[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Anlage gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Elektronische Artikelsicherungsanlagen, die die Anwesenheit eines mit einem Schwingkreis
(Spule und Kondensator) ausgestatteten Sicherungsanhängers in einer Überwachungszone
nachweisen und insbesondere in Verkaufseinrichtungen Verwendung finden, sind im Stande
der Technik bekannt. Da die jeweilige Resonanzfrequenz der einzelnen Sicherungsanhänger
einer fertigungsbedingten Toleranz von typisch ± 10 % unterliegt, ist es notwendig,
die Sendefrequenz über einen bestimmten Bereich zu variieren (zu wobbeln), um sicher
zu sein, alle Sicherungsanhänger nachweisen zu können. Dazu findet gewöhnlich ein
spannungsgesteuerter Oszillator (VCO) Verwendung, der den gewünschten Frequenzbereich
liefert. Sein Eingang wird mit einer Sinus-, Dreieck- oder Treppenspannung beaufschlagt,
und an seinem Ausgang liegt eine der Eingangsspannung proportionale Frequenz an. Alternativ
können auch Digital-Analog-Wandler zur Frequenzerzeugung dienen. Der Oszillator ist
im Regelfall an einer Endstufe angeschlossen, die im Pulsbetrieb eine Sendeantenne
speist, welche ihrerseits ein Magnetfeld in der Überwachungszone erzeugt. Eine separate
Empfangsantenne wird zum Empfang der Signale verwendet, die ein Sicherungsanhänger
in der Überwachungszone erzeugt. Diese Antenne ist an einem Empfangsschaltkreis angeschlossen,
der auf dem gesamten vom Sender überstrichenen Frequenzbereich sensitiv ist, während
der Ausgang des Empfängers an einem Detektor angeschlossen ist, der bei der Anwesenheit
eines Sicherungsanhängers in der Überwachungszone einen Alarm auslöst, so daß das
Personal der Verkaufseinrichtung odgl. ggf. einen Diebstahl verhindern kann. Die Detektion
wird gewöhnlich derart realisiert, daß bei einer Änderung der empfangenen Leistung
- in Folge der Anwesenheit eines Sicherungsanhängers - bei einer bestimmten, gleichbleibenden
Sendefrequenz, also konstanter zeitlicher Position während der Wobbelzyklen Alarm
gegeben wird.
[0003] Eine Anlage gattungsgemäßer Art ist aus der EP 565 481 A1 bekannt geworden. Um einerseits
die Nachweiswahrscheinlichkeit der Sicherungsanhänger durch eine Erhöhung der Empfindlichkeit
verbessern zu können, andererseits die Wahrscheinlichkeit eines Fehlalarmes zu reduzieren,
weist der Empfänger einen Mischer auf, dessen erster Eingang mit der Empfangsspule
in Verbindung steht. Der zweite Eingang wird mit der Sendefrequenz beaufschlagt. Im
Ergebnis liegt am Ausgang des Mischers eine Gleichspannungssignal an, die sich bei
der Anwesenheit eines Sicherungsanhängers in der Überwachungszone ändert. Diese Spannung
wird einem Bandpassfilter und einem Verstärker und schließlich einem Analog-Digital-Wandler
des Detektors zugeführt.
[0004] Die EP 387 970 A1 offenbart eine andere, jedoch ähnliche Anlage. Hier wird dem Mischer
vom Sender ein Referenzsignal mit einer derartigen Phase zugeführt, daß sich ein maximales
Ausgangssignal ergibt, falls ein Sicherungsanhänger in der Überwachungszone ist. Wird
hingegen ein Signal empfangen, das um 90 ° relativ zu dem eines Sicherungsanhängers
phasenverschoben ist, wird die Ausgangsspannung minimal.
[0005] Bei den bekannten Anlagen finden somit Mischer (Synchrondetektoren) Verwendung, die
der - im Signalweg nachfolgenden - Detektionsvorrichtung ausschließlich eine Information
über das Produkt aus der empfangenen Amplitude und einem festen (wenn auch möglicherweise
frequenzabhängigen), von der Phasenverschiebung zwischen gesendetem und empfangenen
Signal abhängigen Faktor liefern. Als nachteilig ist dabei anzusehen, daß die Information
über die Phase des empfangenen Signals unnötigerweise verlorengeht, so daß mitunter
auch nicht von einem Sicherungsanhänger stammende Störsignale (deren Amplitude, jedoch
nicht Phase dem Signal eines Resonanzschwingkreises entspricht) zur Auslösung eines
für den betroffenen Kunden peinlichen Alarms führen können.
