[0001] Die Erfindung betrifft ein Bohrwerkzeug mit Trägerkörper und einem oder mehreren
Schneidkörpem, deren in radialer Richtung gemessene Breite entgegen der Bohrrichtung
teilweise kontinuierlich abnimmt, wobei die Schneidkörper die Umfangskontur des Trägerkörpers
radial und axial überragen.
[0002] Bohrwerkzeuge der hier in Rede stehenden Art dienen dem Abbau von Gestein, Beton,
Mauerwerk und dergleichen Materialien. Insbesondere im Aufbau der Trägerkörper können
sie unterschiedlich ausgebildet sein. Gemeinsam ist den Bohrwerkzeugen jedoch, dass
sie im bohrrichtungsseitigen Endbereich einen oder mehrere Schneidkörper aufweisen,
wobei diese Schneidkörper aus verschleissfestem Werkstoff wie Hartmetall. Hartstoff
oder dergleichen bestehen.
[0003] Aus der Sicht des Trägerkörpers besteht beispielsweise die Möglichkeit, diesen in
Form eines Schaftes auszubilden, der am Umfang eine Wendel trägt, die einstückig angeformt
oder damit verbunden sein kann. Bohrrichtungsseitig sowie radial wird der Trägerkörper
von Schneidkörpem überragt, wobei es sich beispielsweise bei kleineren Durchmessem
um einen einzigen und bei grösseren Durchmessern um mehrere Schneidkörper handeln
kann. Ein derartiges Bohrwerkzeug, insbesondere für grössere Durchmesser, ist beispielsweise
aus der DE-PS 25 43 578 bekannt.
[0004] Darüber hinaus besteht - insbesondere für die Herstellung von Bohrungen grösserer
Durchmesser - die Möglichkeit, den Trägerkörper als Hohlbohrkrone auszubilden. In
diesem Falle wird der bohrrichtungsseitige Bereich des Trägerkörpers sowohl axial
als auch radial von Schneidkörpem überragt, die über den Umfang verteilt an dem als
Hohlbohrkrone ausgebildeten Trägerkörper angeordnet sind. Dabei darf die Länge der
Schneidkörper in Bohrrichtung ein Mindestmass nicht unterschreiten, damit zwischen
Schneidkörper und Trägerkörper eine ausreichend grosse Kontaktfläche vorhanden ist,
welche zur Uebertragung der auftretenden Kräfte in der Lage ist. Eine solche Hohlbohrkrone
ist beispielsweise aus der DE-PS 24 19 548 bekannt.
[0005] Wie die vorgenannten bekannten Bohrwerkzeuge zeigen, ist den Schneidkörpem gemeinsam,
dass deren in radialer Richtung gemessene Breite entgegen der Bohrrichtung kontinuierlich
abnimmt. Im Falle der Hohlbohrkrone als Trägerkörper bedeutet dies, dass die in radialer
Richtung gemessene Breite der Schneidkörper entgegen der Bohrrichtung kontinuierlich
sowohl zur Innen- als auch zur Aussenkontur des Trägerkörpers hin abnimmt. Mit dieser
Abnahme der Breite der Schneidkörper soll erreicht werden, dass die Reibung der Schneidkörper
an der Wandung der herzustellenden Bohrung verringert wird.
[0006] Solange die Bohrwerkzeuge neu sind, wird die Zielsetzung einer Verringerung der Reibung
weitgehend erreicht. Je länger der Einsatz der Bohrwerkzeuge aber dauert, desto stärker
nähert sich die radial gemessene Breite der Schneidkörper aufgrund des Verschleisses
in radialer Richtung einem konstanten Mass. Dies führt dazu, dass die an der Wandung
der herzustellenden Bohrung reibende Fläche der Schneidkörper entgegen der Bohrrichtung
immer länger wird, was dazu führt, dass durch laufende Erhöhung der Reibung der Wirkungsgrad
der Bohrwerkzeuge erheblich abnimmt. Im Extremfalle erstreckt sich die an der Wandung
der herzustellenden Bohrung reibende Fläche der Schneidkörper über deren gesamte axiale
Länge, dh auch über die Länge, um die die Schneidkörper im Trägerkörper eingebettet
sind. Dies führt schliesslich zu einer Ueberlastung der Antriebsgeräte und zum Festklemmen
der Bohrwerkzeuge in der herzustellenden Bohrung.
