| (19) |
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(11) |
EP 0 716 684 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.04.1997 Patentblatt 1997/15 |
| (22) |
Anmeldetag: 22.08.1994 |
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP9402/777 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9506/707 (09.03.1995 Gazette 1995/11) |
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| (54) |
GERÜSTSTOFFKOMPONENTE FÜR WASCH- ODER REINIGUNGSMITTEL
BUILDER COMPONENT FOR WASHING OR CLEANING PRODUCTS
ADJUVANT DE LAVAGE POUR PRODUITS DE LAVAGE OU DE NETTOYAGE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL |
| (30) |
Priorität: |
01.09.1993 DE 4329392
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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19.06.1996 Patentblatt 1996/25 |
| (73) |
Patentinhaber: Henkel Kommanditgesellschaft auf Aktien |
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40191 Düsseldorf (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- BAUER, Volker
D-40589 Düsseldorf (DE)
- SEITER, Wolfgang
D-41469 Neuss (DE)
- JACOBS, Jochen
D-42349 Wuppertal (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 253 323 EP-A- 0 283 885
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EP-A- 0 262 588 WO-A-92/18594
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Gerüststoffkomponente mit sehr hohem Schüttgewicht sowie
Wasch- oder Reinigungsmittel, welche diese Komponente enthalten.
[0002] Kristalline schichtförmige Natriumsilikate der Formel NaMSi
xO
2x+1·yH
2O, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine
Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind, haben sich als
geeignete Substitute oder Teilsubstitute für die etablierten Gerüststoffe Phosphate
und Zeolithe erwiesen. Derartige kristalline Schichtsilikate werden beispielsweise
in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 164 514 beschrieben. Bevorzugte kristalline
Schichtsilikate sind solche, in denen M für Natrium steht und x die Werte 2 oder 3
annimmt. Insbesondere sind sowohl β- als auch δ-Natriumdisilikate Na
2Si
2O
5·yH
2O bevorzugt, wobei ß-Natriumdisilikat beispielsweise nach dem Verfahren erhalten werden
kann, das in der internationalen Patentanmeldung WO-A-91/ 08171 beschrieben ist. β-Natriumdisilikat
ist unter der Bezeichnung SKS 7
(R), δ-Natriumdisilikat ist unter der Bezeichnung SKS 6
(R) im Handel erhältlich (Handelsprodukte der Hoechst AG, Bundesrepublik Deutschland).
Diese Pulver weisen im allgemeinen ein Schüttgewicht unter 600 g/l auf und besitzen
hohe Feinkornanteile, üblicherweise mehr als 30 Gew.-%, mit einer Teilchengröße unterhalb
0,1 mm. Da kristalline Schichtsilikate gemäß der Offenbarung der internationalen Patentanmeldung
WO-A-92/18594 bei der Sprühtrocknung Wasch- oder Reinigungsmittel-haltiger Slurries
Verluste in ihrer Waschwirkung, hervorgerufen durch die Zerstörung ihrer physikalischen
Struktur, erleiden, sollten sie vorzugsweise über andere Verfahrensmethoden in Wasch-
oder Reinigungsmittel eingearbeitet werden. Aufgrund ihres hohen Feinkornanteils und
damit ihrer staubigen Struktur sind diese Pulver jedoch auch nicht geeignet, als Zumischkomponente
zu anderen granularen Bestandteilen von Wasch- oder Reinigungsmitteln zu dienen. Da
zudem kristalline Schichtsilikate wie kristalline Disilikate eine geringere Lösegeschwindigkeit
in Wasser aufweisen als amorphe Silikate, kann es durch lokale Ablagerungen auf den
Textilien zu einem Anstieg des pH-Werts auf Werte oberhalb von 12 kommen, wodurch
Beschädigungen der Textilfasern entstehen können.
