[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen elektrisch angetriebenen, trockenlaufenden
Kolbenverdichter oder Kolbenkompressor für gasförmige Medien, vorzugsweise für Luft.
[0002] Hierbei ist beispielsweise, aber auch insbesondere an sogenannte Kleinkompressoren
gedacht, die für eine Druckluftversorgung in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden können.
Diese Kompressoren sollen auch im Dauerbetrieb arbeiten. Der Einsatz in Kraftfahrzeugen
unterwirft die Kompressoren hohen Belastungen. Zum einen sind diese mechanischer Art,
insbesondere, wenn der Kompressor den Rüttelbewegungen des Motors ausgesetzt ist.
Zum anderen handelt es sich um thermische Belastungen, bedingt durch den breiten Temperaturbereich,
in dem Fahrzeuge verwendet werden. Es besteht hier speziell das Problem der Überhitzung,
wobei die von der im Fahrzeug eingesetzten Brennkraftmaschine ausgehende Wärme den
Haupteinfluß ausübt. Die Umgebungstemperatur im Motorraum beträgt bis +80°C.
[0003] Aus der DE 41 10 912 A1 ist ein trockenlaufender Hubkolbenkompressor bekannt, bei
dem die Ansaugluft zur Innenkühlung des Triebwerkes der Arbeitsmaschine benutzt wird.
Die zu verdichtende Luft wird aus der Umgebung in das Kurbelgehäuse angesaugt und
zur Kühlung der einer Reibung ausgesetzten Teile wie Kurbelwellenlager benutzt.
[0004] Hierbei sind zur gezielten Kühlung der sich im Kurbelgehäuse bewegenden Teile Luftleitbleche
und sogar Kühlrippen an in den Kurbelraum ragenden Rohren angeordnet, in denen sich
sich das Gelenk zwischen Pleuel und Kolbenstange bewegt. Diese Einbauten machen das
Kurbelgehäuse innen kompliziert und groß. Damit ist auch die angesaugte Luftmenge
größer als die verdichtete Luftmenge und diese zusätzlich angesaugte Luftmenge wird
erwärmt, wofür ein Teil der der Arbeitsmaschine über den elektrischen Antrieb zugeführten
Energie nutzlos verschwendet wird. Der Wirkungsgrad des Verdichters wird schlechter.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Kompressor bereitzustellen,
der eine hohe Temperaturbelastbarkeit aufweist, für Dauerbetrieb auch unter ungünstigen
Umständen geeignet ist und eine einfache und kostengünstige Bauweise aufweist. Ferner
soll gegenüber bekannten, einfach aufgebauten Kompressoren ein besserer Wirkungsgrad
erreicht werden, so daß bei geringer elektrischer Leistungsaufnahme ein hoher Druck
verfügbar wird.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß im Kurbelgehäuse eine Kolbenstange nur einseitig
beweglich auf einer Schwungscheibe gelagert ist, die zugleich als Drehschieberorgan
zur Dosierung, Steuerung und Beschleunigung des angesaugten Mediums ausgebildet ist.
[0007] Vorteilhafterweise kann der Kompressor von der aus der DE 36 16 968 Al bekannten
Bauart sein, bei der auf ein Pleuelgelenk verzichtet wird und bei der der Kolben mit
der Kolbenstange ein Stück bildet. Am anderen Ende ist die Kolbenstange an der Antriebskurbel
angelenkt. Der dadurch taumelnde Kolben kann ähnlich der DE 32 40 475 A1 mit Dichtlippen
versehen sein und weist ähnlich der DE 36 16 168 A1 ein inneres Flatterventil auf.
Diese Kompressorbauart ist als Kleinkompressor im Bordwerkzeug von Kraftfahrzeugen
verbreitet, um bei Reifenpannen über sehr kurze Einsatzzeiten verfügbar zu sein. Ein
Dauerbetrieb ist mit diesen Merkmalen allein nicht möglich. Erst in der Kombination
mit den hier beschriebenen Merkmalen kann die einen Dauerbetrieb ermöglichende Verwendung
dieser bekannten Einzelmerkmale genutzt werden.