[0007] Die geschilderte Problematik wird bei den in den letzten Jahren vermehrt Verwendung
findenden Vollbohrem mit mehr als einem Schneidkörper noch verstärkt. Diese Bohrwerkzeuge
erzeugen kreisrunde Löcher mit engeren Toleranzen als die bisher üblichen, mit einem
Schneidkörper versehenen Bohrwerkzeuge. Der Klemmeffekt durch den vorstehend genannten
Veschleiss fällt dadurch besonders ins Gewicht, so dass die diesbezügliche Problematik
wesentlich verschärft wird. In gleich verschärfter Weise tritt diese Problematik auch
bei Bohrwerkzeugen auf, deren Trägerkörper als Hohlbohrkrone mit mehreren Schneidkörpem
ausgebildet ist, da auch solche Bohrwerkzeuge zu Bohrungen mit engen Toleranzen führen.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bohrwerkzeug zu schaffen, bei welchem
selbst bei längerem Einsatz die Reibung der Schneidkörper an der Wandung der herzustellenden
Bohrung nicht in einer den Wirkungsgrad herabsetzenden Weise erhöht wird.
[0009] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die in radialer Richtung gemessene
Breite der Schneidkörper entgegen der Bohrrichtung anschliessend an die kontinuierliche
Abnahme sich in einer Stufe verringert.
[0010] Die erfindungsgemässe Abnahme der in radialer Richtung gemessenen Breite der Schneidkörper
in Form einer Stufe führt zu einer Art Taillierung der Schneidkörper in ihrer radial
gemessenen Breite. Dies hat zur Folge, dass selbst nach längerem Einsatz der Bohrwerkzeuge
die zur Reibung an der Wandung der herzustellenden Bohrung führende Länge der Schneidkörper
entgegen der Bohrrichtung bis höchstens zur Stufe reicht. Es wird somit ein noch zulässiger
Maximalbetrag an Reibung nicht überschritten, unabhängig von der Länge des Einsatzes
der Bohrwerkzeuge.
[0011] Selbst bei den erfindungsgemässen Bohrwerkzeugen nimmt die Reibung mit fortdauern-dem
Einsatz um ein gewisses Mass zu. Der Maximalbetrag der Reibung kann durch die erfindungsgemässe
Stufe jedoch derart begrenzt werden, dass die Reibung noch keinen wirkungsgradmindernden
Einfluss hat. Abhängig ist dieser Maximalbetrag von der Wahl der Anordnung der Stufe,
wobei sich diesbezüglich gezeigt hat, dass bevorzugte Werte dann entstehen, wenn das
in axialer Richtung gemessene Mass vom freien Ende der Schneidkörper bis zur Stufe
der Verringerung etwa dem 0,3- bis 0,5-fachen der gesamten in axialer Richtung gemessenen
Länge der Schneidkörper entspricht.
[0012] Unabhängig von der Ausbildung des Trägerkörpers ist es von Vorteil, wenn die Stufe
der Verringerung im Bereich des bohrrichtungsseitigen Endes des Trägerkörpers liegt.
Damit wird erreicht, dass maximal der in axialer Richtung überstehende Bereich zur
Bildung der für die Reibung verantwortlichen Länge beiträgt. Der Bereich, welcher
der Einbindung der Schneidkörper im Trägerkörper dient, kann damit zu keiner unzulässigen
Erhöhung der Reibung des Bohrwerkzeuges an der Wandung der herzustellenden Bohrung
führen.
