(19)
(11) EP 0 711 843 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
19.05.1999  Patentblatt  1999/20

(21) Anmeldenummer: 95116168.6

(22) Anmeldetag:  13.10.1995
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6C22C 9/04

(54)

Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung für Trinkwasserinstallationen

Use of a copper-zinc alloy for fresh water installations

Utilisation d'un alliage de cuivre-zinc pour installations d'eau potable


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT

(30) Priorität: 28.10.1994 DE 4438485

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
15.05.1996  Patentblatt  1996/20

(73) Patentinhaber: WIELAND-WERKE AG
89079 Ulm (DE)

(72) Erfinder:
  • Müller, Gert, Dipl.-Ing. Dr. rer. nat.
    D-89233 Neu-Ulm (DE)
  • Siegele, Harald, Dipl.-Chem.
    D-89269 Vöhringen (DE)
  • Bohsmann, Michael, Dipl.-Ing. Dr. rer. nat.
    D-89081 Ulm (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-93/24670
US-A- 4 139 378
US-A- 5 256 214
WO-A-94/26945
US-A- 5 167 726
US-A- 5 330 712
   
  • DATABASE WPI Section Ch, Week 8917 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class M26, AN 89-126544 XP002011870 & JP-A-01 073 035 (YOSHIDA KOGYO KK) , 17.März 1989
  • METALL, Bd. 46, Nr. 11, November 1992, Seiten 1142-1146, XP000602515 DRESHER W.H. AND PETERS D.T.: "Lead-free and reduced-lead copper-base cast plumbing alloys, Part 1"
  • METALL, Bd. 47, Nr. 1, Januar 1993, Seiten 26-33, XP000602516 DRESHER W.H. AND PETERS D.T.: "Lead-free and reduced-lead copper-base cast plumbing alloys, Part 2"
 
Bemerkungen:
Die Akte enthält technische Angaben, die nach dem Eingang der Anmeldung eingereicht wurden und die nicht in dieser Patentschrift enthalten sind.
 
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung für Trinkwasserinstallationen, insbesondere zur Herstellung von Armaturen, Verbindungsstücken und sonstigen Gegenständen in kurzzeitigem oder anhaltendem Kontakt mit Trinkwässern.

[0002] Zur Herstellung von Trinkwasserinstallationen werden bevorzugt Kupfer-Zink-Legierungen mit Kupfergehalten zwischen 57 und 63 % und Zinkgehalten zwischen 36 und 40 % eingesetzt (die %-Angaben beziehen sich dabei auf das Gewicht). Für die Weiter- und Endbearbeitung dieser Werkstoffe sind ihre Zerspanungseigenschaften von besonderer Bedeutung. Durch das Zulegieren des Elements Blei in Gehalten bis zu typischerweise 3,5 % wird eine hervorragende Zerspanbarkeit erzielt, da Blei praktisch keine Mischbarkeit mit den Matrixelementen Kupfer und Zink aufweist und in Form homogen verteilter, globularer Ausscheidungsteilchen als Spanbrecher wirkt. Die Werkstoffe CuZn36Pb3, CuZn39Pb2 und CuZn39Pb3 stellen Beispiele solcher auch als Automatenmessinge bezeichneter Legierungen dar.

[0003] Neben den verarbeitungstechnischen Vorteilen wurde jedoch in jüngster Zeit die toxische Wirkung des Elements Blei auf den menschlichen Organismus in zahlreichen medizinischen Untersuchungen eindeutig belegt. Es konnte nachgewiesen werden, daß Blei in beträchtlichen Mengen nicht allein über die Atemwege, sondern auch über die Nahrung und vorzugsweise über Trinkwasser aufgenommen wird. Hiervon sind Säuglinge und Kleinkinder besonders betroffen. Diesem Umstand wurde u.a. durch das Verbot von Pb-haltigen Lotmitteln in Trinkwasserinstallationen Rechnung getragen.