[0006] Ausgehend vom Stande der Technik liegt der Erfindung das Problem zugrunde, eine Anlage
zur elektronischen Artikelüberwachung zu schaffen, die sich durch geringe Empfindlichkeit
gegenüber Störsignalen und eine hohe Nachweiswahrscheinlichkeit auszeichnet.
[0007] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß sowohl die Amplitude der empfangenen
Signale als auch der Phasenunterschied zwischen dem Feld des Senders und den empfangenen
Signalen ausgewertet wird.
[0008] Der Kerngedanke besteht darin, die Entscheidung über das Auslösen eines Alarms anhand
einer zusätzlichen Information - der Phasenverschiebung zwischen dem ausgestrahlten
und dem empfangenen Signal - zu treffen, um somit besser zwischen dem von einem Sicherungsanhänger
erzeugten und anderen, von beliebigen Störungsquellen (wie Sendern, metallischen Gegenständen
in der Überwachungszone odgl.) stammenden Ausgangssignalen des Empfängers unterscheiden
zu können.
[0009] Die Vorteile der Erfindung bestehen vornehmlich darin, daß die Wahrscheinlichkeit
der Auslösung eines Fehlalarmes durch Störungsquellen wesentlich reduziert ist. Auch
die Empfindlichkeit, also die Detektionswahrscheinlichkeit für Sicherungsanhänger
ist verbessert.
[0010] Aufgrund der fertigungsbedingten Toleranzen der Resonanzkreise der Sicherungsanhänger
erweist es sich als notwendig, die Sendefrequenz über einen bestimmten Bereich zu
variieren, um wirklich alle eventuell in der Überwachungszone enthaltenen Sicherungsanhänger
nachweisen zu können. Diese - an sich bekannte - Variation der Sendefrequenz ermöglicht,
nicht nur die bei maximaler Amplitude, also bei der Resonanzfrequenz eines Sicherungsanhängers
von der Empfangsantenne nachgewiesenen Signale, sondern auch bei anderen Sendefrequenzen
gemessene Signale zur Entscheidung über das Auslösen eines Alarmes zu Rate zu ziehen.
Zur Auswertung werden insbesondere die detektierten Amplituden- und Phasenmeßwerte
herangezogen, die sich bei Sendefrequenzen ergeben, die in der Nähe der Resonanzfrequenz
eines Sicherungsanhängers liegen. Bei allen anderen Frequenzen (mit Ausnahme eventueller
Störsender) wird die empfangene Amplitude hingegen unterhalb des stets vorhandenen
Rauschpegels bleiben, so daß sich hier keine Möglichkeit bietet, Sicherungsanhänger
nachzuweisen.
[0011] Ein Alarm wird nur dann ausgelöst, falls der Verlauf der Phasen und Amplituden der
empfangenen Signale in Abhängigkeit von der Sendefrequenz zumindest näherungsweise
mit einer festgelegten Kurvenform übereinstimmt. Diese Kurvenform entspricht der Kurve,
die von einem Sicherungsanhänger in der Überwachungszone zu erwarten ist. Die bei
den einzelnen, unterschiedlichen Sendefrequenzen empfangenen Signale werden daher
gespeichert und es wird fortlaufend geprüft, ob sie (als Funktion der Sendefrequenz)
der festgelegten Kurve entsprechen.
[0012] Weiterhin wird auch nur dann ein Alarm ausgelöst, falls die Amplituden der empfangenen
Signale einen bestimmten Schwellenwert überschreiten.
[0013] Anhand der gemessenen Amplituden und Phasen kann die Halbwertsbreite und Mittenfrequenz
der Resonanzkurve eines eventuell im Überwachungsbereich befindlichen Schwingkreises
evaluiert werden. Anhand beider Werte kann die (dem Quotienten aus Resonanzfrequenz
und Halbwertsbreite entsprechende) Güte des Schwingkreises berechnet werden. Nur falls
sie innerhalb eines bestimmten Intervalls liegt, das entsprechend den handelsüblichen,
in der jeweils abzusichernden Einrichtung verwendeten Sicherungsanhängern festgelegt
ist, wird ein Alarm ausgelöst. Der Vorzug besteht darin, daß andere Schwingkreise
mit höherer oder geringerer Güte keinen unerwünschten Fehlalarm bewirken können.