[0003] Die internationale Patentanmeldung WO-A-92/18594 beschreibt, wie diese Nachteile
vermieden werden können: Die kristallinen Schichtsilikate werden in Form einer granularen
Gerüststoffkomponente eingesetzt, die mindestens 10 Gew.-% kristalline Schichtsilikate,
5 bis 90 Gew.-% in Wasser in Form von Ionen vorliegender organischer Säuren und/oder
anorganischer oder organischer Salze, wobei das eingesetzte Material allerdings eine
Größe von im Durchschnitt 300 µm nicht überschreiten soll, sowie gegebenenfalls weitere
Bindemittel, Tenside und weitere übliche Inhaltsstoffe von Wasch-oder Reinigungsmitteln
enthalten. Eine bevorzugte Art der Herstellung dieser Gerüststoffkomponente ist die
Walzenkompaktierung, wobei ein Preßdruck von 10 bis 50 kN/cm Walzenlänge und vorzugsweise
um 25 kN/cm Walzenlänge aufgewendet werden. Derartige Gerüststoffkomponenten weisen
zwar in 1%iger wäßriger Lösung immer noch hohe pH-Werte auf; da diese Komponenten
jedoch gegenüber dem Pulver eine höhere Lösegeschwindigkeit besitzen, wird das Risiko
der lokalen Ablagerungen auf Textilien und damit der Beschädigungen von Textilfasern
verringert. Diese Erfindung ist jedoch auf Gerüststoffkomponenten beschränkt, die
maximal 95 Gew.-% kristalline Schichtsilikate enthalten.
[0004] Die Walzenkompaktierung von Wasch- oder Reinigungsmitteln oder einzelner Komponenten
von Wasch- oder Reinigungsmitteln ist gesicherter Stand des technischen Wissens. Bereits
aus der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 253 323 ist bekannt, daß Gerüststoffe
wie Zeolith und/oder Phosphat durch Walzenkompaktierung in Granulate mit hohem Schüttgewicht
und sehr guten anwendungstechnischen Eigenschaften überführt werden können. In diesem
druckschriftlichen Stand der Technik werden ausführlich die Bedingungen geschildert,
unter denen eine Walzenkompaktierung üblicherweise durchgeführt wird. Dabei wird ausgeführt,
daß der Preßdruck im Walzenspalt und die Verweildauer des Materials in dem Bereich
des Preßdrucks so einzustellen sind, daß ein gut ausgebildetes Schülpenband mit hoher
Dichte erzeugt wird. Der hohe Verdichtungsgrad ist dabei nicht nur im Hinblick auf
moderne Wasch- oder Reinigungsmittel mit hohem Schüttgewicht, sondern auch hinsichtlich
einer erhöhten Abriebstabilität der Granulate erwünscht. Dabei muß allerdings beachtet
werden, daß zu hohe Preßdrucke die Verfahrenssicherheit beeinträchtigen, da bei ihrem
Einsatz das Material auf den Walzen plastifiziert wird und zu Anklebungen führen kann.
Dieser unerwünschte Effekt tritt dann auf, wenn eine Erhöhung des Preßdrucks keine
weitere Verdichtung des Materials mehr bewirkt und die jetzt zusätzlich eingetragene
Preßkraft überwiegend die Erwärmung und Plastifizierung des Materials
- beispielsweise durch partielles Aufschmelzen wasserhaltiger Bestandteile
- verursacht. Dies ist auch der Grund dafür, daß Walzenkompaktierungen üblicherweise
bei nicht zusätzlich extern erhöhten Temperaturen, sondern bei Umgebungstemperatur
durchgeführt werden.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung bestand nun darin, daß Verfahren der Walzenkompaktierung
von Gerüststoffkomponenten, welche kristalline Schichtsilikate enthalten, dahingehend
weiterzuentwickeln, daß zum einen möglichst effektive, d.h. konzentrierte Gerüststoffkomponenten
erhalten werden und zum anderen auch eine Verbesserung des Löseverhaltens von Gerüststoffkomponenten,
welche kristalline Schichtsilikate oberhalb 95 Gew.-% enthalten, erreicht wird. Die
Gerüststoffkomponenten sollten also so wenig wie möglich an Zuschlagstoffen enthalten.
