[0001] Die Erfindung betrifft ein Überspannungsschutzelement zur Ableitung von transienten
Überspannungen, mit zwei Elektroden, einer zwischen den Elektroden wirksamen Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
und einem die Elektroden aufnehmenden Gehäuse, wobei jede Elektrode ein Anschlußelement,
vorzugsweise einen Anschlußschenkel, und ein vorzugsweise unter einem spitzen Winkel
zu dem Anschlußelement verlaufendes Funkenhorn aufweist und die Funkenhörner der beiden
- mit Abstand zueinander angeordneten - Elektroden zusammen die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
bilden.
[0002] Elektrische, insbesondere aber elektronische Meß-, Steuer-, Regel- und Schaltkreise,
vor allem auch Fernmeldeeinrichtungen und -anlagen, sind empfindlich gegen transiente
Überspannungen, wie sie insbesondere durch atmosphärische Entladungen, aber auch durch
Kurzschlüsse und Schalthandlungen in Energieversorgungsnetzen auftreten können. Diese
Empfindlichkeit hat in dem Maße zugenommen, in dem elektronische Bauelemente, insbesondere
Transistoren und Thyristoren, verwendet werden; vor allem sind zunehmend eingesetzte
integrierte Schaltkreise in starkem Maße durch transiente Überspannungen gefährdet.
[0003] Neben Überspannungsschutzelementen, wie sie aus der DE - C - 37 16 997 bekannt sind,
also solchen mit einer Luft-Durchschlag-Funkenstrecke, gibt es Überspannungsschutzelemente
mit einer Luft-Überschlag-Funkenstrecke, bei denen beim Ansprechen eine Gleitentladung
auftritt (vgl. die DE - A - 27 18 188, die DE - A - 29 34 236 und die DE - A - 31
01 354).
[0004] Überspannungsschutzelemente der Art, von der die Erfindung ausgeht, also solche,
mit einer Luft-Durchschlag-Funkenstrecke, haben nun gegenüber Überspannungsschutzelementen
mit einer Luft-Überschlag-Funkenstrecke den Vorteil einer höheren Stoßstromtragfähigkeit,
jedoch den Nachteil einer höheren - und auch nicht sonderlich konstanten - Ansprechspannung.
[0005] Es sind nun bereits verschiedene Überspannungsschutzelemente mit einer Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
entwickelt worden, die in bezug auf die Ansprechspannung verbessert worden sind (vgl.
die DE - A - 41 41 681, die DE - A - 41 41 682 und die DE - A - 42 44 051).
[0006] Einer älteren Patentanmeldung (vgl. die DE - A - 44 02 615), deren wesentlicher Inhalt
durch offenkundige Vorbenutzung zum Stand der Technik gehört, lag die Aufgabe zugrunde,
das eingangs beschriebene Überspannungsschutzelement insgesamt in seinem Überspannungsschutzverhalten
zu verbessern, insbesondere auch in bezug auf die Ansprechspannung, das Blitzstoßstrom-
und Netzfolgestrom-Tragfähigkeitsverhalten und das Netzfolgestrom-Löschverhalten.
[0007] Aus der GB - A - 1 006 715 ist bereits ein Überspannungsschutzelement der eingangs
genannten Art bekannt, das innerhalb des Gehäuses eine eine Mehrzahl von Löschblechen
aufweisende Löschblech-Anordnung aufweist. Die Löschblech-Anordnung ist dabei gegenüberliegend
den den Anschlußelementen fernen Enden der Elektroden angeordnet. Das bekannte Überspannungsschutzelement
hat ein gutes Überspannungsschutzverhalten und insbesondere ein gutes Netzfolgestrom-Löschverhalten,
dessen verbessernde Wirkung sich durch die Löschblech-Anordnung dadurch ergibt, daß
der Lichtbogen in eine Reihe kurzer, hintereinander geschalteter Teillichtbögen aufgelöst
wird und daß die Summe der Teillichtbögen einen höheren Spannungsbedarf hat als der
ungeteilte Lichtbogen, so daß nach dem Spannungsnullwerden bzw. Stromnullwerden eine
höhere Wiederzündspannung benötigt wird als bei einem ungeteilten Lichtbogen. Darüber
hinaus bewirkt die Berührung des Lichtbogens bzw. der Teillichtbögen mit den relativ
kalten, gut wärmeleitenden Löschblechen eine intensive Kühlung und damit Entionisierung
des Lichtbogenplasmas.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein hinsichtlich seines Überspannungsschutzverhaltens
nochmals verbessertes Überspannungsschutzelement anzugeben.
