[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der passiven Infraroteindringdetektoren, das sind
bekanntlich Detektoren zur Erkennung von Bewegungen von Personen und Objekten in einem
bestimmten Raum anhand der von ihnen ausgesandten Infrarotstrahlung. Derartige Infraroteindringdetektoren
enthalten einen oder mehere infrarotempfindliche Sensoren mit je zwei oder mehreren
pyroelektrischen Sensorelementen, die bei Veränderung der einfallenden Infrarotstrahlung
ein elektrisches Signal abgeben. Die Infrarotstrahlung tritt durch ein infrarotdurchlässiges
Eintrittsfenster in das Detektorgehäuse ein und wird durch geeignete optische Elemente
auf die Sensorelemente fokussiert. Diese optischen Elemente sind in der Regel aus
mehreren Spiegelflächen bestehende Hohlspiegel oder Fresnellinsen, die gleichzeitig
als Eintrittsfenster ausgebildet sind.
[0002] Zur Unterscheidung der von warmen Körpern ausgesandten Infrarotstrahlung, deren Wellenlänge
in einem Bereich um 10 µm liegt, von Störlichtstrahlung anderer Wellenlängenbereiche,
sind Infraroteindringdetektoren mit verschiedenen optischen Filtern, beispielsweise
mit Interferenzfiltern, versehen, die vorzugsweise an den Pyrosensoren angeordnet
sind.
[0003] Beim praktischen Einsatz derartiger Infrarotdetektoren hat sich gezeigt, dass diese
auch bei Ausrüstung mit sehr guten Interferenzfiltern auf elektromagnetische Strahlung
einer wesentlich keineren Wellenlänge als die erwähnten 10 µm ansprechen und in Alarmzustand
gebracht werden können. Um diesem unerwünschten Verhalten der Detektoren beizukommen,
versieht man sie mit Streufiltern in Form von pigmentierten Eintrittsfenstern, welche
durch wellenlängenabhängige Streuung der auffallenden Strahlung eine Filterwirkung
erzielen. Ein derartiges pigmentiertes Eintrittsfenster ist beispielsweise aus der
EP-A-0 440 112 bekannt.
[0004] Eine ähnliche Wirkung lässt sich durch eine Aufrauhung der Spiegeloberfläche erzielen,
wobei die Rauhigkeit der Spiegelflächen eine Infrarotselektivität bewirkt. Diese wirkt
sich dahingehend aus, dass Infrarotstrahlung der gewünschten Wellenlänge auf die Sensorelemente
fokussiert, das Störlicht hingegen diffus gestreut wird. Eine derartige aufgerauhte
Spiegeloberfläche ist beispielsweise in der EP-A-0 617 389 beschrieben.
[0005] Beiden genannten Arten von Streufiltern ist gemeinsam, dass ihre Wirkung auf das
Signal des Pyrosensors in relativ komplizierter Weise von der Geometrie des Detektors
(z.B. Spiegelgeometrie, Apertur des Pyrosensors, Abstand des Sensors vom Spiegel)
abhängig ist.
[0006] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Spiegel für einen Infraroteindringdetektor
zur Fokussierung von aus einer bestimmten Richtung einfallender Strahlung auf mindestens
ein pyroelektrisches Sensorelement. Dieser Spiegel soll so ausgebildet sein, dass
unerwünschtes Störlicht mit Sicherheit nicht auf das mindestens eine Sensorlement
gelangt, so dass keine durch Störlichtstrahlung ausgelösten Fehlalarme auftreten können.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Spiegel eine Trägerschicht
aus dunklem Material und eine auf diese applizierte Reflexionschicht aufweist, welche
einerseits für Störstrahlung unterhalb des Wellenlängenbereichs von menschlicher Wärmestrahlung
transparent ist und andererseits Strahlung aus dem genannten Wellenlängenbereich stark
reflektiert.
