(19)
(11) EP 0 727 722 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.08.1996  Patentblatt  1996/34

(21) Anmeldenummer: 96101629.2

(22) Anmeldetag:  06.02.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6G04C 23/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE ES FR GB IT

(30) Priorität: 17.02.1995 DE 29502622 U

(71) Anmelder: DIEHL GMBH & CO.
D-90478 Nürnberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Spitzl, Walter
    D-90571 Schwaig (DE)
  • Potthof, Erwin
    D-90552 Röthenbach/Peg. (DE)
  • Rose, Jochen
    D-90552 Röthenbach/Peg. (DE)

(74) Vertreter: Hofmann, Gerhard, Dipl.-Ing. Patentassessor et al
Stephanstrasse 49
D-90478 Nürnberg
D-90478 Nürnberg (DE)

   


(54) Elektromechanische Herdschaltuhr


(57) Die Erfindung bezieht sich auf eine elektromechanische Herdschaltuhr, insbesondere deren konstruktiven Aufbau, und hat den Vorteil, daß neben einer sehr billigen Herstellung die räumliche Anordnung der Anzeigen und Bedienungselemente in großem Maße variierbar ist. Dies ergibt sich dadurch, daß in einem Gehäuse (1) eine Leiterplatte (2) mit elektrischen Bauteilen angeordnet ist, die ein vormontiertes Uhrwerk (3) mit Motor, Räderwerk und Zeigerwek (7,8) trägt und auf der ferner eine elektronische Digitalanzeige (Display) (4) für andere Zeitangaben sowie mindestens jeweils ein Funktionsauswahlschalter und ein Betätigungsschalter angeordnet sind. Die Uhr hat somit ein analoges Zeigerwerk für die Anzeige der Uhrzeit und ein elektronisches Display für die Anzeige verschiedener Programmzeiten wie Kochdauer, Kochzeitbeginn oder Kochzeitende bzw. Kurzzeit. Durch Verwendung eines kleinen, vormontierten Uhrwerks können die wenigen Komponenten der Herdschaltuhr im Gehäuse sehr variabel angeordnet werden.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine elektromechanische Herdschaltuhr mit einer motorisch angetriebenen Analoganzeige der Uhrzeit und Anzeigen für Kochdauer und Kochzeitbeginn - oder wahlweise Kochzeitende - mit einen, oder mehreren Funktionsauswahlschaltern für Uhrzeit und zumindest Kochdauer und Kochzeitbeginn und einem oder mehreren Betätigungsschaltern zum Einstellen der Uhrzeit und/oder der Funktionszeiten sowie mit einem oder mehreren Relais zum Schalten der Herdfunktionen.

[0002] Herdschaltuhren wurden in früherer Zeit rein elektromechanisch aufgebaut oder in jüngerer Zeit rein elektronisch. Bis in die heutige Zeit haben sich elektromechanisch aufgebaute Herdschaltuhren aus Preisgründen am Markt gehalten, elektronische Herdschaltuhren haben vor allen den Vorteil, daß die mit ihnen realisierbaren Funktionen vielfältiger und insoweit billiger realisierbar sind als mechanisch ausgebildete Funktionen.

[0003] Als Beispiel für eine elektromechanische Herdschaltuhr der fraglichen Art sei auf die DE-OS 1 950 615 verwiesen, in der eine durch einen Synchronmotor angetriebene elektromechanische Herdschaltuhr beschrieben ist, mit einer üblichen Uhrzeitanzeige mit Zeigern, einem Einzelzeiger für das Kochzeitende sowie einer Fallblattanzeige in digitaler Form für die Kochdauer.

[0004] Es ist Aufgabe der Neuerung, den konstruktiven Aufbau einer Herdschaltuhr so auszugestalten, daß eine sehr billige Herstellung möglich ist und die räumliche Anordnung der Anzeigen und Bedienungselemente im großem Maße variierbar ist.

[0005] Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird vorgeschlagen, daß in einem Gehäuse eine Leiterplatte mit elektrischen Bauteilen angeordnet ist, die ein vormontiertes Uhrwerk mit Motor, Räderwerk und Zeigerwerk trägt, und auf der ferner eine elektronische Digitalanzeige (Display) für andere Zeitangaben sowie mindestens jeweils ein Funktionsauswahlschalter und ein Betätigungsschalter angeordnet sind.

