[0001] Die Erfindung betrifft eine Schleudertrommel einer selbstentleerenden Zentrifuge
mit einem hydraulisch betätigten, axial beweglichen Kolbenschieber, der einen Feststoffraum
gegen zumindest einen Feststoffauslaß abdichtet, wobei der Kolbenschieber über eine
mit einem Schließmedium, vorzugsweise Schließwasser befüllbare Schließkammer in seiner
Schließstellung gehalten ist, einem vorzugsweise hydraulisch bewegbaren Kolbenventil,
welches in einer Auslaßkammer angeordnet ist und die Schließkammer gegen einen Auslaß
abdichtet, wobei sich das Kolbenventil auf einem in der Auslaßkammer angeordneten
Kraftspeicher, vorzugsweise einer oder mehrerer Druckfedern abstützt und eine Durchlassöffnung
aufweist, durch welche Schließkammer und Auslaßkammer verbindbar sind, und einer Steuerleitung,
über welche Steuerflüssigkeit auf die dem Kraftspeicher gegenüberliegende wirksame
Fläche des Kolbenventils zuführbar ist.
[0002] Derartige Schleudertrommeln sind aus dem Stand der Technik bekannt. Beispielsweise
offenbart die DE-PS 19 09 996 eine Schleudertrommel einer Klärzentrifuge mit einem
Rotorkörper, in welchem ein Trennraum und ein Satz Tellereinsätze angeordnet sind.
Die Wandung des Rotorkörpers weist Auslaßöffnungen auf, welche von einem Kolbenventil
verschlossen werden, wobei die Bewegung des Kolbenventils mit einer Steuerflüssigkeit,
beispielsweise Wasser ausgeführt wird. Die Steuerflüssigkeit wird über eine feststehende
Leitung einem Raum an der Unterseite des Kolbenventils zugeführt. Der Raum hat eine
Auslaßöffnung, welche mittels eines auf Federn abgestützten Ringventils verschließbar
ist. Dieses Ringventil ist in einer Kammer angeordnet und kann über eine zweite Steuerleitung
mit Steuerflüssigkeit derart beaufschlagt werden, daß das Ringventil die Auslaßöffnung
des unterhalb des Kolbenventils angeordneten Raumes öffnet.
[0003] Mit einer derartigen Schleudertrommel kann sowohl eine Teilentleerung als auch eine
Vollentleerung des Trennraumes über die Auslaßöffnungen in der Rotorwandung durchgeführt
werden. Bei der Vollentleerung wird das Ringventil derart mit Steuerflüssigkeit beaufschlagt,
daß es in die unterhalb des Ringventils angeordnete Kammer entgegen der Kraft der
Federn gedrückt wird, wodurch die Steuerflüssigkeit unterhalb des Kolbenventils aufgrund
des auf das Kolbenventil drückenden Druckes des Schleuderraumes ausströmt. Über eine
in dem Ringventil angeordnete Bohrung gelangt die Steuerflüssigkeit in den unterhalb
des Ringventils angeordneten Raum, von wo aus sie über einen Auslaß entweichen kann.
Dieser Auslaß ist als Drosselstelle ausgebildet. Wird die oberhalb des Ringventils
auftreffende Steuerflüssigkeit über Auslässe abgeleitet, so übersteigt der Federdruck
den Flüssigkeitsdruck, so daß das Ringventil in seine Ausgangsposition zurückgeführt
wird und den unterhalb des Kolbenventils angeordneten Steuerraum abdichtet.
[0004] Um eine Teilentleerung durchzuführen weist diese vorbekannte Schleudertrommel eine
weitere Steuerleitung auf, die mit dem unterhalb des Ringventils angeordneten Raum
verbunden ist. Bei einer Teilentleerung des Feststoffraumes wird dieser Raum zuvor
über die Steuerleitung teilweise mit Steuerflüssigkeit gefüllt, so daß bei weiterem
Einströmen von Steuerflüssigkeit über die im Ringventil angeordnete Bohrung der Druck
in diesem Raum ansteigt und das Ringventil nach kurzer Öffnungszeit wieder in die
Ausgangsposition zurückdrückt.
