[0001] Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum Betrieb einer Entladungslampe
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] In den deutschen Patentanmeldungen P 36 23 749.3 und P 36 11 611.4 sind solche Schaltungsanordnungen
ohne Abschaltvorrichtung zum Betrieb von Leuchtstofflampen vorgeschlagen. Nachteilig
bei diesen Schaltungen ist, daß bei einem fehlerhaften Betriebszustand der Lampe die
Schaltungsanordnung nicht außer Funktion gesetzt wird. Aufgrund der Arbeitsweise des
aktiven Oberwellenfilters, durch die laufend Energie in den Glättungskondensator zurückgepumpt
wird, kann es daher bei Lampenausfall zu einer Zerstörung des Glättungskondensators
kommen.
[0003] Andererseits ist aus der DE-OS 29 41 822 eine Abschaltvorrichtung bekannt, wie sie
im Oberbegriff des ersten Anspruchs aufgeführt ist. Diese Abschaltvorrichtung beinhaltet
eine Triggerschaltung mit einem genau dimensionierten Diac, die den Thyristor mit
einer Verzögerung von ca. einer Sekunde abschaltet. Eine Verzögerungszeit von bis
zu einer Sekunde ist jedoch für eine Schaltungsanordnung mit einem als Pumpensystem
ausgeführten Oberwellenfilter zu lang, da es bereits in weit kürzeren Zeiten zu einem
starken Spannungsanstieg am Glättungskondensator kommen kann.
[0004] Aus der EP 0 276 460 B1 ist eine Schaltungsanordnung zum hochfrequenten Betrieb einer
Niederdruckentladungslampe bekannt, welche eine Abschaltvorrichtung aufweist, die
in der Lage ist, einen Thyristor der Abschaltvorrichtung innerhalb einiger Millisekunden
durchzuschalten und so das Abschalten der Schaltungsanordnung bewirkt. Dabei wird
bei Ausfall der Niederdruckentladungslampe durch Kondensatoren eines aktiven Oberwellenfilters
an einem Glättungskondensator ein Spannungsanstieg verursacht. Überschreitet der Spannungsanstieg
die Durchbruchspannung einer oder mehrerer in Reihe geschalteter Zenerdioden einer
Triggerschaltung, schalten diese Dioden durch und triggern so direkt den Abschaltthyristor.
Diese Schaltungsanordnung ermöglicht die Abschaltung bei Ausfall einer Niederdruckentladungslampe;
sie ist jedoch nicht in der Lage, den sogenannten "End-of-live"-Zustand (z.B. einseitige
Emittererschöpfung auf einer Elektrode) zu erfassen und entsprechende Schaltmaßnahmen
zu erfassen. Darüberhinaus ist diese Schaltungsanordnung nicht in der Lage, eine symmetrische
oder eine unsymmetrische Lampenspannungserhöhung rechtzeitig und mit hinreichender
Genauigkeit zu erfassen.
[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Schaltungsanordnung der eingangs genannten Art anzugeben, die eine Abschaltung
in unterschiedlichen Fehlzuständen von Gasentladungslampen ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Schaltungsanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0007] Die Entladungslampe wird fortlaufend auf Fehlzustände überprüft, wobei die Spitzen-Spitzen-Spannung
(Peak-Peak-Spannung) als Kriterium verwendet wird. Zu diesen Fehlzuständen gehört
unter anderem der sogenannte Gleichrichtereffekt gegen bzw. am Lebensdauerende (unterschiedliche
Lampenspannungsamplituden bezüglich der beiden Spannungshalbwellen; eine asymmetrische
Lampenspannungserhöhung) und eine symmetrische Lampenspannungserhöhung, beispielsweise
durch "Mikroleck" (Luftziehen in das Innere des Lampenkörpers) .
[0008] Erfindungsgemäß wird die Peak-Peak-Spannung als Parameter für die Erfassung unterschiedlicher
Fehlzustände verwendet.
[0009] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
daß von einer Lampenspannungserfassungsvorrichtung ein Steuersignal gebildet wird,
das eine zur Peak-Peak-Spannung proportionale Spannung darstellt. Damit läßt sich
nicht nur die Peak-Peak-Spannung selbst, sondern auch von dieser Spannung abgeleitete
physikalische Parameter verwenden.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung sind in den Unteransprüchen
definiert.
[0011] Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigt
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung; und
- Fig. 2
- ein Ausführungsbeispiel einer schaltungstechnischen Ausgestaltung einer Spannungserfassungsvorrichtung
in einer Schaltungsanordnung nach Fig. 1.
[0012] Die in Fig. 1 dargestellte Schaltungsanordnung dient zum nieder- bzw. hochfrequenten
Betrieb einer Entladungslampe LP. Dabei bedeutet Niederfrequenz eine der Größenordnung
der Netzfrequenz entsprechende Frequenz, während Hochfrequenz eine Frequenz bezeichnet,
die oberhalb einer solchen Niederfrequenz liegt.