[0008] Die Schwungscheibe ist hierbei so günstig im Kurbelgehäuse angeordnet, daß Platz
gespart werden kann, was zu einer kleinen Baueinheit führt. Darüber hinaus wirkt die
Schwungscheibe mit ihrer quer zur Achse verlaufenden Fläche als Drehschieberventil
und sorgt damit für eine hubabhängige Dosierung des Mediums. Außerdem dienen parallel
zur Achse verlaufende Teilflächen der Schwungscheibe als Mediumsbeschleuniger.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Schwungscheibe so mit dem Kolben
verbunden, daß dessen Leerhub zumindest teilweise zur Förderung von Kühlluft verwendet
wird, die über Kanäle im Zylindergehäuse und am Elektromotor vorbeigeleitet wird und
diese kühlt. Die Steuerung der notwendigen Luftzufuhr- und Luftableitungsöffnungen
erfolgt durch eine entsprechend ausgebildete Schwungscheibe, an der die Kolbenstange
des Förderkolbens exzentrisch befestigt ist. Durch die Drehung dieser Schwungscheibe
werden die entsprechenden Luftöffnungen geöffnet und geschlossen. Die Form der Schwungscheibe
und die Anordnung der Öffnungen müssen dabei miteinander korrespondieren. Eine Öffnung
dient zum Ansaugen von Außenluft, die andere Öffnung zur Abführung der Kühlluft. Es
handelt sich um eine Art Schieberventil.
[0010] Zugleich können Frontflächenabschnitte zur Mediumsbeschleunigung in die gewünschte
Richtung benutzt werden. Die Schwungscheibe wirkt wie eine zweite Pumpe im Verdichter
und bewegt dabei nur den zur Kühlung vom selben Bauelement dosierten Anteil des Angesaugten.
Damit verbessert sich der Wirkungsgrad erheblich.
[0011] Der Kolbenkopf enthält, wie oben beschrieben, ebenfalls ein Ventil, nämlich ein Rückschlagventil,
durch das die zu verdichtende Luft aus dem Kurbelgehäuse während des Leerhubs in den
Arbeitsraum fließt.
[0012] Beim Arbeitshub bewegt sich der Kolben nach oben. Das mit ihm verbundene Ventil ist
geschlossen. Er komprimiert die Luft im Zylinder, die über ein weiteres Rückschlagventil
an den Verbraucher abgegeben wird. Außenluft wird über die von der Schwungscheibe
geöffnete Öffnung angesaugt.
[0013] Beim Leerhub bewegt sich der Kolben wieder nach unten. Solange sein Ventil geschlossen
ist, komprimiert er die sich unterhalb von ihm befindliche Luft, die dann zu Kühlzwecken
durch die jetzt von der Schwungscheibe geöffnete Öffnung geleitet wird und zur Kühlung
des Zylinderkopfes sowie des elektrischen Antriebs des Kompressors dient, wobei sie
von der Bewegung der Schwungscheibe zusätzlich beschleunigt wird. Das von der Schwungscheibe
wie ein Drehschieberkolben wirkende Ventil arbeitet sozusagen im Gleichtakt gegenüber
der Lufteinlaß- und Auslaßöffnung im Vergleich zum Ventil im Kolbenkopf. Im Arbeitshub
ist das Ventil im Kolbenkopf und das Einlaßventil im wesentlichen, d.h. mit einem
gewissen Vorlauf, geschlossen. Umgekehrt öffnet sich nach dem Drucklauf durch den
oberen Totpunkt der Einlaß, während anfänglich beim Abwärtshub das Ventil im Kolbenkopf
noch geschlossen ist, um sich erst auf dem weiteren Kolbenweg zu öffnen. Danach gelangt
eine dosierte Menge vom Arbeitsmedium nach oben über den Kolben und eine dosierte
Menge wird durch die von der Schwungmasse freigegebene Ansaugöffnung in den Kurbelraum
eingezogen, während der Zugang zu den Kühlkanälen von der Schwungscheibe geschlossen
ist. Hierbei wirkt eine in Drehrichtung rückwärtige Stirnfläche vorteilhafterweise
wie ein Saugkolben und die vordere Stirnfläche treibt das Medium aus dem Kurbelraum
in den Zylinder unter den inzwischen ganz offenen Kolben. Im unteren Totpunkt kehren
sich alle Stellungen um. Der Kühlluftkanal wird freigegeben und das dosiert in Kurbelraum
vorhandene Medium verteilt sich als Arbeitsmedium über den Kolben und als Kühlmedium
an die zu kühlenden Stellen.