[0006] Überraschenderweise wurde festgestellt, daß derartige Gerüststoffkomponenten bereits
schon dann eine signifikante Verbesserung des Löseverhaltens aufweisen, wenn sie nur
sehr geringe Mengen an Zuschlagstoffen enthalten.
[0007] Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend ein Verfahren zur Herstellung einer
Gerüststoffkomponente, welche kristalline Schichtsilikate der Formel NaMSi
xO
2x+1·yH
2O enthält, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und
y eine Zahl von 0 bis 20 ist, durch Walzenkompaktierung bei Preßdrucken bis 50 kN/cm
Walzenlänge, wobei die kristallinen Schichtsilikate in Mengen von mehr als 95 Gew.-%
bis 99,8 Gew.-% und übliche feste Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln
als Zuschlagstoffe in Mengen von 0,2 bis weniger als 5 Gew.-% eingesetzt werden.
[0008] Als besonders bevorzugte kristalline Schichtsilikate werden Disilikate und dabei
vor allem ß-Natriumdisilikate und δ-Natriumdisilikate eingesetzt. Welche übliche feste
Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln im Prinzip eingesetzt werden können,
kann beispielsweise der internationalen Patentanmeldung WO-A-92/18594 entnommen werden.
[0009] Die Erfindung umfaßt dabei insbesondere ein Verfahren zur Walzenkompaktierung, bei
dem 96 bis 99 Gew.-% kristalline Schichtsilikate in Mischung mit Zuschlagstoffen kompaktiert
werden, welche entweder organische Säuren, vorzugsweise mehrbasige organische Säuren,
und/oder Salze anorganischer und/oder organischer Säuren, vorzugsweise mehrbasiger
Säuren, sind. Dabei war es insbesondere überraschend, daß bereits geringe Mengen dieser
bevorzugten Zuschlagstoffe ausreichen, um ein signifikant verbessertes Löseverhalten
der Gerüststoffkomponenten gegenüber einem 100 Gew.-%igen walzenkompaktierten kristallinen
Schichtsilikat-Granulat herbeizuführen. Ebenso war es sehr überraschend, daß bereits
durch Mengen um 0,2 bis weniger als 5 Gew.-% und vorzugsweise zwischen 1 und 4 Gew.-%
an Zuschlagstoffen eine Verbesserung des Löseverhaltens bewirkt wird, die nicht nur
gleichzusetzen ist, sondern teilweise sogar signifikant besser ist als die Verbesserung
des Löseverhaltens derartiger Gerüststoffkomponenten, welche wesentlich mehr Zuschlagstoffe,
beispielsweise zwischen 10 und 30 Gew.-%, enthalten. Bevorzugte anorganische Zuschlagstoffe
sind Sulfate, insbesondere Natriumsulfat und Carbonate, während zu den bevorzugten
organischen Zuschlagstoffen Citronensäure, Weinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Adipinsäure und Zuckersäuren sowie deren Salze zählen. Diese Zuschlagstoffe können
dabei allein oder in Mischung miteinander eingesetzt werden. So können beispielsweise
Sulfat und/oder Citrat mit Bevorzugung ihrer Natriumsalze oder Zweier- bzw. Dreierkombinationen
mit mehrbasigen organischen Säuren mit Bevorzugung der Citronensäure eingesetzt werden.
Aufgrund der geringen Menge an Zuschlagstoffen, die insgesamt eingesetzt wird, werden
in den meisten Fällen nur eine ausgewählte Verbindung oder maximal zwei ausgewählte
Verbindungen in Mischung mit den kristallinen Schichtsilikaten kompaktiert werden.
