[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufspulmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Diese Aufspulmaschine ist bekannt durch die DE-OS 39 33 048 (Bag. 1659).
[0003] Bei dieser Aufspulmaschine erfolgt die Regelung des Durchhangs des Tänzerarmes über
die Verstellung der Spindeldrehzahl mit Hilfe eines PI-Reglers, der nach dem Anlegen
des Fadens und Einschalten der Changiereinrichtung an den Tänzerarm eingeschaltet
wird. Infolge des starken integralen Anteils des Reglers reagiert der Spindelantriebsmotor
nur mit Verzögerung auf Änderungen des Durchhangs der durch den Tänzerarm gebildeten
Fadenschleife. Nachteilig ist hierbei, daß zum Anlegen des Fadens eine Umschaltung
auf einen PD-Regler erfolgen muß.
[0004] Aus der US-A-3713009 ist eine Aufspulmaschine zum Aufwickeln eines Fadens bekannt,
bei welcher der Tänzerarm mit einem Potentiometer derart verbunden ist, daß eine Stellungsänderung
des Tänzerarms zu einer richtungsabhängigen Spannungsänderung am Potentiometer führt.
Diese Potentiometerspannung wird als Stellungsmeßwert einem ID-Regler aufgegeben,
um ein Signal zur Verstellung der Spindeldrehzahl zu erzeugen. Damit wird erreicht,
daß plötzliche Stellungsänderungen des Tänzerarms entsprechend ausgeregelt werden.
Der Nachteil dieser bekannten Aufspulmaschine besteht darin, daß die Regelung der
plötzlichen Stellungsänderungen aufgrund der Changierbewegungen zu Schwingungen der
Spindeldrehzahl und somit zu einem ungleichmäßigen Spulenaufbau führen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, die Aufspulmaschine mit ihrer Regelung so auszugestalten,
daß die Regelung in der Lage ist, alle Schwankungen der Position des Tänzerarms ohne
Umschaltung auszuregeln, und zwar auch diejenigen Schwankungen, welche durch die Hin-
und Herbewegungen der Changiereinrichtung hervorgerufen werden.
[0006] Die Lösung ergibt sich aus Anspruch 1.
[0007] Es gelingt hierdurch, eine Abhängigkeit zwischen der Motordrehzahl einerseits sowie
der Stellung und der Geschwindigkeit des Tänzerarms andererseits herzustellen, ohne
daß dabei die geplanten Änderungen der Stellung und der Geschwindigkeit des Tänzerarms,
die insbesondere durch die Changierung hervorgerufen werden, einen negativen Einfluß
auf die Verstellung der Spindeldrehzahl ausüben, insbesondere zu Schwingungen der
Spindeldrehzahl führen.
[0008] Es gelingt hierdurch, dem Gesamtregelkreis, der aus der Spindel, dem Spindelantriebsmotor,
dem Regler und dem Tänzerarm besteht, ein nicht-lineares Verhalten zu geben. Das bedeutet,
daß nicht jede Änderung bezgl. der Stellung und/oder der Geschwindigkeit des Tänzerarms
zu einer proportionalen Änderung des Stellwertes führt, welcher dem Antriebsmotor
der Spulspindel zur Einstellung der Spindeldrehzahl aufgegeben wird.
[0009] Mit der Ausführung der Erfindung, insbesondere soweit sie sich im einzelnen aus Anspruch
2 ergibt, wird weiterhin erreicht, daß der Regler in weiten Bereichen programmierbar
und einstellbar ist, so daß alle Betriebszustände erfaßt und in diskrete Stellwerte
umgesetzt werden können und daß die Regelung den vorkommenden Betriebzuständen feinfühlig
angepaßt werden kann, wobei auch die extremen Zustände - wie z. B. das Anlegen und
Anfahren - keine Umschaltung erfordern.
[0010] Bei alledem ist es zweckmäßig, diskrete, eindeutige Stellwerte zu erzeugen, die die
Lage der aktuellen Meßwerte in angemessener Weise berücksichtigen. Dies geschieht
insbesondere durch die Ausführung nach Anspruch 3.
[0011] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben.
[0012] In der Zeichnung ist ein Präzisions-Kreuzspulkopf perspektivisch dargestellt. Fig.
2 zeigt Diagramme zur Veranschaulichung des Meß- und Regelverfahrens. Derartige Präzisionsspulköpfe
sind in mehreren horizontalen und vertikalen Reihen nebeneinander in einer Präzisions-Kreuzspulmaschine
angeordnet.
[0013] Der Präzisions-Kreuzspulkopf ist in einer senkrechten Ständerplatte 1 angeordnet.
