[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Entgratungs, Satinier- und Poliermaschine
mit Förderband-Antrieb nach dem Oberbegriff der Patentansprüche 1, 6, und 9.
[0002] Bei bekannten Poliergeräten mit Förderband-Antrieb wird das Poliermedium mittels
eines endlosen Förderbandes in einem muldenförmigen Poliertrog in Umwälzung versetzt.
Dieses Förderband gleitet auf der runden Wandung des Poliertrogs, der sich wiederum
in einem dicht verschlossenen, gleichzeitig als Maschinengestell dienenden Wasserbehälters
befindet. Die für das Förderband notwendigen Förderrollen sind außerhalb an dem Wasserbehälter
gelagert.
[0003] Diese Konstruktion hat einerseits den Nachteil, daß das Poliergut nach dem Polierprozess
mühsam von Hand eingesammelt werden muß, was vor allem bei Kleinteilen wie Essbestecken
oder Schmuckteilen sehr zeitraubend ist. Auch müssen bei einem Wechsel des Poliermediums
die Polierkörper manuell von oben mit kleinen Eimern entfernt werden. Anderseits bietet
die bisherige Konstruktion dem Benützer keinen Zugang hinter und unter den Poliertrog
für die periodische Reinigung des Wasserbehälters, wo sich zwangsläufig Seifenrückstände
und andere Verschmutzungen bilden. Außerdem kann ein Förderband-Wechsel nur durch
Demontage des Poliertrogs und der Förderrollen stattfinden. Einen ebenso großen Nachteil
dieser Konstruktion ist der relativ große Bedarf an Seifenlaugen und deren Entsorgung.
[0004] Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, die bekannten Poliermaschinen mit Förderband-Antrieb
so weiterzuentwickeln, daß diese wesentlich bedienerfreundlicher und auch unterhaltsfreundlicher
werden.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale der Patentansprüche
1, 6, und 9
[0006] Vorteil des erfindungsgemäßen Poliermaschine ist, daß durch Einsatz eines Korbes
oder Käfigs nach Beendigung des Polierprozesses das Poliergut in einfacher und rascher
Weise vom Poliermedium getrennt werden kann.
[0007] Weiterhin besteht der Vorteil, daß das im Poliertrog verbleibende Poliermedium rasch
und einfach aus dem Poliertrog entnommen werden kann und sogar ein Aussortieren des
Poliermediums nach Größe der Polierkörper möglich wird.
[0008] Weiterer Vorteil ist, daß eine rasche Zugänglichkeit des Maschineninneren sowie ein
sparsamer Polierlaugenverbrauch erreicht wird.
[0009] Im folgenden wird die Erfindung anhand von mehrere Ausführungswege darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung
weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.
[0010] Es zeigen:
- Figur 1:
- eine Längsschnittdarstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemässen Maschinenbauart
mit sofortiger Zugänglichkeit für Reinigung und Unterhalt;
- Figur 2:
- eine Querschnittdarstellung der Ausführungsform nach Figur 1;
- Figur 3:
- eine perspektivische Zeichnung einer Ausführungsform des erfindungsgemässen Korbes
zum Einsammeln des Polierguts;
- Figur 4:
- eine perspektivische Zeichnung einer Ausführungsform des erfindungsgemässen Käfigs
zum Trennen von Poliergut oder unterschiedlichen Polierkörpern voneinander;
- Figur 5A-5C:
- schematische Darstellung des Funktionsprinzips nach Figur 3;
- Figur 6A-6C:
- schematische Darstellung des Funktionsprinzips nach Figur 4.
[0011] Zur raschen Entnahme des Polierguts ist ein spezielles Behälterelement (Fig. 3) in
Form eines Korbes 28 vorgesehen, der während oder aber auch nach Beendigung des Polierprozesses
in den Poliertrog 2 integriert wird. Der halbrunde Korb 28 mit Öffnung und zwei Handgriffen
26 ist in seiner halbrunden Wandung 24 dem Durchmesser des muldenförmigen Poliertrogs
möglichst genau angepaßt und besteht aus einem Drahtgitter oder -geflecht. Der Korb
wird mit seiner Öffnung nach unten in den Poliertrog 2 auf das Poliermedium 21 aufgesetzt.
