[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind ein Verfahren zum Verkleben der Schnittflächen
von Mineralwollelamellenplatten auf einem Untergrund mit einem Klebemörtel sowie zur
Durchführung des Verfahrens geeignete vorbehandelte Mineralwolleplatten.
[0002] Die DE-A-40 32 769 beschreibt ein Wärmedämmsystem, vorzugsweise Mineralfaser-Dämmstoff
mit Platten aus faserarmierten Dämmstoff, bei dem der überwiegende Teil der Armierungsfasern
im wesentlichen parallel zueinander verläuft. Als Kleber werden relativ kostspielige
z.B. Zweikomponenten-PUR-Kleber oder Bitumenemulsionskleber verwendet. Ein weiterer
Nachteil ist hier die ganzflächige Verklebung, was erhöhten Material- und Zeitaufwand
bedeutet.
[0003] Die DE-A-41 10 454 beschreibt ein Wärmedämmsystem, bei dem der Mineralfaser-Dämmstoff
einseitig mit einer hydrophilierenden Lösung luftdurchlässig benetzt wird. Als hydrophilierende
Lösung wird insbesondere Alkali-Wasserglas verwendet mit und ohne Füllstoffe. Die
Hydrophilierung kann zu Ansammlungen von Wasser führen, wodurch die Wärmedämmung verschlechtert
wird. Bei Hydrophilierung und Verklebung der Seitenkante können unerwünschte Wärmebrücken
entstehen.
[0004] Die DE-A-34 44 815 beschreibt einen Gebäudewand- und -deckenaufbau, der für Außenfassaden
vorgesehen ist und dessen für seine Herstellung auf der Baustelle erforderliche Arbeitsaufwand
sowie dessen Materialaufwand geringer sein sollen. Dies wird dadurch erreicht, daß
die Aufbauten als Fertigteile auf der Baustelle angeliefert werden, die nur noch durch
Anstreicher bearbeitet werden müssen.
[0005] Mineralwollelamellenplatten weisen Schnittflächen auf, bei denen die Fasern überwiegend
senkrecht zur Oberfläche angeordnet sind. Durch diese Anordnung der Fasern zur Oberfläche
erfolgt beim Transport und bei der Bearbeitung auf der Baustelle ein ständiger Abrieb
von feinsten Faserbruchstücken, welche eine gute Verbindung von Kleber und Oberfläche
verhindern.
[0006] Während Mineralwolleplatten mit liegenden Fasern oder Polystyrolplatten meistens
maschinell punktförmig und/oder wulstförmig mit Klebemörtel beaufschlagt und dann
mit dem Untergrund verklebt werden, ist es bisher notwendig, die Mineralwollelamellenplatten
folgendermaßen zu verarbeiten:
[0007] Im ersten Arbeitsschritt wird auf der Baustelle der Klebemörtel entweder von Hand
oder maschinell auf die Schnittfläche der Lamellenplatte aufgebracht. In einem zweiten
Schritt muß dann der Mörtel mittels einer Zahnkelle in die Plattenoberfläche eingearbeitet
werden. In einer dritten Stufe werden die so vorbehandelten Platten dann im Verband
fugenversetzt auf die Wand aufgebracht. In der vierten und letzten Stufe wird der
Oberputz aufgebracht, nachdem vorher noch armiert worden ist.
[0008] Insbesondere die Arbeitsschritte 1 und 2 sind sehr zeitaufwendig und können nur sehr
schlecht auf dem Baugerüst durchgeführt werden. Beim Einarbeiten und Abziehen des
Klebemörtels fällt stets ein Überschuß an Mörtel an, der nach Möglichkeit in einem
Gefäß aufgefangen werden sollte. Dies ist insbesondere auf einem Baugerüst so umständlich,
daß diese Beschichtung vorzugsweise ebenerdig erfolgt. Dies bedeutet aber, daß die
frisch beschichtete Platte von Hand auf das Gerüst transportiert werden muß, wobei
sie möglichst waagerecht zu halten ist, damit der Mörtel nicht wieder herunterfällt.
