[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine elektromechanische Herdschaltuhr mit einer motorisch
angetriebenen Analoganzeige der Uhrzeit und Anzeigen für Kochdauer und Kochzeitbeginn
- oder wahlweise Kochzeitende - mit einen, oder mehreren Funktionsauswahlschaltern
für Uhrzeit und zumindest Kochdauer und Kochzeitbeginn und einem oder mehreren Betätigungsschaltern
zum Einstellen der Uhrzeit und/oder der Funktionszeiten sowie mit einem oder mehreren
Relais zum Schalten der Herdfunktionen.
[0002] Herdschaltuhren wurden in früherer Zeit rein elektromechanisch aufgebaut oder in
jüngerer Zeit rein elektronisch. Bis in die heutige Zeit haben sich elektromechanisch
aufgebaute Herdschaltuhren aus Preisgründen am Markt gehalten, elektronische Herdschaltuhren
haben vor allen den Vorteil, daß die mit ihnen realisierbaren Funktionen vielfältiger
und insoweit billiger realisierbar sind als mechanisch ausgebildete Funktionen.
[0003] Als Beispiel für eine elektromechanische Herdschaltuhr der fraglichen Art sei auf
die DE-OS 1 950 615 verwiesen, in der eine durch einen Synchronmotor angetriebene
elektromechanische Herdschaltuhr beschrieben ist, mit einer üblichen Uhrzeitanzeige
mit Zeigern, einem Einzelzeiger für das Kochzeitende sowie einer Fallblattanzeige
in digitaler Form für die Kochdauer.
[0004] Es ist Aufgabe der Neuerung, den konstruktiven Aufbau einer Herdschaltuhr so auszugestalten,
daß eine sehr billige Herstellung möglich ist und die räumliche Anordnung der Anzeigen
und Bedienungselemente im großem Maße variierbar ist.
[0005] Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird vorgeschlagen, daß in einem Gehäuse eine Leiterplatte
mit elektrischen Bauteilen angeordnet ist, die ein vormontiertes Uhrwerk mit Motor,
Räderwerk und Zeigerwerk trägt, und auf der ferner eine elektronische Digitalanzeige
(Display) für andere Zeitangaben sowie mindestens jeweils ein Funktionsauswahlschalter
und ein Betätigungsschalter angeordnet sind.
[0006] Der Grundgedanke der Neuerung besteht somit darin, daß als Trägerplatte für die gesamte
Uhr eine Leiterplatte vorgesehen ist, welche nicht nur Träger aller elektrischen und
elektronischen Bauteile ist, sondern, welche auch als Träger eines vormontierten Uhrwerks
zum Antrieb von Uhrzeigern dient und schließlich den Träger für eine elektronische
Digitalanzeige zur Anzeige aller Zeitangaben mit Ausnahme der Uhrzeit sowie der Bedienungselemente
bildet. Als vormontiertes Uhrwerk dient vorzugsweise ein Uhrwerksmodul, wie er in
kleinen Weckenihren Verwendung findet.
[0007] Durch die sich hieraus ergebende Weiterbildung der Erfindung, nämlich, daß die im
Verhältnis zum Gehäuse kleinbauenden Komponenten, Uhrwerk, Display und Schalter auf
der Leiterplatte, im Rahmen des Verlaufs der Leiterbahnen und der elektronischen Bauteile,
in der räumlichen Anordnung zueinander konstruktiv veränderbar sind. Es ist somit
im Sinne der Erfindung möglich, die Analoganzeige in der Herdschaltuhr in der Mitte
oder im linken oder im rechten Teil des das ganze Gehäuse überdeckenden Zifferblatts
anzuordnen, wobei die Digitalanzeige und die Bedienungselemente links oder rechts
oder unten oder oben im Gehäuse angeordnet werden können. Die Digitalanzeige, die
vorzugsweise drei Stellen aufweist, ist im Zifferblatt in einem Ausschnitt angeordnet.