An der Ständerplatte 1 ist die Spulspindel 3, auf welcher die Spule mit der Spulhülse
aufgespannt ist, auskragend gelagert. Der Spulspindel 3 ist die Changiereinrichtung
zum Changieren des zulaufenden Fadens 12 zugeordnet. Die Changiereinrichtung parallel
zur Spule besteht aus dem Gehäuse 11, in dem eine Kehrgewindewelle 10 drehbar gelagert
ist, und dem von der Kehrgewindewelle in einer Geradführung hin- und herbewegten Changierfadenführer
9, der den Faden 12 auf der Spule verlegt. Um einen gleichbleibenden Abstand zwischen
der Oberfläche der Spule 2 und der Changiereinrichtung zu bewerkstelligen, ist eine
Stützrolle 28 am Gehäuse 11 der Changiereinrichtung frei drehbar gelagert.
[0014] Die Changiereinrichtung mit der Kehrgewindewelle ist an einem Schlitten 13 befestigt.
Der Schlitten 13 ist in einer Schlittenführung 14 gelagert, die eine geradlinige Bewegung
- radial oder sekantial zur Spule zuläßt. Eine Feder 15 wirkt dabei auf den Schlitten
derart ein, daß die Changiereinrichtung sich während der gesamten Spulreise mit ihrer
Stützrolle 28 gegen die Spulenoberfläche abstützt, jedoch dem größer werdenden Durchmesser
der Spule 2 ausweichen kann.
[0015] Der zugeführte Faden 12 läuft, bevor er vom Changierfadenführer 9 auf der Spulenoberfläche
verlegt wird, über zwei ortsfeste Rollen 5 und 6, zwischen welchen ein Tänzerarm 7
mit einer Tänzerrolle 29 schwenkbar angeordnet ist. Die Tänzerrolle liegt unter dem
Gewicht des Tänzerarmes auf dem Faden auf Durch das Anwachsen der Spule 2 und die
Verkürzung der zwischen den Fadenführern 5 und 6 gebildeten Fadenschleife (Durchhang)
wird der Schwenkwinkel des Tänzerarmes geändert und in Abhängigkeit hiervon durch
eine mechanisch-elektrische Tänzerarmregelung 8 die Drehzahl des Antriebsmotors 4
für die Spulspindel elektronisch nachgeregelt.
[0016] Auf der anderen Seite der Ständerplatte (vom Betrachter aus gesehen vorne) ist der
Antriebsmotor 4 für den Antrieb der Spulspindel 3 befestigt. Dieser treibt über eine
Zahnriemenscheibe 31 und Zahnriemen 32 eine auf dem diesseits der Ständerplatte aufkragend
angeordneten Ende der Spulspindel 3 drehfest angeordnete Zahnriemenscheibe 33 und
hiermit die Spulspindel 3 zentral an. Die Spulspindel ist mit der Kehrgewindewelle
10 getrieblich verbunden, und zwar durch Zahnriemenscheibe 16 und Zahnriemen 19 und
Zahnriemenscheibe 18 mit einer Vorgelegewelle 30 sowie von dort aus durch eine weitere
Zahnriemenscheibe 26 über Zahnriemen 20 und Zahnriemenscheibe 17 mit der Kehrgewindewelle
10. Die Vorgelegewelle 30 ist gegenüber der Spulspindel 3 und gegenüber der Kehrgewindewelle
10 durch je einen Schwenkhebel 23 bzw. 22 abgestützt und in den freien Enden dieser
Schwenkhebel drehbar gelagert.
[0017] Durch die getriebliche Verbindung zwischen Spulspindel 3 und Kehrgewindewelle 10
ist während der gesamten Spulreise das Verhältnis der Spulspindeldrehzahl und der
Changierfrequenz konstant.
[0018] Der Faden läuft mit konstanter Geschwindigkeit zu. Dadurch bildet sich zwischen den
Fadenführern 5 und 6 infolge des konstanten Gewichts des Tänzerarmes 7 mit der Tänzerrolle
29 - eventuell verstärkt durch eine Feder - ein Durchhang. Die Größe dieses Durchhanges
wird bestimmt zum einen durch die Zuliefergeschwindigkeit des Fadens und zum anderen
durch die Aufwickelgeschwindigkeit. Die Größe dieses Durchhanges wird auf einen konstanten
Wert ausgeregelt. Dabei müssen allerdings die Schwankungen, die durch die Changierbewegung
entstehen, zugelassen werden. Hierzu ist die Achse des Tänzerarmes mit einer Regeleinrichtung
8 verbunden. Durch die Regeleinrichtung 8 wird der Antriebsmotor 4 angesteuert. Wenn
sich der Durchhang des Fadens vergrößert und folglich der Tänzerarm 7 im Uhrzeigersinn
schwenkt, wird die Antriebsdrehzahl des Spindelmotors 4 erhöht. Verringert sich der
Durchhang, wird die Antriebsdrehzahl herabgesetzt. Der Tänzerarm 7 und die Regeleinrichtung
8 sind also in einen Regelkreis einbezogen, durch den der Durchhang der Fadenschleife
zwischen den Fadenführern 5 und 6 ausgeregelt wird.
