[0001] Die Erfindung betrifft eine Wurftaube für einen Schießsport, die eine kreisrunde
Form sowie einen im wesentlichen napfförmigen Querschnitt aufweist und rotierend einer
vorbestimmten Flugbahn folgt. Des weiteren betrifft die Erfindung eine Wurfvorrichtung
für einen Schießsport, insbesondere zum Werfen einer genannten Wurftaube mit einem
unter Wirkung einer Feder stehenden, schwenkbaren Wurfarm, der die Wurftaube trägt
und dieser bei Schwenkung eine Wurfkraft verleiht, wobei die Wurftaube bei Schwenkung
des Wurfarmes in Rotation versetzt wird.
[0002] Eine bekannte Wurftaube für das Skeet- bzw. Trap-Schießen besteht üblicherweise aus
einem Bitumenwerkstoff und weist einen Durchmesser von etwa 11 cm auf. Die Wurftaube
wir mittels einer geeigneten Abwurfeinrichtung in Rotation versetzt und derart abgeworfen,
daß sie einer vorbestimmten Flugbahn folgt. Beim Skeet-Schießen ist diese Flugbahn
dem Sportler bekannt, während beim Trap-Schießen eine Vielzahl von vorbestimmten Flußbahnen
möglich sind. Der Sportler hat die Aufgabe, die Wurftaube mittels einer aus einem
Gewehr abgegebenen Schrotladung zu treffen.
[0003] Aufgrund der in letzter Zeit strengeren Vorschriften hinsichtlich des Umweltschutzes
ist in vielen Regionen die Ausübung eines derartigen Schießsportes verboten worden,
da der Explosionsknall beim Auslösen des Schusses eine starke Lärmbelästigung für
die Umgebung unter darüber hinaus die in einer Patrone enthaltenen Schrotkugeln, die
üblicherweise aus Blei bestehen, eine hohe Schwermetallbelastung des Bodens darstellen.
[0004] Es ist deshalb versucht worden, den Skeet- und Trap-Schießsport in eine Halle zu
verlegen. Da aber beispielsweise beim Skeet-Schießen die Flugweite einer Wurftaube
etwa 65 m beträgt und der Schütze bis zu 30 m versetzt zur Flugbahn der Wurftaube
angeordnet ist, müßte eine Halle, in der die Durchführung des Schießsports möglich
wäre, relativ große Abmessungen aufweisen und wäre sehr kostenintensiv, wodurch die
Ausübung des Schießsports sehr teuer wäre.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wurftaube der genannten Art zu schaffen,
die eine Verkleinerung des Schießstandes unter Beibehaltung der subjektiven Schießbedingungen
für den Schützen ermöglicht, sowie eine Wurfvorrichtung für eine entsprechende Wurftaube
vorzusehen, mit der der Wurftaube eine mit hoher Genauigkeit reproduzierbare stabile
Flugbahn verliehen werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird hinsichtlich der Wurftaube erfindungsgemäß durch einen umlaufenden
Zahnkranz gelöst, über den auf die Wurftaube eine sie in Rotation versetzende Antriebskraft
übertragbar ist. Aufgrund des Zahnkranzes kann die Wurftaube beim Abwerfen in eine
starke Rotation versetzt werden, die auch bei kleinen und verglichen mit den bekannten
Wurftauben wesentlichen leichteren Wurftauben eine stabile Flugbahn ermöglicht.
[0007] Vorzugsweise sind die Wurftaube und der Zahnkranz als einstückiges Kunststoffteil
ausgebildet, wodurch die Herstellung einfach und kostengünstig wird.
[0008] Die erfindungsgemäß Wurftaube sollte einen napfförmigen, nach unten offenen Mittelteil
aufweisen, an dessen freien unteren Enden ein sich im wesentlichen radial erstreckender
Ringflansch angeordnet ist. Dabei sollte der umlaufende Zahnkranz auf der Außenseite
des Mittelteils ausgebildet sein.
