[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abbremsen von Bogen, insbesondere für
einen Ausleger einer Bogendruckmaschine, mit mindestens einem Bremstrum, dem eine
Saugeinrichtung zugeordnet ist, wobei das Bremstrum mit einer eine ungleichförmige
Umlaufgeschwindigkeit erzeugenden Antriebseinrichtung verbunden ist.
[0002] Eine Vorrichtung mit diesen Merkmalen geht aus der Druckschrift DE 41 19 511 A1 hervor.
Das bekannte Bremstrum weist ein luftdurchlässiges, umlaufendes Band auf, dem ein
Saugkasten zugeordnet ist. Das Band ist um drei Umlenkrollen geführt, wobei vorzugsweise
die mittlere Rolle mit einem Antriebsmotor in Verbindung steht, der ungleichförmig
geregelt ist, um die Umlaufgeschwindigkeit des Bandes abzubremsen und wieder zu beschleunigen,
wobei diese Verzögerung und Beschleunigung im Takt der Zulieferung abzubremsender
Bogen erfolgt. Die bekannte Vorrichtung ist ausgelegt zum Abbremsen von unbedruckten
Bogen, die insbesondere von Querschneidemaschinen ausgestoßen werden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit der ein abschmierfreies Abbremsen bedruckter Bogen möglich ist.
Dies vorzugsweise sowohl bei Umschlag- als auch bei Widerdruckproduktion.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Bremstrum mindestens eine
mit diesem umlaufende, diskrete, auf einen auswählbaren Teilbereich des abzubremsenden
Bogens einwirkende Saugvorrichtung aufweist und daß ein einem jeweilig verbleibenden
Bereich des Bogenformats zugekehrter Abschnitt des Bremstrums zumindest keine aktive
Saugvorrichtung besitzt. Aufgrund dieser Ausgestaltung wirkt die Saugvorrichtung gezielt
nur mit einem konkret auswählbaren Teilbereich des abzubremsenden Bogens zusammen,
wobei dieser Teilbereich vorzugsweise die unbedruckte Hinterkante des Bogens ist.
Hierdurch ist sichergestellt, daß der jeweils verbleibende Bereich des Bogenformats
berührungsfrei geführt wird, das heißt, die sich dort gegebenenfalls befindende Druckfarbe
kann nicht abschmieren. Dadurch, daß sich die Saugvorrichtung konzentriert an einer
oder auch mehreren Stellen des Bremstrums befindet und der übrige Bereich des Bremstrums
keine Saugvorrichtung oder keine aktive Saugvorrichtung aufweist, ist sichergestellt,
daß der diesem übrigen Bereich zugekehrte Bogenbereich nicht angesaugt werden kann
und daher keiner Berührung unterliegt. Das Bremstrum wird derart mittels der Antriebseinrichtung
gesteuert beziehungsweise geregelt, daß stets der auswahlbare Teilbereich des abzubremsenden
Bogens in Kontakt mit der Saugvorrichtung gelangt.
[0005] Insbesondere ist vorgesehen, daß die Saugvorrichtung mindestens eine partiell am
Bremstrum ausgebildete Saugöffnung aufweist. Es ist jedoch auch denkbar, daß beispielsweise
eine Saugöffnungsreihe quer zur Umlaufrichtung des Bremstrums an diesem ausgebildet
ist. Es ist ferner denkbar, daß mehrere derartige oder auch anders ausgestaltete Saugvorrichtungen
mit Abstand zueinander über die Länge des Bremstrums verteilt angeordnet sind, so
daß je abzubremsendem Bogen das Band nicht einen vollen Umlauf, sondern nur einen
Teilumlauf durchführt.