[0005] Diese vorbekannte Schleudertrommel ermöglicht zwar eine beschleunigte Teilentleerung
der Trommel, läßt jedoch durch die gleichzeitige Zuführung von Schließ- und Öffnungswasser
eine Vollentleerung mit sicherer Offenhaltung der Austragsöffnungen nicht zu. Im praktischen
Betrieb von selbstentleerenden Zentrifugen ist es jedoch erforderlich Vollentleerungen
derart durchführen zu können, daß der Feststoffraum sicher offengehalten werden kann,
um eventuelle Durchspülungen des Tellerpaketes zur Entfernung von Feststoffablagerungen
durchführen zu können.
[0006] Es sind darüberhinaus eine Vielzahl von Ausführungen von Schleudertrommeln vorbekannt,
die Steuersysteme mit Kammern verwenden, die bei einer Vollentleerung die gesamte
Schließwasserflüssigkeit aufnehmen und bei Teilentleerungen vorgefüllt werden. Diese
Kammern sind über gedrosselte Auslässe geöffnet, so daß die Betriebsweise derartiger
Schleudertrommeln exakt dosierte Steuerwasserzuführungen voraussetzt, was in der Praxis
oft kompliziert ist und aufwendige Steuerwasseraufbereitungen erfordert. Außerdem
ist es konstruktiv aufwendig, die entsprechenden Wege und Schließgeschwindigkeiten
des Kolbenschiebers bei derartigen Schleudertrommeln zu beherrschen, so daß unter
anderem aufwendige Steuerventile eingesetzt werden müssen, die eine zusätzliche Öffnung
der Kammer zur Außenseite schaffen, um die Trägheit dieser Ausführungen zu minimieren.
Die Verwendung derartiger Steuerventile ist jedoch sehr eingeschränkt, da aufgrund
der begrenzt ausführbaren Bohrungsquerschnitte nur ein gedrosseltes Entweichen der
Steuerflüssigkeiten möglich ist. Alternativ hierzu können am Umfang einer derartigen
Schleudertrommel mehrere Steuerventile vorgesehen werden, die darüberhinaus ein Verkanten
des Ventilschiebers vermeiden sollen.
[0007] Eine derartige Schleudertrommel ist beispielsweise aus der DE-PS 32 40 093 bekannt,
die mit einem Ventilkolben versehen ist, der bei den häufiger vorkommenden Teilentleerungen
konstant über ein Druckmedium, nämlich eine Schließflüssigkeit in seine Schließstellung
gedrückt wird. Bei der Betriebsweise dieser vorbekannten Schleudertrommel muß demzufolge
der Druck konstant aufrechterhalten werden, was konstruktiv entsprechend dimensionierte
Kanäle und die ständige Zufuhr von Schließflüssigkeit erfordert.
[0008] Ausgehend von dem voranstehend beschriebenen Stand der Technik liegt der Erfindung
die
Aufgabe zugrunde, eine Schleudertrommel der eingangs genannten Art so zu gestalten, daß Teilentleerungen
mit beschleunigtem Schließvorgang und großer Hubhöhe des Kolbenschiebers möglich sind
und wahlweise von außen steuerbare Vollentleerungen der Trommel ohne den negativen
Einfluß einer Auffangkammer auf den Abfluß der Schließflüssigkeit und insbesondere
ohne deren Vorfüllung bei einer Teilentleerung durchführen zu können.
