| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 724 705 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
02.12.1998 Patentblatt 1998/49 |
| (22) |
Anmeldetag: 21.10.1994 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)6: F26B 3/30 |
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/EP9403/466 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 9512/101 (04.05.1995 Gazette 1995/19) |
|
| (54) |
VERFAHREN ZUM TROCKNEN VON AUTOMOBILLACKEN
PROCESS FOR DRYING AUTOMOBILE PAINTS
PROCEDE POUR LE SECHAGE DE PEINTURES AUTOMOBILE
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
DE FR GB IT |
| (30) |
Priorität: |
28.10.1993 DE 4336856
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
07.08.1996 Patentblatt 1996/32 |
| (73) |
Patentinhaber: Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft |
|
80788 München (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Benning, Johann
D-85646 Anzing (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 203 377 WO-A-85/03766 FR-A- 2 675 246 US-A- 2 391 195 US-A- 4 771 728
|
EP-A- 0 348 882 WO-A-89/10524 GB-A- 2 233 257 US-A- 4 635 381 US-A- 5 050 232
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Trocknen von mit Zwei-Komponenten-Lack
lackierten Automobilkarosserien.
[0002] Bei der Herstellung von Automobilen ist man beim Lackieren bemüht, eine möglichst
ebene Lackstruktur zu erzielen. Dies gilt sowohl für das Aufbringen des Hauptlackes
(Decklackes) als auch für eventuell notwendige Nachlackierungsarbeiten. Ohne besondere
Maßnahmen, wie Drehen der lackierten Karosse um ihre Längsachse während des Trocknungsprozesses,
Aufbringen hoher Lackschichtdicke sowie mehrfacher Decklackschichten ist eine vollkommen
ebene Lackstruktur bisher wirtschaftlich nicht zu erzeugen.
[0003] Aus der US 4,771,728 A ist es bekannt, zum Trocknen von lackierten Kraftfahrzeugkarosserien
bis zum Erreichen der Haltetemperatur eine reine Infrarottrocknung zu verwenden. Sobald
die Haltetemperatur erreicht ist, wird auf kombinierte Infrarot- und Umlufttrocknung
umgeschaltet. Um welche Lackart es sich hierbei handelt, ist diesem Stand der Technik
nicht zu entnehmen. Es dürfte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Ein-Komponenten-Lack
handeln.
[0004] Gemäß den Angaben in dieser Patentschrift wird die Haltetemperatur bereits nach 20
bis 30 Sekunden erreicht. Da die Haltetemperatur bei üblichen Decklacken über 100°C
beträgt, bedeutet dies, daß mit einer Geschwindigkeit von ca. 200°C pro Minute aufgeheizt
wird. Eine gesamte Fahrzeugkarosserie in derart kurzer Zeit mit dieser Geschwindigkeit
aufzuheizen, ist technisch nahezu unmöglich. Dabei verbrennt die Lackoberfläche und
es entstehen Kocher, die zu Kratern führen. Eine einwandfreie Lackoberfläche läßt
sich auf diese Weise nicht erreichen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, hier Abhilfe zu schaffen und ein Verfahren
zum Trocknen von mit Zwei-Komponenten-Lack lackierten Fahrzeugkarosserien oder Teilen
hiervon vorzuschlagen, mit dem eine nahezu ebene Lackstruktur ohne Zusatzaufwand erzeugt
wird.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des ersten Anspruchs gelöst.
Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, daß man bei einem schnellen ununterbrochenen
Aufheizen mit mindestens 15° C pro Minute und mit einer Aufheizzeit von höchstens
6 Minuten, sowie mit einer Aufheizgeschwindigkeit zwischen 15 °C und 22.5 °C pro Minute
von Umgebungstemperatur auf die Haltetemperatur eine ebene und staubfeste Lackstruktur
erzielt. Wichtig für die Lacktrocknung ist, daß in der Aufheizzeit nur Infrarotstrahler
eingesetzt werden und nicht eine reine Umlufttrocknung oder eine kombinierte Infrarot-/Umlufttrocknung
stattfindet. In der sich nach der Aufheizzeit anschließenden Haltezeit kann eine Trocknung
durch Umluft alleine oder in Kombination mit Infrarotheizer sowie eine reine Infrarotheizung
stattfinden. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird eine optimal glatte Lackoberfläche
bei Verwendung von Zwei-Komponenten-Lacken äußerst kostengünstig erzielt.
[0007] Weitere Vorteile beschreiben die Ansprüche 2 und 3.
[0008] Durch die höheren Trocknungsendtemperaturen konnte eine Verkürzung der Trocknungszeit
erzielt werden, so daß Einsparungen in der Länge von Trockneranlagen und damit auch
von Gebäudeflächen erzielt werden können. Auch kann auf die bisher obligatorische
Abdunstzone verzichtet werden.
