[0001] Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisches Relais mit einem eine Kappe umfassenden
Gehäuse, einem in dem Gehäuse angeordneten Magnetsystem mit einer Spule und einem
entlang der Spulenaußenseite angeordneten, um eine Schwenkachse im Bereich der Spulenmitte
schwenkbar gelagerten Anker und mit einem mit dem Anker verbundenen, durch ein Betätigungsfenster
der Kappe von außen zugänglichem Betätigungsorgan.
[0002] Ein derartiges Relais ist beispielsweise aus der DE-A1-36 24 783 bekannt. Dort ist
ein polarisiertes Relaissystem mit einem sogenannten H-Anker gezeigt, bei dem ein
Betätigungshebel in Verlängerung des einen Ankerschenkels angeordnet ist und mit einem
seitlichen Versatz durch eine Öffnung des Gehäuses nach außen tritt. Das dortige Relais
besitzt allerdings eine sehr große Bauhöhe, da die Spulenachse und der Anker senkrecht
zur Bodenseite bzw. Einbauebene des Relais stehen, so daß der Betätigungshebel an
der Gehäuseoberseite zugänglich ist. Bei einer Drehung des Systems um 90° zur Erzielung
einer flachen Bauform würde jedoch der Betätigungshebel aus einer Seitenwand austreten,
was die Zugänglichkeit auf einer Leiterplatte erschweren würde. Zudem bewirkt der
in einer einseitigen Verlängerung des Ankers ausgebildete Betätigungshebel eine unsymmetrische
und je nach Schaltrichtung ungleiche Krafteinwirkung. Insbesondere ergibt sich in
der einen Schaltrichtung eine Kraftkomponente, die den Anker von der Spule und den
Polschuhen weg nach außen zu ziehen bestrebt ist. Bei dem dort gezeigten zapfengelagerten
H-Anker hat dies keine besonderen Auswirkungen; bei einem nur einseitig auf Polblechen
und eventuell einem Dauermagneten aufliegenden und lediglich durch Magnetkraft oder
durch eine Feder in der Lagerung gehaltenen Wippanker könnte dies jedoch zu einem
unerwünschten Abheben des Ankers oder gegebenenfalls zu einer unerwünschten Deformation
einer Lagerfeder führen.
[0003] Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Relais der eingangs genannten Art mit
einem Betätigungsorgan derart zu gestalten, daß ungünstige Krafteinwirkungen auf das
Ankerlager, die zu einem Abheben des Ankers führen könnten, vermieden werden. Insbesondere
soll es dabei möglich sein, bei einer flachen Bauform des Relais mit liegendem Magnetsystem
die Handbetätigung von der Gehäuseoberseite her durchzuführen.
[0004] Erfindungsgemäß wird dieses Ziel dadurch erreicht, daß das Betätigungsorgan mindestens
einen in der Nähe der Schwenkachse des Ankers von dessen Oberfläche annähernd senkrecht
nach außen ragenden Schaltnocken besitzt.
[0005] In einer vorteilhaften Ausführungsform besitzt das Betätigungsorgan einen einzigen
Schaltnocken in Form eines Kipphebels, der sich in Radialrichtung zur Schwenkachse
des Ankers nach außen erstreckt. Dabei wird also der Anker genau über seiner Mitte
und über seiner Schwenkachse durch einen Kipphebel betätigt. Grundsätzlich kann aber
das Betätigungsorgan auch als Wippe ausgebildet sein, wobei die Betätigung durch Druck
auf den jeweiligen Flügel der Wippe und damit auf den jeweiligen Ankerflügel erfolgt.
Diese Wippe kann ebenso wie der Kipphebel als einstückiges Betätigungsorgan beispielsweise
aus Kunststoff gefertigt und auf dem Anker durch Steckzapfen oder dergleichen befestigt
sein. Es kann aber auch der Anker selbst die Wippe bilden, wobei dann zwei getrennte
Schaltnocken beiderseits im Abstand von der Drehachse auf den Anker aufgesetzt sind.
Läßt man einen dieser Schaltnocken weg, so ergibt sich ein einseitiges Betätigungsorgan
für den Fall, daß es sich um ein monostabiles Magnetsystem handelt, bei dem der Anker
durch einen Magneten oder durch Federkraft automatisch immer in die gleiche Ruhestellung
zurückgesetzt wird.