[0009] Das erfindungsgemäße Überspannungsschutzelement ist nun dadurch gekennzeichnet, daß
innerhalb des Gehäuses mehrere vorzugsweise jeweils eine Mehrzahl von Löschblechen
aufweisende Löschblech-Anordnungen vorgesehen sind und daß zwei Löschblech-Anordnungen
aneinander abgewandten Seiten der Elektroden - mit Abstand zu den Elektroden - angeordnet
sind. Die erfindungsgemäße Ausgestaltung hat den Vorteil, daß der Blitzstoßstrom vom
Netzfolgestrom entkoppelt wird, so daß hierdurch das Überspannungsschutzverhalten
des erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelementes nochmals verbessert wird.
[0010] Im folgenden wird die Lehre der Erfindung in Verbindung mit zeichnerischen Darstellungen
erläutert, und zwar in Verbindung mit Überspannungsschutzelementen, bei denen die
Lehren der eingangs behandelten älteren Patentanmeldung verwirklicht sind. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer bevorzugten ersten Ausführungsform einer Elektrode eines
Überspannungsschutzelements nach der eingangs behandelten älteren Patentanmeldung,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht einer bevorzugten zweiten Ausführungsform einer Elektrode eines
Überspannungsschutzelements nach der eingangs behandelten älteren Patentanmeldung,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht von zwei zusammen die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke bildenden
Elektroden nach Fig. 1,
- Fig. 4
- einen Schnitt durch die Elektroden nach Fig. 3 längs der Linie IV - IV,
- Fig. 5
- einen Querschnitt durch eine nur schematisch dargestellte bevorzugte Ausführungsform
eines Überspannungsschutzelements nach der eingangs behandelten älteren Patentanmeldung,
- Fig. 6
- einen Längsschnitt durch das Überspannungsschutzelement nach Fig. 5,
- Fig. 7
- einen Längsschnitt durch eine detailliert dargestellte bevorzugte Ausführungsform
eines Überspannungsschutzelements nach der eingangs behandelten älteren Patentanmeldung,
- Fig. 8
- eine Draufsicht auf das Überspannungsschutzelement nach Fig. 7, teilweise geschnitten,
- Fig. 9
- einen Schnitt durch das Überspannungsschutzelement nach Fig. 7, längs der Linie IX
- IX in Fig. 8,
- Fig. 10
- einen Schnitt durch das Überspannungsschutzelement nach Fig. 7, längs der Linie X
- X in Fig. 8,
- Fig. 11
- einen Längsschnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelements
und
- Fig. 12
- einen Schnitt durch das Überspannungsschutzelement nach Fig. 11, längs der Linie XII
- XII in Fig. 11.
[0011] Das in den Figuren 1 bis 12 dargestellte Überspannungsschutzelement 1 dient zur Ableitung
von transienten Überspannungen und zur Begrenzung von Stoßströmen und besteht in seinem
wesentlichen Aufbau aus zwei Elektroden 2, einer zwischen den Elektroden 2 wirksamen
Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 3 und einem die Elektroden 2 aufnehmenden Gehäuse 4.
Jede Elektrode 2 weist einen Anschlußschenkel 5 und ein unter einem spitzen Winkel
zu dem Anschlußschenkel 5 verlaufendes Funkenhorn 6 auf. Wie die Fig. 1 bis 3 sowie
6 und 11 zeigen, bezieht sich der spitze Winkel zwischen dem Anschlußschenkel 5 und
dem Funkenhorn 6 auf die Funktionsfläche des Funkenhorns 6. Die Funkenhörner 6 der
beiden - mit Abstand zueinander angeordneten - Elektroden 2 bilden zusammen die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
3. Dadurch, daß die Funkenhörner 6 der Elektroden 2 in der zuvor erläuterten Weise
unter einem spitzen Winkel zu den Anschlußschenkeln 5 verlaufen, ist die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
3 spitzwinklig ausgeführt; der Winkel zwischen den einander zugewandten Funkenhörnern
6 der Elektroden 2 beträgt vorzugsweise etwa 30°.
