[0001] Die Erfindung betrifft ein umlaufendes Maschinen-Schleifwerkzeug, dessen Arbeitsfläche
mit einem Schleifmittel, insbesondere einem aufgeklebten Schleifleinen, ausgerüstet
ist, sowie das dafür vorgesehende Schleifmittel.
[0002] Umlaufende Maschinen-Schleifwerkzeuge mit denen im industriellen Maßstab, insbesondere
in der Möbelindustrie, geschliffen wird, sind gattungsmäßig unterteilbar in umlaufende
Schleifgurte und rotierende Schleifscheiben bzw. Walzen. Die mit dem zu schleifenden
Werkstück in Anlage bringbaren Arbeitsflächen der Schleifwerkzeuge sind mit abrasivem
Schleifmittel ausgerüstet. Derartige Schleifmittel bestehen aus einer Unterlage aus
Papier, Gewebe oder dergleichen, deren eine Oberfläche mit einer Schicht aus abrasiv
wirkenden Körnern versehen ist. Zumeist handelt es sich um auf die Arbeitsflächen
geklebtes Schleifleinen, das auf Grund relativ kurzer Standzeiten regelmäßig zu erneuern
ist, indem die Klebung gelöst und danach neues Schleifleinen aufgeklebt wird.
[0003] Für das Schleifen von Profilen sind die Arbeitsflächen der Schleifwerkzeuge entsprechend
konturiert. Das aufgeklebte Schleifleinen ist ausreichend dünn, um in die Konturen
eingeschmiegt zu werden. Es hat sich gezeigt, daß sich beim Profilschleifen Punktauflagen
des Schleifmittels an dem zu schleifenden Profil ergeben können, wodurch unerwünschte
"Rattermarken" in der Oberfläche des zu schleifenden Werkstücks auftreten. Außerdem
kann die Punktauflage unter Umständen örtlich zu so hohem Andruck führen, daß auftretende
Reibungswärme zum "Brennen" des Schleifmittels führt. Darüber hinaus ist ein Lackzwischenschliff
mit Schleifleinen nicht möglich, da die Lackschicht durchgeschliffen wird.
[0004] Zur Überwindung dieser Nachteile ist bereits vorgeschlagen worden, Schleifleinen
durch einen Schaumstoffstreifen zu ersetzen, in dessen mit dem Werkstück in Anlage
zu bringende schleifende Oberfläche entsprechend körniges Schleifmaterial eingebunden
ist. Ein derartiger Schaumstoffstreifen als Schleifmittel läßt sich jedoch nur für
den Lackzwischenschliff einsetzen. Für den Holzschliff ist das zu erreichende Schleifen
nicht aggressiv genug. Darüber hinaus hat sich insbesondere bei rotierenden Schleifwerkzeugen
gezeigt, daß sich bei Drehzahlen über 1200/min der Kern des Schaumstoffstreifens durch
Fliehkräfte reckt und das Schleifmittel dadurch instabil wird. Wesentlicher Nachteil
ist auch, daß das zu schleifende Werkstück das aus Schaumstoff gebildete Schleifmittel
aufgrund des Schleifandrucks walkt, wodurch sich an der schleifenden Oberfläche die
Kornbindung des abrasiven Materials lockert und ein Abblättern auftritt.
[0005] Es ist auch möglich, daß Ecken des Werkstücks in das weichelastische Schleifmittel
einstechen, wodurch Stücke herausgerissen werden können. Das Ein- und Aussetzen des
Schleifwerkzeugs erfordert deshalb hohen technischen Aufwand an entsprechenden Aggregaten
und Maschinen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein umlaufendes Maschinen-Schleifwerkzeug
zu schaffen sowie ein für dessen Ausrüstung vorgesehenes Schleifmittel, bei dem die
vorbeschriebenen Nachteile nicht auftreten.
[0007] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zwischen der Arbeitsfläche
und dem Schleifleinen ein elastisches Polster angeordnet ist.
[0008] Mit dem erfindungsgemäßen Schleifwerkzeug kann, wie mit einem Schleifleinen, relativ
aggressiv geschliffen werden, wobei auf Grund der Unterfütterung des Schleifleinens
mit einem elastischen Polster dessen Nachteile nicht auftreten. Beim Schleifen mit
dem erfindungsgemäßen Schleifwerkzeug treten "Rattermarken" nicht auf und das Schleifmittel
kann auch nicht brennen; denn es baut sich keine Reibungswärme auf, weil der Schleifandruck
gleichmäßig ist. Das Schleifwerkzeug eignet sich dadurch vorteilhaft zum Schleifen
von Profilen, da eine großflächige Schleifmittelauflage auf dem Werkstück gegeben
ist. In vorteilhafter Weise werden größere Formabweichungen und Maßtoleranzen dabei
ausgeglichen.