[0010] Die Walzenverpressung selber kann ohne oder mit einer Vorverdichtung des vorgemischten
pulverförmigen Gutes erfolgen. Das Walzenpaar kann dabei in jeder beliebigen Raumrichtung,
insbesondere also vertikal oder horizontal zueinander angeordnet sein. Die zu kompaktierende
Mischung oder das alleinige Pulver aus kristallinem Schichtsilikat wird dann entweder
durch Schwerkraftfüllung oder mittels einer geeigneten Einrichtung, beispielsweise
mittels einer Stopfschnecke dem Walzenspalt zugeführt. Das zu kompaktierende Gut wird
dann unter Preßdruck durch den Spalt eines Paares zweier mit etwa gleicher Umfangsgeschwindigkeit
gegensinnig laufender Walzen geführt und dabei zu einem plattenförmigen bzw. bandförmigen
Preßgut, das auch als Schülpenband bezeichnet wird, verdichtet. Bevorzugte Preßdrucke
liegen dabei zwischen 7 und 30 kN/cm Walzenlänge und insbesondere bei Preßdrucken
zwischen 10 und 25 kN/cm Walzenlänge. Besonders vorteilhaft sind dabei Preßdrucke
zwischen 12 und 20 kN/cm Walzenlänge.
[0011] Das Schülpenband wird anschließend einem Zerkleinerungsverfahren unterworfen. Diese
Zerkleinerung oder Mahlung kann dabei beispielsweise in einer Mühle erfolgen. Zweckmäßigerweise
wird das zerkleinerte Material anschließend einem Sichtungsprozeß zugeführt, wobei
grobes Material abgetrennt und in die Zerkleinerungsvorrichtung zurückgeführt wird,
während zu feines Material dem Ansatz der pulverförmigen Mischung oder dem pulverförmigen
Schichtsilikat wieder beigegeben und erneut der Kompaktierung im Walzenspalt zugeführt
wird. Vorzugsweise wird dabei das Schülpenband durch übliche Mahlung in Granulate
mit einem Kornspektrum von 0,05 mm bis 2 mm, vorzugsweise mit einem Kornspektrum,
das zu mindestens 70 Gew.-% aus Granulaten mit einem Teilchendurchmesser zwischen
0,1 und 1,6 mm besteht, eingestellt, während Feinkornanteile mit Granulatdurchmessern
unterhalb 0,05 mm in die Kompaktierung zurückgeführt und Grobkornanteile mit Granulatdurchmessern
oberhalb 2 mm in die Mahlung zurückgeführt werden.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungform der Erfindung wird dabei eine granulare Gerüststoffkomponente
erhalten, welche ein Schüttgewicht zwischen 800 und 1100 g/l aufweist.
[0013] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erhaltenen
granularen Gerüststoffkomponenten, in einem anschließenden Schritt mit weiteren Inhaltsstoffen
von Wasch- oder Reinigungsmitteln, vorzugweise mit Imprägnierungsmitteln ausgewählt
aus der Gruppe der ethoxylierten nichtionischen Tenside, Mischungen aus nichtionischen
und anionischen Tensiden, pastenförmigen wäßrigen nichtionischen und/oder anionischen
Tensiden, wobei das Wasser gegebenenfalls nachträglich weggetrocknet wird, sowie der
Silikonöle und Paraffinöle, insbesondere mit nichtionischen Tensiden, beaufschlagt.
Im Anschluß an diese Imprägnierung können die Gerüststoffkomponenten dann zusätzlich
mit pulverförmigen Feststoffen, insbesondere mit pulverförmigen kristallinen Schichtsilikaten
abgepudert werden.