[0008] Mit "dunklem Material" ist in diesem Zusammenhang ein Material gemeint, das oberhalb
einer Wellenlänge von etwa 4 µm gut absorbiert. Die Reflexionsschicht ist im sichtbaren
Bereich transparent und lässt Infrarotstrahlung kleiner Wellenlängen, vorzugsweise
solche unterhalb von 4 - 7 µm, durch, so dass diese in die dunkle Trägerschicht gelangen
kann, wo sie absorbiert wird.
[0009] Das ist ein wesentlicher Unterschied gegenüber den bekannten Streufiltern, wo man
versucht, die Störstrahlung durch Streuung so im Detektor zu verteilen, dass sie nicht
mit einer für einen Alarm ausreichenden Intensität auf den Pyrosensor gelangt. Das
ist naturgemäss eine relativ willkürliche und nur schwer kontrollierbare Methode.
[0010] Ein erstes bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Spiegels ist dadurch
gekennzeichnet, dass die Reflexionsschicht durch eine dotierte Halbleiterschicht,
vorzugsweise eine sogenannte ITO-Schicht, gebildet ist. Dabei steht ITO für Indium-Tin-Oxide
(Indium-Zinn-Oxid). ITO ist ein n-Typ Halbleiter mit einem sehr breiten Bandabstand
von 3.3 eV, der so stark dotiert werden kann, dass die freie Plasmawellenlänge ins
nahe Infrarot zu liegen kommt. Ein weiterer Vorteil der ITO-Schicht liegt darin, dass
diese hart, also verschleissfest, und chemisch inert ist. Letzteres bedeutet, dass
die genannten Eigenschaften des erfindungsgemässen Spiegels während dessen Lebenszeit
praktisch unveränderlich sind.
[0011] Ein zweites bevorzugtes Ausführungsbeispiel ist dadurch gekennzeichnet, dass die
Reflexionsschicht durch eine sehr dünne Metallschicht oder durch ein mehrschichtiges
Interferenzfilter gebildet ist. Für die Metallschicht kommt insbesondere Gold oder
ein anderes Edelmetall in Frage, und als mehrschichtiges Interferfenzfilter kann beispielsweise
Zinksulfid oder Germanium verwendet werden.
[0012] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Spiegels ist
dadurch gekennzeichnet, dass die dunkle Trägerschicht aus schwarzem Kunststoff oder
Metall besteht.
[0013] Die Erfindung betrifft weiter einen Infraroteindringdetektor mit einer Spiegelanordnung,
welche einen Spiegel der genannten Art enthält und aus mindestens einem Primärspiegel
und einem Sekundärspiegel besteht.
[0014] Der erfindungsgemässe Infraroteindringdetektor ist dadurch gekennzeichnet, dass der
Sekundärspiegel durch den die Trägerschicht und die Reflexionsschicht aufweisende
Spiegel gebildet ist.
[0015] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der einzigen Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert, wobei die Zeichnung einen ausschnittweisen,
vergrösserten Schnitt durch einen schematisch dargestellten Infraroteindringdetektor
zeigt.
[0016] Der Infraroteindringdetektor weist darstellungsgemäss ein Gehäuse G auf, in dem im
wesentlichen ein Pyrosensor 1, ein Eintrittsfenster 2 für die aus einem zu überwachenden
Raum auf den Detektor fallende Strahlung und ein Spiegel 3 angeordnet sind. Der Spiegel
3 dient zur Fokussierung der aus einem bestimmten Raumwirkelbereich durch das Eintrittsfenster
2 einfallenden Strahlung auf den Pyrosensor 1. Die durch das Eintrittsfenster 2 auf
den Spiegel 3 fallende Strahlung ist mit S
e und die vom Spiegel 3 auf den Pyrosensor 1 reflektierte Strahlung ist mit S
r bezeichnet. Derartige Detektoren gehören zum Stand der Technik, so dass auf eine
genauere Beschreibung des Detektoraufbaus verzichtet werden kann. Es wird in diesem
Zusammenhang auf die von der Cerberus AG unter der Typenbezeichnung DR413/414 und
DR421 vertriebenen Passiv-Infrarotmelder sowie auf die EP-A-0 361 224 (= US-A-4,990,783)
verwiesen.
