[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Schutze von Personen vor der Gefahr des
Erdrücktwerdens durch das Eindringen einer Transporteinrichtung in den von einer oder
mehreren Personen temporär besetzten Arbeitsraum. Arbeitsräume dieser Art sind beispielsweise
Schachtgruben und Schachtköpfe in Fahrschächten von Aufzugsanlagen. Deren temporäre
Besetzung durch Personen ist bedingt durch die periodischen, vorschriftsgemässen Wartungs-
und Kontrollarbeiten an den in diesen Räumen vorhandenen technischen Einrichtungen.
Einschlägige Vorschriften, z.B. die EN81, schlagen zum Schutze der dort sich zeitweise
aufhaltenden Personen vor, dass diese Räume entsprechende Abmessungen aufweisen sollen,
die bei Berücksichtigung des vollen Fahrtweges in die Endlagen der Transporteinrichtung
noch genügende Sicherheitshöhe für das darin arbeitende Personal garantieren. Die
ist aber nicht in allen Fällen möglich, insbesondere beim Nachrüsten von Aufzugsanlagen
in bestehende Gebäude.
[0002] Aus dem DGM 75 18 439.3 vom 20.11.75 ist eine derartige Einrichtung bekannt, die
mindestens einen über die ganze Fahrbahnlänge verstellbaren Anschlag, auch Fahrbahnbegrenzer
genannt, aufweist. Der Fahrbahnbegrenzer ist als Anschlagplatte mit einem Befestigungshaken
ausgebildet, der dort in Langlöchern an den Führungsschienen eingehängt wird, wo die
Fahrt einer Transporteinrichtung zum Schutze von Personen begrenzt werden muss.
[0003] Die Wirksamkeit dieser Einrichtung setzt voraus, dass das Personal von dessen Vorhandensein
informiert ist, dass die Anschlagplatten jederzeit verfügbar sind und dass sie auch
für eine nur kurz gedachte Anwesenheit im Gefahrenraum und in Zeitnot, auch tatsächlich
in Betrieb genommen wird. Daher kann ein zuverlässiger Personenschutz nicht garantiert
werden.
[0004] Die Patentschrift CH 667 638 beschreibt eine in der Schachtgrube angebrachte Schutzeinrichtung
in der Form einer schwenkbar gelagerten Aufsetzvorrichtung, bei welcher beim Öffnen
der untersten Schachttüre bei Nichtanwesenheit einer Kabine automatisch eine Anschlagstütze
in das Lichtraumprofil der Transporteinrichtung einschwenkt. Dadurch ist der Schachtgrubenraum
gegen das Eindringen der Transporteinrichtung gesichert und der verlangte Personenschutz
im Prinzip gegeben. Nach dem Verlassen der Schachtgrube wird die Aufsetzvorrichtung
manuell in die Ausgangslage gebracht.
[0005] Einrichtungen dieser Art bestehen aus mechanischen und elektrischen Komponenten,
die während der ganzen Betriebsdauer einer Transporteinrichtung ihre volle Funktionstüchtigkeit
erhalten müssen. Diese Funktionstüchtigkeit muss deshalb periodisch kontrolliert werden,
um eine permanent sichere Funktion der Schutzeinrichtung zu garantieren. Die manuelle
Rückstellung vom Innern des Schachtes birgt eine gewisse Gefahr des Eingeschlossenwerdens
beim Schliessen der Schachttür durch eine zweite Person von aussen und bedeutet ferner
eine erhebliche Komforteinbusse bei der Anwendung.
[0006] Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Schutzeinrichtung der
vorgängig beschriebenen Art zu schaffen, deren Funktion einen sicheren Schutz für
einen Monteur garantiert, und zwar auch bei Unachtsamkeit oder durch Nachlässigkeit
verursachter Fehlbedienung, deren allfällige Funktionsunfähigkeit sofort bemerkt wird
und die komfortabel in der Anwendung ist.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäss der nachstehend beschriebenen Erfindung gelöst, welche
die in den Ansprüchen aufgeführten Merkmale aufweist.
[0008] Die mit dieser Erfindung erreichten Vorteile bestehen im wesentlichen darin, dass
durch eine fortwährende Funktionskontrolle die Funktionssicherheit der Einrichtung
gewährleistet ist, bzw. dass ein auftretender Fehler sofort bemerkt wird und dass
die Einrichtung vollautomatisch beide möglichen Stellungen einnimmt.
