[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Flugzeit-Sekundärionen-Massenspektrometers
für die Analyse von Massenspektren, bei denen mehrere feinstrukturierte Massenbereiche
in größeren Abständen isoliert auftreten, mit folgenden Schritten:
a) eine Materialproben-Oberfläche wird mit in regelmäßigen Abständen tz (Zykluszeit) aufeinanderfolgenden Primärionenpulsen beschossen,
b) die von den Primärionen aus der Materialproben-Oberfläche herausgelösten Sekundärionen
verschiedener Massen m werden auf die gleiche Energie beschleunigt,
c) die masseabhängige Flugzeit t wird über einen Weg 1 gemessen und daraus die Masse
bestimmt.
[0002] Im vorgenannten Verfahren ist die Flugzeit t der Wurzel aus der Masse proportional
(t proportional

). Die Zahl der Sekundärionen, die einer bestimmten Masse m entsprechen, ergeben
innerhalb einer festgelegten Zykluszeit t
z in bestimmten Zeitabständen t
m Feinstruktur-Maxima in "Nominalmassen-Bereichen", wobei letztere jeweils einem ganzzahligen
Atom- oder Molekulargewicht von Element- oder Molekularionen entsprechen. Die Amplituden
der Feinstruktur-Maxima erlauben eine qualitative und quantitative Analyse der Zusammensetzung
der Materialprobenoberfläche.
[0003] Die Flugzeit-Sekundärionen-Massenspektrometrie, auch TOF-SIMS (time-of-flight secondary
ion mass spectrometry) genannt, ist bekannt (vgl. Analytical Chemistry, 1992, Vol.
64, S. 1027 ff und 1993, Vol. 65, S. 630 A ff.). Sie dient zur chemischen Analyse
von Festkörperoberflächen.
[0004] Dabei wird die Probenoberfläche mit einem gepulsten Primärionenstrahl der Pulsdauer
t
p beschossen. Durch den Primärionenstrahl werden Sekundärionen aus der Probenoberfläche
herausgelöst. Die herausgelösten Sekundärionen werden in einem Extraktionsfeld auf
eine gleiche Energie E beschleunigt (einige KeV). Danach durchlaufen sie eine Flugstrecke
l, an deren Ende sie mittels eines zeitauflösenden Detektors nachgewiesen werden.
Die Sekundärionen sind in ihrer überwiegenden Mehrzahl einfach geladen.
[0005] Für die Flugzeit der Sekundärionen gilt:

[0006] Somit kann aus der so bestimmten Flugzeit t bei gleicher Energie E die genaue Masse
m eines Sekundärions ermittelt werden.
[0007] Die Registrierung der Sekundärionen erfolgt je nach gewünschtem Massenbereich innerhalb
eines Zeitintervalles, genannt Zykluszeit t
z, nach dem Zeitpunkt des Auftreffens des Primärionenpulses, wobei aus obiger Beziehung
(1) folgt:
- mmax =
- größte Masse innerhalb des gewünschten Massenbereiches
[0008] Nach Ablauf dieser Zykluszeit kann der nächste Primärionenpuls auf die Probe treffen.
Die Messung der Flugzeiten erfolgt demnach mit einer Wiederholfrequenz f = 1/t
z. Pro Zyklus werden nur sehr wenige Sekundärionen erzeugt und nachgewiesen, typisch
0,1 bis 10. Ein Massenspektrum mit einer ausreichenden Dynamik über mehrere Größenordnungen,
d.h. einem ausreichenden Verhältnis von höchster zu niedrigster Intensität, entsteht
durch Akkumulation der Zählereignisse über eine große Zahl von Zyklen. Die Meßzeit
beträgt dann typischerweise etwa 100 bis 1000 s.
[0009] Aus der Probenoberfläche werden sowohl Elementionen als auch Molekülionen herausgelöst.
