[0001] Die Erfindung betrifft eine Bogentransport- und Ausrichtvorrichtung mit wenigstens
einem Führungslineal und quer zu diesem angeordneten, angetriebenen Transportwalzen
sowie gegen deren Mantelfläche belasteten, frei drehbaren und dem Führungslineal benachbarten
Transportrollen.
[0002] Eine solche Bogentransport- und Ausrichtvorrichtung ist für Bogen aus Papier, Karton
oder dergleichen an Maschinen zur buchbindenden Weiterverarbeitung, insbesondere an
Zuführtischen von Falzmaschinen, verwendbar. Die Transportrollen stehen durch ihr
gegebenenfalls noch durch Federkraft unterstütztes Eigengewicht mit der Oberfläche
der Transportwalzen in Berührung, solange der Kontakt nicht durch einen geförderten
Bogen vorübergehend unterbrochen wird. Der Ausrichtungseffekt wird bei einer aus der
DD 297 621 A5 bekannten Bogentransport- und Ausrichtvorrichtung durch Anordnung der
Transportwalzen in einem Winkel von etwa 3° zur Senkrechten auf das Führungslineal
erreicht. Die Achsen der Transportrollen und Transportwalzen liegen jeweils senkrecht
und parallel übereinander. Die Transportrollen sind jeweils auf einem bügelförmigen
Hebel auslenkbar am Führungslineal gelagert und werden mittels eines ihre Achsen belastenden
Seils gegen die Transportwalzen beaufschlagt. Durch den kleinen Schrägstellungswinkel
der Transportwalzen wird der Schlupf an den geförderten Bögen minimiert, wodurch unerwünschte
Markierungen auf den Bögen vermieden werden.
[0003] Durch die erfindungsgemäße Bogentransport- und Ausrichtvorrichtung wird der Schlupf
zwischen Bögen- und Transportwalzen noch weiter reduziert. Gemäß der Erfindung sind
die Achsen der Transportwalzen senkrecht zu dem Führungslineal und die Achsen der
Transportrollen gegen die der Transportwalzen zum Führungslineal hin geneigt. Es wurde
gefunden, daß auf eine Schrägstellung der Transportwalzen gänzlich verzichtet werden
kann. Die zur Bogenausrichtung benötigte, zum Führungslineal gerichtete Kraftkomponente
kann in überraschender Weise durch die ihrerseits schräggestellten Transportrollen
erzeugt werden, obwohl diese nur mit einem schmalen Randbereich des Bogens in Eingriff
kommen, während die Transportwalzen sich über die gesamte Bogenbreite erstrecken.
Von erhöhter Bedeutung ist dabei allerdings die Andruckkraft, mit der die Transportrollen
gegen die Transportwalzen belastet sind. Daher ist bei der bevorzugten Ausführungsform
diese Andruckkraft einstellbar. Besonders vorteilhaft sind Ausführungsformen, bei
denen die Andruckkraft wenigstens bestimmter Transportrollen individuell einstellbar
ist, während sie für andere Transportrollen gruppenweise einstellbar ist.
[0004] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
und aus der Zeichnung, auf die Bezug genommen wird. In der Zeichnung zeigen:
Figur 1 schematisch in Draufsicht einen Bogentransport- und Ausrichttisch nach einer
ersten Ausführungsform;
Figur 2 eine schematische Seitenansicht der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform;
Figur 3 eine Detailansicht einer Transportrolle und ihrer Aufhängung;
Figur 4, 5 und 6 weitere Ausführungsformen in schematischer Draufsicht.
[0005] In einem Gestell 10 des Bogentransport- und Ausrichttisches sind angetriebene Transportwalzen
12 auf gleicher Höhe, parallel zueinander und in regelmäßigen Abständen drehbar gelagert.
Die Transportwalzen 12 bilden gemeinsam eine Transportebene für die auszurichtenden
Bögen 14, deren Transportrichtung in der Zeichnung jeweils durch einen Pfeil verdeutlicht
ist. An dem Gestell 10 ist ein Führungslineal 16 befestigt, das sich in der Längsrichtung
des Gestells 10 erstreckt. Die Achsen der Transportwalzen 12 bilden einen Winkel von
90° mit dem Führungslineal 16.
