[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur automatischen Einstellung des Mahlspaltes
einer Zerkleinerungsmaschine, die einen Rotor mit umfangsseitig angeordneten Prallwerkzeugen
und ein verschwenkbar gelagertes Prallwerk aufweist, dessen Abstand zu den Prallwerkzeugen
einstellbar ist, indem das Prallwerk so weit verschwenkt wird, bis es die Prallwerkzeuge
bei laufendem Rotor berührt, wonach die diesbezügliche Prallwerkstellung als Nullstellung
erfaßt wird und das Prallwerk anschließend um den Weg zurückgeschwenkt wird, durch
den die gewünschte Sollgröße des Mahlspaltes erreicht wird.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Zerkleinerungsmaschine, insbesondere einen Prallbrecher,
mit mindestens einem mit Umfangsseitig angeordneten Prallwerkzeugen versehenen Rotor,
der drehbar in einem Brechergehäuse gelagert ist und mit mindestens einem Prallwerk
zusammenwirkt, das verschwenkbar im Brechergehäuse angeordnet und dessen Abstand zu
den Prallwerkzeugen einstellbar ist, und mit einer Meßeinrichtung, über die die Stellung
feststellbar ist, in der die rotierenden Prallwerkzeuge das ausgeschwenkte Prallwerk
gleitend berühren, und mit einer Steuerung für die vorgebbare Mahlspalteinstellung,
die durch Rückschwenken des Prallwerkes einstellbar ist.
[0003] Ein solches Verfahren und eine solche Vorrichtung sind aus der EP 0 391 096 B1 bekannt.
Wie in dieser Druckschrift erläutert wird, unterliegen sowohl die Prallwerkzeuge,
meist Schlagleisten, als auch das Prallwerk einem Verschleiß, wodurch ein anfangs
eingestellter Mahlspalt allmählich größer wird, so daß das durch Mahlen erhaltene
Produkt gröber wird. Um diesem Verschleiß Rechnung zu tragen, wird nach dem Stand
der Technik das Prallwerk verschwenkbar im Brechergehäuse angeordnet und über einen
Stellzylinder jeweils auf den gewünschten Abstand eingestellt. Zusätzlich sind Prallwerke
bekannt, die federnd gegenüber dem Gehäuse abgestützt sind, wobei die federnde Abstützung
ein Auweichen des Prallwerkes beim Auftreten großer Brechgutstücke und insbesondere
bei Fremdkörpern, wie Metallstücken, zu ermöglichen, womit Beschädigungen des Prallwerkes
und des Rotors mit seinen Schlagleisten vermeidbar sind.
[0004] Bei Prallbrechern größerer Leistung schafft die Dimensionierung und Unterbringung
der Federn und Einstellspindeln Probleme und erschwert die Spalteinstellung. Um eine
raumsparende Ausbildung der Federn und Verstellelemente mit dem Ziel einer Ferneinstellung
des Spaltes zwischen Schlagleisten und Prallwerk zu ermöglichen, wird in der DE 35
25 101 A1 vorgeschlagen, daß das Prallwerk gelenkig mit der Kolbenstange eines Dämpfungskolbens
verbunden ist, der sich am Brechergehäuse abstützt und dessen vordere Endstellung
über einen Einstellkolben eines Stellzylinders stufenlos verstellbar ist. Die Verwendung
eines Dämpfungszylinders anstelle von mechanischen Federn ermöglicht nicht nur die
Realisierung hoher Gegenkräfte und großer Ausgleichswege bei kleinstem Raumbedarf,
sondern auch eine stufenlose Ferneinstellung des Spaltes zwischen den Schlagleisten
des Rotors und den Panzerplatten des Prallwerkes. Vorzugsweise wird der Raum des Dämpfungszylinders
mit einer Druckflüssigkeit gefüllt und mit einem Speicher verbunden, dessen Vorspanndruck
veränderlich ist, um die Dämpfungscharakteristik dem jeweiligen Verwendungszweck anzupassen.
Ferner wird bei dem in der DE 35 25 101 A1 beschriebenen Prallbrecher die Bewegungsmöglichkeit
des Prallwerkes in Richtung auf den Rotor dadurch formschlüssig begrenzt, daß auf
einer aus der Rückseite des Zylindergehäuses abgedichtet herausgeführten Stange ein
Anschlag zur Wegbegrenzung des Prallwerkes in Richtung auf den Rotor vorgesehen wird.