[0008] Aufgrund der vorgenannten konstruktiven Merkmale der Erfindung ist es möglich, Herdschaltuhren
in einer Variabilität der Anordnung von Anzeigen und Bedienungselementen zu, konstruieren,
wie es bisher für Normgrößen von 100 mm Kantenlänge nicht möglich war.
[0009] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die beiden Schalter
für Funktionsauswahl und Betätigung in einem Kombinationsschalter für Verdrehen und
Drücken zusammengefaßt sind.
[0010] Hierauf baut eine andere Weiterbildung der Erfindung auf, derart, daß der Funktionsauswahlschalter
als Drehschalter mit den Positionen für Funktionen Uhrzeit, Kochzeitbeginn, Kochdauer,
Kurzzeit und Manuellbetätigung ausgebildet ist, und daß der Betätigungsschalter ein
Druckschalter ist, der in jeder Position des Funktionsauswahlschalters betätigbar
ist und die Einstellung der gewünschten Zeitangaben durch Auslösung elektrischer Impulse
ermöglicht.
[0011] Im Sinne der Erfindung ist es möglich, anstelle eines Kochzeitbeginns das gewünschte
Kochzeitende einzustellen. Die Schaltuhr errechnet aufgrund der eingegebenen Kochdauer
selbsttätig den Kochzeitbeginn und startet dort mit der Abarbeitung des Programms.
[0012] Im folgenden sollen diese und weitere Merkmale der Erfindung anhand eines in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel noch näher erläutert werden.
[0013] Er zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf eine Herdschaltuhr, bei der das Zifferblatt entfernt ist;
- Figur 2
- eine Ansicht des Gehäuses dieser Uhr aus Pfeilrichtung A, wobei die Vorderwand des
Gehäuses weggebrochen ist;
- Figur 3
- eine Ansicht des Innern der Uhr in Pfeilrichtung B, wobei wieder die Vorderwand des
Gehäuses weggebrochen ist.
[0014] In einem aus Kunststoff gefertigten Gehäuse 1 einer elektromechanischen Herdschaltuhr
ist eine Leiterplatte 2 angeordnet, welche die gesamte Länge und Breite des Gehäuses
ausfüllt. Auf dieser Leiterplatte, deren Leiterbahnen und die darauf angeordneten,
im Innenraum des Gehäuses befindlichen elektrischen Bauelemente nicht dargestellt
sind, trägt ein elektrisches Uhrwerk 3, eine elektronische Digitalanzeige 4, die vorzugsweise
als LED-Anzeige ausgebildet ist sowie einen in einem Gehäuse angeordneten Kombinationsschalter
5 für Funktionsauswahl und Betätigung, der, aus der Zeichenebene herausragend, einen
Drehknopf 6 aufweist.
[0015] Das Uhrwerk 3 enthält in einem Modulgehäuse einen Schrittmotor und ein übliches Räderwerk
sowie ein Zeigerwerk in Form von Zeigerachsen 7 und auf diese in üblicher Weise aufgesteckten
Zeigern 8. Diese Zeiger 8 zeigen auf einer Zeiteinteilung des in Figur 1 nicht, in
den Figuren 2 und 3 jedoch dargestellten, Zifferblattes 9 die laufende Uhrzeit an.
Das Zifferblatt 9 ist, in Figur 1 sichtbar, auf Stützen 10 gelagert und mit Schnappnasen
11 gehalten.
[0016] Die Digitalanzeige 4 befindet sich in einem Ausschnitt des Zifferblattes 2 und wird
durch 3 Siebensegmentanzeigen gebildet. Diese dreiziffrige Anzeige ermöglicht es,
eine Kochdauer von bis zu 180 Minuten oder einen Kochzeitbeginn mit bis 999 Minuten
oder eine Kurzzeit, wenn die Schaltuhr als Kurzzeitmesser arbeiten soll, anzuzeigen.