[0013] Um sicherzustellen, dass der entgegen der Bohrrichtung an die Stufe anschliessende
Bereich der Schneidkörper nicht an der Reibung teilnimmt, ist eine ausreichende Reduzierung
der in radialer Richtung gemessenen Breite der Schneidkörper im Anschluss an die Stufe
sicherzustellen. Dies wird dann erreicht, wenn in bevorzugter Weise sich die in radialer
Richtung gemessene Breite der Schneidkörper an der Stufe um mindestens 30 % des Masses
reduziert, um welches die Schneidkörper den Trägerkörper entgegen der Bohrrichtung
im Anschluss an die Stufe radial überragen. Dies bedeutet, dass sich die in radialer
Richtung gemessene Breite der Schneidkörper im Anschluss an die Stufe bis maximal
zur Aussenkontur des Trägerkörpers reduzieren kann.
[0014] Im Sinne eines symmetrischen Aufbaus der Schneidkörper ist zweckmässigerweise vorgesehen,
dass sich die in radialer Richtung gemessene Breite an beiden Breitseiten der Schneidkörper
in einer Stufe verringert.
[0015] Wie bereits darauf hingewiesen, werden für Bohrungen grösserer Durchmesser bevorzugt
Trägerkörper in Form einer Hohlbohrkrone verwendet. Auch bei solchen Trägerkörpem,
wo die Schneidkörper über den stirnseitigen Umfang verteilt sind, führt die erfindungsgemässe
Taillierung zu den genannten Vorteilen. Demnach ist gemäss einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung der Trägerkörper eine Hohlbohrkrone, wobei die in radialer Richtung
gemessene Breite der Schneidkörper entgegen der Bohrrichtung anschliessend an die
kontinuierliche Abnahme sich in einer Stufe zur Innen- und Aussenkontur des Trägerkörpers
hin verringert. Auch hier sind die Schneidkörper zweckmässigerweise symmetrisch aufgebaut,
dh die in radialer Richtung gemessene Breite der Schneidkörper verringert sich an
beiden Breitseiten in einer Stufe. Ebenso fällt in bevorzugter Weise die Stufe im
wesentlichen mit dem bohrrichtungsseitigen Ende des Trägerkörpers zusammen. Hinausgehend
über die genannten Vorteile wird mit der erfindungsgemässen Ausbildung die Entnahme
der Bohrkeme wesentlich verbessert.
[0016] Die Erfindung wird nachstehend anhand von Zeichnungen, welche Ausführungsbeispiele
wiedergeben, näher erläutert. Es zeigen:
- Fig.1
- eine Ansicht des bohrrichtungsseitigen Bereiches eines Bohrwerkzeuges gemäss Erfindung;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch den bohrrichtungsseitigen Bereich eines Bohrwerkzeuges gemäss
Erfindung, mit einem als Hohlbohrkrone ausgebildeten Trägerkörper.
[0017] Das Bohrwerkzeug gemäss Fig. 1 besteht aus einem Trägerkörper 1 und einem Schneidkörper
2. Der Schneidkörper 2 ist im Trägerkörper 1 eingebettet.
[0018] Wie die Fig. 1 ferner zeigt, nimmt die in radialer Richtung gemessene Breite R des
Schneidkörpers 2 im Bereich K kontinuierlich ab, bis zu einer Stufe S. An der Stufe
S erfolgt eine weitere Abnahme der in radialer Richtung gemessenen Breite R. Gemäss
dem in der Fig. 1 dargestellten Beispiel fällt die Stufe S im wesentlichen mit dem
bohrrichtungsseitigen Ende E des Trägerkörpers 1 zusammen. Um das Mass B überragt
der Schneidkörper 2 das bohrrichtungsseitige Ende E des Trägerkörpers 1, wobei die
gesamte Länge des Schneidkörpers 2 dem Mass A entspricht.