[0014] Als Synchrondetektor kommt vorzugsweise ein an sich bekannter, sogenannter IQ-Detektor
zur Verwendung. Er weist einen Ausgang auf, an dem der gleichphasige Anteil von Sende-
und Empfangssignal anliegt. An einem zweiten Ausgang liegt der um 90 ° (oder einen
beliebigen, anderen Winkel) verschobene Anteil des empfangenen Signals an.
[0015] Im folgenden werden Ausführungsformen der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Sie zeigen in schematischer Darstellung in
- Figur 1 :
- eine Blockschaltung der zum Senden und Empfangen dienenden Teile der Anlage;
- Figur 2:
- eine Blockschaltung einer Detektionsvorrichtung;
- Figuren 3-6:
- Beispiele für empfangene Signale;
- Figur 7:
- ein Flußdiagramm für die Detektion von Sicherungsanhängern.
[0016] In Figur 1 ist eine zum Erzeugen eines elektromagnetischen Feldes in der Überwachungszone
und zum Empfang dienende Schaltung dargestellt. Mittels einer am Eingang (1) anliegenden
Spannung wird die Ausgangsfrequenz eines spannungsgesteuerten Oszillators (2), eines
an sich bekannten VCO variiert. Die Frequenz der einem Leistungsverstärker (3) zugeführten
Spannung wird somit durch eine Änderung der Spannung am Eingang (1) derart variiert,
daß sie sukzessive den gesamten Bereich überstreicht, in dem die Resonanzfrequenz
eines Sicherungsanhängers (5) liegen könnte. Das mit dem Leistungsverstärker (3) verstärkte
Sendesignal wird einer Sendeantenne (4) zugeführt, die ein elektromagnetisches Feld
entsprechender Frequenz in die Überwachungszone abstrahlt. Eine Empfangsantenne (6)
dient zum Nachweis der von der Sendeantenne (4) und von dem in der Überwachungszone
enthaltenen Sicherungsanhänger (5) erzeugten elektromagnetischen Felder; ihr der empfangenen
Feldstärke entsprechendes Ausgangssignal wird einem Eingang eines Synchrondetektors
(7) zugeführt. Der zweite Eingang des Synchrondetektors (7) wird mit einem Referenzsignal
beaufschlagt, das dem Leistungsverstärker (3) entnommen wird. An den beiden Ausgängen
des Synchrondetektors (7) ist die Detektionsvorrichtung (8) angeschlossen. An einem
Ausgang des Synchrondetektors (7) liegt eine Spannung an, die dem gleichphasigen Anteil
zwischen der Ausgangsspannung des Leistungsverstärkers (3) und der von der Empfangsantenne
(6) gelieferten Spannung entspricht; an dem anderen Ausgang liegt der um 90 ° verschobene
Anteil beider Spannungen an. Der - auch unter der Bezeichnung IQ-Detektor bekannte
- Synchrondetektor (7) liefert somit am ersten Ausgang das Produkt aus beiden Eingangsspannungen
und am zweiten Ausgang das Produkt aus einer Eingangsspannung und einer um 90 ° phasenverschobenen
Eingangsspannung. Am Ausgang (9) der Detektionsvorrichtung (8) ist eine beliebige
Alarmeinrichtung angeschlossen.
[0017] Figur 2 stellt ein Blockschaltbild einer Detektionsvorrichtung (8) dar. Sie enthält
einen Digital-Analog-Wandler (15), dessen Ausgang (10) mit dem Eingang (1) des spannungsgesteuerten
Oszillators (2) verbunden ist. Der Digital-Analog-Wandler (15) steuert somit die von
der Sendeantenne (4) abgestrahlte Frequenz. Als Wandler (15) kommt im Regelfall eine
12-bit-Ausführungsform zum Einsatz, die es ermöglicht, den Ausgang (10) auf einen
von 4096 möglichen Spannungswerten einzustellen und zwischen 4096 unterschiedlichen
Sendefrequenzen zu wählen.
