[0001] Die Erfindung betrifft ein Massivholzelement, insbesondere für einen Parkettboden,
mit einer Nut und Feder auf zumindestens einer Seitenkante sowie ein Verfahren zur
Herstellung der Massivholzelemente.
[0002] Massivholzelemente oder -stäbe werden bevorzugt beim Innenausbau von Häusern als
dekorativer und umweltbewußter Bodenbelag eingesetzt und stellen eine sehr gute Alternative
zu sonstigen Belägen, z.B. aus Teppichböden oder Fliesen, dar, weil der fertige Parkettboden
sehr leicht zu reinigen, hygienisch unbedenklich und bei weitem nicht so problematisch
wie ein Teppichboden ist. Hochwertige Parkettböden werden aus Massivholz hergestellt,
welche aus einzelnen Stäben bestehen, die eine Nut und Feder auf zumindestens zwei
Seitenkanten aufweisen und somit großflächig miteinander verzahnt auf einem Untergrundboden
verlegt werden können. Durch Windbruch und sonstige Umwelteinflüsse sind die heimischen
Hölzer sehr großen Qualitätsschwankungen unterworfen, so daß des öfteren Fehlstellen
bei den aufgesägten Holzstämmen auftreten können und somit ein Großteil des Holzes
für den sichtbaren Bereich des Parkettbodens nicht geeignet ist. Um die Qualität des
Endproduktes, beispielsweise eines Parkettbodens, aufrecht zu erhalten ist es notwendig,
eine Sortierung vorzunehmen, wodurch die Produktionskosten einerseits erhöht werden
und andererseits wesentlich größere Mengen derselben Holzsorte verarbeitet werden
müssen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Massivholzstab zu entwickeln, der
eine bessere Wirtschaftlichkeit bei der Ausnutzung des Holzmaterials und eine Verbesserung
der Parketteigenschaften ermöglicht.
[0004] Erfindungsgemäß ist zur Lösung der Aufgabe vorgesehen, daß mehrere, vorzugsweise
drei, einzelne Massivholzschichten übereinander liegend angeordnet sind, wobei die
mittleren Schichten aus mehreren einzelnen Massivholzstücken bestehen.
[0005] Durch die Anordnung von mehreren Massivholzschichten übereinander besteht die Möglichkeit,
eine Sortierung der besseren Holzqualitäten in der Art vorzunehmen, daß das jeweils
beste Holz für die obere sichtbare Nutzschicht verwendet werden kann, so daß auf diese
Weise eine hohe Wirtschaftlichkeit erzielt und die Ausnutzung des gewachsenen Holzes
verbessert wird.
[0006] Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß ein leicht zu handhabender dimensions- und
formstabiler Massivholzstab entsteht, welcher die beidseitig auftretenden Quell- und
Schwindspannungen besser aufnehmen kann, als ein Massivholzstab aus einem Stück. Ferner
wird die Elastizität der Massivholzstäbe durch die Stückelung der mittleren Schichten
verbessert, so daß eine gute Anpassung des Massivholzelementes an den vorhandenen
Untergrund bei besonders hartem und widerstandsfähigem Holz erzielt wird. Darüber
hinaus bleiben die Vorteile eines massiven Holzelementes erhalten.
[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Faserrichtung der
mittleren Massivholzschichten parallel und/oder rechtwinklig zu der Faserrichtung
der oberen und unteren Massivholzschichten verläuft und somit zu einer unterschiedlichen
Elastizität des fertigen Massivholzelementes führt.
[0008] Eine Materialeinsparung bzw. weitere Erhöhung der Elastizität bei den mittleren Massivholzschichten
kann darüber hinaus dadurch erfolgen, daß die Massivholzstücke der mittleren Massivholzschichten
zueinander beabstandet angeordnet sind.
