[0001] Die Erfindung betrifft einen Stampfer zur Bodenverdichtung, der durch einen eingebauten
Antrieb etwa vertikale Vibrationen ausführt und dabei durch einen elastisch am Stampferkopf
angelenkten und am anderen Ende einen Griff aufweisenden Führungsbügel von einer Bedienungsperson
zu halten ist, wobei der Führungsbügel eine über seinen Anlenkpunkt hinaus laufende
Verlängerung aufweist.
[0002] Derartige Stampfer sind in zahlreichen Ausführungsvarianten bekannt und haben sich
bei der Verdichtung kleiner Flächen gut bewährt. Durch den Führungsbügel ist die Bedienungsperson
in der Lage, den vibrierenden Stampfer mit geringem Kraftaufwand in der gewünschten
Richtung und Geschwindigkeit über die zu verdichtenden Bodenflächen zu führen. Die
dem Griffende entgegengesetzte Verlängerung des Führungsbügels dient als Rammschutz
oder als zusätzlicher Griff beim Transport.
[0003] Allerdings übertragen sich die Vibrationen des Stampfers auch auf den Führungsbügel.
Die Bedienungsperson ist deshalb je nach Stärke und Frequenz der Vibration und in
Abhängigkeit von der Qualität des Dämpfungselementes zwischen Führungsbügel und Stampfer
mehr oder weniger oft gezwungen, eine Pause einzulegen.
[0004] Hiervon ausgehend liegt die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, die bekannten
Stampfer dahingehend zu verbessern, daß der Führungsbügel bei gleicher Verdichtungsleistung
des Stampfers ruhiger in der Hand liegt, die Bedienungsperson also weniger belastet
wird und die Betriebsunterbrechungen reduziert werden können. Dabei soll die Führungs-
bzw. Steuerungsmöglichkeit des Stampfers in vollem Umfang gewahrt bleiben.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Anlenkpunkt des Führungsbügels
am Stampferkopf oberhalb eines vom Griffbereich des Bügels ausgehenden gedachten Lotes
auf die Stampfer-Längsachse angeordnet ist und/oder bei am Anlenkpunkt geteilt gedachtem
Führungsbügel seine Massenverteilung folgender Gesetzmäßigkeit gehorcht:

wobei m
V = Masse der Verlängerung nebst Anbauteilen, m
B = Masse des vom Anlenkpunkt zum Griff laufenden Führungsbügels nebst Anbauteilen,
l
V = Abstand zwischen Schwerpunkt von m
V und Anlenkpunkt, l
B = Abstand zwischen Schwerpunkt von m
B und Anlenkpunkt, l
VG = Abstand zwischen Schwerpunkt von m
V und Griff, l
BG = Abstand zwischen Schwerpunkt von m
B und Griff.
[0006] Die Anmelderin hat umfangreiche Versuche hinsichtlich der Schwingungsübertragung
vom Stampfer auf den Führungsbügel durchgeführt und ist dabei zu der Erkenntnis gekommen,
daß weniger die elastische Anlenkung am Stampfer als vielmehr die Position des Anlenkpunktes
und/oder die Massenverteilung des Führungsbügels entscheidenden Einfluß auf die Schwingungsübertragung
haben. Sie hat dabei überraschenderweise festgestellt, daß eine Verlängerung des Stampfers
nach oben, derart, daß der Führungsbügel oder genauer gesagt, die Verbindung zwischen
Griff und Anlenkpunkt, nicht mehr, wie bisher üblich, senkrecht zur Längsachse des
Stampfers steht, sondern nur noch einen Winkel von etwa 70° bis etwa 80° zur Stampferlängsachse
aufweist, eine deutliche Verringerung der Vibrationen am Griffende des Führungsbügels
eintritt. Unterstützt wird dies noch dadurch, daß der Schwerpunkt des Bügels vom Griffbereich
weg verlegt wird, indem eine Massenverteilung am Führungsbügel entsprechend der zuvor
genannten Gesetzmäßigkeit gewählt wird. Dadurch werden die dynamischen Drehmomente
des Führungsbügels derart beeinflußt, daß sich die translatorischen und rotatorischen
Bewegungen, die sich am Griffende überlagern, nahezu aufheben.
[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung empfiehlt es sich, den Quotienten für die
vorgenannte Gesetzmäßigkeit der Gewichtsverteilung etwa zwischen 0,7 bis 1,25, insbesondere
etwa 0,8 bis 1,15 zu legen und die Position des Anlenkpunktes zumindest etwa 2 cm,
vorzugsweise zumindest etwa 5 cm, oberhalb des vom Bügelgriff ausgehenden, gedachten
Lotes auf die Stampfer-Längsachse vorzusehen.