[0009] Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, das Verfahren zum Verkleben der Schnitfflächen
von Mineralwollelamellenplatten auf einem Untergrund mit einem Klebemörtel zu vereinfachen
und zu verbessern, wobei nach Möglichkeit die von anderen Platten her übliche manuelle
oder maschinelle punkt- und/oder wulstförmige Auftragung des Klebemörtels zur Anwendung
kommen soll.
[0010] Diese Aufgabe kann überraschend einfach dadurch gelöst werden, daß die Schnittflächen
zunächst ganzflächig mit einer dünnen Schicht Klebemörtel vorbeschichtet und nach
dem Abbinden entweder mit punkt- und/oder wulstförmig aufgetragenem Klebemörtel beaufschlagt
und mit dem Untergrund verklebt werden oder in eine Kleberschicht eingedrückt werden,
die zuvor maschinell punkt- und/oder wulstförmig oder vollflächig auf den Untergrund
gespritzt wurde.
[0011] Die Vorbeschichtung kann dabei bereits werksseitig erfolgen, so daß an der Baustelle
bereits die vorbeschichteten Mineralwolleplatten vorliegen, die dann entweder in der
an sich bekannten Weise punkt- und/oder wulstförmig mit Klebemörtel beaufschlagt und
mit dem Untergrund verklebt werden oder in eine Kleberschicht eingedrückt werden,
die zuvor maschinell punkt- oder wulstförmig oder vollflächig auf den Untergrund gespritzt
wurde.
[0012] Da bei der üblichen punkt- und/oder wulstförmigen Auftragung von Klebemörtel meistens
nur eine ca. 50%-ige Beschichtung ausreicht, ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
der Mörtelverbrauch stark reduziert. Der Verbrauch für die vorangegangene dünne Schicht
mit Klebemörtel ist deutlich geringer als die für die ganzflächige Verklebung notwendige
Mörtelmenge bei der bisher angewandten Methode.
[0013] Weiterhin entfällt das Auffangen, Wiederverwerten oder Entsorgen von überschüssigem,
abgezogenem Mörtel, so daß dies zu einer weiteren Materialersparnis führt.
[0014] Insbesondere wenn die dünne Schicht Klebemörtel werksseitig aufgetragen wird, kann
dies sehr rationell maschinell erfolgen, so daß weitere Lohn- und Arbeitskosten eingespart
werden können.
[0015] Bei der weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die vorbeschichteten
Mineralwollelamellenplatten mit dem Untergrund dadurch verklebt, daß der Untergrund
maschinell punkt- und/oder wulstförmig oder vollflächig mit Klebemörtel beschichtet
wird. Dieses maschinelle Aufbringen des Klebemörtels geschieht vorzugsweise mittels
üblicher Spritzpistolen in Verbindung mit Durchlaufmischern oder Verputzmaschinen,
die nach dem Misch-Förderprinzip arbeiten. In die so teil- oder vollflächig aufgetragene
Klebemörtelschicht werden die vorbeschichteten Mineralwollelamellenplatten eingedrückt.
[0016] Die solcherart durchgeführte Verklebung der Mineralwollelamellenplatten kann zeitsparend
von zwei Personen vorgenommen werden. Eine erste Person spritzt den Klebemörtel punkt-
und/ oder wulstförmig oder flächenhaft auf, während die zweite Person die vorbeschichteten
Platten in diese Klebemörtelschicht eindrückt. Hierbei entsteht eine dauerhafte, vollflächige
Verbindung zwischen der Platte und dem Untergrund.
[0017] Dieses Verfahren hat den Vorteil, daß größere zusammenhängende Flächen am Stück maschinell
mit Klebemörtel beaufschlagt werden können, was eine erhebliche Zeitersparnis gegenüber
dem Klebeverfahren darstellt, bei dem die Platten einzeln beschichtet und verklebt
werden müssen. Gleichzeitig wird durch dieses Verfahren eine teil- oder vollflächige
Verklebung der Lamellenplatten gewährleistet.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet, Unebenheiten des Untergrundes leichter
und besser auszugleichen als bei der bisher ausgeübten vollflächigen Verklebung, zumal
dabei beim Andrücken Mörtel seitlich ausgedrückt wird und damit in die Plattenfugenebene
gelangt. Dort macht sich dieser Mörtel als Wärmebrücke störend bemerkbar.
