventilartige Steuervorrichtung (44)
zur steuerbaren Veränderung des Strömungsquerschnitts zumindest des ersten Heizgaskanales
(80) vorgesehen ist.
13. Trockner nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuervorrichtung (44)
zur steuerbaren Veränderung der Strömungsquerschnitte beider Heizgaskanäle (80, 38)
ausgebildet ist.
14. Trockner nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuervorrichtung (44)
zwei auf einer gemeinsamen Welle (46) befestigte Klappen (48, 50) besitzt, deren eine
dem ersten (80) und deren andere dem zweiten Heizgaskanal (38) zugeordnet ist und
die in Drehrichtung der Welle an dieser um 90° gegeneinander versetzt befestigt sind,
so daß durch Drehen der Welle (46) um 90° sich jeweils der eine Heizgaskanal (80 bzw.
38) voll öffnen und der andere Heizgaskanal (38 bzw. 80) ganz verschließen läßt.
15. Trockner nach einem oder mehreren der Ansprüche 12 - 14, dadurch gekennzeichnet, daß
die Innenwand (38) eine Innenrohrleitung sowie - im Querschnitt durch die Heizgasrohrleitung
(32, 34) - einen zwischen Außenwandung (36) und Innenwand (38) befindlichen Ringspalt
(40) bildet.
16. Trockner nach einem oder mehreren der Ansprüche 12 - 15, dadurch gekennzeichnet, daß
die Innenwand (38) - in Längsrichtung der Heizgasrohrleitung (32, 34) - kürzer als
die Außenwandung (36) ist und jeweils vor dem betreffenden Ende des Kabineninnenraums
(30) endet.
17. Trockner nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Trockner (10) einen Modul bildet, eine Trocknereinrichtung der Lackieranlage
aus mehreren gleichartigen, hintereinander angeordneten derartigen Moduln aufbaubar
ist und sich die Heizgasrohrleitung (32, 34) durch die gesamte Trocknereinrichtung
hindurcherstreckt.
18. Trockner nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Heizgasrohrleitung (32, 34) mit erhitzter Abluft der Lackieranlage beschickbar
ist.
19. Trockner nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizgasrohrleitung (32,
34) mit thermisch gereinigter Abluft der Lackieranlage beschickbar ist.