[0001] Die Erfindung betrifft einen Heber für einen Fenster- oder Türflügel nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Bei Flügeln für Türen oder Fenster tritt üblicherweise nach einer gewissen Gebrauchsdauer
ein Durchhängen an der Verschlußseite auf. Aus diesem Grunde ist es üblich, eine Auflaufschräge
oder einen Auflaufbock einzusetzen. Üblicherweise sind dieses keilförmig aufeinander
gleitende Teile, die eine große Reibung aufweisen und entsprechende Nachteile beim
Schließen des Fensters hervorrufen. Das DE GM 19 11 918 lehrt einen Fensterheber derart
leichtgängig zu gestalten, indem eine Exzenterscheibe, die am Flügel angeordnet ist,
auf den Blendrahmen aufläuft und darüber den Flügel anhebt. Da nur eine geringe Falzluft
zwischen dem Flügel und dem Blendrahmen vorhanden ist, muß diese Scheibe sehr schmal
ausgebildet sein, wodurch sich eine hohe Pressung auf dem Blendrahmen, hervorgerufen
durch das Fenstergewicht, ergibt. Daher wird als Gegenlager, sowohl für die Exzenterscheibe
nach dem vorgenannten Gebrauchsmuster, als auch für einen Schwenkhebel nach der DE
41 17 407 A1 ein entsprechendes Abstützteil am Blendrahmen eingesetzt. Der in der
DE 41 17 407 A1 gezeigte Heber soll insbesondere für Fenster mit einer seitlich angeordneten
Ausstellvorrichtung vorgesehen werden, bei denen aus Konstruktionsgründen stets und
von Anfang an mit einem Absenken des Flügels gerechnet werden muß.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Heber für einen Fenster- oder Türflügel,
insbesondere auch beim Einsatz von Drehkippbeschlägen mit einer seitlich angeordneten
Ausstellvorrichtung, zu finden, der zum einen im Falzluftbereich zwischen Blendrahmen
und Flügelrahmen untergebracht werden kann und sich zum anderen ohne ein zusätzliches
Stützteil direkt am Blendrahmen bzw. Flügelrahmen abstützen kann, ohne diesen aufgrund
einer hohen Flächenpressung zu beschädigen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen sind in den Patentansprüchen 2 bis
5 beschrieben.
[0005] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen darin, daß der Heber insbesondere
bei Rahmen aus Kunststoffprofilen oder Holz ohne Abstützteil eingesetzt werden kann,
ohne diese zu beschädigen und darüber hinaus auch ohne besonderen Aufwand nachträglich
in ein Fenster oder eine Tür eingebaut werden kann.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- ein Fenster mit einem Drehkippbeschlag,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die unteren horizontalen Schenkel des Flügel- und Blendrahmens
vor dem vollständigen Schließen des Flügels,
- Fig. 3
- einen Schnitt entsprechend Fig. 2 bei geschlossenem Flügel und
- Fig. 4
- einen Schnitt IV - IV durch Fig. 3
Fig. 1 zeigt ein typisches Drehkippfenster mit einer Einhandbetätigung. Der Blendrahmen
1 trägt bandseitig unten ein Drehkippgelenk 2 und oben ein Drehgelenk 3, an dem eine
nicht dargestellte Ausstellschere angebunden ist. Am Flügelrahmen 4 ist öffnungsseitig
der Betätigungsgriff 5 angeordnet, über den der Beschlag betätigt wird. Im Falzluftbereich
6 zwischen dem unteren horizontalen Schenkel 7 des Flügelrahmens 4 und dem entsprechenden
Schenkel 8 des Blendrahmens 1 ist am öffnungsseitigen Rand ein Heber 9 zum Heben des
Flügels angebracht.
[0007] Die Fig. 2 bis 4 zeigen den Aufbau des Hebers 9 und sein Zusammenwirken mit dem Fenster.
Ein Befestigungsteil 10 ist derartig ausgebildet, daß es in der Beschlagaufnahmenut
11 des Flügelrahmens 4 eingesetzt werden kann. Das Befestigungsteil 10 wird über Befestigungselemente,
beispielsweise Schrauben, am unteren waagerechten Schenkel 7 des Flügelrahmens 4 befestigt.
Diese Schrauben sind nicht dargestellt. Es werden lediglich die Schraublöcher 12 gezeigt.
[0008] Das Befestigungsteil 10 trägt in den Falzluftbereich 6 ragende Ohren 13. Zwischen
diesen Ohren 13 ist drehbeweglich über Drehbolzen 14 ein Schwenkhebel 15 angeordnet.
Am anderen Ende des Schwenkhebels 15 ist ebenfalls drehbeweglich über weitere Drehbolzen
16 ein Winkelstück 17 angebracht.
[0009] Parallel zum Schwenkhebel 15 erstreckt sich ein freier Arm 18 einer Wendelfeder 19.