[0006] Vorzugsweise weist die Saugvorrichtung mindestens ein die Umlaufkontur des Bremstrums
nach außen überragendes Saugelement, insbesondere einen Saugnocken oder eine Saugleiste
auf. Diese Ausgestaltung ist insofern besonders vorteilhaft, als der sich über die
Saugvorrichtung hinwegbewegende Bogen aufgrund des die Umlaufkontur nach außen überragenden
Saugelement seinen entsprechenden Abstand zur Umlaufkontur hält, wodurch mit Sicherheit
eine Berührung und damit ein Abschmieren verhindert ist. Bei einer Ausbildung des
Saugelements als Saugleiste erstreckt sich diese quer zur Umlaufrichtung des Bremstrums
und weist eine Saugöffnung oder mehrere Saugöffnungen (vorzugsweise reihenförmig)
an seiner Oberseite auf.
[0007] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Antriebseinrichtung
beim Ansaugen der Bogenhinterkante dem Bremstrum eine der Bogengeschwindigkeit entsprechende
Geschwindigkeit vermittelt. Mithin laufen Saugvorrichtung und Bogenhinterkante im
Moment des Ansaugens mit gleicher Geschwindigkeit, also synchron zueinander. Des weiteren
ist vorgesehen, daß nach dem Ansaugen der Bogenhinterkante die Antriebseinrichtung
die Umlaufgeschwindigkeit des Bremstrums verzögert. Dadurch kann ein beschädigungsfreies
Ablegen der Bogen auf einem Bogenstapel erfolgen.
[0008] Insbesondere ist vorgesehen, daß die Antriebseinrichtung ein elektrischer Servomotor
ist. Dabei wird bevorzugt ein solcher Servomotor vorgesehen, der ein sehr starkes
und rasches Beschleunigen und Abbremsen ermöglicht. Beispielsweise kann ein derartiger
Motor direkt -also ohne Zwischenschaltung eines Getriebes- entsprechende Umlenkrollen
des Bremstrums antreiben.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist dem Bremstrum eine Schwebeführung für
den Bogen zugeordnet. Mittels der Schwebeführung wird der Bogen bis zum Bremstrum
berührungsfrei geführt; mittels der Saugvorrichtung wird er sodann an seiner Hinterkante
angesaugt und abgebremst. Den Transport des Bogens übernimmt dabei vorzugsweise ein
Greifersystem, dessen Greifer öffnen sobald die Hinterkante des Bogens angesaugt worden
ist.
[0010] Vorzugsweise sind Schwebeführungsbereiche der Schwebeführung dem Bremstrum in Bogenbewegungsrichtung
gesehen vorgeschaltet. Vorteilhafterweise ist mindestens ein Schwebeführungsbereich
der Schwebeführung seitlich des Bremstrums angeordnet, wobei mit "seitlich" eine Richtung
zu verstehen ist, die quer zur Bogenbewegungsrichtung verläuft.
[0011] Insbesondere kann vorgesehen sein, daß mehrere Bremstrume mit seitlichem Abstand
zueinander angeordnet sind. Diese Bremstrume bilden somit eine Bremstrumreihe, die
sich über die Bogenbreite erstreckt, so daß der Bogen somit an seiner Hinterkante
von mehreren Bremstrumen beaufschlagt wird. Insbesondere kann vorgesehen sein, daß
zwischen den Bremstrumen jeweils ein vorstehend genannter Schwebeführungsbereich liegt.
[0012] Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen, daß die
dem Bremstrum zugeordnete Schwebeführung eine Vielzahl von Luftdüsen aufweist, aus
denen Luftströme austreten, die eine Tragluftschicht erzeugen, wodurch das berührungsfreie
Führen der Bogen ermöglicht ist. Dabei kann vorgesehen sein, daß die Luftströme in
einem ersten Bereich gegen die Bogenbewegungsrichtung ausgerichtet sind. Zusätzlich
kann vorgesehen sein, daß die Luftströme in einem zweiten Bereich in Bogenbewegungsrichtung
ausgerichtet sind. Zwischen den beiden genannten Bereichen kann vorzugsweise eine
Luftabströmzone ausgebildet sein. Diese Luftabströmzone wird beispielsweise von einem
Spalt gebildet, der sich über die Breite der Bogenförderbahn erstreckt, so daß die
von den beiden Bereichen kommenden Tragluftströme sich auf den Spalt zubewegen und
durch diesen abgeführt werden.