[0018] In einem Festwertspeicher (ROM) (12) gespeicherte Programme steuern einen Mikroprozessor
(11) derart, daß er seinerseits den Digital-Analog-Wandler (15) über eine zwischengeschaltete
digitale Eingabe-Ausgabe-Schaltung (16) so beeinflußt, daß die Sendefrequenz in entsprechenden
Schritten variiert wird.
[0019] Die beiden Ausgänge des Synchrondetektors (7) sind mit jeweils einem Eingang (21,22)
der Detektionsvorrichtung (8) verbunden. Der Mikroprozessor (11) setzt den Digital-Analog-Wandler
(15) für einen Zeitraum von beispielsweise einer Millisekunde auf eine konstante Ausgangsspannung,
in der auch die Sendefrequenz gleich bleibt. Während dieses Zeitraumes integrieren
die beiden Integratoren (18,20) die jeweils an ihren - mit dem Synchrondetektor (7)
verbundenen - Eingängen (21,22) anliegenden Spannungen. Nach dem Ablauf dieses Zeitraumes
veranlaßt der Mikroprozessor (11) die beiden Analog-Digital-Wandler (17,19), die Ausgangsspannungen
der Integratoren (18,20) in einen Digitalwert umzuwandeln, der über die digitale Eingabe-Ausgabe-Schaltung
(16) in einen Speicher (RAM) (13) hineingeschrieben wird. Dieser Vorgang wird sukzessive
für alle Frequenzen des zu untersuchenden Frequenzbereiches wiederholt. Nach dem Ende
eines Frequenzdurchlaufs untersucht der Mikroprozessor (11) die im Speicher (13) abgelegten
Daten daraufhin, ob ein Sicherungsanhänger (5) in der Überwachungszone enthalten ist.
Der Ausgang (9) der Detektionsvorrichtung (8) ist an einen Bus (14) angeschlossen,
der den Mikroprozessor (11) mit den Speichern (12,13) und der digitalen Eingabe-Ausgabe-Schaltung
(16) verbindet.
[0020] Wie bereits festgestellt wurde, liegen an den Eingängen (21,22) Informationen über
die Amplitude der empfangenen Signale sowie über den Phasenunterschied zwischen dem
Feld des Senders und den empfangenen Signalen an. Für jeden Frequenzdurchlauf werden
daher die von den beiden Analog-Digital-Wandlern (17,19) gelieferten Werte getrennt
voneinander gespeichert.
[0021] Die Ausgangsspannung des Synchrondetektors (7), die am Eingang (21) anliegt und im
folgenden mit "I" bezeichnet wird, entspricht dem Produkt aus der gesendeten und der
empfangenen Feldstärke, während am anderen Eingang (22) die als "Q" bezeichnete Spannung
liegt, welche dem Produkt aus der empfangenen Feldstärke und einer gegenüber der gesendeten
Feldstärke um 90 ° phasenverschobenen Spannung entspricht. Wird also ein mit der Sendefeldstärke
gleichphasiges Signal empfangen, liegt am Eingang (21) eine Gleichspannung an, während
am Eingang (22) keine Spannung liegt. Ist das empfangene Signal hingegen um 90 ° relativ
zum Sendesignal verschoben, wird der Eingang (21) näherungsweise Null und am Eingang
(22) liegt eine Gleichspannung an.
[0022] In Figur 3 ist ein typischer Verlauf der Spannungen an den Eingängen (21,22) dargestellt,
wie er sich bei einem Frequenzdurchlauf ergibt, wenn kein Sicherungsanhänger (5) in
der Überwachungszone enthalten ist. Die Spannung I am Eingang (21) ist auf der vertikalen
Achse aufgetragen, und die Spannung Q am Eingang (22) ist auf der horizontalen Achse
aufgetragen. Bei einer Variation der Sendefrequenz beginnt der Durchlauf bei der geringsten
Frequenz am Punkt (23) und endet bei der höchsten Frequenz am Punkt (24). Das Artefakt
(25) ist die Folge einer externen Störung, die von einem Radiosender oder einer benachbarten
Artikelüberwachungs-Anlage stammen kann.