[0008] Besonders günstig ist es in diesem Zusammenhang, wenn der Führungsbügel an seiner
über den Stampferkopf hinaus ragenden Verlängerung ein Gegengewicht trägt, um die
gewünschte Massenverteilung zu realisieren.
[0009] Weiterhin hat es sich als zweckmäßig erwiesen, daß der Anlenkpunkt des Führungsbügels
aus der Längsachse des Stampfers herausverlegt wird in Richtung zum Griffbereich des
Bügels.
[0010] Schließlich empfiehlt es sich, die Anlenkung des Führungsbügels am Stampferkopf über
zumindest ein elastisches Element mit abgestuft progressiver Federkennlinie herbeizuführen.
Diese abgestuft progressive Federkennlinie kann durch zusätzliche Dämpfungsflächen
des elastischen Elementes realisiert werden, die in Ruhestellung gegenüber dem Haltebügel
beabstandet sind und erst nach einer bestimmten Auslenkung des Führungsbügels mit
ihm in Wirkverbindung treten.
[0011] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung; dabei zeigt
- Figur 1
- eine Seitenansicht des Stampfers in teilweiser Schnittdarstellung;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung der Massenverteilung am Führungsbügel;
- Figur 3
- eine vergrößerte Frontalansicht des Stampferkopfes, teilweise im Schnitt und
- Figur 4
- eine vergrößerte Seitenansicht des Stampferkopfes.
[0012] Die Gesamtansicht in Figur 1 zeigt einen im wesentlichen herkömmlichen Vibrationsstampfer
1, dessen Stampferfuß 2 durch einen Kraftstoff-Motor 3 in etwa vertikale Vibrationen
versetzt wird. Dazu treibt der Motor 3 einen nicht näher dargestellten Exzenter an,
an dem seinerseits eine Kolbenstange 4 gelagert ist, die an ihrem unteren Ende über
vorgespannte Federn 5 und 6 mit dem Stampferfuß verspannt ist.
[0013] Das untere Ende des Stampferfußes wird durch eine schräg angesetzte Stampferplatte
2a gebildet, so daß der Stampfer leicht nach vorn geneigt steht, im Ausführungsbeispiel
unter einem Winkel von etwa 75°. Sein Gleichgewicht ist dadurch gewahrt, daß sowohl
der Antriebsmotor 3 wie auch der Kraftstofftank 7 an der anderen Seite des Stampfers
angeordnet sind.
[0014] Wesentlich ist nun zum einen, daß der Haltebügel eine bestimmte Massenverteilung
aufweist, die der weiter oben angegebenen Gesetzmäßigkeit gehorcht, wobei zur Erläuterung
der einzelnen Massen und Hebelarme, die dort genannt sind, auf Figur 2 verwiesen wird.
Dort ist der Führungsbügel 10 mit seinem Anlenkpunkt 11 gezeigt, wobei der Doppelpfeil
unterhalb des Anlenkpunktes die dort eingeleiteten Vibrationen andeutet. Diese Vibrationen
verlaufen nicht genau vertikal, sondern längs einer komplizierten Kurvenbahn. Daher
ist das Griffende 10a nicht nur Bewegungen in Vertikalrichtung, sondern auch in Horizontalrichtung
ausgesetzt. Diese Bewegungen werden durch die erfindungsgemäße Massenverteilung in
überraschender Weise reduziert bzw. eliminiert.
[0015] Wesentlich ist zum anderen die Ausbildung des Stampferkopfes 8, der durch einen Aufsatz
9 (vgl. auch Figur 3) nach oben verlängert ist und in diesem erhöhten Bereich den
Führungsbügel 10 trägt. Gleichzeitig ist der Aufsatz 9 gegenüber der Stampfer-Längsachse
nach hinten, also zur Bedienungsperson hin, abgewinkelt. Dadurch wird der Anlenkpunkt
11 des Führungsbügels 10 am Stampferkopf gegenüber herkömmlichen Stampfern nicht nur
nach oben verlängert, sondern auch in Richtung zur Bedienungsperson hin versetzt.
Der Anlenkpunkt liegt daher oberhalb des vom Griff 10a des Führungsbügels 10 ausgehenden
Lotes L auf die Stampfer-Längsachse A. Durch diese Position des Anlenkpunktes 11 kann
der Führungsbügel 10 nahezu horizontal verlaufen, woraus ebenfalls eine Schwingungsverringerung
am Griffende resultiert.