[0014] Gegenstand der Erfindung ist in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ein
Wasch- oder Reinigungsmittel, welches die erfindungsgemäßen Gerüststoffkomponenten
enthält. Vorzugsweise enthalten diese Mittel die erfindungsgemäßen Gerüststoffkomponenten
in Mengen von 10 bis 70 Gew.-% und insbesondere in Mengen von 20 bis 60 Gew.-%. Insbesondere
wenn die Wasch-oder Reinigungsmittel weitere übliche anorganische und/oder organische
Gerüststoffe enthalten, sind Gehalte an den erfindungsgemäßen Gerüststoffkomponenten
von 25 bis 50 Gew.-% besonders vorteilhaft. Ansonsten können die Wasch- oder Reinigungsmittel
alle üblichen Inhaltsstoffe wie anionische, nichtionische, amphotere, kationische
und/oder zwitterionische Tenside, weitere Gerüststoffe wie Zeolith und/oder Phosphate,
Schichtsilikate wie Bentonite, Polycarboxylate wie Citrate etc., polymere Polycarboxylate
wie Salze von Homo- oder Copolymeren der Acrylsäure, Bleichmittel und Bleichaktivatoren,
Vergrauungsinhibitoren wie Celluloseether oder Polyvinylpyrrolidon, optische Aufheller,
Farb- und Duftstoffe sowie Enzyme und Enzymstabilisatoren enthalten. Auch Schauminhibitoren
können enthalten sein. Die Mittel können abgesehen von der zugemischten erfindungsgemäßen
Gerüststoffkomponente aus einem Basisgranulat oder aus einem Mehrkomponentengemisch
bestehen, wobei Mehrkomponentengemische von Vorteil sein können. Insbesondere werden
dabei Enzymgranulate und beispielsweise Bleichaktivatorgranulate, aber auch Schauminhibitorgranulate
oder einzelne Bestandteile wie Natriumcarbonat, Natriumsilikat oder Polycarboxylat
nachträglich zugemischt. Die einzelnen Komponenten können durch Sprühtrocknung, Granulierung,
Extrusion oder andere herkömmliche Techniken hergestellt werden. Insbesondere ist
es bevorzugt, daß die Mittel insgesamt ein Schüttgewicht oberhalb 650 g/l, vorzugsweise
oberhalb 700 g/l aufweisen. Durch den Einsatz der erfindungsgemäßen Gerüststoffkomponenten
in hohen Mengen können auch Wasch- oder Reinigungsmittel mit Schüttgewichten oberhalb
800 g/l hergestellt werden, ohne daß diese Mittel zur Entmischung neigen. Diese Mittel
eignen sich ebenfalls zu Konzentraten mit hohen Tensidgehalten. So kann beispielsweise
ein hoher Aniontensidgehalt durch Zumischung eines hochkonzentrierten Aniontensid-Compounds,
das beispielsweise durch Sprühtrocknung, Sprühneutralisation oder durch Granulierung
und gleichzeitige Trocknung in einer Wirbelschicht erhalten wurde, und ein hoher Niotensidgehalt
durch Zumischung der erfindungsgemäßen Gerüststoffkomponenten mit hohen Niotensidanteilen
erreicht werden. Wasch- oder Reinigungsmittel mit 15 bis 40 Gew.-%, insbesondere mit
18 oder 20 bis 35 Gew.-% anionischen und nichtionischen Tensiden sind dabei bevorzugt.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäß hergestellten
walzenkompaktierten, vorzugsweise mit Niotensiden beaufschlagten Granulate zu extrudierten
Granulaten, welche gegebenenfalls hochkonzentrierte Aniontensid-Compounds enthalten
und vorzugsweise Niotensid-arm bis insbesondere Niotensid-frei sind, hinzugemischt.
Beispiele
[0015] Kristalline Schichtsilikate des Typs SKS 6
(R) (δ-Natriumdisilikat, Handelsprodukt der Hoechst AG, Deutschland) und die unten angegebenen
anorganischen bzw. organischen Salze mehrbasiger Säuren wurden bei einem Preßdruck
von 17 kN/cm auf einer Walzenpresse des Typs WR 50 N/75 (Alexanderwerk AG, Deutschland)
bei 20 °C zu Schülpen von ca. 1 mm Stärke verpreßt. Nach der Zerkleinerung zu einem
Granulat mit einem mittleren Kornspektrum von 0,1 bis 1,6 mm wurden Produkte mit den
unten angegebenen Schüttgewichten erhalten. Die in der Tabelle angegebenen Lösegeschwindigkeiten
wurden für die Siebfraktion 0,6 bis 0,8 mm nach folgendem Test ermittelt:
[0016] In einem doppelwandigen und thermostatisierten 1-1-Gefäß wurden 500 ml demineralisiertes
Wasser (20°C) eingefüllt, der Schrägblattrührer mit einer Drehzahl von 900 Umdrehungen
pro Minute eingeschaltet und die Leitfähigkeitsmeßzelle eingetaucht. Danach wurden
5 g der Gerüststoffkomponente zugegeben. Die Änderung der Leitfähigkeit wurde über
einen Schreiber festgehalten. Die Messung erfolgte, bis kein Anstieg der Leitfähigkeit
mehr feststellbar war. Die Zeit zum Erreichen der Leitfähigkeitskonstanz ist die Lösezeit
der Gerüststoffkomponente (100 %). Die Lösezeiten bei 80%iger, 90%iger und 95%iger
Auflösung wurden rechnerisch ermittelt.