[0023] Die Amplitude des empfangenen Signals entspricht dem Abstand vom Ursprung, d.h. der
Länge des Radiusvektors des Punktes (Q,I) und ist gleich der Quadratwurzel aus der
Summe des Quadrats von I und des Quadrats von Q. Der Phasenwinkel entspricht dem Winkel
zwischen dem Radiusvektor und der horizontalen Achse. Der Tangens des Winkels entspricht
somit dem Quotienten I/Q.
[0024] Anhand der Figur 3 ist erkennbar, daß die Amplitude des (ohne Sicherungsanhänger
(5)) empfangenen Signals während des Frequenzdurchlaufs variiert. Sie ist proportional
zum Grad der Kopplung zwischen der Sendeantenne (4) und der Empfangsantenne (6). Die
Phase des empfangenen Signals variiert bei diesem Durchlauf um typischerweise 300
°, was eine Folge der Laufzeit des Signals durch die Anlage, d.h. Sender und Empfänger
ist. Die Phasenverschiebungen entstehen hauptsächlich durch die Filter des Empfängers.
Die Laufzeit (d.h. Verzögerung) des Signals beträgt bei der hier dargestellten Anlage
ca. 400 ns, die eine Phasendifferenz von 300° bei Signalen zwischen 7 und 9 MHz zur
Folge hat.
[0025] Figur 4 stellt den Verlauf der Spannungen I und Q dar, falls ein Sicherungsanhänger
(5) in der Überwachungszone enthalten ist. Das durch Störungen bedingte Artefakt (25)
ist noch immer vorhanden. Hinzugekommen ist eine vom Sicherungsanhänger (5) erzeugte
Schleife (26). Letztere entsteht dadurch, daß der Resonanzschwingkreis eine schnelle
Änderung der Phasen und Amplituden (der von ihm wieder abgestrahlten Feldstärke) bewirkt,
wenn die Sendefrequenz über seine Resonanzfrequenz hinweg variiert wird. Diese charakteristische
Änderung der Phase und Amplitude des empfangenen Signals bildet den eigentlichen Kern
der vorliegenden Erfindung. Falls ein beliebiges Objekt - jedoch kein Sicherungsanhänger
(5) - in der Überwachungszone ist, bewirkt es ebenfalls eine Änderung in der Kopplung
zwischen Empfangs- und Sendeantenne; es entsteht jedoch nicht die charakteristische
Schleife, die ein Resonanzkreis erzeugt. Anhand dieser Information kann somit unschwer
entschieden werden, ob ein Sicherungsanhänger in der Überwachungszone enthalten ist.
Auch Störsignale, wie das Artefakt (25), produzieren keine charakteristische Schleife
(26). Somit können auch sie keinen unerwünschten Fehlalarm erzeugen.
[0026] Im folgenden wird ein bevorzugtes Verfahren, nach dem die Detektionsvorrichtung (8)
anhand der gewonnenen Informationen zwischen Sicherungsanhängern und anderen Objekten
bzw. Störsignalen unterscheiden kann, näher beschrieben. In dieser Ausführungsform
wird der Mikroprozessor (11) durch im Festwertspeicher (12) gespeicherte Programme
gesteuert und verarbeitet die in mehreren Frequenzdurchläufen gewonnenen, im Speicher
(13) abgelegten Meßwerte.
[0027] Ein im Festwertspeicher (12) enthaltenes Programm berechnet die Durchschnittswerte
der Spannungen an den Eingängen (21,22) - also I und Q - bei allen Frequenzen des
Variationsbereiches. Der Durchschnitt wird jeweils über die letzten drei (oder eine
beliebige andere Zahl) Durchläufe gebildet. Diese Durchschnittswerte enthalten somit
Informationen über die gemittelte Amplitude und Phase der während der letzten Frequenzdurchläufe
empfangenen Spannungen; sie stellen einen gespeicherten Hintergrund dar.
[0028] Die Amplituden und Phasen jedes nachfolgenden Durchlaufs werden mit den gespeicherten
Durchschnittswerten verglichen. Im konkreten wird für jede Frequenz die Differenz
aus den aktuellen und den mittleren Meßwerten berechnet und wiederum im Speicher (13)
abgelegt. Die Differenzen lassen jegliche Unterschiede zwischen dem aktuellen und
der vorhergehenden Durchläufen sehr gut erkennbar werden. Derartige Unterschiede können
insbesondere eine Folge des Einführens eines Sicherungsanhängers (5) oder eines anderen
Objektes in die Überwachungszone sein, oder durch kurzzeitige Störsignale entstehen.