[0009] Um eine schnelle und einfache Verlegung der Massivholzelemente zu ermöglichen ist
in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß die mittleren Massivholzschichten
gegenüber der oberen und unteren Massivholzschicht an einer Seitenkante hervorstehen
bzw. auf der hierzu parallelen Seitenkante einen Rücksprung als Nut und Feder aufweisen.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die mittleren Massivholzschichten
gegenüber der oberen und unteren Massivholzschicht an einer Stirnfläche hervorstehen
bzw. auf der hierzu parallelen Stirnfläche einen Rücksprung als Nut und Feder aufweisen,
wobei die Nuten und Federn zumindest teilweise bereits bei der Verleimung ausgebildet
werden können.
[0011] Der Versatz der mittleren Massivholzschichten kann entsprechend der vorherigen Merkmale
in zwei Richtungen erfolgen, so daß die mittlere Schicht bzw. Schichten zu jeweils
einer Seitenkante und der hierzu rechtwinklig angeordneten Stirnfläche herausragen,
während auf der parallel gegenüberliegenden Seitenkante bzw. Stirnfläche eine Nut
ausgebildet ist. Bei dieser Ausgestaltung der Massivholzstäbe mit Nut und Feder entfällt
eine Bearbeitung der Stirnflächen völlig und es wird die Verwendung von kurzen Parkettstäben
ermöglicht, welche bei der Verlegung durch die vorhandenen Nuten bzw. Federn allseitig
in dem Parkettboden verankert und damit sicher gehalten werden.
[0012] Die Herstellung eines solchen Massivholzelementes oder -stabes kann entweder durch
Einzelverleimung erfolgen oder aber es wird das im weiteren vorgeschlagene Herstellungsverfahren
angewendet.
[0013] Zur Herstellung der Massivholzelemente ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß eine untere
Massivholzschicht mehrerer nebeneinanderliegender Massivholzbretter mit einer oder
mehreren Massivholzschichten, welche jeweils aus einer Anzahl von Massivholzbrettern
bestehen, übereinander liegend verleimt werden, wobei die einzelnen Massivholzschichten
um jeweils 90 Grad zueinander verdreht angeordnet werden und nach der Verleimung und
dem Trocknungsprozeß mittels einer Trennvorrichtung in Längsrichtung der oberen Massivholzschicht
eine Trennung erfolgt. Auf diese Weise wird zunächst ein Massivholzrahmen zusammengeleimt,
der anschließend in einzelne erfindungsgemäße Massivholzelemente aufgetrennt wird.
[0014] Die Trennung der einzelnen Massivholzstäbe aus dem verleimten Massivholzrahmen kann
dadurch erleichtert werden, daß die Massivholzbretter der verschiedenen Massivholzschichten
vor dem Verleimen zueinander beabstandet angeordnet werden.
[0015] Die Ausbildung von Nuten und Federn kann dadurch erzielt werden, daß die mittleren
Massivholzschichten gegenüber der oberen und unteren Massivholzschicht zumindest zu
einer Seitenkante hin vor dem Verleimen hervorstehend angeordnet werden und daß eine
spätere Trennung derart erfolgt, daß jedes Massivholzelement eine oder mehrere hervorstehende
mittlere Massivholzschichten (3) zu einer Seitenkante und/oder späteren Stirnfläche
aufweist.
[0016] Durch die vorgeschlagene Schichtung der einzelnen Massivholzbretter wird zunächst
ein Massivholzrahmen hergestellt, der anschließend mittels einer Trennvorrichtung,
beispielsweise einer Säge, in einzelne Massivholzelemente zersägt wird. Die Ausbildung
der Nuten und Federn wird dadurch erreicht, daß die mittleren Massivholzschichten
gegenüber der oberen und unteren Massivholzschicht zueinander versetzt angeordnet
werden, wobei der Versatz derart erfolgt, daß zu einer oder zwei rechtwinkligen Seitenkanten
des Massivholzrahmens die inneren Schichten bzw. die eine Schicht um cirka 0,5 bis
1 cm verschoben wird. Hierdurch ragen die mittleren Schichten bei dem Massivholzrahmen
auf einer bzw. zwei Seitenkanten heraus, während die mittleren Massivholzschichten
auf den hierzu parallel verlaufenden Seitenkanten zurückgesetzt sind und gleichzeitig
die Nut bilden. Nach einer Trennung der einzelnen Massivholzstäbe aus dem Massivholzrahmen
ist lediglich die Nut bei den inneren Massivholzstäben nachzuarbeiten. Die Federn
werden bei allen Massivholzstäben durch die herausragenden mittleren Schichten gebildet.
