[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beseitigen von Zahnspiel zweier direkt
zusammenwirkender Zahnräder, insbesondere von Zylindern einer Rotationsdruckmaschine,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Aus der DE 28 15 534 C2 ist eine gattungsgemäße Einrichtung zum Beseitigen von Zahnspiel
eines Zahnradgetriebes, insbesondere an Druckzylindern und Übertragungstrommeln von
Druckmaschinen bekannt. Hierbei wird ein erstes Zahnrad mit einem Zahnsegment versehen
und wirkt mit einem zweiten Zahnrad zusammen. Durch Verstellung des Zahnsegmentes
bezüglich des ersten Zahnrades in Umfangsrichtung wird das Zahnspiel zwischen erstem
und zweitem Zahnrad beseitigt.
[0003] Nachteilig an dieser Einrichtung ist, daß diese Einrichtung nicht während der Drehbewegung
der Zylinder verstellt werden kann.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung zum Beseitigen von Zahnspiel
zweier direkt zusammenwirkender Zahnräder, insbesondere von Zylindern einer Rotationsdruckmaschine,
zu schaffen, wobei die Zylinder veränderbare Achsabstände aufweisen, und dadurch entstandenes
verändertes Zahnspiel durch die Vorrichtung während der Drehbewegung der Zylinder
kompensiert werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Anspruches 1
gelöst.
[0006] Vorteilhaft ist, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung auch auf Zylinder mit einem
variablen Achsabstand angewendet werden kann.
So ist es z. B. bei Tiefdruckmaschinen bzw. Offsetdruckmaschinen nötig den Abstand
zwischen Form- und Druckzylinder bzw. Gummi- und Druckzylinder der Dicke oder der
Oberflächenbeschaffenheit des Bedruckstoffes anzupassen. Damit wird das Zahnspiel
zwischen den entsprechenden Zahnrädern der Zylinder vergrößert, was zu Schwingungen
führen kann oder verkleinert, wodurch die Zähne klemmen und Beschädigungen auftreten
können. Um diese Nachteile zu vermeiden, ist es notwendig das Zahnspiel dem jeweiligen
Achsabstand der Zylinder anzupassen. Besonders vorteilhaft ist, daß die erfindungsgemäße
Vorrichtung eine Einstellung des Zahnspieles während des Betriebes der Druckmaschine
ermöglicht. Somit ist eine Rüstzeitverkürzung möglich und teure Produktionsunterbrechungen
sind nicht notwendig.
[0007] In dem dargestellten Beispiel ist durch besonders einfache, kostengünstige Mittel
eine Verstellung eines Zahnsegmentes, welches als Beiläufer wirkt, möglich.
[0008] Durch Vermeidung von für diesen Anwendungsfall üblichen gefederten Beiläufern, wird
eine erhöhte Belastung der Zahnräder vermieden. Die erfindungsgemäße Vorrichtung reduziert
das Zahnspiel formschlüssig durch Verstellung des Zahnsegmentes in Umfangsrichtung
und erzeugt somit keine zusätzlichen Kräfte auf die Zahnräder.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird im folgenden näher beschrieben.
[0010] Es zeigen
- Fig. 1
- einen schematischen Längsschnitt einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung in Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0011] In Seitengesellen 1 einer Rotationsdruckmaschine, z. B. einer Bogenrotationstiefdruckmaschine,
ist in bekannter weise ein erster Zylinder 2, z. B. ein Formzylinder 2, ein zweiter
Zylinder 3, z. B. ein Druckzylinder 3 und ein dritter Zylinder 4, z. B. eine Übergabetrommel
4 gelagert. Der Formzylinder 2 wirkt mit dem Druckzylinder 3 zusammen und diese beiden
Zylinder 2, 3 weisen einen Achsabstand a23 auf, wobei dieser Achsabstand a23 variabel
ist, d. h. verschiedenen Betriebszuständen anpaßbar ist. Die Übergabetrommel 4 wirkt
mit dem Druckzylinder 3 zusammen. Diese Zylinder 2, 3, 4 sind mit Zapfen 6, 7, 8 versehen
und auf diesen Zapfen 6, 7, 8 ist jeweils ein Zahnrad 9, 11, 12 drehsteif angebracht.