[0005] Ursprünglich erfolgte das Einstellen des für das jeweilige Zerkleinerungsgut geeigneten
Mahlspaltes bei Stillstand der Prallmühle, indem nach Öffnen des Gehäuses der Abstand
zwischen den Schlagleisten des Rotors und dem Prallwerk jeweils individuell eingestellt
wird. In der DE-A-20 18 496 wird darüber hinaus vorgeschlagen, das Nachstellen des
Prallwerkes während des Betriebes vorzunehmen, wozu berührungslose Begrenzungsfühler
dienen, die verhindern sollen, daß das in Abhängigkeit von der Kornzusammensetzung
des zerkleinerten Gutes verstellbare Prallwerk mit den Rotorschlagleisten in Berührung
kommt. In der Praxis ist jedoch diese Ausführungsform wegen der damit verbundenen
Handhabungsschwierigkeiten nicht realisiert worden.
[0006] Wie in der EP 0 391 096 B1, Spalte 2, beschrieben wird, ist auch bereits versucht
worden, den für das jeweilige Zerkleinerungsgut geeignetsten Abstand der Prallwerke
vom Rotor dadurch einzustellen, daß man das Prallwerk in zeitlichen Abständen bei
jeweils von Zerkleinerungsgut geleerter Prallmühle langsam an den Rotor heranführt
und bei durch ein Mikrophon kenntlich gemachter Berührung der Schlagleisten des Rotors
mit dem Prallwerk dieses um ein meßbares Stück zurückgeführt wird, das dem gewünschten
Mahlspalt entspricht. Die erforderlichen Schaltungen, wie das Einschalten des Stellantriebes
für das Prallwerk, die Bewegungsumkehr nach Signalgabe durch ein Mikrophon bei Berührung
und das Ausschalten des Stellantriebes nach gewünschter langer Rückbewegung des Prallwerkes,
wurden von Hand vorgenommen. Auch diese Einstellung des Mahlspaltes erwies sich in
der Praxis als schwierig, da sie vom Geschick und der Beobachtungsgabe des Bedienungspersonales
abhängt.
[0007] Um das Einstellen des Prallwerkes selbsttätig durchführen zu können, wird in der
EP 0 391 096 B1 vorgeschlagen, am Gehäuse der Zerkleinerungsmaschine ein Mikrophon
anzuordnen, das über eine geeignete Schaltung mit einem Rechner verbunden ist, der
nach Maßgabe der Mikrophon-Signale den Antrieb des Prallwerkes steuert, d h., die
Bewegung des Prallwerkes auf den Rotor in Gang setzt, wenn ein Signal abgegeben wird,
das beim Ausschalten der Materialaufgabe entsteht und mit solcher Verzögerung an den
Rechner gegeben wird, daß bei Erreichen des Rechners die Zerkleinerungsmaschine leergefahren
ist und ein Signal vorliegt, das von dem am Gehäuse der Zerkleinerungsmaschine vorgesehene
Mikrophon ausgeht und den allgemeinen Laufgeräuschen der Zerkleinerungsmaschine entspricht.
Die Bewegung der Prallwerkzeuge wird umgekehrt, wenn das Mikrophon an den Rechner
ein Signal abgibt, das - nach entsprechender Ausfilterung der allgemeinen Laufgeräusche
- die harten Schlaggeräusche anzeigt, die bei der Berührung des Prallwerkes durch
die Prallwerkzeuge des umlaufenden Rotors entstehen.
[0008] Das Verfahren nach der EP 0 391 096 B1 und die hierzu beschriebene Vorrichtung besitzt
den Nachteil, daß neben dem schaltungstechnischen Aufwand ein hoher Software-Aufwand
notwendig ist, um die jeweiligen Leerlaufgeräusche der Zerkleinerungsvorrichtung zu
erfassen und demnach die Schwellenwerte abzustimmen. Zudem ist nicht auszuschließen,
daß von außen wirkende Erschütterungen oder sonstige Geräusche vom Mikrophon erfaßt
werden und eine Fehlsteuerung auslösen.
[0009] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, das eingangs genannte Verfahren
zu optimieren, um eine störungsunanfällige Mahlspalteinstellung zu ermöglichen. Entsprechendes
gilt für die Zerkleinerungsmaschine.