[0014] Die Menge der so erhaltenen Kühlluft hängt vom Druck ab, den der Verbraucher dem
Kompressor entgegensetzt. Bei hohem Gegendruck nimmt der Verbraucher kaum Luft ab,
womit der Kompressor viel Leistung aufnimmt, um gegen diesen Druck anzuarbeiten, was
zu einer stärkeren Erhitzung des Kompressors führt. Der hohe Gegendruck sorgt aber
auch dafür, daß das Kolbenventil lange geschlossen bleibt und somit viel Kühlluft
gefördert wird.
[0015] Bei schwachem Gegendruck des Verbrauchers nimmt der Verbraucher nahezu alle Luft
ab, der Kompressor nimmt nur wenig Leistung auf und erwärmt sich daher auch weniger.
Durch den schwachen Gegendruck bleibt das Kolbenventil bei der Abwärtsbewegung des
Kolbens nur kurz geschlossen, womit weniger Kühlluft gefördert wird. Man erreicht
dadurch eine selbsttätige Regelung der Kühlleistung abhängig von der Kompressorbelastung.
[0016] Weitere Einzelheiten, Merkmale, Vorteile und Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen
Kolbenkompressors ergeben sich aus dem im folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel.
[0017] Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Gesamtansicht des Kompressors,
Fig. 2 eine geschnittene Seitenansicht,
Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III der Figur 2,
Fig. 4 eine Schnittdarstellung des Kompressorkolbens.
[0018] In dem folgenden Ausführungsbeispiel wird als Medium Luft benutzt. Ein Kompressor
10 besteht gemäß Fig. 1 aus einem zylindrischen Motorgehäuse 12, das einen in Kraftfahrzeugen
üblichen gleichstrombetriebenen Elektromotor einschließt, dem die elektrische Energie
über ein Kabel 24 zugeführt wird. An das Motorengehäuse 12 schließt sich rechtwinkelig
ein Kurbelgehäuse 14 an. Die ganze Einheit des Kompressors 10 ist über eine Befestigungsplatte
22 montierbar.
[0019] An das Kurbelgehäuse 14 schließt sich ein Zylinder 16 an, der außen mit Kühlrippen
18 und einer Ummantelung 20 versehen ist. Das Kurbelgehäuse ist seitlich mit einer
Lufteinlaßöffnung 26 versehen, durch die die zu fördernde Luft 70 angesaugt wird.
Die zu fördernde Gebrauchs-Luft wird über eine Abgabeöffnung 28 am oberen Ende des
Zylinderkopfes 16 abgegeben. Eine weitere Auslaßöffnung 30 für einen Kühlluftanteil
befindet sich am oberen freien Ende des Motorgehäuses 12. Hier entweicht die Kühlluft
nach Kühlung der inneren Teile, zuletzt des Elektromotors. Die Wege des Luftverlaufs
sind durch Pfeile angedeutet, werden aber weiter unten noch näher erklärt.