Diese Zahnräder 9, 11, 12 übertragen ein zum Antrieb der Zylinder 2, 3, 4 notwendiges
Drehmoment. Auf dem Zapfen 6 des Formzylinders 2 ist ein zweites Zahnrad 13 unabhängig
vom Zapfen 6 drehbar gelagert. Dieses Zahnrad 13 weist eine Breie b13 auf und wirkt
ebenfalls mit dem Zahnrad 11 des Druckzylinders 3 zusammen, wobei eine Breite b11
des Zahnrades 11 des Druckzylinders 3 ca. der Summe aus einer Breite b9 des ersten
Zahnrades 9 und einer Breite b13 des zweiten Zahnrades 13 des Formzylinder 2 entspricht.
[0012] An den Seitengesellen 1 ist weiterhin ein Phasenverstellgetriebe 14 befestigt, welches
mit den Zylindern 2, 4 zusammenwirkt. Dieses Phasenverstellgetriebe 14 ist als Zugmittelgetriebe,
insbesondere als Zahnriemengetriebe, ausgebildet. Es besteht im wesentlichen aus einer
ersten und einer zweiten Riemenscheibe 16, 17, die über einen Zahnriemen 18 zusammenwirken.
Die erste Riemenscheibe 16 ist drehsteif mit dem zweiten, frei drehbaren Zahnrad 13
des Formzylinders 2, die zweite Riemenscheibe 17 ist drehsteif mit dem Zahnrad 12
der Übergabetrommel 4 verbunden. Das Zahnrad 12 der Übergabetrommel 4 und das frei
drehbare Zahnrad 13 bzw. das feste Zahnrad 9 des Formzylinders 2 weisen ein gleich
großes Übersetzungsverhältnis wie die Riemenscheiben 16, 17 des Phasenverstellgetriebes
14 auf. Im vorliegenden Fall beträgt das Übersetzungsverhältnis 1 zu 1, wobei auch
jedes andere möglich ist.
Der Zahnriemen 18 wird mittels zweier Spannrollen 19, 21 von denen jeweils eine an
einem Antriebstrum 22 und eine an einem Leertrum 23 des Zahnriemens 18 wirkt. Diese
Spannrollen 19, 21 sind auf einer gemeinsamen Koppel 24 befestigt, wodurch ein Abstand
a18 zwischen Leer- und Antriebstrum 22, 23 festgelegt wird. Durch Verkürzen dieses
Abstandes a18 wird der Zahnriemen 18 gespannt. Eine Veränderung der Lage bezüglich
einer von Formzylinder und Übergabetrommel 4 aufgespannten Ebene der Koppel 24 bewirkt
eine Veränderung der jeweiligen Länge von Leer- bzw. Antriebstrum 22, 23 und somit
eine Lagerveränderung der Drehwinkel von den beiden Riemenscheiben 16, 17 zueinander,
d. h. eine Veränderung der Phasenlage.
[0013] Die Wirkweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird an einem Ausführungsbeispiel
beschrieben.
In einer ersten bzw. zweiten Kontaktstelle 26, 27 der Zahnräder 9, 11 bzw. der Zahnräder
13, 11 von Form- und Druckzylinder 2, 3, sowie in einer Kontaktstelle 28 der Zahnräder
11, 12 von Druckzylinder 3 und Übergabetrommel 4 besteht Zahnspiel. Mittels des Phasenverstellgetriebes
14 kann eine Drehwinkelverschiebung, d. h. eine Verstellung in Umfangsrichtung, vom
ersten Zahnrad 9 zum zweiten Zahnrad 13 des Formzylinders 2 koaxial erfolgen, was
eine Beseitung des Zahnspieles zur Folge hat. Somit wirkt das zweite Zahnrad 13 des
Formzylinders 2 als starrer Beiläufer.
Die Umfangsgeschwindigkeiten der Zahnräder 9, 11, 13 in den Kontaktstellen 26, 27
von Form- und Druckzylinder 2, 3 sind und bleiben dabei gleich groß.
Wird der Achsabstand a23 von Form- und Druckzylinder 2, 3 verändert, ändert sich das
Zahnsplel. Über die Verstellung des Phasenverstellgetriebes 14 kann dies auch bei
drehenden Zylindern kompensiert werden.
[0014] Das frei drehende Zahnrad 13 des Formzylinders 2 kann natürlich auch nur als Zahnsegment
ausgebildet sein, wenn Zahnspielfreiheit nur an einer Stelle oder in einem Bereich
des Umfangs gefordert wird.
[0015] Das dritte Zahnrad 12 muß nicht zum Antrieb eines Zylinders 4 dienen, sondern kann
natürlich auch eine eigene, zylinderunabhängige Lagerung aufweisen.
