[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren entsprechend dem Gattungsbegriff des Anspruches
1 sowie eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruches 6 und ist zur Zerkleinerung
von feuchtem mineralischem Gut ausgebildet.
[0002] Verfahren und Vorrichtungen der vorausgesetzten Art sind in verschiedenen Ausführungsformen
aus der Praxis bekannt. Sie können beispielsweise für die Zerkleinerung von feuchten,
insbesondere erdfeuchten oder naturfeuchten Rohmaterialien und ähnlichen feuchten
Gütern in der Zement-, Kalk- und Gipsindustrie, aber auch bei der Aufbereitung/Zerkleinerung
von Erzmaterialien verwendet werden.
[0003] So ist es in diesem Zusammenhang beispielsweise aus der DE-C-38 22 729 bereits bekannt,
relativ sprödes mineralisches Gut in einer Gutbettwalzenmühle zu zerkleinern, von
der aus das wenigstens teilweise in Form von etwa fladenförmigen Agglomeraten bzw.
Schülpen erhaltene Zerkleinerungsprodukt einem Siebklassierer zugeführt wird. Hierbei
ist zwischen der Walzenmühle und dem Siebklassierer eine Aufschlußvorrichtung angeordnet,
die in einen Zulaufabschnitt mit Flüssigkeits-Zuführeinrichtungen für die Agglomerate
und die Flüssigkeit sowie in einen Verwirbelungsabschnitt unterteilt ist, an dessen
unterem Ende eine Förderpumpe für die Suspension aus Flüssigkeit und desagglomeriertem
Zerkleinerungsprodukt vorgesehen ist. Die Agglomerat-Zuführeinrichtung des Zulaufabschnittes
ist schurrenartig ausgebildet und unter der Gutbettwalzenmühle angeordnet, und sie
mündet in einen Zuführkanal, an den eine Flüssigkeits-Zuführeinrichtung nach Art eines
Treibwasserinjektors angeschlossen ist und der den Zulaufabschnitt mit dem Einlauf
des Verwirbelungsabschnittes verbindet.
[0004] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren nach dem Oberbegriff
des Anspruches 1 sowie eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 6 zu
schaffen, die bei zuverlässiger Betriebsweise und besonders guter Desagglomerierwirkung
einen relativ einfachen und kompakten Vorrichtungsaufbau ermöglichen.
[0005] Diese Aufgabe wird zum einen - verfahrensmäßig - durch das Kennzeichen des Anspruches
1 und zum andern - vorrichtungsmäßig - durch die Kennzeichnungsmerkmale des Anspruches
6 gelöst.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Während bei dem oben geschilderten Stand der Technik das aus der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
kommende Zerkleinerungsprodukt über eine Agglomerat-Zuführeinrichtung dem Zulaufabschnitt
einer Aufschlußvorrichtung zugeführt und von dort in einen Verwirbelungsabschnitt
eingeleitet wird, um vor dem Klassiervorgang desagglomeriert zu werden, geht die vorliegende
Erfindung einen vollkommen anderen Weg. Erfindungsgemäß wird nämlich das aus der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
kommende Zerkleinerungsprodukt noch innerhalb der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine und
unmittelbar nach Verlassen der Zerkleinerungszone einer Flüssigkeitseinspritzung mit
wenigstens teilweiser Desagglomerierwirkung ausgesetzt, und diese zugeführte Flüssigkeit
wird dann zusammen mit dem Zerkleinerungsprodukt anschließend, vorzugsweise unmittelbar
anschließend, der Naßklassierung zugeleitet. Hierdurch ergibt sich in äußerst vorteilhafter
Weise die Möglichkeit, die ganze Zerkleinerungsvorrichtung für das feuchte mineralische
Gut äußerst kompakt zu konstruieren bzw. zu gestalten. Durch die Zugabe bzw. das Einspritzen
von Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, können durch die Art und Weise der leicht zu
beeinflussenden Einspritzung die Agglomerate bzw. Schülpen des Zerkleinerungsprodukts
sehr wirkungsvoll und dabei gegebenenfalls auch äußerst schonend aufgelöst bzw. desagglomeriert
werden.
