[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage für die Druckvergasung von feinteiligen Brennstoffen
im Zuge der Erzeugung eines Produktgases, - mit einem Vergasungsreaktor, einem Quenchapparat
für das aus dem Vergasungsreaktor austretende Rohgas und mit nachgeschalteten Wärmetauschern,
bei der der Quenchapparat ein Mischrohr für die Mischung des darin eintretenden Rohgases
mit einem Quenchgas aufweist. - Der Quenchapparat kühlt das Rohgas auf eine Temperatur,
bei der vom Rohgas aus dem Vergasungsreaktor mitgerissene schmelzflüssige Schlackepartikel
erstarren, so daß sie keine Ablagerungen bilden, sondern ausgetragen werden können.
Bei den nachgeschalteten Wärmetauschern kann es sich um Strahlungswärmetauscher und/oder
um Konvektionswärmetauscher handeln. Im allgemeinen erfolgt bei den Anlagen des beschriebenen
Aufbaus und der angegebenen Zweckbestimmung im Quenchapparat eine Abkühlung auf eine
Temperatur von etwa 850° C.
[0002] Bei der bekannten Anlage, von der die Erfindung ausgeht (P 43 10 447.9 PatG § 3 (2))
ist das Mischrohr des Quenchappartes in Strömungsrichtung des Rohgases vor oder hinter
einem Strahlungswärmetauscher angeordnet. Es ist von einem Wärmetauscher für das Quenchgas
nicht umgeben. Als Quenchgas wird ein Teilstrom des gekühlten Produktgases verwendet,
welches mit Injektoren angesaugt wird, die ihrerseits mit einem Teilstrom des Gases
betrieben werden, der aus einem Konvektionswärmetauscher austritt.
[0003] Im übrigen ist es bekannt (US 39 63 457, PatG § 3 (1)), einen Teilstrom des kalten
gereinigten Produktgases hinter einem Gaswäscher abzuziehen und mit Hilfe eines Kompressors
zum Vergasungsreaktor zurückzuführen, wo er dem Rohgas als Quenchgas beigemischt wird.
Die insoweit bekannten Maßnahmen sind in baulicher Hinsicht aufwendig und in energetischer
Hinsicht verbesserungsbedürftig.
[0004] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, bei einer Anlage des eingangs
beschriebenen Aufbaus und der eingangs beschriebenen Zweckbestimmung den Quenchapparat
zu vereinfachen und den Energiebedarf für den Quenchprozeß zu reduzieren.
[0005] Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung, ausgehend von der eingangs
beschriebenen Anlage, daß das Mischrohr von einem Gaskühlungswärmetauscher umgeben
ist, der eine Vorrichtung zur Treibgaseinspeisung aufweist, und daß ein Teilstrom
des mit dem Quenchgas gemischten Rohgases durch das aus der Vorrichtung zur Treibgaseinspeisung
austretende Treibgas in den Wärmetauscher einführbar ist und gekühlt in das Mischrohr
als Quenchgas eintritt. Im allgemeinen wird man die Anordnung so treffen, daß der
Gaskühlungswärmetauscher das Mischrohr konzentrisch umgibt. Auch eine 4-eckige oder
beliebig vieleckige Form des Mischrohres mit parallel zu den Wänden des Mischrohres
angeordneten Wärmetauscherflächen ist möglich. Eine bevorzugte Ausführungsform der
Erfindung ist in diesem Zusammenhang dadurch gekennzeichnet, daß der Gaskühlungswärmetauscher
eine Mehrzahl von hohlzylindrischen Wärmetauscherwänden aufweist, die mit radialem
Abstand voneinander angeordnet sind und den Teilstrom des mit dem Quenchgas gemischten
Rohgases in Zylinderschichtströme aufteilt. Die Wärmetauscherwände können Membranwände,
Rohre oder dergleichen sein. Es versteht sich, daß die Vorrichtung zur Treibgaseinspeisung
ebenfalls das Mischrohr umgibt, z. B. eine Mehrzahl von über den Umfang verteilten
Treibdüsen aufweist. Der Treibstrom des mit dem Quenchgas gemischten Rohgases verteilt
sich symmetrisch um die Achse des Mischrohres. Das gilt auch für das Quenchgas bei
Eintritt in das Mischrohr und in den Gaskühlungswärmetauscher, in den die Mischung
aus dem Rohgas und dem Quenchgas eintritt. Diese Mischung kann in dem Gaskühlungswärmetauscher
von unten nach oben oder von oben nach unten strömen. Der Strömungsweg von oben nach
unten ist vorteilhaft, weil erstarrte Schmelzepartikel nach unten abgeführt werden
können.