[0013] Schließlich liegt in Bogenbewegungsrichtung gesehen der genannte erste Bereich stromabwärts
gegenüber dem genannten zweiten Bereich.
[0014] Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, daß ein das Bremstrum bildendes Bremsband in
formschlüssiger Wirkverbindung mit dem Servomotor (M) steht.
[0015] Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen.
[0016] Und zwar zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Vorrichtung zum Abbremsen von Bogen in einem
ersten Betriebszustand,
- Fig. 2
- die Vorrichtung der Figur 1 in einem weiteren Betriebszustand - ohne Antriebseinrichtung
-,
- Fig. 3
- die Vorrichtung der Figur 1 in wiederum einem weiteren Betriebszustand - ohne Antriebseinrichtung
-,
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf die Vorrichtung gemäß Figur 1,
- Fig. 5
- ein Diagramm, welches für ein Ausführungsbeispiel einen Abschnitt des zeitlichen Verlaufs
der Geschwindigkeit des Bremsbandes darstellt,
- Fig. 6
- ein Diagramm des zeitlichen Verlaufs der Geschwindigkeiten von einerseits Bogen (Strich-Punkt-Linie)
und andererseits Bremsband (Vollinie) während zweier aufeinanderfolgender Zyklen,
innerhalb derer zwei aufeinanderfolgende Bogen von der Saugvorrichtung übernommen
und abgebremst werden und
- Fig. 7
- ein Diagramm des zeitlichen Verlaufs der Geschwindigkeiten von einerseits zwei aufeinanderfolgenden
Bogen (Strich-Punkt-Linie) und andererseits des Bremsbandes (Vollinie) bei unterschiedlichen
aufeinanderfolgenden Betriebsweisen einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0017] Die Figur 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Abbremsen von Bogen 2, wobei ein jeweiliger
Bogen 2 mittels eines Greifersystems 9 zunächst eine bestimmte Strecke über die Vorrichtung
1 hinweggezogen wird und sich, wie später noch erläutert, anschließend aus dem Greifersystem
9 löst. Die Vorrichtung 1 umfaßt ein Bremstrum 3, welches um zwei Umlenkrollen 4 geschlungen
ist, von denen mindestens eine mit einer Antriebseinrichtung in Form eines Servomotors
M in Wirkverbindung steht. Das Bremstrum 3 ist mittels eines Bremsbandes 5 (Saugband)
gebildet, welches unter der Wirkung der Antriebseinrichtung in Richtung des Pfeiles
6 mit ungleichförmiger Umlaufgeschwindigkeit umläuft. Zwischen den beiden Umlenkrollen
4 befindet sich ein Saugkasten 7, der an eine nicht dargestellte Unterdruckwelle angeschlossen
ist.