Die genaue Masse einer Sekundärionenspezies, die ein Elemention oder Molekülion sein
kann, ergibt sich aus der Summe der Atomgewichte. Die einzelnen Atomgewichte weichen
aufgrund der Bindungsenergie der Atomkerne geringfügig von ganzzahligen Werten ab,
so daß sich zu beiden Seiten eines ganzzahligen Wertes die vorgenannten Nominalmassen-Bereiche
ergeben. Die
genauen Massen von Element- und Molekülionen unterscheiden sich nur geringfügig. Als Beispiel
für Sekundärionenspezies von 27 u: Aluminium
+: 26,99154 u; C
2H
3+: 27,023475 u. Durch eine genügend hohe Massenauflösung können die verschiedenen Sekundärionenspezies
voneinander getrennt, d. h. in Feinstruktur-Maxima aufgelöst werden und somit Elemente
und Verbindungen getrennt nachgewiesen werden. Die Trennung solcher verschiedener
Spezies ist eine wesentliche Voraussetzung für einen Spurennachweis von Verbindungen
und Elementen.
[0010] Bei der TOF-SIMS beschreibt die Massenauflösung m/Δ m, welche Massendifferenz Δ m
bei einer Masse m noch in zwei Feinstruktur-Maxima getrennt werden kann. Sie hängt
entscheidend von der Primärionenpulsdauer t
p ab. Weitere Faktoren für die Auftrennung sind das Auflösungsvermögen des Flugzeitanalysators,
sowie die Zeitauflösung von Detektor und Registrierelektronik, die jedoch nicht Gegenstand
der Erfindung bilden.
[0011] Das TOF-SIMS-Verfahren wird nicht nur zur Analyse der Oberflächenzusammensetzung
eingesetzt, sondern es erlaubt auch die Aufnahme von lateralen Verteilungen der verschiedenen
Elemente und Verbindungen mit hoher Ortsauflösung im sub-µm Bereich. Dazu wird der
Primärionenstrahl auf einen sehr kleinen Punkt fokussiert und mit Hilfe einer Ablenkvorrichtung
über die Probe gerastert. Für jeden Rasterpunkt wird ein Massenspektrum aufgenommen
und ausgewertet. Anschließend kann aus den Ergebnissen für eine Vielzahl von Rasterpunkten
(typisch z.B. 256 x 256) ein Verteilungsbild erzeugt werden (abbildendes TOF-SIMS).
Des weiteren kann durch Probenabtrag mittels des Primärionenstrahls oder mittels einer
zusätzlichen Ionenquelle und einer Analyse in verschiedenen Erosionstiefen eine Tiefenverteilung
der verschiedenen Spezies gemessen werden (Tiefenprofil).
[0012] Die für eine hohe Massenauflösung notwendige Primärionenpulsdauer beträgt bei typischer
Driftstrecke l von ca. 2m nur wenige Nanosekunden. Die Primärionenpulse werden durch
ein geeignetes Strahlpulsungsverfahren aus dem statischen Strahl einer Ionenquelle
erzeugt. Die Anzahl der Primärionen pro Puls ergibt sich aus dem statischen Strom
der Ionenquelle Ip und der Pulsdauer t
p :

[0013] Daraus wird ersichtlich, daß bei Verkürzung der Primärpulsdauer die Zahl der Primärionen
pro Puls abnimmt. Dies hat zur Folge, daß dann mehr Primärionenpulse benötigt werden,
um die gleiche Zahl von Sekundärionen zu erzeugen und nachzuweisen. Das bedeutet,
daß die Meßzeit zunimmt. Diese Zunahme der Meßzeit wird vor allem bei feinfokussierten
Ionenquellen für die Mikrobereichsanalyse zum Problem, da hier nur sehr kleine Ionenströme
I
p zur Verfügung stehen. Die Aufnahme von Spektren mit einer hohen Dynamik, die Aufnahme
von lateralen Verteilungsbildern sowie die Tiefenprofilierung mit hoher Dynamik führen
dann häufig zu Meßzeiten von größer einer Stunde bis zu mehreren Stunden.
[0014] Eine Verkürzung der Meßzeit ist beim Stand der Technik nur möglich durch eine Verlängerung
der Primärpulsdauer t
p mit entsprechendem Verlust an Masenauflösung, oder durch Erhöhung der Wiederholrate
mit entsprechender Einschränkung des erfaßten Massenbereich (s. Gl. 2).