[0008] Vor allem bei relativ schwer aufzulösenden Agglomeraten kann das die Zerkleinerungszone
verlassende Zerkleinerungsprodukt neben der Flüssigkeitseinspritzung zusätzlich noch
einer mechanischen Desagglomeration unterzogen werden. Hierdurch läßt sich vor allem
eine ganz besonders gezielte Desagglomerierwirkung erreichen, wobei noch zusätzlich
die Möglichkeit besteht, diese Desagglomerierwirkung durch entsprechende Steuerung
der Flüssigkeitseinspritzung und/oder durch entsprechende Ausbildung und Steuerung
entsprechender mechanischer Auflöseeinrichtungen die Desagglomeration des Zerkleinerungsproduktes
zu beeinflussen. Dabei kann es von besonderem Vorteil sein, wenn die Flüssigkeit unter
Voreinstellung eines Mindestdruckes und gegebenenfalls auch eines besonders gewählten
Hochdruckes eingespritzt wird.
[0009] Bei diesem erfindungsgemäßen Verfahren ist es ferner von besonderem Vorteil, wenn
die Flüssigkeit derart in den der Zerkleinerungszone unmittelbar nachgeordneten Bereich
eingespritzt wird, daß in diesem Innenbereich der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine vorhandene
Wände und Maschinenteile von Gutteilchen des Zerkleinerungsproduktes freigespült werden.
Innerhalb der Zerkleinerungsmaschine können somit Verklebungen, Anbackungen, Verstopfungen
oder dergleichen durch Gutteilchen des Zerkleinerungsproduktes mit großer Zuverlässigkeit
vermieden werden.
[0010] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung kann dafür gesorgt werden, daß das Zerkleinerungsprodukt
während der Naßklassierung in ein abzuziehendes Feingut (allgemein in Form von Feingutschlamm)
und in ein der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine bzw. deren Einlauf erneut aufzugebendes
Grobgut getrennt wird. Durch ein solches Rezirkulieren noch nicht genügend zerkleinerten
Gutes kann eine Mindestfeinheit des abzuziehenden Feingutes gewährleistet werden.
[0011] Die Vorrichtung zur Zerkleinerung von feuchtem mineralischen Gut zeichnet sich erfindungsgemäß
dadurch aus, daß innerhalb der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine und - in Gutfließrichtung
betrachtet - unmittelbar hinter dem Mahlspalt eine Desagglomerierzone ausgebildet
ist, in der eine wenigstens teilweise Desagglomeration des Zerkleinerungsproduktes
bewirkende Flüssigkeits-Einspritzeinrichtung vorgesehen und der der Naßklassierer
direkt nachgeordnet ist. Mit dieser so kompakt aufgebauten Zerkleinerungsvorrichtung
läßt sich die Zerkleinerung von feuchtem, insbesondere erd- bzw. naturfeuchtem mineralischen
Gut in der zuvor erläuterten Weise besonders zuverlässig durchführen.
[0012] Die Erfindung sei nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. In dieser Zeichnung
zeigen
- Fig. 1
- eine teilweise schematisch gehaltene Vertikalschnittansicht eines ersten Ausführungsbeispieles
der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 2
- eine schematische Vertikalschnittansicht durch ein zweites Ausführungsbeispiel der
Vorrichtung.
[0013] In beiden veranschaulichten Ausführungsbeispielen dient die Vorrichtung zur Zerkleinerung,
insbesondere Gutbettzerkleinerung von feuchtem mineralischen Gut der eingangs erläuterten
Art.