[0009] Weitere Vorteile sind darin zu sehen, dass bei gleichzeitiger Erfüllung der Vorschriften
für den Personenschutz erhebliche Baukosten gespart werden können, indem die reduzierte
Tiefe und Höhe eines Fahrschachtes zusätzliche Raumvolumen für andere Zwecke freigeben.
[0010] In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt und es zeigen
Fig. 1 die Aufsetzeinrichtung im passiven Zustand,
Fig. 2 die Aufsetzeinrichtung im aktiven Zustand,
Fig. 3 eine Schachttürfront,
Fig. 4 die Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung, nicht betätigt,
Fig. 5 die Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung, betätigt,
Fig. 6 die Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung, nach der Betätigung
Fig. 7 die Disposition der Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung an einer Schachttürfront,
Fig. 8 eine Frontansicht der geschützten Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung,
Fig. 9 die geschützte Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung, nicht betätigt,
Fig.10 die geschützte Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung, betätigt und.
Fig.11 eine vereinfachte Ausführungsform der Aufsetzvorrichtung.
[0011] In der Fig.1 ist in einem Schacht 2 eine Kabine 1 dargestellt, welche über Rollenführungen
4 an Führungsschienen 5 in Auf- und Ab-Richtung fährt. Mit 27 ist die unterste Kabinenposition
angedeutet, welche die Kabine einnimmt, wenn sie zum untersten Stockwerkniveau 16
fährt. In einer Schachtgrube 3 ist eine automatische Aufsetzeinrichtung 28 installiert.
Auf einem Puffersockel 14 befindet sich ein reibungsarmes Schwenklager 11, auf welchem
ein Schwenkpuffer 8 vertikal angeordnet ist. Das reibungsarme Schwenklager 11 kann
als Messerlager ausgebildet sein, wie es in der mechanischen Wägetechnik Anwendung
findet. Der obere Abschluss des Schwenkpuffers 8 besteht in der Form einer seitlich
auskragenden Pufferplatte 9, welche als Auflage für eine Aufschlagkante 6 an der Kabine
1 dient. Der Fuss des Schwenkpuffers 8 ist als Pufferhebel 10 ausgebildet, der nach
links in ein Gelenk 29 mündet und dessen rechte waagrechte Fortsetzung als Betätigungsfinger
30 für zwei redundante Sicherheitsschalter 13 geformt ist. Ein am Puffersockel 14
befestigter Aktuator 12 ist über dessen Stössel 31 mit dem Gelenk 29 des Pufferhebels
10 verbunden. Eine Verdickung des Durchmessers des Schwenkpuffers 8 auf etwa halber
Höhe ist als Schaltflanke 32 für einen Positionsschalter 15 ausgebildet.
[0012] Im gezeichneten Zustand ist der Schwenkpuffer 8 in der vom Aktuator 12 zurückgestossenen
Ausgangslage dargestellt und die Pufferplatte 9 befindet sich ausserhalb einer Bewegungslinie
7. In dieser Stellung des Schwenkpuffers 8 kann die Kabine 1 ohne Behinderung zum
untersten Stockwerk 16 fahren. Damit der Schwenkpuffer in dieser Stellung bleibt,
muss der Aktuator 12 ausgefahren sein, um eine fortwährende Schubkraft auf das Gelenk
29 auszuüben und so den Schwenkpuffer 8 in der zurückgeschwenkten Stellung zu halten.
[0013] In der Fig.2 ist der Aktuator 12 nicht aktiviert und der Schwenkpuffer 8 ist, dank
der unsymmetrischen Massenverteilung über dem Schwenklager 11, durch die eigene Schwerkraft
in die dargestellte Stellung gekippt. Dadurch sind die Sicherheitsschalter 13 mittels
dem Betätigungsfinger 30 umgelegt worden, was in einer nicht dargestellten Aufzugssteuerung
entsprechend registriert und ausgewertet wird.
[0014] Die Fig.3 zeigt das gewohnte Bild einer Schachttürfront mit einer Schachttür 17 und
einem, beispielsweise in einem Kämpfer 19 angeordneten als Dreikantbolzen 18 ausgebildetes
Schlossbetätigungselement, das mittels dem bekannten Dreikantschlüssel zur Entriegelung
der Schachttür 17 dient.