[0015] Es stellt sich die Aufgabe, für das Betreiben eines Sekundärionen-Flugzeit-Massenspektrometers
ein Verfahren anzugeben, mit dessen Hilfe die Meßzeiten ohne Verlust an Massenauflösung
und ohne Reduzierung des Massenbereichs verkürzt werden können.
[0016] Diese Aufgabe wird gelöst bei einem Verfahren der eingangs genannten Art, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß
d) jeder Primärionenimpuls aus mehreren Teilimpulsen besteht,
e) jeder Teilimpuls so schmal ist, daß er die Auflösung der feinstrukturierten Massenbereiche
erlaubt,
f) der Abstand tB der Teilimpulse größer als die Breite der feinstrukturierten Massenbereiche ist,
g) die Anzahl n der Teilimpulse so gewählt ist, daß

kleiner als die Abstände zwischen den feinstrukturierten Massenbereichen ist,
h) die n zu den Teilimpulsen gehörenden Spektren jedes feinstrukturierten Massenbereiches
addiert werden.
[0017] Mit anderen Worten: Die Oberfläche wird im Zeitintervall t
z (vgl. Gl. 2) nicht mit einem einzigen kurzen Primärionenpuls, sondern innnerhalb
der Zykluszeit t
z mit einer Folge von mehreren, im wesentlichen gleichen Teilimpulsen in kurzem zeitlichen
Abstand beschossen. Der Abstand zweier Teilimpulse ist größer als die Flugzeitdifferenz
von Element- und Molekül ionen einer ganzzahligen Nominalmasse; außerdem ist der Abstand
vom ersten zum letzten Primärionen-Teilimpuls kleiner als die Flugzeitdifferenz zwischen
den Nominalmassen im erfaßten Massenbereich. Durch Addition der n sich ergebenden
Feinmaxima läßt sich das Signal-Rausch-Verhältnis der Messung wesentlich verbessern,
ohne die Meßzeit zu erhöhen. Vorzugsweise besteht die Folge aus n = 3 bis n = 20 Teilimpulsen.
[0018] Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist demnach ein Flugzeit-Sekundärionen-Massenspektrometer,
bei dem eine Materialproben-Oberfläche impulsartig mit Primärionen beschossen wird
(Primärionenpulse) und die Primärionen aus der Materialproben-Oberfläche Sekundärionen
verschiedener Massen m herauslösen. Diese werden mit derselben Energie E nach dem
Herauslösen beaufschlagt. Die masseabhängige Flugzeit t wird über einen Weg l gemessen,
wobei die Flugzeit t der Wurzel aus der Masse proportional ist und die Zahl der Sekundärionen,
die einer bestimmten Masse m entsprechen, innerhalb einer festgelegten Zykluszeit
t
z in bestimmten Zeitabständen t
m Feinstruktur-Maxima ergeben, wobei letztere jeweils etwa einem ganzzahligen Atom-
oder Molekulargewicht von Element- oder Molekularionen entsprechen.
[0019] Die Amplituden der Feinstruktur-Maxima erlauben eine qualitative und quantitative
Analyse der Zusammensetzung der Materialprobenoberfläche. Die Vorrichtung ist gekennzeichnet
durch eine gepulste Primärionenquelle, mit der die Materialproben-Oberfläche im Zeitintervall
t
z mit einer Folge von n im wesentlichen gleichen Primärionen in kurzem zeitlichen Abstand
t
B beschießbar ist, wobei der zeitliche Abstand t
B zweier Primärionenpulse größer ist als die Flugzeitdifferenz von Element- und Molekülionen
eines Nominalmassenbereiches und außerdem der Abstand

vom ersten zum letzten Primärionenpuls kürzer ist als die Flugzeitdifferenz zwischen
den Nominalmassen im erfaßten Massenbereich, wobei die n Feinstruktur-Maxima, die
zu derselben Sekundärionenspezies gehören, addierbar sind.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens und der Vorrichtung wird in der Zeichnung
erläutert. Die Figuren der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Anordnung eines Flugzeit-Massenspektrometers
- Fig. 2
- ein Massenspektrum, das nach dem Stand der Technik gewonnen wurde
a) Übersichtsspektrum im Massenbereich 1-50 u
b) Detail im Massenbereich 26.5 - 28.5 u
- Fig. 3
- ein Massenspektrum, das im Betriebsverfahren gemäß Erfindung gewonnen wurde
a) Ubersichtsspektrum im Massenbereich 1-50 u
b) Detail im Massenbereich 26.5 - 28.5 u
- Fig. 4
- Sekundärionenverteilungsbilder, die nach dem Stand der Technik gewonnen wurden
- Fig. 5
- Sekundärionenverteilungsbilder, die im Betriebsverfahren gemäß Erfindung gewonnen
wurden.