[0018] Das Bremsband 5 weist eine diskrete Saugvorrichtung 8 auf, die mit dem Bremsband
5 umläuft. "Diskret" bedeutet, daß sich die Saugvorrichtung 8 gezielt an einer bestimmten
Stelle des Bremsbands 5 befindet, daß also zumindest Abschnitte des mittels des Bremsbandes
5 gebildeten Bremstrums 3 mit keiner Saugvorrichtung 8 oder zumindest mit keiner aktiven
Saugvorrichtung 8 versehen sind. Nicht aktiv bedeutet, daß ein sich oberhalb der Vorrichtung
1 befindlicher Bogen 2 nicht angesaugt wird . Wird ein Bogen 2 mittels eines Greifersystems
9, das die Bogenvorderkante des Bogens 2 erfaßt, in Richtung des Pfeiles 10 über die
Vorrichtung 1 hinwegbewegt, so erfolgt eine Synchronisation mit der Saugvorrichtung
8 derart, daß die Bogenhinterkante 11 angesaugt wird. Im Moment des Ansaugens bewegen
sich Saugvorrichtung 8 und Bogen 2 mit gleicher Geschwindigkeit, das heißt, es liegt
in Richtung des Pfeils 10 keine Relativgeschwindigkeit zwischen dem Bogen 2 und dem
Bremsband 5 vor. Die Greifer des Greifersystems 9 öffnen sobald das Ansaugen erfolgt
ist, so daß der Bogen 2 im Bereich seiner Bogenhinterkante 11 gehalten und aufgrund
einer verzögerten Bewegung des Bremsbandes 5 mittels der Saugvorrichtung 8 gehalten,
abgebremst und einem Bogenstapel 12 mit verminderter Geschwindigkeit derart zugeführt
werden kann, daß keine Beschädigungen des Bogens 2 auftreten. Oberhalb des Bogenstapels
12 kann eine Einrichtung vorgesehen sein, die Blasluft erzeugt, um eine Bogenablage
zu erleichtern. Die Blasluft ist mit Pfeilen 13 angedeutet.
[0019] Aus der Figur 1 ist ersichtlich, daß dem Bremsband 5 nicht nur eine Saugvorrichtung
8, sondern beispielsweise zwei oder mehrere Saugvorrichtungen 8 zugeordnet sein können,
so daß bei einem Umlauf des Bremstrums 3 eine entsprechende Anzahl von Bogen 2 abgebremst
werden können. Die Saugvorrichtungen 8 wirken bei ihrem Hinweglaufen über den Saugkasten
7 mit diesem zusammen, so daß der im Saugkasten 7 herrschende Unterdruck am Bogen
2 wirksam wird.
[0020] Insbesondere kann vorgesehen sein, daß die Saugvorrichtung 8 als eine sich quer zur
Umlaufrichtung des Bremstrums 3 erstreckende Saugleiste ausgebildet ist, die an ihrer
Oberseite eine entsprechende Reihe von Saugöffnungen aufweist, die mit der Bogenhinterkante
11 des jeweiligen Bogens 2 zusammenwirken.
[0021] In der Figur 2 ist die Vorrichtung der Figur 1 nochmals dargestellt, wobei sich das
Greifersystem 9 betriebsmäßig weiterbewegt hat, das heißt, der vorherige Bogen 2 ist
an seiner Bogenhinterkante 11 noch von der Saugvorrichtung 8 erfaßt, während bereits
der nachfolgende Bogen 2 sich bereichsweise über der Vorrichtung 1 befindet, dort
jedoch noch nicht angesaugt wird. Das Ansaugen erfolgt erst dann, wenn sich die Bogenhinterkante
11 des nachfolgenden Bogens 2 in Gegenüberlage zu einer Saugvorrichtung 8 befindet.
Hierdurch ist ein abschmierfreies Abbremsen der Bogen 2 gewährleistet.
[0022] Die Figur 3 zeigt die Vorrichtung der Figur 1 in einem Betriebszustand, in dem der
oben genannte nachfolgende Bogen 2 bereits bereichsweise bis über den Bogenstapel
12 transportiert wurde.
[0023] Die Figur 4 zeigt eine Draufsicht auf die Vorrichtung 1, die mehrere Bremstrume 3
aufweist, welche -quer zur Bogenbewegungsrichtung 14- mit Abstand zueinander angeordnet
sind. Hierdurch wird eine Reihe von nebeneinanderliegenden Bremstrumen 3 gebildet,
wobei sich die Bremstrume 3 mit zueinander synchronisierter, ungleichförmiger Umlaufgeschwindigkeit
bewegen, so daß die vorab beschriebene
Bogenabbremsung erfolgen kann. In
der Figur 4 ist ein Teil eines Bogens 2 dargestellt, dessen Bogenhinterkante 11 bereits
von den Bremstrumen 3 freigegeben worden ist. Mithin ist die Geschwindigkeit des Bogens
2 bereits abgebremst worden, so daß er auf dem Bogenstapel 12 abgelegt werden kann.