[0015] Bei der erfindungsgemässen Einrichtung wird mit dem Dreikantbolzen nicht nur eine
mechanische Entriegelung der Schachttür vorgenommen, sondern es wird, wie in den Fig.4,
5 und 6 dargestellt eine sogenannte Gedächtnisschaltung betätigt. Diese Gedächtnisschaltung
besteht aus einem Rastschalter 21 und einem, diesen in die Ausgangsstellung bringenden
Rückstellelement 20.
[0016] Die Betätigung der Gedächtnisschaltung erfolgt über eine, am Dreikantbolzen 18 geformte
Schaltkurve 22. Wird der Dreikantbolzen beispielsweise um 90° gedreht, so wird der
Rastschalter 21 in die Raststellung gemäss Fig.5 gebracht und bleibt in dieser Stellung
stehen nach dem Loslassen des Dreikantbolzens 18, welcher dann, wie allgemein üblich,
durch Federkraft in die Lage gemäss Fig.6 zurückdreht. Für eine Rückstellung des Rastschalters
ist eine Aktivierung des Rückstellelementes 20 erforderlich. Das Rückstellelement
20 kann beispielsweise als Elektromagnet ausgeführt sein.
[0017] In den Fig.7 und 8 ist die Frontansicht der zweistufigen Anordnung einer Entriegelungs-
und Auslöseeinrichtung 26 dargestellt.
[0018] Die Mechanik und Funktion dieser zweistufigen Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung
ist aus den Fig. 9 und 10 ersichtlich. Mit einem ersten Dreikantbolzen 18 wird bei
dessen Betätigung eine Klinke 33 über eine Nase 34 einer Schaltschiebekurve 24 gehoben.
Im gehobenen Zustand der Klinke 33 kann dann ein Schieber 23 manuell nach rechts geschoben
werden, womit ein zweites Schlossbetätigungselement, bzw. ein Dreikantbolzen 25 zugänglich
gemacht wird und gleichzeitig der Rastschalter 21 in die Gedächtnisstellung gebracht
wird. Die endgültige Entriegelung der Schachttüre erfolgt nun erst durch die Betätigung
des zweiten Dreikantbolzens 25. Die Rückstellung des Rastschalters 21 erfolgt auf
gleiche Weise wie bereits vorgängig beschrieben. Der Schieber 23 wird nach dessen
Betätigung vorzugsweise durch eine nicht dargestellte Feder wieder in seine Ausgangslage
zurückgezogen. Der Rastschalter 21 bleibt dann auch in der betätigten Stellung gehalten
und muss, wie bereits beschrieben, mit dem Rückstellelement 20 wieder neutralisiert
werden.
[0019] Die Fig.11 zeigt eine vereinfachte Ausführung der Aufsetzvorrichtung. Bei dieser
Ausführung wird anstelle des Schwenkpuffers 8 ein starrer Schwenkhebel 48 verwendet,
welcher auf gleiche Weise wie der Schwenkpuffer 8 vom Aktuator 12 über den Stössel
31 betätigt wird. Der Schwenkhebel 48 ist im Schwenklager 11 gelagert und das linke
Ende des Fussteiles des Schwenkhebels 48 betätigt im ausgeschwenkten Zustand den Sicherheitsschalter
13, auch wieder auf gleiche Weise wie der Betätigungsfinger 30 des Schwenkpuffers
8. Der Schwenkhebel 48, bzw. dessen Schwenklager 11 ist auf der Oberseite eines beispielsweise
aus Stahlplatten zusammengeschweissten Gestelles 46 montiert. An einer Innenwand des
Gestelles 46 ist der Aktuator 12 befestigt und das Gestell 46 selbst ist über eine
Befestigungsarmatur 47 derart mit einer Führungsschiene verbunden, dass es in beiden
horizontalen Achsen gehalten ist, jedoch bei einem eventuellen Aufprall einer Kabine
auf den Schwenkhebel 48 einen gewissen vertikalen Bremsweg nach unten machen kann.
Dass dies möglich ist, ist das Gestell 46 auf einen normalen Schachtpuffer 45 gesetzt.
Der Schachtpuffer 45 kann, je nach Masse und Geschwindigkeit der Kabine, ein Energie
speichernder oder ein Energie verzehrender Typ sein. Als Beispiel dargestellt ist
ein Energie speichernder Typ mit dämpfender Wirkung.