[0012] Wie insbesondere die Fig. 1, 2, 4 und 5 zeigen, sind die Funkenhörner 6 der Elektroden
2 in ihren an die Anschlußschenkel 5 angrenzenden Bereichen mit einer parallel zu
den Anschlußschenkeln 5 verlaufenden Bohrungen 7 versehen, die im Ausführungsbeispiel
mittig in den Funkenhörnern 6 der Elektroden 2 verwirklicht sind (vgl. insbesondere
die Fig. 4 und 5).
[0013] Bei der in Fig. 1 dargestellten Elektrode 2 eines Überspannungsschutzelementes 1
ist das Funkenhorn 6 mit einer einzigen Bohrung 7 versehen. Demgegenüber zeigt die
Fig. 2 eine Elektrode 2, bei der das Funkenhorn 6 zwei übereinander vorgesehene Bohrungen
7 aufweist; im Vergleich mit der Elektrode 2 nach Fig. list bei der Elektrode 2 nach
Fig. 2 unterhalb der Bohrung 7, mit der die Elektrode 2 nach Fig. 1 versehen ist,
eine weitere Bohrung 7 realisiert.
[0014] Im übrigen kann den Figuren entnommen werden, daß im dargestellten Ausführungsbeispiel
die Funkenhörner 6 der Elektroden 2 an beiden Seiten jeweils mit einer Fase 8 versehen
sind, an ihren einander zugewandten Seiten konvex ausgebildet sind und an ihren voneinander
abgewandten Seiten mit quer zur Längserstreckung der Funkenhörner 6 verlaufenden Schlitzen
9 versehen sind; statt der gezeigten quer verlaufenden Schlitze 9 sind auch längs
verlaufende möglich. Die Anfasung der Funkenhörner 6 der Elektroden 2 verhindert,
daß es zu Materialabträgen an den Kanten der Funkenhörner 6 kommt. Die vorzugsweise
realisierte Maßnahme, die Funkenhörner 6 der Elektroden 2 an ihren einander zugewandten
Seiten konvex auszubilden, führt dazu, daß der nach einem Ansprechen des Überspannungsschutzelements
1 entstehende Lichtbogen vorzugsweise mittig im Bereich der Funkenhörner 6 entsteht
und mittig zu den Enden bzw. Spitzen der Funkenhörner 6 läuft. Mit den Schlitzen 9,
mit denen die Funkenhörner 6 der Elektroden 2 an ihren voneinander abgewandten Seiten
versehen sind, wird schließlich erreicht, daß der Strom bis zum Fußbogen des Lichtbogens
exakt die Kontur der V-förmigen Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 3 nachvollziehen muß.
Dadurch ergibt sich auf der gegenüberliegenden Elektrode 2 eine magnetische Beblasung
des Lichtbogens in seinem Fußpunkt. Die Schlitze 9 haben im übrigen den Vorteil, daß
das verbliebene Material als besonders wirksamer Kühlkörper funktioniert; es findet
also gleichzeitig eine Belüftung der Funkenhörner 6 der Elektroden 2 von hinten statt.
[0015] Bei den in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen von Überspannungsschutzelementen
1 ist zwischen den sich gegenüberstehenden Enden der Anschlußschenkel 5 der beiden
Elektroden 2 eine - eine Gleitentladung auslösende - Zündhilfe 10 vorgesehen, die
vorzugsweise aus einem Isolierstoff besteht, der bei einer Zustandsänderung, beispielsweise
einer Erhitzung, keinen Kohlenstoff in funktionsbeeinträchtigendem Maße abgibt, und
geringfügig, vorzugsweise 0,1 mm oder mehr, in die von den Funkenhörnern 6 der Elektroden
2 gebildete Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 3 hineinragt; tatsächlich ragt die Zündhilfe
10 bis in die Mitte der Bohrungen 7 in die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 3 hinein.
Im übrigen ist die Zündhilfe 10, wie dies die Fig. 4 und 5 zeigen, an ihrer der Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
3 zugewandten Seite V-förmig ausgebildet und mit einem bis in die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
3 reichenden schmalen Schlitz 11 versehen. Der Schlitz 11 in der Zündhilfe 10 beeinflußt
positiv die Ansprechspannung.