[0006] Jeder Transportwalze 12 ist eine Transportrolle 18a oder 18b zugeordnet, wobei die
Transportrollen 18a zylindrisch und die Transportrollen 18b annähernd halbkugelförmig
sind. Wie aus Figur 3 hervorgeht, sind die Transportrollen 18a bzw. 18b am freien
Ende eines der beiden Schenkel 20, 22 eines bügelförmigen Hebels 24 frei drehbar gelagert.
Die beiden Schenkel 20, 22 dieses Hebels 24 sind durch einen Hebelarm 26 miteinander
verbunden. Der Schenkel 22 ist rechtwinkelig zum Hebelarm 26 und auf einem Zapfen
28, der am Führungslineal 16 verschraubt ist, drehbar gelagert. Der andere Schenkel
20 bildet mit dem Hebelarm 26 einen Winkel von etwas mehr als 90°, beispielsweise
95°. Der Schenkel 20 erstreckt sich jeweils durch eine Öffnung 30 im Führungslineal
16 von dessen dem Bogen abgewandter Seite auf seine Ausrichtseite. Da der Durchmesser
der Transportrollen 18 die lichte Weite der Öffnungen 30 übersteigt, sind die Transportrollen
18a bzw. 18b jeweils auf ein durch eine Öffnung 30 ragendes freies Ende des Schenkels
20 aufgeschoben und mit Schnappsitz in Axialrichtung darauf gesichert.
[0007] Wie aus Figur 1 ersichtlich ist, befindet sich jede der Transportrollen 18a, 18b
senkrecht über der zugehörigen Transportwalze, jedoch ist ihre Achse gegenüber der
Achse der Transportwalze um einen Winkel geneigt, der mit dem Neigungswinkel des Schenkels
20 zum Schenkel 22 des Hebels 24 übereinstimmt. Dieser Winkel kann etwa 5° betragen.
[0008] Die Transportrollen 18a, 18b werden bereits durch ihr Eigengewicht und das Gewicht
ihrer Aufhängung am Führungslineal zu den Transportwalzen 12 hin belastet. Zur Erhöhung
der Andruckkraft sind ihre Achsen jedoch zusätzlich gegen die Transportwalzen beaufschlagt.
Die zusätzliche Andruckkraft wird durch einen gespannten Draht 32 erzeugt, der jeweils
einen Lagerzapfen 28 und einen vom Hebelarm 26 abragenden Stift 34 teilweise umschlingt.
Die durch den Draht 32 erzeugte Andruckkraft wird durch seine Spannung bestimmt. Diese
Spannung kann mittels einer Spannvorrichtung 36 am einen Ende des Führungslineals
16 eingestellt werden.
[0009] Die halbkugelförmigen Transportrollen 18b haben gegenüber den zylinderförmigen 18a
den Vorteil, daß sie nur mit einem sehr schmalen Randbereich entlang der Ausrichtkante
des Führungslineals 16 in Eingriff kommen und somit im druckfreien Raum des Bogens
verbleiben. Es kann daher keine Aufnahme von Druckerschwärze oder Farbe an diesen
Transportrollen erfolgen. Die zylindrischen Transportrollen 18a werden nur im Einlauf
des Bogentransport- und Ausrichttisches benötigt, wo die Bögen noch streuen und sich
etwa 10 mm von der Ausrichtkante des Führungslineals 16 entfernt befinden können.
Die breitere Eingriffsfläche der zylindrischen Transportrollen 18a gewährleistet hier,
daß der Bogen schnell und sicher erfaßt sowie an die Ausrichtkante des Führungslineals
16 befördert wird.
[0010] Im Betrieb zeigt sich, daß trotz der senkrechten Anordnung der Transportwalzen 12
zum Führungslineal 16 eine zum Führungslineal 16 hin gerichtete Kraftkomponente F
am einlaufenden Bogen 14 erzeugt wird. Diese Kraftkomponente F wird durch die Schrägstellung
der Transportrollen 18a bzw. 18b erzeugt.