[0021] Fig. 1 zeigt das Meßprinzip des TOF-SIMS-Verfahrens. Eine kontinuierlich arbeitende
Ionenquelle IQ wird mit Hilfe eines geeigneten Strahlpulsers PS gepulst, wobei sich
die bereits genannten Primärionenpulse ergeben.
[0022] Anschließend wird der gepulste und mit einem Massenfilter MF gefilterte Primärionenstrahl
mit einer Fokussierungseinheit FK und einer Rastereinheit RS auf die Probe P (Target)
fokussiert und positioniert. Alle vom Primärionenstrahl erzeugten, einfach geladenen
Sekundärionen werden mit Hilfe einer Absaugspannung U
ac auf die gleiche Energie E beschleunigt. Ihre Laufzeit wird anschließend in einem
Flugzeitanalysator FZA mit räumlichen und zeitlichen Fokussierungseigenschaften vermessen.
Für den Nachweis dient ein geeigneter zeitauflösender Ionendetektor ID. Die Ausgangspulse
des Ionendetektors ID werden von der Registrierelektronik, bestehend aus einem Diskriminator
DS und einem Time-to-Digital-Converter TDC in Verbindung mit einem schnellen Speicher,
verarbeitet.
[0023] Ein typisches Meßergebnis, das nach dem Verfahren gemäß dem Stand der Technik aufgenommen
wurde, zeigen Fig. 2a und 2b. Hier wurde ein einziger Primärionenpuls pro Zykluszeit
t
z mit einer Pulsdauer von 1,3 ns verwendet. Über die Zykluszeit von 100 µs werden die
ausgelösten Sekundärionen registriert und alle Ereignisse über insgesamt 1695·10
7 Zyklen addiert. Die Meßzeit beträgt hier demnach 1695 s = 28 min. Im vorliegenden
Falle handelt es sich bei der Probe um einen Siliziumwafer mit einer Aluminiumteststruktur.
Fig. 2a zeigt das Übersichtsspektrum im Massenbereich (Nominalmassen) von 1 bis 50
u.
[0024] Fig. 2b zeigt im Detail die Feinstruktur der Maxima im Massenbereich von 26,5 bis
28,5 u des Spektrums gemäß Fig.2a. Hier wird die Trennung diverser Atom- und Molekülionen
mit Hilfe der hohen Massenauflösung deutlich. Es ergibt sich bei der Nominalmasse
27 eine Trennung in Al
+ und C
2H
3+, bei der Nominalmasse 28 eine Trennung in Si
+, AlH
+ und C
2H
4+. Infolge der genauen Massen der Elemente des Periodensystems können sich zwischen
den Maxima der Nominalmassen 27 und 28 keine weiteren Maxima befinden, z.B. zwischen
C
2H
3+ und Si
+).
[0025] Um die Meßzeit wesentlich zu verkleinern bzw. bei vorgegebener Meßzeit die Zahl der
registrierten Sekundärionen und damit die Dynamik zu erhöhen, wählt man eine Betriebsweise,
die der Erfindung entspricht und die in den Abbildungen Fig. 3a und 3b zum Ausdruck
kommt. Hier sind statt eines einzigen Primärionenimpulses 12 Teilimpulse gleicher
Pulsdauer mit einem zeitlichen Abstand von 25 ns eingesetzt worden bei einer unveränderten
Zykluszeit t
z von 100 µs.