Durch die Drehung des Förderbandes 9 und des Poliermediums 21 wird der Korb 28 mitangetrieben,
so daß das Poliermedium inkl. Poliergut (bzw. immer wieder) in den Korb fallen. Nach
dem Polierprozess wird die Maschine genau zu dem Zeitpunkt gestoppt, wo die Handgriffe
26 des Korbes 28 nach oben zeigen. Beim Herausheben des gefüllten Korbes fallen die
Polierkörper durch die Maschen des Gitters, während das Poliergut im Korb zurückbleibt.
Die Maschenweite des Drahtgitters wird jeweils der Größe des Polierguts angepaßt,
um den Widerstand beim Hochheben möglichst gering zu halten.
[0012] Anstelle eines Drahtgitters kann auch ein Lochblech mit größtmöglichem Durchlaß verwendet
werden. Die Stirnseiten 25 des Korbes 28 benötigen für diese Funktion keine Durchlaßöffnungen.
Um jedoch das Eigengewicht des Korbes so gering wie möglich zu halten, ist es vorteilhafter,
die Stirnseiten 25 ebenfalls als Drahtgitter vorzusehen. Die Handgriffe 26 können
auch an der halbrunden Wandung 24 angebracht sein. Um den Kraftaufwand beim Hochheben
zu reduzieren, können anstelle eines einzigen auch mehrere dieser Körbe nebeneinander
angewendet werden. Dies wird vor allem dann der Fall sein, wenn anstelle des Polierguts
schweres Poliermedium 21 wie z.B. Stahl selbst entfernt werden muß. Dazu wählt man
jeweils Durchlaßöffnungen, die kleiner als die Polierkörper 21 sind, oder verzichtet
überhaupt auf jegliche Durchlaßöffnung.
[0013] Eine andere Variante zur raschen Trennung des Polierguts vom Medium 21 ist ein allseitig
verschlossener, halbrunder Käfig 29 (Fig. 4), dessen halbrunde Wandung 24 dem Durchmesser
des Poliertrogs 2 möglichst genau angepaßt ist und dessen flache Wandung 27 aus einem
Drahtgitter, - geflecht oder einem Lochblech mit größtmöglichem Durchlaß besteht.
Die halbrunde Wandung 24 ist gummiert, um möglichst viel Halt auf dem Förderband 9
zu geben. Während oder nach Beendigung des Polierprozesses wird der Käfig 29 mit der
flachen Wandung 27 auf das Poliermedium 21 gesetzt. Durch die Drehung des Förderbandes
9 und des Mediums 21 wird auch der Käfig 29 angetrieben. Dabei wird das Poliergut
jeweils vor den Käfig hergeschoben, während die Polierkörper 21 durch die Maschen
der flachen Wandung 27 in den Käfig fallen. Wird die Maschine in dem Zeitpunkt gestoppt,
wo die flache Wandung nach oben zeigt, liegt das Poliergut oberhalb des Poliermediums
und kann auf leichte Weise eingesammelt werden. Die Stirnseiten 25 sowie die halbrunde
Wandung 24 benötigen keine Durchlaßöffnungen, werden aber vorteilhafter ebenfalls
aus Drahtgitter gefertigt, um das Eigengewicht möglichst gering zu halten.
[0014] Beide Varianten, sowohl der Korb 28 mit Öffnung als auch der allseitig verschlossene
Käfig 29, ermöglichen auf diese Weise nicht nur das Trennen von Poliergut, sondern
auch das Aussortieren von großen und kleinen Polierkörpern, wenn die Mischung des
Poliermediums verändert werden soll.
[0015] Für sparsameren Polierlaugenverbrauch sowie für rasche Zugänglichkeit des Maschineninneren
ist eine neue Bauart vorgesehen.
[0016] Anstelle des "Zwei-Trog-Systems" besteht die Maschine neu nur noch aus einem Rohrgestellrahmen
1 als Chassis, worin sieh der muldenförmige Poliertrog 2 befindet. Dieser ist nur
an einer einzigen Stirnseite am Grundgestell angeschraubt. Alle auf der Laufseite
des Förderbands rotierenden Förderrollen 6, 22 sind direkt am Poliertrog 2 gelagert.