[0020] Die erfindungsgemässe Einrichtung arbeitet wie folgt:
Um in die Schachtgrube 3 einsteigen zu können wird die Kabine 1 in eine höheres Stockwerk
geschickt. Die unterste Schachttür 17 kann mittels der Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung
18, 25, 26 und dem genormten Dreikantschlüssel entriegelt und geöffnet werden. Der
Dreikantbolzen 18 bzw. 25 ist je nach Ausführung der Gedächtnisschaltung offen zugänglich
bzw. mit einem Schraubdeckel bzw. mit einem Schieber 23 verdeckt. Die Betätigung des
Dreikantbolzens 18 und bei der Ausführung gemäss Fig.7-10 zusätzlich des zweiten Dreikantbolzens
25 nach dem Zurückschieben des Schiebers 23 setzt den Rastschalter 21 in die Raststellung,
wodurch der Sicherheitskreis der Aufzugssteuerung unterbrochen wird. Nun kann die
Schachttür 17 manuell geöffnet und in der Offenstellung arretiert werden. Nachdem
die Kabine 1 beim Wegssteuern vom untersten Stockwerk weggefahren ist, ist der bzw.
sind vorzugsweise die beiden gegenüberliegend angeordneten Schwenkpuffer 8 durch die
Abschaltung des Aktuators 12 selbsttätig innerhalb der Bewegungslinie 7 und somit
in den Bewegungsbereich der Kabine 1 gekippt. Nach dem Einstieg in die Schachtgrube
3 wird der dort vorschriftsmässig vorhandene Steuerungsausschalter zusätzlich betätigt,
so dass eine mehrfache Unterbrechung des Sicherheitskreises vorliegt. Die vorzunehmende
Wartungs- und Kontrollarbeit kann nun gefahrlos durchgeführt werden.
[0021] Nach Beendigung der Arbeiten in der Schachtgrube 3 erfolgt in umgekehrter Reihenfolge
das Wiedereinschalten des Steuerungsausschalters in der Schachtgrube 3, sowie das
Schliessen und Verriegeln der Schachttür 17. Der Aufzug ist nun aber immer noch nicht
betriebsbereit, weil der Rastsschalter der Gedächtnissschaltung immer noch den Sicherheitskreis
unterbricht. Es muss nun noch das Rückstellelement 20 aktiviert werden, was mit einem
Schlüsselkontakt im Maschinenraum an der Aufzugssteuerung durch eine fachkundige Persongeschieht.
Erst jetzt ist der Aufzug wieder voll betriebsbereit.
[0022] Die in der Aufgabenstellung und bei den Vorteilen erwähnte fortwährende Kontrolle
der Funktionssicherheit wird dadurch erreicht, dass die Schwenkpuffer 8, mit Ausnahme
einer Fahrt in die unterste Etage, durch Ausschalten des Aktuators 12 nach einer Fahrt
und durch Einschalten des Aktuators vor einer Fahrt mittels der Sicherheitsschalter
13 und der Auswertung deren jeweiligen Stellungen das ordnungsgemässe Arbeiten der
Schwenkpuffer 8 bei einer Fahrt kontrolliert werden kann. Diese Funktionsprüfung kann
bei jeder Fahrt stattfinden oder aber, den örtlichen Gegebenheiten entsprechend, in
programmierten Zeitabständen, besipielsweise täglich oder wöchentlich, oder nach vorbestimmten
Fahrtenzahlen. Dadurch wird einerseits eine Fehlfunktion sofort bemerkt und es wird
anderseits verhindert dass nach längerem Nichtgebrauch der Einrichtung ein Festsitzen
der Aufsetzeinrichtung in der vertikalen Stellung vorkommen kann.
[0023] Sollte es vorkommen, dass sich die Kabine bei doppelt ausgeschaltetem Sicherheitskreis
aus irgend einem Grunde absenkt, dann wird die Kabine 1 mit ihren Anschlagkanten 6
auf der Pufferplatte 9 aufsitzen, den Schwenkpuffer 8 etwas eindrücken und gestoppt
werden. Das Eindrücken des Schwenkpuffers 8 bewirkt jedoch eine Betätigung des Positionsschalters
15, was in der Aufzugssteuerung entsprechend ausgewertet bzw. gespeichert wird. Für
die Überwachung und den Betrieb der Aufsetzvorrichtung sind folgende Varianten von
Betriebsabläufen ausführbar:
- Bei Aufzügen mit kleinen Fahrtenzahlen wird der Aktuator 12 nach jeder Fahrt des Aufzuges
von der Energiezufuhr getrennt, wodurch der Schwenkpuffer 8, mit Ausnahme bei Kabinenposition
im untersten Stockwerk 16, jedesmal in die Aufsetzstellung kippt und die Sicherheitsschalter
13 betätigt werden. Die rückgemeldete Stellung wird in der Aufzugssteuerung zusammen
mit weiteren Sicherheitssignalen UND-verknüpft und ermöglicht, bei korrekter Funktion
der Aufsetzvorrichtung, die Freigabe einer weiteren Fahrt des Aufzuges. Ein fehlendes
Rückmeldesignal der Sicherheitsschalter 13 lässt auf einen Defekt an der Aufsetzvorrichtung
schliessen, was die Blockierung des Aufzuges zur Folge hat und den Wartungsdienst
auf den Plan ruft.