[0004] Während die Trinkwasser-Verordnung der Bundesrepublik Deutschland einen Grenzwert von 40 µg Pb pro Liter Trinkwasser festschreibt, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem überarbeiteten Entwurf für die Richtlinien zur Trinkwasserqualität einen Maximalwert von 10 µg Pb pro Liter. Im Bundesstaat Kalifornien der Vereinigten Staaten von Amerika werden Gesetzesvorlagen diskutiert, die einen Grenzwert von 0,25 µg Pb pro Liter Trinkwasser vorsehen.

[0005] Literaturangaben und eigenen Untersuchungen mit synthetischen Prüfwässern zur Folge wird der Grenzwert von 10 µg Pb pro Liter Trinkwasser von den für Armaturen gebräuchlichen Zerspanungsmessingen mit Gehalten zwischen 1,5 und 3 % Pb nicht sicher eingehalten. Kupfer-Zink-Legierungen mit deutlich weniger als 1 % Pb erfüllen zwar einerseits die von der WHO formulierte Forderung, weisen aber andererseits aufgrund der zu geringen Pb-Zugabe nicht mehr die für die Verarbeitung benötigten Zerspanungseigenschaften auf.

[0006] Zur Reduzierung der Bleilässigkeit bei Pb-haltigen Zerspanungsmessingen wird in der Literatur verschiedentlich ein Verfahren zur Behandlung der betroffenen Gegenstände in einer Natriumacetat-Lösung beschrieben. Das Verfahren beruht auf dem Gedanken der selektiven Auslaugung von Blei und der damit verbundenen Verarmung der oberflächennahen Bereiche des Gegenstandes an Blei. Untersuchungen von Paige und Covino (Corrosion, 48, 12, pp. 1040 bis 1046) belegen allerdings, daß durch die Vorbehandlung in Natriumacetat-Lösung bei keiner der Pb-haltigen Testlegierungen eine merkliche Verringerung der Bleiabgabe gegenüber den unbehandelten Werkstoffen erzielt wird. Im günstigsten Falle können von der Zerspanung herrührende Schmierfilme an der Oberfläche zwar abgetragen werden, ein anhaltender Schutz vor einer weiteren Bleiauslösung aus dem Werkstoff ist jedoch nicht gegeben.

[0007] Die EP-OS 0.506.995 beschreibt eine zerspanbare Kupfer-Zink-Legierung mit Zusätzen an Seltenen Erden, insbesondere Lanthan, Cer, Praseodym, Neodym oder Mischmetall. Als wesentlicher Bestandteil des Werkstoffes wird Blei in Gehalten bis zu 3,5 % zulegiert, so daß die Forderung nach einer deutlichen Reduzierung der Bleilässigkeit nicht erfüllt werden kann.

[0008] Bereits 1934 wurde in der US-PS 1.959.509 der bei Kupferlegierungen die Zerspanbarkeit begünstigende Einfluß des Zulegierens von Wismut in Gehalten zwischen 1 und 6 % aufgezeigt. Die JP-OS 54-135618 beschreibt eine Kupfer-Zink-Legierung mit 58 bis 65 % Cu, deren Zerspanbarkeit auf die Zugabe von 0,5 bis 1,5 % Bi beruht. Bleifreie Kupfer-Zink-Legierungen mit verbesserten Zerspanungseigenschaften und Gehalten an Wismut zwischen 0,5 und 1,5 % bzw. 1,8 und 5 % werden in den US-PSen 5.167.726 und 5.137.685 beschrieben.

[0009] Die Substitution von Blei durch Wismut erfüllt einerseits die Forderung für Trinkwasserinstallationen nach Pb-armen bzw. Pb-freien Werkstoffen, bringt aber andererseits fertigungstechnische Risiken mit sich.

[0010] So ist hinreichend bekannt, daß bereits geringe Verunreinigungsgehalte an Wismut die Warmumformbarkeit von Kupfer und Kupferwerkstoffen, insbesondere der technisch gebräuchlichen Messinge, Bronzen und Neusilberlegierungen in signifikantem Maße verschlechtern. Diese Erscheinung ist auf Benetzungsreaktionen des flüssigen Wismuts an den Korngrenzen des Werkstoffs und der daraus resultierenden Warmsprödigkeit zurückzuführen.