Zu diesem Zweck weisen die Stirnseiten des Poliertrogs links und rechts ein Trägerprofil
3 auf. Das Förderband 9 selbst steht nur innerhalb des Poliertrogs 2 zwischen den
beiden oberen Förderrollen 6, 22 durch das Gewicht des Poliermediums 21 unter voller
Spannung, während es unterhalb des Poliertrogs nicht mehr unter Spannung steht. Die
einstige Spannwalze übernimmt damit nur noch die Nivellierfunktion 22, 23 zum Zentrieren
des Bandes, und anstelle von rotierenden Walzen dienen die Rippenverstärkungen 20
unterhalb des Poliertrogs gleichzeitig als Gleitflächen zur Umlenkung des Förderbandes
9. Da dieses nicht in seinem ganzen Umfang unter Spannung liegt, ist der Drehsinn
in eine einzige Richtung vorgegeben. Das Endlosband wird über die Antriebswalze 6
gedreht und zieht das Poliermedium als Spannung dienend mit. Damit das Förderband
9 in seiner Position gehalten wird und gegen das Eindringen von Polierkörpern zwischen
seine Laufseite und der Gleitfläche des Poliertrogs geschützt ist, sind an beiden
Stirnseiten des Poliertroges eine Einsetzwand 4 mit einem Flachprofil mittels mindestens
einer Nocke 5b und einer Flügelschraube 5a befestigt. Diese beiden Einsetzwände lassen
sich bei einem Förderbandwechsel auf leichte Weise entfernen, so daß das Band lediglich
hochzuhalten und seitlich über den Poliertrog zu streifen ist, ohne die Förderwalzen
zu demontieren. Die Spannung des neuen Bandes ergibt sich von selbst, sobald das Poliermedium
wieder eingefüllt wurde. Für rasche Zugänglichkeit ist vorgesehen, daß die gesamte
horizontale Maschinenabdeckung 14, 15 inkl. mindestens eine Seitenverschalung 19b
mittels einer Scharnierachse 16 aufklappbar ist.
[0017] Für herunterfallenden Schleifstaub (bei Trockenverfahren) oder herunter tropfende
Polierlauge (bei Nassverfahren) ist unterhalb des Poliertroges eine Auffangwanne 13
am Grundgestell 1 befestigt. Diese wird vorteilhaft in Form einer ausziehbaren Schublade
dargestellt, damit eine Reinigung jederzeit möglich ist. Für Polierzwecke im Nassverfahren
wird zusätzlich im Motorraum eine kleine Umwälzpumpe vorgesehen, welche kontinuierlich
die heruntertropfende Polierlauge von der Auffangwanne zurück in den Poliertrog befördert.
Für den Laugenwechsel steht ein Ventil 12 direkt am Poliertrog zur Verfügung, so daß
die Lauge sowohl in die darunterliegende Auffangwanne zur Entsorgung oder direkt in
die Kanalisation abgelassen werden kann. Da nur noch der Poliertrog mit Polierlauge
gefüllt wird, reduziert sich der Bedarf an Wasser und Polierseife auf ein Sechstel
gegenüber herkömmlicher Bauart.