[0009] Die
Lösung dieser Aufgabenstellung sieht bei einer erfindungsgemäßen Schleudertrommel vor, daß
die Auslaßkammer mittels eines, vorzugsweise hydraulisch steuerbaren Steuerschiebers
gegenüber zumindest einer Auslaßöffnung abgedichtet ist, in die bei einer Vollentleerung
des Feststoffraumes das in die Auslaßkammer einströmende Fließmedium unbehindert abfließt,
wobei der Steuerschieber mechanisch über zumindest einen Kraftspeicher in seiner Schließstellung
gehalten wird.
[0010] Diese Ausgestaltung hat insbesondere den Vorteil, daß die Auslaßkammer durch einen
hydraulisch steuerbaren Steuerschieber verschlossen ist, zu dessen Öffnung es eines
Fluiddruckes bedarf, dessen Schließvorgang nach Reduzierung des Fluiddruckes jedoch
mechanisch über einen Kraftspeicher, vorzugsweise mehrere Druckfedern erfolgt. Bei
der erfindungsgemäßen Schleudertrommel erfolgt die Teilentleerung in ansich bekannter
Vorgehensweise, d.h. daß das in der Schließkammer unterhalb des Kolbenschiebers vorhandene
Schließmedium in die Auslaßkammer unterhalb des Kolbenventils abfließt, bis die Auslaßkammer
gefüllt ist und der ansteigende Flüssigkeitsdruck in der Auslaßkammer das Kolbenventil
in seine Schließstellung zurückführt und somit das sich vor dem Kolbenventil durch
ständige Zufuhr stauende Schließmedium den Kolbenschieber vor den Feststoffauslaß
drückt. Soll nunmehr eine Vollentleerung durchgeführt werden, so wird während des
voranstehend genannten Vorgangs ohne Schließmediumzufuhr der steuerbare Steuerschieber
mittels einer Steuerflüssigkeit derart angesteuert, daß er die Auslaßöffnung freigibt,
über welche das in der Auslaßkammer angeordnete Schließmedium abfließen kann. Die
Trommel bleibt jetzt solange geöffnet, bis die Steuerflüssigkeitszufuhr über dem Kolbenventil
gestoppt und im Anschluß daran die Schließkammer wieder mit Schließflüssigkeit gefüllt
wird. Wird nun der den Steuerschieber ausrückende Druck in der Steuerleitung reduziert,
drückt der Kraftspeicher, nämlich die Druckfedern den Steuerschieber in seine Ausgangslage
zurück, so daß die Auslaßöffnung der Auslaßkammer abgedichtet wird und der in der
Auslaßkammer ansteigende Fluiddruck das Kolbenventil abdichtend gegen den Auslaß schiebt.
Das in der Auslaßkammer verbleibende Schließwasser kann dann über ein eingetrosselten
Auslaß ausströmen.
[0011] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß der Steuerschieber
in Querschnitt im wesentlichen U-förmig ausgebildet ist und mit seinen Schenkeln einen
Teil des Gehäuses bildet. Demzufolge weist der Steuerschieber eine im wesentlichen
topfförmige Ausgestaltung auf und umgreift mit seinen Schenkeln den Bereich des Gehäuses,
in dem die Auslaßkammer angeordnet ist.
[0012] In vorteilhafter Ausgestaltung ist der Steuerschieber und das Kolbenventil durch
aufeinander abgestimmte Kalibrierung von Zuführkanälen für die Öffnung des Steuerschiebers
einerseits und die Bewegung des Kolbenventils andererseits, in Verbindung mit der
Dimensionierung des Radius R über eine gemeinsame Steuerwasserzuleitung steuerbar.
Bei dem Radius R handelt es sich um die Abmessung der Zufuhrkammer für die Steuerflüssigkeit.
Diese Zufuhrkammer kann in Form eines Überlaufwehres ausgebildet sein, das die beiden
Zuführkanäle zu dem Steuerschieber einerseits und zu dem Kolbenventil andererseits
trennt.