Die Wendelfeder 19 umschlingt mit ihrem Wendel einen Stift 20, der am Ohr 13 des Befestigungsteils
10 angeordnet ist und greift mit einem abgebogenen Haken in eine Bohrung 21 des Winkelstücks
17. Der Stift 20 und die Bohrung 21 haben etwa den gleichen Mittenabstand wie der
Drehbolzen 14 und der Drehbolzen 16. Im Ausführungsbeispiel sind zwei entsprechend
ausgebildetete Wendelfedern 19 dargestellt. Die Funktion könnte jedoch auch von einer
Wendelfeder ausgeführt werden. Ein zweiter Arm 22 der Wendelfeder 19 liegt unter Vorspannung
auf dem Befestigungsteil 10 zwischen den Ohren 13 auf. Durch diese Ausbildung wird
das Winkelstück 17 bei geöffnetem Flügel stets in die abgesenkte Position, wie sie
in Fig 2 dargestellt ist, gezogen.
[0010] Das Winkelstück 17 weist einen Anschlagschenkel 23 auf und erstreckt sich winkelförmig
in zwei Tragteile 24, zwischen denen über die Drehbolzen 16 der Schwenkhebel 15 angebunden
ist. Anschlagecken 25 am dem Winkel abgewandten Ende der Tragteile 24 begrenzen den
Schwenkwinkel des Schwenkhebels 15 und dienen darüber hinaus zur Aufnahme des abgewinkelten
Endes des Arms 18 der Wendelfeder 19.
[0011] Fig. 3 zeigt die Stellung des Hebers 9 bei geschlossenem Flügel. In dieser Position
liegt das Winkelstück 17 mit den Tragteilen 24 auf dem unteren waagerechten Schenkel
8 des Blendrahmens 1 auf. In gleicher Weise liegt der Anschlagschenkel 23 an der Innenfläche
dieses Schenkels 8 an. Der Flügelrahmen 4 ist um das Maß 26 angehoben. Wie aus den
Fig. 2 und 3 erkennbar ist, wird der Heber 9 über das Anlegen des Anschlagschenkels
23 gegen den Blendrahmen 1 betätigt. Das Befestigungsteil 10 kann eine beliebig anders
angepaßte Form aufweisen, um an anderen Stellen des Flügelrahmens 4 oder bei Funktionsumkehrung
des Hebers 9 am Blendrahmen 1 angebracht zu werden.
[0012] Zur Einstellung des maximalen Hebepunktes des Hebers 9 kann das Befestigungsteil
10 zweiteilig ausgebildet und zwischen den beiden Teilen z.B. eine Hubspindel als
Einstellelement angeordnet werden.
Bezugszeichenliste
[0013]
- 1.
- Blendrahmen
- 2.
- Drehkippgelenk
- 3.
- Drehgelenk
- 4.
- Flügelrahmen
- 5.
- Betätigungsgriff
- 6.
- Falzluftbereich
- 7.
- Schenkel
- 8.
- Schenkel
- 9.
- Heber
- 10.
- Befestigungsteil
- 11.
- Beschlagaufnahmenut
- 12.
- Schraubloch
- 13.
- Ohr
- 14.
- Drehbolzen
- 15.
- Schwenkhebel
- 16.
- Drehbolzen
- 17.
- Winkelstück
- 18.
- Arm
- 19.
- Wendelfeder
- 20.
- Stift
- 21.
- Bohrung
- 22.
- Arm
- 23.
- Anschlagschenkel
- 24.
- Tragteil
- 25.
- Anschlagecke
- 26.
- Maß
1. Heber (9) für einen Fenster- oder Türflügel mit einem Befestigungsteil (10) und einem
sich am Blendrahmen (1) oder Flügelrahmen (4) abstützenden Schwenkhebel (15), dadurch
gekennzeichnet, daß der Heber (9) im Falzluftbereich (6) zwischen den unteren, horizontalen
Schenkeln (7, 8) des Flügelrahmens (4) und des Blendrahmens (1) angeordnet ist und
der Schwenkhebel (15) blendrahmenseitig bzw. flügelrahmenseitig ein parallel geführtes,
an eine Innenkante des Blendrahmens (1) bzw. Flügelrahmens (4) anschlagendes Winkelstück
(17) trägt.
2. Heber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Parallelführung über zwei,
ein Parallelogrammgetriebe bildende Hebel zwischen Befestigungsteil (10) und Winkelstück
(17) erfolgt.
3. Heber nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß er über eine Feder
in die abgesenkte Position gezogen wird.
4. Heber nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß einer der Hebel
des Parallelogrammgetriebes der Arm (18) einer Blatt- oder Wendelfeder (19) ist.
5. Heber nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
das Winkelstück (17) sich direkt auf einer Kante des Blendrahmens (1) bzw. unter einer
Kante des Flügelrahmens (4) abstützt.