[0006] Um den Schaltzustand auch nach außen kenntlich zu machen, ist in einer vorteilhaften
Ausgestaltung vorgesehen, daß das Betätigungsorgan jeweils in Richtung der Schaltbewegung
neben dem jeweiligen Schaltnocken Markierungen trägt, wobei je nach Schaltstellung
unterschiedliche Markierungen durch ein Sichtfenster der Kappe sichtbar sind. Dabei
kann dieses Sichtfenster jeweils ein Bereich des Betätigungsfensters sein oder als
vom Betätigungsfenster getrenntes zusätzliches Fenster in der Kappe ausgespart sein.
[0007] Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigt
Figur 1 ein erfindungsgemäß gestaltetes Relais in Seitenansicht mit aufgeschnittener
Kappe mit einem Kipphebel als Schaltnocken,
Figur 2 das Relais von Figur 1 in perspektivischer Darstellung, jedoch mit etwas abgewandeltem
Betätigungsorgan in Form einer Wippe mit zwei Schaltnocken,
Figur 3 eine Ausführungsform wie in Figur 2, jedoch als monostabiles System mit nur
einem Schaltnocken,
Figur 4 und 5 zwei Seitenansichten des Relais von Figur 1 mit Markierungen zur Kennzeichnung
der Schaltstellung.
[0008] Das in Figur 1 gezeigte Relais besitzt ein an sich bekanntes Magnetsystem mit einer
in einem Grundkörper 1 verdeckt angeordneten Spule 2 mit einer zur Bodenseite parallelen
Achse, mit einem innerhalb der Spule angeordneten Kern, dessen Enden mit zwei Jochen
3 und 4 verbunden sind. Zwischen den Enden der beiden Joche 3 und 4 ist ein plattenförmiger
Dauermagnet 5 parallel zur Spulenachse angeordnet. Der Dauermagnet ist dreipolig aufmagnetisiert,
wobei die beiden äußeren Pole mit den Jochen 3 und 4 gekoppelt sind, während auf dem
Mittelpol ein Wippanker 6, dessen zwei Flügel zueinander einen stumpfen Winkel bilden,
abrollbar gelagert ist. Als Halterung für den Anker dient eine Ankerfeder 7. Der Anker
6 bildet mit den beiden Jochen 3 und 4 jeweils einen Luftspalt, so daß er jeweils
im Ruhezustand nicht in der dargestellten Mittelposition steht, sondern wahlweise
an einem der Joche 3 oder 4 festgehalten wird. Durch einen entsprechenden Stromimpuls
in der Spule wird der Anker dieses bistabilen Systems umgeschaltet. Es ist aber auch
möglich, durch zusätzliche Federkraft oder durch unsymmetrischen Abgleich des Dauermagneten
5 ein monostabiles Schaltverhalten zu erzielen. Durch das Ankerende 6a wird über einen
Schieber 8 in ebenfalls bekannter Weise ein Kontaktsystem 9 geschaltet; dies soll
hier nicht im einzelnen ausgeführt werden. Im übrigen ist das Relaissystem in einem
durch eine Grundplatte 10 und eine Kappe 11 gebildeten Gehäuse untergebracht.
[0009] Zur zusätzlichen manuellen Betätigung des Relais ist der Anker 6 mit einem Betätigungsorgan
12 versehen, das mittig auf dem Anker über dessen Lagerbereich sitzt und einen radial
zur Lagerachse nach außen ragenden Schaltnocken in Form eines Kipphebels 13 aufweist.
Das Betätigungsorgan 12 ist mit dem Anker fest verbunden, beispielsweise durch Befestigungszapfen
14, die in Ausnehmungen 15 des Ankers eingesteckt sind. Es wäre aber auch denkbar,
das Betätigungsorgan durch Spritzgießen oder auf eine ähnliche Weise mit dem Anker
zu verbinden. Denkbar wäre auch, ein Betätigungsorgan einstückig mit dem Anker durch
entsprechende Formgebung auszubilden.