[0016] Die Fig. 5 und 6 sowie 7 bis 12 zeigen, daß bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
eines Überspannungsschutzelements 1 auch in bezug auf das Gehäuse 4 besondere Maßnahmen
verwirklicht sind. Es gilt nämlich, was nicht dargestellt ist, daß das Gehäuse 4 teilweise
aus einem Kunststoff besteht, der bei einer Erhitzung bzw. einer Verbrennung keinen
Kohlenstoff abgibt oder teilweise mit einem solchen Kunststoff ausgekleidet ist. Die
weiter vorne beschriebenen Probleme, die dann auftreten, wenn das Gehäuse aus Kunststoff
besteht, der bei einer Erhitzung bzw. einer Verbrennung Kohlenstoff abgibt, sind also
eliminiert.
[0017] Im übrigen zeigen die Fig. 5 und 6 sowie 7 bis 12, daß bei den dargestellten Ausführungsbeispielen
von Überspannungsschutzelementen 1 die Seitenwandungen 12 des Gehäuses 4 bis an die
Funkenhörner 6 der Elektroden 2 herangezogen sind. Dadurch tritt ein außerordentlich
gutes Laufverhalten des Lichtbogens ein; er läuft sehr schnell an die Spitzen der
Funkenhörner 6.
[0018] Für die in den Fig. 5 und 6 sowie 11 und 12 dargestellten Ausführungsbeispiele von
Überspannungsschutzelementen 1 gilt weiter, daß der den Funkenhörnern 6 der Elektroden
2 benachbarte Gehäusedeckel 13 aus elektrisch leitendem Material, vorzugsweise aus
abbrandfestem Material, insbesondere aus Kupferwolfram besteht. Dabei ist dann der
Abstand zwischen den dem Gehäusedeckel 13 benachbarten Enden der Funkenhörner 6 der
Elektroden 2 und dem Gehäusedeckel 13 so gewählt, daß zwischen den dem Gehäusedeckel
13 benachbarten Enden der Funkenhörner 6 und dem Gehäusedeckel 13 Lichtbögen entstehen
können. Durch die weiter oben beschriebenen Maßnahmen wandert der nach dem Ansprechen
des Überspannungsschutzelements 1 entstandene Lichtbogen zunächst aus dem Zündbereich
an die Spitzen der Funkenhörner 6. Dann bilden sich zwischen den Spitzen der Funkenhörner
6 und dem aus elektrisch leitendem Material bestehenden Gehäusedeckel 13 zwei Lichtbögen.
Die sich dabei aufbauende Leiterschleife sorgt nun dafür, daß die beiden Lichtbögen
hinter die Funkenhörner 6 getrieben werden. Insgesamt hat das zur Folge, daß sich
zwei Lichtbögen ausbilden, die insgesamt für eine hohe Bogenbrennspannung beim Netzfolgestrom
sorgen, so daß sich das Löschverhalten für den Netzfolgestrom wesentlich verändert
hat, nämlich eine quasi-kurzschlußfeste Entladungsanordnung entstanden ist.
[0019] Es sei noch darauf hingewiesen, daß bei dem Ausführungsbeispiel eines Überspannungsschutzelements
1, zu dem eine Elektrode nach Fig. 2 gehört, also eine solche, bei der jedes Funkenhorn
6 zwei übereinander vorgesehene Bohrungen 7 aufweist, die zweite, untere Bohrung 7
dann wirksam wird, wenn die Zündhilfe 10 zwischen den Anschlußschenkeln 5 der Elektroden
2 heruntergebrannt ist. Die zweite Bohrung 7 dient also quasi als Sicherheit dafür,
daß das Überspannungsschutzelement 1 auch in einem solchen Fall funktioniert.
