[0001] Die Erfindung betrifft einen Datenträger mit verkapselten Duftstoffen und ein Verfahren
zur Herstellung eines derartigen Datenträgers.
[0002] Es sind bereits Datenträger mit verkapselten Duftstoffen bekannt, die insbesondere
zu Werbezwecken eingesetzt werden. Bei den bekannten Datenträgern wird als Trägermaterial
Papier eingesetzt, das mit Druckfarben bedruckt wird, denen in Mikrokapseln eingeschlossene
Duftstoffe zugesetzt sind. Die verwendeten Druckfarben enthalten neben den Mikrokapseln
in der Regel Farbstoffe oder Pigmente, Bindemittel und Lösemittel.
[0003] Bei der Herstellung der bekannten Datenträger trocknet die Druckfarbe nach dem Aufdrucken
auf den Papieruntergrund durch Wegschlagen in den Datenträger und Verdunsten des Lösemittels.
Die Farbstoffe oder Pigmente werden mit Hilfe des Bindemittels weitgehend an der Papieroberfläche
fixiert. Durch Verdunsten des Lösemittels und durch Wegschlagen des Bindemittels reduziert
sich das Volumen der aufgetragenen Druckfarbe derart, daß die der Druckfarbe zugemischten
Mikrokapseln in jedem Fall an der Papieroberfläche zugänglich sind. Reibt man an der
Oberfläche eines derart bedruckten Datenträgers, so werden einige der auf der Papieroberfläche
zugänglichen Mikrokapseln zerstört, wodurch die darin enthaltenen Duftstoffe freigesetzt
werden.
[0004] Das bekannte Verfahren zur Aufbringung der verkapselten Duftstoffe liefert zufriedenstellende
Ergebnisse, war bisher jedoch auf wegschlagende Oberflächen beschränkt, d. h. auf
saugfähige Oberflächen, auf denen eine aufgebrachte Druckfarbe durch Wegschlagen rasch
trocknet. Man ging bisher ganz offensichtlich davon aus, daß dieses Verfahren dann
nicht eingesetzt werden kann, wenn die Mikrokapseln auf einen nichtwegschlagenden
Untergrund aufgebracht werden, da dann die Mikrokapseln zu stark im Bindemittel eingebettet
oder von diesem umhüllt den Duftstoff auch nach Zerstörung der Mikrokapseln nicht
freigeben.Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Anwendungsbereich von mikroverkapselten
Duftstoffen bei Datenträgern zu erweitern.
[0005] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß Mikrokapseln Farben, Lacken oder dergleichen
zugemischt und auf nichtwegschlagende Oberflächen aufgetragen werden können, wenn
die Mikrokapseln mit den Farben, Lacken etc. in einem Mischungsverhältnis oder einer
Schichtdicke derart aufgetragen werden, daß trotz der nichtwegschlagenden Oberfläche
zwangsläufig zumindest ein Teil der Mikrokapseln an der Oberfläche der Beschichtung
zugänglich ist. Dies wird erfindungsgemäß z. B. durch einen so dünnen Auftrag der
Beschichtung erreicht, daß die in der Beschichtung enthaltenen Mikrokapseln aus der
Beschichtung herausragen.
[0007] Die mit der Erfindung erreichten Vorteile sind insbesondere darin zu sehen, daß mikroverkapselte
Duftstoffe auch auf Datenträger aus nichtwegschlagendem Material aufgebracht werden
können. Hierbei können als Beschichtungsmaterialien, denen die Mikrokapseln zugemischt
sind, die für Datenträger mit nichtwegschlagenden Oberflächen üblichen, nahezu lösemittelfreien
Beschichtungsmaterialien gewählt werden, da die Mikrokapseln erfindungsgemäß durch
die Wahl des Mischungsverhältnisses bzw. der Schichtdicke und nicht durch Wegschlagen
oder Verdunsten eines Bindemittels bzw. eines Lösemittels zugänglich gemacht werden.
Der Aufbau der Datenträger und das Verfahren zu ihrer Herstellung kann somit weitgehend
beibehalten werden.
[0008] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung wird das Beschichtungsmaterial
als eine transparente Deckschicht großflächig auf den Datenträger aufgebracht. Dadurch
wird erreicht, daß die gesamte zur Verfügung stehende Fläche oder große Teilbereiche
derselben für das Aufbringen der verkapselten Duftstoffe ausgenutzt werden können.