[0009] Gegenüber dem nur für den Lackzwischenschliff geeigneten, ein Schaumstoffband mit
an einer Oberfläche eingebundenen abrasiven Körnern umfassenden Schleifmittel, hat
ein derart ausgerüstetes Schleifwerkzeug den Vorteil, daß das relativ weiche Polster
unter dem Schleifleinen geschützt liegt, so daß ein Herausreißen von Stücken nicht
auftritt. Instabilität durch Fliehkräfte wird durch die mechanische Festigkeit des
das Polster abdeckenden Schleifleinens verhindert.
[0010] Für das Polster kann deshalb ein geeigneter Schaumstoff mit entsprechender Porigkeit
und Elastizität gewählt werden.
[0011] Ein Schleifwerkzeug, beispielsweise eine rotierende Schleifscheibe, kann in Vorbereitung
des Schleifvorganges an seiner Arbeitsfläche zunächst mit einem Polster aus Schaumstoff
belegt werden. Darüber wird dann ein Schleifleinen gelegt, das die freie Oberfläche
des Schaumstoff-Polsters abdeckt.
[0012] Das Polster kann auf die Arbeitsfläche geklebt sein, wobei das Schleifleinen wiederum
auf das Polster geklebt werden kann. Auf diese Weise lassen sich ohne weiteres auch
konturierte Arbeitsflächen von Schleifwerkzeugen für das Profileschleifen ausrüsten.
[0013] Das Schleifleinen und das Polster können in Form von Streifen vorliegen, die lediglich
auf entsprechende Länge geschnitten werden.
[0014] Der Schleifleinen-Streifen ist mit besonderem Vorteil breiter als der Polster-Streifen.
Dies ermöglicht, die Längsränder des Schleifleinen-Streifens über die Längsränder
des Polster-Streifens zu ziehen und an dem Schleifwerkzeug, beispielsweise einer rotierenden
Schleifscheibe, durch Verkleben zu befestigen. Das Polster ist dadurch unter dem Schleifleinen
vollständig gekapselt und gegen mechanische Einwirkungen geschützt.
[0015] Eine Ausgestaltung des Schleifmittels, mit dem sich ein Schleifwerkzeug in erfindungsgemäßer
Weise ausrüsten läßt, und für die auch selbständiger Schutz beansprucht wird, sieht
vor, daß ein Streifenmittelbereich des Schleifleinen-Streifens mit einem Polster-Streifen
beschichtet ist. Durch entsprechende Vorfabrikation kann somit ein aus Polster und
Schleifleinen bestehendes einstückiges Schleifmittel bereitgestellt werden, das in
Streifen oder Bandform vorliegt. Von dem Schleifmittelstreifen können Abschnitte entsprechender
Länge geschnitten werden, mit denen sich die Arbeitsflächen eines Schleifwerkzeugs
ausrüsten lassen.
[0016] Damit die Ausrüstung auch von konturierten Arbeitsflächen problemlos möglich ist,
weist wenigstens einer der Längsränder des Schleifmittelstreifens Ausklinkungen auf.
Vorzugsweise sind beide Längsränder des Schleifmittelstreifens mit entsprechenden
Ausklinkungen versehen, die ein Einschmiegen des Schleifmittelstreifens in entsprechende
Konturen in der Arbeitsfläche eines Schleifwerkzeugs erleichtern. Dabei sind die Ausklinkungen
so angebracht, daß sie zumindest teilweise in den jeweils benachbarten Rand des Polster-Streifens
hineinragen. Der Polster-Streifen an der Unterseite des Schleifleinens behindert dadurch
nicht die für das Anschmiegen in die Konturen der Arbeitsfläche notwendigen Verformungen.
[0017] Die Ausklinkungen können einfache, mehr oder weniger spitzwinkelige Einschnitte sein.
Vorzugsweise sind die Ausklinkungen als parallel zum jeweiligen Längsrand des Schleifmittels
verlaufende Lochreihe ausgebildet, wobei in jedes Loch ein Längsrandeinschnitt geführt
ist.
[0018] Der Polster-Streifen kann an der Unterseite des Schleifleinen-Streifens mit entsprechenden
Mitteln, beispielsweise Klebstoffen, befestigt werden.
[0019] Um das erfindungsgemäße Schleifmittel an einem Schleifwerkzeug befestigen zu können,
weisen die an der Arbeitsfläche zu Liegen kommenden Unterseiten des Schleifleinen-Streifen
sowie des daran angeordneten Polster-Streifens eine Beschichtung aus durch vorzugsweise
Anlösen aktivierbarem Klebemittel auf.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel, aus dem sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, ist
in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1.
- eine schematische Schnittansicht eines Schleifwerkzeugs im Bereich seiner Arbeitsfläche,
- Fig. 2.
- eine Untenansicht eines Abschnittes des Schleifmittels,
- Fig. 3.
- einen Schnitt des Schleifmittels entlang der Linie III - III in Fig. 2.