[0020] Während in den Fig. 5 und 6 sowie 11 und 12 bevorzugte Ausführungsformen von Überspannungsschutzelementen
1 nur schematisch dargestellt sind, zeigen die Fig. 7 bis 10 im konstruktiven Detail
eine bevorzugte Ausführungsform eines Überspannungsschutzelements 1. Dabei sei zunächst
darauf hingewiesen, daß in den Fig. 1 bis 6 die Elektroden 2 so dargestellt sind,
daß sich die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 3 von unten nach oben öffnet. Demgegenüber
sind bei der auch hinsichtlich des konstruktiven Details in den Fig. 7 bis 10 dargestellten
Ausführungsform und bei der Ausführungsform nach den Fig. 11 und 12 die Elektroden
2 so angeordnet, daß sich die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 3 von oben nach unten
öffnet. Im übrigen sind bei der im konstruktiven Detail in den Fig. 7 bis 10 dargestellten
Ausführungsform eines Überspannungsschutzelements 1 die funktionswesentlichen Elemente,
also die Elektroden 2 mit den Funkenhörnern 6 und die Zündhilfe 10 im wesentlichen
so ausgeführt, wie dies zuvor in Verbindung mit den Fig. 1 bis 6 im einzelnen beschrieben
worden ist, so daß sich diesbezügliche Ausführungen in Verbindung mit den Fig. 7 bis
10 erübrigen. Die Fig. 7 bis 10 zeigen also vor allem konstruktive Details in bezug
auf das Gehäuse 4.
[0021] Wie die Fig. 7 und 10 zeigen, ist dem Gehäuse 4 ein besonders gestalteter Gehäusedeckel
13 zugeordnet. Dieser Gehäusedeckel 13 weist eine domartige Ausformung 14 auf, in
die ein die Elektroden 2 aufnehmender Halter 15 eingesetzt ist. Der Gehäusedeckel
13 ist durch innenliegende Schrauben 16 mit dem eigentlichen Gehäuse 2 verbunden.
[0022] Weiter oben ist ausgeführt worden, daß das Gehäuse 4 zumindest teilweise aus einem
Kunststoff besteht, der bei einer Erhitzung bzw. einer Verbrennung keinen Kohlenstoff
abgibt oder zumindest teilweise mit einem solchen Kunststoff ausgekleidet ist. Bei
der Ausführungsform, die in den Fig. 7 bis 10 dargestellt ist, ist die zweite Alternative
realisiert; das Gehäuse 4 weist also eine Auskleidung 17 aus einem Kunststoff auf,
der bei einer Erhitzung bzw. einer Verbrennung keinen Kohlenstoff abgibt.
[0023] In Verbindung mit den Fig. 5 und 6 sowie 11 und 12 ist weiter oben ausgeführt worden,
daß die Seitenwandungen 12 des Gehäuses 4 bis an die Funkenhörner 6 der Elektroden
2 herangezogen sind, wodurch ein außerordentlich gutes Laufverhalten des Lichtbogens
eintritt. Die im konstruktiven Detail in den Fig. 7 bis 10 dargestellte Ausführungsform
eines Überspannungsschutzelements 1 erreicht das gleiche gute Laufverhalten des Lichtbogens
dadurch, daß der durch die Funkenhörner 6 gebildeten Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
3 seitlich Begrenzungselemente 18 zugeordnet sind.
[0024] In Verbindung mit den Fig. 5 und 6 sowie 11 und 12 ist weiter oben auch erläutert
worden, daß der den Funkenhörnern 6 der Elektroden 2 benachbarte Gehäusedeckel 13
aus elektrisch leitendem Material besteht, wobei der Abstand zwischen den dem Gehäusedeckel
13 benachbarten Enden der Funkenhörner 6 der Elektroden 2 und dem Gehäusedeckel 13
so gewählt ist, daß zwischen den dem Gehäusedeckel 13 benachbarten Enden der Funkenhörner
6 und dem Gehäusedeckel 13 Lichtbögen entstehen können. Das gleiche Ergebnis ist bei
der im konstruktiven Detail in den Fig. 7 bis 10 dargestellten Ausführungsform dadurch
erreicht, daß im Gehäuse 4, den Enden der Funkenhörner 6 der Elektroden 2 gegenüberliegend,
eine Einlage 19 aus elektrisch leitendem Material, wiederum vorzugsweise aus abbrandfestem
Material, vorgesehen ist.
[0025] Im übrigen zeigen die Fig. 7 bis 10, insbesondere die Fig. 7 bis 9, daß das Gehäuse
4-und dementsprechend auch der Gehäusedeckel 13 - unsymmetrisch ausgeführt ist. Tatsächlich
liegen nämlich einmal auf der einen Seite und das andere Mal auf der anderen Seite
der senkrechten Hauptebene einerseits die Schrauben 16, mit denen der Gehäusedeckel
13 mit dem Gehäuse 4 verbunden ist, andererseits Anschlußkörper 20 zum Anschluß von
nicht dargestellten elektrischen Leitungen. Unterhalb der Schrauben 16, mit denen
der Gehäusedeckel 13 mit dem Gehäuse 14 verbunden ist, sind Ausblasöffnungen 21 realisiert.