[0014] Bei dem in Fig. 1 veranschaulichten ersten Ausführungsbeispiel enthält die Vorrichtung
eine Gutbett-Zerkleinerungsmaschine 1 mit einem Guteinlauf la, der vorzugsweise in
Form eines Zuführschachtes oder dergleichen ausgebilet sein kann und dem das zu zerkleinernde
Gut entsprechend den Pfeilen 2, 3 zugeführt wird. Die Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
1 weist ein Maschinengehäuse 4 auf. Innerhalb dieses Maschinengehäuses 4 und somit
auch innerhalb der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine 1 ist eine Desagglomeriereinrichtung
5 zum Auflösen von bei der Gutbett-Zerkleinerung gebildeten Agglomeraten vorgesehen,
worauf später noch im einzelnen eingegangen wird. Mit dieser Desagglomeriereinrichtung
5 ist ein in Fig. 1 nur schematisch angedeuteter Naßklassierer 6 verbunden, der bei
diesem Beispiel unmittelbar unterhalb der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine 1 angeordnet
ist und im Bedarfsfalle auch eine Baueinheit mit dieser Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
1 bilden kann.
[0015] Die Gutbett-Zerkleinerungsmaschine 1 enthält ferner eine Zerkleinerungszone, die
- wie später noch im einzelnen erläutert wird - durch einen Mahlspalt 7 zwischen zwei
mit hohem Druck gegeneinander gepreßten Mahlflächen 8, 9 gebildet wird. Unmittelbar
hinter diesem Mahlspalt 7 ist nun - in Gutfließrichtung (Pfeil 10) betrachtet - eine
Desagglomerierzone 17 mit der bereits erwähnten Desagglomeriereinrichtung 5 ausgebildet.
In dieser Desagglomerierzone 17 ist nun wenigstens eine Flüssigkeits-Einspritzeinrichtung
vorgesehen, die vor allem eine Anzahl von in dieser Desagglomerierzone 17 verteilten
Flüssigkeits-Zuführrohren 11 enthält, die einen wesentlichen Teil der Desagglomeriereinrichtung
5 bilden. Diese Flüssigkeits-Zuführrohre 11 stehen vorzugsweise mit einer nur schematisch
angedeuteten Steuereinrichtung 12 zum Einstellen des jeweils gewünschten Flüssigkeitsdruckes
in Verbindung. Der Einspritzdruck für die Flüssigkeit, bei der es sich vorzugsweise
um Wasser handelt, kann so gewählt werden, daß durch diese Flüssigkeits-Einspritzeinrichtung
eine wenigstens teilweise Desagglomeration des Zerkleinerungsproduktes aus der Gutbett-Zerkleinerung
erreicht werden kann. Das weitgehend oder vollkommen desagglomerierte bzw. aufgelöste
Zerkleinerungsprodukt fließt dann über Verbindungsleitungen (bzw. -rohre) 13 nach
unten ab in den direkt nachgeordneten bzw. unter der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
1 angeordneten Naßklassierer 6.
[0016] Die Gutbett-Zerkleinerungsmaschine 1 gemäß diesem in Fig. 1 veranschaulichten ersten
Ausführungsbeispiel kann grundsätzlich entsprechend der in der DE-A-42 27 188 beschriebenen
Ausführung aufgebaut sein. Dementsprechend kann diese Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
1 insbesondere folgende Merkmale aufweisen: eine im wesentlichen horizontal ausgerichtet
im Maschinengehäuse 4 angeordnete, feststehende erste Mahlbahn 8, die die eine oben
genannte Mahlfläche bildet, ferner eine relativ zur ersten Mahlbahn 8 taumelbewegliche
zweite Mahlbahn 9, die die zweite oben genannte Mahlfläche bildet, weiterhin eine
angetriebene Taumelscheibe 14 zur Erzeugung einer Taumelbewegung der zweiten Mahlbahn
9, durch die sich die Weite des zwischen den beiden Mahlbahnen 8, 9 gebildeten Mahlspaltes
7 periodisch vergrößert und verkleinert, wobei beide Mahlbahnen als im wesentlichen
ebene Ringbahnen ausgebildet und um einen flachen Winkel gegeneinander geneigt sind,
die Taumelscheibe 14 eine mit ihr umlaufende Abdeckung 15 trägt, durch die der Mahlspalt
7 in einer den Spaltbereich größter Weite erfassenden Umfangsteilzone nach außen hin
abgedeckt ist und wobei das zu zerkleinernde Mahlgut 2, 3 dem Mahlspalt 7 vom radial
inneren Umfang her zugeführt und das zerkleinerte Mahlgut bzw. Zerkleinerungsprodukt
(Pfeile 16) über den äußeren Umfang des Mahlspaltes 7 nach außen ausgetragen wird.