[0011] Von besonderer Bedeutung ist die Tatsache, daß Wismut und Blei aufgrund ihrer Stellung im Periodensystem der Elemente einen hohen chemischen Verwandtschaftsgrad aufweisen. Beide Elemente sind in der Natur häufig miteinander vergesellschaftet. Während die toxische Wirkung von Blei hinreichend erforscht ist, gibt es bislang noch keine eindeutigen Aussagen zur Wirkung von Wismut auf den menschlichen Organismus.

[0012] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, für den o.g. Verwendungszweck eine Kupferlegierung vorzuschlagen, die ein für die Weiterbearbeitung günstiges Zerspanungsverhalten aufweist und weder Blei noch Wismut als Bestandteile enthält.

[0013] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung mit der in Anspruch 1 angegebenen Zusammensetzung gelöst.

[0014] (Die %-Angaben beziehen sich dabei auf das Gewicht.)

[0015] Dispersoide wirken in ähnlicher Weise wie Blei als Spanbrecher, wenn sie als diskrete Teilchen vorliegen. Sie werden in Form von Pulvern mit entsprechender Teilchengröße bereits in die Schmelze eingebracht. Dabei muß das Dispersoid zum einen thermisch so stabil sein, daß es sich beim Gießprozeß nicht zersetzt oder aufschmilzt, zum anderen thermodynamisch stabil gegenüber Reaktionen mit den Matrixelementen Kupfer und Zink sein. Um eine möglichst segregationsarme Verteilung in der Schmelze und dem erstarrten Gußgefüge zu erzielen, müssen die Dispersoidteilchen gut benetzbar sein und ihr spezifisches Gewicht sollte etwa dem der Schmelze entsprechen.

[0016] Die in Tabelle 1 aufgeführten Verbindungen erfüllen diese Kriterien. Der Schmelzpunkt des Dispersoids dient als Maß zur Beurteilung seiner thermischen Stabilität.
Tabelle 1:
Verbindungen, die in Kupfer-Zink-Legierungen zur Einstellung von thermisch stabilen Dispersoiden mit spanbrechender Wirkung geeignet sind.
Verbindung Schmelztemp. in °C Dichte in g/cm3
Cr2Ta 2020 11,1
Dy2O3 2340 7,8
Er2O3 2400 8,6
MoB 2600 8,6
Mo2C 2687 8,9
NbC 3500 7,8
Nd2O3 1900 7,2
Sm2O3 < 1500 8,3
WS2 1250 7,5
WSi2 2165 9,4
Yb2O3 2227 9,1
ZrC 3540 6,7


[0017] Vorzugsweise beträgt der Gesamtgehalt der Dispersoide 0,5 bis 3 %.

[0018] Die Zerspanbarkeit einer Kupfer-Zink-Legierung kann durch die Zugabe von Elementen, die mit den Matrixelementen im festen Zustand nicht mischbar sind, aber unter Beteiligung von Kupfer und/oder Zink intermetallische Phasen bilden, verbessert werden. Sie sollten zur Vermeidung von Primärkristallisation aus der Schmelze keine hohen Schmelztemperaturen aufweisen.

[0019] Die Elemente Yttrium und Zirkonium bilden mit Kupfer und Zink intermetallische Verbindungen mit Schmelzpunkten unterhalb von 980 °C. Zirkonium reagiert mit Kupfer bei 1116 °C zu Cu4Zr und bei etwa 1050 °C zu Cu6Zr. Die intermetallischen Phasen liegen dann, ähnlich den Dispersionsteilchen, als diskrete Partikeln an den Korngrenzen vor.

[0020] Vorzugsweise beträgt der Gesamtgehalt der zugesetzten Elemente Yttrium und Zirkonium 0,2 bis 2,5 %.