[0029] Figur 5 zeigt die Amplituden und Phasen eines Frequenzdurchlaufs, bei dem ein Sicherungsanhänger
(5) in der Überwachungszone enthalten ist, nachdem die gespeicherten Durchschnittswerte
der vorhergehenden Durchläufe subtrahiert wurden. Die charakteristische Schleife (26)
des Resonanzschwingkreises ist dabei in einen charakteristischen Kreis (27) übergegangen,
der den Ursprung des Koordinatensystems berührt, und dessen Mittelpunkt außerhalb
des Ursprungs liegt.
[0030] Offensichtlich ist die Differenz aus den aktuellen und den durchschnittlichen Meßwerten
stets näherungsweise Null, mit Ausnahme der in der Nähe der Resonanzfrequenz eines
Sicherungsanhängers liegenden Frequenzen.
[0031] Wird ein Gegenstand in die Überwachungszone eingebracht, der keinen Resonanzkreis
enthält, ändert sich die Kopplung zwischen der Sende (4) und der Empfangsantenne (6)
- und somit die empfangene Spannung - über den gesamten durchlaufenen Frequenzbereich.
Das Ergebnis ist, daß die in Figur 3 dargestellte Kurve vergrößert, verkleinert oder
gedreht wird. Die in einem derartigen Fall entstehenden Differenzen aus den aktuellen
und den durchschnittlichen Meßwerten sind in Figur 6 dargestellt. Wie bei einem Sicherungsanhänger
(5) entsteht ein charakteristischer Kreis, der jedoch grundsätzlich andere Eigenschaften
hat. Er hat seinen Mittelpunkt im Ursprung des Koordinatensystems und berührt den
Ursprung nicht. Hingegen liegt der Mittelpunkt des Kreises eines Sicherungsanhängers
(5) außerhalb des Ursprungs und berührt letzteren. Die im Festwertspeicher (12) enthaltenen
Programme differenzieren anhand dieser charakteristischen Unterschiede zwischen Sicherungsanhängern
(5) und anderen Objekten.
[0032] Ein Nachteil der Verwendung der Differenz aus den aktuellen und den durchschnittlichen
Meßwerten besteht darin, daß die Form der entstehenden Kreise nicht exakt zirkular
ist. Der Grund dafür liegt darin, daß der Grad der Kopplung zwischen der Sende- (4)
und Empfangsantenne (6) mit der jeweiligen Sendefrequenz variiert. Diese Änderungen
der Kopplung verzerren die Form der charakteristischen Kreise (27,28). Es bietet sich
daher an, die Verzerrungen durch eine Normierung der Meßwerte zu vermeiden. Dabei
wird die jeweilige Differenz aus dem zuletzt gemessenen (also aktuellen) und den durchschnittlichen
Meßwerten berechnet und anschließend durch die durchschnittlichen Meßwerte dividiert.
Somit wird bei Frequenzen mit starker Kopplung - bei denen hohe Meßwerte entstehen
- durch große Zahlen geteilt und bei kleiner Kopplung durch geringere Zahlen dividiert.
Im Ergebnis sind die Amplituden der normierten Meßwerte näherungsweise frequenzunabhängig.
[0033] Insbesondere die normierten Meßwerte erlauben, anhand der Bandbreite detektierter
Schwingkreise zu entscheiden, ob ein Sicherungsanhänger (5) in der Überwachungszone
enthalten ist Bekannterweise haben konventionelle Sicherungsanhänger (5) eine Güte
zwischen 50 und 200. Die Güte bestimmt die Bandbreite der nachweisbaren Signale, die
der Zahl der Meßpunkte eines Kreises im I-Q-Diagramm entspricht. Erzeugt ein Objekt
einen Kreis mit zu vielen oder zu wenigen Punkten, liegt der Schluß nahe, daß es sich
nicht um einen Sicherungsanhänger handelt.