Seitlich zu den äußeren Bremstrumen 3 sowie zwischen den einzelnen Bremstrumen 3 sind
Schwebeführungsbereiche 15 ausgebildet. Diese sind ergänzt um einen weiteren Schwebeführungsbereich
16, der -in Bewegungsrichtung 14 der Bogen 2 betrachtet- den Bremstrumen 3 vorgeordnet
ist. Es schließt sich -gegen die Bewegungsrichtung 14 der Bogen 2 gesehen- eine Luftabströmzone
17 und daran ein weiterer Schwebeführungsbereich 18 an. Die Schwebeführungsbereiche
16 und 18 sowie die Schwebeführungsbereiche 15 weisen eine Vielzahl von in den Figuren
nicht näher dargestellten Luftdüsen auf, aus denen Luftströme 19 austreten, die insgesamt
eine Tragluftschicht bilden, mittels welcher die Bogen 2 schwebend transportiert werden
können. Die Schwebeführungsbereiche 15 und der Schwebeführungsbereich 16 bilden einen
ersten Bereich 20, in dem die Luftströme 19 entgegen der Bewegungsrichtung 14 des
Bogens 2 gerichtet sind. Die hierdurch erzielte Straffung der Bogen 2 wirkt sich insofern
vorteilhaft auf das Bewegungsverhalten einer jeweiligen Bogenhinterkante 11 aus, als
dadurch ein exaktes und definiertes Erfassen derselben mittels der Saugvorrichtung
8 erleichtert wird. Der Schwebeführungsbereich 18 bildet einen zweiten Bereich 21,
in dem die Luftströme 19 in gleicher Richtung wie die Bewegungsrichtung 14 der Bogen
2 weisen. Mithin treffen die aufeinanderzuströmenden Luftströme 19 des ersten und
zweiten Bereichs 20 und 21 in der Luftabströmzone 17 zusammen, die vorzugsweise als
Spalt 22 ausgebildet ist, der sich über die gesamte Breite der Führungsbahn für die
Bogen 2 erstreckt.
[0024] Aufgrund der durch die Luftströme 19 gebildeten Tragluftschicht wird der jeweilige
Bogen 2 -dessen Vorderkante von Greifern des Greifersystems 9 erfaßt wird- berührungsfrei
über die Bremstrume 3 bewegt, derart, daß beim Passieren der Bogenhinterkante 11 diese
von den sich auf den Bremstrumen 3 befindlichen Saugvorrichtungen 8 erfaßt wird.
[0025] Mittels Verzögerung der Umlaufgeschwindigkeit des Bremstrums 3, dessen Saugvorrichtungen
8 die Bogenhinterkante 11 des Bogens 2 halten, wird die Geschwindigkeit des Bogens
2 abgebremst, so daß ein beschädigungsfreies und auch abschmierfreies Ablegen auf
dem Bogenstapel 12 erfolgt. Die hierfür notwendige ungleichförmige Umlaufgeschwindigkeit
der Bremstrume 3 wird mittels der Antriebseinrichtung erzeugt, die vorzugsweise mittels
eines Servomotors (M) gebildet ist.
[0026] In der Figur 5 ist für ein Ausführungsbeispiel ein Abschnitt des zeitabhängigen Verlaufs
der Geschwindigkeit v in m/s der Saugvorrichtungen 8 der Bremstrume 3 dargestellt.
Es ist ersichtlich, daß zunächst eine relativ niedrige Geschwindigkeit v vorliegt,
die ab dem Zeitpunkt t1 ansteigt und im Zeitpunkt t2 einen Höchstwert erreicht, der
bis zum Zeitpunkt t3 gleichbleibt. Von hier ab fällt die Geschwindigkeit v bis zum
Zeitpunkt t4 wieder ab und erreicht dabei den gleichen wert wie zum Zeitpunkt t1.