[0006] Der Grundgedanke der Neuerung besteht somit darin, daß als Trägerplatte für die gesamte Uhr eine Leiterplatte vorgesehen ist, welche nicht nur Träger aller elektrischen und elektronischen Bauteile ist, sondern, welche auch als Träger eines vormontierten Uhrwerks zum Antrieb von Uhrzeigern dient und schließlich den Träger für eine elektronische Digitalanzeige zur Anzeige aller Zeitangaben mit Ausnahme der Uhrzeit sowie der Bedienungselemente bildet. Als vormontiertes Uhrwerk dient vorzugsweise ein Uhrwerksmodul, wie er in kleinen Weckenihren Verwendung findet.

[0007] Durch die sich hieraus ergebende Weiterbildung der Erfindung, nämlich, daß die im Verhältnis zum Gehäuse kleinbauenden Komponenten, Uhrwerk, Display und Schalter auf der Leiterplatte, im Rahmen des Verlaufs der Leiterbahnen und der elektronischen Bauteile, in der räumlichen Anordnung zueinander konstruktiv veränderbar sind. Es ist somit im Sinne der Erfindung möglich, die Analoganzeige in der Herdschaltuhr in der Mitte oder im linken oder im rechten Teil des das ganze Gehäuse überdeckenden Zifferblatts anzuordnen, wobei die Digitalanzeige und die Bedienungselemente links oder rechts oder unten oder oben im Gehäuse angeordnet werden können. Die Digitalanzeige, die vorzugsweise drei Stellen aufweist, ist im Zifferblatt in einem Ausschnitt angeordnet.

[0008] Aufgrund der vorgenannten konstruktiven Merkmale der Erfindung ist es möglich, Herdschaltuhren in einer Variabilität der Anordnung von Anzeigen und Bedienungselementen zu, konstruieren, wie es bisher für Normgrößen von 100 mm Kantenlänge nicht möglich war.

[0009] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die beiden Schalter für Funktionsauswahl und Betätigung in einem Kombinationsschalter für Verdrehen und Drücken zusammengefaßt sind.

[0010] Hierauf baut eine andere Weiterbildung der Erfindung auf, derart, daß der Funktionsauswahlschalter als Drehschalter mit den Positionen für Funktionen Uhrzeit, Kochzeitbeginn, Kochdauer, Kurzzeit und Manuellbetätigung ausgebildet ist, und daß der Betätigungsschalter ein Druckschalter ist, der in jeder Position des Funktionsauswahlschalters betätigbar ist und die Einstellung der gewünschten Zeitangaben durch Auslösung elektrischer Impulse ermöglicht.

[0011] Im Sinne der Erfindung ist es möglich, anstelle eines Kochzeitbeginns das gewünschte Kochzeitende einzustellen. Die Schaltuhr errechnet aufgrund der eingegebenen Kochdauer selbsttätig den Kochzeitbeginn und startet dort mit der Abarbeitung des Programms.

[0012] Im folgenden sollen diese und weitere Merkmale der Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel noch näher erläutert werden.

[0013] Er zeigen:
Figur 1
eine Draufsicht auf eine Herdschaltuhr, bei der das Zifferblatt entfernt ist;
Figur 2
eine Ansicht des Gehäuses dieser Uhr aus Pfeilrichtung A, wobei die Vorderwand des Gehäuses weggebrochen ist;
Figur 3
eine Ansicht des Innern der Uhr in Pfeilrichtung B, wobei wieder die Vorderwand des Gehäuses weggebrochen ist.


[0014] In einem aus Kunststoff gefertigten Gehäuse 1 einer elektromechanischen Herdschaltuhr ist eine Leiterplatte 2 angeordnet, welche die gesamte Länge und Breite des Gehäuses ausfüllt. Auf dieser Leiterplatte, deren Leiterbahnen und die darauf angeordneten, im Innenraum des Gehäuses befindlichen elektrischen Bauelemente nicht dargestellt sind, trägt ein elektrisches Uhrwerk 3, eine elektronische Digitalanzeige 4, die vorzugsweise als LED-Anzeige ausgebildet ist sowie einen in einem Gehäuse angeordneten Kombinationsschalter 5 für Funktionsauswahl und Betätigung, der, aus der Zeichenebene herausragend, einen Drehknopf 6 aufweist.