[0019] Im einzelnen ist die Steuerung des Antriebsmotors 4 so ausgelegt, daß die folgenden
Funktionen ausgeführt werden:
[0020] Zum Fadenanlegen wird der Antriebsmotor 4 mittels Schalter 34 am Tänzerarm so geschaltet,
daß der Motor 4 den Spulkopf (Spule 2) über einen Anlegedrehzahlregler 37 mit einer
konstant vorgegebenen Antriebsgeschwindigkeit antreibt. Die Geschwindigkeit wird so
gewählt, daß die Umfangsgeschwindigkeit der auf die Spulspindel 3 aufgespannten Leerhülse
über der Fadengeschwindigkeit liegt.
[0021] Zum Fadenfangen ist der Schlitten 13, auf dem die Changierung mit dem Changierfadenführer
9 und der Kehrgewindewalze 10 gelagert ist, - im Bild - nach rechts gefahren, so daß
die Stützrolle 28 nicht an dem Umfang der Leerhülse anliegt und der Changierfadenführer
9 nicht in Berührung mit dem Faden gelangt.
[0022] Zum Fadenanlegen wird der Faden zunächst über die Fadenführer 5 und 6 geführt und
um die Tänzerrolle 29 geschlungen. Der Faden wird sodann an die Leerhülse angelegt
und von der sich drehenden Leerhülse gefangen.
[0023] Dadurch hebt der Tänzerarm 7 aus seiner unteren Stop-Position ab und schaltet dabei
von dem Anlegedrehzahlregler 37 über den Schalter 34 am Tänzerarm auf die Tänzerarmregelung
38 um.
[0024] Der Tänzerarm mit der Drehrolle 29 ist mit einem Drehsensor 40 verbunden. Durch den
Drehsensor wird die Position und die Geschwindigkeit des Tänzerarms erfaßt. Es kann
sich hierbei zum Beispiel um einen magneto-resistiven Sensor handeln. Dieser magnetoresistive
Sensor weist eine ortsfeste ferromagnetische Schicht auf, die in einem Stromkreis
eingeschlossen ist. Auf diese ferromagnetische Schicht wirkt ein Magnet ein, der mit
dem Tänzerarm drehbar ist. Durch Änderung der Drehlage des Magnetfeldes verändert
sich auch der elektrische Widerstand der ferromagnetischen Schicht, so daß der Spannungsabfall
an der ferromagnetischen Schicht ein Maß für die Drehlage des Tänzerarms ist.
[0025] Zusätzlich zu der Position des Tänzerarmes wird auch die Geschwindigkeit des Tänzerarmes,
und zwar nach Höhe und Richtung, gemessen. Hierzu wird die Messung in vorgegebenen
Zeitabständen wiederholt und daraus die Geschwindigkeit ermittelt. Die laufend ermittelten
Positions-Meßwerte und die Geschwindigkeits-Meßwerte werden nun dem Regler aufgegeben.
[0026] Der Regler weist einen Speicher mit verschiedenen Speicherbereichen auf.
[0027] In den Positions-Speicherbereich sind Positions-Quantitätsbereiche gespeichert. Diese
Positions-Quantitätsbereiche sind in Fig. 2A dargestellt. Die QuantitätsBereiche definieren
einen Zugehörigkeitswert, mit dem ein bestimmter Positions-Meßwert zu dem zuvor definierten
Positions-Quantitätsbereich gehört. Diese Zugehörigkeitswerte liegen in einer Skala
von 0 bis 1. Jeder Quantitäts-Bereich ist eingeteilt in einen Hauptbereich und einen
Übergangsbereich. In dem Hauptbereich hat der Zugehörigkeitswert den Wert 1. In dem
Übergangsbereich fällt der Zugehörigkeitswert zu dem jeweilig benachbarten Quantitäts-Bereich
von 1 auf 0 abfällt, wobei allerdings Überschneidungen zu dem benachbarten Übergangsbereich
vorkommen.
[0028] In Figur 2A sind Positions-Quantitätsbereiche I bis III dargestellt.
[0029] In Fig. 2A bezeichnet zum Beispiel die horizontale Linie des Hauptbereiches la den
Positions-Quantitätsbereich: "weit unten". D.h.: alle Meßwerte der Tänzerarm-Position,
die zwischen (z. B.) 10 und 5 Meßwerteinheiten liegen, werden als "weit unten" bezeichnet,
mit dem Zugehörigkeits-Wert UP = 1. Der Übergangsbereich lb des Quantitätsbereiches
I erfaßt alle Meßwerte, die nur noch mit Einschränkung dem Quantitätsbereich "weit
unten" zugeordnet werden können.