Außerdem muß die infolge der Zugabe der verkapselten Duftstoffe erforderliche Optimierung
der Zusammensetzung des Beschichtungsmaterials nur einmal für dieses transparente
Beschichtungsmaterial durchgeführt werden. Die Zusammensetzung der verwendeten Druckfarben
zur Darstellung von Informationen auf dem Datenträger kann unverändert beibehalten
werden.
[0009] Falls eine transparente Deckschicht nicht gewünscht wird, ist es auch möglich, das
Beschichtungsmaterial mit den zugesetzten verkapselten Duftstoffen zur Herstellung
der Informationsschicht zu verwenden. In diesem Fall kommt ein gefärbtes Beschichtungsmaterial
zur Anwendung bzw. mehrere gefärbte Beschichtungsmaterialien.
[0010] Im Rahmen der Erfindung besonders geeignet sind Beschichtungsmaterialien, die durch
Polymerisation erhärten, wobei die Polymerisation durch Bestrahlung, insbesondere
durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht begünstigt wird. Bei Verwendung derartiger
Beschichtungsmaterialien läßt sich der Härtungsprozeß sehr gut steuern. Zu beachten
ist dabei allerdings, daß die Bestrahlung nicht zu lange andauert, da sonst - wahrscheinlich
infolge der bei der Bestrahlung entstehenden Wärme - die Möglichkeit besteht, daß
die Duftstoffe vorzeitig freigesetzt werden. Bei den genannten durch Polymerisation
erhärtenden Beschichtungsmaterialien konnten besonders gute Ergebnisse mit einem UV-härtenden
Lack bei einer Zugabe von ca. 20 Gewichtsprozent verkapselter Duftstoffe zu dem UV-härtenden
Lack erzielt werden. Je nach Beschichtungsmaterial kann das optimale Mischungsverhältnis
variieren.
[0011] Zum Aufbringen des mit verkapselten Duftstoffen versehenen Beschichtungsmaterial
eignen sich besonders gut Druckverfahren und dabei insbesondere Offset-Druckverfahren.
Damit können sehr dünne Schichten aufgebracht werden, die sehr gute Ergebnisse bezüglich
der Zugänglichkeit der Mikrokapseln liefern. Beim Bedrucken der Datenträger ist allerdings
zu beachten, daß der Anpreßdruck nicht zu groß gewählt werden darf, damit die Mikrokapseln,
die die Duftstoffe einschließen, nicht zerstört werden. Dies ist auch dann zu beachten,
wenn andere Verfahren zur Aufbringung des mit den verkapselten Duftstoffen versetzten
Beschichtungsmaterials gewählt werden. Insgesamt sollte der Fertigungsprozeß im Hinblick
auf die verkapselten Duftstoffe so schonend wie möglich ablaufen.
[0012] Die Erfindung wird nachstehend anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsformen
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen beschichteten Datenträger in Aufsicht,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch den beschichteten Datenträger, in dem die Schichtfolge zu
erkennen ist,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch den beschichteten Datenträger mit einer anderen Schichtfolge,
- Fig. 4
- einen stark vergrößerten Ausschnitt eines Querschnitts durch den Datenträger, auf
den eine sehr dünne Schicht des mikrokapselhaltigen Beschichtungsmaterials aufgebracht
ist,
- Fig. 5
- einen stark vergrößerten Ausschnitt eines Querschnitts durch den Datenträger, auf
dem eine in Vergleich zu Fig. 4 dickere Schicht des mikrokapselhaltigen Beschichtungsmaterials
aufgebracht ist.
[0013] Fig. 1 zeigt einen beschichteten Datenträger 1 in Aufsicht. Bei diesem Datenträger
kann es sich beispielsweise um eine Telefonkarte oder eine Ausweiskarte oder ähnliches
handeln. Der Datenträger 1 besteht in der Regel aus einem nichtwegschlagenden Material,
beispielsweise aus Kunststoff. Auf diesem Datenträger 1 befindet sich eine Informationsschicht
2. Diese Informationsschicht 2 kann beispielsweise Schriftzüge oder bildliche Informationen
repräsentieren. Bei Telefonkarten stellt die Informationsschicht 2 häufig Werbeinformation
dar. Bei Ausweiskarten repräsentiert die Informationsschicht 2 in der Regel persönliche
Daten und gegebenenfalls eine Fotografie des Ausweisinhabers.