[0017] Das den dargestellten Infraroteindringdetektor von bekannten Detektoren wesentlich
unterscheidende Merkmal ist durch den Spiegel 3 gebildet, der aus mindestens zwei
Schichten, einer Trägerschicht 4 und einer Reflexionsschicht 5, aufgebaut ist, wobei
die Reflexionsschicht auf die im Strahlengang vordere Fläche der Trägerschicht appliziert
ist. Als weitere Schicht kann eine auf die Reflexionsschicht 5 aufgebrachte Vergütungsschicht
vorgesehen sein, die beispielsweise aus MgF₂ besteht.
[0018] In der Regel enthält der Infraroteindrindetektor nicht einen einzigen Spiegel sondern
eine aus mindestens einem Primärspiegel und einem Sekundärspiegel bestehende Spiegelanordnung,
wobei der mindestens eine Primärspiegel mit der einfallenden Strahlung beaufschlagt
ist und diese auf den Sekundärspiegel reflektiert, der seinerseits die auf ihn auffallende
Strahlung auf den Pyrosensor 1 fokussiert. Bei einer derartigen Spiegelanordnung ist
vorzugsweise nur der Sekundärspiegel, der wesentlich kleiner ist als der mindestens
eine Primärspiegel, in der Art des Spiegels 3 ausgebildet.
[0019] Die Reflexionsschicht 5 ist ein sogenannter Hitzespiegel und weist einerseits für
"warme" Strahlung, also Infrarotstrahlung in dem für die menschliche Wärmestrahlung
typischen Bereich von 4µm - 15µm eine hohe Reflektivität auf, und sie ist andererseits
für die unterhalb von etwa 4µm liegende Strahlung transparent. Letzteres gilt insbesondere
auch für Strahlung aus dem Bereich des Spektrums des sichtbaren Lichts. Die Reflexionsschicht
5 ist entweder eine sehr dünne Metallschicht, vorzugsweise eine Goldschicht, oder
ein mehrschichtiges Interferenzfilter aus Zinksulfid oder Germanium, oder eine dotierte
Halbleiterschicht. Besonders gut geeignet ist eine ITO (Indium-Zinn-Oxid)-Schicht,
wie sie industriell auf Glas (Fensterglas für Bürogebäude), transparente Kunststoffteile
(Autoschiebedächer, Isolierflaschen für gekühlte Getränke) oder leitfähige Gegenstände
(Solarzellen, IC-Verpackungen) aufgebracht wird. ITO ist ein n-Typ-Halbleiter mit
einem sehr breiten Bandabstand von 3.3 eV, der so stark dotiert werden kann, dass
die freie Plasmawellenlänge ins nahe Infrarot zu liegen kommt. Dadurch ist die Wellenlängenselektivität
oder mit anderen Worten, die Filtereigenschaft, dieser Schicht eine ausschliessliche
Materialeigenschaft. Beim vorliegenden Detektor wird die die Reflexionsschicht bildende
ITO-Schicht beispielsweise durch reaktives Magnetron Sputtering aufgebracht.
[0020] Die Trägerschicht 4 besteht aus einem dunklen Kunststoff, vorzugsweise aus einem
schwarzen ABS (Acrylnitril-Butodien-Styrol-Polymerisat), oder aus einem tiefgezogenen,
schwarzen Metall, wobei die dunkle Farbe dazu dient, der Trägerschicht 4 ein gutes
Absorptionsvermögen zu verleihen. Die Wirkung des dotierten Halbleiters auf der schwarzen
Trägerschicht beruht alleine auf den dielektrischen Eigenschaften der Reflexionsschicht
5. Das bedeutet, dass die Trennung der von der Reflexionsschicht reflektierten und
der von ihr durchgelassenen Wellenlängen an der Kontaktfläche zwischen Luft und Reflexionsschicht
5 erfolgt und daher, vorausgesetzt, dass die Reflexionsschicht 5 eine bestimmte minimale
Dicke nicht unterschreitet, von dieser Schichtdicke nur sehr wenig abhängig ist.