[0030] Der Quantitätsbereich II erfaßt alle Meßwerte, die man als "mittel" bezeichnen würde.
Dieser Quantitätsbereich II ist nur an einer Stelle mit dem Zugehörigkeitswert UP
= 1 ausgestattet. Es ist aus dem Diagramm ersichtlich, daß ein Meßwert von z. B. 3
Meßeinheiten sowohl dem Quantitätsbereich II mit dem Zugehörigkeitswert 0,3 als auch
dem Quantitätsbereich II mit dem Zugehgörigkeitswert 0,7 zugeordnet würde. In ähnlicher
Weise bezeichnet der Quantitätsbereich III alle Positionsmeßwerte, die man als "sehr
hoch" bezeichnen würde.
[0031] In ähnlicher Weise werden auch alle vorkommenden Meßwerte der Geschwindigkeit vorbestimmten,
in einen Geschwindigkeits-Speicherbereich gespeicherten Geschwindigkeits-Quantitätsbereiche
eingeteilt. Die gesamte Skala der vorkommenden Meßwerte ist hier entsprechend Fig.
2B in fünf Quantitätsbereiche I, II, III, IV, V eingeteilt, wobei
der Quantitätsbereich I alle Mleßwerte erfaßt, die nach unten gerichtet und "sehr
hoch" sind,
der Quantitätsbereich II alle Meßwerte erfaßt, die nach unten gerichtet und "mittelhoch"
sind,
der Quantitätsbereich III alle Meßwerte erfaßt, die im wesentlichen "gleich Null"
oder "niedrig" einzustufen sind,
der Quantitätsbereich IV alle Meßwerte erfaßt, die nach oben gerichtet und "mittelhoch"
einzustufen sind,
der Quantitätsbereich V alle Meßwerte erfaßt, die nach oben gerichtet und "sehr hoch"
sind.
[0032] Es gibt weiterhin einen Speicherbereich, in dem alle in Betracht kommenden Ausgangssignale
des Reglers - im Rahmen dieser Anmeldung als 'Stellwert' bezeichnet - vorbestimmten
Stellwert-Qualitätsbereichen zugeordnet sind.
[0033] In Figur 2C ist dargestellt, daß die Skala der vorkommenden Stellwerte in fünf Quantitätsbereiche
eingeteilt ist. Dabei sind die in Betracht kommenden Stellwerte folgenden Quantitätsbereichen
zugeordnet:
I: Drehzahl stark erniedrigen
II: Drehzahl weniger stark erniedrigen
III: Drehzahl konstant lassen
IV: Drehzahl weniger stark erhöhen
V: Drehzahl stark erhöhen.
[0034] Der Speicher besitzt ferner einen Speicherbereich, in dem als Regel-Algorithmus jede
vorkommende Kombination von Positions-Quantitätsbereichen und Geschwindigkeits-Quantitätsbereichen
einem bestimmten Stellwert-Qualitätsbereich nach Fig. 2C zugeordnet ist.
[0035] Bei der gewählten Unterteilung der Quantitätsbereiche gibt es 15 derartige Kombinationen.
Der Regel-Algorithmus lautet zum Beispiel:
[0036] Wenn die Geschwindigkeit zum Quantitätsbereich positiv "mittel" gehört und die Position
des Tänzerarmes zum Quantitätsbereich "weit oben" gehört, dann sei die Stellgröße
dem Quantitätsbereich "negativ mittel" = "Drehzahl weniger stark emiedrigen" entnommen.
[0037] In einem ersten Beispiel sei die Position des Tänzerarms 'positiv 10 Maßeinheiten'
und die Geschwindigkeit 'positiv 8 Maßeinheiten'. Das bedeutet, daß der aktuelle Meßwert
der Position dem Positions-Quantitätsbereich III = "weit oben" mit dem Zugehörigkeitswert
UP = 1 zugeordnet wird. Der aktuelle Meßwert der Geschwindigkeit wird dem Geschwindigkeits-Quantitätsbereich
IV "positiv mittel" mit dem Zugehörigkeitswert UP = 1,8 zugeordnet.
[0038] Aus dem eingespeisten Regler-Algorithmus (der hier zufällig bereits zitiert ist)
entnimmt daher die Rechnereinheit des Reglers, daß dieser Kombination der Stellwert-Quantitätsbereich
II = Drehzahl weniger stark erhöhen, zugeordnet werden sollte.