ZEICHNUNGSLEGENDE
[0018]
- 1
- - Grundgestell
- 2
- - Poliertrog
- 3
- - Trägerprofil
- 4
- - Einsetzwand zur Abdichtung des Förderbandes
- 5a
- = Flügelschraube
- 5b
- = Arretiernocke
- 6
- - Antriebswalze
- 7
- - Lagerflansch
- 8
- - Umlenkwalze
- 9
- - Förderband
- 10
- - Spritzschutz
- 11
- - Abstreifprofil
- 12
- - Ablaufhahn
- 13
- - Auffangwanne
- 14
- - Deckel
- 15
- - horizontale Abdeckung
- 16
- - Scharnier
- 17
- - Schnappverbinder
- 18
- - Antriebsmotor
- 19a
- = Seitenverschalung stationär
- 19b
- = Seitenverschalung aufklappbar
- 20
- - Rippenverstärkung
- 21
- - Poliermedium
- 22
- - Nivellierwalze
- 23
- - Nivellierschraube
- 24
- - halbrunde Wandung
- 25
- - Stirnseite
- 26
- - Handgriff
- 27
- - flache Wandung
- 28
- - Korb
- 29
- - Käfig
1. Maschine zum Entgraten, Satinieren und Polieren von Metallwaren, insbesondere aus
Edelmetallen, bestehend aus einem stationären, muldenförmigen Poliertrog (2), worin
das Schleif- oder Poliermedium (21) mittels eines endlosen Förderbandes (9) in Rotation
gebracht wird, gekennzeichnet durch einen im Durchmesser dem Poliertrog (2) angepassten, und mit zwei Handgriffen (26)
versehenen halbrunden Korb (28) zum Einsammeln des Poliergutes und/oder des Poliermediums
(21).
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Korb (28) aus einem Drahtgitter oder -geflecht besteht.
3. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die halbrunde Wandung (24) des Korbes (28) aus einem Lochblech gefertigt ist.
4. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für das Entfernen des Poliermediums (21) die halbrunde Wandung (24) sowie die
beiden Stirnseiten (25) des Korbes (28) keine Durchlaßöffnungen aufweisen.
5. Maschine nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß einer oder mehrere dieser Körbe (28) gleichzeitig nebeneinander zur Anwendung
kommen.
6. Maschine zum Entgraten, Satinieren und Polieren von Metallwaren, insbesondere aus
Edelmetallen, bestehend aus einem stationären, muldenförmigen Poliertrog (2), worin
das Schleif- oder Poliermedium (21) mittels eines endlosen Förderbandes (9) in Rotation
gebracht wird, gekennzeichnet durch, einen im Durchmesser dem Poliertrog (2) angepassten, allseitig verschlossenen halbrunden
Käfig (29) zum Trennen des Poliergutes vom Poliermedium (21).
7. Maschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Käfig (29) aus einem Drahtgitter oder -geflecht besteht.
8. Maschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die flache Wandung (27) des Käfigs (29) aus einem Lochblech besteht.
9. Maschine zum Entgraten, Satinieren und Polieren von Metallwaren, insbesondere aus
Edelmetallen, bestehend aus einem stationären, muldenförmigen Poliertrog (2), worin
das Schleif- oder Poliermedium (21) mittels eines endlosen Förderbandes (9) in Rotation
gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der Laufseite des Förderbandes (9) rotierenden Förderwalzen (6,22) an
einem Trägerprofil (3) des stationären, muldenförmigen Poliertroges (2) gelagert sind.
10. Maschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der stationäre, muldenförmige Poliertrog (2) nur an einer Stirnseite mit dem
Grundgestell (1) verbunden ist.
11. Maschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die gerundete Rippenverstärkung (20) unterhalb des stationären, muldenförmigen
Poliertroges (2) gleichzeitig als stationäre Gleitfläche für das umlaufende Förderband
(9) dient.
12. Maschine nach den Ansprüchen 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die vom stationären, muldenförmigen Poliertrog (2) entfernbaren Einsetzwände
(4) mit mindestens je einer Nocke (5b) arretiert und mit einer Flügelschraube (5a)
gesichert sind.
13. Maschine nach den Ansprüchen 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät unterhalb des stationären, muldenförmigen Poliertroges (2) mit einer
in Form einer ausziehbaren Schublade (13) oder völlig entfernbaren Auffangwanne (13)
versehen ist zum Auffangen von herunterfallendem Schleifstaub oder heruntertropfender
Polierlauge.
14. Maschine nach den Ansprüchen 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät mit einer Umwälzpumpe ausgerüstet ist, welche die angesammelte Polierlauge
kontinuierlich von der Auffangwanne (13) zurück in den stationären, muldenförmigen
Poliertrog (2) befördert.
15. Maschine nach den Ansprüchen 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Maschinenabdeckung (15) inkl. Deckel (14) und mindestens eine Seitenverschalung
(19b) für den Förderbandwechsel mittels eines Scharniers (16) nach oben aufklappbar
sind.