[0010] Diese Aufgabe wird mit dem Verfahren nach Anspruch 1 gelöst, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß die Schwingungen des Prallwerkes gemessen werden und daß die Nullstellung
bei Überschreiten eines vorgebbaren Schwingungsschwellenwertes registriert wird. Die
Erfindung geht von dem Grundgedanken aus, daß beim Anstellen des Prallwerkes in Richtung
des Rotors die Schwenkbewegung zunächst ungestört verläuft, bis beim Kontakt zwischen
Prallwerk und drehendem Rotor Schläge auf das Prallwerk ausgeübt werden, die nicht
nur die Schwenkvorwärtsbewegung kurzzeitig hindern, sondern wegen des Druckbegrenzungsventiles
kurzzeitige Rückstellbewegungen des Prallwerkes bewirken. Die Schwingungsfrequenz
des Prallwerkes hängt direkt von der Drehfrequenz des Rotors und damit der Anzahl
der Schläge auf das Prallwerk ab, die die Prallwerkzeuge ausüben. Ferner kann bei
ungleichen Schwingungsamplituden ein unmittelbarer Rückschluß darauf gezogen werden,
daß die als Prallwerkzeuge wirkenden Schlagleisten des Rotors einen ungleichen Radialabstand
von der Rotordrehachse haben. Die Messungen der Schwingungen des Prallwerkes lassen
im Gegensatz zu den akustischen Schallmessungen eine genauere Feststellung des Ortes
zu, in dem der Abstand des Prallwerkes von den Prallwerkzeugen am Rotor Null ist.
Diese Nullstellung kann unmittelbar registriert werden, wobei zeitgleich mit der Registrierbewegung
eine Rückschwenkbewegung des Prallwerkes um die Strecke eingeleitet wird, die dem
gewünschten Mahlspalt entspricht.
[0011] Vorzugsweise werden die Schwingungsfrequenz und/oder die Schwingungsamplitude gemessen.
Die Messung der Frequenz innerhalb des durch die Rotorfrequenz vorgegebenen Frequenzganges
sowie das Überschreiten eines Amplituden-Schwellenwertes sind zuverlässige Indikatoren
für die schlagberührung der Prallwerkzeuges des Rotors mit dem Prallwerk.
[0012] Nach einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung werden die Schwingungen indirekt
durch Messung des Druckes in einem Kolbenraum eines Stellzylinders des Prallwerkes
oder direkt durch einen externen oder im Stellzylinder integrierten Wegaufnehmer oder
einem Drehwinkelmesser ermittelt. Die aufgezählten Druck-, Weg- oder Winkelmessungen
können vorteilhafterweise durch integrierte Bauteile am Prallwerk ermöglicht werden,
ggf. können diese Teile auch bei bereits fertiggestellten Zerkleinerungsvorrichtungen
nachgerüstet werden.
[0013] Das vorliegende Verfahren eignet sich insbeosndere bei hydraulisch verstellten Prallwerken.
[0014] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird der Weg der Kolbenstange des
Stellzylinders durch eine regelbare, vorzugsweise hydraulisch regelbare Anschlagvorrichtung
begrenzt. Diese Anschlagvorrichtung hat gegenüber der mechanischen Sicherung, die
im Prinzip eine Kontermutter darstellt (siehe DE 35 25 101 A1), den Vorteil, daß die
Relativverschiebung der Kolbenstange, entsprechend der das Prallwerk verschwenkt wird,
individuell eingestellt werden kann; insbesondere können der Schlagleistenverschleiß
oder sich aus einem Rotorwechsel ergebende unterschiedliche Radialabstände der Schlagleisten
oder sonstigen Prallwerkzeuge ohne weiteres berücksichtigt werden. Die hydraulisch
regelbare Anschlagvorrichtung ist vorzugsweise insbesondere fernverstellbar und damit
automatisierbar.
[0015] Die Aufgabe wird ferner durch eine Zerkleinerungsmaschine nach Anspruch 6 gelöst,
die erfindungsgemäß durch eine Schwingungsmeßeinrichtung gekennzeichnet ist, die direkt
oder indirekt mit dem Prallwerk verbunden ist. Vorzugsweise ist die Schwingungsmeßeinrichtung
zur Ermittlung von Frequenz- und Amplitudenwerten ausgelegt und mit einer Steuereinrichtung
verbunden, die zur jeweiligen Regelung der Prallwerk-Lageeinstellung dient und mit
der auch andere relevante Meßgrößen, wie z. B. die Rotorfrequenz, erfaßt und berücksichtigt
werden können.