Durch die Schichtungsweise des Massivholzrahmens wird gleichzeitig die gekreuzte und
vorteilhafte Faserrichtung der verschiedenen Massivholzschichten erzielt.
[0017] Vorzugsweise wird eine dreischichtige Aufbauweise gewählt, es ist aber denkbar, daß
mehr als drei Schichten mit einer ungeraden Anzahl von Massivholzschichten verwendet
werden, wobei die Massivholzbretter mit einer geringeren Holzqualität vorzugsweise
in den unteren Massivholzschichten verwendet werden können.
[0018] Die Erfindung wird im weiteren anhand der beiden Figuren näher erläutert.
[0019] Es zeigt
- Fig. 1
- einen Parkettstab in einer Draufsicht und einer geschnittenen Seitenansicht nach der
Verleimung.
- Fig. 2
- ein einzelnes Massivholzelement in einer Draufsicht und Seitenansicht.
[0020] Figur 1 zeigt einen Massivholzrahmen 1 nach der Verleimung, welcher aus insgesamt
drei Massivholzschichten 2, 3, 4 besteht. Die Massivholzschichten 2, 3, 4 bestehen
aus einzelnen zusammengelegten und verleimten Massivholzbrettern 5, welche durch Aufsägen
eines Holzbrettes, wie in der linken oberen Teilfigur dargestellt, hergestellt werden.
[0021] Die so erhaltenen Massivholzbretter 5 werden entsprechend Figur 1 in drei bzw. mehreren
Schichten angeordnet, wobei die einzelnen Massivholzbretter 5 einen Abstand von ca.
1 cm zueinander aufweisen. Die Bretter 5 der unteren und oberen Massivholzschicht
2, 4 sind deckungsgleich übereinandergelegt, so daß nach der Verleimung der Massivholzrahmen
1 in einzelne Massivholzstäbe 6 zersägt werden kann. Die mittlere Massivholzschicht
3 steht gegenüber der Seitenkante 7 des Massivholzrahmens 1 um etwa 0,5 bis 1 cm vor,
so daß einerseits eine Feder 8 und auf der gegenüberliegenden parallelen Seitenkante
9 eine Nut 10 ausgebildet ist.
[0022] Gegenüber der Seitenkante 11 steht die mittlere Massivholzschicht 3 ebenfalls um
ca. 0,5 bis 1 cm hervor, so daß eine Feder 12 und eine Nut 13 auf der gegenüberliegenden
Seitenkante 14 entsteht. Der Massivholzrahmen 1 wird nach der Verleimung in einzelne
Massivholzelemente 6 zersägt, wie in Figur 2 dargestellt. Die Abstände zwischen den
einzelnen Massivholzstäben 6 betragen einheitlich ca. 1 bis 2 cm und erleichtern einerseits
die Trennung der einzelnen Massivholzstäbe 6 aus dem Massivholzrahmen 1 und erhöhen
andererseits die Elastizität des fertigen, dreischichtigen Massivholzelementes 6,
welches die beidseitig auftretenden Quell- und Schwindspannungen besser aufnehmen
kann und eine größere Elastizität besitzt.
[0023] In Figur 2 ist ein einzelnes Massivholzelement 6 in zwei Ansichten dargestellt, welches
aus insgesamt drei Massivholzschichten 2, 3, 4 besteht. Die obere und untere Massivholzschicht
2, 4 sind entsprechend dem Massivholzrahmen 1 deckungsgleich angeordnet und einstückig
ausgebildet, während die mittlere Massivholzschicht 3 aus einzelnen Massivholzstücken
15 besteht, die durch die Trennung des Massivholzrahmens 1 entstehen. Die Massivholzstücke
15 stehen gegenüber der Seitenkante 16 und der Stirnfläche 17 hervor, während gegenüber
der Seitenkante 18 und Stirnfäche 19 ein Rücksprung ausgebildet ist, so daß der Massivholzstab
6 eine Feder 20, 21 und eine Nut 22, 23 aufweist.
