[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der Europäischen Anmeldung EP 0 388 272 B1 ist ein System bekannt, in dem zur
Erkennung der Zugposition zahlreiche Sender und Empfangeranlagen längs der zu überwachenden
Strecke installiert sind. Mit einem solchen System ist zwar die Identifikation von
Zügen möglich, nicht jedoch die Überwachung des Zustands des Fahrwegs. Außerdem ist
nur die Erkennung und Identifikation solcher Züge moglich, die mit derselben Sender-
und Empfängertechnik ausgerüstet sind. Befindet sich auch nur ein nicht entsprechend
ausgelüstetes Fahrzeug auf der Strecke, muß dieses System aufgegeben und zur herkömmlichen
Blocksicherung mittels Haupt- und Vorsignal zurückgekehrt werden.
[0003] Ein Sensorsystem, welches eine Meßstrecke kontinuierlich überwacht, ist aus der internationalen
Anmeldung WO 83/00744 bekannt. Bei diesem System werden Kräfte auf eine Ölleitung
mit Hilfe einer optischen Faser gemessen.
[0004] In der Patentschrift US-A-5 330 136 ist eine Zuglauf- und Fahrwegsüberwachungseinrichtung
offenbart, bei der das Gleis über seine gesamte Lange mit einem dichte, den Fahrweg
überwachenden Sensorsystem ausgestattet ist, welches kontinuierlich Ort und Geschwindigkeit
aller auf der Strecke befindlichen Fahrzeuge aufnimmt und weitermeldet. Der Fahrweg
wird vom Sensorsystem im wesentlichen lückenlos überwacht. Das Sensorsystem nimmt
auch den Zustand des Fahrwegs auf indem es das Druck- und Belastungsprofil der Schiene
aufnimmt und ermöglicht somit Elastizität und Festigkeit des Gleisunterbaus sowie
die korrekte Gleislage und die Festigkeit der Schwellen zu überwachen. Darüber hinaus
ist das Sensorsystem in der Lage, die von den Radsätzen der Fahrzeuge auf die Schiene
übertragenen elastischen Achsschwingungen aufzunehmen und neben Elastizität und Festigkeit
des Gleisunterbaus auch den Zustand der Fahrzeuge und ihrer Radsätze zu überwachen.
Es bedarf dabei keiner Kommunikation zwischen Fahrzeug und Überwachungseinrichtung
oder einer vom Fahrzeug ausgehenden aktiven Positionsmeldung. Das Sensorsystem weist
Drucksensoren auf die über die Schienenklemmplatte den Schwellengegendruck zwischen
Schiene und Schwelle aufnehmen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein alternatives Verfahren zur Zuglaufüberwachung
von Bahngleisen anzugeben, bei welchem einfach aufgebaute Sensoren verwendet werden.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkamlen gelöst.
[0007] Die Erfindung eignet sich insbesondere für die Überwachung von Hochgeschwindigkeitszügen
und Hochgeschwindigkeitsfahrstrecken, bei welchen auch kleinste Fehler im Gleisbett,
an der Schiene oder an den Fahrzeugen zu schweren Unfällen führen können.
[0008] Erfindungsgemaß werden beide Schienen eines Eisenbahngleissystems über ihre gesamte
Länge mit einem kontinuierlich verteilten Sensorsystem ausgestattet, das es erlaubt,
Ort und Geschwindigkeit der Züge, einzelner Wagen und einzelner Achsen zu verfolgen
(zur Kontrolle der Anwesenheit des letzten Wagens, von Achsbrüchen, Radbrüchen und
Entgleisungen). Zugleich erlaubt dieses Sensorsystem auch, Zustand und Sicherheit
des Fahrwegs zu überwachen und insbesondere Schienenbrüche, Schwellenbrüche und Schraubenbrüche,
fehlerhafte Gleislagen, hohlliegende Schwellen, Gleisverwerfungen, nachlassende Tragfähigkeit
und Elastizität des Unterbaues, Veränderungen des Schotterbettes, Unterspülungen des
Gleiskörpers und Sabotageakte (gelöste oder entwendete Schienen, Hindernisse auf dem
Fahrweg) zu erkennen. Dabei sind wesentliche Merkmale dieser Erfindung, daß das Sensorsystem
wagenunabhängig arbeitet, also nicht auf besonderen Vorrichtungen an den Wagen oder
Rückmeldungen von diesen beruht, und daß es kontinuierlich über die Strecke verteilt
ist, also nicht auf punktuellen Einrichtungen an der Strecke beruht, die durch ihren
exponierten Aufbau anfälliger gegenüber Beschädigungen und Entwenden sind.
[0009] Das Sensorsystem arbeitet mit einem Sensorband, welches magnetoelastische Sensoren
aufweist, die vorzugsweise in kurzen Abständen längs des Sensorbandes angeordnet sind.