Tabelle:
| Walzenkompaktierung der Zusammensetzungen V1 und V2 (zum Vergleich) und von M1 bis
M3 (erfindungsgemäß) sowie Löseeigenschaften von V1, V2, M1 bis M3 und SKS 6(R)-Pulver (V) zum Vergleich |
| |
V |
V1 |
M1 |
M2 |
M3 |
V2 |
| SKS 6(R) in Gew.-% |
100 |
100 |
97 |
97 |
97 |
80 |
| Citronensäure in Gew.-% |
--- |
--- |
3 |
-- |
-- |
-- |
| Natriumcitrat in Gew.-% |
--- |
--- |
-- |
3 |
-- |
20 |
| Natriumsulfat in Gew.-% |
--- |
--- |
-- |
-- |
3 |
-- |
| Druck in kN/cm |
--- |
17 |
17 |
17 |
17 |
17 |
| Schüttgewicht in g/l |
565 |
900 |
900 |
900 |
900 |
950 |
| Lösezeit in min |
|
|
|
|
|
|
| 80 % |
13,5 |
3,3 |
1,4 |
1,3 |
1,2 |
1,4 |
| 90 % |
17,5 |
5,6 |
2,1 |
2,0 |
2,0 |
3,0 |
| 95 % |
21,5 |
7,9 |
2,9 |
2,5 |
2,6 |
4,6 |
Die Lösezeiten für die erfindungsgemäßen Gerüststoffkomponenten M1 bis M3 konnten
durch eine Walzenkompaktierung mit beheizten Walzenplatten, beispielsweise bei Temperaturen
um 60 °C, noch weiter verbessert werden.
1. Verfahren zur Herstellung einer Gerüststoffkomponente, welche kristalline Schichtsilikate
der Formel NaMSixO2x+1·yH2O enthält, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und
y eine Zahl von 0 bis 20 ist, durch Walzenkompaktierung bei Preßdrucken bis 50 kN/cm
Walzenlänge, dadurch gekennzeichnet, daß die kristallinen Schichtsilikate in Mengen
von mehr als 95 Gew.-% bis 99,8 Gew.-% und übliche feste Inhaltsstoffe von Wasch-
oder Reinigungsmitteln als Zuschlagstoffe in Mengen von 0,2 bis weniger als 5 Gew.-%
eingesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die kristallinen Schichtsilikate
in Mengen von 96 bis 99 Gew.-% und als Zuschlagstoffe organische Säuren, vorzugsweise
mehrbasige organische Säuren, und/oder Salze anorganischer und/oder organischer Säuren,
vorzugsweise mehrbasiger Säuren, eingesetzt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenkompaktierung
bei Preßdrucken zwischen 7 und 30 kN/cm Walzenlänge, vorzugsweise bei Preßdrucken
zwischen 10 und 25 kN/cm Walzenlänge und insbesondere bei 12 bis 20 kN/cm Walzenlänge
durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als kristalline
Schichtsilikate Disilikate und insbesondere ß-Natriumdisilikat und/oder δ-Natriumdisilikat
eingesetzt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Zuschlagstoffe
eine oder mehrere organische Säuren aus der Gruppe der Citronensäure, Weinsäure, Bernsteinsäuren,
Glutarsäure, Adipinsäure und Zuckersäuren, insbesondere Citronensäure eingesetzt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Zuschlagstoffe
anorganische und/oder organische Salze mehrbasiger Säuren Sulfat und/oder Citrat,
vorzugsweise Natriumsulfat und/oder Natriumcitrat, eingesetzt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Schülpenband
durch übliche Körnung in Granulate mit einem Kornspektrum von 0,05 mm bis 2 mm, vorzugsweise
mit einem Kornspektrum, das zu mindestens 70 Gew.-% aus Granulaten mit einem Teilchendurchmesser
zwischen 0,1 und 1,6 mm besteht, eingestellt und Feinkornanteile mit Granulatdurchmessern
unterhalb 0,05 mm in die Kompaktierung und Grobkornanteile mit Granulatdurchmessern
oberhalb 2 mm in die Mahlung zurückgeführt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine granulare
Gerüststoffkomponente mit einem Schüttgewicht zwischen 800 und 1100 g/l hergestellt
wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die erhaltenen
granularen Gerüststoffkomponenten in einem anschließenden Schritt mit weiteren Inhaltsstoffen
von Wasch- oder Reinigungsmitteln, insbesondere mit nichtionischen Tensiden, beaufschlagt
werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die erhaltenen
walzenkompaktierten, vorzugsweise mit nichtionischen Tensiden beaufschlagten Granulate
zu extrudierten Granulaten, welche gegebenenfalls hochkonzentrierte Aniontensid-Compounds
enthalten und vorzugsweise Niotensid-arm bis insbesondere Niotensid-frei sind, hinzugemischt
werden.
