[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Wärmeübertrager für kleine Flüssigkeits- und
große Gas-/Dampf-Volumenströme mit zylindrischem Außenmantel als Druckkörper unter
vorzugsweiser Verwendung gerader, außen berippter oder lamellierter Rohre mit Queranströmung
und Kreuz-Gegenstrom-Führung der wärmeaustauschenden Ströme. Anwendbar sind solche
Wärmeübertrager zum Beispiel zur Erhitzung von Luft und technischen Gasen einschließlich
der Nutzung des Kältevorrates von Gas-/Dampfströmen, zur Nutzung von Abwärmeströmen
bei geringen Temperaturdifferenzen unter Gegenstrombedingungen oder zur Abkühlung
von Flüssigkeiten durch kalte Luft bzw. Kältemitteldämpfe.
[0002] Bekannt ist ein Wärmeübertrager (Patent-Nr. DD 218 167 B1), bei dem der Ein- und
Austritt der Gas-/Dampf-Phase in einem unterteilten Zentralrohr ohne Stutzen am zylindrischem
Außenmantel erfolgt, wobei in das Zentralrohr eine thermisch dämmende Trennwand eingebaut
ist. Bei dieser Konstruktion wird der Kreuz-Gegenstrom zwischen einem Flüssigkeits-Volumenstrom
und einem sehr großen Gas-/Dampf-Volumenstrom realisiert, wobei der Gas-/Dampf-Volumenstrom
einen Ringkanal einflutig von 0° bis 360° oder zweiflutig von 0° bis 180° durchströmt
und danach auf der Austrittsseite des Zentralrohres wieder abgezogen wird. Die berippten
Rohre liegen dabei exakt quer zur Gas-/Dampf-Strömung und gestatten die Mehrflutigkeit
auf der Flüssigkeitsseite mit Kreuz-Gegenstrom-Führung der wärmeaustauschenden Medien.
Dieses Prinzip ist allerdings auf sehr große Gas-/Dampf-Mengen angewiesen. Für kleinere
Gas-/Dampf-Mengen ist es nicht möglich, kompakte Apparate mit großer Wärmeaustausch-Flächendichte
zu gestalten.
[0003] Eine Anwendung des beschriebenen Wärmeübertragerprinzips mit mehreren in radialer
Richtung parallelgeschalteten Rohrreihen für 2/2-flutige Ausführung und Teilkondensation
von kondensierbaren Gasinhaltsstoffen ist in DE 41 02 294 A1 angegeben. Hier wird
auch eine Ausführung mit Schwimmkopf gezeigt. Wegen der radialen Parallelschaltung
der Rippenrohre und der 2/2-Flutigkeit ist diese Konstruktion ebenfalls nur für sehr
große Gas-/Dampfmengen einsetzbar, also eher für Turboverdichter und nicht für Kolbenverdichter,
wie in der zitierten Patentschrift angegeben. Analoge Anmerkungen gelten für die Patentschrift
DE 41 02 293 A1. Hier werden sehr große Zentralrohre, Schwimmkopf und Einbau von Tropfenabscheidern
vorgeschlagen, wobei die Gasphase in einem gesonderten Tunnel innerhalb des Zentralrohres
abgezogen wird. Auch diese Ausführung ist für mittlere Gas- oder Dampfvolumenströme
ungeeignet und bietet der Gasphase nur einen kurzen Strömungsweg an, der die Anwendung
wie in den vorbeschriebenen Fällen auf geringe Temperaturzu- oder -abnahme der Medien
einschränkt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Wärmeübertrager mit Kreuz-Gegenstrom-Führung
der wärmetauschenden Ströme für mäßig große Gas/Dampf-Volumina und kleine bis sehr
kleine Flüssigkeitsvolumenströme so auszuführen, daß große Temperaturzunahmen bzw.
