(19)
(11) EP 0 727 534 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.08.1996  Patentblatt  1996/34

(21) Anmeldenummer: 96101982.5

(22) Anmeldetag:  12.02.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6E04B 2/04, E04B 2/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE DK GB NL

(30) Priorität: 14.02.1995 DE 29502358 U

(71) Anmelder: Schwitters, Henry
D-26409 Wittmund (DE)

(72) Erfinder:
  • Schwitters, Henry
    D-26409 Wittmund (DE)

(74) Vertreter: Jabbusch, Wolfgang, Dr.Jur. Jabbusch, Wehser & Lauerwald Patentanwälte  et al
Koppelstrasse 3
D-26135 Oldenburg
D-26135 Oldenburg (DE)

   


(54) Quaderförmiger Mauerstein


(57) Bei einem quaderförmigen Mauerstein (1) mit einer oberen und einer unteren Lagerfläche (11,2) und mit seitlichen Stoßflächen (4,6,6',9), der zwischen wenigstens einer längsseitigen Stoßfläche (6,6') und einer Lagerfläche (2) eine längsverlaufende Überecknut (7) aufweist, ist vorgesehen, daß die Überecknut (7) als Rundkehle ausgebildet ist.
Der erfindungsgemäß ausgebildete Mauerstein (1) erleichtert die Anlage von maßhaltigen Mauersteinverbänden. Zudem wird durch die Rundkehle eine Fuge ausgebildet, so daß ein angelegter Mauersteinverband ein Fugenbild aufweist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen quaderförmigen Mauerstein mit einer oberen und einer unteren Lagerfläche und mit seitlichen Stoßflächen, der zwischen wenigstens einer längsseitigen Stoßflache und einer Lagerfläche eine längsverlaufende Überecknut aufweist.

[0002] Mauersteine werden zum Beispiel in Form von Ziegein und Kalksandsteinen mit Mörtel als Bindemittel zur Errichtung von Mauerwerken verwendet. Dabei werden die Mauersteine in einem Mauersteinverband zusammengefügt, der den Zusammenhalt des in Schichten aufgebauten Mauerwerkes gewährleistet. Insbesondere bei Sichtmauerwerk besteht ein Schwierigkeitsgrad darin, die Mauersteine mit gleich bemessenen Mörtelfugen, das heißt in paralleler Ausbildung der Mauersteinschichten, deckungsgleich aufeinander anzuordnen.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Mauerstein der eingangs genannten Gattung aufzuzeigen, der die Anlage von maßhaltigen Mauersteinverbänden erleichtert.

[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Überecknut des Mauersteins als Rundkehle ausgebildet ist.

[0005] Insbesondere Mauersteine aus Kalksandstein werden mit einer sehr dünnen Bindemittelschicht, wie Dünnbettmörtel oder -kleber beispielsweise aus Zement, verlegt. Gewöhnlich weist die Bindemittelschicht eine Dicke von 2 mm auf, so daß der Abstand zwischen den in einem Mauersteinverband aufeinander angeordneten Mauersteinen gering ist. Die die Überecknuten aufweisenden Mauersteine sollen in außenliegendem Sichtmauerwerk verwendet werden, so daß die Überecknuten an der Außenwand des Mauerwerkes befindlich sind. Die als Rundkehlen ausgebildeten Überecknuten sind vorzugsweise so dimensioniert, daß sich bei aufeinandergesetzten Mauersteinen das Bild einer normalen Mauerfuge ergibt. Der mit diesen Mauersteinen hergestellte Mauersteinverband weist damit ein übliches Fugenbild auf. Zugleich ist die Maßhaltigkeit durch die Dünnbett-Verlegetechnik gewährleistet.

[0006] Die Überecknut ist zwischen einer längsseitigen Stoßfläche und vorzugsweise der oberen Lagerfläche jedes verlegten Mauersteins angeordnet, so daß die untere Lagerfläche des jeweils darüberliegenden Mauersteins über diese Überecknut seitlich vorsteht. Vorteilhaft ist dadurch eine Abdeckung der Bindemittelschicht zwischen beiden Mauersteinen gebildet. Die Abdeckung der Bindemittelschicht schützt diese, wie bei einer Stülp-Schalung, vorteilhaft gegen Witterungseinflüsse, insbesondere gegen Schlagregen. Durch die Ausbildung der obenliegenden Überecknuten als Rundkehlen ist außerdem in den zwischen den Mauersteinen entstehenden Fugen ein Gefälle ausgebildet, mit dem Vorteil, daß in die Fugen gelangtes Regenwasser schnell abläuft. Beim Ablaufen des Regenwassers wird zugleich Staub aus den Fugen gespült und somit dessen Ablagerung verhindert. Das hat den weiteren Vorteil, daß die Fugen nicht verschmutzen und sich in den Fugen kein Bewuchs ansiedelt.

[0007] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist der Mauerstein dadurch gekennzeichnet, daß er zwischen wenigstens einer längsseitigen Stoßfläche und einer stirnseitigen Stoßfläche eine querverlaufende und als Rundkehle ausgebildete Überecknut aufweist. Bei Verlegen dieser Mauersteine mit Dünnbett-Verlegetechnik entsteht ein Fugenbild mit zwischen den stirnseitigen Stoßflächen lotrecht verlaufenden, gleich bemessenen Fugen.

[0008] Als Eckstein ist der Mauerstein nach einer Weiterbildung der Erfindung so ausgebildet, daß zwischen der die längsverlaufende Überecknut aufweisenden Lagerfläche und der keine querverlaufende Überecknut aufweisenden stirnseitigen Stoßfläche eine als Rundkehle ausgebildete Überecknut angeordnet ist. Die außenliegende Stoßfläche fügt sich somit in das Fugenbild des Mauersteinverbandes ein.