[0006] Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß das Mischrohr eines Quenchapparates
bei einer Anlage des eingangs beschriebenen Aufbaus ohne Schwierigkeiten und ohne
besonderen Aufwand von einem Gaskühlungswärmetauscher umgeben werden kann, in dem
das aus dem Mischrohr austretende Rohgas mit seiner Temperatur von etwa 850° C, die
dieses Rohgas durch die Einführung des Quenchgases erreicht hat, auf eine für den
Quenchprozeß ausreichend niedrige Temperatur gekühlt werden kann. Dabei kann das Treibgas
zur Steuerung des Quenchprozesses und zur Kühlung beitragen.
[0007] Das kann zunächst dadurch geschehen, daß die Vorrichtung zur Treibgaseinspeisung
eine Einrichtung zur Steuerung des Treibgasmengenstromes aufweist und über diese Einreichung
der Teilstrom des mit dem Quenchgas gemischten Rohgases sowie dessen Kühlung steuerbar
sind. Das kann auch dadurch geschehen, daß die Vorrichtung zur Treibgaseinspeisung
an eine Zuführeinrichtung für gekühltes Produktgas angeschlossen und mit gekühltem
Produktgas betreibbar ist.
[0008] Im einzelnen bestehen im Rahmen der Erfindung mehrere Möglichkeiten zur weiteren
Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anlage. Im Rahmen der Erfindung kann die Vorrichtung
zur Treibgaseinspeisung im Bereich des Gaseintritts des Gaskühlungswärmetauschers
angeordnet sein, sie kann aber auch im Bereich des Gasaustritts des Gaskühlungswärmeaustauschers
angeordnet sein. Im Rahmen der Erfindung liegt es weiterhin, daß in Gasströmungsrichtung
hinter zumindest einem der dem Quenchapparat nachgeschalteten Wärmetauscher ein weiteres
Mischrohr mit umgebendem Gaskühlungswärmetauscher und Vorrichtung zur Treibgaseinspeisung
und Teilstromabzweigung aus der Mischung aus Rohgas und Quenchgas angeordnet ist.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen Anlage besteht ohne weiteres die Möglichkeit, den Vergasungsreaktor
und den Quenchapparat in einem gemeinsamen Druckbehälter übereinander anzuordnen.
Die erfindungsgemäße Anlage ist jedoch in bezug auf die Anordnung des Vergasungsreaktors
und des Quenchapparates flexibel. Der Vergasungsreaktor und der Quenchreaktor sowie
der Quenchreaktor einerseits und zumindest ein nachgeschalteter Wärmetauscher andererseits
können auch in selbständigen Druckbehältern angeordnet sein, die durch Gasführungsleitungen
verbunden sind. Dabei kann auch in dem Druckbehälter, in dem sich der Vergasungsreaktor
und der Quenchapparat befinden, ein weiterer Wärmetauscher angeordnet sein.
[0010] Im folgenden werden die Erfindung und durch die Erfindung erreichte Vorteile anhand
einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung ausführlicher behandelt.
Es zeigen
- Fig. 1
- das Schema einer erfindungsgemäßen Anlage,
- Fig. 2
- im gegenüber der Fig. 1 wesentlich vergrößertem Maßstab den Ausschnitt A aus dem Gegenstand
der Fig. 1.
[0011] Die in Fig. 1 dargestellte Anlage ist für die Druckvergasung von feinteiligen Brennstoffen
im Zuge der Erzeugung eines Produktgases bestimmt. Zum grundsätzlichen Aufbau gehören
ein Vergasungsreaktor 1, ein Quenchapparat 2 für das aus dem Vergasungsreaktor 1 austretende
Rohgas und nachgeschaltete Wärmetauscher 3. Bei dem nachgeschalteten Wärmetauscher
3 über dem Quenchapparat 2 mag es sich um einen Strahlungswärmetauscher, z. B. in
Form eines Hochdruckdampfwärmetauschers, handeln, der in Strömungsrichtung nachgeschaltete
Wärmetauscher 3 ist als Konvektionswärmetauscher ausgelegt. Der Quenchapparat 2 besitzt
ein Mischrohr 4 für die Mischung des darin eintretenden Rohgases mit einem Quenchgas.