[0009] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Wurftaube sollen im folgenden erläutert werden:
[0010] Die Wurftaube sollte bevorzugter Weise in einem Schießstand Verwendung finden, der
gegenüber einem herkömmlichen Freiluft-Schießstand etwa im Verhältnis 1:4 verkleinert
ist. Um für einen Schützen trotz der Verkleinerung des Schießstandes Schußbedingungen
zu schaffen, die den Bedingungen bei dem herkömmlichen Freiluft-Schießstand entsprechen,
muß eine Wurftaube für den verkleinerten Schießstand in der subjektiven Wahrnehmung
des Schützen die gleiche Bewegung relativ zu dem Schützen ausführen wie eine herkömmliche
Wurftaube. Wenn der Schießstand im Verhältnis 1:4 verkleinert ist, bedeutet dies,
daß die Geschwindigkeit der Wurftaube ebenfalls im Verhältnis 1:4, d.h. von bisher
üblichen 20 m/s auf 5 m/s verringert werden muß. Die Flugweite der Wurftaube muß ebenfalls
verringert werden, wobei allerdings die Flugbahn der Wurftaube für den verkleinerten
Schießstand der Flugbahn einer herkömmlichen Wurftaube mathematisch ähnlich sein muß.
Erfindungsgemäß ist eine Wurftaube geschaffen, bei der aufgrund der relativ starken
übertragbaren Rotationskraft auch bei einem verkleinerten Schießstand die vom Schützen
subjektiv wahrgenommene Flugbahn der Taube an die bisher auf Freiluft-Schießständen
üblichen Flugbahnen angepaßt werden kann.
[0011] Hinsichtlich der Wurfvorrichtung für einen Schießsport wird die oben genannte Aufgabe
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an dem Wurfarm ein angetriebenes Rad, vorzugsweise
ein Ritzel angeordnet ist, das mit einer Anlagefläche der Wurftaube, beipielsweise
einem Zahnkranz Eingriff bringbar ist. Mittels des angetriebenen Rades oder Ritzels
kann der Wurftaube eine vorbestimmte Drehzahl während der Schwenkbewegung des Wurfarms
verliehen werden, so daß für jede Taube gleiche, mit hoher Genauigkeit zu reproduzierende
Wurfbedingungen erreicht werden können.
[0012] Der Antrieb des Rades oder des Ritzels kann auf verschiedene Arten erfolgen. Vorzugsweise
ist vorgesehen, daß das Rad oder Ritzel mit einem Zahnrad in Verbindung steht, das
bei Schwenkung des Wurfarms an einer Zahnleiste abrollt. Statt eines Zahnrades kann
jedoch auch ein Reibrad oder ein sonstiges Element vorgesehen sein, das bei Schwenkung
des Wurfarms das angetriebene Rad oder Ritzel mittelbar oder unmittelbar in Drehung
versetzt.
[0013] Während bei den vorbekannten Wurfvorrichtungen die Wurftaube üblicherweise über Reibungs-
und/oder Zentrifugalkräfte in Drehung versetzt wurde, wird erfindungsgemäß über das
angetriebene Ritzel und den Zahnkranz eine vorbestimmte Rotationskraft auf die Wurftaube
aufgebracht. Dabei ist in Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß die Wurftaube
auf dem Wurfarm während dessen Schwenkung drehbar, jedoch unverschieblich gehalten
ist. Vorzugsweise wird die Wurftaube am äußeren Ende des Wurfarmes auf diesen aufgelegt
und dort zwischen dem angetriebenen Rad oder Ritzel sowie einem weiteren zweiten Rad
oder Ritzel, das am Wurfarm drehbar gelagert, jedoch nicht angetrieben ist, und einem
dritten Rad oder Ritzel gehalten. Da die drei Räder oder Ritzel die Wurftaube seitlich
stabilisieren, ist eine wirkungsvolle und zuverlässige Übertragung der Drehkraft von
dem angetriebenen Rad oder Ritzel auf die Wurftaube sichergestellt. Jedoch ist es
notwendig, zumindest eines der Räder oder Ritzel in der Endphase der Schwenkung des
Wurfarmes zurückzuziehen, damit die Wurftaube den Wurfarm verlassen kann. Dies wird
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das dritte Rad oder Ritzel an einem Haltearm angeordnet
ist, der am Wurfarm schwenkbar gelagert ist und in der Endphase der Schwenkung des
Wurfarms in eine zurückgezogenen Stellung verschwenkt. Der Haltearm ist in der Ausgangsstellung
an dem Wurfarm festgelegt und vorzugsweise verrastet und steht unter Wirkung einer
ihn in die zurückgezogenen Stellung beaufschlagenden Feder. Wenn der Wurfarm mit der
zwischen den drei Rädern oder Ritzeln gehaltenen Wurftaube schwenkt, kommt der Haltearm
in der Endphase der Schwenkung des Wurfarmes in Anlage mit einem Auslöser, beispielsweise
einem Anschlag, wodurch der Rasteingriff des Haltearms am Wurfarm gelöst wird. Der
Haltearm schwenkt dann in seine zuzückgezogenen Stellung, so daß die Wurftaube den
Wurfarm verlassen kann.
