[0001] Die Erfindung betrifft einen Luft/Abgas-Schornstein mit den Merkmalen gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
[0002] Luft/Abgas-Schornsteine der vorstehend angegebenen Art sind bekannt (vgl. DE-U 77
06 857, DE-A 35 39 311). Bei diesen bekannten Schornsteinen strömt die am Kaminkopf
eintretende Frischluft im Gegenstrom zu dem im Inneren des Abgasrohres abgeführten
Abgasstrom, wobei die Frischluft durch Wärmetausch mit der warmen Rohrwandung des
Abgasrohres erwärmt wird. Das ermöglicht einen Rückgewinn der Abwärme und damit eine
Energieeinsparung.
[0003] Ein Wärmerückgewinn ist auch bereits bekannt im Zusammenhang mit der Führung des
Abgases und der Zuluft eines Brennofens zum Brennen von keramischen Artikeln (FR-A
493 632). Bei diesem Brennofen besteht der Abgaskanal aus keramischen Muffenrohr-Abschnitten,
die zur Steigerung des angestrebten Wärmeübergangs an die außen entlang fließende
Zuluft mit Rippen versehen sind. Der Abgaskanal verläuft horizontal, so daß mit einer
Abstützung der Muffenrohr-Abschnitte über die Rippen gerechnet werden muß. Daraus
folgt, daß die Muffenrohr-Abschnitte aus Festigkeitsgründen eine relativ große Wandstärke
aufweisen und daß die in nur geringer Anzahl vorgesehenen flügelartigen Rippen verhältnismäßig
weit von der Umfangsfläche vorspringen.
[0004] Im allgemeinen ist eine vorzeitige Abkühlung des Rauch- oder Abgases im Inneren des
Abgasrohres von Luft/Abgas-Schornsteinen deshalb nicht erwünscht, weil durch eine
entsprechende Unterschreitung des Taupunktes eine beträchtliche Kondensatbildung auftreten
kann, die eine Entsorgung des Kondensats notwendig macht. Auch wird durch eine übermässige
Abkühlung des Abgases dessen Strömungsgeschwindigkeit im Abgasrohr zu sehr herabgesetzt.
Eine Rückgewinnung der Abwärme aus dem Abgas sollte daher bei Schornsteinen im allgemeinen
in bestimmten Grenzen gehalten werden.
[0005] Andere Verhältnisse gelten jedoch in Fällen, in denen ein Luft/Abgas-Schornstein
zur Abführung des Abgases von Brennwertanlagen dient, die in der Regel gasbefeuert
sind und bei denen vor allem das Abgas aus den Heizanlagen mit einem über dem Atmosphärendruck
liegenden Druck in das Abgasrohr eingefördert wird. Unter diesen Verhältnissen wird
allein durch den Überdruck eine verhältnismässig hohe Strömungsgeschwindigkeit des
Abgases im Abgasrohr gewährleistet, durch die das Abgas einwandfrei aus dem Schornstein
abgefördert wird. Darüber hinaus ist die Zusammensetzung ggf. doch auftretenden Kondensats
aufgrund der Wahl des Brennstoffes erheblich weniger aggressiv und wirkt daher nicht
in dem üblichen Ausmaß störend.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Luft/Abgas-Schornstein der genannten Art
zu schaffen, der vor allem in Verbindung mit Brennwertanlagen eine möglichst weitgehende
Verbesserung des thermischen Wirkungsgrades erlaubt, ohne daß dadurch eine gesteigerte
Bruchgefährdung der für den Aufbau des Rauchrohrs verwendeten keramischen Rohrabschnitte
hervorgerufen wird.
[0007] Dies wird durch die Gestaltung gemäß Anspruch 1 erreicht. Aufgrund der geschilderten
Gegebenheiten bei Brennwertanlagen ist es möglich, die Grenzen für die Rückgewinnung
der Abwärme aus den Abgasen erheblich weiter als bisher zu ziehen. Durch die erhöhte
Rückgewinnung der Abwärme kann daher der Energiehaushalt verbessert werden. Eine erhöhte
Rückgewinnung bei dem erfindungsgemässen Schornstein ist dadurch möglich, daß infolge
der Vergrösserung der wärmeübertragenden Umfangsfläche des Abgasrohres ein intensiverer
Wärmeübergang an die Frischluft stattfindet.
[0008] Die an der Außenfläche des Abgasrohres vorgesehenen Rippen können zur Erzielung des
erhöhten Wärmeübergangs bezüglich ihrer Gestaltung und ihres Verlaufes variiert werden.