[0034] Schließlich zeigt Figur 7 ein Flußdiagramm, nach dem der Mikroprozessor (11) arbeiten
kann. Zunächst erfolgt ein Durchlauf (29) der Sendefrequenz durch den zu untersuchenden
Frequenzbereich. Anschließend erfolgt die Berechnung (30) der Differenz zu den vorher
aufgenommenen, durchschnittlichen Meßwerten, wobei optional eine Normierung (Division
durch die durchschnittlichen Meßwerte) durchgeführt werden kann. Im nächsten Schritt
(31) wird geprüft, ob die Meßwerte im I-Q-Diagramm durch einen oder mehrere Kreise
dargestellt werden können. Es wird also untersucht, ob die normierten Meßwerte (oder
die Differenzen zwischen den aktuellen und den durchschnittlichen Meßwerten), die
im folgenden als I'(f) und Q'(f) bezeichnet werden, als Funktion der Sendefrequenz
f zumindest näherungsweise durch folgende Gleichung darstellbar sind:

[0035] Dabei entspricht i der imaginären Einheitszahl. U₀ ist eine komplexe Zahl, die dem
Mittelpunkt des Kreises im I-Q-Diagramm entspricht. U₁ ist der Radius des Kreises
und exp die bekannte Exponentialfunktion. c ist reell und ein Maß für die Zahl der
Meßpunkte, die ein Kreis umfaßt. Enthält er viele Meßpunkte, ist c größer, als wenn
er nur wenige Meßpunkte enthält. Der Mikroprozessor (11) versucht im Schritt (31)
also, die Zahlen c, U0 und U1 zu evaluieren, die eine minimale Abweichung zwischen
den Meßwerten I'und Q' und obiger Gleichung zur Folge haben. Im nächsten Schritt (32)
werden eventuell aufgefundene Kreise - in einem Durchlauf können mehrere von ihnen
aufgefunden werden, falls beispielsweise mehrere Sicherungsanhänger mit unterschiedlichen
Resonanzfrequenzen in der Überwachungszone enthalten sind - separat untersucht. Die
erste Abfrage (33) prüft, ob der Mittelpunkt des Kreises im Ursprung liegt, ob U₀
also kleiner als ein festgelegter Wert ist. Ist das Ergebnis ja, wird zum Schritt
(41) gesprungen und festgestellt, daß kein Sicherungsanhänger (5) vorliegt. Ist das
Ergebnis im Schritt (33) jedoch nein, erfolgt eine Prüfung (34), ob der Kreis durch
den Ursprung verläuft (d.h. ob die Differenz aus dem Betrag von U₁ und dem Betrag
von U₀ kleiner als ein festgelegter Wert ist). Ist das Ergebnis nein, liegt kein Sicherungsanhänger
vor und es wird mit Schritt (41) fortgefahren. Verläuft der Kreis jedoch durch den
Ursprung, erfolgt eine Berechnung (35) der Entfernung seines Mittelpunktes vom Ursprung
(d.h. des Betrages von U₀) und eine Prüfung (36), ob diese Entfernung einen Schwellenwert
überschreitet. Ist das Ergebnis nein, wird ebenfalls bei Schritt (41) weitergemacht.
Wird der Schwellenwert überschritten, erfolgt eine Berechnung (37) der Güte des Sicherungsanhängers
(5) (sie entspricht dem Quotienten aus Resonanzfrequenz und Halbwertsbreite). Anschließend
wird im Schritt (38) geprüft, ob die Güte größer als ein bestimmter Betrag (z.B. 50)
ist. Ist das Ergebnis nein, wird bei Schritt (41) fortgefahren, anderenfalls erfolgt
eine Prüfung (39), ob die Güte kleiner als ein zweiter Wert (z.B. 200) ist. Ist das
Ergebnis ja, wird Alarm (40) ausgelöst, anderenfalls zu Schritt (41) übergegangen.
Nachdem im Schritt (41) festgestellt ist, daß der untersuchte Kreis keinem Sicherungsanhänger
(5) entspricht, wird im Schritt (42) geprüft, ob alle im Schritt (31) identifizierten
Kreise abgearbeitet (untersucht) sind. Ist das nicht der Fall, wird zum Schritt (32)
zurückgesprungen und der nächste Kreis zur weiteren Untersuchung bereitgestellt. Sind
hingegen alle Kreise abgearbeitet, werden im Schritt (43) die durchschnittlichen Meßwerte
aktualisiert, d.h. die am weitesten zeitlich zurückliegenden Meßwerte durch die jüngsten
ersetzt. Anschließend erfolgt ein neuer Durchlauf (29) über den Frequenzbereich.