- Bei Gebäuden mit viel Personenverkehr werden von einem Aufzug auch entsprechend grosse
Fahrtenzahlen erreicht. Das ergibt, nach dem vorgehend beschriebenen Funktionsmuster,
auch eine entsprechend grosse Anzahl Stellungswechsel der Aufsetzeinrichtung, was
für die Einrichtung den vorzeitigen Verschleiss bedeuten kann. Für diesen Fall wird
das Loslassen des Schwenkpuffers 8 beispielsweise einmal täglich oder einmal wöchentlich
zu Kontrollzwecken vollzogen, was durch entsprechende Steuerprogramme realisiert wird.
Soll bei zurückgezogenem Schwenkpuffer 8 die Schachtgrube 3 betreten werden, wird
der Aktuator 12 durch die Betätigung des Dreikantbolzens 18, 25 von der Energiezufuhr
getrennt und der Schwenkpuffer 8 kippt in die Aufsetzstellung.
- Bei grösseren Kontrollintervallen wird dem Aktuator 12 auch entsprechend lang Energie
zugeführt zum Zurückhalten des Schwenkpuffers 8, was grössere Erwärmung oder grössere
Dimension des Aktuators 12, sowie grösseren Energieverbrauch zur Folge hat. Um dies
zu vermeiden und trotzdem vom Vorteil eines grösseren Kontrollintervalls zu profitieren,
wird der Schwenkpuffer 8 nur vor dem Einfahren in die unterste Haltestelle 16 zurückgezogen
und nach dem Anhalten der Kabine 1 wieder losgelassen. Der nun an der Kabinenwand
anliegende Schwenkpuffer 8 kippt dann beim Wegfahren der Kabine 1 automatisch wieder
in die Aufsetzstellung. Eine einfache Gleitfläche an der Kabinenseitenwand verhindert
ein Einhaken des Schwenkpuffers 8 in der Kabinenstruktur. Mit dieser Betriebsweise
ergibt sich sowohl eine kurze Einschaltdauer des Aktuators und kleinere Baugrösse,
wie auch eine kleinere Anzahl Stellungswechsel der Aufsetzeinrichtung und somit weniger
Verschleiss.
[0024] Die prinzipiell gleiche Einrichtung kann auch bei begrenzter Schachtkopfhöhe eingesetzt
werden. Hierbei sind zwei Ausführungen möglich:
- Anordnung der Schwenkpuffer 8 unter dem Gegengewicht, systemgleich wie Fig.1
- Anordnung der Schwenkpuffer 8 unter der Schachtdecke. Die Schwenkpuffer 8, bzw. deren
Puffersockel 14 werden dann an der Schachtdecke befestigt und die Masseverteilung
des Schwenkpuffers 8 wird so disponiert, dass wiederum nur mittels eigener Schwerkraft
ein Einschwenken in den Fahrbereich der Kabine 1 erfolgt. Alle übrigen Funktionen
und Operationen sind genau gleich wie vorgängig beschrieben. Bei der Anwendung für
die Sicherung des Schutzraumes über der Kabine sind alle Schachttüren, mit Ausnahme
der untersten, mit einer Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung nach Fig.7 bis Fig.10
ausgerüstet.
[0025] Die erfindungsgemässe Einrichtung kann prinzipiell für beliebige Fördereinrichtungen
verwendet werden, welche bei den Endstellen in der Tiefe bzw. Höhe begrenzte Wartungsräume
mit Personengefährdung aufweisen.