[0014] Weitere Ziele, Anwendungen und Vorteile der Erfindung werden aus der folgenden ausführlichen
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen vollständig ersichtlich. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine Wurftaube in Aufsicht,
- Figur 2:
- den Schnitt II/II in Figur 1 und
- Figur 3:
- eine ausschnittsweise Aufsicht auf einen Wurfarm.
[0015] Wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt ist, weist eine Wurftaube 10, die als Zielobjekt
für einen Schießsport dient, einen Mittelteil 13 mit einem im wesentlichen napfförmigen
Querschnitt auf, der von einem oberen, im wesentlichen horizontal verlaufenden Deckel
11 sowie daran anschließenden im wesentlichen vertikal verlaufenden Seitenwänden 14
besteht. Am unteren Ende der Seitenwände 14 ist ein im wesentlichen horizontal verlaufender
Ringflansch 15 angeformt. Im Übergangsbereich zwischen dem Ringflansch 15 und den
vertikalen Seitenwänden 14 ist auf der Außenseite der Seitenwände 14 ein umlaufender
Zahnkranz 12 ausgebildet, wie insbesondere in Figur 1 ersichtlich ist. Der Mittelteil
13, der Zahnkranz 12 sowie der Ringflansch 14 sind als einstückiges Kunststoffteil
ausgebildet.
[0016] Figur 3 zeigt das vordere Ende eines Wurfarms 20, der in bekannter, nicht dargestellter
Weise schwenkbar gelagert ist und unter Wirkung einer nur symbolisch dargestellten
Feder 21 steht. Auf der Oberseite des Wurfarms 20 ist ein angetriebenes Ritzel 22
vorgesehen, das mit einem darunter liegenden, nicht dargestellten Zahnrad in Verbindung
steht. Das Zahnrad rollt bei Schwenkung des Wurfarms 20 in Abwurfrichtung an einer
Zahnleiste 27 ab, wodurch es in Drehung versetzt wird. Die Drehung des Zahnrades wird
direkt auf das angetriebene Ritzel 22 übertragen. Auf dem Wurfarm 20 ist ein weiteres
zweites Ritzel 23 drehbar gelagert, das jedoch nicht angetrieben ist.
[0017] Des weiteren ist am Wurfarm ein Haltearm 25 schwenkbar mittels eines Lagers 29 angebracht
und steht unter Wirkung einer nur symbolisch dargestellten Feder 28, die ihn in eine
zurückgezogenen Stellung beaufschlagt, wie später beschrieben wird. Auf dem Haltearm
25 ist ein drittes Ritzel 24 drehbar gelagert, das ebenfalls nicht angetrieben ist.