[0021] Neben intermetallischen Verbindungen von Drittelementen mit Kupfer und/oder Zink können auch intermetallische Phasen ohne Beteiligung der Matrixelemente eingestellt werden. Die phasenbildenden Elemente sind dabei zunächst in der Schmelze gelöst. Die eigentlichen Phasen bilden sich aus den zugesetzten Elementen untereinander, aufgrund ihrer höheren Bildungsenthalpien im Vergleich zu entsprechenden Phasen mit Kupfer und/oder Zink. Als Folge der hohen Bildungsenthalpien besitzen diese Phasen eine außerordentliche thermodynamische Stabilität, die sich im allgemeinen auch durch ihre hohen Schmelztemperaturen ausdrückt. Als Auswahlkriterien für geeignete Drittelementpaarungen müssen daher die vollständige Mischbarkeit beider Komponenten in der Kupfer-Zink-Schmelze, eine wesentlich höhere Bildungsenthalpie der einzustellenden Verbindung als von Verbindungen aus Kupfer und/oder Zink mit den zugesetzten Komponenten sowie ein nur geringer Dichteununterschied zwischen Schmelze und intermetallischer Phase berücksichtigt werden.

[0022] Vorzugsweise beträgt der Gesamtgehalt der diese intermetallischen Phasen bildenden Elemente 0,5 bis 3 %.

[0023] Die in Tabelle 2 aufgeführten intermetallischen Phasen erfüllen im wesentlichen die genannten Kriterien. Von einigen Verbindungen sind die Bildungsenthalpien nicht bekannt, ihre Eignung kann jedoch anhand ihrer Schmelztemperaturen abgeschätzt werden. Die Standardbildungsenthalpie von β-CuZn beträgt zum Vergleich ca -18 kJ/mol.
Tabelle 2:
Intermetallische Verbindungen mit spanbrechender Wirkung in Kupfer-Zink-Legierungen.
Verbindung Schmelztemp. in °C Dichte in g/cm3 Standardbildungsenthalpie in kJ/mol
LaAl2 1405 4,7 - 150,6
La3Sb ca. 1690    
LaSb ca. 1540 6,3  
La2Sn 1420 ca. 7  
Ni3Al 1395 7,3 - 153,1
NiAl 1638 5,9 - 118,4
Ni3Nb ca. 1400 8,8  


[0024] Elemente, die sich im festen Zustand in Kupfer und/oder Zink ganz oder teilweise lösen, und deren Löslichkeit mit sinkender Temperatur deutlich abnimmt, führen bei einer geeigneten Wärmebehandlung zu Ausscheidungen aus dem übersättigten Mischkristall. Es kann sich um diskontinuierliche Ausscheidungen an den Korngrenzen und/oder kontinuierliche Ausscheidungen im Matrixvolumen handeln. Zur Verbesserung der Zerspanungseigenschaften weisen Korngrenzenausscheidungen eine höhere Wirksamkeit auf. Durch homogene Keimbildung entstandene Ausscheidungen können jedoch durch eine entsprechende Warm- und Kaltumformung an die Korngrenzen umgelagert werden.

[0025] Im System Kupfer-Zink-Silber existiert unterhalb von 665 °C ein Dreiphasengleichgewicht zwischen α-CuZn, β-CuZn und einem Ag-reichen Mischkristall, der sich aus dem α- und β-Gefüge mit abnehmender Temperatur ausscheidet. Die Zugabe von Kobalt führt zur diskontinuierlichen Ausscheidung eines Coreichen Mischkristalls, der bei 672 °C die ungefähre Zusammensetzung CoCullZn28 aufweist. Bereits geringe Zusätze an Magnesium führen zur Ausscheidung der Laves-Phase Mg (Cu, Zn)2. Im System Kupfer-Zink-Titan bildet sich bei 950 °C die ternäre Phase Cu2TiZn. Bei Raumtemperatur beträgt die Löslichkeit für Titan in der β-Phase etwa 2 %.

[0026] Vorzugsweise beträgt der Gesamtgehalt der ausscheidungsbildenden Elemente Aluminium, Kobalt, Magnesium, Titan 1 bis 3 % und der Silber-Gehalt 3 bis 5 %.

