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EP 0 708 698 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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08.10.1997 Patentblatt 1997/41 |
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Anmeldetag: 14.07.1993 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B24B 1/00 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/AT9300/119 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9502/486 (26.01.1995 Gazette 1995/05) |
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VERFAHREN ZUM HERSTELLEN VON KOLBEN UND KOLBENSTANGEN SOWIE ZYLINDERN FÜR HYDRAULIK-
ODER PNEUMATIKAGGREGATE
PROCESS FOR MANUFACTURING PISTONS, PISTON RODS, AS WELL AS CYLINDERS FOR HYDRAULIC
OR PNEUMATIC UNITS
PROCEDE PERMETTANT DE PRODUIRE DES PISTONS, DES TIGES DE PISTON, AINSI QUE DES CYLINDRES
POUR UNITES HYDRAULIQUES ET PNEUMATIQUES
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT DE ES FR GB IT NL SE |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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01.05.1996 Patentblatt 1996/18 |
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Patentinhaber: Weber, Günter |
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A-2474 Gattendorf (AT) |
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Erfinder: |
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- Weber, Günter
A-2474 Gattendorf (AT)
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Vertreter: Holzer, Walter, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte Schütz und Partner,
Fleischmanngasse 9 1040 Wien 1040 Wien (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 159 551 DE-A- 3 636 853
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DE-A- 3 344 004
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Kolben und Kolbenstangen
sowie Zylindern für Hydraulik- oder Pneumatikaggregate.
[0002] Es ist bekannt, Kolben für Hydraulik- oder Pneumatikzylinder durch Hartverchromung
mit einer Chromschicht zu überziehen. Die Chrombeschichtung erweist sich aber als
anfällig gegen Beschädigungen und führt in weiterer Folge zu Rostbildung und einem
raschen Verschleiß der Kolben und Dichtungen. Es ist ferner bekannt, Aluminiumteile
durch Anodisierung mit einer verschleißfesten Oberflächenschicht zu versehen.
[0003] Die Erfindung zielt darauf ab, ein Verfahren zu schaffen, das eine hohe Lebensdauer
von Kolben bzw. Kolbenstangen und Zylindern für Hydraulik- oder Pneumatikaggregate
gewährleistet. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß ein feingeschlichtetes
zylindrisches Halbzeug aus einer Aluminiumlegierung an seiner Gleitfläche hartanodisiert
wird und daß das hartanodisierte Produkt um seine Achse in Drehung versetzt und die
gebildete Gleitflächenschicht in mehreren aufeinanderfolgenden Schleifvorgängen mit
flächigen Schleifmedien unterschiedlicher abnehmender Körnung bearbeitet wird, wobei
die Schleifvorgänge jeweils bis zum Aufhören der Staubentwicklung durchgeführt werden
und beim letzten Schleifvorgang bis zum Haftenbleiben des flächigen Schleifmediums
poliert wird.
[0004] Bisher wurde das Hartanodisieren z.B. von Kolbenoberflächen als nicht zielführend
angesehen, weil die entstehende Schicht mikroporös und entsprechend rauh ist, was
einem Einsatz als Gleitoberfläche grundsätzlich widerspricht. Insbesondere bei Kolben
und Kolbenstangen würde eine derart rauhe Oberfläche die Zylinderdichtungen beschädigen.
[0005] Wiederholt wurden Versuche unternommen, die Rauhheit der Schicht zu verringern, so
z.B. durch Komprimieren und Verschließen der Poren in einem heißen Wasserbad oder
durch Schleifen mittels Schleifpulver. Es gelang jedoch nicht, in die Nähe der für
den Einsatz als Kolben bzw. Kolbenstange erforderlichen Oberflächengüte zu kommen.
[0006] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es nun erstmals möglich, Kolben und Kolbenstangen
sowie Zylinder aus einer Aluminiumlegierung mit einer Gleitfläche mit einer DIN-Rauhtiefe
R
t von z.B. 0,3 µm herzustellen. Diese Gleitflächenglätte hält jede Gefahr einer Beschädigung
der Dichtungen hintan und gewährleistet eine gegenüber den herkömmlichen verchromten
Teilen wesentlich erhöhte Lebensdauer.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es bei verschiedensten Ausgangsoberflächen
weitgehend unabhängig von der Ausgangsrauhigkeit eine gleichbleibende Oberflächenqualität
zu erzielen.