[0019] Insbesondere bei einer werksseitigen Vorbehandlung der Schnittflächen mit der dünnen
Schicht Klebemörtel können auch andere Qualitäten von Klebemörtel zur Anwendung kommen
als die bisher verwendeten, relativ kostspieligen Spezialmischungen. Insbesondere
können niedrigerviskose, gut benetzende und rasch abbindende Mörtelmischungen zur
Anwendung kommen. Dies vereinfacht und beschleunigt das Auftragen und Abbinden der
dünnen Mörtelschicht, so daß auch Zwischenlagerzeiten bis zum Abbinden verkürzt oder
ganz vermieden werden können.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die
Schnittflächen vor dem Auftrag der dünnen Schicht des Klebemörtels staubfrei geblasen,
da dies zu einer besseren Benetzung und Haftung des Klebemörtels auf dem mineralischen
Untergrund führt. Werksseitig ist dies auch leicht durchführbar, während auf der Baustelle
derartige zusätzliche Maßnahmen schwerer durchzuführen sind, insbesondere wenn arbeitsplatzhygienische
Gesichtspunkte berücksichtigt werden.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren ist prinzipiell anwendbar bei Mineralwollelamellenplatten,
die herstellungsbedingt eine senkrechte Anordnung der Fasern zur Oberfläche aufweisen
und deren Oberflächen sowohl durch die Hydrophobierung der Mineralwolle als auch durch
die Staubreste auf der Oberfläche keine gute Verbindung mit Klebemörtel eingehen.
[0022] Insbesondere bei einer werksseitigen Vorbehandlung der Schnittflächen mit der dünnen
Schicht Klebemörtel ist es möglich und durchaus sinnvoll, beide Seiten der Mineralwolleplatten
zu beschichten. Dies hat den Vorteil, daß auf der Baustelle nicht darauf geachtet
werden muß, daß die richtige Seite verklebt wird. Weiterhin kann beidseitig vorbehandeltes
Material leicht auch auf der Außenseite mit weiterem Material verklebt werden.
[0023] Da die vorbeschichteten Mineralwollelamellenplatten in größeren Mengen vorgefertigt,
transportiert und separat gehandelt werden können, sind auch diese Mineralwollelamellenplatten,
deren Schnittflächen mit einer dünnen abgebundenen Schicht Klebemörtel vorbeschichtet
sind, Gegenstand der Erfindung.
[0024] Das erfindungsgemäße Verfahren und die dabei als Zwischenprodukt anfallenden vorbeschichteten
Mineralwollelamellenplatten sind in dem nachfolgenden Beispiel näher erläutert.
Beispiel
[0025] Zum Einsatz gekommen ist eine Lamellenplatte RP-PL, WD nach DIN 18165, Al nach DIN
4102 T.1 und WLG 0,45 nach DIN 4108. Die Abreißfestigkeit > 100 kN/m
2 wurde gemessen nach DIN 18165. Die Abmessungen der Platte betrugen 1200 x 200 mm.
Die Plattendicke betrug 100 mm. Es kamen auch andere handelsübliche Dicken von 20
bis 240 mm zum Einsatz. Mindestens eine der Schnittflächen mit senkrecht zur Oberfläche
ausgerichteten Fasern wurde mit einer 2 bis 4 mm dicken Schicht eines handelsüblichen
Klebemörtels (MF 700 der Anmelderin) beschichtet. Nach dem Abbinden dieser dünnen
Schicht wurde diese Fläche punkt- und/oder wulstförmig mit weiterem Klebemörtel (MF
700) beaufschlagt und dann mit dem Untergrund verklebt. Die Haftfestigkeit dieser
Platten auf dem Untergrund war besser und gleichmäßiger als bei einer herkömmlich
verklebten Mineralwollelamellenplatte, auf die in üblicher Weise zunächst Klebemörtel
aufgetragen und dann von Hand mit einer Zahnkelle der Mörtel in die Oberflächenstruktur
eingearbeitet wurde. Als Klebemörtel können auch verschiedene andere Qualitäten zur
Anwendung kommen. Der Klebemörtel MF 700 erfüllt aber auch die Anforderungen des Brandschutzes.