[0010] Um eine Betätigung von außen zu ermöglichen, ragt der Kipphebel 13 durch ein Betätigungsfenster
16 der Gehäusekappe 11. Dieses Betätigungsfenster ist in seiner Ausdehnung so bemessen,
daß der Kipphebel 13 in beiden Richtungen in Ankerlängsrichtung soweit bewegt werden
kann, bis der Anker seine jeweilige Endstellung erreicht hat. An der Stellung des
Kipphebels in dem Betätigungsfenster 16 ist auch der jeweilige Schaltzustand des Relais
erkennbar. Um einen verhältnismäßig langen Hebelarm für den Kipphebel 13 zu erreichen,
erstreckt sich in dem Beispiel gemäß Figur 1 das Betätigungsorgan mit einem Ansatz
12a in eine Ausbuchtung 11a der Kappe 11. Dadurch wird auch der Schaltweg des Kipphebels
13 länger, und die Schaltstellungen unterscheiden sich deutlicher voneinander. Wenn
dies nicht erforderlich ist bzw. wenn die zulässige Bauhöhe des Relais dies nicht
zuläßt, kann auch mit einem kürzeren Hebelarm für den Kipphebel 13 gearbeitet werden.
[0011] Figur 2 zeigt eine etwas abgewandelte Ausführungsform, welche insbesondere auf jegliche
Vergrößerung der Bauhöhe verzichtet. Das in Figur 2 perspektivisch gezeigte Relaissystem
ist grundsätzlich genauso aufgebaut wie in Figur 1. Lediglich das Betätigungsorgan
ist abgewandelt. Dieses besteht nunmehr aus zwei getrennten Schaltnocken 17 und 18,
welche getrennt auf dem Anker, beispielsweise durch Aufstecken, befestigt sind. Jeder
der Schaltnocken 17 und 18 ragt in ein eigenes Betätigungsfenster 19 bzw. 20, ohne
über die Oberfläche der Kappe 11 überzustehen. Die beiden Schaltnocken 17 und 18 könnten
aber auch Teile eines gemeinsamen Betätigungsorgans sein, das wie in Figur 1 auf dem
Anker befestigt ist.
[0012] Der Hebelarm wird in diesem Fall durch die Entfernung der beiden Schaltnocken 17
und 18 von der Ankerdrehachse gebildet; der Anker bildet also selbst die Schaltwippe.
Die Betätigung erfolgt in diesem Fall nicht durch eine Verschiebung eines Hebels in
Ankerlängsrichtung, sondern durch einen Druck auf einen der Schaltnocken 17 bzw. 18
von außen in Richtung etwa senkrecht zur Ankeroberfläche. Um die Schaltnocken 17 und
18 besser erreichen zu können, ist der Bereich 21 zwischen den beiden Betätigungsfenstern
19 und 20 nach innen zurückgesetzt. Der Schaltzustand des Relais ist in diesem Fall
an der jeweililgen Höhenposition der beiden Schaltnocken 17 und 18 zu erkennen.
[0013] Figur 3 zeigt den gleichen Aufbau wie Figur 2, wobei lediglich der eine Schaltnocken
17 und das entsprechende Betätigungsfenster 19 weggelassen sind, so daß nur ein einziger,
im Abstand von der Drehachse des Ankers 6 angreifender Schaltnocken 18 vorhanden ist.
Für diese Ausführungsform ist jedoch vorauszusetzen, daß das Magnetsystem monostabil
ist, so daß aufgrund von Magnet- oder Federkräften der Anker im Ruhezustand an das
Joch 3 angezogen wird. Eine Handbetätigung kann in diesem Fall also nur durch den
Schaltnocken 18 in Richtung auf das Joch 4 vorgenommen werden.
[0014] In den Figuren 4 und 5 ist bei einem Relaisaufbau gemäß Figur 1, wobei die Kappe
11 geschlossen und nur im Bereich des Betätigungsorgans aufgeschnitten gezeigt ist,
die Sichtbarmachung einer Markierung dargestellt. Auf dem Ansatz 12a des Betätigungsorgans
12 sind beiderseits des Kipphebels 13 jeweils Markierungsfelder mit dunklen Bereichen
22 und hellen Bereichen 23 vorgesehen. In der Zeichnung sind diese Markierungsfelder
zur Hervorhebung vergrößert gezeichnet. In Wirklichkeit handelt es sich nur um farbige
Oberflächenschichten auf dem Betätigungsorgan 12, die in der Seitenansicht kaum sichtbar
wären. In der Praxis könnte beispielsweise der dunkle Bereich 22 jeweils rot und der
helle Bereich 23 jeweils weiß oder auch schwarz gehalten sein. Es kommt lediglich
darauf an, daß zwischen den beiden Bereichen ein Kontrast in der Farbe bzw. in der
Helligkeit an der Relaisoberseite sichtbar wird. Über den Markierungsfeldern sind
in der Gehäusekappe 11 jeweils Sichtfenster 24 und 25 vorgesehen. Diese Sichtfenster
24 und 25 sind als Schlitze so schmal gehalten, daß je nach Schaltstellung jeweils
nur die Markierungsbereiche 22 oder die andersfarbigen Markierungsbereiche 23 sichtbar
sind.