[0013] Schließlich ist es alternativ vorgesehen, daß der Steuerschieber und das Kolbenventil
über getrennte Steuerwasserzuleitungen ansteuerbar sind. Bei dieser Ausgestaltung
ist es besonders vorteilhaft, daß entsprechende Steuerwassermengen in unterschiedlicher
Größe zur Steuerung des Kolbenventils bzw. des Steuerschiebers einstellbar sind.
[0014] Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der
zugehörigen Zeichnung in der eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Schleudertrommel dargestellt ist. Die Zeichnung zeigt in schematischer Darstellung
den Hauptteil einer Hälfte einer Schleudertrommel im Axialschnitt.
[0015] Eine in der Zeichnung dargestellte Schleudertrommel weist einen zentrischen Einlauf
1 für ein zu trennendes Feststoff-Flüssigkeitsgemisch auf, über welchen das Feststoff-Flüssigkeitsgemisch
in einen Schleuderraum 2 gelangt, der sich aus einem Trennraum 4 und einem Feststoffraum
6 zusammensetzt. Der Feststoffraum 6 ist als Doppelkonus ausgebildet und in seinem
unteren Bereich von einem Kolbenschieber 8 begrenzt, der einen im Trommelmantel 9
vorgesehenen Feststoffauslaß für die Feststoffe verschließt bzw. freigibt, wenn der
Kolbenschieber 8 aus der in der Zeichnung dargestellten Schließstellung axial innerhalb
des Schleuderraumes 2 verschoben ist.
[0016] Die Schleudertrommel ist in ihrem oberen Bereich mit einem Trommeldeckel 3 verschlossen,
der durch einen Verschlußring 5 mit dem Trommelmantel 9 verbunden ist.
[0017] Zwischen dem Trommelmantel 9 und dem Kolbenschieber 8 ist eine mit einer Schließflüssigkeit,
nämlich Schließwasser über eine feststehende Steuerwasserzuleitung 30 und einem Kanal
28 beaufschlagbare Schließkammer vorgesehen, in deren äußeren Umfangsbereich Auslaßkanäle
11 angeordnet sind, die die Schließkammer 10 mit einer Auslaßkammer 12 verbinden.
[0018] In der Auslaßkammer 12 ist ein Ringventil in Form eines Kolbenventils 16 angeordnet,
welches sich auf Federn 21 abstützt. Das Kolbenventil 16 ist somit parallel zum Kolbenschieber
8 in axialer Richtung der Schleudertrommel verschiebbar in der Auslaßkammer 12 gelagert.
Die das Kolbenventil 16 abstützenden Federn 21 stützen sich auf einem Ringteil 19
ab, der mit dem Trommelmantel 9 fest verschraubt ist.
[0019] Auf dem Kolbenventil 16 sind Dichtkörper 23 angeordnet, die die Auslaßkanäle aus
der Schließkammer 10 gegenüber der Auslaßkammer 12 abdichten. Hierzu wird das Kolbenventil
16 mittels der Federn 21 gegen die Innenfläche des Trommelmantels 9 gedrückt, in der
die Auslaßkanäle 11 angeordnet sind.
[0020] Die Schleudertrommel weist ferner eine Steuerwasserzuleitung 32 auf, welche über
Kanäle 24 und 27 Steuerwasser zwischen das Kolbenventil 16 und den Trommelmantel 9
fördert, so daß in diesem Bereich ein hydraulischer Druck aufgebaut wird, der größer
ist als der durch die Federn auf die Unterseite des Kolbenventils 16 aufgebrachte
Druck, so daß das Kolbenventil 16 durch Beaufschlagung mit Steuerwasser über die Steuerwasserzuleitung
32 und die Kanäle 24 und 27 in axialer Richtung der Schleudertrommel in die Auslaßkammer
verschoben wird.