-abnahmen der strömenden Medien realisierbar sind bei minimalen Druckverlusten auf
der Gasseite und sowohl die drucktragende Oberfläche als auch die abzudichtende Fläche
minimal gehalten, der Fertigungsaufwand gegenüber herkömmlichen Lösungen beträchtlich
gesenkt und bei genügender Freiheit der Gestaltung der Strömungsquerschnitte für die
Flüssigphase die Dichte der wärmeaustauschenden Oberfläche erhöht wird.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß
die Gas-/Dampf-Phase durch konzentrisch angeordnete Ringkanäle strömt, die axial mit Rohren (vorzugsweise
Rippen- oder Lamellenrohren) bestückt sind, wobei die strömende Gas-/Dampf-Phase durch
Zylindermäntel aus Metall, Metall mit Nichtmetallbeschichtung oder Nichtmetall von
Zug zu Zug getrennt ist und am Ende eines solchen Ringkanals durch eine abschließende
Trennwand und Öffnungen im Zylindermantel der radiale Übertritt der Gas-/Dampf-Phase
in den nächsten Ringkanal ermöglicht wird, so daß die Gas-/Dampf-Phase nacheinander
alle Ringkanäle von innen nach außen oder von außen nach innen durchströmt, und
die flüssige Phase durch die axial angeordneten Rohre geleitet wird, wobei die Verteilung der Flüssigkeit
in konzentrisch angeordneten Umlenkräumen der äußeren Endkammern mit Kammerstegen
für die Begrenzung der Rohranzahl pro Zug und durch radial angeordnete Übertrittsöffnungen
erfolgt und damit optimale Kreuz-Gegenstrom-Bedingungen der wärmeaustauschenden Medien
gesichert werden.
Die erfindungsgemäße Lösung kann sowohl mit einer Rohrreihe pro Ringkanal als auch
mit mehreren Rohrreihen realisiert werden. Für die Wahl der Ausführung ist das Verhältnis
der Volumenströme der verfügbaren Gas-/Dampf-Menge zu den Flüssigkeitsmengen entscheidend.
In einer besonderen Ausgestaltung der Vorrichtung werden die Trennwände der Ringkanäle
nicht von festen Wänden sondern von glatten, isolierenden Folien gebildet, die über
die z.B. berippten Rohre gewickelt werden, auf diesen eng anliegen und eine außen
spielfreie Gestaltung der Ringkanäle zu den Wärmeaustauschrohren und damit verbesserte
Bedingungen für die Wärmeübertragung bieten, wobei die isolierende Trennfolie an ihren
Enden in z.B. metallischen Schienen oder Profilen eingespannt und die äußere Einspannung
der Trennfolie über Federn dehnungsweich mit einem festangeordneten Spannprofil verbunden
ist und durch das Aufwickeln der Trennfolie druckverlustarme Übergänge zwischen den
Ringkanälen entstehen, die separate Trennwände entbehrlich machen.
[0006] Die erfindungsgemäße Lösung bietet folgende Vorteile:
[0007] Durch die konzentrische Anordnung mehrerer Ringkanäle ineinander und deren Position
zu einem Zentralrohr ist eine kompakte Bauweise mit einer hohen Dichte der wärmeaustauschenden
Oberfläche möglich. Weisen die Medien nach der Wärmeübertragung Temperaturen auf,
die nahe der jeweiligen Umgebungstemperatur liegen, und platziert man diesen Ein-
bzw. Austrittspunkt der wärmetauschenden Medien am Außendurchmesser des erfindungsgemäßen
Wärmeübertragers, dann ist die Ausführung einer thermischen Dämmung auf dem zylindrischen
Außenmantel des erfindungsgemäßen Wärmeübertragers nicht notwendig oder minimierbar.
Durch die Ausführung als Rundkörper ist die Möglichkeit einer hervorragenden Abdichtung
zwischen dem erfindungsgemäßen Wärmeübertrager und der Umwelt gegeben, so daß auch
der Wärmeübergang von/zu gefährlichen und/oder umweltschädlichen Medien realisiert
werden kann. Die zylindrische Form bietet die Möglichkeit, dünnwandige Apparate auszuführen,
die für höhere Drücke in den Ringkanälen und in den Rohren geeignet sind. Durch die
gewählte Anordnung der Rohre zu den Öffnungen in den Zylindermänteln ist ein exakter
Kreuz-Gegenstrom zwischen den wärmeübertragenden Medien und ein exakter Querstrom
zu den Rippen bzw. Lamellen der Rohre gewährleistet. Durch die Verwendung glatter
isolierender Folien sind die Druckverluste in den Ringkanälen sehr gering, zumal dadurch
gerundete Gasübertritte anstelle eckiger Trennwände zwischen den Ringkanälen entstehen.