[0027] Nach einer besonderen Ausführungsform der Erfindung beträgt der Gesamtgehalt aller Zusätze maximal 10 %.

[0028] Das Verhältnis des Kupfer-Gehalts zum Zink-Gehalt liegt insbesondere zwischen 1,4 und 1,7.

[0029] Die Erfindung wird anhand der folgenden Ausführungsbeispiele näher erläutert:

Beispiel 1:



[0030] Elementares Kupfer und Nickel wurden zusammen mit einer Cu-Al-Vorlegierung bei 1450 °C erschmolzen. Nach dem Abkühlen der Schmelze auf 1100 °C wurde elementares Zink zulegiert. Die Zusammensetzung der Schmelze betrug CuZn37(Ni3Al)2. Der Abguß der Schmelze erfolgte in einer Standkokille. Im Anschluß wurde das Gußgefüge mit einem Umformgrad von 55 % warmgeformt, gefolgt von einer 15%igen Kaltumformung.

[0031] Fig. 1 zeigt das Gußgefüge des Werkstoffes bei 500-facher Vergrößerung. Die intermetallische Ni3Al-Phase liegt in fein verteilter Form bevorzugt in den β-Mischkristallen vor.

[0032] Tabelle 3 gibt die am kaltverformten Zustand ermittelten mechanischen Kennwerte wieder (Brinellhärte HB, Zugfestigkeit Rm, Streckgrenze Rp 0,2, Dehnung A10, Zerspanungsindex Zi).
Der Werkstoff weist einen Zerspanungsindex von ca 80 bis 90 auf. Fig. 2 zeigt eine Makroaufnahme der resultierenden Drehspäne im Maßstab 1:1 (Schnittgeschwindigkeit vc = 100 m/Min., Vorschub f = 0,1 mm/U, Spantiefe a = 2,5 mm, Spanwinkel γ = 0°, Freiwinkel α = 8°).

[0033] Zum Vergleich ist das Spanbild des Werkstoffes CuZn39Pb3 mit einem Zerspanungsindex von 100 in Fig. 3 und des Werkstoffes CuZn37 mit einem Zerspanungsindex von < 40 in Fig. 4 jeweils bei denselben Bedingungen wiedergegeben.

Beispiel 2:



[0034] In einer Cu-Zn-Legierung der Zusammensetzung CuZn39 werden 2 Gew.-% Mo2C-Pulver der Körnung < 45 µm eingerührt. Die Weiterverarbeitung erfolgte gemäß dem Ausführungsbeispiel 1. Die mechanischen Kennwerte des kaltverformten Werkstoffs sind in Tabelle 3 aufgeführt. Fig. 5 zeigt eine typische Spanprobe (vgl. obige Bedingungen). Der Zerspanungsindex beträgt ca 70 bis 80.

Beispiel 3:



[0035] Elementares Kupfer wurde zusammen mit einer Cu-Co-Vorlegierung erschmolzen. Nach der Zugabe von elementarem Zink wurde die Legierung der Zusammensetzung CuZn39Co3 gemäß dem Ausführungsbeispiel 1 vergossen und weiterverarbeitet. Die mechanischen Kennwerte des kaltverformten Werkstoffs sind ebenfalls in Tabelle 3 zusammengefaßt. Der Zerspanungsindex beträgt ca 70 bis 80. Fig. 6 zeigt eine entsprechende Spanprobe (vgl. obige Bedingungen).
Tabelle 3:
Mechanische Kenndaten der in den Ausführungsbeispielen genannten Werkstoffe im Vergleich zu kommerziellen Werkstoffen. Zustand: 15 % kalt umgeformt.
Beispiel Werkstoff HB 2,5/62,5 Rm in N/mm2 Rp0,2 in N/mm2 A10 in % Zi
1 CuZn39(Ni3Al)2 138 462 353 29,3 80 - 90
2 CuZn39(Mo2C)2 131 450 348 21,8 70 - 80
3 CuZn39Co3 128 465 371 27,8 70 - 80
CuZn39Pb3 128 485 345 23,2 100
CuZn37 104 372 265 42 < 40