[0021] Das in der Schließkammer 10 vorhandene, den Kolbenschieber 8 in seiner Schließstellung
haltende Steuerwasser kann somit über den Auslaßkanal 11 in die Auslaßkammer 12 und
über Durchlässe 22 im Kolbenventil 16 in eine unterhalb des Kolbenventils 16 angeordnete
Kammer 17 schlagartig einströmen. Die Verdrängung des Steuerwassers aus der Schließkammer
10 erfolgt hierbei durch den im Trennraum 2 aufgebauten Druck, der auf den Kolbenschieber
8 wirkt und diesen nach unten bewegt. Durch diese Bewegung des Kolbenschiebers 8 werden
die Auswurföffnungen 7 freigegeben, so daß Feststoffe über die Auswurföffnung 7 aus
der Schleudertrommel austreten können.
[0022] Die unterhalb des Kolbenventils 16 angeordnete Kammer 17 hat ein geringeres Volumen
als die Schließkammer 10, so daß die Kammer 17 nur einen Teil des aus der Schließkammer
10 entweichenden Schließwassers aufnehmen kann. Das unter das Kolbenventil 16 strömende
Schließwasser baut somit auf der Unterseite des Kolbenventils 16 einen die Feder 21
unterstützenden Druck auf, der das Kolbenventil 16 in seine Schließstellung zurückführt.
Durch das Verschließen des Auslaßkanals 11 und der ständig erfolgenden Zufuhr von
Schließwasser steigt der Druck in der Schließkammer 10 an, so daß das Schließwasser
den Kolbenschieber 8 ebenfalls in seine Schließstellung überführt und dieser die Auswurföffnung
7 verschließt.
[0023] Die voranstehend dargestellte Vorgehensweise beschreibt eine Teilentleerung des Feststoffraumes
6 bei der der Kolbenschieber 8 nur für Bruchteile von Sekunden öffnet.
[0024] Das während der Teilentleerung in die Auslaßkammer 12 einströmende Schließwasser
fließt nach Beendigung des Öffnungsvorganges über gedrosselte Auslässe 13 ab.
[0025] Die Schleudertrommel weist ferner einen axial beweglichen Steuerschieber 20 auf,
der über Federn 25 gegen einen Dichtungsring 14, beispielsweise aus Polyamid, gedrückt
wird. Die Federn 25 stützen sich hierbei in einem, eine im Querschnitt U-förmige Ausnehmung
aufweisenden Ring ab, der fest mit dem Trommelmantel 9 verschraubt ist. Der Steuerschieber
20 verschließt die Kammer 17 zwischen dem Kolbenventil 16 und einem Ringteil 19, welches
fest mit dem Trommelmantel 9 verbunden ist und auf dem sich die Federn 21 des Kolbenventils
16 abstützen.
[0026] Wie aus der Zeichnung zu erkennen ist, ist der Steuerschieber 20 im Querschnitt im
wesentlichen U-förmig ausgebildet, wobei seine Schenkel Teil der Außenfläche der Schleudertrommel
sind und gedrosselte Auslässe 15 und 18 aufweisen, die ein Ausströmen der Steuerflüssigkeit
ermöglichen.
[0027] Zwischen dem Trommelmantel 9 und dem Steuerschieber 20 ist ein Kanal 26 zur Zufuhr
von Steuerwasser angeordnet, wobei der Kanal 26 an eine Steuerwasserzuleitung 31 angeschlossen
ist. Durch die Zufuhr von Steuerwasser zwischen den Steuerschieber 20 den Ringteil
19 und den Trommelmantel 9 wird ein Druck erzeugt, der größer ist als der Druck der
auf den Steuerschieber 20 wirkenden Federn 25, so daß der Steuerschieber 20 in axialer
Richtung auf die Federn 25 zu bewegt wird. Diese Bewegung des Steuerschiebers 20 gibt
einen Ringspalt im Bereich des Dichtungsringes 14 frei, so daß in der Kammer 17 befindliches
Steuerwasser über diesen Ringspalt abfließen kann. Die Kammer 17 ist somit unwirksam.