[0011] Bei der Ausführungsform nach den Figuren 1-3 werden sämtliche Transportrollen 18a,
18b durch einen einzigen gespannten Draht 32 gleichzeitig und mit derselben Andruckkraft
beaufschlagt. Die Ausführungsform nach Figur 4 unterscheidet sich von der nach den
Figuren 1-3 lediglich dadurch, daß zwei Gruppen von Transportrollen gebildet sind,
denen jeweils ein gespannter Draht 32a bzw. 32b zugeordnet ist, um die beiden Gruppen
von Transportrollen mit verschiedenen Andruckkräften zu beaufschlagen. Überdies sind
einzelne Einstellvorrichtungen 38a, 38b vorgesehen, durch die jeweils eine Transportrolle
mit einer individuell einstellbaren Andruckkraft beaufschlagt werden kann.
[0012] Die Ausführungsform nach Figur 5 unterscheidet sich von der nach Figur 1 dadurch,
daß beiderseits des Transportweges der Bögen 14 je ein Führungslineal 16a bzw. 16b
mit den zugehörigen Transportrollen vorgesehen ist. Die Bögen 14 können daher bedarfsweise
links oder rechts am Führungslineal 16a bzw. 16b ausgerichtet werden.
[0013] Die Figur 6 zeigt schließlich eine Abwandlung der Ausführungsform nach Figur 1, die
lediglich darin besteht, daß nur halbkugelförmige Transportrollen 18b verwendet werden.
Diese Ausführungsform wird in Verbindung mit einem Eckfördertisch (nicht gezeigt)
verwendet, von dem die Bögen 14 parallel zu den Transportwalzen 12 und gegen das Führungslineal
16 zugeführt werden. Durch die Rundung der Transportrollen 18b können die Bögen 14
unter diese Transportrollen gleiten, bis sie mit deren Wirkfläche in Eingriff kommen.
1. Bogentransport- und Ausrichtvorrichtung mit wenigstens einem Führungslineal (16) und
quer zu diesem angeordneten, angetriebenen Transportwalzen (12) sowie gegen deren
Mantelfläche belasteten, frei drehbaren und dem Führungslineal (16) benachbarten Transportrollen
(18a, 18b), dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen der Transportwalzen (12) senkrecht
zu dem Führungslineal (16) und die Achsen der Transportrollen (18a, 18b) gegen die
der Transportwalzen (12) zum Führungslineal (16) hin geneigt sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Andruckkraft, mit der
die Transportrollen (18a, 18b) gegen die Transportwalzen (12) belastet sind, einstellbar
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Andruckkraft wenigstens
bestimmter Transportrollen (18a, 18b) individuell einstellbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Andruckkraft wenigstens
einer Gruppe von Transportrollen (18a, 18b) gemeinsam einstellbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Andruckkraft der Gruppe
von Transportrollen (18a, 18b) durch einen gespannten Draht (32) eingestellt ist,
der an den Achsen der Transportrollen angreift.
6. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Transportrollen (18a, 18b) jeweils auf einem am Führungslineal (16) schwenkbar gelagerten,
abgekröpften Hebel (24) auslenkbar gelagert sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (24) bügelförmig
mit einem ersten Schenkel (22), der auf der einen Seite des Führungslineals (16) um
seine Achse drehbar gelagert ist, mit einem zweiten Schenkel (20), der sich durch
eine Öffnung (30) des Führungslineals (16) auf dessen andere Seite erstreckt und an
dessen freiem Ende eine Transportrolle (18a, 18b) drehbar gelagert ist, und einem
die Schenkel (20, 22) verbindenden Hebelarm (26) ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Schenkel (22) rechtwinklig
und der zweite Schenkel (20) unter mehr als 90° zu dem Führungslineal (16) angeordnet
ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß entlang
jeder Längsseite des durch die Transportwalzen (12) definierten Transportweges ein
Führungslineal (16a, 16b) mit zugeordneten Transportrollen (18a, 18b) vorgesehen ist.