[0026] Fig. 3a zeigt das Ubersichtsspektrum im Massenbereich 1 bis 50 u. Klar erkennbar
ist die Trennung der verschiedenen Nominalmassen. Die Flugzeitdifferenz zwischen m
= 49 und m = 50 ist damit größer als

[0027] In Fig. 3b ist die Feinstruktur desselben Massenspektrums im Massenbereich von 26,5
bis 28,5 u gezeigt. Klar erkennbar ist die 12fache Überlagerung der Peakstruktur aus
Fig.2b durch die Anwendung der Folge von 12 Teilimpulsen mit definiertem Abstand.
Durch die Wahl des Abstandes von 25 ns wird eine Überlagerung der Maxima, die zu verschiedenen
Primärionenimpulsen gehören, vermieden, so daß eine Zuordnung der Peakserie zu einer
bestimmten Verbindung möglich ist. Es werden wie in Fig. 2b bei der Nominalmasse 27
die Maxima für Al
+ und C
2H
3+ nachgewiesen sowie bei der Nominalmasse 28 die Maxima für Si
+, AlH
+ und C
2H
4+.
[0028] Es wurden alle Ereignisse wiederum über insgesamt 1695·10
7 Zyklen addiert. Die Meßzeit beträgt hier wie in Fig. 2a und 2b 1695 s = 28 min. Das
Beispiel zeigt, daß bei gleicher Meßzeit die 12fache Sekundärionenintensität registriert
werden kann ohne Verlust an Massenauflösung und ohne störende Peakinterferenzen. Dementsprechend
kann durch Addition der Intensitäten der jeweiligen Sekundärionenspezies die gleiche
Information wie in Fig. 2a und 2b in einem 1/12 der Meßzeit gewonnen werden. Dies
bedeutet hier beispielsweise eine Verkürzung der Meßzeit von 28 min auf 2,3 min.
[0029] Die der Erfindung entsprechende Betriebsart verkürzt ebenso die Aufnahmezeit für
Sekundärionenbilder. Hier wird eine Analyse wie in Fig. 2 bzw. Fig. 3 für jeden Bildpunkt
(Pixel) durchgefuhrt und anschließend werden die Verteilungsbilder der verschiedenen
Sekundärionenspezies konstruiert.
[0030] Fig. 4 zeigt Verteilungsbilder mit einer Betriebsweise gemäß dem Stand der Technik.
Es wurde pro Zyklus ein einziger Primärionenpuls eingesetzt. Die Ereignisse für jeden
Bildpunkt wurden über 200 Zyklen addiert und ausgewertet. Die Gesamtmeßzeit für 256
x 256 Bildpunkte beträgt 1310 s = 22 min.
[0031] Fig. 5 zeigt Verteilungsbilder der gleichen Probe mit einer Betriebsart gemäß Erfindung.
Es wurde eine Pulsfolge von 12 Teilimpulsen pro Zyklus im Abstand von 25 ns eingesetzt.
Die Ereignisse über 200 Zyklen wurden addiert und ausgewertet. Die gesamte Meßzeit
beträgt wie in Fig. 5 1310 s = 22 min. Durch den Betrieb gemäß Erfindung ist die Intensität
und die Dynamik in den Sekundärionenverteilungsbildern deutlich größer bei gleicher
Meßzeit und gleichem Informationsgehalt. So werden in Fig. 4 nur 47 Sekundärionen
Al
+ im hellsten Bildpunkt registriert, während in Fig. 5 insgesamt 411 Sekundärionen
im hellsten Bildpunkt enthalten sind. Ähnliche Verbesserungen der Bildqualität bei
gleicher Aufnahmezeit zeigen auch die anderen Verteilungen von C
2H
3+, Si
+ und AlH
+. Für gleiche Bildqualität ergibt sich eine entsprechende Verkürzung um einen Faktor
12 der Bildaufnahmezeit.