[0016] In einer ersten Ausführungsform ist die Schwingungsmeßeinrichtung ein Druckaufnehmer,
der in einem Kolbenraum oder einer Zuleitung eines Stellzylinders des Prallwerkes
angeordnet ist. Der Vorteil des integrierten Druckaufnehmers ist neben seiner Robustheit
seine geschützte Lage. Der Druckaufnehmer ermöglicht die Registrierung von Druckwellen,
die entstehen, wenn Schläge auf das Prallwerk ausgeübt werden, die sich auf die Kolbenstange
und schließlich auf das im Stellzylinderkolbenraum befindliche Druckmedium, wie beispielsweise
Hydrauliköl, übertragen.
[0017] Nach einer alternativen Ausführungsform besteht die Schwingungsmeßeinrichtung aus
einem externen oder einem in dem Stellzylinder integrierten Wegaufnehmer oder einem
Drehwinkelmesser, der am Schwenkgelenk des Prallwerkes angeordnet ist. Hydraulikzylinder
mit Wegaufnehmern zur Feststellung der jeweiligen Kolbenstellung sind im Prinzip nach
dem Stand der Technik ebenso bekannt wie Drehwinkelmesser, die beispielsweise als
Winkelcodierer ausführbar sind. Die Drehwinkelmesser wie Wegaufnehmer arbeiten verschleißfrei
und besitzen eine hohe Auflösungsgenauigkeit und Zuverlässigkeit, insbesondere sind
Fehlsteuerungen, wie sie bei einem durch ein Mikrophon realisierten "akustischen Ohr"
nach EP 0 391 096 B1 vorkommen können, ausgeschlossen.
[0018] Vorzugsweise ist das Prallwerk hydraulisch verstellbar.
[0019] Die Verbindung des Prallwerkes mit einem Stellzylinder, der mittels eines Schwenkzapfens
mit dem Brechergehäuse verbunden ist, ermöglicht eine schnelle Befestigung des Stellzylinders
ebenso wie ein schnelles Lösen. Hinzu kommt die Möglichkeit, daß über einen Klemmkopf
ein individueller Endanschlag einstellbar, ggf. ferneinstellbar ist, der den Kolbenausfahrweg
und damit den Schwenkweg des Prallwerkes begrenzt. Der Klemmkopf ist vorzugsweise
mit dem als Dämpfungszylinder wirkenden Stellzylinder verbunden. In einer besonderen
Ausführungsform fixiert der Klemmkopf eine Sicherungsstange, die mit ihrem endseitigen
Kopf als Anschlag für die Kolbenstange des Stellzylinders ausgebildet ist. Insbesondere
sind der Klemmkopf und/oder die Sicherungsstange hydraulisch betätigbar.
[0020] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind der Klemmkopf, die Sicherungsstange
und/oder die Kolbenstange über ein und denselben Hydraulik-Steuerkreis betätigbar,
was die Zahl der benötigten Bauteile erheblich minimiert.
[0021] Um zu verhindern, daß das Prallwerk beim Ausschwenken die Kolbenstange aufgrund der
ziehenden Last stärker als gewünscht vorschiebt, wird zur Verhinderung dieses Voreilens
ein Vorspannventil in der Druckleitung verwendet, die mit dem entsprechenden Kolbenraum
des Stellzylinders verbunden ist.
[0022] Wie im Prinzip in der DE 35 25 101 A1 beschrieben, ist bevorzugt das Prallwerk gelenkig
mit der Kolbenstange eines Stellzylinders verbunden, der sich am Brechergehäuse abstützt
und bei dem die vordere Endstellung der Kolbenstange über den als Sicherungsstange
ausgebildeten Einstellkolben eines Stellzylinders stufenlos verstellbar ist. Durch
diese Maßnahme kann das Prallwerk-Stellglied auf kleinstem Raum realisiert werden.
Vorzugsweise ist der Kolbenraum des Stellzylinders mit einer Druckflüssigkeit gefüllt
und mit einem Speicher verbunden, dessen Vorspanndruck zur Begrenzung der maximalen
Brechkraft veränderbar ist.
[0023] Die maximalen Druckkräfte im Kolbenraum sind nach einer Weiterbildung der Erfindung
durch ein ferngesteuertes Druckbegrenzungsventil begrenzt.