Ansprüche

1. Verwendung einer blei- und wismutfreien Kupfer-Zink-Legierung, die aus mindestens einem Zusatz aus mindestens einer der folgenden Gruppen a) bis d), Rest Kupfer und Zink im Verhältnis von 1,3 bis 2,0 besteht:

a) die Gruppe besteht aus den thermisch stabilen Dispersoiden Cr2Ta, Dy2O3, Er2O3, MoB, Mo2C, NbC, Nd2O3, Sm2O3, WS2, WSi2, Yb2O3, ZrC im Gesamtgehalt von 0,1 bis 5,0 Gew.-%,

b) die Gruppe besteht aus den Elementen Yttrium und Zirkonium im Gesamtgehalt von 0,1 bis 5,0 Gew.-%,

c) die Gruppe besteht aus den intermetallischen Phasen bildenden Elementen Lanthan und Nickel im Gesamtgehalt von 0,1 bis 5,0 Gew.-%, denen jeweils mindestens ein weiteres der Elemente Aluminium, Niob, Antimon, Zinn im Gesamtgehalt von 0,1 bis 5,0 Gew.-% zugeordnet ist,

d) die Gruppe besteht aus den ausscheidungsbildenden Elementen Silber, Kobalt, Magnesium, Titan im Gesamtgehalt von 1,0 bis 5,0 Gew.-%,

für Trinkwasserinstallationen, insbes. zur Herstellung von Armaturen und Verbindungsstücken, die sowohl in kurzzeitigem als auch anhaltendem Kontakt mit Trinkwässern stehen.
 
2. Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung nach Anspruch 1,
bei welcher der Gesamtgehalt der Dispersoide 0,5 bis 3 % beträgt, für den Zweck nach Anspruch 1.
 
3. Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung nach Anspruch 1 oder 2,
bei welcher der Gesamtgehalt der zugesetzten Elemente Yttrium und Zirkonium 0,2 bis 2,5 % beträgt, für den Zweck nach Anspruch 1.
 
4. Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
bei welcher der Gesamtgehalt der intermetallische Phasen bildenden Elemente 0,5 bis 3 % beträgt, für den Zweck nach Anspruch 1.
 
5. Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
bei welcher der Gehalt der ausscheidungsbildenden Elemente Kobalt, Magnesium, Titan aus dem Bereich von 1 bis 3 % und der Silber-Gehalt aus dem Bereich von 3 bis 5 % derart ausgewählt ist, daß der Gesamtgehalt der Elemente 5 % nicht übersteigt, für den Zweck nach Anspruch 1.
 
6. Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
bei welcher der Gesamtgehalt aller Zusätze maximal 10 % beträgt, für den Zweck nach Anspruch 1.
 
7. Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
bei welcher das Verhältnis des Kupfer-Gehalts zum Zink-Gehalt zwischen 1,4 und 1,7 liegt, für den Zweck nach Anspruch 1.
 


Claims

1. Use of a lead- and bismuth-free copper-zinc alloy comprising at least one additive from at least one of the following groups a) to d), the remainder being copper and zinc in a ratio of from 1.3 to 2.0:

a) the group comprises the thermally stable dispersoids Cr2Ta, Dy2O3, Er2O3, MoB, Mo2C, NbC, Nd2O3, Sm2O3, WS2, WSi2, Yb2O3, ZrC in a total content of from 0.1 to 5.0% by weight,

b) the group comprises the elements yttrium and zirconium in a total content of from 0.1 to 5.0% by weight,

c) the group comprises the intermetallic-phase-forming elements lanthanum and nickel in a total content of from 0.1 to 5.0% by weight, with each of which is associated at least one further element from the elements aluminium, niobium, antimony and tin in a total content of from 0.1 to 5.0% by weight,

d) the group comprises the precipitate-forming elements silver, cobalt, magnesium, titanium in a total content of from 1.0 to 5.0% by weight,

for drinking water installations, especially for the manufacture of fittings and connecting pieces, which are in both brief and sustained contact with drinking water.
 
