[0001] Die Erfindung betrifft einen Träger mit Vertiefungen zur Aufnahme von länglichen
Packeinheiten, insbesondere von Tuben, Flaschen, Becher und dergleichen.
[0002] Träger für Packeinheiten wie Tuben, etc. sind bereits aus der DE 3701388 und der
EP 0269761 bekannt. Es handelt sich dabei um Träger aus Kartonzuschnitten, welche
die früher auf dem Markt befindlichen Träger aus Kunststoff aus Umweltschutzgründen
weitgehend ersetzt haben.
[0003] Die in der EP 0 269 761 beschriebenen Träger bestehen im wesentlichen aus zwei übereinander,
räumlich getrennt liegenden Kartonplatten mit konzentrischen, an die jeweilige Packeinheit
angepaßten Bohrungen, in welche die Packeinheiten senkrecht zu den Kartonplatten eingesteckt
werden. Über die Kartonplatten wirken auf die Oberfläche der Packeinheiten Zwangskräfte,
welche ein Umkippen der Packeinheit verhindern. Je kleiner der Abstand zwischen den
Platten, desto größer muß die Kraft sein, dem Kippmoment erfolgreich entgegenzuwirken.
Der Abstand zwischen den Kartonplatten ist aber dadurch begrenzt, daß der Aufdruck
der Packeinheit gut sichtbar bleiben sollte. Die Kräfte und damit auch die auf die
Packeinheit ausgeübten Drücke können daher, insbesondere bei dünnen oder scharfkantigen
Kartonzuschnitten so groß werden, daß die Packeinheiten beschädigt werden können.
[0004] In der DE 37 01 388 werden Umbördelungen der Bohrungsränder der Kartonplatten vorgeschlagen,
welche den Druck der Zwangskräfte auf die Packeinheit verringern sollen. Dies führt
aber zu einer Schwächung des Kartons an den verformten Stellen - unabhängig davon,
wie die Verformung erzielt wird - und infolgedessen zu einer beschleunigten Erweiterung
der Bohrungen bei Belastungen des bestückten Trägers. Dies kann schon bei einer automatischen
Bestückung des Trägers auftreten, da dabei der axialen Einsteckbewegung eine radiale
Zitterbewegung überlagert wird, damit das Zentrieren und Erfassen der Packeinheiten
durch die Aufnahmen gewährleistet ist.
[0005] Darüber hinaus sind die bisher bekannten Träger nicht in der Lage, die Packeinheiten
in axialer Richtung zu sichern, welche dadurch bei ungünstigen Transportbedingungen
herausfallen und beschädigt werden können.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Träger für Packeinheiten
zu schaffen, der konstruktiv einfach ist und die oben genannten Nachteile vermeidet.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst mit einem aus einem Faserbrei gegossenen Träger mit Vertiefungen
zur Aufnahme von länglichen Packeinheiten, insbesondere von Tuben, Flaschen, Becher
und dergleichen, wobei die Aufnahmen geringfügig kleiner dimensioniert sind als die
Enden der Packeinheiten, welche sie mindestens teilweise form- und reibschlüssig umgreifen.
[0008] Der erfindungsgemäße Träger besteht aus einer frei wählbaren Anzahl und Anordnung
von untereinander verbundenen Aufnahmen, die in der Form der jeweiligen Packeinheit
angepaßt sind. Durch die Gußtechnik und die elastischen Eigenschaften des Fasermaterials
können die Aufnahmen die Einsteckteile der Packeinheiten auch bei komplizierter Geometrie
mindestens teilweise formschlüssig umgreifen. Die geringfügig kleinere Dimensionierung
der Aufnahmen sorgt für einen flächigen und reibschlüssigen Kontakt zwischen den Aufnahmen
und dem eingesteckten Teil der Packeinheiten und verleiht den letzteren erheblich
größere Kippfestigkeit und axiale Sicherheit als bisher bekannte Träger. Die Elastizität
der Aufnahmen kann noch dadurch erhöht werden, daß die Aufnahmen über ihren Umfang
verteilt mit Ausbuchtungen versehen sein können. Dies erlaubt ein besseres Aufweiten
der Aufnahmen beim Einstecken der Packeinheiten und erleichtert außerdem das Ausformen
des Trägers nach dem Gießen.
[0009] Vorteilhafterweise können bei einem Träger für Tuben und dergleichen die Aufnahmen
so dimensioniert werden, daß sie die Tuben am Deckel und am an den Deckel anschließenden
Schulterbereich umgreifen können. Diese Bereiche tragen in der Regel keine Aufschrift
und können aufgrund ihrer Festigkeit größere Kräfte unbeschädigt überstehen. Für den
üblicherweise konischen Schulterbereich der Tuben weist die Aufnahme ebenfalls einen
konischen Bereich auf, welcher durch seine Zentrierwirkung eine automatische Bestückung
des Trägers erheblich vereinfacht und dabei eine Schonung sowohl der Tuben als auch
des Trägers ermöglicht. Außerdem tragen die konischen Bereiche des Trägers erheblich
zu seiner Versteifung bei.