Hierbei ist dementsprechend die Desagglomerierzone 17 in einem Ringraum ausgebildet,
der sich etwa im Bereich zwischen den beiden Mahlbahnen 8, 9 und der Innenumfangsseite
4a des Maschinengehäuses 4 befindet bzw. durch diese Teile begrenzt wird. In diesem
Ringraum bzw. in dieser Desagglomerierzone 17 befindet sich die bereits weiter oben
erwähnte Desagglomeriereinrichtung 5, die zusätzlich zu der Flüssigkeits-Einspritzeinrichtung
mit den Flüssigkeits-Zuführrohren 11 noch eine mechanische Desagglomeriervorrichtung
enthält, zu der im Gutaustrittsbereich des Mahlspaltes 7 vorgesehene, wenigstens teilweise
drehfest mit der Taumelscheibe 14 verbundene und etwa leisten- oder schlägerförmiqe
Desagglomerierelemente 18 gehören. Diese beweglich im genannten Ringraum angeordneten
Desagglomerierelemente können mit gleichartigen oder passenden weiteren Desagglomerierelementen
zusammenwirken, die beispielsweise feststehend an der Innenumfangsseite 4a des Maschinengehäuses
gehaltert sein können. Eine Gefahr, daß die Desagglomerierelemente 18 durch Gutteilchen
verklebt oder in sonstiger Weise belegt werden oder daß gar eine Gutverstopfung in
diesem Bereich auftreten könnte, besteht insofern nicht, als durch die Flüssigkeits-Zuführrohre
11, also durch die Flüssigkeits-Einspritzeinrichtung, auch gleichzeitig für ein Freispülen
aller Einbauten im Bereich der Desagglomerierzone 17 gesorgt wird.
[0017] Der unmittelbar unterhalb der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine angeordnete Naßklassierer
6 kann grundsätzlich in jeder geeigneten und zweckmäßigen Art ausgeführt sein. Bei
diesem in Fig. 1 veranschaulichten Ausführungsbeispiel ist der Naßklassierer 6 mit
einem Flüssigkeitstrog 19, mit einem in Bereich des Flüssigkeitsspiegels 20 in diesem
Trog 19 angeordneten Feingutauslauf 21, ferner mit einem in Bodenbereich des Flüssigkeitstroges
19 angeordneten Förderorgan 22 sowie mit einem an einem Ende dieses Förderorgans 22
vorgesehenen Grobgutauslauf 23 ausgestattet. Das Förderorgan 22 kann zweckmäßig als
geeignete Förderschnecke ausgeführt sein (wie in Fig. 1 dargestellt), so daß der Naßklassierer
6 insgesamt etwa in Form eines Schneckenklassierers ausgebildet ist, dessen Förderschnecke
22 zum Grobgutauslauf 23 hin schräg aufwärts fördernd am Boden des Flüssigkeitstrogs
angeordnet ist. Während das durch den Feingutauslauf 21 abzuziehende Feingut gemäß
Pfeil 24 als Fertiggut oder anderweitig weiterzuverarbeitendes Gut abgeführt wird,
ist für das am Grobgutauslauf 23 abzuziehende Grobgut (Pfeil 3) eine nur durch eine
schematisch angedeutete Leitung 25 symbolisierte Rezirkulations-Fördereinrichtung
vorgesehen, die den Grobgutauslauf 23 mit dem Einlauf la der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
1 verbindet, so daß dieses Grobgut (Pfeil 3) erneut der Zerkleinerungsmaschine 1 aufgegeben
werden kann. Das in Fig. 1 veranschaulichte und zuvor beschriebene Ausfuhrungsbeispiel
der Zerkleinerungsvorrichtung läßt ohne weiteres erkennen, daß diese Zerkleinerungsvorrichtung
insbesondere im Bereich der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine 1 äußerst kompakt aufgebaut
ist und eine besonders gute Desagglomerierwirkung bei zuverlässiger Betriebsweise
gewährleisten kann.