[0020] Die Fig. 2 zeigt einen Seitenschnitt des Kompressors 10. Es sind hier Kühlluftkanäle
für die Einleitung von Kühlluft, die durch einen Pfeil 80 symbolisiert ist, bis in
das Motorgehäuse 12 erkennbar. Diese Luft durchströmt das Motorgehäuse in axialer
Richtung bis zum Pfeil 82 und tritt dann durch die Öffnung 30 aus.
[0021] Im Kurbelgehäuse 14 beginnen Luftkanäle 46 hinter einer Öffnung 54. Die Zylinder-
und Kolbenanordnung wird aus Fig. 3 deutlicher. Auf einer Achse 32 des Elektromotors
sitzt eine Schwungscheibe 34. An dieser ist exzentrisch mittels eines Kugellagers
50 eine Kolbenstange 36 angeordnet. Die Schwungscheibe 34 dient gleichzeitig als Drehschieberkolben
zur Dosierung, Steuerung und zusätzlichen Beschleunigung der ein- und austretenden
Luft. Mit einem gewissen Nachlauf werden wechselseitig im Kurbelgehäuse 14 die Lufteintritts-
52 und Luftaustrittsöffnung 54 geöffnet und geschlossen. Dazu sind verschiedene Öffnungsanordnungen
und entsprechende Schwungscheibenausgestaltungen möglich. Im vorliegenden Beispiel
sind eine Lufteintrittsöffnung 52 unter dem Lufteinlaß 20 und eine Luftaustrittsöffnung
54 einander direkt gegenüberliegend angeordnet. Die zur Steuerung verwendete Schwungscheibe
34 weist ein etwa halbkreisförmiges Schwungscheibensegment 33 mit einem gegenüberliegenden
Ansatz 35 für das Kugellager 50 auf. Dadurch werden die Öffnungen 52, 54 nahezu gleichzeitig
geöffnet und geschlossen, wobei kurzzeitig beide Öffnungen 52, 54 geöffnet, aber niemals
beide Öffnungen 52, 54 zugleich geschlossen sind, was zu einem unerwünschten Druckaufbau
unterhalb des Kolbens führen würde. Das Öffnen und Schließen der Öffnungen 52 und
54 erfolgt etwas nacheilend zu den oberen und unteren Umkehrpunkten eines Kolbens
58. Der Ansatz 35 der Schwungscheibe 34, an dem die Kolbenstange 36 befestigt ist,
weist deswegen einen Winkel von ca. 15° zur Senkrechten bezüglich des halbkreisförmigen
Schwungscheibensegments 33 auf. Dieses Nachhinken der Steuerung hat sich, bedingt
durch die Strömungsträgheit der Luft, als vorteilhaft erwiesen.
[0022] Die Schwungscheibe 34 hat die aus der Zeichnung ersichtliche halbkreisförmige Form
und dient zugleich als Massenausgleich für den von ihr angetriebenen Kolben 58 mit
Kolbenstange 36 und als Drehschiebesteuerung zur Dosierung und Steuerung der ein-
und austretenden Luft. Die Stirnflächen der Schwungscheibensegmente, d.h. die in axialer
Richtung verlaufenden und in Drehrichtung vorne und hinten liegenden Flächen 33 entwickeln
eine zusätzliche Saug- bzw. Drückwirkung auf die im Kurbelgehäuse 14 befindliche Luft.
[0023] Oberhalb des Kolbens 58 befindet sich ein Zylinderraum 38, der nach oben hin durch
ein Rückschlagventil abgeschlossen wird, welches aus einer mit Öffnungen 59 versehenen
Ventilauflagefläche 61 besteht, auf die mittels einer Ventilfeder 66 eine Ventilplatte
62 gepreßt wird.
[0024] Im folgenden wird die Funktionsweise des Kompressors näher beschrieben. Gemäß der
Darstellung in Fig. 3 ist eine Stellung des Kolbens in der linken Endposition gezeigt.