[0024] Nach einer weiteren Ausführung der Erfindung ist der Kolbenraum durch ein Druckbegrenzungsventil
abgesichert, dessen Ansteuerkreis leckölfrei ausgeführt ist, so daß die Hydraulikpumpe
nach erfolgter Mahlspalteinstellung abschaltbar ist, vorzugsweise so lange, bis ein
Druckaufnehmer des Steuerkreises einen Druckabfall meldet und die Hydraulikpumpe wieder
aktiviert. Zum Auffüllen geringfügiger Leckagen kann ggf. ein Speicher im Steuerkreis
vorgesehen werden.
[0025] Vorzugsweise ist der Stellzylinder als Differentialzylinder ausgebildet. Insbesondere
wird die Sicherungsstange jeweils abgedichtet durch die Klemmvorrichtung bis in den
Stellzylinderkolbenraum und durch die Rückseite des als Hohlkolben ausgebildeten Stellkolbens
durchgeführt, wo sich der Kopf der Sicherungsstange gegen die ringförmige Zylinderbodenfläche
des Hohlraumes des Stellkolbens abstützt. Diese Art der Anschlagsicherung ist mit
ein und demselben Hydraulikkreis hinsichtlich der relativen Lage der Anschlagsicherung
ferneinstellbar.
[0026] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- einen schematischen Längsschnitt durch einen Prallbrecher mit einem mit Pralleisten
bestückten Rotor und einem Prallwerk,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Ansicht des Prallwerk-Stellgliedes einschließlich des Hydraulik-Steuerkreises.
[0027] Die Zerkleinerungsvorrichtung nach Fig. 1 ist ein Prallbrecher, der in einem Brechergehäuse
10 ein mit Pralleisten 11 bestückten Rotor 12 in einer drehbaren Lagerung aufweist.
Das aufgegebene Brechgut wird von den Pralleisten 11 gegen ein Prallwerk 13 geschleudert,
daß auf der dem Rotor zugewandten Seite mit Platten 14 armiert ist. Das Prallwerk
13 ist um eine Drehachse 15 schwenkbar gelagert und kann über eine Kolbenstange 16
verschwenkt werden, die über das Gelenk 17 mit dem Prallwerk 13 verbunden ist. Die
Kolbenstange 16 besitzt einen Kolbenhohlraum 18, in den der Kopf 19 einer Sicherungsstange
20 hineinragt, wobei der Kopf 19 dieser Sicherungsstange sich auf bzw. gegen die ringförmige
Zylinderbodenfläche 21 des genannten Hohlraumes 18 abstützt. Die Sicherungsstange
20 wirkt mit einer Klemmvorrichtung 22, die mit dem Stellzylinder 23 verbunden ist.
[0028] Wie aus Fig. 2 ersichtlich, wird die Kolbenstange 16 in einem Stellzylinder 23 geführt,
wobei seine Stellung durch jeweilige Zu- oder Abfuhr eines Hydraulikmediums in die
Kolbenräume 25 und 26 einstellbar ist, die beidseitig des Kolbenblockes 24 liegen,
der abgedichtet in dem Differentialkolben geführt ist. Der Zylinderraum 26 ist als
Ringzylinderraum ausgeführt. Die Sicherungsstange 20 ist sowohl durch den Kolbenblock
24 als auch durch den rückseitigen Boden 27 des Kolbenraumes 25 abgedichtet hindurchgeführt.
[0029] Die Klemmvorrichtung 22 besitzt einen ringförmigen Zylinderraum 28, durch dessen
Druckbeaufschlagung der Stellblock 29 der Klemmvorrichtung gegen die Feder 47 verschoben
werden kann. Die Sicherungsstange 20 besitzt schließlich eine Durchgangsbohrung 30,
über die das Hydraulikmedium in bzw. aus dem Raum 18 zuführbar ist.
[0030] Am Boden 27 des Kolbenraumes 25 oder, wie in Fig. 2 dargestellt, in einer nahe dort
einmündenden Zuleitung ist ein Druckaufnehmer 31 angeordnet, der über nicht dargestellte
Steuerleitungen mit einer Steuereinrichtung für den Hydraulikkreis verbunden ist.