[0019] Das Bohrwerkzeug gemäss Fig. 2 weist einen als Hohlbohrkrone ausgebildeten Trägerkörner
3 auf, in welchen Schneidkörper 4 eingebettet sind. Die Schneidkörper 4 überragen
die Wandstärke des Trägerkörpers 3 in radialer Richtung und übersteigen das bohrrichtungsseitige
Ende E des Trägerkörpers 3.
[0020] Wie die Fig. 2 ferner zeigt, verringert sich die in radialer Richtung gemessene Breite
R der Schneidkörper 4 entgegen der Bohrrichtung kontinuierlich im Bereich K bis zur
Stufe S. An der Stufe S erfolgt eine weitere Verringerung der in radialer Richtung
gemessenen Breite R in der Weise, dass die Wandstärke des Trägerkörpers 3 in radialer
Richtung nur noch geringfügig von den Schneidkörpem 4 überragt wird. Die Stufe S fällt
- wie das in der Fig. 2 gezeigte Beispiel zeigt mit dem bohrrichtungsseitigen Ende
E des Trägerkörpers 3 zusammen. Um die Länge B übersteigen die Schneidkörper 4 das
bohrrichtungsseitige Ende E des Trägerkörpers 3 in Bohrrichtung, während die gesamte
Länge der Schneidkörper 4 dem Mass A entspricht.
[0021] In den Beispielen sowohl gemäss Fig. 1 als auch gemäss Fig. 2 überragt die in radialer
Richtung gemessene Breite R der Schneidkörper 2, 4 entgegen der Bohrrichtung anschliessend
an die Stufe S den Trägerkörper 1, 3 noch geringfügig. Dieses Ueberragen kann sich
im Extremfalle vollständig reduzieren, so dass die in diesem Bereich gemessene radiale
Breite der Schneidkörper 2, 4 der in radialer Richtung gemessenen Erstreckung des
Trägerkörpers 1, 3 - im Falle einer Hohlbohrkrone deren Wandstärke- entspricht.
1. Bohrwerkzeug mit Trägerkörper (1, 3) und einem oder mehreren Schneidkörpem (2,4),
deren in radialer Richtung gemessene Breite (R) entgegen der Bohrrichtung teilweise
kontinuierlich abnimmt, wobei die Schneidkörper (2, 4) die Umfangskontur des Trägerkörpers
(1, 3) radial und axial überragen, dadurch gekennzeichnet, dass die in radialer Richtung gemessene Breite (R) der Schneidkörper (2, 4) entgegen
der Bohrrichtung anschliessend an die kontinuierliche Abnahme (K) sich in einer Stufe
(S) verringert.
2. Schneidkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das in axialer Richtung
gemessene Mass (B) vom freien Ende der Schneidkörper (2, 4) bis zur Stufe (S) der
Verringerung etwa dem 0,3- bis 0,5-fachen der gesamten, in axialer Richtung gemessenen
Länge (A) der Schneidkörper (2, 4) entspricht.
3. Bohrwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stufe (S) der
Verringerung im Bereich des bohrrichtungsseitigen Endes (E) des Trägerkörpers (1,
3) liegt.
4. Bohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich die
in radialer Richtung gemessene Breite (R) der Schneidkörper (2, 4) an der Stufe (S)
um mindestens 30 % des Masses reduziert, um welches die Schneidkörper (2, 4) den Trägerkörper
(1, 3) entgegen der Bohrrichtung im Anschluss an die Stufe (S) radial überragen.
5. Bohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich die
in radialer Richtung gemessene Breite (R) an beiden Breitseiten der Schneidkörper
(2, 4) in einer Stufe (S) verringert.
6. Bohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerkörper
(3) eine Hohlbohrkrone ist und die in radialer Richtung gemessene Breite (R) der Schneidkörper
(4) entgegen der Bohrrichtung anschliessend an die kontinuierliche Abnahme (K) sich
in einer Stufe (S) zur Innen- und Aussenkontur des Trägerkörpers (3) hin verringert.