[0014] In Fig. 2 ist ein Querschnitt durch den beschichteten Datenträger 1 dargestellt,
so daß die Schichtfolge sichtbar wird. Die Informationsschicht 2 kann entweder unmittelbar
auf der Oberfläche des Datenträgers 1 aufgebracht sein oder auf einer Grundierungsschicht
5, die die Oberfläche abdeckt. Die Grundierungsschicht 5 kann dazu dienen, die Oberfläche
zu versiegeln oder einen gut haftenden Untergrund für die Informationsschicht 2 zu
bilden. Die Grundierungsschicht ist optional und kann abhängig vom Einsatzbereich
des Datenträgers 1 und vom Material, aus dem der Datenträger 1 bzw. die Informationsschicht
2 besteht, auch entfallen. In der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform sind die
verkapselten Duftstoffe in der auf den Datenträger 1 aufgebrachten Informationsschicht
2 oder in der Grundierungsschicht 5 oder auch in beiden Schichten enthalten. Die Informationsschicht
2 kann, wie in Fig. 2 dargestellt, einen Teil der Oberfläche des Datenträgers 1 bedecken.
Der Datenträger 1 kann aber auch vollflächig mit der Informationsschicht 2 bedeckt
sein. Bei einer vollflächigen Informationsschicht 2 können Informationen beispielsweise
durch Verwendung verschiedener Farben dargestellt werden. Die Informationsschicht
2 und die Grundierungsschicht 5 können jeweils entweder nur auf einer Seite des Datenträgers
1 oder auch auf beiden Seiten des Datenträgers 1 aufgebracht sein. Zusätzlich zu den
in Fig. 1 und 2 dargestellten Elementen können auf oder im Datenträger 1 noch eine
Reihe weiterer Elemente vorhanden sein, beispielsweise ein Magnetsteifen` ein elektronisches
Modul für den berührenden oder berührungslosen Datenaustausch, Laser-Beschriftungen,
Prägungen, Wasserzeichen und vieles mehr.
[0015] Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch den beschichteten Datenträger 1 mit einer anderen
Schichtfolge als in Fig. 2 dargestellt. Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform
überzieht eine transparente Deckschicht 3 den Datenträger 1 samt Informationsschicht
2. Dieser Überzug kann partiell oder vollflächig ausgebildet sein. Die Grundierungsschicht
5 ist wiederum optional. Bei dieser Ausführungsform sind die verkapselten Duftstoffe
in der Regel nicht in der Informationsschicht 2, sondern in der transparenten Deckschicht
3 enthalten. Es sind jedoch auch Varianten möglich, bei denen die verkapselten Duftstoffe
in der Informationsschicht 2 oder in der Grundierungsschicht 5 enthalten sind. Weiterhin
können die verkapselten Duftstoffe auch in mehreren der drei Schichten - Grundierungsschicht
5, Informationsschicht 2 und transparente Deckschicht 3 - enthalten sein. Die Informationsschicht
2 und die transparente Deckschicht 3 sowie die Grundierungsschicht 5 können entweder
einseitig oder beidseitig auf den Datenträger 1 aufgebracht sein. Ähnlich wie im Text
zu Fig. 2 beschrieben, kann der Datenträger 1 eine Reihe von weiteren, nicht figürlich
dargestellten Elementen enthalten.
[0016] Allen Ausführungsformen gemeinsam ist, daß die verkapselten Duftstoffe durch Reiben
am beschichteten Datenträger 1 oder durch Druck auf den beschichten Datenträger 1
teilweise freigesetzt werden. Die Freisetzung erfolgt dadurch, daß einige der Mikrokapseln,
die die Duftstoffe umschließen, zerstört werden und dabei die leichtflüchtigen Duftstoffe
entweichen. Um das Entweichen der Duftstoffe in die Umgebungsluft zu ermöglichen,
dürfen die Mikrokapseln nicht durch eine für die Duftstoffe undurchlässige Schicht
abgedeckt sein. Weiterhin muß gewährleistet sein, daß die Mikrokapseln durch Reiben
oder Druck zerstört werden können. Mit anderen Worten, die Mikrokapseln dürfen nicht
derart eingebettet sein, daß sie vor Zerstörung durch das Reiben oder durch den Druck
geschützt sind. Weiterhin muß eine ausreichende Zahl von Mikrokapseln vorliegen, damit
die Duftstoffe in einer Menge freigesetzt werden können, die deutlich wahrnehmbar
ist. Die hier geschilderten Voraussetzungen für das spätere Freisetzen der Duftstoffe
können durch unterschiedliche Maßnahmen sichergestellt werden, die auch miteinander
kombiniert werden können. Diese Maßnahmen werden anhand von Fig. 4 und Fig. 5 erläutert.