[0039] Dabei ergibt sich der Zugehörigkeitswert (Erfüllungswert) des Stellwertes zu dem
ausgewählten Quantitätsbereich II zum Beispiel durch Multiplikation der Zugehörigkeits-Werte
für Position und Geschwindigkeit zu ihrem jeweils in Betracht kommenden Quantitätsbereich.
Dabei kann vor dieser Multiplikation oder sonstigen Überlagerung auch noch eine Gewichtung
der Zugehörigkeits-Werte erfolgen, die das Vertrauensmaß der Zugehörigkeit wiedergibt.
[0040] Das Ergebnis ist der Erfüllungswert.
[0041] Im vorliegenden Falle sei der Gewichtungsfaktor (Vertrauensmaß) für beide Zugehörigkeitswerte
= 1. Damit ergibt sich der Zugehörigkeitswert (Erfüllungswert) für den Stellwert zu
seinem ausgewählten Quantitätsbereich mit ebenfalls 0,8.
[0042] In Figur 2C ist dargestellt, daß damit von dem Stellwert-Quantitätsbereich II "negativ
mittel" die unter der 0,8-Horizontalen liegende Fläche den Bereich angibt, aus dem
der Stellwert ausgewählt wird. Auch hierfür enthält der Rechner einen Regel-Algorithmus.
Dieser Regel-Algorithmus kann beispielsweise besagen, daß der Stellwert die Abszisse
des Flächenschwerpunktes der Fläche ist, die von dem in Betracht kommenden Quantitätsbereich
durch den Zugehörigkeitswert abgeschnitten wird. Diese Fläche ist in Fig. 2C schraffiert.
Die Abszisse des Schwerpunktes und damit der Stellwert hat den Wert -3. Dieser Wert
wird dem Motor zur Herabsetzung der Drehzahl vorgegeben.
[0043] In einem weiteren Beispiel sei der aktuelle Geschwindigkeits-Meßwert wiederum = 8
Meßeinheiten. Der Positions-Meßwert betrage dagegen 3 Meßeinheiten.
[0044] Das bedeutet, daß diese Meßwerte dem Geschwindigkeits-Quantitätsbereich IV "positiv
mittel" sowie dem Positions-Quantitätsbereich II "neutral" mit dem Zugehörigkeitswert
0,7 sowie dem Quantitätsbereich III "weit oben" mit dem Zugehörigkeitswert 0,3 zugeordnet
sind.
[0045] Es sei nun weiterhin in dem Speicherbereich für den Regel-Algorithmus eingespeichert:
[0046] Wenn die Geschwindigkeit "positiv mittel" und die Stellung "neutral", dann sei die
Stellgröße "neutral" sowie weiter:
[0047] Wenn die Geschwindigkeit "positiv hoch" und die Stellung neutral, dann sei die Stellgröße
"negativmittel".
[0048] Der Rechner entnimmt dem Speicher aus den insgesamt 15 Regel-Algorithmen diese Regel-Algorithmen
und ordnet demgemäß dem aktuellen Meßwert die Stellwert-Quantitätsbereiche II und
III zu. Dies ist in Fig. 2D dargestellt. Der Zugehörigkeits-Wert des Stellwertes zu
dem jeweiligen Quantitätsbereich ergibt sich aus den Zugehörigkeitswerten des Meßwertes
zu den zugeordneten Positions- bzw. Geschwindigkeits-Quantitäts-Bereichen durch Überlagerung
wie zuvor beschrieben. Eventuell erfolgt noch eine Multiplikation mit dem Vertrauensmaß,
das zwischen Null (0) und Eins (1) vorbestimmt ist. Es sei hier = 1.
Der Stellwert-Quantitätsbereich II besitzt also einen Zugehörigkeits-Wert von 0,7
x 0,8 = 0,56
und der Stellwert-Quantitätsbereich III einen Zugehörigkeits-Wert
von 0,3 x 0,8 = 0,24.
[0049] Die durch diese Zugehörigkeitswerte in den Zugehörigkeitsbereichen markierte Fläche
ist in Fig. 2D wiederum schraffiert.
[0050] Der Rechner ist nun wiederum so programmiert, daß er den Flächenschwerpunkt der Fläche
ermittelt, welche die ausgewählten durch die jeweiligen Zugehörigkeitswerte begrenzten
Quantitätsbereiche bedecken; d. h.: die sich überschneidende Fläche wird nur einmal
gerechnet, im übrigen wird die Summe der Quantitätsbereiche gebildet, die durch die
zugeordneten Zugehörigkeitswerte begrenzt sind.