[0010] Von großem Vorteil erweist sich, daß als Folge der Gußtechnik die Aufnahmen auf der
Trägerrückseite durch aus Faserbrei gebildete Brücken miteinander verbunden sein können.
Aus optischen Gründen werden solche Brücken normalerweise unter Einschaltung produktionstechnischer
Zusatzschritte beseitigt. Bei erfindungsgemäßen Trägern sind sie jedoch äußerst wünschenswert,
da sie die Festigkeit des Trägers erheblich vergrößern. Durch Anbringung von zusätzlichen
Vertiefungen zwischen den Aufnahmen kann ihre Anzahl noch vergrößert werden. Durch
einen umlaufenden Rand am Träger können die Brücken optisch nach außen abgedeckt werden.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Träger handelt es sich um ein unbearbeitetes Gußstück,
das belastbarer ist als ein gefalteter und zugeklebter Kartonzuschnitt. Aus recyceltem
und recyclingfähigem Material hergestellt erfüllt er die Umweltschutzanforderungen
optimal. Das Herstellungsverfahren erweist sich als besonders einfach und preiswert,
weil das aufwendige Beseitigen der Brücken auf der Rückseite entfällt.
[0012] Der bestückte Träger eignet sich sowohl zur weiteren Verpakkung in einem Umkarton
zu Versandzwecken als auch zur Darbietung der Packeinheiten zum Verkauf.
[0013] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0014] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf einen Träger;
- Fig. 2
- eine Schnittansicht entlang der Linie II-II aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Rückansicht des Trägers aus Fig. 1;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf einen zweiten Träger;
- Fig. 5
- eine Rückansicht des Trägers nach Fig. 4.
[0015] Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf einen aus einem Faserbreiguß gefertigten Träger
für Tuben mit auf einer Trägerplatte 10 in Reihen angeordneten Aufnahmen 11. Durch
konzentrische Kreise sind bei jeder Aufnahme 11 ein konischer Bereich 11.1 zur Aufnahme
des Schulterbereichs einer Tube und eine zylindrische Vertiefung 11.2 für den Deckel
der Tube gegeneinander abgegrenzt.
[0016] Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht des Trägers entlang der Linie II-II aus Fig. 1,
woraus die Struktur der Aufnahme 11 deutlich zu erkennen ist. Sie zeigt außerdem die
Faserbrücken 12 zwischen den Aufnahmen und einen umlaufenden Rand 13, der den Träger
nach außen auch optisch abschließt.
[0017] Fig. 3 zeigt eine Rückansicht des Trägers aus Fig. 1, aus der der umlaufende Rand
13 und die Faserbrücken 12 zwischen den Aufnahmen 11 noch einmal deutlich zu sehen
sind.
[0018] In Fig. 4 ist eine zweite Ausführungsform eines Trägers 10' gezeigt. Hier sind die
Aufnahmen 11' für die Packeinheiten zylindrisch ausgebildet und weisen über ihren
Umfang verteilt drei Ausbuchtungen 14 auf, die eine größere Elastizität der Aufnahmen
11' in radialer Richtung bewirken. Auch wenn die Aufnahmen 11' z. B. Tubendeckel nur
stellenweise formschlüssig umgreifen, ist durch die größere Elastizität der Aufnahmen
11' dennoch ein ausreichender Halt gegeben. Zwischen den Aufnahmen 11' sind weitere
Vertiefungen 15 eingebracht, die eine Ausbildung weiterer Brücken 12' auf der Trägerrückseite
bewirken (Fig. 5) und somit die Stabilität des Trägers erhöhen.
1. Aus einem Faserbrei gegossener Träger mit Vertiefungen zur Aufnahme von länglichen
Packeinheiten, insbesondere von Tuben, Flaschen, Becher und dergleichen, wobei die
Aufnahmen (11) geringfügig kleiner dimensioniert sind als die Enden der Packeinheiten,
welche sie mindestens teilweise form- und reibschlüssig umgreifen.
2. Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmen (11) über ihren
Umfang verteilt Ausbuchtungen aufweisen, wodurch die Aufnahmen (11) in radialer Richtung
begrenzt elastisch aufweitbar sind.
3. Träger nach Anspruch 1 oder 2 für Tuben, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmen
(11) die Tuben am Deckel und am an den Deckel anschließenden Schulterbereich umgreifen.
4. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmen
(11) auf der Trägerrückseite durch aus Faserbrei gebildete Brücken (12) miteinander
verbunden sind.
5. Träger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Aufnahmen (11) zusätzliche
Vertiefungen zur Erzeugung weiterer Brücken (12) auf der Trägerrückseite vorgesehen
sind.