In der entgegengesetzten Position ist der Kolben in seinem unteren Umkehrpunkt. Von
dort bewegt sich der Kolben 58 nach oben. Dabei wird die sich im Zylinderraum 38 über
dem Kolben 58 befindliche Luft komprimiert. Der Luftdruck drückt die Ventilplatte
62 gegen den Druck der Ventilfeder 66 nach oben, das Ventil 61, 59, 62 ist damit geöffnet.
Die vom Kolben 58 nach oben gepreßte Luft fließt durch die Öffnungen 59 der Ventilplatte
62 in einen Zylinderkopfhohlraum 68 und von dort über die Luftaustrittsöffnung 28
zum Verbraucher. Bei dieser Bewegung des Kolbens 58 von unten nach oben handelt es
sich um den Arbeitshub des Kompressors.
[0025] Durch diese Bewegung entsteht unterhalb des Kolbens 58 ein Unterdruck. Dies führt
dazu, daß Luft angesaugt wird. Die als Drehschieberventil ausgebildete Schwungscheibe
34 hat die Lufteintrittsöffnung 52 freigegeben und gleichzeitig die Luftaustrittsöffnung
54 verschlossen, d.h. daß Außenluft über die Lufteinlaßöffnung 26 und die Lufteintrittsöffnung
52 angesaugt wird (angedeutet durch die Pfeile 70, 72). Bewegt sich nun der Kolben
58 von seiner oberen Stellung wieder nach unten, so entsteht im Raum über dem Kolben
ein stetig wachsender Unterdruck. Das Rückschlagventil 61, 59, 62 schließt sich, so
daß keine Luft vom Verbraucher über die Öffnung 28 angesaugt werden kann. Im Kolben
58 befindet sich ebenfalls ein Ventil. Die Funktion dieses Kolbens 58 mit Ventil ist
für die vorliegende Erfindung wesentlich und wird anhand von Fig. 4 näher beschrieben.
Der Kolben 58 besteht aus einem Kopfträger 84, der mit einer Schraube 88 fest mit
der Kolbenstange 36 verbunden ist.
[0026] Ein oberer Einsatz 86 weist an seinem Boden einen Kranz von Öffnungen 92 auf, durch
die im geöffneten Zustand bei Abwärtsbewegung des Kolbens 58 Luft hindurchtreten kann.
Ein Kolbenring 90 aus Teflon umschließt den Einsatz 92 mit Spiel. Der Kolbenring 90
befindet sich beim Arbeitshub des Kolbens 58 an seinem unteren Anschlag. Das Ventil
ist dann geschlossen. Es kann keine Luft durch den Kolbenkopf hindurchtreten. Dies
ist der Fall, wenn sich der Kolben nach oben bewegt. Befindet sich der Kolbenring
90 an seinem oberen Anschlag, so wird das Ventil geöffnet. Es kann Luft durch den
Kolbenkopf hindurchtreten. Bei der Abwärtsbewegung des Kolbens 58 öffnet sich das
Ventil im Kolbenkopf, sobald der Druck unterhalb des Kolbenkopfes größer wird als
der Druck oberhalb des Kolbenkopfes. Der Zeitpunkt des Öffnens des Kolbenkopfventils
hängt ab vom Druck, den der Verbraucher dem Kompressor entgegenbringt. Dieser Druck
ist klein, solange der Verbraucher viel Luft abführt, und steigt, wenn der Verbraucher
nur noch wenig Luft wegnimmt. Solange das Kolbenkopfventil geschlossen ist, wird bei
der Abwärtsbewegung des Kolbens die darunter befindliche Luft verdichtet. Die als
Drehschieberventil ausgebildete Schwungscheibe 34 hat inzwischen die Lufteintrittsöffnung
52 verschlossen und die Luftaustrittsöffnung 54 freigegeben. Die vom Kolben nach unten
gedrückte Luft strömt durch diese Öffnung 54 gemäß eingezeichneter Pfeile 74 durch
den Kanal 46 des Kurbelgehäuses 14 in den Zylinderkopf 16 und an den Kühlrippen 18
vorbei. Im oberen Teil des Zylinderkopfes wird der Luftstrom gemäß den Pfeilen 76
umgelenkt und gelangt durch einen Kanal 48 auf die andere Seite des Kurbelgehäuses
14. Durch eine Öffnung 56 verläßt die Luft das Kurbelgehäuse gemäß Pfeil 80 und tritt
in das Motorgehäuse 12 ein, wobei sie kühlend an einem nicht dargestellten Elektromotor
üblicher Bauart vorbeiströmt. Sie verläßt das Motorgehäuse 12 durch eine Öffnung 30,
wie durch den Pfeil 82 angedeutet.