[0010] Durch einen hierarchischen Aufbau des Sensorsystems ist es leicht möglich, Ort und
Geschwindigkeit des Zuges auf der Strecke zu bestimmen und diese Information zur Zuglauf-
und Fahrwegüberwachung weiterzuverarbeiten.
[0011] Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels unter Zungfenahme der Zeichnungen
näher erläutert.
[0012] Es zeigen:
- Fig. 1
- den Gleisoberbau K mit zwischen Schiene und Schwelle befindlichen Sensorband;
- Fig. 2
- den Gleisoberbau K mit am Schienensteg angebrachtem Sensorband;
- Fig. 3
- den Gleisoberbau mit Sensorband und Streckenrechner sowie ein Beispiel für das Sensorsignal
im Normalzustand und bei Schienenbruch und
- Fig. 4
- die hierarchische Anordnung der Auswerteeinrichtung der Sensorsignale.
[0013] Figur 1 zeigt den Gleisoberbau unter Verwendung der Befestigungsart W mit einer vorteilhaften
Ausführungsform der Anordnung eines kontinuierlichen Sensorbandes 7, welches unter
dem Schienenfuß anstelle von oder zusammen mit einer dort üblicherweise eingebauten
elastischer. Kunststoffzwischenlage angebracht ist. Die Schiene 1 ist mit der Betonschwelle
6 durch Epsilon-Spannklemmen 3 und in Kunststoffdübel 5 eingedrehte Schwellenschrauben
2 Kraftschlüssig verspannt. Die Betonschwellen sind im Bereich des Schienenauflagers
besonders ausgebildet. In die W-förmigen vertiefungen greifen zwei stählerne winkelführungsplatten
4 und sichern die Schiene gegen seitliches verschieber. Die Schiene steht abgesehen
von der Kunststoffzwischenlage 8 (Fig. 2) und dem damit kombinierten oder anstelle
dieser Kunststoffzwischenlage eingebauten Sensorband 7 (Fig. 1) direkt auf den Betonschwellen.
Auf das Sensorband wirkt daher unmittelbar die Schwellengegenkraft als Reaktionskraft
der beim Befahren des Gleises auftretenden Führungskräfte. Die Schwellengegenkraft
ist abhängig von der dynamischen Radlast dem Schwellenabstand und dem Stabilisierungsgrad
des Gleises. Durch die erfindungsgemäße Anordnung wird die Schwellengegenkraft gleichzeitig
zur überwachung des Zuglaufes, des Fahrzeugzustandes, des Fahrzeuggewichtes sowie
des Gleiszustandes und der Tragfähigkeit des Unterbaus herangezogen. Um Beschädigungen
zu vermeiden, ist das in Fig. 2 dargestellte Sensorband 7a mit einem schlagfesten
Mantel ausgerüstet.
[0014] Tritt an einer bestimmten Stelle des Fahrweges ein Gleisfehler auf, etwa ein Schienenbruch,
wie er in Fig. 3 angenommen wird, so zeigt das Sensorsignal eine für die Art des Fehlers
charakteristische Veränderung, welche im unteren Teil der Figur schematisch anhand
eines Impulsdiagramms dargestellt ist. Beim Passieren eines Zuges 9 werden die Sensorsignale
vor der Bruchstelle stärker ansteigen und unmittelbar an der Bruchstelle 10 sprungartig
abfallen. Bei normalem Gleiszustand hat man dagegen einen stetigen Signalverlauf.
Gleisfehler wie hohlliegende Schwellen und Veränderungen des Schotterbettes erzeugen
ebenfalls charakteristische Sensorsignale, aus denen neben dem Ort auch die Art des
Gleisfehlers bestimmt werden kann. Dazu dient der Streckenrechner 11, welcher in Fig.
3 schematisch dargestellt ist. Solche Streckenrechner befinden sich in bestimmten
Abständen längs der Strecke und erhalten ihre Signale von den Sensorkoordinatoren
SKA, SKB... (s. Fig. 4), welche die einzelnen kleineren Streckenabschnitte A, B...
überwachen, in dem sie die dort erzeugten Sensorsignale auffangen und für die Weiterverarbeitung
im Streckenrechner 11 aufbereiten. Die Sensorkoordinatoren sorgen auch für die Stromversorgung
der Sensoren bzw. Überwachung ihrer Funktion. Ein zur Überwachung geeignetes hierarchisches
System ist in Fig. 4 dargestellt.
[0015] Die Reichweite der Signale bedingt eine längs der Strecke durchgeführte Aufteilung
des Sensorbandes in Abschnitte, in welchen jeweils die Signale aufbereitet bzw. mit
Zwischenverstärkern verstärkt werden. Damit kann die Dämpfung der Sensorsignale ausgeglichen
werden.
[0016] Die Abstände der Meßeinrichtungen längs der Strecke sind variabel. Sie betragen im
Bahnhofsbereich wenige Meter und können auf offener Strecke auf mehrere Kilometer
ausgedehnt werden. Bei der Festlegung der Abstände werden folgende Vor- und Nachteile
berücksichtigt:
1. Meßstellen in größerem Abstand sind mit geringeren Kosten verbunden und reichen
aus, um Zuglauf, Gleiszustand und Gleisfreimeldung auf freier Strecke zu überwachen.