Auch müssen die Riemenscheiben 16, 17 des Phasenverstellgetriebes 18 nicht direkt
mit den Zahnrädern 12, 13 der Zylinder 2, 4 verbunden sein, es sind beliebige Zwischenräder
und auch andere Durchmesser möglich. Hierbei ist aber gemeinsam, daß die Zahnräder
12, 13 der Zylinder 2, 4 und eventuell Zahnräder des Verstellgetriebes 18 in den Kontaktstellen
26, 27 von Form- und Druckzylinder 2, 3 gleich große Umfangsgeschwindigkeiten erzeugen.
Die Koppel 24 ist nach erfolgter Stellbewegung starr, nicht gefedert, z. B. mittels
Gewindespindel, angeordnet. Somit wird das Zahnspiel formschlüssig beseitigt.
Teileliste
[0016]
- 1
- Seitengestell
- 2
- Zylinder, Formzylinder
- 3
- Zylinder, Druckzylinder
- 4
- Zylinder, Übergabetrommel
- 5
- -
- 6
- Zapfen (2)
- 7
- Zapfen (3)
- 8
- Zapfen (4)
- 9
- Zahnrad (2)
- 10
- -
- 11
- Zahnrad (3)
- 12
- Zahnrad (4)
- 13
- Zahnrad, drehbar; Zahnsegment (2)
- 14
- Phasenverstellgetriebe
- 15
- -
- 16
- Riemenscheibe (14)
- 17
- Riemenscheibe (14)
- 18
- Zahnriemen (14)
- 19
- Spannrolle (14)
- 20
- -
- 21
- Spannrolle (14)
- 22
- Antriebstrum (18)
- 23
- Leertrum (18)
- 24
- Koppel (14)
- 25
- -
- 26
- Kontaktstelle, erste (9, 11)
- 27
- Kontaktstelle, zweite (11, 13)
- 28
- Kontaktstelle (11, 12)
- a18
- Abstand zwischen Antriebs- und Leertrum (22, 23)
- a23
- Achsabstand von Formzylinder (2) und Druckzylinder (3)
- b9
- Breite des Zahnrades (9)
- b11
- Breite des Zahnrades (11)
- b13
- Breite des Zahnrades (13)
1. Vorrichtung zum Beseitigen von Zahnspiel zweier direkt zusammenwirkender Zahnräder
(9, 11), insbesondere von in einem Abstand (a23) angeordneter Zylindern (2, 3) einer
Rotationsdruckmaschine, von denen mindestens ein erster Zylinder (2) ein in Umfangsrichtung
verstellbares Zahnsegment (13) aufweist, das mit dem Zahnrad (9) des zweiten Zylinders
(3) zusammenwirkt, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand (a23) der Zylinder (2,
3) während des Betriebes veränderbar ist, daß das Zahnsegment (13) des ersten Zylinders
(2) mittels eines Phasenverstellgetriebes (14) bezüglich des Zahnrades (9) des ersten
Zylinders (2) verstellbar angeordnet ist, wobei dadurch eine Phasenlage von Zahnsegment
(13) zu Zahnrad (9) des ersten Zylinders (2) während des Betriebes veränderbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Phasenverstellgetriebe
(14) als Zahnriemengetriebe ausgebildet ist, daß das Zahnriemengetriebe aus einer
ersten und zweiten Riemenscheibe (16, 17), einem Zahnriemen (18) und zwei gekoppelten
Spannrollen (19, 21) besteht, daß die gekoppelten Spannrollen (19, 21) während der
Drehung der Zylinder (2, 3, 4) verstellbar angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zahnsegmenten (13) frei
drehbar auf einem Zapfen (6) des ersten Zylinders (2) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Riemenscheibe
(16) des Phasenverstellgetriebes (14) drehsteif mit dem Zahnsegment (13) des ersten
Zylinders (2) verbunden angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein drittes Zahnrad (12)
mit dem Zahnrad (11) des zweiten Zylinders (3) kämmend angeordnet ist, daß die zweite
Riemenscheibe (17) des Phasenverstellgetriebes (14) drehsteif mit dem dritten Zahnrad
(12) verbunden angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gekoppelten Spannrollen
(19, 21) derart bezüglich eines Seitengestelles (1) verschiebbar angeordnet sind,
daß diese eine Veränderung von einer jeweiligen Länge eines Leer- und Antriebstrumes
(22, 23) des Zahnriemens (18) bewirken.