[0013] Eingangsseitig weist die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung einen Generator G auf,
der z.B. eine hochfrequente Spannung generiert. Ganz allgemein erzeugt der Generator
eine Wechselspannung zum Betrieb der Entladungslampe.
Eingangsseitig ist der Generator G mit der Netzspannung bzw. mit einem in der Figur
nicht dargestellten Spannungsversorgungsteil, z.B. einem Netzgleichrichter, verbunden.
[0014] Die Entladungslampe LP kann beispielsweise mit einer Vorheizungseinrichtung VH verbunden
sein.
[0015] Der Generator G zur Generierung einer wechselfrequenten Spannung weist einen Steuereingang
auf, der mit einer Generator-Abschaltvorrichtung AV verbunden ist. Diese Abschaltvorrichtung
AV erzeugt in Abhängigkeit eines Eingangssignal CS21 ein erstes Steuersignal CS1.
Das erste Steuersignal CS1 aktiviert den Generator G in der Weise, daß die Generierung
der wechselfrequenten Spannung beendet wird.
[0016] Erfindungsgemäß ist eine Spannungserfassungsvorrichtung VE vorgesehen, die einerseits
mit den Elektroden der Entladungslampe verbunden ist und die in dem in Figur 1 dargestellten
Beispiel die Spannung U
ss der Entladungslampe LP abgreift. Die Spannungserfassungsvorrichtung VE bildet in
Abhängigkeit der erfaßten Lampenspannung U
ss ein (zweites) Steuersignal CS2. Diese Steuersignal CS2 wird der Generator-Abschaltvorrichtung
AV zugeführt. Dieses (zweite) Steuersignal, das der Generator-Abschaltvorrichtung
AV zugeführt wird, aktiviert diese Abschaltvorrichtung AV in der Weise, daß die Abschaltvorrichtung
das erste Steuersignal CS1 bildet und damit die Generierung der wechselfrequenten
Lampenspannung unterbindet.
[0017] Die Spannungserfassungsvorrichtung VE kann auch ein zweites Steuersignal CS2 bilden,
das durch eine zur Peak-Peak-Spannung proportionale Spannung U
A gebildet ist. Die Abschaltungsvorrichtung AV kann in der Weise ausgestaltet sein,
daß sie das erste Steuersignal CS1 bildet, sofern die zur Peak-Peak-Spannung proportionale
Spannung U
A einen vorgebbaren Schwellwert überschreitet.
[0018] Die in Fig. 2 dargestellte Spannungserfassungsvorrichtung wird beispielsweise durch
eine an sich bekannte Spannungsvervielfachungsschaltung gebildet. Erfindungsgemäß
wird diese Spannungsvervielfachungsschaltung zur Detektion unterschiedlicher Fehlzustände
der Entladungslampe verwendet.
[0019] Diese Schaltungsanordnung weist eingangsseitig in ihrer der Lampe LP zugewandten
Seite einen Spannungsteiler R
1, R
2 auf, an dem die Peak-Peak-Spannung U
ss anliegt.
[0020] Zwischen Masse und Mittelabgriff des Spannungsteilers wird eine zur Lampenspannung
proportionale Spannung U
m abgegriffen. Am Mittelabgriff des Spannungsteilers ist ein erster Kondensator C1
angeordnet, der an seiner dem Mittelabgriff des Spannungsteilers abgewandten Seite
sowohl mit der Anode einer ersten Diode D1 als auch mit der Kathode einer zweiten
Diode D2 verbunden ist. Die Anode der zweiten Diode D2 ist mit Masse verbunden. Die
Kathode der ersten Diode D1 ist mit einem Ausgang der Spannungserfassungsvorrichtung
VE verbunden. Zwischen Masse und Kathode der ersten Diode D1 ist ein zweiter Kondensator
C2 geschaltet.
[0021] In der negativen Halbwelle der Spannung U
m wird der erste Kondensator C1 über die zweite Diode D
2 entsprechend der maximalen negativen Spannung der Lampe LP geladen. In der positiven
Halbwelle der Spannung U
m wird der erste Kondensator C1 über die erste Diode D
1 auf den zweiten Kondensator C2 entladen. Dabei addieren sich die Spannungen U
m und die in der negativen Halbwelle der Spannung U
m am Kondensator C1 gebildete Spannung U
C1. Die damit gebildete Spannung entspricht der Peak-Peak-Spannung U
ss. Die Spannung U
M am Mittelabgriff des Spannungsteiler gegen Masse stellt einen proportionalen Anteil
der Spannung U
ss dar.
[0022] Die Diode D1 und der Kondensator C
2 dienen der Speicherung der detektierten Peak-Peak-Spannung Uss.
[0023] Die Peak-Peak-Spannung U
ss bzw. U
m wird gebildet, wenn die parallel zu dem Kondensator C
2 angeschlossene Generator-Abschaltvorrichtung AV eine unendliche Impedanz aufweist
(VE nicht durch AV belastet; Leerlauffall).
