[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren für den Tampondruck, bei dem mit einem flüssiges
Medium aufnehmenden Behälter ein Klischee eingefärbt und mit einem Tampon Druck- oder
Teilbilder auf ein Werkstück übertragen werden. Die Erfindung betrifft zudem eine
Vorrichtung für den Tampondruck, mit einem wenigstens einseitig offenen Behälter,
der an seiner offenen Seite einen Rand aufweist, der auf einem Klischee aufliegt,
wobei zum Einfärben des Klischees dieses und der Behälter eine Relativbewegung zueinander
ausführen.
[0002] Ein Verfahren und eine Vorrichtung dieser Art sind beispielsweise aus der WO 93/11943
bekannt. Bei dieser Vorrichtung werden bei der Relativbewegung zwischen dem Behälter
und dem Klischee die Vertiefungen in der Klischeeoberfläche durch das sich im Behälter
befindliche Medium aufgefüllt und gleichzeitig überschüssiges Medium mit dem Rand
des Behälters abgerakelt. Hierbei wird der Rand des Behälters mittels einer Anpressvorrichtung
an der Klischeeoberseite angepresst. Diese Vorrichtung hat sich in der Praxis an sich
bewährt und ermöglicht mit hoher Leistung die Herstellung sauberer Drucke auf unterschiedlichen
Werkstücken.
[0003] Bekannt ist auch ein Verfahren bei dem ein dem Behälter entsprechender Hohlprofilabschnitt
nach jedem Einfärbevorgang um einen vorgegebenen Winkelbereich verdreht wird. Durch
dieses Verdrehen soll ein gleichmässiges Nachfliessen der Farbe aus dem Hohlprofilabschnitt
erreicht werden. Ein solches ungleichmässiges Nachfliessen kann dann vorkommen, wenn
die Farbe im Hohlprofilabschnitt infolge der Relativbewegung zwischen dem Klischee
und dem Hohlprofilabschnitt beim Einfärben und Abrakeln der Oberfläche der Farbe stark
geneigt ist und, vor allem bei geringem Füllgrad, lediglich noch einen Teil der Grundfläche
des Hohlprofilabschnittes überdeckt. Der Hohlprofilabschnitt wird nach diesem Verfahren
zur schnelleren Ausnivellierung der Farbe verdreht, was bei der Tampondruckmaschine
nach der DE-A-43 16 294 mittels einer in den Behälter eingesetzten Lochscheibe erreicht
werden soll.
[0004] Zum Drehen des Hohlprofilabschnitts ist dieser umfangsseitig mit einer Antriebseinrichtung
gekoppelt. Diese Antriebseinrichtung ist mittels Reibung mit dem Hohlprofilabschnitt
gekoppelt und steht lösbar mit diesem in Verbindung.
[0005] Es hat sich nun jedoch gezeigt, dass gewisse Medien insbesondere abrasive Medien
mit einer solchen Vorrichtung nach kurzer Druckdauer zu einem unsauberen Druck führen,
was auf Schleifspuren auf dem Klischee zurückzuführen ist.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der
genannten Art derart zu verbessern, dass auch bei den genannten problematischen Media
auch nach längerer Betriebsdauer ein sauberer und zufriedenstellender Druck gewährleistet
ist.
[0007] Die Aufgabe ist bei einem gattungsgemässen Verfahren dadurch gelöst, dass wenigstens
ein auf dem Klischee aufliegender Rand des Behälters während einer Relativbewegung
zwischen dem Behälter und dem Klischee auf diesem im wesentlichen in seiner Umfangsrichtung
gedreht wird. Beim erfindungsgemässen Verfahren wird somit nicht nur eine Relativbewegung
zwischen dem Behälter und dem Klischee ausgeführt, sondern gleichzeitig der Rand des
Behälters im wesentlichen in seiner Umfangsrichtung gedreht. Auch nach längerer Betriebsdauer
sind kaum Schleifspuren auf dem Klischee nachzuweisen, was darauf beruhen dürfte,
dass die sich in Umfangsrichtung auf dem Klischee bewegende Kante die Druckfarbe gewissermassen
abschneidet.Es hat sich zudem überraschend gezeigt, dass nicht nur bisher problematische
Media einen sauberen Druck ergeben, sondern gleichzeitig der Anpressdruck des Behälters
an der Oberfläche des Klischees vermindert werden kann, was im Hinblick auf die entsprechend
geringere Abnutzung des Rakelrandes und des Klischees ein wesentlicher Vorteil ist.
Schliesslich hat sich ebenso überraschend gezeigt, dass bei gleicher Druckleistung
der Verbrauch von Lösungsmittel geringer ist.
[0008] Vorzugsweise wird der Rand in nur eine Umfangsrichtung gedreht. Die Drehung kann
dauernd oder in Intervallen erfolgen. Die Drehung in der Umfangsrichtung kann kleiner
als 360° und/oder alternierend sein, so dass der Topf über flexible Leitungen mit
einem Reservoir für Druckfarbe oder Verdünnerflüssigkeit verbunden sein kann.