11. Wasch- oder Reinigungsmittel, enthaltend Gerüststoffkomponenten hergestellt nach dem
Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10.
12. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß es die
Gerüststoffkomponenten in Mengen von 10 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise in Mengen von
20 bis 60 Gew.-% und insbesondere in Mengen von 25 bis 50 Gew.-% sowie gegebenenfalls
weitere übliche anorganische und/oder organische Gerüststoffe enthält.
1. A process for the production of a builder component containing crystalline layer silicates
corresponding to the formula NaMSixO2x+1·yH2O, where M is sodium or hydrogen, x is a number of 1.9 to 4 and y is a number of 0
to 20, by roll compacting under pressures of up to 50 kN/cm roll length, characterized
in that the crystalline layer silicates are used in quantities of more than 95% by
weight to 99.8% by weight and typical solid ingredients of detergents or cleaning
formulations are used as additives in quantities of 0.2 to less than 5% by weight.
2. A process as claimed in claim 1, characterized in that the crystalline layer silicates
are used in quantities of 96 to 99% by weight and in that organic acids, preferably
polybasic organic acids, and/or salts of inorganic and/or organic acids, preferably
polybasic acids, are used as additives.
3. A process as claimed in claim 1 or 2, characterized in that the roll compacting is
carried out under pressures of 7 to 30 kN/cm roll length, preferably under pressures
of 10 to 25 kN/cm roll length and, more preferably, under pressures of 12 to 20 kN/cm
roll length.
4. A process as claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that disilicates and,
in particular, β-sodium disilicate and/or 6-sodium disilicate are used as the crystalline
layer silicates.
5. A process as claimed in any of claims 1 to 4, characterized in that one or more organic
acids from the group consisting of citric acid, tartaric acid, succinic acid, glutaric
acid, adipic acid and sugar acids, more particularly citric acid, is/are used as additives.
6. A process as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that inorganic and/or
organic salts of polybasic acids, sulfate and/or citrate, preferably sodium sulfate
and/or sodium citrate, are used as additives.
7. A process as claimed in any of claims 1 to 6, characterized in that the compactate
is converted by grinding in the usual way into granules with a particle size distribution
of 0.05 mm to 2 mm and preferably with a particle size distribution in which at least
70% by weight consists of granules between 0.1 and 1.6 mm in diameter, fine-particle
fractions below 0.05 mm in diameter being returned to the compacting stage and coarseparticle
fractions larger than 2 mm in diameter being returned to the grinding stage.
8. A process as claimed in any of claims 1 to 7, characterized in that a granular builder
component with an apparent density of 800 to 1100 g/l is obtained.
9. A process as claimed in any of claims 1 to 8, characterized in that the granular builder
components obtained are impregnated in a following step with further ingredients of
detergents or cleaning formulations, more particularly with nonionic surfactants.