Eine bevorzugte Gestaltung sieht vor, daß die Rippen achsparallel zur Längsachse des
Abgasrohres auf dessen Außenfläche verlaufen. Die geringe radiale Erstreckung und
die Vielzahl der Rippen ist weitgehend durch einen Kompromiß bezüglich der Bruchempfindlichkeit
bei der Handhabung des Abgasrohres und durch die Herstellungsart bestimmt. Es hat
sich gezeigt, daß eine Vielzahl verhältnismässig wenig vorspringender Rippen, die
der Außenfläche des Abgasrohres den Eindruck einer Riefung vermitteln, eine deutliche
Erhöhung des Wärmeüberganges im Vergleich mit einer glatten Rohrwandung ergeben und
verhältnismässig wenig bruchgefährdet sind. Der Abstand benachbarter Rippen voneinander
muß aber so gewählt sein, daß zwischen den benachbarten Rippen auch eine Strömung
stattfindet, die den angestrebten Wärmeübergang ergibt.
[0009] Zur Steigerung des Wärmeübergangs kann auch daran gedacht werden, in einem gewissen
Maß im Bereich der Rippen eine Turbulenz der Luftströmung zu bewirken. Das kann durch
eine Quer- oder Schräganordnung der Rippen relativ zu der Frischluftströmung erreicht
werden. Von Vorteil hierbei erweist sich ein schraubenförmiger Verlauf der zueinander
parallelen Rippen auf dem Außenumfang des Abgasrohres.
[0010] Die hier vorgeschlagenen Abgasrohre sind Keramik-Abgasrohre, die bei einer bevorzugten
Herstellung im Wege des isostatischen Pressens eine sehr weitgehende Gestaltungsfreiheit
für die Rippen ergeben. Während z.B. bei im Strangpreßverfahren hergestellten Keramikrohren
die Rippen nur achsparallel zur Preßrichtung verlaufen können, erlaubt das isostatische
Pressen auch den geschilderten Schrägverlauf der Rippen bezüglich der Rohrachse.
[0011] Das Abgasrohr ist in der üblichen Form durch einzelne Rohrabschnitte mit an einem
Ende vorgesehenen Muffen aufgebaut, die ein Zusammenfügen im Wege der Steckverbindung
erlauben.
[0012] Der Rohrquerschnitt kann rund oder viereckig sein.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnungen
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt durch einen Teil eines Schornsteins, bei dem
ein Abgasrohr nach der Erfindung eingesetzt ist;
Fig. 2 einen Querschnitt längs der Linie II-II in Fig. 1, und
Fig. 3 in gegenüber Fig. 2 vergrössertem Maßstab einen Teil-Querschnitt des Abgasrohres.
[0014] Der in Fig. 1 dargestellte Teil eines Luft/Abgas-Schornsteins weist einen aus einer
Anzahl von Mantelsteinen 1 aufgebauten Kaminmantel auf, in dessen Schacht 2 ein aus
einzelnen Rohrabschnitten 3 aufgebautes Abgasrohr konzentrisch angeordnet ist. Zumindest
an einigen der Rohrabschnitte 3 sind an deren Außenfläche Metallbänder 4 befestigt,
von denen aus sich Distanzhalter 5 schräg nach außen erstrecken. Die Distanzhalter
5 (in dem gezeigten Ausführungsbeispiel vier Stück je Metallband) dienen dazu, das
Abgasrohr konzentrisch in dem Schacht 2 zu halten, zugleich aber Relativ-Wärmedehnungen
nicht zu behindern.
[0015] Der Anschluß des durch die Rohrabschnitte 3 aufgebauten Abgasrohres an die jeweils
zu versorgenden Heizanlagen und deren Verbindung mit dem Frischluftkanal 2 sind hinreichend
bekannt und bedürfen hier keiner näheren Erläuterung.
[0016] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Abgasrohr durch relativ dünnwandige
keramische Rohrabschnitte 3 gebildet, die durch isostatisches Pressen hergestellt
sind. Sie weisen an einem Ende jeweils eine Muffe 6 auf, in welche jeweils das andere
Ende des nächstfolgenden Rohrabschnittes einsteckbar ist. Eine Gasdichtheit an der
Steckverbindung kann durch Kitt erzielt sein.