[0051] Wenn die Spule 2 voll ist, wird der Changierschlitten 13 wieder - im Bilde - nach
rechts bis in seine Startposition gefahren. Am Ende der Spulreise oder bei einem Fadenbruch
fällt der Tänzerarm in seine untere Position (Anlegeposition) zurück. Dadurch wird
der Schalter 34 wieder umgeschaltet und die Anlegedrehzahlregelung 37 aktiviert. Die
Anlegegeschwindigkeit an der neu aufgesteckten Leerhülse des Spulkpopfes wird somit
zum erneuten Anlegen eines Fadens konstant gehalten.
1. Aufspulmaschine
für einen mit konstanter Geschwindigkeit angelieferten Faden (12),
mit einer Changiereinrichtung (9, 10) zum Hinund Herbewegen des Fadens (12) quer
zu seiner Laufrrichtung,
mit einer Spulspindel (3), die durch einen Spindelmotor (4) angetrieben wird,
mit einem Tänzerarm (7), der den Durchhang des Fadens (12) vor der Changiereinrichtung
(9, 10) erfaßt,
mit einer Meßeinrichtung (40) zur Erzeugung eines Stellungs-Meßwerts, welcher die
Stellung des Tänzerarms (7) repräsentiert,
mit einem Regler (8), durch weichen der Stellungs-Meßwert in einen Motor-Stellwert
umgesetzt und der Spindelmotor (4) in Abhängigkeit von dem Motor-Stellwert gesteuert
wird, wobei Spulspindel (3), Tänzerarm (7), Spindelmotor (4) und Regler (8) einen
Regelkreis mit einem nichtlinearen verhalten bilden,
und wobei
die Meßeinrichtung (40) während des Aufspulbetriebs zusätzlich zu dem Steilungs-Meßwert
einen Geschwindigkeits-Meßwert erzeugt, welcher Geschwindigkeits-Meßwert die Bewegungsrichtung
und Geschwindigkeit des Tänzerarms (12) repräsentiert,
und daß der Motor-Stellwert durch Überlagerung des Stellungs-Meßwerts und des Geschwindigkeits-Meßwerts
- ggf. nach vorheriger Gewichtung - ermittelt wird.
2. Aufspulmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Stellungs-Meßwert und der Geschwindigkeits-Meßwert nach folgendem Verfahren überlagert
werden:
2.1 die Meßwerte werden jeweils vorbestimmten Stellungs-bzw. Geschwindigkeits- Quantitätsbereichen
zugeordnet
wobei jeder der Quantitätsbereiche die Zugehörigkeit des jeweiligen Meßwertes zu
einer vorbestimmten markanten Quantität auf einer Werteskala der Zugehörigkeitswerte
definiert,
wobei jeder der Quantitätsbereiche eingeteilt ist in
Hauptbereiche, denen der Zugehörigkeitswert = 1 zugeordnet ist, und
Übergangsbereiche, in welchen der Zugehörigkeitswert zu dem jeweilig benachbarten
Quantitätsbereich von 1 auf 0 abfällt, und
wobei sich benachbarte Übergangsbereiche überschneiden,
2.2 dem aktuellen Stellungs-Meßwert und dem aktuellen Geschwindigkeits-Meßwert werden
die jeweiligen Zugehörigkeitswerte zu den ermittelten Quantitätsbereichen zugeordnet,
2.3 in einem Speicher wird allen vorkommenden Kombinationen von Stellungs- und Geschwindigkeits-Quantitätsbereichen
ein bestimmter Stellwert-Quantitätsbereich zugeordnet,
2.4 die einstellbaren Motor-Stellwerte werden jeweils vorbestimmten Stellwert-Quantitätsbereichen
zugeordnet
wobei jeder der Quantitätsbereiche die Zugehörigkeit zu einer vorbestimmten Quantität
definiert,
wobei jeder Stellwert-Quantitätsbereicheingeteilt ist in
Hauptbereiche, denen der Erfüllungswert = 1 zugeordnet ist, und
Übergangsbereichen, in welchen der Erfüllungswert zu dem jeweilig benachbarten
Quantitätsbereich von 1 auf 0 abfällt, und wobei sich benachbarte Übergangsbereiche
überschneiden,
2.5 aus dem Speicher werden die den aktuellen Kombinationen von Stellungs- und Geschwindigkeits-Quantitätsbereichen
zugeordneten Stellwert-Quantitätsbereiche abgerufen,
2.6 durch Überlagerung der ermittelten Zugehörigkeitswerte des Stellungs- bzw. Geschwindigkeits-
Meßwerts zu ihren jeweiligen Quantitätsbereichen wird - evtl. nach vorheriger Gewichtung
- z.B. durch Multiplikation ein Erfüllungswert für jede ermittelte Kombination von
Stellungs- und Geschwindigkeits- Quantitätsbereichen gebildet, wobei zusätzlich dieser
Erfüllungswert noch mit einem zwischen Null (0) und Eins (1) vordefinierten Vertrauensfaktor
multipliziert werden kann.