2. Use of a copper-zinc alloy according to claim 1, wherein the total content of the dispersoids is from 0.5 to 3%, for the purpose according to claim 1.
 
3. Use of a copper-zinc alloy according to claim 1 or 2, wherein the total content of the added elements yttrium and zirconium is from 0.2 to 2.5%, for the purpose according to claim 1.
 
4. Use of a copper-zinc alloy according to one or more of claims 1 to 3, wherein the total content of the elements forming intermetallic phases is from 0.5 to 3%, for the purpose according to claim 1.
 
5. Use of a copper-zinc alloy according to one or more of claims 1 to 4, wherein the content of the precipitate-forming elements cobalt, magnesium, titanium is selected from the range of from 1 to 3% and the silver content is selected from the range of from 3 to 5%, in such a manner that the total content of the elements does not exceed 5%, for the purpose according to claim 1.
 
6. Use of a copper-zinc alloy according to one or more of claims 1 to 5, wherein the total content of all the additives is a maximum of 10%, for the purpose according to claim 1.
 
7. Use of a copper-zinc alloy according to one or more of claims 1 to 6, wherein the ratio of the copper content to the zinc content is between 1.4 and 1.7, for the purpose according to claim 1.
 


Revendications

1. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc exempt de plomb et de bismuth qui est constitué par au moins une addition d'au moins un des groupes suivants a) à d), le reste par du cuivre et du zinc dans un rapport de 1,3 à 2,0 :

a) le groupe constitué par des matières dispersées stables à la chaleur Cr2Ta, Dy2O3, Er2O3, MoB, Mo2C, NbC, Nd2O3, Sm2O3, WS2, WSi2, Yb2O3, ZrC, selon une teneur totale de 0,1 à 5,0 % en poids,

b) le groupe constitué par les éléments yttrium et zirconium, selon une teneur totale de 0,1 à 5,0 % en poids,

c) le groupe constitué par les éléments lanthane et nickel formant des phases intermétalliques selon une teneur totale de 0,1 à 5,0 % en poids, auxquels à chaque fois est adjoint au moins un autre parmi les éléments aluminium, niobium, antimoine, zinc, selon une teneur totale de 0,1 à 5,0 % en poids,

d) le groupe constitué par les éléments argent, cobalt, magnésium, titane, formant une précipitation dans une teneur totale de 1,0 à 5,0 % en poids,

pour des installations d'eau potable, en particulier pour la fabrication de robinetteries et de pièces de liaison qui sont en contact aussi bien temporaire que prolongé avec des eaux potables.
 
2. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc selon la revendication 1, pour lequel la teneur totale des matières dispersées est de 0,5 à 3 %, pour le but selon la revendication 1.
 
3. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc selon la revendication 1 ou 2, pour lequel la teneur totale des éléments ajoutés yttrium et zirconium est de 0,2 à 2,5 %, pour le but selon la revendication 1.
 
4. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc selon une ou plusieurs des revendications 1 à 3, pour lequel la teneur totale des éléments formant des phases intermétalliques est de 0,5 à 3 %, pour le but selon la revendication 1.
 
5. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc selon une ou plusieurs des revendications 1 à 4, pour lequel la teneur des éléments formant une précipitation cobalt, magnésium, titane est choisie dans la gamme de 1 à 3 % et la teneur en argent dans la gamme de 3 à 5 % de manière que la teneur totale des éléments ne dépasse pas 5 %, pour le but selon la revendication 1.
 
6. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc selon une ou plusieurs des revendications 1 à 5, pour lequel la teneur totale de tous les additifs est au maximum de 10 %, pour le but selon la revendication 1.
 
7. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc selon une ou plusieurs des revendications 1 à 6, pour lequel le rapport de la teneur en cuivre à la teneur en zinc est entre 1,4 et 1,7, pour le but selon la revendication 1.
 




Zeichnung