Dieser Hydraulik-Steuerkreis besitzt einen Vorratsbehälter 32, woraus über eine Pumpe
33 Druckflüssigkeit förderbar ist. Beim Anstellen des Prallwerkes 13 in Richtung Rotor
10 wird zunächst das Ventil 34 geschaltet, wodurch die mechanische Klemmung der Sicherungsstange
20 gelöst wird. Hiernach wird das Ventil 35 in die rechte Position geschaltet, wodurch
der Kolbenraum 25 mit Druck beaufschlagt wird, während der Raum 26 über das Vorspannventil
36 mit dem Vorratsbehälter (Tank 32) verbunden ist. Das Vorspannventil 36 verhindert
ein Voreilen der Kolbenstange 16 aufgrund der ziehenden Last. Dabei ist zu gewährleisten,
daß die Kolbenstange 16 mit kleiner Geschwindigkeit ausfährt, beispielsweise durch
ein Proportionalwegeventil. Sobald das Prallwerk 13 bzw. die Armierung 14 mit den
Pralleisten in Kontakt kommt, werden die über die Kolbenstange 16 ausgeübten Schlagbewegungen
in Form von Druckwellen in den Kolbenraum 25 übertragen. Die dortigen Druckwellen
hängen von der Drehzahl des Rotors, der Anzahl der Pralleisten 11 und ferner davon
ab, welchen Radialabstand die Pralleisten jeweils zur Rotorachse haben. Die Druckimpulse
werden über einen Druckaufnehmer 31 erfaßt und von einem Rechner bzw. einer Elektronikeinheit
durch Feststellung der Frequenz und der Amplitude ausgewertet.
[0031] Liegt die Frequenz innerhalb eines vorgegebenen und durch die Rotordrehzahl beschriebenen
Frequenzganges und/oder übersteigt die Amplitude einen vorgebbaren Wert, wird in der
Elektronikeinheit die Momentanstellung des Prallwerkes 13 als Brechspalt-Nullstellung
abgespeichert. Zeitgleich oder anschließend wird durch Zurückschwenken des Prallwerkes
13, d.h., Einfahren des Stellkolbens 16, der gewünschte Mahlspalt eingestellt. Hierzu
wird das Ventil 35 in die linke Schaltstellung gebracht und das Ventil 37 geschaltet,
wodurch die Zylinderräume 26 und 18 mit Druck beaufschlagt werden. Mit dem Einfahren
der Kolbenstange 16 ist ein Ausfahren der Sicherungsstange 20 verbunden. Während dieser
Bewegung wird das Ventil 34 geschaltet, wodurch die mechanische Klemmung der Klemmvorrichtung
22 gelöst wird. Bei erreichter Brechspalteinstellung wird das Ventil 34 abgeschaltet
und die mechanische Klemmung wieder geschlossen. Anschließend wird über die Ventile
38 und 39 der Kolbenraum 25 mit Druck beaufschlagt, wobei der Druck mittels des Ventiles
40 stufenlos einstellbar ist. Dieser Druck bestimmt auch den Einstelldruck des Druckbegrenzungsventiles
41 und begrenzt die maximale Brechkraft. Durch die geschilderte Maßnahme wird die
Kolbenstange 16 in Ausfahrrichtung durch die Sicherungsstange 20 fixiert und in der
anderen Richtung hydraulisch vorgespannt, so daß die Kolbenstange arretiert ist. Übersteigt
die Brechkraft den Einstelldruck des Druckbegrenzungsventiles 41, so wird dies geöffnet,
wonach das Hydraulikmedium aus dem Zylinderraum 25 über das Rückschlagventil 42 in
den Zylinderraum 26 fließen kann, etwaige Überschußmengen des Hydraulikmediums fließen
über das Rückschlagventil 43 in den Vorratsbehälter 32 zurück. Die Stellung der Sicherungsstange
20 bleibt hierbei unverändert. Durch Schalten des Ventiles 44 kann die gewünschte
Prallwerkeinstellung unverzüglich und mit hoher Geschwindigkeit wieder angefahren
werden; ein Überfahren der voreingestellten Mahlspalteinstellung ist nicht möglich,
da die Sicherungsstange bzw. deren Kopf eine diesbezügliche Weiterbewegung blockiert.
[0032] Das Ventil 41 und dessen Ansteuerung sind leckölfrei ausgeführt, wodurch die betreffende
Hydraulikpumpe nach erfolgter Einstellung abgeschaltet werden kann. Die Ventile 38
und 39 müssen während des Brechens immer in erregter Stellung sein. Über einen Druckschalter
45 wird ein eventueller Druckabfall im Hydraulik-Steuerkreis festgestellt, der die
Hydraulikpumpe und die beschriebenen Ventile wieder aktiviert. Zum Ausgleich eventueller
geringfügiger Leckagen ist ein Speicher 46 vorgesehen.