2.7 zu jeder dieser ermittelten Kombinationen von Stellungs- und Geschwindigkeits-
Quantitätsbereichen wird der entsprechende Stellwert-Quantitätsbereich aus dem Speicher
abgerufen,
2.8 jedem dieser Stellwert-Quantitätsbereiche wird der Erfüllungswert der zugehörigen
Kombination zugeordnet,
2.9 eine Gewichtung der ermittelten Stellwert-Quantitätsbereiche nach ihrer Gesamtgröße
und der Höhe des zugeordneten Erfüllungswerts wird durchgeführt,
2.10 der Motor-Stellwert wird so ausgewählt,
daß er zumindest einem der ermittelten Stellwert-Quantitätsbereiche zugehört und
daß seine Lage die Größe zu zuvor gewichteten Stellwert-Quantitätsbereiche berücksichtigt,
wobei sich überschneidende gewichtete Stellwert-Quantitätsbereiche nur einmal berücksichtigt
werden.
3. Aufspulmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Motor-Stellwert so ausgewählt wird, daß er die Abszisse des Schwerpunkts der Gesamtfläche
ist, welche durch die Hüllkurve der zuvor gewichteten Stellwert-Quantitätsbereiche
umschrieben wird.
1. Winding machine for a yarn (12) delivered at a constant speed, with a traversing device
(9, 10) for reciprocating the yarn (12) transversely to its running direction, with
a winding spindle (3) driven by a spindle motor (4), with a dancer (7) which detects
the sag of the yarn (12) before the traversing device (9, 10), with a measuring device
(40) for generating a measured position value which represents the position of the
dancer (7), with a controller (8) by means of which the measured position value is
converted into a motor setting value and the spindle motor (4) is controlled depending
on the motor setting value,
wherein the winding spindle (3), the dancer (7), the spindle motor (4) and the controller
(8) form a control loop with a non-linear behavior, and
wherein during the winding operation the measuring device (40) produces a measured
speed value in addition to the measured position value, which measured speed value
represents the direction of movement and speed of the dancer (12), and that the motor
setting value is determined by superimposing the measured position value and the measured
speed value - optionally following previous waiting.
2. Winding machine according to claim 1,
characterised in that
the measured position value and the measured speed value are superimposed according
to the following method:
2.1 the measured values are in each case associated with predetermined position or
speed quantity ranges,
wherein each of the quantity ranges defines the association of the respective measured
value with a predetermined prominent quantity on a scale of values of the associative
values,
wherein each of the quantity ranges is divided into main ranges, with which the
associative value = 1 is associated, and transition ranges, in which the associative
value for the respective adjacent quantity range decreases from 1 to 0, and
wherein adjacent transition ranges overlap,
2.2 the respective associative values for the determined quantity ranges are associated
with the actual measured position value and the actual measured speed value,
2.3 a certain correcting value quantity range is associated in a memory with all occurring
combinations of position and speed quantity ranges,
2.4 the adjustable motor correcting values are in each case associated with predetermined
correcting value quantity ranges,
wherein each of the quantity ranges defines the association with a predetermined
quantity,
wherein each correcting value quantity range is divided into main ranges, with
which the fulfilment value = 1 is associated, and transition ranges, in which the
fulfilment value for the respective adjacent quantity range decreases from 1 to 0,
and
wherein adjacent transition ranges overlap,
2.5 the correcting value quantity ranges associated with the actual combinations of
position and speed quantity ranges are recalled from the memory,
2.6 a fulfilment value for each determined combination of position and speed quantity
ranges is formed by superimposing the determined associative values of the measured
position or speed value for their respective quanitity ranges - optionally following
previous weighting - e. g. by multiplication, wherein this fulfilment value may additionally
be multiplied by a confidence factor predefined between zero (0) and one (1),
2.7 the corresponding correcting value quantity range is recalled from the memory
for each of these determined combinations of position and speed quantity ranges,
2.8 the fulfilment value of the associated combination is associated with each of
these correcting value quantity ranges,
2.9 the determined correcting value quantity ranges are weighted according to their
total size and the level of the associated fulfilment value,
2.10 the motor correcting value is selected such that it belongs to at least one of
the determined correcting value quantity ranges and
that its position takes account of the size of the previously weighted correcting
value quantity ranges, wherein overlapping weighted correcting value quantity ranges
are only taken account of once.
3. Winding machine according to claim 2,
characterised in that
the motor correcting value is selected such that it is the abscissa of the centroid
of the total area which is circumscribed by the envelope curve of the previously weighted
correcting value quantity ranges.