[0015] Das Uhrwerk 3 enthält in einem Modulgehäuse einen Schrittmotor und ein übliches Räderwerk sowie ein Zeigerwerk in Form von Zeigerachsen 7 und auf diese in üblicher Weise aufgesteckten Zeigern 8. Diese Zeiger 8 zeigen auf einer Zeiteinteilung des in Figur 1 nicht, in den Figuren 2 und 3 jedoch dargestellten, Zifferblattes 9 die laufende Uhrzeit an. Das Zifferblatt 9 ist, in Figur 1 sichtbar, auf Stützen 10 gelagert und mit Schnappnasen 11 gehalten.

[0016] Die Digitalanzeige 4 befindet sich in einem Ausschnitt des Zifferblattes 2 und wird durch 3 Siebensegmentanzeigen gebildet. Diese dreiziffrige Anzeige ermöglicht es, eine Kochdauer von bis zu 180 Minuten oder einen Kochzeitbeginn mit bis 999 Minuten oder eine Kurzzeit, wenn die Schaltuhr als Kurzzeitmesser arbeiten soll, anzuzeigen. Auf die entsprechende Funktionsweise der Uhr wird später noch eingegangen.

[0017] Die Anzeigeeinrichtung 4 ist über Füße 12 auf der Leiterplatte 2 abgestützt und mittels Drähten 13 mit der Leiterplatte 2 elektrisch verbunden. Die Leiterplatte selbst ist über Haken 14 und Nasen 15 im Gehäuse festgelegt. Das Uhrwerk 3 ist über Zapfen 16 und Haken 17 mit der Leiterplatte verdrehsicher und formschlüssig verbunden. Gleichzeitig bestellt eine in der Zeichnung nicht sichtbare elektrische Verbindung zwischen Uhrwerk und Leiterplatte zur Stromversorgung und zur Ansteuerung des Motors.

[0018] Mittels der Nasen 18 ist die Schaltuhr in eine Herdblende einsetzbar. Je nach Ausführungsform der Schaltuhr kann ein Deckglas 19 vorgesehen sein.

[0019] Die Bestückung der Leiterplatte 2 erfolgt zweckmäßigerweise in der Form, daß jene elektrischen Bauelemente, die wenig Wärme abgeben, auf der der Innenseite des Gehäuse zugewandten Seite der Leiterplatte angeordnet werden, wohingegen jene Bauelemente oder Baugruppen 20, wie z. B. Relais, Netzteil, die viel Wärme abgeben, oder auch der Summer auf der dem Gehäuseäußeren zugewandten Seite der Leiterplatte angeordnet werden.

[0020] Wenngleich in der Zeichnung nicht dargestellt, kann im Gehäuse, vorzugsweise zwischen Uhrwerk und Zifferblatt, eine Leiterplatte mit einem Empfänger für Funkzeit gemäß dem DCF 77-Zeitsignal angeordnet sein. Diesen Empfänger steuert - sofern notwendig - korrigierend das Uhrwerk dann, wenn kein Signal der Steuerschaltung für das Uhrwerk vorliegt.

[0021] Die Funktionsweise der Schaltuhr ist hier von untergeordneter Bedeutung und soll nur kurz gestreift werden. Die Uhrzeit ist durch Verdrehen des Funktionswahlschalters 5 in die auf dem Zifferblatt aufgedruckte, in der Zeichnung jedoch nicht dargestellte Stellung "Uhrzeit" einstellbar. Durch anschließendes Drücken werden von der auf der Leiterplatte angeordneten elektronischen Steuerschaltung Impulse an den Motor zur Verstellung der Zeiger 8 des Uhrwerks 3 gegeben. Sobald die aktuelle Uhrzeit erreicht ist, wird der Funktionswahlschalter losgelassen und in seine Ausgangsstellung zurückgestellt.

[0022] Soll eine Kochdauer eingegeben werden, so wird der Funktionswahlschalter 5 in die entsprechend gekennzeichnete Stellung verdreht und anschließend gedrückt. Auf der Digitalanzeige wird, ausgehend von der Stellung 000 die gewünschte Kochdauer in Minuten eingegeben und dort angezeigt. Erfolgt keine anderweitige Betätigung der Uhr, so beginnt der Herd unter Steuerung der Herdschaltuhr mit dem Koch- oder Bratvorgang unter gleichzeitiger zeithaltender Abarbeitung der Kochdauer, so lange bis die Digitalanzeige wieder 000 zeigt.