Im Zeitraum t2 - t3 erfolgt die "Übernahme" des Bogens 2, das heißt, in diesem Zeitintervall
weisen die Saugvorrichtungen 8 der Bremstrume 3 eine hohe Geschwindigkeit v auf, die
ebenso groß ist wie die Geschwindigkeit v des Bogens 2. Ist anschließend die Bogenhinterkante
11 von den Saugvorrichtungen 8 gehalten, so erfolgt die Abbremsbewegung (Zeitraum
t3 - t4), wodurch der Bogen 2 bis auf die Geschwindigkeit abgebremst wird, die im
Zeitpunkt t4 vorliegt. Im Anschluß an den Zeitpunkt t4 erfolgt die Freigabe des Bogens
2 und somit die Ablage auf dem Bogenstapel 12. Anschließend erfolgt dann -wie zum
Zeitpunkt t1- wieder eine Beschleunigung, so daß der nächste Bogen 2 bei zunächst
hoher Geschwindigkeit angesaugt und anschließend abgebremst wird.
[0027] Die Figur 6 zeigt ein Diagramm, in welches zusätzlich zu dem mit Vollinien 24 dargestellten
zeitlichen Verlauf der Geschwindigkeit des Bremsbandes 5, der mit Strich-Punkt-Linie
23 dargestellte Verlauf der Geschwindigkeit von zwei im Bereich der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 aufeinanderfolgenden Bogen 2 eingetragen ist. Tatsächlich fallen die
Linien 23 mit der Linie 24 in deren jeweiligem oberen Niveau, in deren abfallenden
Ästen und in jeweiligen Abschnitten von deren unterem Niveau zusammen. Aus Gründen
der Deutlichkeit ist jedoch eine hiervon abweichende Darstellungsweise gewählt. Insbesondere
ist im Moment der Bogenübernahme durch die Saugvorrichtung 8 beziehungsweise eine
der Saugvorrichtungen 8, das heißt, wenn die Bogenhinterkante 11 angesaugt wird (Zeitpunkt
t5 in Figur 6), die Geschwindigkeit des Bogens 2 und jene der Saugvorrichtung 8 gleich
groß. Mit dem Verzögern der Geschwindigkeit der Saugvorrichtungen 8 verzögert sich
in gleicher Weise die Geschwindigkeit des Bogens 2. Ein jeweils auf dem unteren Niveau
gelegenes Ende der Linien 23 (Zeitpunkt t6, t6') ist gleichbedeutend mit einer seitens
der Vorrichtung 1 erfolgenden Freigabe des jeweiligen Bogens 2. Diese Freigabe hat
zur Folge, daß der Bogen 2 die Vorrichtung 1 mit der nunmehr verzögerten Geschwindigkeit
verläßt und sich im weiteren Verlauf seiner Bewegung auf dem Bogenstapel 12 absetzt.
Der Beginn der in Figur 6 rechts gelegenen Linie 23 (Zeitpunkt t7) ist gleichbedeutend
mit dem Eintritt eines nächsten Bogens 2, der auf einen verzögerten Bogen 2 folgt,
in den Bereich der Vorrichtung 1, um sodann im Zeitpunkt t5' von der Saugvorrichtung
8 beziehungsweise einer der Saugvorrichtungen 8 erfaßt und im Zeitpunkt t6' hiervon
wieder freigegeben zu werden. Dabei entsprechen die Zeitspannen zwischen t5 und t5'
beziehungsweise zwischen t6 und t6' dem Zeittakt, in welchem aufeinanderfolgende Bogen
2 mittels eines jeweiligen Greifersystems 9 in den Bereich der Vorrichtung 1 befördert
werden.