[0026] Wie Fig. 11 zeigt, ist innerhalb des Gehäuses 4 des erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelements
1 mindestens eine eine Mehrzahl von Löschblechen 22 aufweisende Löschblech-Anordnung
23 vorgesehen. Tatsächlich sind zwei Löschblech-Anordnungen 23 vorgesehen und die
beiden Löschblech-Anordnungen 23 an den einander abgewandten Seiten der Elektroden
2 - mit Abstand zu den Elektroden 2-angeordnet. Diese Ausführungsform hat den Vorteil,
daß der Blitzstoßstrom vom Netzfolgestrom entkoppelt wird. Es besteht natürlich auch
die Möglichkeit, das erfindungsgemäße Überspannungsschutzelement mit drei Löschblech-Anordnungen
zu versehen, nämlich mit einer Löschblech-Anordnung gegenüber den den Anschlußelementen
fernen Enden der Elektroden und mit zwei Löschblech-Anordnungen an den einander abgewandten
Seiten der Elektroden.
[0027] Um den Lichtbogen aufzuteilen, sind Kräfte erforderlich, die den Lichtbogen in die
Löschblech-Anordnungen 13 hineintreiben. Deshalb werden Löschbleche 22 aus ferromagnetischem
Material, vorzugsweise aus Eisen verwendet. Das Zustandekommen der Kräfte, die den
Lichtbogen in die Löschblech-Anordnungen 23 hineintreibt, erklärt sich bei der Verwendung
von Löschblechen 22 aus ferromagnetischem Material aus dem Bestreben des einen stromdurchflossenen
Leiter umgebenden Magnetflusses, möglichst durch die magnetisch viel besser als Luft
leitenden Löschbleche 22 aus Eisen zu verlaufen; der Lichtbogen wird also von einer
Löschblech-Anordnung 23, deren Löschbleche 22 aus ferromagnetischem Material bestehen,
angezogen.
[0028] Im übrigen empfiehlt es sich, aus Eisen bestehende Löschbleche 22 mit einem Oberflächenüberzug
aus korrosionsbeständigem Material zu versehen, vorzugsweise aus Silber oder aus Nickel.
[0029] Wie der Fig. 11 entnommen werden kann, haben im dargestellten Ausführungsbeispiel
die Löschbleche 22 des erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelements 1 einen rechteckigen
Querschnitt, und zwar mit einem Verhältnis der Länge zur Breite von etwa 4 : 1 bis
etwa 2 : 1, vorzugsweise von etwa 3 : 1.
[0030] Im übrigen zeigt die Fig. 11 insoweit eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Überspannungsschutzelements 1, als die Anschlußelemente der Elektroden 2, hier also
die Anschlußschenkel 5 der Elektroden 2, jeweils mit einer dem dem Anschlußschenkel
5 nächsten Löschblech 22 zugeordneten Stromschleife 24 versehen sind. Die Stromschleifen
24 sind U-förmig ausgeführt und mit ihren offenen Seiten von den Elektroden 2 weg
gerichtet angeordnet. Dadurch werden - ohne diese Maßnahme auftretende - vom fließenden
Strom herrührende Kräfte "neutralisiert".
1. Überspannungsschutzelement zur Ableitung von transienten Überspannungen, mit zwei
Elektroden (2), einer zwischen den Elektroden (2) wirksamen Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
(3) und einem die Elektroden (2) aufnehmenden Gehäuse (4) wobei jede Elektrode (2)
ein Anschlußelement, vorzugsweise einen Anschlußschenkel (5), und ein vorzugsweise
unter einem spitzen Winkel zu dem Anschlußelement verlaufendes Funkenhorn (6) aufweist
und die Funkenhörner (6) der beiden - mit Abstand zueinander angeordneten - Elektroden
(2) zusammen die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke (3) bilden, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Gehäuses (4) mehrere vorzugsweise jeweils eine Mehrzahl von Löschblechen
(22) aufweisende Löschblech-Anordnungen (23) vorgesehen sind und daß zwei Löschblech-Anordnungen
(23) an den einander abgewandten Seiten der Elektroden (2) - mit Abstand zu den Elektroden
(2) - angeordnet sind.
2. Überspannungsschutzelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Löschblech-Anordnung
gegenüber den den Anschlußelementen fernen Enden der Elektroden (2) angeordnet ist.
3. Überspannungsschutzelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Löschbleche (22) aus ferromagnetischem Material, vorzugsweise aus Eisen bestehen.
4. Überspannungsschutzelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Löschbleche
(22) mit einem Oberflächenüberzug aus korrosionsbeständigem Metall, vorzugsweise aus
Silber oder aus Nickel, versehen sind.
5. Überspannungsschutzelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Löschbleche (22) einen rechteckigen Querschnitt aufweisen, vorzugsweise einen
Querschnitt mit einem Verhältnis der Länge zur Breite von etwa 4 : 1 bis etwa 2 :
1, vorzugsweise von etwa 3 : 1 haben.
6. Überspannungsschutzelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Anschlußelemente der Elektroden (2) jeweils mit einer dem dem Anschlußelement
nächsten Löschblech (22) zugeordneten Stromschleife (24) versehen sind.
7. Überspannungsschutzelement nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromschleifen
(24) U-förmig ausgeführt und mit ihren offenen Seiten von den Elektroden (2) weg gerichtet
angeordnet sind.
8. Überspannungsschutzelement nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der untere Bereich der Luft-Durchschlag-Funkenstrecke (3) einen Winkel von etwa
10° bis 40°, vorzugsweise von etwa 20° bis 30° einschließt.
9. Überspannungsschutzelement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die einander
zugewandten Bereiche der Funkenhörner (8, 9) im wesentlichen stufenlos ausgebildet
sind.
10. Überspannungsschutzelement nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke (3) unmittelbar in eine im Gehäuse (4)
befindliche Ausblasöffnung hinein öffnet.
11. Überspannungsschutzelement nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Löschblech-Anordnung in der oder vorzugsweise unmittelbar im Anschluß an die
Luft-Durchschlag-Funkenstrecke (3) angeordnet ist.
12. Überspannungsschutzelement nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Löschblech-Anordnung im Bereich der Ausblasöffnung angeordnet ist.
1. An overvoltage protection element for the discharging of transient overvoltages, comprising
two electrodes (2), an air breakdown spark gap (3) which is effective between the
electrodes (2) and a housing (4) which receives the electrodes (2), wherein each electrode
(2) comprises a connection element, preferably a connection limb (5), and a spark
conductor (6) which preferably runs at an acute angle to the connection element, and
the spark conductors (6) of the two electrodes (2), which electrodes are disposed
at a distance from each other, together form the air breakdown spark gap (3), characterised
in that a plurality of blow-out plate arrangements (23), which preferably each comprise
a multiplicity of blow-out plates (22), is provided inside the housing (4), and that
two blow-out plate arrangements (23) are disposed at the sides of the electrodes (2)
which face away from each other - at a distance from the electrodes (2).
2. An overvoltage protection element according to claim 1, characterised in that one
blow-out plate arrangement is disposed opposite the ends of the electrodes (2) remote
from the connection elements.
3. An overvoltage protection element according to claims 1 or 2, characterised in that
the blow-out plates (22) consist of ferromagnetic material, preferably of iron.
4. An overvoltage protection element according to claim 3, characterised in that the
blow-out plates (22) are provided with a surface coating of a corrosion-resistant
metal, preferably of silver or of nickel.
5. An overvoltage protection element according to any one of claims 1 to 4, characterised
in that the blow-out plates (22) have a rectangular cross-section, preferably a cross-section
having a ratio of length to width from about 4 : 1 to about 2 : 1, preferably of about
3 : 1.
6. An overvoltage protection element according to any one of claims 1 to 5, characterised
in that the connection elements of the electrodes (2) are each provided with a current
loop (24) associated with the blow-out plate (22) next to the connection element.
7. An overvoltage protection element according to claim 6, characterised in that the
current loops (24) are of U-shaped construction and are disposed with their open sides
directed away from the electrodes (2).
8. An overvoltage protection element according to any one of claims 1 to 7, characterised
in that the lower region of the air breakdown spark gap (3) includes an angle of about
10° to 40°, preferably of about 20° to 30°.