[0032] Die verfahrensmäßige Verwendung einer Zeitimpulsfolge anstelle eines Einzelpulses
läßt sich auch auf analoge Verfahren anwenden, insbesondere auf die Gasphasenanalyse
mit der Flugzeit-Massenspektroskopie. Die Ionenerzeugung erfolgt hier mit einem Elektronenpuls;
die erzeugten Gasionen werden beschleunigt und ihre Massen mittels einer Flugzeitmessung
bestimmt. Wird anstelle eines einzelnen Elektronenpulses eine Folge von Elektronenpulsen
eingesetzt, so läßt sich wie bei der TOT-SIMS - mutatis mutandis - eine Verkürzung
der Meßzeit bei der hochauflösenden Flugzeit-Massenspektroskopie erreichen.
1. Verfahren zum Betreiben eines Flugzeit-Sekundärionen-Massenspektrometers für die Analyse
von Massenspektren, bei denen mehrere feinstrukturierte Massenbereiche in größeren
Abständen isoliert auftreten, mit folgenden Schritten:
a) eine Materialproben-Oberfläche wird mit in regelmäßigen Abständen tz (Zykluszeit) aufeinanderfolgenden Primärionenpulsen beschossen,
b) die von den Primärionen aus der Materialproben-Oberfläche herausgelösten Sekundärionen
verschiedener Massen m werden auf die gleiche Energie beschleunigt,
c) die masseabhängige Flugzeit t wird über einen Weg l gemessen und daraus die Masse
bestimmt,
dadurch gekennzeichnet, daß
d) jeder Primärionenimpuls aus mehreren Teilimpulsen besteht,
e) jeder Teilimpuls so schmal ist, daß er die Auflösung der feinstrukturierten Massenbereiche
erlaubt,
f) der Abstand tB der Teilimpulse größer als die Breite der feinstrukturierten Massenbereiche ist,
g) die Anzahl n der Teilimpulse so gewählt ist, daß

kleiner als die Abstände zwischen den feinstrukturierten Massenbereichen ist,
h) die n zu den Teilimpulsen gehörenden Spektren jedes feinstrukturierten Massenbereiches
addiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Folge aus n = 3 bis n =
20 Primärionenpulsen besteht.
3. Flugzeit-Sekundärionen-Massenspektrometer zur Durchführung des Verfahrens gemäß Anspruch
1 oder 2, bei dem
a) eine Materialproben-Oberfläche mit in regelmäßigen Abständen tz (Zykluszeit) aufeinanderfolgenden Primärionenpulsen beschossen wird,
b) die von den Primärionen aus der Materialproben-Oberfläche herausgelösten Sekundärionen
verschiedener Massen m auf die gleiche Energie beschleunigt werden,
c) die masseabhängige Flugzeit t über einen Weg l gemessen und daraus die Masse bestimmt
wird,
gekennzeichnet durch
eine gepulste Primärionenquelle, mit der die Materialproben-Oberfläche im Zeitintervall
t
z mit einer Folge von n im wesentlichen gleichen Primärionen in kurzem zeitlichen Abstand
t
B beschießbar ist, wobei der zeitliche Abstand t
B zweier Primärionenpulse größer ist als die Flugzeitdifferenz von Element- und Molekülionen
eines Nominalmassenbereiches und außerdem der Abstand

vom ersten zum letzten Primärionenpuls kürzer ist als die Flugzeitdifferenz zwischen
den Nominalmassen im erfaßten Massenbereich, wobei die n Feinstruktur-Maxima, die
zu derselben Sekundärionenspezies gehören, addierbar sind.
1. A method of operating a time-of-flight secondary-ion mass spectrometer for analysing
mass spectra, wherein several finely structured ranges of mass appear in isolation
and at relatively large intervals, comprising the following steps:
a) the surface of a sample of material is bombarded with primary-ion pulses which
succeed one another at regular intervals tz (cycle times),
b) the secondary ions of different masses m released by the primary ions from the
surface of the sample of material are accelerated to the same level of energy,
c) the mass-dependent time of flight t is measured over a path 1 and the mass is determined
therefrom,
characterised in that
d) each primary-ion pulse consists of several subsidiary pulses,
e) each subsidiary pulse is short enough to allow resolution of the fine-structured
ranges of mass,
f) the interval tB between the subsidiary pulses is longer than the fine-structured ranges of mass are
wide,
g) the number n of the subsidiary pulses is selected such that

is smaller than the intervals between the fine-structured ranges of mass, and
h) the n spectra associated with the subsidiary pulses of each fine-structured range
of mass are added together.