[0009] Gemaß Weiterbildungen der Erfindung kann die Anlage maßhaltiger Mauersteinverbände dadurch erleichtert sein, daß auf einer Lagerfläche des Mauersteins wenigstens ein parallel zu ihren Längsseiten verlaufender Vorsprung ausgebildet ist, daß in der anderen Lagerfläche wenigstens eine parallel zu den Längsseiten verlaufende Aussparung angeordnet ist und daß der Vorsprung und die Aussparung kongruente Querschnitte aufweisen. Durch ihre Ausbildung werden diese Mauersteine beim Aufeinanderlegen in eine deckungsgleiche Lage gebracht, wobei Vorsprung und Aussparung trapezförmige oder halbzylindrische Querschnitte aufweisen können. Eine derartige Verzahnung der Mauersteine erleichtert zudem das Verlegen der Mauersteine zu einem Mauersteinverband.

[0010] Ausführungsbeispiele der Erfindung, aus denen sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1
eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines Mauersteins,
Fig. 2
eine Ansicht des Mauersteins gemäß Fig. 1,
Fig. 3
eine Seitenansicht zweier aufeinanderliegender Mauersteine gemäß Fig. 1 und 2 und
Fig. 4
eine perspektivische Ansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels des Mauersteins.


[0011] Der ausgebildete, quaderförmige Mauerstein 1 in Fig. 1 weist zwischen beiden längssseitigen Stoßflächen 6, 6' und der oberen Lagerfläche 2 über deren gesamte Längen längsverlaufende, falzartige Ausschnitte, nämlich Überecknute 7, 7', auf. Die Überecknute 7,7' sind als Rundkehlen ausgebildet. Zwischen der vorderen stirnseitigen Stoßfläche 4 und beiden längsseitigen Stoßflächen 6, 6' sind über die gesamte Breite der Stoßflächen 6,6',4 verlaufende und als Rundkehlen ausgebildete Überecknuten 8, 8' angeordnet.

[0012] In Fig. 2 ist mit einer gestrichelten Linie eine Überecknut 12 angedeutet, die zwischen der oberen Lagerfläche 2 und der rechten stirnseitigen Stoßfläche 9 angeordnet ist. Die Überecknut 12 ist als Rundkehle ausgebildet. Ein derart ausgebildeter Mauerstein 1 wird als Eckstein verwendet.

[0013] In Fig. 3 steht die untere Lagerfläche 11 des obenliegenden Mauersteins 1 über die Überecknuten 7, 7' des untenliegenden Mauersteins 1' vor. Eine zwischen den Mauersteinen 1, 1' befindliche Bindemittelschicht 13 ist dadurch gegen mit Pfeilen 14 dargestellten Regeneinfall geschützt. In eine von den Mauersteinen 1, 1' gebildete Fuge 15 einfallender Regen läuft aufgrund der Ausbildung der Überecknut 7' als Rundkehle schnell ab (Pfeil 16).

[0014] Der Mauerstein 1 in Fig. 4 stellt eine Weiterentwicklung des Mauersteins 1 gemäß Fig. 1 bis 3 dar. Auf der oberen Lagerfläche 2 ist ein trapezförmiger Vorsprung 17 ausgebildet. Der Vorsprung 17 verläuft über die gesamte Länge der Lagerfläche 2 parallel zu deren Längsrändern. In der unteren Lagerfläche 11 ist eine trapezförmige Aussparung 18 angeordnet, die über die gesamte Länge der Lagerfläche 11 parallel zu deren Längsrändern verläuft. Die Querschnitte von Vorsprung 17 und Aussparung 18 sind kongruent. Durch die trapezförmige Ausbildung der Querschnitte sind die einzelnen Mauersteine 1 problemlos unter gegenseitiger Einrastung aufeinanderschichtbar. Dabei ist die Tiefe der Aussparung 18 größer als die Höhe des Vorsprungs 17, um Materialunebenheiten ausgleichen zu können. Ein Mauerstein 1 gemäß des zweiten Ausführungsbeispiels kann auch als Eckstein ausgebildet sein und eine Überecknut 12 (Fig. 2) aufweisen.


Ansprüche

1. Quaderförmiger Mauerstein mit einer oberen und einer unteren Lagerfläche und mit seitlichen Stoßflächen, der zwischen wenigstens einer längsseitigen Stoßfläche und einer Lagerfläche eine längsverlaufende Überecknut aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überecknut (7, 7') als Rundkehle ausgebildet ist.
 
2. Mauerstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er zwischen wenigstens einer längsseitigen Stoßfläche (6, 6') und einer stirnseitigen Stoßfläche (4, 9) eine querverlaufende und als Rundkehle ausgebildete Überecknut (8, 8') aufweist.
 
3. Mauerstein nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der die längsverlaufende Überecknut (7, 7') aufweisenden Lagerfläche und der keine querverlaufende Überecknut (8, 8') aufweisenden stirnseitigen Stoßfläche (9) eine als Rundkehle ausgebildete Überecknut (12) angeordnet ist.
 
4. Mauerstein nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf einer Lagerfläche (2) wenigstens ein parallel zu ihren Längsseiten verlaufender Vorsprung (17) ausgebildet ist, daß in der anderen Lagerfläche (11) wenigstens eine parallel zu den Längsseiten verlaufende Aussparung (18) angeordnet ist und daß der Vorsprung (17) und die Aussparung (18) kongruente Querschnitte aufweisen.
 
5. Mauerstein nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsprung (17) und die Aussparung (18) trapezförmige Querschnitte aufweisen.
 
6. Mauerstein nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsprung (17) und die Aussparung (18) halbzylindrische Querschnitte aufweisen.
 




Zeichnung










Recherchenbericht