[0021] In Fig. 1 ist eine schematische Ansicht eines Schleifwerkzeugs 1 im Schnitt dargestellt.
Das Schleifwerkzeug besitzt einen Werkzeugkörper 2 mit gegen ein hier nicht weiter
dargestelltes Werkstück andrückbarer Arbeitsfläche 3. Die Arbeitsfläche 3 ist mit
einem Polster 4 aus Schaumstoff belegt. Über das Polster ist ein Schleifleinen 5 gelegt,
das breiter als das Polster 4 ist, so daß seine Längsränder 6 und 7 nach unten umlegbar,
über die Seitenränder des Polsters 4 ziehbar sind und an den Flankenflächen 8 und
9 des Werkzeugkörpers 2, zum Beispiel durch Kleben, befestigbar sind. Das Polster
4 liegt dadurch geschützt unter dem gegen mechanische Belastungen relativ beständigen
Schleifleinen 5.
[0022] Selbstverständlich kann das Polster 4 auch auf die Arbeitsfläche 3 geklebt werden.
Desweiteren ist es möglich, das Schleifleinen mit der zugekehrten Oberseite des Polsters
4 vollflächig zu verkleben.
[0023] Fig. 2 zeigt eine Unteransicht eines Schleifmittels, das in Form eines Streifens
vorfabriziert ist, von dem hier ein Abschnitt dargestellt ist. Das Schleifmittel besteht
aus den Schleifleinen-Streifen 5, dessen Streifenmittelbereich mit einem Streifen
aus Polster 4 beschichtet ist. Da der Schleifleinen-Streifen 5 breiter als der Polster-Streifen
4 ist, sind hier lediglich die überstehenden Längsränder 6 und 7 sichtbar, wobei die
Längsränder des Polsterstreifens 4 mit 10 und 11 bezeichnet sind.
[0024] Mit 12 sind Ausklinkungen bezeichnet, die als parallel zum jeweiligen Längsrand 6,
7 verlaufende Lochreihe ausgebildet sind, wobei in jedes Loch ein Längsrandeinschnitt
13 geführt ist.
[0025] Fig. 3 zeigt eine Schnittansicht des Schleifmittels entlang der Linie III - III in
Fig. 2. Unter den Schleifleinen-Streifen 5 ist das Polster 4 geklebt. Die Längsränder
des Schleifleinen-Streifens 5 sind wieder mit 6 und 7 bezeichnet, wobei hier deutlich
sichtbar ist, daß das Schleifleinen 5 breiter als das Polster 4 ist. Ebenso wie in
Fig. 2 ist, auch in Fig. 3 sichtbar, daß die als Lochreihe ausgebildeten Ausklinkungen
sich teilweise in den Polster-Streifen 4 hineinerstrecken.
[0026] Wie in Fig. 3 angedeutet, sind die an der Arbeitsfläche 3 (Fig. 1) zu Liegen kommenden
Unterseiten des Schleifleinen-Streifens 5 sowie des angeordneten Polster-Streifens
4 mit einer Beschichtung 14 aus zum Beispiel durch Anlösen aktivierbaren Klebmittel
versehen.
1. Umlaufendes Maschinen-Schleifwerkzeug, dessen Arbeitsfläche mit einem Schleifmittel,
insbesondere einem aufgeklebten Schleifleinen ausgerüstet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Arbeitsfläche (3) und dem Schleifleinen (5) ein elastisches Polster
(4) angegordnet ist.
2. Schleifwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstoff für das Polster (4) Schaumstoff ist.
3. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Schleifleinen (5) und das Polster (4) in Form von Streifen vorliegen.
4. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schleifleinen-Streifen (5) breiter als der Polster-Streifen (4) ist.
5. Schleifmittel zur Ausrüstung des Schleifwerkzeugs nach einem der Ansprüche 1 - 4,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Streifenmittelbereich des Schleifleinen-Streifens
(5) mit einem Polster-Streifen (4) beschichtet ist.
6. Schleifmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigtstens einer der Längsränder
(6,7) des Schleifleinen-Streifens (5) Ausklinkungen (12) aufweist.
7. Schleifmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß jene Ausklinkung (12) zumindest
teilweise in den jeweils benachbarten Rand (10,11) des Polsterstreifens (4) hineinragt.
8. Schleifmittel nach einem der Ansprüche 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausklinkungen
(12) als parallel zum jeweiligen Längsrand (6,7) des Schleifleinens verlaufende Lochreihe
ausgebildet sind, wobei in jedes Loch ein Längsrandeinschnitt (13) geführt ist.
9. Schleifmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die an der Arbeitsfläche (3) zu Liegen kommenden Unterseiten des Schleifleinen-Streifens
(5) sowie des daran angeordneten Polsterstreifens (4) eine Beschichtung mit Klebmittel,
insbesondere durch Anlösen aktivierbarem Klebmittel, aufweisen.