[0036] Offensichtlich sind viele andere Methoden denkbar, nach denen eine Detektion der
charakteristischen Kreise eines Resonanzschwingkreises und die Unterscheidung von
anderen Objekten, die andere Kreise produzieren, möglich ist. Sollte es sich aus Kosten-
oder Geschwindigkeitsgründen als vorteilhaft erweisen, können die Berechnungen mit
digitalen (wie beschrieben) oder auch analogen Schaltungen oder einer Kombination
aus beiden durchgeführt werden.
[0037] Im Ergebnis erhält man eine Anlage, die wesentlich besser zwischen Sicherungsanhängern
und anderen Objekten unterscheiden kann. Sie erlaubt die Detektion in relativ stark
mit Störungen beaufschlagten Umgebungen, in denen konventionelle Anlagen nicht arbeiten
könnten.
1. Anlage zur elektronischen Artikelüberwachung, mit einem Sender, der ein elektromagnetisches
Feld variabler Sendefrequenz mittels einer Sendeantenne (4) in eine Überwachungszone
abstrahlt, und einem mit einer Empfangsantenne (6) versehenen Empfänger, dessen Ausgangssignale
einer Detektionsvorrichtung (8) zugeführt werden, die bei der Anwesenheit eines Sicherungsanhängers
(5) in der Überwachungszone ein Alarmsignal aktiviert, wobei der Sicherungsanhänger
(5) einen Resonanzschwingkreis enthält, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Amplitude der empfangenen Signale als auch der Phasenunterschied
zwischen dem Feld des Senders und den empfangenen Signalen ausgewertet wird.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Signale bei mehreren unterschiedlichen Sendefrequenzen ausgewertet werden, die
insbesondere in der Nähe der Resonanzfrequenz des Sicherungsanhängers (5) liegen.
3. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß nur dann ein Alarm ausgelöst wird, falls der Verlauf der Phasen und Amplituden
der empfangenen Signale in Abhängigkeit von der Sendefrequenz zumindest näherungsweise
mit einer festgelegten Kurvenform übereinstimmt.
4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß nur dann ein Alarm ausgelöst wird, falls die Amplituden der empfangenen Signale
einen festgelegten Schwellenwert überschreiten.
5. Anlage nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß nur dann ein Alarm ausgelöst wird, wenn die anhand der empfangenen Signale berechnete
Güte eines detektierten Resonanzschwingkreises innerhalb eines festgelegten Bereichs
liegt.
6. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei jeder Sendefrequenz Differenzmeßwerte dadurch bestimmt werden, daß die Differenz
aus den Meßwerten des jeweils letzten Durchlaufs der Sendefrequenz und aus den Durchschnittswerten
einer festen Zahl vorhergehender Durchläufe berechnet wird.
7. Anlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei jeder Sendefrequenz normierte Meßwerte dadurch bestimmt werden, daß die
Differenz aus den Meßwerten des jeweils letzten Durchlaufs der Sendefrequenz und aus
den Durchschnittswerten einer festen Zahl vorhergehender Durchläufe durch die jeweiligen
Durchschnittswerte dividiert wird.
8. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß bei jeder Sendefrequenz zwei Meßwerte ausgewertet werden, wobei der erste Meßwert
(I) proportional zu dem Anteil der von der Empfangsantenne (6) empfangenen Signale
ist, der zum Feld des Senders gleichphasig ist, und der zweite Meßwert (Q) proportional
zum Anteil der von der Empfangsantenne (6) empfangenen Signale ist, die um einen festen
Phasenwinkel von 90 ° relativ zum Feld des Senders verschoben sind.
9. Anlage nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß geprüft wird, ob die Differenzmeßwerte oder die normierten Meßwerte (I' und
Q') bei den Sendefrequenzen f zumindest näherungsweise durch die Gleichung

darstellbar sind, wobei U₁ und c reelle Zahlen sind und U₀ eine komplexe Zahl ist.
10. Anlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß nur dann ein Alarm ausgelöst wird, falls der Betrag von U₀ etwa gleich dem Betrag
von U₁ ist.
11. Anlage nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß nur dann ein Alarm ausgelöst wird, falls der Betrag von U₀ und/oder von U₁ einen
festgelegten Schwellenwert überschreitet.