Auf die entsprechende Funktionsweise der Uhr wird später noch eingegangen.
[0017] Die Anzeigeeinrichtung 4 ist über Füße 12 auf der Leiterplatte 2 abgestützt und mittels
Drähten 13 mit der Leiterplatte 2 elektrisch verbunden. Die Leiterplatte selbst ist
über Haken 14 und Nasen 15 im Gehäuse festgelegt. Das Uhrwerk 3 ist über Zapfen 16
und Haken 17 mit der Leiterplatte verdrehsicher und formschlüssig verbunden. Gleichzeitig
bestellt eine in der Zeichnung nicht sichtbare elektrische Verbindung zwischen Uhrwerk
und Leiterplatte zur Stromversorgung und zur Ansteuerung des Motors.
[0018] Mittels der Nasen 18 ist die Schaltuhr in eine Herdblende einsetzbar. Je nach Ausführungsform
der Schaltuhr kann ein Deckglas 19 vorgesehen sein.
[0019] Die Bestückung der Leiterplatte 2 erfolgt zweckmäßigerweise in der Form, daß jene
elektrischen Bauelemente, die wenig Wärme abgeben, auf der der Innenseite des Gehäuse
zugewandten Seite der Leiterplatte angeordnet werden, wohingegen jene Bauelemente
oder Baugruppen 20, wie z. B. Relais, Netzteil, die viel Wärme abgeben, oder auch
der Summer auf der dem Gehäuseäußeren zugewandten Seite der Leiterplatte angeordnet
werden.
[0020] Wenngleich in der Zeichnung nicht dargestellt, kann im Gehäuse, vorzugsweise zwischen
Uhrwerk und Zifferblatt, eine Leiterplatte mit einem Empfänger für Funkzeit gemäß
dem DCF 77-Zeitsignal angeordnet sein. Diesen Empfänger steuert - sofern notwendig
- korrigierend das Uhrwerk dann, wenn kein Signal der Steuerschaltung für das Uhrwerk
vorliegt.
[0021] Die Funktionsweise der Schaltuhr ist hier von untergeordneter Bedeutung und soll
nur kurz gestreift werden. Die Uhrzeit ist durch Verdrehen des Funktionswahlschalters
5 in die auf dem Zifferblatt aufgedruckte, in der Zeichnung jedoch nicht dargestellte
Stellung
"Uhrzeit" einstellbar. Durch anschließendes Drücken werden von der auf der Leiterplatte
angeordneten elektronischen Steuerschaltung Impulse an den Motor zur Verstellung der
Zeiger 8 des Uhrwerks 3 gegeben. Sobald die aktuelle Uhrzeit erreicht ist, wird der
Funktionswahlschalter losgelassen und in seine Ausgangsstellung zurückgestellt.
[0022] Soll eine Kochdauer eingegeben werden, so wird der Funktionswahlschalter 5 in die
entsprechend gekennzeichnete Stellung verdreht und anschließend gedrückt. Auf der
Digitalanzeige wird, ausgehend von der Stellung 000 die gewünschte Kochdauer in Minuten
eingegeben und dort angezeigt. Erfolgt keine anderweitige Betätigung der Uhr, so beginnt
der Herd unter Steuerung der Herdschaltuhr mit dem Koch- oder Bratvorgang unter gleichzeitiger
zeithaltender Abarbeitung der Kochdauer, so lange bis die Digitalanzeige wieder 000
zeigt.
[0023] Soll der Kochzeitbeginn jedoch nicht sofort sondern zu einen späteren Zeitpunkt erfolgen,
so wird nach Eingabe der Kochdauer der Funktionswahlschalter in die Stellung
"Kochzeitbeginn" verdreht und anschließend gedrückt. Nunmehr erhält der Motor des Uhrwerks
3 Impulse und die Zeiger der Uhr beginnen vorwärts zu laufen bis der gewünschte Kochzeitbeginn
auf der Analoganzeige erreicht ist und der Funktionswahlschalter 5 losgelassen wird.