[0017] Fig. 4 zeigt einen stark vergrößerten Ausschnitt eines Querschnitts durch den Datenträger
1, auf den eine sehr dünne Schicht 3 des mikrokapselhaltigen Beschichtungsmaterials
aufgebracht ist. Die Schicht 3 ist so dünn, daß die Mikrokapseln 4 aus der Schicht
3 herausragen und deshalb ohne weiteres zugänglich sind. Derart dünne Schichten können
beispielsweise im Offsetdruck aufgebracht werden. Aus Fig. 4 ist unmittelbar ersichtlich,
daß durch eine geeignete Wahl der Schichtdicke des Beschichtungsmaterials sichergestellt
werden kann, daß die in den Mikrokapseln 4 enthaltenen Duftstoffe bei Zerstörung der
Mikrokapseln 4 an die Umgebung abgegeben werden können.
[0018] Fig. 5 zeigt einen stark vergrößerten Ausschnitt eines Querschnitts durch den Datenträger
1, auf dem eine im Vergleich zu Fig. 4 dickere Schicht 3 des mikrokapselhaltigen Beschichtungsmaterials
aufgebracht ist. Im Gegensatz zu Fig. 4 sind bei Fig. 5 eine Reihe von Mikrokapseln
4 vollständig in der Schicht 3 eingebettet. Durch eine geeignete Wahl des Mischungsverhältnisses,
in dem die Mikrokapseln 4 dem Beschichtungsmaterial zugesetzt sind, kann aber dennoch
sichergestellt werden, daß Mikrokapseln 4 in einer ausreichenden Anzahl an der oder
nahe der Oberfläche der Schicht 3 angeordnet sind und somit ohne weiteres zugänglich
sind. Bei entsprechenden Versuchen lieferte eine Zugabe von ca. 20 Gewichtsprozent
Mikrokapseln 4 zu einem gängigen UV-härtenden Lack gute Ergebnisse.
[0019] In den Fig. 4 und 5 ist beispielhaft der Fall dargestellt, daß die Mikrokapseln 4
in der Schicht 3 enthalten sind und es ist ein Bereich des Datenträgers gezeigt, in
dem die Schicht 3 direkt auf dem Datenträger 1 aufgebracht ist. Wie oben bereits erläutert,
können auch in der Grundierungsschicht 5 oder in der Informationsschicht 2 Mikrokapseln
4 enthalten sein und die mikrokapselhaltige Schicht muß nicht direkt auf der Oberfläche
des Datenträgers 1 aufgebracht sein, sondern kann beispielsweise auch eine zweite
oder eine dritte Schicht bilden.
[0020] Bei der Herstellung von Datenträgern 1 mit mikroverkapselten Duftstoffen und insbesondere
auch bei den für die Herstellung verwendeten Materialien sind eine Reihe von Bedingungen
zu beachten. Erfindungsgemäß werden die mikroverkapselten Duftstoffe einem Beschichtungsmaterial
zugesetzt, das durch Polymerisation oder andere chemische Verfahren erhärtet, ohne
daß es eines wegschlagenden Untergrundes bedarf. Im bevorzugten Ausführungsbeispiel
wird ein transparentes Beschichtungsmaterial verwendet, dessen Aushärtung durch Bestrahlung
mit ultraviolettem Licht begünstigt wird. Die Mikrokapseln 4 werden diesem Beschichtungsmaterial
in einem Mischungsverhältnis von ca. 20 Gewichtsprozent zugegeben und vorsichtig mit
diesem vermischt. Bei der Vermischung ist darauf zu achten, daß möglichst wenig Druck
auf die Mikrokapseln 4 ausgeübt wird, damit diese nicht bereits während des Herstellungsprozesses
zerstört werden.