[0028] Zur Realisierung der in Figur 6 mittels eines Geschwindigkeitsdiagramms veranschaulichten
Betriebsweise des periodischen Erfassens eines Bogens 2 mittels einer Saugvorrichtung
8 bei übereinstimmenden Geschwindigkeiten von Bogen 2 und Saugvorrichtung 8, der anschließenden
gemeinsamen Verzögerung und schließlich der Freigabe des jeweils verzögerten Bogens
2 seitens der Saugvorrichtung 8, ist die Phasenlage der mit dem Bremsband 5 umlaufenden
Saugvorrichtung 8 derart gewählt, daß einem jeweiligen Bogen 2 eine Saugvorrichtung
8 erstmals dann zugewandt ist, wenn sie die Geschwindigkeit des ungebremsten Bogens
2 erreicht hat und daß sie nach der Freigabe (Zeitpunkt t6 beziehungsweise t6') des
Bogens 2 einer von aufeinanderfolgenden Bogen 2 bestrichenen Förderfläche wieder abgewandt
ist. Dies gilt natürlich in gleicher Weise für den Fall einer Anordnung einer Saugvorrichtung
8 an einem einzigen Ort entlang des Bremsbandes 5, oder mehreren Saugvorrichtungen
8 an voneinander beabstandeten Orten entlang des Bremsbandes 5.
[0029] In Figur 7 sind mit Blick auf den Einsatz einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 in
einem Ausleger einer Bogendruckmaschine für einen ersten Bogen 2 die mit der Vorrichtung
1 ebenfalls realisierbare Betriebsweise "Probebogenentnahme" und für einen darauffolgenden
zweiten Bogen 2 die hier kurz mit Bremstakt bezeichnete, vorab erläuterte Betriebsweise
für ein Ablegen dieses Bogens 2 mit verminderter Geschwindigkeit auf einen Bogenstapel
12 in Form der dabei jeweils herrschenden Geschwindigkeiten von einerseits Bogen 2
(Linie 23') und andererseits Bremsband 5 (Linie 24') wiedergegeben. Wie im Zusammenhang
mit Figur 6 bereits erläutert, fallen auch hier die Linien 23' und 24' entgegen der
zeichnerischen Darstellung bereichsweise zusammen, und zwar in denselben Bereichen
wie bei der Betriebsweise nach Figur 6. Bei der Betriebsweise "Probebogenentnahme"
ist das Bremsband 5 derart gesteuert, daß während einer gesamten Taktzeit (entsprechend
einer Zeitspanne zwischen t6 und t6') einem mittels eines Greifersystems 9 über die
Vorrichtung 1 hinweggeförderten Bogen 2 keine Saugvorrichtung 8 gegenübersteht. Im
übrigen besteht bei dieser Betriebsweise nicht die Forderung des Freigebens des Bogens
2 seitens des Greifersystems 9, sobald der in Figur 7 markierte und jenem in Figur
6 entsprechende Zeitpunkt t5 erreicht ist. Der Bogen 2 kann vielmehr individuell,
insbesondere auch über den Bogenstapel 12 hinaus, weitergefördert und einer Begutachtungsstation
zugeführt werden.
[0030] Die quantitativen Angaben in Figur 5, in Verbindung mit dem Diagramm gemäß Figur
7, verdeutlichen die besonderen Vorteile einer mit einem elektrischen Servomotor ausgestatteten
erfindungsgemäßen Vorrichtung 1. Diese liegen darin, daß lediglich geeignete elektrische
Steuerungsmittel erforderlich sind, um einerseits die Funktion einer Abbremsung der
Bogen 2, bei einer schnellen Abfolge der Bogen 2, entsprechend den Taktzeiten moderner
Bogendruckmaschinen zu erfüllen und um andererseits während eines jeweils einzigen
ausgewählten Maschinentakts die genannte Abbremsung auszusetzen.
[0031] Zur Realisierung des anhand der Diagramme erläuterten Bewegungsablaufs des Bremsbandes
5 steht dieses in formschlüssiger Wirkverbindung mit dem Servomotor M. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel sind hierzu die in Fig. 1 schematisch dargestellte Antriebseinrichtung
sowie die Umlenkrollen 4 und das Bremsband 5 als Zahnriementrieb ausgebildet.