[0021] Ein weiterer Vorteil der ITO-Schicht liegt darin, dass diese sehr hart und somit
widerstandsfähig, und dass sie ausserdem chemisch inert ist. Letzteres hat zur Folge,
dass sich die Reflexionseigenschaften und die Filterwirkung der Reflexionsschicht
über Jahre nicht ändern, so dass von über die Lebensdauer des Reflektors gleichbleibenden
Eigenschaften der Reflexionsschicht 5 ausgegangen werden kann.
[0022] Ein durch das Eintrittsfenster 2 auf den Spiegel 3 fallender Infrarotstrahl S
e wird entweder von der Reflexionsschicht 5 reflektiert und auf den Pyrosensor 1 fokussiert
(Strahl S
r) oder er wird durch die Reflexionsschicht 5 hindurchgelassen und gelangt in die schwarze
Trägerschicht 4 (Strahlen S
a), wo er vollständig absorbiert wird.
[0023] Das Kriterium, ob ein auf den Spiegel 3 fallender Strahl S
e reflektiert oder absorbiert wird, bildet einzig seine Wellenlänge. Wenn diese in
dem für die von einem Menschen abgegebene Wärmestrahlung typischen Bereich von 4 µm
bis 15 µm liegt, dann erfolgt Reflexion, wenn sie unterhalb von etwa 4 µm liegt, dann
erfolgt Absorption. Die Festlegung dieser Filtergrenze erfolgt durch entsprechende
Dotierung der die Reflexionsschicht 5 bildenden ITO-Schicht.
[0024] Bei Bedarf kann die Filterwirkung des "schwarzen" Spiegels 3 noch dadurch verstärkt
werden, dass ein die einfallende Strahlung S
e wellenlängenabhängig streuendes, pigmentiertes Eintrittsfenster 2 verwendet wird.
1. Spiegel für einen Infraroteindringdetektor zur Fokussierung von aus einer bestimmten
Richtung einfallender Strahlung auf mindestens ein pyroelektrisches Sensorelement,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spiegel (3) eine Trägerschicht (4) aus dunklem Material
und eine auf diese applizierte Reflexionsschicht (5) aufweist, welche einerseits für
Störstrahlung unterhalb des Wellenlängenbereichs von menschlicher Wärmestrahlung transparent
ist und andererseits Strahlung aus dem genannten Wellenlängenbereich stark reflektiert.
2. Spiegel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reflexionsschicht (5) durch
eine dotierte Halbleiterschicht, vorzugsweise eine sogenannte ITO-Schicht, gebildet
ist.
3. Spiegel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reflexionsschicht (5) durch
eine sehr dünne Metallschicht oder durch ein mehrschichtiges Interferenzfilter gebildet
ist.
4. Spiegel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die dunkle
Trägerschicht (4) aus schwarzem Kunststoff oder Metall besteht.
5. Spiegel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff durch ein Acrynitril-Butodien-Styrol-Polymerisat
gebildet ist.
6. Spiegel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Reflexionsschicht (5) eine
Vergütung aufweist.
7. Infraroteindringdetektor mit einer Spiegelanordnung, welche einen Spiegel nach einem
der Ansprüche 1 bis 3 aufweist und aus mindestens einem Primärspiegel und einem Sekundärspiegel
besteht, dadurch gekennzeichnet, dass der Sekundärspiegel durch den die Trägerschicht
(4) und die Reflexionsschicht (5) aufweisenden Spiegel (3) gebildet ist.