1. Machine de bobinage pour un fil (12) délivré à une vitesse constante, avec un dispositif
d'ensouplage croisé (9, 10) pour le mouvement en va-et-vient du fil (12) transversalement
à son sens de passage, avec une broche de bobinage (3) qui est entraînée par un moteur
de broche (4), avec un bras danseur (7) qui saisit la flèche du fil (12) en amont
du dispositif d'ensouplage croisé (9, 10), avec un dispositif de mesure (40) pour
la génération d'une valeur mesurée de position qui représente la position du bras
danseur (7), avec un moyen régulateur (8) au moyen duquel la valeur mesurée de position
est convertie en une valeur de position de moteur et le moteur de broche (4) est commandé
en fonction de la valeur de position de moteur, la broche de bobinage (3), le bras
danseur (7), le moteur de broche (4) et le moyen régulateur (8) formant un circuit
de régulation à comportement non linéaire et le dispositif de mesure (40) générant
en plus de la valeur mesurée de position une valeur mesurée de vitesse durant l'opération
de bobinage, laquelle valeur mesurée de vitesse représente le sens de mouvement et
la vitesse du bras danseur (12), et que la valeur mesurée de position de moteur est
déterminée par superposition de la valeur mesurée de position et de la valeur mesurée
de vitesse - le cas échéant par pondération.
2. Machine d'enroulement selon la revendication 1,
caractérisée en ce que,
la valeur de mesure de position et la valeur de mesure de vitesse sont superposées
selon le procédé suivant :
2.1 les valeurs de mesure sont respectivement associées à des plages quantitatives
prédéterminées de position et de vitesse,
- chacune des plages quantitatives définissant l'appartenance de la valeur de mesure
respective à une quantité marquante prédéterminée sur une échelle de valeurs des valeurs
d'appartenance,
- chacune des plages quantitatives étant subdivisée en plages principales auxquelles
est associée la valeur d'appartenance = 1, et
en plages de transition dans lesquelles la valeur d'appartenance faisant partie de
la plage quantitative respectivement voisine tombe de 1 à 0, et
- des plages de transition voisines se recoupant,
2.2 les valeurs d'appartenance respectives des plages quantitatives déterminées sont
associées à la valeur de mesure de position réelle et à la valeur de mesure de vitesse
réelle,
2.3 une plage quantitative définie de valeurs de réglage est associée dans une mémoire
à toutes les combinaisons de plages quantitatives de positions et de vitesses intervenant,
2.4 les valeurs de réglage du moteur pouvant être réglées sont respectivement associées
à des plages quantitatives prédéterminées de valeurs de réglage,
- chacune des plages quantitatives définissant l'appartenance à une quantité prédéterminée,
- chaque plage quantitative de valeurs de réglage étant subdivisée en plages principales
auxquelles est associée la valeur d'exécution = 1, et
en plages de transition dans lesquelles la valeur d'exécution faisant partie de la
plage quantitative respectivement voisine tombe de 1 à 0, et
- des plages de transition voisines se recoupant,
2.5 à partir de la mémoire sont appelées les plages quantitatives de valeurs de réglage
associées aux combinaisons réelles de plages quantitatives de positions et de vitesses,
2.6 par superposition des valeurs d'appartenance déterminées de la valeur de mesure
de position ou de vitesse avec leurs plages quantitatives respectives une valeur d'exécution
est formée - éventuellement après une pondération préalable-, par exemple par multiplication,
pour chaque combinaison déterminée de plages quantitatives de positions et de vitesses,
cette valeur d'exécution pouvant en outre encore être multipliée par un facteur de
confiance prédéfini entre zéro (0) et un (1),
2.7 la plage quantitative correspondante de valeurs de réglage est appelée à partir
de la mémoire pour chacune de ces combinaisons déterminées de plages quantitatives
de positions et de vitesses,
2.8 la valeur d'exécution de la combinaison associée est affectée à chacune de ces
plages quantitatives de valeurs de réglage,
2.9 on procède à une pondération des plages quantitatives déterminées de valeurs de
réglage en fonction de leur grandeur totale et de l'importance de la valeur d'exécution
associée,
2.10 la valeur de réglage du moteur est choisie de telle sorte que
- elle appartienne au moins à l'une des plages quantitatives déterminées de valeurs
de réglage, et
- sa position tienne compte de l'importance des plages quantitatives de valeurs de
réglage préalablement pondérées,
- des plages quantitatives de valeurs de réglage pondérées se recoupant n'étant prises
en compte qu'une seule fois.
3. Machine d'enroulement selon la revendication 2,
caractérisée en ce que,
la valeur de réglage du moteur est choisie de telle sorte qu'elle soit l'abscisse
du centre de gravité de l'ensemble de la surface qui est circonscrite par la courbe
enveloppe des plages quantitatives de valeurs de réglage préalablement pondérées.