[0009] Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter mit
einem Antrieb verbunden ist, mit dem wenigstens der Rand des Behälters während der
genannten Relativbewegung mit im wesentlichen gleichbleibendem Anpressdruck in seiner
Umfangsrichtung drehbar ist, wobei der Antrieb mit einer Anpressvorrichtung eine Einheit
bildet, die auf der Oberseite des Behälters vorzugsweise etwa mittig an diesem angreift.
Dadurch ist eine besonders einfache Handhabung möglich, da der Umfang des Behälters
frei zugänglich ist. Zudem werden seitliche, auf den Behälter einwirkende Querkräfte
vermieden.
[0010] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch und teilweise im Schnitt eine erfindungsgemässe Vorrichtung,
- Fig. 2
- ein Schnitt entlang der Linie II-II der Figur 1, wobei der Behälter und das Klischee
weggelassen sind,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Vorrichtung gemäss Figur 2,
- Fig. 4
- schematisch eine Teilansicht eines Klischees mit einem Behälter zur Veranschaulichung
der beim Einfärben und oder Abrakeln ausgeführten Bewegungen,
- Fig. 5 und 6
- Schnitt durch eine alternative Ausführung eines Antriebs an einer Vorrichtung gemäss
den Fig. 1 bis 4.
[0012] Die Figur 1 zeigt eine Klischeeplatte 9 mit einer im wesentlichen ebenen Oberseite
10, auf welcher ein Behälter 1 aufliegt. Die Klischeeplatte 9 wird mit einem hier
nicht gezeigten Antrieb in ihrer Ebene gemäss Doppelpfeil 35 der Figur 4 linear hin
und her bewegt. Das im Behälter 1 befindliche Medium 3 wird hierbei auf die Oberseite
10 der Klischeeplatte 9 aufgetragen und mit einem rakelartigen Rand 2 abgerakelt.
[0013] Um ein Aufschwemmen des Behälters 1 während des Einfärbens zu verhindern, wird der
Behälter 1 auf die Oberseite 10 der Klischeeplatte 9 angepresst. Dazu ist über dem
Behälter 1 eine gestellfeste Anpressvorrichtung 37 vorgesehen, die an einer vorzugsweise
gelenkigen Verbindungsstelle 7 mittig einer Oberseite 33 und unterhalb dieser mit
dem Behälter 1 verbunden ist.
[0014] Die Anpressvorrichtung 37 weist ein Flanschstück 12 auf, das zu seiner Befestigung
an einem hier nicht gezeigten Gestell mit zwei Gewindebohrungen 13 versehen ist. Das
Flanschstück 12 bildet ein Zylindergehäuse mit einem Druckraum 38, in dem im Abstand
zueinander angeordnete Einsätze 14 und 16 angebracht sind, die eine in ihrer Längsrichtung
begrenzt verschiebbare Kolbenstange 11 aufnehmen. Am unteren Ende der Kolbenstange
11 ist ein Sechskantkopf 8 angebracht, der drehfest in eine korrespondierende Ausnehmung
42 eines Verbindungsteils 39 lösbar eingesetzt ist. In das obere Ende der Kolbenstange
11 ist eine Sackbohrung 40 eingearbeitet, in die eine Druckfeder 17 eingreift, die
an ihrem oberen Ende an einer Schulter eines Schaftes 19 abgestützt ist. Die in den
Einsätzen 16 und 14 verschiebbar geführte Stange wird durch pneumatischen Druck und
die Druckfeder 17 nach unten gedrückt und presst damit über die Verbindung 7 den Behälter
1 an der Oberseite 10 der Klischeeplatte 9 an.
[0015] Die Kolbenstange 11 ist um ihre Längsachse A, welche vorzugsweise die Rotationsachse
des Behälters 1 ist, mittels eines Antriebs 27 drehbar. Bei einer solchen Drehung
wird der Behälter 1 zwangsläufig im gleichen Sinn gedreht. Der Antrieb 27 weist eine
Zahnstange 23 auf, die in den Richtungen des Doppelpfeils 41 mittels einer Zylinder-Kolben-Einheit
26 bewegbar ist. Die Zahnstange 23 ist mit einer Zahnung 22 eines Zahnrades 21 im
Eingriff. Das Zahnrad 21 ist mittels eines Freilaufes 43 in einer Richtung drehfest
mit dem Schaft 19 und dieser über eine Kupplung 18 drehfest und in Längsrichtung verschiebbar
mit der Kolbenstange 11 verbunden. Die Hin- und Herbewegungen der Zahnstange 23 in
Richtungen des Doppelpfeils 41 werden durch entsprechende Bewegungen des Kolbens 25,
der über einen Steg 24 mit der Zahnstange 23 verbunden ist, ausgeführt. Entsprechend
der Hin- und Herbewegung der Zahnstange 23 wird der Behälter 1 gemäss Figur 4 in der
Richtung des Pfeils 36 um seine Rotationsachse A gedreht. Denkbar ist jedoch auch
eine alternierende Drehung. Dabei wird der Freilauf 43 durch eine in beide Richtungen
drehfeste Verbindung ersetzt.