2. Meßstellen in kleinerem Abstand sind für die Unterscheidung einzeiner Wagen, für
die Überwachung des Wagengewichtes und des Wagenzustandes erforderlich, insbesondere
im Bahnhofsbereich. und zur Verhinderung der Flankenfahrt an Weichen.
[0017] Die Fahrgeschwindigkeit der Fahrzeuge muß nier nicht ausschließlich über Ort und
Zeit wie bei anderen Gleissicherungseinrichtungen bestimmt werden, sondern ist auch
an der dynamischen Belastung des Fahrweges erkennbar. Eine höhere Fahrgeschwindigkeit
erzeugt an jeder Stelle des Fahrweges ein höheres Belastungsprofil. Damit ist eine
kontinuierliche Geschwindigkeitsmessung möglich, die nicht auf diskrete Ortsund Zeitmessungen
angewiesen ist (s. die schematisch dargestellten Sensorsignale in Fig. 3).
[0018] Auf Neubaustrecken und nach Erneuerung des Schotteroßerbaus müssen gewöhnlich Geschwindigkeitsbeschränkungen
eingehalten werden, da das neuverlegte Schotterbett noch nicht die volle Tragfähigkeit
erreicht. Diese Geschwindigkeitsbeschränkungen können durch direkte Messung der dynamischen
Fahrwegbelastung besser an den Zustand des Fahrwegs angepaßt werden.
[0019] Falls ein Gleisfehler vorliegt, in dem beispielsweise die Schwellen nohlliegen oder
durch mangelnde Elastizität des Unterbaus bei Durchfahrt des Zuges eine Abweichung
vom normalen Impuisdiagramm auftritt, lassen sich Hinweise auf die Art des Fehlers
und den betroffenen Streckenabschnitt gewinnen. Dadurch werden die Streckenwartungskosten
gesenkt.
[0020] Ein weiterer Vorteil der beschriebenen Anordnung besteht darin, daß die Streckenkoordinatoren
SKA...SKD, welche die Meßergebnisse der Meßeinrichtungen 12 auswerten, wie in Fig.
4 dargestellt, hierarchisch vernetzt sind, so daß jeder Streckenkoordinator die Meßergebnisse
menrerer benachbarter Meßeinrichtungen auswerten und miteinander abgleichen kann.
Durch die hierarchische Vernetzung der Meßeinrichtungen wird Sicherheitsredundanz
eingeführt. Bei Ausfall eines Streckenkoordinators kann ein anderer dessen Funktion
mitübernehmen.
1. Verfahren zur Zuglauf- und Fahrwegsuberwachung, wobei ein Gleis über seine gesamte
Länge mit einem den Fahrweg überwachenden Sensorsystem (7, 7a) ausgestattet ist, welches
kontinuierlich Ort und Geschwindigkeit aller auf der Strecke befindlichen Fahrzeuge
sowie den Zustand des Fahrwegs aufnimmt und weitermeldet, ohne daß es einer Kommunikation
zwischen Fahrzeug und Überwachungseinrichtung oder einer von dem Fahrzeug ausgehenden
aktiven Positionsmeldung bedarf wobei das Sensorsystem das Druck- und Belastungsprofil
der Schiene (1) aufnimmt und damit Elastizität und Festigkeit des Gleisunterbaus und
die korrekte Gleislage und die Festigkeit der Schwellen (6) zu überwachen erlaubt,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Sensorsystem magnetoelastische Sensoren aufweist, welche in der Form eines
kontinuierlichen Sensorbandes (7, 7a) an der Schiene (1) über ihre gesammte Länge
angebracht werden und die auf die Schiene einwirkenden Auflagerkräfte und Biegemomente
aufnehmen.
1. Procédé de surveillance du trafic ferroviaire et des voies de chemin de fer, où une
voie, sur toute sa longueur, est équipée d'un système de capteurs (7, 7a) surveillant
la voie, qui reçoit et transmet continuellement l'emplacement et la vitesse de tous
les véhicules se trouvant sur le trajet ainsi que l'état de la voie sans qu'il y ait
besoin d'une communication entre le véhicule et le dispositif de surveillance ou d'une
signalisation active de la position partant du véhicule, le système de capteurs recevant
le profil de pression et de charge du rail et permet ainsi la surveillance de l'élasticité
et de la solidité de l'infrastructure de la voie et de la position correcte de la
voie et de la solidité des traverses (6),
caractérisé en ce que le système de capteurs présente des capteurs magnétoélastiques
qui sont fixés sous la forme d'une bande de capteurs continue (7, 7a) au rail (1)
sur toute la longueur de celui-ci et qui reçoivent les forces d'appui et couples de
flexion agissant sur le rail.