[0015] Anstelle der zusätzlichen Sichtfenster 24 und 25 könnte auch das Betätigungsfenster
16 zur Lageerkennung genutzt werden. So würde je nach Schaltstellung der Fensterbereich
16a auf der einen Seite des Kipphebels 13 oder der Fensterbereich 16b auf der anderen
Seite des Kipphebels 13 die Funktion eines Sichtfensters erhalten, wenn unterhalb
des Betätigungsfensters 16 das Betätigungsorgan 12 farbige Markierungen, und zwar
zu beiden Seiten des Kipphebels 13 in unterschiedlicher Farbe, erhalten würde.
[0016] Durch die in den Figuren 4 und 5 gezeigte trichterförmige Erweiterung der Sichtfenster
24 und 25 nach außen werden der Lichteinfall und die Einsehbarkeit der Farbmarkierungen
durch die Sichtfenster verbessert, die ansonsten wegen der geringen Distanz zwischen
den beiden Schaltstellungen sehr schmal gehalten werden müssen.
1. Elektromagnetisches Relais mit einem eine Kappe (11) umfassenden Gehäuse, einem in
dem Gehäuse angeordneten Magnetsystem mit einer Spule (2) und einem entlang der Spulenaußenseite
angeordneten, um eine Schwenkachse im Bereich der Spulenmitte schwenkbar gelagerten
Anker (6) und mit einem mit dem Anker (6) verbundenen, durch ein Betätigungsfenster
(16; 19, 20) der Kappe (11) von außen zugänglichem Betätigungsorgan (12, 13; 17, 18),
dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsorgan (12) mindestens einen in der Nähe der Schwenkachse des
Ankers (6) von dessen Oberfläche annähernd senkrecht nach außen ragenden Schaltnocken
(13; 17, 18) besitzt.
2. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsorgan (12) einen einzigen Schaltnocken in Form eines Kipphebels
(13) besitzt, der sich in Radialrichtung zur Schwenkachse des Ankers (6) nach außen
erstreckt.
3. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsorgan in Form einer Wippe in dem Fenster (19, 20) der Kappe (11)
zugänglich ist.
4. Relais nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wippe durch den Anker (6) selbst gebildet ist und daß mindestens ein im
Abstand zu der Schwenkachse des Ankers (6) an diesem befestigter, durch Druck betätigbarer
Schaltnocken (17, 18) durch ein Betätigungsfenster (19, 20) der Kappe (11) zugänglich
ist.
5. Relais nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zu beiden Seiten der Schwenkachse des Ankers (6) jeweils ein Schaltnocken (17,
18) vorgesehen ist, von denen wahlweise einer in einem zugeordneten Fenster (19, 20)
betätigbar ist.
6. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsorgan (12) jeweils in Richtung der Schaltbewegung neben dem jeweiligen
Schaltnocken (13) Markierungen (22, 23) trägt, wobei je nach Schaltstellung unterschiedliche
Markierungen durch ein oder mehrere Sichtfenster (24, 25) der Kappe (11) sichtbar
sind.
7. Relais nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß je nach Schaltstellung jeweils ein an einer Seite des Schaltnockens (13) freibleibender
Abschnitt des Betätigungsfensters (16) als Sichtfenster (16a, 16b) dient.
8. Relais nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß in Richtung der Schaltbewegung jeweils zu beiden Seiten des Schaltnockens (13)
vom Betätigungsfenster (16) getrennte, zusätzliche Sichtfenster (24, 25) in der Kappe
(11) vorgesehen sind.
9. Relais nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Sichtfenster (16a, 16b; 24, 25) jeweils nach außen trichterförmig erweitert
sind.
10. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Spule (2) mit ihrer Achse parallel zur Einbauebene des Relais liegt, daß
oberhalb der Spule ein plattenförmiger, dreipoliger Dauermagnet angeordnet ist, auf
dessen Mittelpol ein V-förmig gebogener Anker (6) gelagert ist und daß das Betätigungsorgan
(12) über der Schwenkachse des Ankers so angeordnet ist, daß ein senkrecht zur Schwenkachse
nach oben stehender Kipphebel (13) etwa in der Mitte der Gehäusekappe nach außen ragt.