Teileliste (Temporäre Arbeitsraumsicherung)
[0026]
- 1
- Kabine
- 2
- Schacht
- 3
- Schachtgrube
- 4
- Führungsrollen
- 5
- Führungsschienen
- 6
- Aufschlagkante
- 7
- Bewegungslinie
- 8
- Schwenkpuffer
- 9
- Pufferplatte
- 10
- Pufferhebel
- 11
- Schwenklager
- 12
- Aktuator
- 13
- Sicherheitsschalter
- 14
- Puffersockel
- 15
- Positionsschalter
- 16
- Unterster Stockwerkboden
- 17
- Schachttür
- 18
- Dreikantbolzen
- 19
- Türkämpfer
- 20
- Rückstellelement
- 21
- Rastschalter
- 22
- Schaltkurve
- 23
- Schieber
- 24
- Schaltschiebekurve
- 25
- Zweiter Dreikantbolzen
- 26
- Entriegelungs- u. Auslöseeinrichtung
- 27
- Unterste Kabinenposition
- 28
- Aufsetzeinrichtung
- 29
- Gelenk
- 30
- Betätigungsfinger
- 31
- Stössel
- 32
- Schaltflanke
- 33
- Freigabeklinke
- 34
- Nase
- 45
- Schachtpuffer
- 46
- Gestell
- 47
- Befestigungsarmatur
- 48
- Schwenkhebel
1. Einrichtung zum Schutze von Personen vor der Gefahr des Erdrücktwerdens durch das
Eindringen einer Transporteinrichtung in den von einer oder mehreren Personen temporär
besetzten Arbeitsraum innerhalb eines Aufzugsschachtes 2, der durch eine Schachtttür
17 begehbar ist, welche Einrichtung eine Aufsetzeinrichtung 28 mit mindestens einem
Schwenkpuffer 8 aufweist, der selbsttätig von einer Rückzugsstellung in eine den Fahrweg
der Kabine 1 begrenzende Sicherungsstellung überführbar ist, und welche Einrichtung
einen Entriegelungs- und Auslösemechanismus 26 aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass
der Schwenkpuffer 8 vorzugsweise durch Schwerkraft selbsttätig in die Sicherungsstellung
kippbar und von einem Aktuator 12 in die Rückzugsstellung holbar ist, dass die Sicherungsstellung
des Schwenkpuffers 8 von einem von dem Aktuator 12 betätigten Sicherheitsschalter
13 signalisiert wird und dass der Aktuator 12 mindesten dann deaktiviert ist, wenn
die Schachttür 17 bei abwesender Kabine geöffnet wird, wobei eine Gedächtnisschaltung
aktiviert wird.
2. Einrichtung zum Schutze von Personen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Gedächtnisschaltung einen mit Sicherheitskreiskontakt versehenen Rastschalter
21 und ein mit einem Schlüsselschalter zu aktivierendes Rückstellelement 20 aufweist.
3. Einrichtung zum Schutze von Personen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
neben der Benützung der Aufsetzeinrichtung 28 für den Schutz von Personen eine periodische
Funktionsprüfung des Schwenkpuffers 8 und des Aktuators 12 stattfindet, wobei bei
einer von Sicherheitsschaltern 13 signalisierten Fehlfunktion ein Stillsetzen des
Aufzuges erfolgt.
4. Einrichtung zum Schutze von Personen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
der das Rückstellelement 20 aktivierende Schlüsselschalter ausserhalb des Schachtes
2, vorzugsweise im Maschinenraum angeordnet ist.
5. Einrichtung zum Schutze von Personen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Entriegelungs- und Auslöseeinrichtung 26 ein erstes Schlossbetätigungselement
18 mit einer Klinke 33, die über eine Nase 34 einer, den Rastschalter 21 betätigenden
Schaltschiebekurve 24 greift und einen mit der Schaltschiebekurve 24 fest verbundenen,
ein zweites Schlossbetätigungselement 25 für die Schachttürentriegelung freigebenden
Schieber 23 aufweist.
6. Einrichtung zum Schutze von Personen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass das Schlossbetätigungselment 18 eine Schaltkurve 22 aufweist.
7. Einrichtung zum Schutze von Personen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die Schaltschiebekurve 24 mit einer Rückzugfeder verbunden ist.
8. Einrichtung zum Schutze von Personen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
anstelle des Schwenkpuffers 8 ein starrer Schwenkhebel 48 vorhanden ist und dass diese
Aufsetzvorrichtung auf einem in der Schachtgrube 3 plazierten Schachtpuffer 45 aufliegt.