[0016] Zum Drehen der Stange 11 sind auch andere Antriebe, beispielsweise ein Luft- oder
Elektromotor denkbar. Schliesslich sind auch Sondergetriebe möglich, wie beispielsweise
ein Maltesergetriebe, das mittels der linearen Relativbewegung zwischen Topf und Klischee
angetrieben wird.
[0017] Zum Reinigen oder Auswechseln des Behälters 1 kann die Kolbenstange 11 normal zur
Oberfläche 10 aus dem Behälter 1 gezogen werden. Dazu ist an der Stange 11 ein Kolben
15 befestigt, der in der Position gemäss den Figuren 1 und 2 angehoben werden kann,
indem über einen Anschluss 30 im Innenraum 38a der Druck erhöht und aus dem Raum 38b
über den Anschluss 29 Druckmittel verdrängt wird. Ist die Kolbenstange 11 mit dem
Mitnehmer 8 angehoben, so kann der Behälter auf dem Klischee verschoben werden. Beim
Montieren eines gereinigten Behälters 1 wird umgekehrt dieser bei angehobener Stange
11 auf dem Klischee positioniert und mittels der Kolbenstange 11 wieder auf das Klischee
9 gepresst. Das Auswechseln und Reinigen des Behälters 1 kann somit sehr einfach,
schnell und sauber erfolgen.
[0018] Mittels der Zahnstange 23 können bei entsprechend langer Ausführung dieser Stange
gleichzeitig mehrere nebeneinander angeordnete Behälter 1 gedreht werden. Zur Drehbetätigung
mehrerer Behälter 1 genügt dann somit ein einziger Antrieb 27.
[0019] Die Ausführung gemäss den Figuren 5 und 6 unterscheidet sich von der oben genannten
Ausführung bezüglich des Antriebs, der hier ebenfalls in einem Gehäuse 40 einen hydraulisch
oder pneumatisch in den Richtungen des Doppelpfeils 41 beweglichen Kolben 42 aufweist.
Mit dem Kolben 42 sind zwei Zahnstangen 43 und 44 verbunden, die mit einem oberen
Freilauf 45 oder einem unteren Freilauf 46 kämmen. Die beiden Freiläufe 45 und 46
sperren in unterschiedlichen Drehrichtungen, so dass bei einer Hin- und Herbewegung
des Kolbens 42 die Stange 11 und damit der hier nicht gezeigte Behälter 1 über eine
Welle 47 und zwei Zahnräder 48 und 49 alternierend in der einen oder anderen Richtung
gedreht wird.
[0020] Möglich ist auch eine Ausführung, bei der alternierend gedreht wird, jedoch in der
einen Drehrichtung um einen grösseren Winkel oder schneller als in der anderen Drehrichtung.
[0021] Bei den bezeigten Ausführungen dreht die Stange 11 den Behälter 1 um eine mittige
Achse. Denkbar sind jedoch auch Ausführungen, bei denen diese Achse seitlich versetzt
ist. Der Behälter 1 wird dann aber immer noch zusätzlich zur translatorischen Relativbewegung
zum Klischee um eine vertikal zum Klischee verlaufende Achse gedreht.
1. Verfahren für den Tampondruck, bei dem mit einem flüssigen Medium (3) und insbesondere
Druckfarbe aufnehmenden Behälter (1) ein Klischee (9) eingefärbt und mit einem Tampon
Druck- oder Teilbilder auf ein Werkstück übertragen werden, dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein auf dem Klischee (9) aufliegender Rand (2) des Behälters (1) während
einer Relativbewegung zwischen dem Behälter und dem Klischee auf diesem um eine vertikale
Achse (A) gedreht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der gesamte Behälter (1) in
seiner Umfangsrichtung (36) gedreht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rand (2) abwechselnd
in der einen und in der anderen Umfangsrichtung (36) gedreht wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Rand
(2) um seinen Mittelpunkt gedreht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Rand
(2) jeweils weniger als 360° gedreht wird.
6. Vorrichtung für den Tampondruck, mit einem wenigstens einseitig offenen Behälter,
der an seiner offenen Seite einen Rand (2) aufweist, der auf einem Klischee (9) aufliegt,
wobei zum Einfärben des Klischees (9) dieses und der Behälter (1) eine Relativbewegung
zueinander ausführen, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter mit einem Antrieb
(27) verbunden ist, mit dem wenigstens der Rand (2) des Behälters (1) während der
genannten Relativbewegung um eine Vertikale Achse (A) drehbar ist, wobei der Antrieb
mit einer Anpressvorrichtung (37) eine Einheit bildet, die auf der Oberseite des Behälters
vorzugsweise etwa mittig an diesem angreift.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1)
an seiner Oberseite (33) etwa mittig gedreht und nach unten gepresst wird.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpressvorrichtung
(37) eine vertikal bewegbare Stange (11) aufweist, die an ihrem unteren Ende mit dem
Behälter (1) und am oberen Ende mit einem Drehantrieb (27) verbunden ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb
(27) auf den Rand (2) eine Hin- und Herbewegung ausübt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb
Mittel (43-46) zum Drehen des Behälters in der einen oder der anderen Drehrichtung
aufweist.