[0008] Es hat sich gezeigt, daß es besonders günstig ist, wenn fünf Schleifvorgänge mit
Schleifpapieren der Typen P 100, P 150, P 280, P 400 und P 999 durchgeführt werden,
wobei P 100 ein Schleifpapier kennzeichnet, bei dem das Sieb zu seiner Herstellung
100 Maschen/Zoll besitzt. Diese Werte sind optimiert, ein Abgehen von diesen Werten
führt zu einer verschlechterten Oberflächengüte.
[0009] Eine weitere Optimierung ergibt sich, wenn das hartanodisierte Produkt beim Schleifvorgang
mit etwa 2500 U/min in Drehung versetzt und das Schleifmedium mit etwa 50 N angedrückt
wird.
[0010] Eine besonders lange Lebensdauer der Kolben und Kolbenstangen sowie Zylinder ergibt
sich, wenn als Werkstoff für das Halbzeug die Legierung AlMgSi 1 verwendet wird und
die Anodisationstiefe 50 bis 60 µm beträgt.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nun an Hand eines Ausführungsbeispieles und einer
dabei hergestellten Kolbenstange näher erläutert. Dabei wird auf die Figuren Bezug
genommen, in denen zeigen:
Fig. 1 die mit einem Testgerät gemessene Oberflächenrauhigkeit einer Kolbenstangenoberfläche
vor der Bearbeitung und
Fig. 2 die mit dem gleichen Testgerät gemessene Oberflächenrauhigkeit der Kolbenstangenoberfläche
nach der erfindungsgemäßen Bearbeitung.
[0012] Ein zylinderförmiges Halbzeug aus der Legierung AlMgSi 1 mit einer Länge von 500
mm und einem Durchmesser von etwas über 60 mm wurde in eine Drehbank eingespannt und
mit einem Diamantmesser auf einen Durchmesser von 60 mm feingeschlichtet.
[0013] Das feingeschlichtete Halbzeug wurde an seiner Oberfläche 50 bis 60 µm tief hartanodisiert.
[0014] Anschließend wurde das hartanodisierte Produkt wieder in die Drehbank eingespannt
und mit 2500 U/min in Drehung versetzt. Sodann wurden fünf Schleifvorgänge mit Korund-Schleifpapieren
der Typen (in dieser Reihenfolge) P 100, P 150, P 280, P 400 und P 999 (Rouge-Papier)
durchgeführt. Die Typenbezeichnung P 100 kennzeichnet ein Schleifpapier, bei dem das
Sieb zu seiner Herstellung 100 Maschen/Zoll besitzt.
[0015] Jedes Schleifpapier war auf einem Schleifblock aufgezogen und wurde mittels diesem
mit 50 N gegen das rotierende Produkt gedrückt und in axialer Richtung entlang diesem
bewegt. Die ersten vier Schleifvorgänge wurden jeweils bis zum Aufhören der Staubentwicklung
durchgeführt und der letzte Schleifvorgang, der bereits einem Feinpoliervorgang entspricht,
wurde bis zum Haftenbleiben des Schleifpapieres durchgeführt.
[0016] Anstelle von Polierpapier kann selbstverständlich jedes flächige Schleifmedium mit
der entsprechenden Körnung verwendet werden.
[0017] Die auf diese Weise hergestellte Hydraulikzylinder-Kolbenstange mit Aluminiumlegierungskern
und Oberflächenschicht wies eine ausgezeichnete Gleitflächengüte auf, die ohne weiteres
mit der von hartverchromten Kolbenstangen vergleichbar war.
[0018] In den Fig. 1 und 2 ist das Rauhheitsprofil Y in µm über der Rauhheitsbezugsstrecke
X in mm aufgetragen. Die gesamte Rauhheitsbezugsstrecke betrug 4 mm und war in fünf
Abschnitte zu 0,8 mm unterteilt. Die rechnerische Analyse nach DIN-Norm ergab für
den Profilverlauf nach Fig. 1 die DIN-Werte:
- Mittenrauhwert Ra
- 0,4 µm
- gemittelte Rauhtiefe Rz
- 2,5 µm
- Rauhtiefe Rt
- 3,4 µm
[0019] Die Analyse für den Profilverlauf nach Fig. 2 ergab die DIN-Werte:
- Mittenrauhwert Ra
- 0,05 µm
- gemittelte Rauhtiefe Rz
- 0,3 µm
- Rauhtiefe Rt
- 0,3 µm
[0020] Die in diesem Beispiel erzielte Rauhtiefe von 0,3 µm ist für die Gleitfläche eines
Kolbens bzw. einer Kolbenstange oder eines Zylinders ausgezeichnet und beschädigt
die Dichtungen nicht.