[0026] Die Klebeeigenschaften wurden noch verbessert, nachdem vor dem Auftragen der dünnen
Mörtelschicht die Schnittfläche mit Preßluft staubfrei geblasen worden war.
[0027] Je nach Art des verwendeten Klebers schließt sich eine Trocken- oder Zwischenlagerzeit
bis zum Abbinden des Klebers an. Nach erfolgter Aushärtung der Beschichtung wird die
Lamellenplatte versandfähig gelagert.
[0028] Die oben beschriebenen Vorgänge sind auch fließbandmäßig durchführbar.
1. Verfahren zum Verkleben der Schnittflächen von Mineralwollelamellenplatten auf einem
Untergrund mit einem Klebemörtel, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnittflächen zunächst
ganzflächig mit einer dünnen Schicht Klebemörtel vorbeschichtet und nach dem Abbinden
entweder mit punkt- und/oder wulstförmig aufgetragenem Klebemörtel beaufschlagt und
mit dem Untergrund verklebt werden oder nach dem Abbinden in eine Kleberschicht eingedrückt
werden, die zuvor maschinell punkt- und/oder wulstförmig oder vollflächig auf den
Untergrund gespritzt wurde.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnittflächen vor dem
Auftrag der dünnen Schicht des Klebemörtels staubfrei geblasen werden.
3. Mineralwollelamellenplatten, dadurch gekennzeichnet, daß deren mit einem Klebemörtel
auf einem Untergrund zu verklebenden Schnittflächen mit einer dünnen abgebundenen
Schicht Klebemörtel vorbeschichtet sind.
1. Process for bonding the cut faces of lamellar mineral wool panels, to a substrate
using an adhesive mortar, characterised in that the cut faces are firstly pre-coated
with a thin layer of adhesive mortar on the whole surface thereof, and, after curing,
are either provided with adhesive mortar applied in point and/or bead form and bonded
to the substrate, or, after curing, are pressed into an adhesive layer which has been
sprayed by machine beforehand onto the substrate in point and/or bead form or over
the full surface thereof.
2. Process according to claim 1, characterised in that the cut faces are blown free of
dust prior to application of the thin layer of adhesive mortar.
3. Lamellar mineral wool panels to be bonded to a substrate using an adhesive mortar,
characterised in that their cut faces to be bonded to a substrate using an adhesive
mortar are pre-coated with a thin cured layer of adhesive mortar or aqueous plastic
dispersion.
1. Procédé pour coller des surfaces de coupe de panneaux lamellaires de laine minérale
sur un apprêt à l'aide d'un mortier adhésif, caractérisé en ce que lesdites surfaces
de coupe sont d'abord préenduites d'une couche mince de mortier adhésif sur toute
la surface, et qu'après le durcissement, elles sont soit enduites de mortier adhésif
appliqué par points et/ou par boudins et collées sur l'apprêt, soit pressées dans
une couche d'adhésif qui avait d'abord été projetée mécaniquement sur l'apprêt par
points et/ou par boudins ou sur toute la surface.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que lesdites surfaces de coupe
sont soufflées de façon à éliminer la poussière avant que ladite couche mince de mortier
adhésif ne soit appliquée.
3. Panneaux lamellaires de laine minérale, caractérisés en ce que les surfaces de coupe
desdits panneaux, destinées à être collées à l'aide d'un mortier adhésif sur un apprêt,
sont préenduites d'une couche mince durcie de mortier adhésif.