Nach Beendigung der Zufuhr des Steuerwassers über die Steuerwasserzufuhrleitung 31
und den Kanal 26 fließt zwischen dem Steuerschieber 20 und dem Trommelmantel 9 verbleibendes
Steuerwasser über den gedrosselten Auslaß 18 ab und die Federn 25 verschieben den
Steuerschieber 20 wieder in die Schließstellung, so daß der Steuerschieber 20 mit
seinem Schenkelende am Dichtring 14 dichtend anliegt.
[0028] Mit Beginn des Separiervorganges in der Schleudertrommel wird die Schließkammer 10
über die feststehende Schließwasserzuleitung 30 und den Kanal 28 mit Schließwasser
gefüllt, um den Kolbenschieber 8 in seine Schließstellung zu überführen.
[0029] Nach Ansammlung einer bestimmten Feststoffmenge im Feststoffraum 6 kann eine Teil-
oder eine Vollentleerung durchgeführt werden.
[0030] Zu Einleitung einer Teilentleerung wird Steuerflüssigkeit über die Steuerwasserzuleitung
32 und die Kanäle 24 und 27 der Auslaßkammer 12 zugeführt. In der Auslaßkammer 12
entsteht ein hydraulischer Druck, der das Kolbenventil 16 nach unten, d.h. gegen die
Kraftwirkung der Federn 21 verschiebt und die Auslaßkanäle 11 öffnet. Hierdurch fällt
der Druck in der Schließkammer 10 ab und der auf dem Kolbenschieber auflastende Druck
im Schleuderraum 2 verschiebt den Kolbenschieber 8 unter Verdrängung des in der Schließkammer
angeordneten Schließwassers in axialer Richtung derart, daß die Auswurföffnungen 7
freigegeben werden.
[0031] Das aus dem Auslaßkanal 11 austretende Schließwasser gelangt über die Durchlässe
22 in dem Kolbenventil 16 in die unter dem Kolbenventil 16 angeordnete Kammer 17.
Diese Kammer 17 kann jedoch nicht die gesamte Menge des Schließwassers aufnehmen,
wobei Schließwasser über die gedrosselten Auslässe 13 und 15 verzögert abfließt, so
daß auf das Kolbenventil 16 ein die Federkraft der Feder 21 unterstützender Druck
durch das in die Kammer 17 einströmende Schließwasser wirkt, der ein beschleunigtes
Schließen des Auslaßkanals durch Verschieben des Kolbenventils 16 in seine Schließstellung
bewirkt. Da über die Kanäle 29 und 28 von der feststehenden Schließwasserzuleitung
ständig Schließwasser der Schließkammer 10 zugeführt wird, wird die Auswurföffnung
7 in Bruchteilen von Sekunden durch den Kolbenschieber 8 erneut verschlossen. Demzufolge
kann auf diese Weise eine Teilentleerung der Schleudertrommel durchgeführt werden.
[0032] Bei einer Vollentleerung der Schleudertrommel wird über die Steuer- und/oder Schließwasserzufuhrleitung
31 Steuer- und/oder Schließwasser in den Kanal 26 geleitet, so daß zwischen dem Steuerschieber
20 und dem mit dem Trommelmantel 9 verschraubten Ringteil 19 ein Druck aufgebaut wird,
der nach Überwindung der Kraft aus den Federn 25 den Steuerschieber 20 derart verschiebt,
daß der Ringspalt im Bereich des Dichtungsringes 14 geöffnet wird, so daß in der Kammer
17 vorhandenes oder einströmendes Schließwasser über diesen Ringspalt ausströmen kann.