[0018] Eine Wurftaube 10 kann derart auf dem Wurfarm 20 angeordnet werden, daß die drei
Ritzel 22, 23 und 24, die etwa die Eckpunkte eines gleichschenkligen Dreiecks bilden,
jeweils mit dem Zahnkranz 12 der Wurftaube 10 in Eingriff stehen, so daß die Wurftaube
10 auf dem Wurfarm 20 drehbar, jedoch im wesentlichen unverschieblich gehalten ist.
Wenn der Wurfarm aus seiner bekannten zurückgezogenen und gespannten Stellung freigegeben
wird, schwenkt er infolge der Kraft der Feder 21 in Abwurfrichtung, wobei durch Abrollen
des Zahnrades an der Zahnleiste 27 das angetriebene Ritzel 22 und somit die Wurftaube
10 in Drehung versetzt werden. In der Endphase der Schwenkbewegung des Wurfarms 20
kommt der Haltearm 25 mit einem nicht dargestellten Auslöser in Anlage, wodurch seine
Arretierung am Wurfarm 20 gelöst wird. Infolge der Kraft der Feder 28 schwenkt dann
der Haltearm 25 in eine zurückgezogene Stellung, in der die Wurftaube 10 den Wurfarm
verlassen kann.
1. Wurftaube für einen Schießsport, die eine kreisrunde Form sowie einen im wesentlichen
napfförmigen Querschnitt aufweist und rotierend einer vorbestimmten Flugbahn folgt,
gekennzeichnet durch einen umlaufenden Zahnkranz (12), über den auf die Wurftaube
(10) eine sie in Rotation versetzende Antriebskraft übertragbar ist.
2. Wurftaube nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen napfförmigen, nach unten offenen
Mittelteil (13), an dessen freien unteren Enden ein sich im wesentlichen radial erstreckender
Ringflansch (15) angeformt ist.
3. Wurftaube nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der umlaufende Zahnkranz
(12) am Mittelteil (13) ausgebildet ist.
4. Wurftaube nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wurftaube
(10) und der Zahnkranz (12) als einstückiges Kunststoffteil ausgebildet sind.
5. Wurfvorrichtung für einen Schießsport, insbesondere zum Werfen einer Wurftaube gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 4, mit einem unter Wirkung einer Feder stehenden, schwenkbaren
Wurfarm, der die Wurftaube trägt und dieser bei Schwenkung eine Wurfkraft verleiht,
wobei die Wurftaube bei Schwenkung des Wurfarmes in Rotation versetzt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß an dem Wurfarm (20) ein angetriebenes Rad (22) angeordnet ist,
das mit einer Anlagefläche (12) der Wurftaube (10) in Eingriff bringbar ist.
6. Wurfvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das angetriebene Rad
ein Ritzel (22) und die Anlagefläche ein Zahnkranz (12) ist.
7. Wurfvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das angetriebene
Rad (22) mit einem Zahnrad in Verbindung steht, das bei Schwenkung des Wurfarms (20)
an einer Zahnleiste (27) abrollt.
8. Wurfvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wurftaube (10) auf dem Wurfarm (20) während dessen Schwenkung drehbar, jedoch unverschieblich
gehalten ist.
9. Wurfvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Wurftaube (10) auf
dem Wurfarm (20) zwischen dem angetriebenen Rad (22), einem zweiten Rad (23) und einem
dritten Rad (24) gehalten ist.
10. Wurfvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das dritte Rad (24) an
einem Haltearm (25) angeordnet ist, der am Wurfarm (20) schwenkbar gelagert ist und
in der Endphase der Schwenkung des Wurfarms (20) in eine zurückgezogene Stellung verschwenkt.
11. Wurfvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltearm (25) an
dem Wurfarm (20) verrastet ist und unter Wirkung einer ihn in die zurückgezogene Stellung
beaufschlagenden Feder (28) steht.
12. Wurfvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltearm (25) bei
Schwenkung des Wurfarms (20) gegen einen Auslöser aufläuft, der den Rasteingriff des
Haltearms (25) am Wurfarm (20) löst.
13. Wurfvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das
zweite und das dritte Rad jeweils von einem Ritzel (23, 24) gebildet ist.