2. A method according to Claim 1, characterised in that the series consists of n = 3
to n = 20 primary-ion pulses.
3. A time-of-flight secondary-ion mass spectrometer for carrying out the method according
to Claim 1 or 2, wherein
a) the surface of a sample of material is bombarded with primary-ion pulses which
succeed one another at regular intervals tz (cycle times),
b) the secondary ions of different masses m released by the primary ions from the
surface of the sample of material are accelerated to the same level of energy,
c) the mass-dependent time of flight t is measured over a path 1 and the mass is determined
therefrom,
characterised by
a pulsed source of primary ions with which the surface of the sample of material can
be bombarded within the time interval tz with a series of n substantially identical primary ions at brief time intervals tB, wherein the time interval tB between two primary-ion pulses is greater than the time-of-flight difference between
the elemental and molecular ions of a nominalmass range, and furthermore the interval

between the first and last primary-ion pulse is shorter than the time-of-flight difference
between the nominal masses in the detected range of masses, wherein the n fine-structure
maxima which are associated with the same species of secondary ions can be added together.
1. Procédé d'exploitation d'un spectromètre de masse pour ions secondaires fonctionnant
par mesure du temps de vol pour l'analyse de spectres de masses dans lesquels plusieurs
domaines massiques finement structurés apparaissent de façon isolée à des intervalles
importants l'un de l'autre, qui comprend les étapes suivantes:
a) une surface d'échantillon de matière est bombardée par des impulsions successives
d'ions primaires à intervalles de temps réguliers tz (temps de cycle);
b) les ions secondaires de diverses masses m, extraits de la surface de l'échantillon
de matière par les ions primaires, sont accélérés à la même énergie,
c) le temps de vol t qui dépend de la masse est mesuré sur un trajet l et la masse
est déterminée à partir de cette mesure;
caractérisé en ce que,
d) chaque impulsion d'ions primaires se compose de plusieurs impulsions partielles,
e) chaque impulsion partielle est suffisamment petite pour permettre la résolution
des domaines massiques finement structurés,
f) l'intervalle de temps tB entre impulsions partielles est supérieur à la largeur des domaines massiques finement
structurés,
g) le nombre n des impulsions partielles est choisi d'une manière telle que le produit

est plus petit que les intervalles de temps entre les domaines massiques finement
structurés,
h) les n spectres qui appartiennent aux impulsions partielles de chaque domaine massique
finement structuré sont additionnés.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la séquence se compose de
n = 3 à n = 20 impulsions d'ions primaires.
3. Spectromètre de masse pour ions secondaires fonctionnant par mesure du temps de vol,
destiné à mettre en oeuvre le procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel:
a) une surface d'échantillon de matière est bombardée par des impulsions successives
d'ions primaires à intervalles de temps réguliers tz (temps de cycle);
b) les ions secondaires de diverses masses m, extraits de la surface de l'échantillon
de matière par les ions primaires, sont accélérés à la même énergie,
c) le temps de vol t qui dépend de la masse est mesuré sur un trajet l et la masse
est déterminée à partir de cette mesure;
caractérisé par
une source pulsée d'ions primaires au moyen de laquelle la surface d'échantillon
de matière peut, dans un intervalle de temps t
Z, être bombardée par une séquence de n ions primaires sensiblement égaux séparés par
un bref intervalle de temps t
B, l'intervalle de temps t
B entre deux impulsions d'ions primaires étant supérieur à la différence entre les
temps de vol d'ions élémentaires et moléculaires d'un domaine de masses nominales
et l'intervalle de temps

de la première à la dernière impulsion d'ions primaires étant en outre plus court
que la différence entre les temps de vol des masses nominales du domaine massique
détecté, les n maxima finement structurés qui appartiennent à la même espèce d'ions
secondaires pouvant être additionnés.