[0016] Des weiteren zeigen die Figuren, daß der Führungsbügel 10 über den Anlenkpunkt 11
hinaus nach vorn verlängert ist und dort Gegengewichte 12 trägt. Durch diese Gegengewichte
läßt sich die gewünschte Massenverteilung bei gleichbleibender Bügelgeometrie in einfacher
Weise herbeiführen.
[0017] Figur 4 zeigt eine vergrößerte Darstellung des Anlenkpunktes 11 zur Verdeutlichung
der dort eingebauten Dämpfung zwischen Führungsbügel 10 und Stampferkopf 8. Dazu ist
der Führungsbügel 10 beidseits jeweils mit einem Kupplungsstück 13 verbunden, das
im Ausführungsbeispiel 4 nach außen ragende Vorsprünge aufweist. Die beiden mittleren,
nach oben und unten ragenden Vorsprünge 13a und 13b sind in ein Dämpfungselement in
Form eines passenden gummielastischen Formteiles 14 eingebettet, während die beiden
anderen Vorsprünge 13c und 13d in der Ruheposition des Führungsbügels 10 keinen oder
nur geringen Kontakt mit diesem Formteil haben. Dies hat zur Folge, daß die beim Betrieb
des Stampfers auftretenden Schwenkbewegungen zwischen Führungsbügel und Stampfer zunächst
nur an den Vorsprüngen 13a und 13b gedämpft werden und die Dämpfung an den übrigen
Vorsprüngen erst nach einer bestimmten Auslenkung des Führungsbügels wirksam wird.
Man erhält dadurch eine abgestufte Dämpfung, die sich ergonomisch besonders günstig
auswirkt.
[0018] Selbstverständlich kann die Form des Kupplungselementes 13 wie auch des gummielastischen
Formstückes 14 beliebig sein. Wesentlich ist lediglich, daß ein Teil der Dämpfungsflächen
erst nach einer bestimmten Auslenkung des Führungsbügels wirksam wird.
1. Stampfer zur Bodenverdichtung, der durch einen eingebauten Antrieb (3) etwa vertikale
Vibrationen ausführt und dabei durch einen elastisch am Stampferkopf (8) angelenkten
und am anderen Ende einen Griff (10a) aufweisenden Führungsbügel (10) von einer Bedienungsperson
zu halten ist, wobei der Führungsbügel (10) eine über seinen Anlenkpunkt (11) hinaus
laufende Verlängerung (10b) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anlenkpunkt (11) des Führungsbügels (10) am Stampferkopf (8) oberhalb eines
vom Griffbereich des Bügels (10) ausgehenden gedachten Lotes (L) auf die Stampfer-Längsachse
(A) angeordnet ist und/oder bei am Anlenkpunkt (11) geteilt gedachtem Führungsbügel
(10) seine Massenverteilung folgende Bestimmung erfüllt

wobei
mV = Masse der Verlängerung (10b) nebst Anbauteilen;
mB = Masse des vom Anlenkpunkt (11) zum Griff laufenden Führungsbügels nebst Anbauteilen;
lV = Abstand zwischen Schwerpunkt von mV und Anlenkpunkt (11);
lB = Abstand zwischen Schwerpunkt von mB und Anlenkpunkt (11);
lVG = Abstand zwischen Schwerpunkt von mV und Griff (10a);
lBG = Abstand zwischen Schwerpunkt von mB und Griff (10a).
2. Stampfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der oben genannte Quotient für die Gewichtsverteilung etwa zwischen 0,7 bis 1,25,
insbesondere zwischen 0,8 bis 1,15 liegt.
3. Stampfer zur Bodenverdichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anlenkpunkt (11) des Führungsbügels (10) zumindest etwa 2 cm, insbesondere
etwa 3 cm bis 20 cm oberhalb des gedachten Lotes (L) angeordnet ist.
4. Stampfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anlenkpunkt (11) des Führungsbügels (10) bezogen auf die Längsachse (A) des
Stampfers in Richtung zum Griffbereich des Bügels versetzt ist.
5. Stampfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verlängerung (10b) des Führungsbügels (10) ein Gegengewicht (12) aufweist.
6. Stampfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anlenkung des Führungsbügels (10) am Stampferkopf (8) über zumindest ein elastisches
Element (13) mit abgestuft progressiver Federkennlinie erfolgt.
7. Stampfer nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die abgestuft progressive Federkennlinie durch zusätzliche Dämpfungsflächen des
elastischen Elementes (13) realisiert ist, die erst nach einer bestimmten Auslenkung
des Führungsbügels (10) in Wirkverbindung mit ihm gelangen.