Bezugszeichenliste:
[0024]
- 1
- Massivholzrahmen
- 2
- Erste Massivholzschicht
- 3
- Zweite Massivholzschicht
- 4
- Dritte Massivholzschicht
- 5
- Massivholzbrett
- 6
- Massivholzelement
- 7
- Seitenkante
- 8
- Feder
- 9
- Seitenkante
- 10
- Nut
- 11
- Seitenkante
- 12
- Feder
- 13
- Nut
- 14
- Seitenkante
- 15
- Massivholzstück
- 16
- Seitenkante
- 17
- Stirnfläche
- 18
- Seitenkante
- 19
- Stirnfläche
- 20
- Feder
- 21
- Feder
- 22
- Nut
- 23
- Nut
1. Massivholzelement (6), insbesondere für einen Parkettboden, mit einer Nut und Feder
auf zumindestens einer Seitenkante,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere, vorzugsweise drei, einzelne Massivholzschichten (2, 3, 4) übereinander
liegend angeordnet sind, wobei die mittleren Schichten (3) aus mehreren einzelnen
Massivholzstücken (15) bestehen.
2. Massivholzelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Faserrichtung der mittleren Massivholzschichten (3) parallel und/oder rechtwinklig
zu der Faserrichtung der oberen und unteren Massivholzschichten (2, 4) verläuft.
3. Massivholzelement nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Massivholzstücke (15) der mittleren Massivholzschichten (3) zueinander beabstandet
angeordnet sind.
4. Massivholzelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mittleren Massivholzschichten (3) gegenüber der oberen und unteren Massivholzschicht
(2, 4) an einer Seitenkante (16) hervorstehen bzw. auf der hierzu parallelen Seitenkante
(18) einen Rücksprung als Nut (22) und Feder (20) aufweisen.
5. Massivholzelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mittleren Massivholzschichten (3) gegenüber der oberen und unteren Massivholzschicht
(2, 4) an einer Stirnfläche (17) hervorstehen bzw. auf der hierzu parallelen Stirnfläche
(19) einen Rücksprung als Nut (22) und Feder (23) aufweisen.
6. Verfahren zur Herstellung der Massivholzelemente nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine untere Massivholzschicht (4) mehrerer nebeneinanderliegender Massivholzbretter
(5) mit einer oder mehreren Massivholzschichten (2, 3), welche jeweils aus einer Anzahl
von Massivholzbrettern (5) bestehen, übereinander liegend verleimt werden, wobei die
einzelnen Massivholzschichten (2, 3, 4) um jeweils 90 Grad zueinander verdreht angeordnet
werden und nach der Verleimung und dem Trocknungsprozeß mittels einer Trennvorrichtung
in Längsrichtung der oberen Massivholzschicht (2) eine Trennung erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Massivholzbretter (5) der verschiedenen Massivholzschichten (2, 3, 4) vor
dem Verleimen zueinander beabstandet angeordnet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mittleren Massivholzschichten (3) gegenüber der oberen (2) und unteren Massivholzschicht
(4) zumindest zu einer Seitenkante (16) hin vor dem Verleimen hervorstehend angeordnet
werden und daß eine spätere Trennung derart erfolgt, daß jedes Massivholzelement eine
oder mehrere hervorstehende mittlere Massivholzschichten (3) zu einer Seitenkante
(16) und/oder späteren Stirnfläche (17) aufweist.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß vorzugsweise eine dreischichtige massive Aufbauweise gewählt wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Massivholzbretter (5) mit einer geringeren Holzqualität vorzugsweise in den
unteren Massivholzschichten (3, 4) verwendet werden.