[0021] Es versteht sich, daß das erfindungsgemäße Verfahren sowohl von Hand als auch maschinell
ausgeführt werden kann. Zur maschinellen Ausführung können z.B. entsprechend programmierte
und mit Schleifwerkzeugen bestückte NC-Werkzeugmaschinen eingesetzt werden. Derartige
Maschinen können selbsttätig die erforderlichen Einspannbewegungen und Schleifpapierwechsel
durchführen. Die Schleifparameter wie Schleifdruck und -dauer können automatisch in
Abhängigkeit von Meßwerten von entsprechenden Staubfühlern gesteuert werden.
1. Verfahren zum Herstellen von Kolben und Kolbenstangen sowie Zylindern für Hydraulik-
oder Pneumatikaggregate, dadurch gekennzeichnet, daß ein feingeschlichtetes zylindrisches
Halbzeug aus einer Aluminiumlegierung an seiner Gleitfläche hartanodisiert wird und
daß das hartanodisierte Produkt um seine Achse in Drehung versetzt und die gebildete
Gleitflächenschicht in mehreren aufeinanderfolgenden Schleifvorgängen mit flächigen
Schleifmedien unterschiedlicher abnehmender Körnung bearbeitet wird, wobei die Schleifvorgänge
jeweils bis zum Aufhören der Staubentwicklung durchgeführt werden und beim letzten
Schleifvorgang bis zum Haftenbleiben des flächigen Schleifmediums poliert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß fünf Schleifvorgänge mit Schleifpapieren
der Typen P 100, P 150, P 280, P 400 und P 999 durchgeführt werden, wobei P 100 ein
Schleifpapier kennzeichnet, bei dem das Sieb zu seiner Herstellung 100 Maschen/Zoll
besitzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das hartanodisierte
Produkt beim Schleifvorgang mit etwa 2500 U/min in Drehung versetzt und das Schleifmedium
mit etwa 50 N angedrückt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Werkstoff
für das Halbzeug die Legierung AlMgSi 1 verwendet wird und die Anodisationstiefe 50
- 60 µm beträgt.
1. Method of making pistons and piston rods as well as cylinders for hydraulic or pneumatic
apparatus, characterized by the fact, that a precision finished cylindrical semi-fabricated
component made of an aluminum alloy is hard-anodized at its surface and that the hard-anodized
component is rotated about its axis and that the resultant sliding surface thereof
is treated by a plurality of successive grinding steps with two-dimensional grinding
media of different decreasing particle size, whereby each grinding operation is carried
out until dust-formation ends and whereby buffing takes place during the final grinding
operation until adherence of the two-dimensional grinding medium.
2. Method in accordance with claim 1, characterized by the fact that five grinding operations
are conducted with P 100, P 150, P 280, P 400 and P 999 type grinding webs, P 100
being a grinding web made with a sieve of 100 meshes per inch.
3. Method of claim 1 or 2, characterized by the fact that during the grinding operation
the hard-anodized article is rotated at 2,500 rpm and that the grinding medium is
pressed against it at about 50 N.
4. Method in accordance with one of claims 1 to 3, characterized by the fact that the
material used for making the semi-fabricated component is AlMgSi 1 alloy and that
the depth of anodization is 50 - 60 µm.
1. Procédé de fabrication de pistons et de tiges de pistons ainsi que de cylindres pour
des unités hydrauliques ou pneumatiques, caractérisé en ce que l'on effectue une oxydation
électrolytique dure de la surface de frottement d'un demi-produit fini cylindrique
en un alliage d'aluminium, en ce que l'on fait tourner autour de son axe le produit
oxydé dur par électrolyse et en ce que l'on usine la couche formée de surface de frottement
en plusieurs opérations successives de polissage avec des moyens abrasifs plans de
différents grains de taille décroissante, sachant que l'on effectue les opérations
de polissage à chaque fois jusqu'à l'arrêt du dégagement de poussière et que, lors
de la dernière opération de polissage, on polit jusqu'à ce que le moyen abrasif plan
reste collé.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on effectue cinq opérations
de polissage avec des papiers abrasifs du type P 100, P 150, P 280, P 400 et P 999,
sachant que P 100 caractérise un papier abrasif pour la fabrication duquel on a utilisé
un tamis de 100 mesh.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que, lors de l'opération
de polissage, on fait tourner à une vitesse de 2.500 tr/min environ le produit oxydé
dur par électrolyse et en ce que l'on appuie le moyen abrasif contre le produit avec
une force de 50 N environ.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'on utilise comme
matière première pour le demi-produit l'alliage AlMgSi 1 et la profondeur d'oxydation
est de 50 à 60 µm.