Gleichzeitig werden einzelne Fenster in den Zylindermänteln entbehrlich, weil durch
Übergang der Trennfolie von Ringkanal zu Ringkanal der volle Übertrittsquerschnitt
für die Gasphase zur Verfügung steht. Ein wesentlicher Vorteil bei Verwendung einer
Trennfolie anstelle fester Zylindermäntel ist das Anliegen der Folie an der Außenkontur
des Rohres. Auf diese Weise wird die Strömung in die vergrößerten Außenflächen der
Rohre (Rippen, Lamellen) zwangsgeführt, was den Wärmeübergang stark verbessert. Schließlich
entstehen durch die Verwendung einer solchen Trennfolie anstelle starrer Zylindermäntel
fertigungstechnische und Kostenvorteile. Ferner erhöht sich die Kompaktheit weiter
und die Masse des Apparates wird reduziert.
Ausführungsbeispiel
[0008] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert werden.
[0009] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- einen Axialschnitt durch den erfindungsgemäßen Wärmeübertrager mit drei konzentrisch
angeordneten Ringkanälen;
- Fig. 2
- einen Radialschnitt durch den gas-/dampfdurchströmten Teil des erfindungsgemäßen Wärmeübertragers
mit gleichsinniger Strömungsrichtung im Ringkanal;
(Die berippten oder lamellierten Rohre sind in Fig. 2 nicht dargestellt.)
- Fig. 3
- einen Schnitt durch die Endkammer des erfindungsgemäßen Wärmeübertragers mit drei
konzentrisch angeordneten Ringkanälen, wobei drei Rohre zu einem Zug für die Flüssigkeit
zusammengefaßt sind;
- Fig. 4
- eine technische Lösung für die Befestigung des äußeren Endes der Trennfolie mit Darstellung
der Gasübertritte bei Verwendung von Trennfolien.
[0010] Der vorschlagsgemäße Wärmeübertrager ist charakterisiert durch konzentrisch ineinander
angeordnete Ringkanäle 1, die von einem Zentralrohr 6 und konzentrisch angeordneten
Zylindermänteln 2 oder Trennfolien 16 zwischen zwei Rohrböden 3 und 4 gebildet werden.
In diesen Ringkanälen 1 sind Rohre 5 mit Rippen- oder Lamellenbestückung in axialer
Richtung eingebaut. Die Anströmung durch eine Gas-/Dampf-Phase (höherer Volumenstrom)
erfolgt vorzugsweise durch das Zentralrohr 6 und die Abströmung über einen Sammler
7. Die konzentrisch angeordneten Zylindermäntel 2 sind am Ende des Ringkanals 1 zum
darüber liegenden Ringkanal offen. Über diese Öffnungen 8 tritt die Gas-/Dampf-Phase
auf der Außenseite der berippten oder lamellierten Rohre 5 in den jeweils folgenden
Ringkanal 1 über, wenn eine annähernd volle Kreisbahn durch dieses Medium absolviert
wurde. Bei Verwendung von isolierenden Trennfolien 16 wird diese vorzugsweise ungeteilt
von Ringkanal 1 zu Ringkanal 1 über die vergrößerten Rohraußenflächen (Rippen, Lamellen)
aufgewickelt, die beim Übergang zum nächsten Kanal jeweils den Kanalabschluß mit der
Trennwand 14 und damit die Öffnungen 8 bilden.
Für das faltenfreie Anliegen der Folie 16 an den Rohren 5 wird das Ende der Folie
16 in Längsprofile eines Folienspanners 18 eingespannt, der über zwei Führungswinkel
19 geführt und über Spannfedern 20 dehnungsweich auf Spannung gehalten wird. Das Spannprofil
21 dient dabei sowohl als Festpunkt der Feder als auch zur Führung der Folie 16.