[0012] Insbesondere aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 1 und 2 entnimmt man,
daß das Mischrohr 4 von einem Gaskühlungswärmetauscher 5 umgeben ist, der eine Vorrichtung
6 zur Treibgaseinspeisung aufweist. Ein Teilstrom des mit Quenchgas gemischten Rohgases
wird durch das aus der Vorrichtung 6 zur Treibgaseinspeisung austretende Treibgas
in den Gaskühlungswärmetauscher 5 eingeführt und gekühlt und tritt danach in das Mischrohr
4 als Quenchgas ein. Im Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter Ausführungsform der
Erfindung umgibt der Gaskühlungswärmetauscher 5 das Mischrohr 4 konzentrisch. Angedeutet
wurde in den Fig. 1 und 2, daß der Gaskühlungswärmetauscher 5 eine Mehrzahl von hohlzylindrischen
wärmetauscherwänden 7 aufweist, die mit radialem Abstand voneinander angeordnet sind
und den Teilstrom des mit dem Quenchgas gemischten Rohgases in Zylinderschichtströme
aufteilt. Die wärmetauscherwände mögen Membranwände oder Rohre sein. Aus Maßstabsgründen
wurde nicht gezeichnet, daß die Vorrichtung 6 zur Treibgaseinspeisung eine Einrichtung
zur Steuerung des Treibgasmengenstromes aufweisen kann und daß über diese Einrichtung
der Teilstrom des mit dem Quenchgas gemischten Rohgases sowie dessen Kühlung bis auf
Quenchgastemperatur steuerbar sind.
[0013] Im Rahmen der Erfindung kann grundsätzlich mit den verschiedensten Treibgasen gearbeitet
werden, soweit diese mit dem Produktgas verträglich sind. Im Ausführungsbeispiel und
nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist die Vorrichtung 6 zur Treibgaseinspeisung
an eine Zuführeinrichtung 8 für gekühltes Produktgas angeschlossen, die das Treibgas
aus dem abgehenden Produktgas abzieht. Die Vorrichtung 6 zur Treibgaseinspeisung ist
auf diese Weise mit gekühltem und gereinigtem Produktgas betreibbar.
[0014] Im Ausführungsbeispiel erkennt man, daß die Vorrichtung 6 zur Treibgaseinspeisung
im Bereich des Gasaustritts 9 des Gaskühlungswärmetauschers 5 angeordnet ist. Sie
könnte aber auch im Bereich des Gaseintritts 10 angeordnet sein. Es könnte auch zusätzlich
im Bereich des Gaseintritts 10 eine Vorrichtung 6 zur Treibgaseinspeisung angeordnet
werden. Nicht dargestellt wurde, daß neben dem beschriebenen Quenchapparat 2 ein weiterer
hinter einem nachgeschalteten Wärmetauscher 3 angeordnet werden kann.
[0015] Im Ausführungsbeispiel sind der Vergasungsreaktor 1 und der Quenchapparat 2 sowie
zumindest ein weiterer Wärmetauscher 3 in einem gemeinsamen Druckbehälter 11 übereinander
angeordnet. Nachgeschaltet ist ein weiterer Druckbehälter 12 für einen weiteren Wärmetauscher
3. Die beiden Druckbehälter 11, 12 sind über Gasführungsrohre 13 verbunden.
[0016] Der Quenchapparat 2 und die Vorrichtung 6 zur Treibgaseinspeisung erlauben eine kompakte
Bauweise. Die Druck- und Energieverluste sind außerordentlich klein, lediglich die
Druckverluste im Mischrohr 4 und im Gaskühlungswärmetauscher 5 sind zu überwinden.
Klebrige Schlackepartikel, die das Rohrgas mitbringt, erstarren im Mischrohr 4 und
damit vor dem Eintritt in den Gaskühlungswärmetauscher. Erosionsphänomene, die im
Quenchgas mitgeführte Partikel erzeugen könnten, sind selten und verhältnismäßig klein,
da mit niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten dieses Gases gearbeitet werden kann. Zwar
können sich an den Wärmetauscherwänden 7 Ablagerungen bilden, diese sind jedoch auf
bekannte Art und Weise, z. B. durch Klopfen, Rütteln oder Rußblasen entfernbar. Sie
können den Abkühlungswärmetauscher ungehindert verlassen. Eine Abklopfeinrichtung
14 wurde angedeutet.