[0021] Die Mikrokapseln 4 können auch einem farbigen Beschichtungsmaterial zugemischt werden,
das die Informationsschicht 2 bildet oder einem Beschichtungsmaterial, daß die Grundierungsschicht
5 bildet.
[0022] Nach dem Zusetzen der Mikrokapseln 4 wird das Beschichtungsmaterial - transparent
oder farbig - auf den Datenträger 1 aufgebracht. Das Beschichtungsmaterial wird in
der Regel auf Bögen oder Bahnen aus Kunststoff aufgebracht, aus denen später die Datenträger
1 herausgeteilt werden. Zum Aufbringen kann beispielsweise der Offsetdruck verwendet
werden, mit dem besonders dünne Schichten hergestellt werden können, oder das Beschichtungsmaterial
kann auch aufgerakelt werden. Dabei ist, wie auch bei anderen Verfahren, darauf zu
achten, daß der Anpreßdruck nicht so hoch gewählt werden darf, daß die Mikrokapseln
4 zerstört werden. Dies wird zweckmäßigerweise dadurch erreicht, daß der Anpreßdruck
bei einem Probedurchlauf zunächst so stark erhöht wird, daß Duftstoffe freigesetzt
werden und die so ermittelte Druckgrenze abzüglich eines Sicherheitsabstandes beim
serienmäßigen Aufbringen nicht überschritten wird. Vorzugsweise werden als Materialien
für den Datenträger 1 Bahnen oder Bögen verwendet, die eine gewisse Oberflächenrauhigkeit
aufweisen, in der Regel 12 ± 2 µm. Bei derartigen Materialien können die Mikrokapseln
4 je nach Größe ganz oder teilweise in die Oberflächenstruktur eingelagert werden.
Dadurch sind die Mikrokapseln beim Aufbringen und beim Überdrucken mit anderen Schichten
weitgehend gegen Zerstörung durch zu hohen Anpreßdruck geschützt. Ein späteres Freisetzen
der Duftstoffe ist dennoch möglich, da die Oberflächenstruktur der Bögen oder Bahnen
durch Druck verformbar ist und die Mikrokapseln 4 dadurch zum Platzen gebracht werden
können. Durch eine geeignete Wahl der Oberflächenrauhigkeit, der Verformbarkeit der
Oberflächenstruktur und der Größe der Mikrokapseln 4 kann die durch eine bestimmte
Druckeinwirkung freigesetzte Duftstoffmenge variiert werden. Besonders geeignet zum
Aufbringen des mit Mikrokapseln 4 versetzten Beschichtungsmaterials ist der wasserlose
Offsetdruck. Dieses Druckverfahren ist dem herkömmlichen Offsetdruck sehr ähnlich.
Es werden jedoch spezielle silikonisierte Druckplatten verwendet.
[0023] Die bedruckten Datenträger 1 werden einer Bestrahlung mit ultraviolettem Licht ausgesetzt,
um das aufgedruckte Beschichtungsmaterial zu erhärten. Auch hier sollte zweckmäßigerweise
die maximal zulässige Expositionszeit zuvor in einem Probedurchlauf ermittelt werden,
ähnlich wie beim Anpreßdruck und während des Serienlaufs unbedingt eingehalten werden,
damit die Mikrokapseln 4 nicht vorzeitig zerstört werden. Alternativ zur Härtung mit
ultraviolettem Licht ist auch eine Härtung mittels infrarotem Licht oder mittels Elektronenstrahlung
möglich, wobei dann jeweils ein für diese Art der Härtung geeignetes Beschichtungssystem
eingesetzt werden muß.
[0024] Es ist auch möglich, das Aufbringen der Mikrokapseln 4 und die Herstellung der Datenträger
1 verfahrenstechnisch zu trennen. Hierzu werden Bahnen oder Bögen verwendet, die bereits
mit Mikrokapseln 4 beschichtet sind. Diese Bahnen oder Bögen werden der Weiterverarbeitung
zu Datenträgern 1 zugeführt, wobei z. B. weitere Schichten aufgebracht werden. Für
dieses Herstellungsverfahren eignen sich insbesondere Bahnen oder Bögen, bei denen
die Mikrokapseln 4 in die Oberflächenstruktur eingelagert sind, da die Mikrokapseln
4 dann weitgehend gegen eine unbeabsichtigte Zerstörung, beispielsweise während des
Transports, geschützt sind.