9. An overvoltage protection element according to claim 8, characterised in that the
mutually facing regions of the spark conductors (8, 9) are of substantially smooth
construction.
10. An overvoltage protection element according to any one of claims 1 to 9, characterised
in that the air breakdown spark gap (3) opens directly into a blow-out opening situated
in the housing (4).
11. An overvoltage protection element according to any one of claims 2 to 10, characterised
in that the blow-out plate arrangement is disposed within or preferably directly adjoining
the air breakdown spark gap (3).
12. An overvoltage protection element according to claims 10 or 11, characterised in that
the blow-out plate arrangement is disposed in the region of the blow-out opening.
1. Elément de protection contre des surtensions pour dévier des surtensions transitoires,
comprenant deux électrodes (2), un éclateur de perforation à air (3) actif entre les
électrodes (2) et un boîtier (4) dans lequel viennent se loger les électrodes (2),
chaque électrode (2) présentant un élément de connexion, de préférence une branche
de connexion (5) et une corne (6) s'étendant de préférence en formant un angle aigu
par rapport à l'élément de connexion, et les cornes (6) des deux électrodes (2) -
disposées à distance l'une de l'autre - formant ensemble l'éclateur de perforation
à air (3), caractérisé en ce qu'à l'intérieur du boîtier (4), sont présents des agencements
de tôles de désamorçage (23) présentant plusieurs, de préférence respectivement une
multitude de tôles de désamorçage (22), et en ce que deux agencements de tôles de
désamorçage (23) sont disposés sur les côtés des électrodes se détournant l'un de
l'autre - à distance des électrodes (2) -.
2. Elément de protection contre des surtensions selon la revendication 1, caractérisé
en ce qu'un agencement de tôles de désamorçage est disposé face aux extrémités des
électrodes (2) éloignées des éléments de connexion.
3. Elément de protection contre des surtensions selon la revendication 1 ou 2, caractérisé
en ce que les tôles de désamorçage (22) sont constituées d'une matière ferromagnétique,
de préférence de fer.
4. Elément de protection contre des surtensions selon la revendication 3, caractérisé
en ce que les tôles de désamorçage (22) sont munies d'un revêtement superficiel constitué
d'un métal résistant à la corrosion, de préférence d'argent ou de nickel.
5. Elément de protection contre des surtensions selon l'une quelconque des revendications
1 à 4, caractérisé en ce que les tôles de désamorçage (22) présentent une section
transversale rectangulaire, de préférence une section transversale possédant un rapport
de la longueur à la largeur d'environ 4:1 à environ 2:1, de préférence d'environ 3
: 1.
6. Elément de protection contre des surtensions selon l'une quelconque des revendications
1 à 5, caractérisé en ce que les éléments de connexion des électrodes (2) sont munis
respectivement d'une boucle de courant (24) attribuée à la tôle de désamorçage (22)
la plus proche de l'élément de connexion.
7. Elément de protection contre des surtensions selon la revendication 6, caractérisé
en ce que les boucles de courant (24) sont réalisées en U et sont disposées en étant
orientées de telle sorte que leurs côtés ouverts se détournent des électrodes (2).
8. Elément de protection contre des surtensions selon l'une quelconque des revendications
1 à 7, caractérisé en ce que la zone inférieure de l'éclateur de perforation à air
(3) forme un angle inclus d'environ 10° à 40°, de préférence d'environ 20° à 30°.
9. Elément de protection contre des surtensions selon la revendication 8, caractérisé
en ce que les zones des cornes (8, 9) tournées l'une vers l'autre sont réalisées essentiellement
en continu.
10. Elément de protection contre des surtensions selon l'une quelconque des revendications
1 à 9, caractérisé en ce que l'éclateur de perforation à air (3) s'ouvre directement
dans un orifice à soufflage se trouvant dans le boîtier (4).
11. Elément de protection contre des surtensions selon l'une quelconque des revendications
2 à 10, caractérisé en ce que l'agencement de tôles de désamorçage est disposé dans
ou de préférence immédiatement en position contiguë à l'éclateur de perforation à
air (3).
12. Elément de protection contre des surtensions selon la revendication 10 ou 11, caractérisé
en ce que l'agencement de tôles de désamorçage est disposé dans la zone de l'orifice
à soufflage.