[0009] Im folgenden wird ein typisches Beispiel der Erfindung näher erläutert. In der Abbildung
ist die Temperatur über der Trocknungszeit aufgetragen sowie der Soll-Temperatur-Vorlauf
für lackierte Automobilkarossen, die mit einem Zwei-Komponenten-Decklack lackiert
wurden. Die angegebenen Temperaturen beziehen sich auf Objekttemperaturen, d. h. die
Temperatur der lackierten Oberfläche. Diese wird Thermoelementen oder mit Pyrometern
gemessen.
[0010] Wie ersichtlich, beginnt die Aufheizphase bei Umgebungstemperatur von ca. 15° C und
wird bis zum Erreichen einer Temperatur von 150° C kontinuierlich betrieben. Für diese
Aufheizzeit bis zum Erreichen von 150° C werden maximal 6 Minuten benötigt. Dies bedeutet
eine Aufheizung von ca. 20° C pro Minute.
[0011] Bei Erreichen der Haltetemperatur von ca. 150° C beginnt die Haltezeit. Bei einer
Zeit von insgesamt (Aufheizzeit + Haltezeit) maximal 21 Minuten war der aufgetragene
Lackfilm ausgehärtet. Im Extremfall konnte festgestellt werden, daß der Lackfilm bereits
nach 15 Minuten ausgehärtet war. Hierbei erfüllte auch er alle notwendigen chemotechnologischen
Anforderungen. Trotz der verwirklichten extrem kurzen Aufheizzeit traten keine Kocher
auf.
[0012] Wird anstelle eines Zwei-Komponenten-Decklackes eine Automobilkarosserie oder ein
Teil hiervon mit einem 90° C Zwei-Komponenten Nachlack lackiert, so wird nur bis zu
einer Objekttemperatur von ca. 120° C innerhalb maximal 6 Minuten aufgeheizt.
[0013] Allgemein kann festgehalten werden, daß bei untersuchten Probeblechen Schichtdickenunterschiede
der aufgetragenen Lacke im Bereich von 20 bis 40 µm keinen wesentlichen Einfluß auf
die Trocknungszeit und die Trocknungstemperaturen haben.
1. Verfahren zum Trocknen von mit Zwei-Komponenten-Lack lackierten Automobilkarossen
oder deren Teile mit Hilfe eines kombinierten Infrarot-/Umluftofens oder eines reinen
Infrarotofens, wobei sich an eine Aufheizzeit eine Haltezeit für die erreichte Haltetemperatur
zum Trocknen anschließt und
während der Aufheizzeit ausschließlich ein reiner Infrarotofen eingesetzt wird, wobei
der zu trocknende Lack durch den Infrarotofen in höchstens 6 Minuten von Umgebungstemperatur
auf seine Haltetemperatur kontinuierlich aufgeheizt wird und wobei die Aufheizgeschwindigkeit
zwischen 15°C und 22.5°C pro Minute beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Zwei-Komponenten-Decklack die Haltetemperatur
150°C beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß bei einem 90° C Zwei-Komponenten Reparaturlack die Haltetemperatur
120°C beträgt.
1. A method whereby car bodies or parts thereof lacquered with two-component lacquer
are dried in a combined infrared and circulating-air oven or an infrared-only oven,
wherein a heating-up time is followed for drying purposes by a holding time for the
holding temperature when reached, and wherein during the heating-up time exclusive
use is made of an infrared-only oven, the lacquer for drying is continuously heated
by the infrared oven from ambient temperature to its holding temperature in not more
than 6 minutes, and wherein the heating-up rate is between 15°C and 22.5°C per minute.
2. A method according to claim 1, characterised in that the case of a two-component coating
lacquer the holding temperature is 150°C.
3. A method according to claim 1, characterised in that in the case of a 90°C two-component
repair lacquer the holding temperature is 120°C.
1. Procédé de séchage de carrosseries automobiles ou leurs pièces laquées avec une peinture
bi-composants à l'aide d'un four avec combinaison d'infrarouge et d'air chaud ou d'un
film exclusivement à infrarouge, où à une période d'échauffement succède une période
de maintien à la température de maintien obtenue pour le séchage et pendant la période
d'échauffement on utilise exclusivement un four à infrarouge uniquement où on chauffe
en continu la peinture à sécher grâce au four à infrarouge en au plus 6 minutes de
la température ambiante à sa température de maintien et où la vitesse d'échauffement
est comprise entre 15°C et 22,5°C par minute.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
pour une peinture bi-composants de décor la température de maintien est 150°C.
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
pour une peinture de réparation bi-composants à 90°C la température de maintien est
de 120°C.