[0025] In einer Variante wird der Datenträger 1 mit wenigstens zwei verschiedenen mikroverkapselten
Duftstoffen beschichtet. Die verschiedenen Duftstoffe können dabei in verschiedenen
Schichten - Grundierungsschicht 5, Informationsschicht 2, transparente Deckschicht
3 - vorhanden sein oder in verschiedenen Bereichen derselben Schicht.
1. Bedruckter Datenträger (1) mit im Bereich des Druckbildes auf der Datenträgeroberfläche
angeordneten mikroverkapselten Duftstoffen, bei dem durch mechanische Zerstörung der
Mikrokapseln (4) die Duftstoffe freigesetzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Datenträger (1) eine nichtwegschlagende Oberfläche aufweist, auf der die
Mikrokapseln (4) mit einem Beschichtungsmaterial in einem Mischungsverhältnis oder
einer Schichtdicke derart aufgebracht sind, daß zumindest ein Teil der Mikrokapseln
(4) an der Oberfläche der Beschichtung zugänglich ist.
2. Datenträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmaterial als eine dünne Schicht auf den Datenträger (1) aufgetragen
ist.
3. Datenträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das auf dem Datenträger (1) aufgebrachte Beschichtungsmaterial durch Polymerisation
oder durch eine andere chemische Reaktion erhärtet ist.
4. Datenträger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymerisation durch Bestrahlung, insbesondere durch Bestrahlung mit ultraviolettem
Licht, begünstigt wird.
5. Datenträger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bestrahlungszeit so gewählt wird, daß es während der Bestrahlung nicht zu
einer Freisetzung von Duftstoffen in einem nennenswerten Umfang kommt.
6. Datenträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rauhigkeit der Oberfläche des Datenträgers (1) und die Größe der Mikrokapseln
(4) so aufeinander abgestimmt sind, daß die Mikrokapseln (4) wenigstens teilweise
in die Oberfläche des Datenträgers (1) eingebettet sind.
7. Datenträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmaterial als eine Grundierungsschicht (5) oder/und als eine
Informationsschicht (2) oder/und als eine transparente Deckschicht (3) auf dem Datenträger
(1) aufgebracht ist.
8. Datenträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmaterial großflächtig, vorzugsweise vollflächig auf einer Seite
oder auf beiden Seiten des Datenträgers (1) aufgebracht ist.
9. Datenträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Datenträger (1) wenigstens zwei verschiedene Duftstoffe aufgebracht sind.
10. Datenträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmaterial mit einem Druckverfahren, insbesondere im Offsetdruck,
auf dem Datenträger (1) aufgebracht ist.
11. Datenträger nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Anpreßdruck beim Aufdrucken des Beschichtungsmaterials auf die Stabilität
der mikroverkapselten Duftstoffe abgestimmt ist.
12. Datenträger nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmaterial im wasserlosen Offsetdruck auf dem Datenträger (1)
aufgebracht ist.
13. Datenträger nach einem der hervorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmaterial einen Anteil von ca. 20 Gewichtsprozent an verkapselten
Duftstoffen enthält.
14. Datenträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Datenträger (1) um eine Telefonkarte, Ausweiskarte oder dergleichen
handelt.
15. Verfahren zur Herstellung eines bedruckten Datenträgers (1) mit im Bereich des Druckbildes
auf der Datenträgeroberfläche angeordneten mikroverkapselten Duftstoffen, die durch
mechanische Zerstörung der Mikrokapseln (4) freigesetzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Datenträger (1) eine nichtwegschlagende Oberfläche aufweist, und daß die
Mikrokapseln (4) mit einem Beschichtungsmaterial in einem Mischungsverhältnis oder
einer Schichtdicke derart auf der Oberfläche des Datenträgers (1) aufgebracht werden,
daß zumindest ein Teil der Mikrokapseln (4) an der Oberfläche der Beschichtung zugänglich
ist.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmaterial auf einem Bogen oder einer Bahn aus Kunststoff aufgebracht
wird, aus der später die Datenträger (1) herausgeteilt werden.