[0027] Wenn durch Druckabfall über dem Kolben 58 das Ventil im Kolbenkopf sich wieder öffnet,
wird beim weiteren Nachuntenbewegen des Kolbens 58 keine weitere Luft für Kühlzwecke
gefördert, aber Luft in den Arbeitsraum 68 angesaugt. Setzt der Verbraucher dem Kolben
58 einen hohen Druck entgegen, nimmt der Kompressor viel Leistung auf, um gegen diesen
Druck anzuarbeiten. Gleichzeitig steigt aber auch die Menge der für Kühlzwecke geförderten
Luft, da durch den großen Druck von oben auf den Kolben 58 das Kolbenkopfventil lange
geschlossen bleibt und so ein großer Teil des Leerhubes zur Förderung von Luft, die
über die Öffnung 54 zu Kühlzwecken durch das Zylindergehäuse und am Elektromotor vorbeigeleitet
wird, genutzt werden kann. Setzt der Verbraucher dagegen dem Kolben 58 nur einen geringen
Druck entgegen, nimmt der Kompressor auch nur wenig Leistung auf. Es wird keine so
hohe Kühlleistung benötigt, die auch nicht zur Verfügung gestellt wird, da durch den
geringen Druck von oben auf den Kolben 58 das Kolbenkopfventil sich bei der Abwärtsbewegung
schnell wieder öffnet und so nur ein geringer Teil des Leerhubes zur Förderung von
Kühlluft verwendet werden kann.
[0028] Die Mantelfläche des Kolbens weist nur am oberen Rand einen sehr kurzen zylindrischen
Abschnitt mit dem Durchmesser des Zylinders auf und verjüngt sich dann nach unten
mit einem Winkel von ca. 5° zu der Mantelfläche des Zylinders. Durch diese schräg
zulaufende Form der Außenkante des Teflonringes 90 ist auch beim verkippten Lauf des
Kolbens 58 eine saubere Abdichtung gewährleistet. Es erübrigt sich damit eine zusätzliche
Lagerung des Kolbens 58. Er kann mit der Kolbenstange 36 fest verbunden sein.
[0029] Weiterhin soll der Kolben ohne Schmiermittel in einem Zylinder aus Eloxal-Aluminium
oder einer ähnlichen Metallegierung laufen. Demgegenüber wird als Material für die
Laufflächen des Kolbens vorzugsweise Teflon gewählt. Um den wesentlich größeren Ausdehnungskoeffizienten
von Teflon gegenüber Metall über den großen Temperaturbereich auszugleichen, über
den der Kompressor eingesetzt werden soll, weist der Kolbenmantel aus Teflon eine
ringförmig verlaufende Nut an seiner Oberseite in der Nähe der Seitenwand auf. In
dieser ist ein Metallring 94, beispielsweise aus Stahl oder aus Aluminium, angebracht,
der nach oben hin durch eine eingepreßte Schraubenfeder 96 gesichert ist. Der Teflonring
90 weist weiterhin radial nach innen versetzt, eine weitere, nach unten offene, ringförmig
verlaufende Hinterschneidung 98 auf. Durch diese Hinterschneidung kann sich der innere
Teil des Teflonkopfes beliebig über die Temperatur ausdehnen oder zusammenziehen,
ohne daß der Durchmesser des Metallrings 94 durch Druck oder Zug von innen beeinflußt
wird. Durch diese Anordnung ändert sich der Außendurchmesser des Teflonkolbenkopfes
mit dem Ausdehnungskoeffizienten des Metalls, aus dem der Zylinder besteht, wenn der
Metallring 94 aus demselben Metall hergestellt ist. Somit wird eine über die Temperatur
gleichbleibende Passung zwischen dem Kolbenkopf aus Teflon
(R) und dem Metallzylinder und damit eine entsprechende Dichtigkeit sichergestellt.