10. A process as claimed in any of claims 1 to 9, characterized in that the roll-compacted
granules obtained, preferably impregnated with nonionic surfactants, are added to
extruded granules which contain optionally highly concentrated anionic surfactant
compounds and which are preferably substantially free and, more preferably, completely
free from nonionic surfactants.
11. A detergent or cleaning formulation containing the builder components produced in
accordance with a process claimed in any of claims 1 to 10.
12. A detergent or cleaning formulation as claimed in claim 11, characterized in that
it contains the builder components in quantities of 10 to 70% by weight, preferably
in quantities of 20 to 60% by weight and more preferably in quantities of 25 to 50%
by weight and optionally other typical inorganic and/or organic builders.
1. Procédé de production de composant builder, qui contient des silicates feuilletés
cristallins de formule NaMSiXO2X+1·yH2O, où M représente le sodium ou l'hydrogène, x un nombre de 1,9 à 4 et y un nombre
de 0 à 20, par compactage par cylindres à des pressions de compression pouvant atteindre
50 kN/cm de longueur de cylindre,
caractérisé en ce qu'
on utilise les silicates feuilletés cristallins en des quantités supérieures à 95
% en poids jusqu'à 99,8 % en poids et les autres composants usuels solides des produits
de lavage et de nettoyage comme additifs en des quantités de 0,2 à moins de 5 % en
poids.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on utilise les silicates feuilletés en des quantités de 96 à 99 % en poids et, comme
additifs des acides organiques, de préférence des polyacides, et/ou des sels d'acides
minéraux et/ou organiques et/ou des polyacides.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'
on réalise le compactage par cylindres à des pressions de compression comprises entre
7 et 30 kN/cm de longueur de cylindre, de préférence à des pressions de compression
comprises entre 10 et 25 kN/cm de longueur de cylindre et notamment entre 12 et 20
kN/cm de longueur de cylindre.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce qu'
on utilise comme silicates feuilletés cristallins des disilicates et notamment du
B-disilicate de sodium et/ou du δ-disilicate de sodium.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce qu'
on utilise comme additifs un ou plusieurs acides organiques du groupe de l'acide citrique,
l'acide tartrique, les acides succiniques, l'acide glutarique, l'acide adipique et
les acides sacchariques, surtout l'acide citrique.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce qu'
on utilise comme additifs des sels minéraux et/ou organiques de polyacides, de sulfate
et/ou de citrate, de préférence de sulfate de sodium et/ou de citrate de sodium.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce qu'
on transforme la bande comprimée par broyage habituel en granulés avec une répartition
de grains de 0,05 mm à 2 mm, de préférence avec une répartition de grains de 0,05
mm à 2 mm, de préférence avec une répartition de grains qui est constituée d'au moins
70 % en poids de granulés compris entre 0,1 et 1,6 mm et on retourne au compactage
les fractions de grains fins ayant des diamètres de granulés inférieurs à 0,05 mm
et on recycle au broyage les fractions de grains grossier avec des diamètres de granulés
supérieurs à 2 mm.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce qu'
on produit un composant builder granulé avec une densité apparente comprise entre
800 et 1100 g/l.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce qu'
on charge les composants builders granulés obtenus lors d'une étape consécutive avec
d'autres composants de produits de lavage ou de nettoyage, notamment avec des tensioactifs
non ioniques.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9,
caractérisé en ce qu'
on ajoute par mélange les granulés obtenus par compactage sur cylindres, chargés de
préférence de tensioactifs non ioniques à des granulés extrudés qui contiennent le
cas échéant des mélanges de tensioactifs anioniques très concentrés et qui ont peu
ou pas de tensioactifs non ioniques.
11. Produit de lavage ou de nettoyage contenant des composants builders préparés selon
le procédé de l'une des revendications 1 à 10.
12. Produit de lavage ou de nettoyage selon la revendication 11,
caractérisé en ce qu'
il contient les composants builders en des quantités de 10 à 70 % en poids, de préférence
en des quantités de 20 à 60 % en poids et notamment en des quantités de 25 à 50 %
en poids ainsi que le cas échéant d'autres substances builders usuelles minérales
et/ou organiques.