[0024] Weist dagegen die parallel zum Kondensator C
2 angeordnete Generator-Abschaltvorrichtung AV eine endliche Impedanz auf, so wird
bei gegebener Signalform der Lampenspannung ein zur Peak-Peak-Spannung U
ss bzw. U
m proportionaler Wert ermittelt.
[0025] Das auf die oben beschriebene Weise gebildete Signal (sowohl für den unbelasteten
alsauch für den belasteteten Fall) kann mit zusätzlichen Meßgrößen, insbesondere mit
der Betriebsspannung kombiniert werden, da bei der erfindungsgemäßen Schaltung das
zur Peak-Peak-Spannung proportionale Signal gegen die Bezugsmasse der Generatorschaltung
erzeugt wird.
[0026] Die erste Diode D1 kann durch eine Zenerdiode ersetzt werden. Unabhängig hiervon
kann auch die zweite Diode D2 durch eine Zenerdiode ersetzt werden.
[0027] Erfindungsgemäß kann die von der Spannungserfassungsschaltung VE gebildete Spannung
mit einem Schwellwert verglichen werden. Der Schwellwert für die Abschaltung bei Überspannung
(symmetrisch und asymmetrisch) kann unabhängig von der Ansprechzeit der Abschaltung
bei der Zündung eingestellt werden (Spannungsteiler R
1, R
2 und Kondensator C
2).
[0028] Die Verwendung von Zenerdioden für D
1 und/oder D
2 anstelle normaler Dioden ermöglicht den Einsatz eines kleineren Kondensators C
2 bei gleicher Ansprechzeit im Zündprozeß.
[0029] In der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung kann die Peak-Peak-Spannung direkt abgegriffen
werden (R1 = 0).
[0030] Ganz allgemein ist die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung nach Figur 2 mit relativ
wenigen Standard-Schaltungskomponenten aufgebaut, die insgesamt eine sehr kostengünstige
Lösung darstellen. Aufgrund dieser Schaltungsstruktur mit nur wenigen Komponenten
ist zugleich gewährleistet, daß diese Schaltung eine hohe Betriebssicherheit aufweist.
1. Schaltungsanordnung zum Betrieb einer Entladungslampe (LP) mit Wechselspannung einer
vorgebbaren Frequenz;
mit einem Generator (G) zur Generierung einer Wechselspannung mit der vorgebbaren
Frequenz, und
mit einer mit dem Generator verbundenen Abschaltvorrichtung (AV), die in Abhängigkeit
eines Eingangssignals (CS2) ein erstes Steuersignal (CS1) bildet, mit welchem der
Generator (G) ansteuerbar und dieser in der Weise aktivierbar ist, daß die Generierung
der Wechselspannung beendet wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaltungsanordnung eine mit der Abschaltvorrichtung (AV) verbundene Spannungserfassungsvorrichtung
(VE) zur Erfassung einer Spitzen-Spitzen-Spannung (USS) der Entladungslampe (LP) aufweist, wobei die Spannungserfassungsvorrichtung (VE)
in Abhängigkeit der erfaßten Spitzen-Spitzen-Spannung ein zweites Steuersignal (CS2)
bildet, das der Abschaltvorrichtung zugeführt wird und deren Aktivierung in der Weise
bewirkt, daß die Abschaltvorrichtung das erste Steuersignal (CS1) bildet.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das von der Spannungserfassungsvorrichtung
(VE) gebildete zweite Steuersignal (CS2) durch eine zur Spitzen-Spitzen-Spannung proportionale
Spannung (UA) gebildet ist.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschaltvorrichtung
(AV) in der Weise ausgestaltet ist, daß sie das erste Steuersignal bildet, sofern
die zur Spitzen-Spitzen-Spannung proportionale Spannung (UA) einen vorgebbaren Schwellwert überschreitet.
4. Schaltungsanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungserfassungsvorrichtung (VE) mindestens eine Schaltungskomponente (R1,
R2) aufweist, mittels der eine zur Spitzen-Spitzen-Spannung proportionale Spannung
(Um) erfaßt wird.
5. Schaltungsanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungserfassungsvorrichtung (VE) einen zur Entladungslampe (LP) parallelgeschalteten
Spannungsteiler (R1, R2) aufweist.
6. Schaltungsanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Spannungsteiler
(R1, R2) auf einem definierten Bezugspotential liegt und an seinem Mittelabgriff über
einen ersten Kondensator (C1) und einer ersten Diode (D1) mit der Abschaltvorrichtung
(AV) verbunden ist, daß eine zweite Diode (D2) zwischen dem definierten Bezugspotential
und dem Verbindungspunkt von erstem Kondensator (C1) und erster Diode (D1) angeordnet
ist, und daß ein zweiter Kondensator (C2) zwischen dem definierten Bezugspotential
und der ersten Diode (D1) parallel zum Eingang der Abschaltvorrichtung (AV) angeordnet
ist.
7. Schaltungsanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die erste und/oder
zweite Diode (D1, D2) je eine Zenerdiode ist.