Diese Differenzzeit zwischen aktueller Zeit und dem eingestellten Kochzeitbeginn wird
gleichzeitig elektronisch gespeichert. Die Herdschaltuhr sieht die Möglichkeit vor,
daß die Uhrzeiger auf die aktuelle Uhrzeit zurückgestellt werden. Dies bedeutet jedoch,
daß der Beginn der Kochzeit an der Uhr nicht mehr dargestellt sondern nur intern errechnet
wird. Vorzugsweise bleiben die Zeiger der Uhr auf dem gewählten Kochzeitbeginn stehen
und dieser wird zeithaltend in der Uhr elektronisch abgearbeitet. Ab dem Kochzeitbeginn
fangen die Uhrzeiger wieder an zu laufen, gleichzeitig wird der Herd eingeschaltet
und gekocht oder gebraten entsprechend der eingestellten Kochdauer.
1. Elektromechanische Herdschaltuhr mit einer motorisch angetriebenen Analoganzeige der
Uhrzeit und Anzeigen für Kochdauer und Kochzeitbeginn - oder wahlweise Kochzeitende
- mit einem oder mehreren Funktionsauswahlschaltern für Uhrzeit, und zumindest Kochdauer
und Kochzeitbeginn und einem oder mehreren Betätigungsschaltern zum Einstellen der
Uhrzeit und/oder der Funktionszeiten sowie mit einem oder mehreren Relais zum Schalten
der Herdfunktionen,
dadurch gekennzeichnet,
daß in einem Gehäuse (1) eine Leiterplatte (2) mit elektrischen Bauteilen angeordnet
ist, die ein vormontiertes Uhrwerk (3) mit Motor, Räderwerk und Zeigerwerk (7,8) trägt,
und auf der ferner eine elektronische Digitalanzeige (Display) (4) für andere Zeitangaben
sowie mindestens jeweils ein Funktionsauswahlschalter und ein Betätigungsschalter
angeordnet sind.
2. Elektromechanische Herdschaltuhr, nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die im Verhältnis zum Gehäuse kleinbauenden Komponenten Uhrwerk, Display und Schalter
(5) auf der Leiterplatte, im Rahmen des Verlaufs der Leiterbahnen und der elektronischen
Bauteile, in der räumlichen Anordnung zueinander konstruktiv veränderbar sind.
3. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Uhrwerk (3) in einem eigenen Gehäuse eingebaut ist, das an der Leiterplatte
(2) befestigt, insbesondere in Öffnungen derselben, eingeschnappt ist.
4. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß Schalter (5) in Öffnungen der Leiterplatte eingeschnappt oder vermittels überstehender
Noppen dort verstemmt sind.
5. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß Funktionsauswahl- und Betätigungsschalter in einem Kombinationsschalter (5) für
Verdrehen und Drücken zusammengefaßt sind.
6. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Kombinationsschalter (5) der Funktionsauswahlschalter als Drehschalter mit
den Positionen für Funktionen Uhrzeit, Kochzeitbeginn, Kochdauer, Kurzzeit und Manuellbetätigung
ausgebildet ist, und daß der Betätigungsschalter ein Druckschalter ist, der in jeder
Position des Funktionsauswahlschalters betätigbar ist und die Einstellung der gewünschten
Zeitangaben durch Auslösung elektrischer Impulse ermöglicht.
7. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leiterplatte (2) die eine Seite (Boden) des Gehäuses (1) der Herdschaltuhr
bildet und auf ihrer Gehäuseinnenseite elektrische Bauteile mit geringer Wärmeabgabe
und auf ihrer Außenseite solche mit größerer Wärmeabgabe, wie z. B. Relais, Netzteil,
trägt.
8. Elektromechanische Herdschaltuhr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Gehäuse eine Leiterplattenbaugruppe für Funkzeitempfang integrierbar ist, die
das Uhrwerk ansteuert.