1. Elektrisch angetriebener, trockenlaufender Kolbenkompressor (10) für gasförmige Medien,
insbesondere Luft, wobei diese Medium zur Innenkühlung über ein Kurbelgehäuse (14)
angesaugt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Kurbelgehäuse (14) eine Kolbenstange (36) nur einseitig beweglich auf einer
Schwungscheibe (34) gelagert ist, die zugleich als Drehschieberorgan zur Dosierung,
Steuerung und Beschleunigung des angesaugten Mediums ausgebildet ist.
2. Kolbenkompressor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kolbenstange (36) fest mit einem Kolben (58) verbunden ist, der mit einem
inneren Ventil versehen ist, welches während des Arbeitshubes im wesentlichen geschlossen
und während des Leerhubes im wesentlichen offen ist.
3. Kolbenkompressor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwungscheibe (34) beim Arbeitshub eine Öffnung (52) freigibt, durch die
das Medium von außen angesaugt wird und beim Leerhub des Kolbens (38) diese Öffnung
(52) wieder verschließt und dafür eine zweite Öffnung (54) freigibt, durch die das
beim Leerhub verdichtete Medium über Kanäle (46, 48) im Kurbelgehäuse (14) und am
Zylinderkopf (16, 18) sowie am elektrischen Antrieb (12) vorbei nach außen (30, 82)
geleitet und beschleunigt wird.
4. Kolbenkompressor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwungscheibe (34) so ausgebildet ist, daß das wechselseitige Öffnen und
Schließen der Öffnungen (52, 54) zeitlich nach hinten versetzt zu den oberen und unteren
Umkehrpunkten des Kolbens (58) erfolgt.
5. Kolbenkompressor nach Anspruch 3 oder den Ansprüchen 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Öffnungen für den Luftein- und Luftaustritt (52, 54) einander direkt
gegenüber liegen.
6. Kolbenkompressor nach den Ansprüchen 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwungscheibe (34) aus einem halbkreisförmigen Segment (33) besteht, das
einen über den Drehpunkt (32) hinausragenden Ansatz (35) aufweist, an dem exzentrisch
die Kolbenstange (36) angelenkt ist und in Drehrichtung Flächenabschnitte zur zusätzlichen
Luftbeschleunigung aufweist.
7. Kolbenkompressor nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ansatz (35) der Schwungscheibe (34) einen Winkel von ca. 15° zur Senkrechten
auf das halbkreisförmige Schwungscheibensegment (33) einnimmt.
1. An electrically driven, dry-running piston compressor (10) for gaseous media, in particular
air, in which this medium for interior cooling is taken in via a crankcase (14)
characterized in
that a piston rod (36) is mounted on a disk flywheel (34) in said crankcase (14) such
that it is only unilaterally movable, said disk flywheel at the same time being formed
as a rotary slide valve means for dosing, controlling and accelerating the intake
medium.
2. The piston compressor according to claim 1,
characterized in
that said piston rod (36) is firmly connected to a piston (58) provided with an interior
valve which latter is substantially closed during the working stroke and substantially
open during the return stroke of said piston (38).