[0017] Bei der erfindungsgemäßen Anlage erfolgt die Wärmeauskopplung aus dem Teilstrom der
Gasmischung aus Produktgas und Quenchgas bei hohem Temperaturniveau, so daß mit kleinen
wärmeaustauschflächen und folglich mit einem kompakten Gaskühlungswärmetauscher 5
gearbeitet werden kann. Für das Treibgas wird nur ein Verdichter 15 verhältnismäßig
geringer Leistung benötigt. Im Mischrohr 4 wird eine annähernd ausgeglichene Gastemperatur
im Bereich 600° C bis 1300° C erreicht, bei der mitgerissene schmelzflüssige Partikel
erstarren. Das Quenchgas tritt aus dem Gaskühlungswärmetauscher mit einer Temperatur
von 200° C bis 900° C aus. Es kann auch durch das Treibgas dem Mischrohr 4 zugeführt
werden.
[0018] Die optimale Geschwindigkeit des Gases im Mischrohr 4 und im Gaskühlungswärmetauscher
5 liegt bei 6 - 10 m/s. Sie kann in einem relativ breiten Bereich von 3 - 20 m/s liegen.
[0019] Deutlich höhere Geschwindigkeit, 40 m/s bis Schallgeschwindigkeit, soll dagegen das
Treibgas haben. Mit der steigenden Geschwindigkeit sinkt der Treibgasmengenstrom.
1. Anlage für die Druckvergasung von feinteiligen Brennstoffen im Zuge der Erzeugung
eines Produktgases, - mit
einem Vergasungsreaktor (1),
einem Quenchapparat (2) für das aus dem Vergasungsreaktor (1) austretende Rohgas
und mit
nachgeschalteten Wärmetauschern (3),
wobei der Quenchapparat (2) ein Mischrohr (4) für die Mischung des darin eintretenden
Rohgases mit einem Quenchgas aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischrohr (4) von einem Gaskühlungswärmetauscher (5) umgeben ist, der eine
Vorrichtung (6) zur Treibgaseinspeisung aufweist, und daß ein Teilstrom des mit dem
Quenchgas gemischten Rohgases durch das aus der Vorrichtung (6) zur Treibgaseinspeisung
austretende Treibgas in den Gaskühlungswärmetauscher (5) einführbar ist sowie gekühlt
in das Mischrohr (4) als Quenchgas eintritt.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gaskühlungswärmetauscher (5)
das Mischrohr (4) konzentrisch umgibt.
3. Anlage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gaskühlungswärmetauscher
(5) eine Mehrzahl von hohlzylindrischen Wärmetauscherwänden (7) aufweist, die mit
radialem Abstand voneinander angeordnet sind und den Teilstrom des mit dem Quenchgas
gemischten Rohgases in Zylinderschichtströme aufteilt.
4. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
(6) zur Treibgaseinspeisung eine Einrichtung zur Steuerung des Treibgasmengenstromes
aufweist und über diese Einrichtung der Teilstrom des mit Quenchgas gemischten Rohgases
sowie dessen Kühlung auf Quenchtemperatur steuerbar sind.
5. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
(6) zur Treigaseinspeisung an eine Zuführeinrichtung (8) für gekühltes Produktgas
angeschlossen und mit gekühltem Produktgas betreibbar ist.
6. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
(6) zur Treibgaseinspeisung im Bereich des Gasaustritts (9) des Gaskühlungswärmetauschers
(5) angeordnet ist.
7. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
(6) zur Treibgaseinspeisung im Bereich des Gaseintritts (10) des Gaskühlungswärmetauschers
(5) angeordnet ist.
8. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in Gasströmungsrichtung
hinter zumindest einem der dem Quenchapparat (2) nachgeschalteten Wärmetauscher (3)
ein weiteres Mischrohr (4) mit umgebendem Gaskühlungswärmetauscher (5) und Vorrichtung
zur Treibgaseinspeisung und Teilstromabzweigung aus dem mit dem Quenchgas gemischten
Rohgas angeordnet ist.
9. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergasungsreaktor
1 und der Quenchapparat (2) sowie zumindest ein weiterer Wärmetauscher (3) in einem
gemeinsamen Druckbehälter (11) übereinander angeordnet sind.
10. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergasungsreaktor
(1) und der Quenchapparat (2) in einem Druckbehälter (11) und zumindest ein nachgeschalteter
Wärmetauscher (3) in einem weiteren Druckbehälter (12) angeordnet sind, wobei die
beiden Druckbehälter durch Rohrleitungen (13) verbunden sind.