[0018] Die Gutbett-Zerkleinerungsmaschine kann grundsätzlich jedoch auch anderweitig, beispielsweise
nach dem Prinzip einer Gutbett-Walzenmühle ausgeführt sein, wie sie unter anderem
z.B. aus Duda, ZEMENT-DATA-BOOK, Band 1, 3. Aufl., 1985, etwa S. 255 bis 259 bekannt
ist. Ein solches Ausführungsbeispiel ist anhand Fig. 2 veranschaulicht.
[0019] Dementsprechend enthält die in Form einer Gutbett-Walzenmühle ausgeführte Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
31 gemäß Fig. 2 als wesentliche Teile zwei unter hohem Druck gegeneinandergepreßte,
gegenläufig rotierend (Pfeile 32) antreibbare Walzen 33, 34, die zwischen sich einen
Mahlspalt 35 bilden und in einem Maschinengehäuse 36 angeordnet sind. Im Bereich unmittelbar
unterhalb des Mahlspalts 35 ist wiederum die Desagglomerierzone 37 ausgebildet, in
der bei der Gutbettzerkleinerung gebildete Agglomerate des Zerkleinerungsprodukts
so weit wie möglich aufgelöst werden sollen.
[0020] Nach dem gleichen Prinzip wie beim ersten Ausführungsbeispiel ist auch in diesem
Falle (Fig. 2) eine Flüssigkeits-Zuführeinrichtung in dieser Desagglomerierzone 37,
also innerhalb der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine 31 und unmittelbar hinter dem Mahlspalt
35 - in Gutfließrichtung (Pfeil 10) betrachtet - vorgesehen. Auch hier wird die Flüssigkeits-Einspritzeinrichtung
wiederum vor allem durch mehrere Flüssigkeits-Zuführrohre 11' gebildet, die für Zufuhr
der unter Druck stehenden Flüssigkeit, insbesondere Wasser, in der Desagglomerierzone
37 ausmünden (im wesentlichen gleichartig wie im Beispiel der Fig. 1).
[0021] Zusätzlich ist auch in dieser Desagglomerierzone 37 zweckmäßig eine mechanische Desagglomeriereinrichtung
38 angeordnet, die wenigstens ein rotierend antreibbares Auflöseorgan enthält, das
vorzugsweise in Form eines Schlägerorganes oder - wie in Fig. 2 angedeutet - durch
wenigstens eine Paddelschnecke 39 gebildet ist, die gleichzeitig eine Förderwirkung
für das aufgelöste Gut aus dem Maschinengehäuse 36 heraus in den direkt nachgeordneten
Naßklassierer 6' besitzt. Dieser im Prinzip gleichartig wie im Beispiel der Fig. 1
aufgebaute Naßklassierer 6' ist in der Darstellung gemäß Fig. 2 etwa neben der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
31 aufgebaut und bildet mit dieser eine Baueinheit. Gleichartig wie im ersten Beispiel
(Fig. 1) enthält dieser Naßklassierer 6' wiederum einen Flüssigkeitstrog 19', einen
Feingutauslauf 21', eine schräg ansteigende Föderschnecke 22' sowie einen Grobgutauslauf
23', der über eine Rezirkulations-Fördereinrichtung 25' mit dem Einlauf 31a der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
31 in Verbindung steht.