3. The piston compressor according to claim 1,
characterized in
that during the working stroke of said piston (38), said disk flywheel (34) exposes
an aperture (52) through which said medium is taken in from the exterior, and during
the return stroke of said piston (38), it closes said aperture (52) again, exposing
a second aperture (54) instead, through which said medium, which was compressed during
the return stroke, is made to flow to the exterior (30, 82), thereby being directed,
and accelerated, by channels (46, 48) in said crankcase (14) past said cylinder head
(16, 18) as well as past the electrical drive (12).
4. The piston compressor according to claim 1
characterized in
that the disk flywheel (34) is formed such that the alternate opening and closing
of said apertures (52, 54) occurs with a time lag relative to said piston (58) reaching
its upper and bottom dead centres, respectively.
5. The piston compressor according to claim 3 or claims 3 to 4,
characterized in
that the two air inlet and outlet apertures (52, 54) directly oppose each other.
6. The piston compressor according to claims 3 to 5,
characterized in
that the disk flywheel (34) consists of a semicircular segment (33) which has a projection
(35) extending beyond the pivot point (32) on which the piston rod (36) is eccentrically
mounted and which has surface sections in the direction of rotation for additional
air acceleration.
7. The piston compressor according to claim 6,
characterized in
that the projection (35) of said disk flywheel (34) occupies an angle of approx. 15°
to the vertical of the semicircular disk flywheel segment (33).
1. Compresseur (10) à piston sec pour des milieux gazeux, en particulier compresseur
d'air, entraîné électriquement, dans lequel le milieu gazeux est aspiré, pour assurer
un refroidissement interne, par l'intermédiaire d'un carter de manivelle (14), caractérisé
en ce qu'à l'intérieur du carter de manivelle (14) une tige de piston (36) est articulée
seulement d'un côté sur un disque rotatif (34) qui est formé de manière à agir en
tant que tiroir rotatif pour le dosage, la commande et l'accélération du milieu gazeux
aspiré.
2. Compresseur à piston suivant la revendication 1 caractérisé en ce que la tige de piston
(36) est solidaire d'un piston (58) qui est pourvu d'une soupape interne qui est sensiblement
fermée pendant la course de travail et sensiblement ouverte pendant la course de retour.
3. Compresseur à piston suivant la revendication 1 caractérisé en ce que, pendant la
course de travail, le disque rotatif (34) libère une ouverture à travers laquelle
le milieu gazeux est aspiré à partir de l'extérieur et, pendant la course de retour
du piston (38), il ferme de nouveau cette ouverture tout en libérant une seconde ouverture
(54) à travers laquelle le milieu gazeux, comprimé pendant la course de retour, est
canalisé, à travers des canaux (46,48) formés dans le carter de manivelle (14), la
tête de cylindre (16,18) ainsi que le dispositif d'entraînement électrique (12), vers
l'extérieur (30,82) et est accéléré.
4. Compresseur à piston suivant la revendication 1 caractérisé en ce que le disque rotatif
(34) est formé de telle façon que l'ouverture et la fermeture alternatives des ouvertures
(52,54) aient lieu en étant décalées en arrière dans le temps par rapport aux points
morts haut et bas du piston (58).
5. Compresseur à piston suivant la revendication 3 ou suivant les revendications 3 et
4 caractérisé en ce que les deux ouvertures (52,54) pour l'entrée et la sortie de
l'air sont situées directement en face l'une de l'autre.
6. Compresseur à piston suivant l'une quelconque des revendications 3 à 5 caractérisé
en ce que le disque rotatif (34) est constitué d'un segment semi-circulaire (33) qui
présente une saillie s'étendant au-delà de l'axe de rotation, sur laquelle est articulée
excentriquement la tige de piston (36) et qui présente des sections de surface dans
le sens de la rotation pour provoquer une accélération additionnelle de l'air.
7. Compresseur à piston suivant la revendication 6 caractérisé en ce que la saillie (35)
du disque rotatif (34) forme un angle d'environ 15° par rapport à la perpendiculaire
au segment (33) du disque rotatif de forme semi-circulaire.