[0023] Soll der Kochzeitbeginn jedoch nicht sofort sondern zu einen späteren Zeitpunkt erfolgen, so wird nach Eingabe der Kochdauer der Funktionswahlschalter in die Stellung "Kochzeitbeginn" verdreht und anschließend gedrückt. Nunmehr erhält der Motor des Uhrwerks 3 Impulse und die Zeiger der Uhr beginnen vorwärts zu laufen bis der gewünschte Kochzeitbeginn auf der Analoganzeige erreicht ist und der Funktionswahlschalter 5 losgelassen wird. Diese Differenzzeit zwischen aktueller Zeit und dem eingestellten Kochzeitbeginn wird gleichzeitig elektronisch gespeichert. Die Herdschaltuhr sieht die Möglichkeit vor, daß die Uhrzeiger auf die aktuelle Uhrzeit zurückgestellt werden. Dies bedeutet jedoch, daß der Beginn der Kochzeit an der Uhr nicht mehr dargestellt sondern nur intern errechnet wird. Vorzugsweise bleiben die Zeiger der Uhr auf dem gewählten Kochzeitbeginn stehen und dieser wird zeithaltend in der Uhr elektronisch abgearbeitet. Ab dem Kochzeitbeginn fangen die Uhrzeiger wieder an zu laufen, gleichzeitig wird der Herd eingeschaltet und gekocht oder gebraten entsprechend der eingestellten Kochdauer.


Ansprüche

1. Elektromechanische Herdschaltuhr mit einer motorisch angetriebenen Analoganzeige der Uhrzeit und Anzeigen für Kochdauer und Kochzeitbeginn - oder wahlweise Kochzeitende - mit einem oder mehreren Funktionsauswahlschaltern für Uhrzeit, und zumindest Kochdauer und Kochzeitbeginn und einem oder mehreren Betätigungsschaltern zum Einstellen der Uhrzeit und/oder der Funktionszeiten sowie mit einem oder mehreren Relais zum Schalten der Herdfunktionen,
dadurch gekennzeichnet,
daß in einem Gehäuse (1) eine Leiterplatte (2) mit elektrischen Bauteilen angeordnet ist, die ein vormontiertes Uhrwerk (3) mit Motor, Räderwerk und Zeigerwerk (7,8) trägt, und auf der ferner eine elektronische Digitalanzeige (Display) (4) für andere Zeitangaben sowie mindestens jeweils ein Funktionsauswahlschalter und ein Betätigungsschalter angeordnet sind.
 
2. Elektromechanische Herdschaltuhr, nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die im Verhältnis zum Gehäuse kleinbauenden Komponenten Uhrwerk, Display und Schalter (5) auf der Leiterplatte, im Rahmen des Verlaufs der Leiterbahnen und der elektronischen Bauteile, in der räumlichen Anordnung zueinander konstruktiv veränderbar sind.
 
3. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Uhrwerk (3) in einem eigenen Gehäuse eingebaut ist, das an der Leiterplatte (2) befestigt, insbesondere in Öffnungen derselben, eingeschnappt ist.
 
4. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß Schalter (5) in Öffnungen der Leiterplatte eingeschnappt oder vermittels überstehender Noppen dort verstemmt sind.
 
5. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß Funktionsauswahl- und Betätigungsschalter in einem Kombinationsschalter (5) für Verdrehen und Drücken zusammengefaßt sind.
 
6. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Kombinationsschalter (5) der Funktionsauswahlschalter als Drehschalter mit den Positionen für Funktionen Uhrzeit, Kochzeitbeginn, Kochdauer, Kurzzeit und Manuellbetätigung ausgebildet ist, und daß der Betätigungsschalter ein Druckschalter ist, der in jeder Position des Funktionsauswahlschalters betätigbar ist und die Einstellung der gewünschten Zeitangaben durch Auslösung elektrischer Impulse ermöglicht.
 
7. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leiterplatte (2) die eine Seite (Boden) des Gehäuses (1) der Herdschaltuhr bildet und auf ihrer Gehäuseinnenseite elektrische Bauteile mit geringer Wärmeabgabe und auf ihrer Außenseite solche mit größerer Wärmeabgabe, wie z. B. Relais, Netzteil, trägt.
 
8. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Gehäuse eine Leiterplattenbaugruppe für Funkzeitempfang integrierbar ist, die das Uhrwerk ansteuert.
 




Zeichnung