[0022] Bei den der Erfindung zugrundeliegenden Untersuchungen wurde festgestellt, daß mit
beiden oben beschriebenen und in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsformen
der Zerkleinerungsvorrichtung ein sehr zuverlässiges und gegebenenfalls auch äußerst
schonendes Desagglomerieren des aus der Gutbett-Zerkleinerung kommenden Zerkleinerungsprodukts
erzielt werden kann, wobei zu letzterem vor allem auch eine sehr dosierte und in ihrem
Druck steuerbare Flüssigkeitszugabe beiträgt, die gleichzeitig für eine Reinhaltung
der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine, insbesondere im Bereich der Desagglomerierzone
sorgen kann. Der Flüssigkeitsverbrauch kann relativ niedrig gehalten werden, zumal
diese zugeführte Flüssigkeit gleichzeitig noch in dem nachgeschalteten Naßklassierer
ausgenützt werden kann. Bei der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine 1 gemäß dem Beispiel
in Fig. 1 läßt sich eine energetisch besonders günstige Gutbett-Zerkleinerung und
eine besonders gute Handhabung erdfeuchter mineralischer Güter erreichen.
1. Verfahren zur Zerkleinerung von feuchtem mineralischen Gut in der Zerkleinerungszone
einer Gutbett-Zerkleinerungsmaschine mit anschließendem Auflösen von bei der Gutbettzerkleinerung
gebildeten Agglomeraten, wobei dieser Desagglomeration eine Naßklassierung des Gutes
folgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Zerkleinerungsprodukt innerhalb der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine und unmittelbar
nach Verlassen der Zerkleinerungszone einer Flüssigkeitseinspritzung mit wenigstens
teilweiser Desagglomerationswirkung ausgesetzt und diese zugeführte Flüssigkeit zusammen
mit dem Zerkleinerungsprodukt anschließend der Naßklassierung zugeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das die Zerkleinerungszone
verlassende Zerkleinerungsprodukt neben der Flüssigkeitseinspritzung zusätzlich einer
mechanischen Desagglomeration unterworfen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit unter Voreinstellung
eines Mindestdruckes, gegebenenfalls eines Flüssigkeits-Hochdruckes eingespritzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit derart in den
der Zerkleinerungszone unmittelbar nachgeordneten Bereich eingespritzt wird, daß in
diesem Innenbereich der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine vorhandene Innenwände und Maschinenteile
von Gutteilchen freigespült werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zerkleinerungsprodukt während
der Naßklassierung in ein abzuziehendes Feingut und in ein der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
erneut aufzugebende Grobgut getrennt wird.
6. Vorrichtung zur Zerkleinerung von feuchtem mineralischen Gut, enthaltend
a) eine Gutbett-Zerkleinerungsmaschine (1, 31) mit einer Zerkleinerungszone, die durch
einen Mahlspalt (7, 35) zwischen zwei mit hohem Druck gegeneinandergepreßten Mahlflächen
(8, 9, 33, 34) ausgebildet ist,
b) eine Desagglomeriereinrichtung (5, 38) zum Auflösen von bei der Gutbett-Zerkleinerung
gebildeten Agglomeraten,
c) einen mit der Desagglomeriereinrichtung verbundenen Naßklassierer (6, 6'),
dadurch gekennzeichnet, daß
d) innerhalb der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine (1, 31) und - in Gutfließrichtung
(10) betrachtet - unmittelbar hinter dem Mahlspalt (7, 35) eine Desagglomerierzone
(17, 37) ausgebildet ist, in der eine wenigstens eine teilweise Desagglomeration des
Zerkleinerungsproduktes bewirkende Flüssigkeits-Einspritzeinrichtung (11, 11') vorgesehen
und der der Naßklassierer (6, 6') direkt nachgeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeits-Einspritzeinrichtung