Führt man nunmehr die Vorgehensweise der voranstehend genannten Teilentleerung durch,
so ist zu erkennen, daß die Kammer 17 unwirksam ist, so daß in diese Kammer einströmendes
Schließwasser nicht dazu führt, daß das Kolbenventil in Bruchteilen von Sekunden aus
der Öffnungsstellung in seine Schließstellung überführt wird. Darüberhinaus wird diese
Vorgehensweise dadurch unterstützt, daß der Schließkammer 10 kein weiteres Schließwasser
zugeführt wird, so daß eine dauerhafte Öffnung des Kolbenschiebers 8 für den Zeitraum
gewährleistet ist, in dem über die Schließwasserzufuhrleitung 30 Schließwasser zwischen
den Steuerschieber 20 und den Trommelmantel 9 zugeführt wird und die Öffnungswasserzufuhr
zur Auslaßkammer 12 vorher gestoppt wurde.
[0033] Die dargestellte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schleudertrommel sieht getrennte
Steuer- oder Schließwasserzuleitungen 30 und 31 für den Steuerschieber 20 und das
Kolbenventil 16 vor. Es ist aber auch denkbar, daß der Steuerschieber 20 und das Kolbenventil
16 durch aufeinander abgestimmte Kalibrierung von Zuführkanälen 24, 26 und 27 für
die Öffnung des Steuerschiebers 20 einerseits und die Bewegung des Kolbenventils 16
andererseits in Verbindung mit der Dimensionierung des Radius R über eine gemeinsame
Steuerwasserzuleitung steuerbar sind. In diesem Fall kann im Bereich der Steuerwasserzuleitungen
ein sogenanntes Überlaufwehr angeordnet sein, das durch eine Trennplatte zwischen
den beiden Zuführkanälen 26 und 27 ausgebildet ist und die das Einströmen des Steuerwassers
in den einen bzw. den anderen Zuführkanal steuert.
1. Schleudertrommel einer selbstentleerenden Zentrifuge mit einem hydraulisch betätigten,
axial beweglichen Kolbenschieber, der einen Feststoffraum gegen zumindest einen Feststoffauslaß
abdichtet, wobei der Kolbenschieber über eine mit einem Schließmedium, vorzugsweise
Schließwasser befüllbare Schließkammer in seiner Schließstellung gehalten ist, einem
vorzugsweise hydraulisch bewegbaren Kolbenventil, welches in einer Auslaßkammer angeordnet
ist und die Schließkammer gegen einen Auslaß abdichtet, wobei sich das Kolbenventil
auf einem in der Auslaßkammer angeordneten Kraftspeicher, vorzugsweise einer oder
mehrerer Druckfedern abstützt und eine Durchlassöffnung aufweist, durch welche Schließkammer
und Auslaßkammer verbindbar sind, und einer Steuerleitung, über welche Steuerflüssigkeit
auf die dem Kraftspeicher gegenüberliegende wirksame Fläche
des Kolbenventils zuführbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auslaßkammer (17) mittels eines, vorzugsweise hydraulisch steuerbaren Steuerschiebers
(20) gegenüber zumindest einer Auslaßöffnung abgedichtet ist, über welche bei einer
Vollentleerung des Feststoffraumes (6) das in die Auslaßkammer (17) einströmende Schließmedium
abfließt, wobei der Steuerschieber (20) mechanisch über zumindest einen Kraftspeicher
(25) in seiner Schließstellung gehalten wird.
2. Schleudertrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerschieber (20) im Querschnitt im wesentlichen U-förmig ausgebildet ist
und mit seinem Schenkeln einen Teil des Gehäuses bildet.
3. Schleudertrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerschieber (2) und das Kolbenventil (16) durch aufeinander abgestimmte
Kalibrierung von Zuführkanälen (24, 26, 27) für die Öffnung des Steuerschiebers (20)
einerseits und die Bewegung des Kolbenventils (16) andererseits, in Verbindung mit
der Dimensionierung des Radius R über eine gemeinsame Steuerwasserzuleitung steuerbar
sind.
4. Schleudertrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerschieber (20) und das Kolbenventil (16) über getrennte Steuerwasserzuleitungen
(30, 31) ansteuerbar sind.