[0017] Wie sich aus Fig. 3 ergibt und in Fig. 1 nur örtlich angedeutet ist, weist die Außenfläche
der Rohrabschnitte 3 eine Vielzahl von Rippen 7 auf, die in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
dicht nebeneinander liegen und einen Dreieck-Querschnitt haben. Die Wandstärke der
Rohrabschnitte 3, gemessen zwischen der Innenwandfläche und dem Grund der durch die
Rippen 7 gebildeten Rillen, beträgt beispielsweise 7 mm, die Höhe und Breite der Rippen
am Rillengrund betragen etwa 3 mm. Aufgrund der dichten Nebeneinanderanordnung der
Rippen 7 und der geschilderten Dimensionierung haben die Rohrabschnitte 3 auf ihrer
Außenfläche ein gerieftes Aussehen. Wie sich aus Fig. 1 ergibt, erstrecken sich die
parallel zu der Längsachse der Rohrabschnitte 3 verlaufenden Rippen 7 zwischen dem
Ansatz der Muffe 6 und einer Stelle vor dem gegenüberliegenden Ende des Rohrabschnitts
3, die im gefügten Zustand noch außerhalb der nächstfolgenden Muffe 6 liegt.
[0018] Um die Bruchgefährdung der Rippen 7 bei der Handhabung auf dem Bau zu verringern,
können die freien Kanten des Dreieck-Querschnitts, abweichend von der Darstellung
in Fig. 3, abgeflacht oder gerundet ausgebildet werden.
1. Luft/Abgas-Schornstein für mit niedriger Abgastemperatur arbeitende Heizanlagen, mit
einem Abgasrohr, das in einem den Zuluftkanal (2) bildenden Schacht des Schornsteins
mit Abstand von der Schachtwand angeordnet ist und aus mehreren Rohrabschnitten (3)
besteht,
dadurch gekennzeichnet,
daß
a) die Rohrabschnitte (3) aus dünnwandigem Keramikmaterial bestehen und zum Zweck
einer Steckverbindung jeweils eine Muffe (6) aufweisen;
b) die Außenfläche der Rohrabschnitte (3) eine Riefung mit einer Vielzahl von dicht
nebeneinander liegenden und geringfügig vorspringenden Rippen (7) aufweist.
2. Schornstein nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rippen (7) parallel zur Längsachse des Abgasrohres (3) verlaufen.
3. Schornstein nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rippen (7) schraubenförmig auf der Umfangsfläche des Abgasrohres verlaufen.
4. Schornstein nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rippen quer zur Längsachse des Abgasrohres verlaufen.
5. Schornstein nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rippenquerschnitt dreieckig oder viereckig ist.
6. Schornstein nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die freien Kanten der Rippen gerundet sind.
1. An air/flue gas stack for heating installations operating at a low flue gas temperature,
comprising a flue gas tube which is arranged in a shaft of the stack, the shaft forming
the feed air duct (2), at a spacing from the shaft wall, and which comprises a plurality
of tube portions, characterised in that
a) the tube portions (3) comprise thin-walled ceramic material and each have a respective
socket (6) for the purposes of a push-in connection; and
b) the outside surface of the tube portions (3) has a channelling with a plurality
of ribs (7) which project slightly and which are disposed in closely juxtaposed relationship.
2. A stack according to claim 1 characterised in that the ribs (7) extend parallel to
the longitudinal axis of the flue gas tube (3).
3. A stack according to claim 1 characterised in that the ribs (7) extend in a helical
configuration on the peripheral surface of the flue gas tube.
4. A stack according to claim 1 characterised in that the ribs extend transversely to
the longitudinal axis of the flue gas tube.
5. A stack according to one of claims 1 to 4 characterised in that the rib cross-section
is triangular or quadrangular.
6. A stack according to claim 5 characterised in that the free edges of the ribs are
rounded.
1. Cheminée pour air/effluents gazeux pour installations de chauffage fonctionnant avec
de basses températures des gaz effluents, avec un tube pour gaz effluents disposé
dans un puits formant le canal d'aération (2) de la cheminée, à une certaine distance
de la paroi du puits et se composant de plusieurs sections de tube (3),
caractérisée en ce que
a) les sections de tube (3) sont réalisées en matériau céramique à paroi mince et
présentent chacune un manchon (6) en vue d'un raccordement par enfoncement ;
b) la surface extérieure des sections de tube (3) présente un rainurage avec une pluralité
de nervures (7) serrées étroitement l'une contre l'autre et très peu en relief.
2. Cheminée selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
les nervures (7) sont parallèles à l'axe longitudinal du tube pour gaz effluents (3).
3. Cheminée selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
les nervures (7) s'étendent hélicoïdalement sur la surface périphérique du tube pour
gaz effluents (3).
4. Cheminée selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
les nervures sont obliques par rapport à l'axe longitudinal du tube pour gaz effluents.
5. Cheminée selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisée en ce que
la section des nervures est triangulaire ou carrée.
6. Cheminée selon la revendication 5,
caractérisée en ce que
les arêtes libres des nervures sont arrondies.