eine Anzahl von in der Desagglomerierzone (17, 37) verteilten Flüssigkeits-Zuführrohren
(11, 11') enthält, die mit einer Steuereinrichtung (12) zum Einstellen des Flüssigkeitsdruckes
in Verbindung stehen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Naßklassierer (6, 6')
unmittelbar unter oder neben der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine (1, 31) angeordnet
ist und/oder eine Baueinheit mit dieser bildet.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Naßklassierer (6, 6')
mit einem Flüssigkeitstrog (19, 19'), einem im Bereich des Flüssigkeitsspiegels (20)
angeordneten Feingutauslauf (21, 21'), einem im Flussigkeitstrog angeordneten Förderorgan
(22) und einem an einem Ende dieses Förderorgans vorgesehenen Grobgutauslauf (23,
23') ausgestattet ist, wobei der Grobgutauslauf über eine Rezirkulations-Fördereinrichtung
(25) mit dem Einlauf (1a, 31a) der Gutbett-Zerkleinerungsmaschine (1, 31) verbunden
ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Naßklassierer (6, 6')
in Form eines Schnekkenklassierers ausgebildet ist, dessen Förderorgan (22) eine schräg
aufwärts zum Grobgutauslauf (23, 23') fördernde Förderschnecke ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch eine Gutbett-Zerkleinerungsmaschine
(1) mit einer im wesentlichen horizontal ausgerichtet in einem Maschinengehäuse (4)
angeordneten, feststehenden ersten Mahlbahn (8), einer relativ zur ersten Mahlbahn
taumelbeweglichen zweiten Mahlbahn (9), einer angetriebenen Taumelscheibe (14) zur
Erzeugung einer Taumelbewegung der zweiten Mahlbahn, durch die sich die Weite des
zwischen den beiden Mahlbahnen gebildeten Mahlspaltes (7) periodisch vergrößert und
verkleinert, wobei die beiden Mahlbahnen (8, 9) als im wesentlichen ebene Ringbahnen
ausgebildet und um einen flachen Winkel gegeneinander geneigt sind, die Taumelscheibe
(14) eine mit ihr umlaufende Abdeckung (15) trägt, durch die der Mahlspalt in einer
den Spaltbereich größter Weite erfassenden Umfangsteilzone nach außen hin abgedeckt
ist, wobei ferner das zu zerkleinernde Mahlgut (2, 3) dem Mahlspalt (7) vom radial
inneren Umfang her zugeführt und das Zerkleinerungsprodukt (16) über den äußeren Umfang
des Mahlspaltes ausgetragen wird und wobei die Desagglomerierzone (17) in einem Ringraum
etwa im Bereich zwischen den Mahlbahnen (8, 9) und der Innenumfangsseite (4a) des
Maschinengehäuses (4) ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß in diesem Ringraum zusätzlich
zur Flüssigkeits-Einspritzeinrichtung (11) eine mechanische Desagglomeriervorrichtung
(18) angeordnet ist, die im Gutaustragsbereich des Mahlspalts (7) vorgesehene, wenigstens
teilweise drehfest mit der Taumelscheibe (14) verbundene, etwa leisten- oder schlägerförmige
Desagglomerierelemente (18) aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerkleinerungsmaschine
(31) in Form einer Gutbett-Walzenmühle ausgeführt ist, in der zwei unter hohem Druck
gegeneinandergepreßte, gegenläufig rotierend antreibbare Walzen (33, 34) zwischen
sich den Mahlspalt (35) bilden, und daß im Bereich unmittelbar unterhalb des Mahlspalts
die Desagglomerierzone (37) ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß in der Desagglomerierzone
(37) mehrere Flüssigkeits-Einspritzrohre (11') für die Zufuhr von unter Druck stehender
Flüssigkeit ausmünden und daß dort zusätzlich eine mechanische Desagglomeriereinrichtung
(38) angeordnet ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanische Desagglomeriereinrichtung
(38) wenigstens ein rotierend antreibbares Auflöseorgan, vorzugsweise ein Schlägerorgan
oder eine Paddelschnecke (39) mit Förderwirkung enthält.