[0032] Die Regelung des Servomotors erfolgt bevorzugt so, daß die Bogenablagegeschwindigkeit
konstant bleibt, selbst bei Geschwindigkeitsveränderungen des Druckvorgangs oder dergleichen.
[0033] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird der Bogen an definierten Punkten übernommen,
abgebremst und abgelegt. Dabei ist die Greiferöffnung mit der Bremsbandsteuerung gekoppelt
(koordiniert). Die definierte Bogenablage durch einen gesteuerten Bremsnocken trägt
erheblich zu einer prozeßstabilen, definierten Stapelbildung bei und damit zum kantengenauen
Papierstapel.
1. Vorrichtung zum Abbremsen von Bogen, insbesondere für einen Ausleger einer Bogendruckmaschine,
mit mindestens einem Bremstrum, dem eine Saugeinrichtung zugeordnet ist, wobei das
Bremstrum mit einer eine ungleichförmige Umlaufgeschwindigkeit erzeugenden Antriebseinrichtung
verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Bremstrum (3) mindestens eine mit diesem umlaufende, diskrete, auf einen auswählbaren
Teilbereich (insbesondere Bogenhinterkante 11) des abzubremsenden Bogens (2) einwirkende
Saugvorrichtung (8) aufweist, und daß ein einem jeweilig verbleibenden Bereich des
Bogens (2) zugekehrter Abschnitt des Bremstrums (3) zumindest keine aktive Saugvorrichtung
(8) besitzt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, oder insbesondere nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Saugvorrichtung (8) mindestens eine partiell am Bremstrum (3) ausgebildete
Saugöffnung aufweist.
3. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Saugvorrichtung (8) mindestens ein die Umlaufkontur des Bremstrums (3) nach
außen überragendes Saugelement, insbesondere einen Saugnocken oder eine Saugleiste,
aufweist.
4. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Antriebseinrichtung beim Ansaugen der Bogenhinterkante (11) dem Bremstrum
(3) eine der Bogengeschwindigkeit (23) entsprechende Geschwindigkeit vermittelt.
5. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach dem Ansaugen der Bogenhinterkante (11) die Antriebseinrichtung die Umlaufgeschwindigkeit
des Bremstrums (3) verzögert.
6. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Antriebseinrichtung ein elektrischer Servomotor (M) ist.
7. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Bremstrum (3) eine Schwebeführung (15, 16, 18) für den Bogen (2) zugeordnet
ist.
8. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Schwebeführungsbereiche (16, 18) der Schwebeführung (15, 16, 18) dem Bremstrum
(3) in Bogenbewegungsrichtung (14) gesehen vorgeschaltet sind.
9. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Schwebeführungsbereich (15) der Schwebeführung seitlich des Bremstrums
(3) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Bremstrume (3) mit seitlichem Abstand zueinander angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Bremstrumen (3) ein jeweiliger Schwebeführungsbereich (15) liegt.
12. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die dem Bremstrum (3) zugeordnete Schwebeführung (15, 16, 18) eine Vielzahl von
Luftdüsen aufweist, aus denen Luftströme (19) austreten, die eine Tragluftschicht
erzeugen.
13. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Luftströme (19) in einem ersten Bereich (20) gegen die Bogenbewegungsrichtung
(14) ausgerichtet sind.
14. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Luftströme (19) in einem zweiten Bereich (21) in Bogenbewegungsrichtung (14)
ausgerichtet sind.
15. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den beiden Bereichen (20, 21) eine Luftabströmzone (17) ausgebildet ist.
16. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Bogenbewegungsrichtung (14) gesehen der erste Bereich (20) stromabwärts gegenüber
dem zweiten Bereich (21) liegt.
17. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere nach
wenigstens einem dieser Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein das Bremstrum (3) bildendes Bremsband (5) in formschlüssiger Wirkverbindung
mit dem Servomotor (M) steht.