[0033] Der Kolbenraum 25 des Stellzylinders 23 ist mit einer Druckflüssigkeit gefüllt und
mit dem Speicher 48 verbunden, dessen Vorspanndruck zur Begrenzung der maximalen Brechkraft
veränderbar ist.
[0034] Alternativ zu der beschriebenen, mittels eines Druckaufnehmers 31 arbeitenden Vorrichtung
kann auch der als Differentialkolben ausgebildete Stellzylinder 23 mit einem Wegmesser
versehen werden, der die Absolutstellung der Kolbenstange 16 zeitabhängig erfaßt und
sowohl die beim Ausfahren der Kolbenstange 16 zurückgelegten Vorwärtsbewegungen registriert
als auch durch Schlagen der Pralleisten am Prallwerk 13 verursachte Rückwärtsbewegungen,
nach deren erstmaligen Auftreten die zugehörige Kolbenstangenstellung 16 als Nullpunktstellung
abgespeichert wird. In entsprechender Weise kann auch unmittelbar am Drehgelenk 15
über einen Drehwinkelmesser die jeweils zeitabhängige Stellung des Prallwerkes festgestellt
werden.
[0035] Die vorliegende Erfindung umfaßt auch solche Ausführungsformen, bei der der Druckaufnehmer
31 und der vorbeschriebene Wegaufnehmer oder die Drehwinkelmessung nebeneinander realisiert
werden, wodurch die Betriebssicherheit entsprechend erhöht wird.
[0036] Alternativ zur in dem Stellzylinder integrierten Wegmeßeinrichtung kann auch eine
externe Wegmeßeinrichtung verwendet werden. Solche Meßeinrichtungen bieten sich insbesondere
zum Nachrüsten von Prallbrechern an, die über kein internes Wegmeßsystem verfügen.
[0037] Vorteilhafterweise läßt sich mit der vorliegenden Erfindung ein hoher konstruktiver
und/oder steuerungstechnischer Aufwand, wie z. B. bei Verwendung eines Mikrophones,
vermeiden. Bedienungsfehler, die ggf. eine Zerstörung des Prallwerkes oder des Rotors
zur Folge haben können, sind ausgeschlossen.
1. Verfahren zur automatischen Einstellung des Mahlspaltes einer Zerkleinerungsmaschine,
die einen Rotor (12) mit umfangsseitig angeordneten Prallwerkzeugen (11) und ein verschwenkbar
gelagertes Prallwerk (13) aufweist, dessen Abstand zu den Prallwerkzeugen (11) einstellbar
ist, indem das Prallwerk (13) so weit verschwenkt wird, bis es die Prallwerkzeuge
(11) bei laufendem Rotor (12) berührt, wonach die diesbezügliche Prallwerkstellung
als Nullstellung erfaßt wird und das Prallwerk (13) anschließend um den Weg zurückgeschwenkt
wird, durch den die gewünschte Sollgröße des Mahlspaltes erreicht wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwingungen des Prallwerkes (13) gemessen werden und daß die Nullstellung
bei Überschreiten eines vorgebbaren Schwingungsschwellenwertes registriert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsfrequenz und/oder
die Schwingungsamplitude gemessen werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungen indirekt
durch Messung des Druckes in einem Kolbenraum (25) eines Stellzylinders (23) des Prallwerkes
(13) oder direkt durch einen externen oder einen im Stellzylinder (23) integrierten
Wegaufnehmer oder einen Drehwinkelmesser ermittelt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Prallwerk
(13) hydraulisch verstellt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Weg der
Kolbenstange (16) des Stellzylinders (23) durch eine regelbare, vorzugsweise hydraulisch
regelbare Anschlagvorrichtung (19) begrenzt wird.
6. Zerkleinerungsmaschine, insbesondere Prallbrecher, mit mindestens einem mit umfangsseitig
angeordneten Prallwerkzeugen (11) versehenen Rotor (12), der drehbar in einem Brechergehäuse
(10) gelagert ist und mit mindestens einem Prallwerk zusammenwirkt, das verschwenkbar
im Brechergehäuse (10) angeordnet und dessen Abstand zu den Prallwerkzeugen (11) einstellbar
ist, und mit einer Meßeinrichtung (31), über die die Stellung feststellbar ist, in
der die rotierenden Prallwerkzeuge (11) das ausgeschwenkte Prallwerk (13) gleitend
berühren, und mit einer Steuerung für die vorgebbare Mahlspalteinstellung, die durch
Rückschwenken des Prallwerkes (13) einstellbar ist, gekennzeichnet durch eine Schwingungsmeßeinrichtung
(31), die direkt oder indirekt mit dem Prallwerk (13) verbunden ist.
7. Zerkleinerungsmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsmeßeinrichtung
(31) zur Ermittlung von Frequenz- und Amplituden-Werten ausgelegt und mit der Steuereinrichtung
verbunden ist.
8. Zerkleinerungsmaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsmeßeinrichtung
ein Druckaufnehmer (31) ist, der in einem Kolbenraum (25) oder einer Zuleitung eines
Stellzylinders (23) des Prallwerkes (13) angeordnet ist.
9. Zerkleinerungsmaschine nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwingungsmeßeinrichtung ein im Brechergehäuse angeordneter externer oder
ein in dem Stellzylinder (23, 24) integrierter Wegaufnehmer oder ein Drehwinkelmesser
ist, der am Schwenkgelenk (15) des Prallwerkes (13) angeordnet ist.
10. Zerkleinerungsmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
das Prallwerk (13) hydraulisch verstellbar ist.
11. Zerkleinerungsmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß das Prallwerk (13) mit einem Stellzylinder (23) verbunden ist, der mittels Schwenkzapfen
mit dem Brechergehäuse (10) verbunden ist.
12. Zerkleinerungsmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Klemmkopf
(22) mit dem Stellzylinder verbunden ist.
13. Zerkleinerungsmaschine nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Klemmkopf
(22) eine Sicherungsstange (20) klemmt, die mit ihrem endseitigen Kopf (19) als Anschlag
für die Kolbenstange (16) des Stellzylinders (23) ausgebildet ist.
14. Zerkleinerungsmaschine nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß der Klemmkopf (22) und/oder die Sicherungsstange (20) hydraulisch betätigbar sind.
15. Zerkleinerungsmaschine nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Klemmkopf
(22), die Sicherungsstange (20) und/oder die Kolbenstange (16) über ein und denselben
Hydrauliksteuerkreis betätigbar sind.
16. Zerkleinerungsmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kolbenstange mittels eines Vorspannventiles (36) gegen ein Voreilen des Prallwerkes
(13) beim Ausschwenken gesichert ist.
17. Zerkleinerungsmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 16, dadurch gekennzeichnet,
daß das Prallwerk (13) gelenkig mit der Kolbenstange (16) eines Stellzylinders (23)
verbunden ist, der sich am Brechergehäuse (10) abstützt und bei dem die vordere Endstellung
der Kolbenstange (16) über den als Sicherungsstange (20) ausgebildeten Einstellkolben
eines Stellzylinders stufenlos verstellbar ist.
18. Zerkleinerungsmaschine nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolbenraum
(25) des Stellzylinders (23) mit einer Druckflüssigkeit gefüllt und mit einem Speicher
(48) verbunden ist, dessen Vorspanndruck zur Begrenzung der maximalen Brechkraft veränderbar
ist.
19. Zerkleinerungsmaschine nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die maximalen
Druckkräfte im Kolbenraum (25) durch ein ferngesteuertes Druckbegrenzungsventil (41)
begrenzbar sind.
20. Zerkleinerungsmaschine nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolbenraum
durch ein Druckbegrenzungsventil (41) abgesichert, dessen Ansteuerkreis leckölfrei
ausgeführt ist, so daß die Hydraulikpumpe (33) nach erfolgter Mahlspalteinstellung
abschaltet, vorzugsweise so lange, bis ein Druckaufnehmer (45) des Steuerkreises einen
Druckabfall meldet und die Hydraulikpumpe wieder aktiviert.
21. Zerkleinerungsmaschine nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stellzylinder (23) als Differentialzylinder ausgebildet ist.
22. Zerkleinerungsmaschine nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Sicherungsstange
(20) jeweils abgedichtet durch die Klemmvorrichtung (22) bis in den Kolbenraum (25)
und durch die Rückseite der als Hohlkolben ausgebildeten Kolbenstange (16) durchgeführt
ist, wo sich der Kopf (19) der Sicherungsstange (20) gegen die ringförmige Zylinderbodenfläche
(21) des Hohlraumes (18) der Kolbenstange (16) abstützt.