[0011] Im Kreuz-Gegenstrom zur Gas-/Dampf-Phase in den Ringkanälen 1 wird die Flüssigphase
(geringer Volumenstrom) über einen Stutzen 9 zu- und über einen Stutzen 10 abgeführt.
Es ist möglich, Teilströme der Flüssigkeit entsprechend Ihres Temperaturniveaus über
einen weiteren, nicht dargestellten Stutzen zwischen den Stutzen 9 und 10 zu entnehmen
oder zuzuführen. Durch die Endkammern 11 und 12 werden konzentrisch angeordnete Umlenkräume
13 gebildet, wobei durch Kammerstege 17 jeweils eine begrenzte Anzahl von Rohren 5
zu einem Strömungsgang zusammengefaßt werden, so daß die Flüssigphase axial zwischen
den Umlenkräumen 13 durch die Rohre 5 strömt und so schrittweise im Kreuz-Gegenstrom
zur Gas-/Dampf-Phase in den Ringkanälen 1 geführt wird. Am Ende der konzentrischen
Umlenkräume 13 der Endkammern 11 und 12 erfolgt der radiale Übertritt der flüssigen
Phase in den folgenden konzentrischen Umlenkraum 13 über Übertrittsöffnungen 15 oder
über Stutzen 10 nach außen. Die Umlenkräume 13 werden durch variabel platzierbare
Kammerstege 17 gebildet. Die Anzahl der Ringkanäle 1 und der Rohre 5 ist nicht begrenzt.
1. Wärmeübertrager für kleine Flüssigkeits- und große Gas-/Dampf-Volumenströme mit zylindrischem
Außenmantel als Druckkörper unter vorzugsweiser Verwendung gerader, außen berippter
oder lamellierter Rohre mit Queranströmung und Kreuz-Gegenstrom-Führung der wärmeaustauschenden
Ströme, gekennzeichnet dadurch, daß um ein an sich bekanntes Zentralrohr (6) Zylindermäntel (2) konzentrisch so angeordnet
sind, daß durch sie Ringkanäle (1) gebildet werden und daß sowohl das Zentralrohr
(6) mit einem Zylindermantel (2) als auch die Zylindermäntel (2) untereinander durch
eine oder mehrere Trennwände (14) in Verbindung stehen und ein Übertritt der Gas-/Dampf-Volumenströme
zwischen dem Zentralrohr (6) und dem innersten Ringkanal (1), sowie zwischen den Ringkanälen
(1) selbst und zwischen dem äußeren Ringkanal (1) und dem Sammler (7) durch Öffnungen
(8) erfolgt und daß sich in den Ringkanälen (1) Rohre (5) befinden, die durch Endkammern
(11, 12) mit Umlenkräumen (13) an den Stirnseiten des Wärmeübertragers in Verbindung
stehen.
2. Wärmeübertrager nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Trennwände (14) zwischen den Ringkanälen (1) jeweils nach einer annähernd
vollen Kreisbahn im Ringkanal schräg eingefügt sind oder daß durch eine vorzugsweise
ungeteilte isolierende Trennfolie (16), die über die Außenkonturen der wärmeübertragenden
Rohre (5) gewickelt ist, Trennwände (14) gebildet werden und gleichzeitig Öffnungen
(8) durch Übergang der Trennfolie (16) zum nächsten Ringkanal entstehen.
3. Wärmeübertrager nach Anspruch 1 bis 2, gekennzeichnet dadurch, daß die Zylindermäntel (2) ein- oder mehrschichtig ausgebildet sind und/oder aus
thermisch dämmendem Material bestehen.
4. Wärmeübertrager nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß die Rohre (5) auf der Außenseite mit oberflächenvergrößernden Mitteln versehen
sind.
5. Wärmeübertrager nach Anspruch 2 mit Trennwänden (2) durch Aufwickeln von isolierenden
Trennfolien (16), gekennzeichnet dadurch, daß die Trennfolie (16) am äußeren Ende im Folienspanner (18) eingespannt und dieser
über Federn (20) mit einem fest angeordneten Spannprofil (21) verbunden ist, wobei
das Spannprofil (21) gleichzeitig die Führung der Trennfolie (16) zum Hüllkreis der
äußeren Rohrreihe übernimmt.