[0001] Die Erfindung betrifft eine Gleitschleifanlage mit einem Schleifmittel beinhaltenden
Behälter und einer Werkstück-Aufnahmeeinrichtung, an der mindestens ein Werkstück
an mindestens einem, drehbar gelagerten Werkstückträger lösbar befestigbar ist sowie
ein Verfahren zum Gleitschleifen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 12.
[0002] Eine Gleitschleifanlage und ein Verfahren der eingangs genannten Art gehen aus der
deutschen Patentschrift 915 309 hervor. Die bekannte Gleitschleifanlage weist einen
Behälter auf, dessen Innenraum an seiner Peripherie ein Schleifmittel aufweist, in
das -mittels einer Radialbewegung- ein an einem Werkstückträger gehaltenes Werkstück
für die Gleitschleifbearbeitung einbringbar ist. Für das Gleitschleifen wird der Behälter
in Rotation versetzt. Der Werkstückträger ist um eine horizontale Drehachse drehbar,
so daß eine allseitige Bearbeitung der Werkstücke möglich ist. Durch die Drehbewegung
können Lage und Bearbeitungszeit in der jeweiligen Werkstückstellung den Erfordernissen
angepaßt werden. Für die Durchführung der Drehbewegung ist ein entsprechender Antrieb
erforderlich, der -insbesondere auch im Hinblick auf die Vielzahl der Werkstückträger,
die über den Umfang des Behälters gleichmäßig verteilt angeordnet sind- relativ kompliziert
aufgebaut ist und eine entsprechend aufwendige Konstruktion erfordert.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Gleitschleifanlage der eingangs
genannten Art zu schaffen, die einfach aufgebaut ist und dennoch eine optimale, definierte
Bearbeitung ermöglicht sowie ein Verfahren zum Gleitschleifen, das einen gleichmäßigen
Abtrag der Werkstücke gewährleistet.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Behälter zum Einbringen/Entnehmen
des Werkstücks nach oben hin offen ist, daß eine Verstelleinrichtung für eine im wesentlichen
vertikale Relativbewegung zwischen der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung und dem Behälter
zum Eintauchen des Werkstücks in das beziehungsweise Herausziehen des Werkstücks aus
dem Schleifmittel vorgesehen ist und daß mittels einer Steuereinrichtung eine definierte,
aus der Relativbewegung/Relativstellung zwischen Werkstück-Aufnahmeeinrichtung und
Behälter abgeleitete Drehbewegung des Werkstückträgers im Schleifmittel erfolgt. Der
Kern der Erfindung besteht somit darin, daß eine Relativbewegung zwischen der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung
und dem Behälter dafür genutzt wird, eine Drehbewegung des Werkstückträgers herbeizuführen,
so daß eine definierte Stellung des Werkstücks herbeigeführt wird. Insbesondere wird
das Werkstück eine vorbestimmte Zeit in einer ersten Stellung bearbeitet. Es erfolgt
dann die Drehbewegung, wodurch das Werkstück in eine zweite Stellung gelangt, in der
es dann wiederum eine vorwählbare Zeit bearbeitet wird. Sind diese beiden Bearbeitungszeiten
in den verschiedenen Stellungen des Werkstücks durchlaufen, so ist ein optimales Arbeitsergebnis
erzielt. Selbstverständlich ist die Erfindung nicht darauf beschränkt, nur diese beiden
Stellungen des Werkstücks herbeizuführen, sondern es ist auch möglich, daß mehrfach
eine Stellungsänderung erfolgt, wobei auch eingeschlossen ist, daß das Werkstück in
eine zuvor eingenommene Stellung wieder zurückgeführt wird und so weiter. Insbesondere
ist eine Relativbewegung zwischen der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung und dem Behälter
schon durch den Umstand gegeben, die Werkstücke in das Schleifmittel einzubringen.
Die Werkstücke werden also am Werkstückträger befestigt und anschließend wird die
vorstehend genannte Relativbewegung herbeigeführt, um die Werkstücke in das Schleifmittel
einzubringen. Diese mittels der Verstelleinrichtung mögliche Relativbewegung wird
erfindungsgemäß für einen doppelten Zweck eingesetzt, nämlich sie wird für das Verändern
der Drehstellung der Werkstückträger mitgenutzt. Eine zusätzliche, die Drehung der
Werkstückträger herbeiführende Antriebseinrichtung ist demgemäß nicht erforderlich,
so daß sich die Konstruktion der gesamten Gleitschleifanlage vereinfacht und kostengünstiger
wird. Die Relativbewegung zwischen der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung und dem Behälter
kann vorzugsweise derart erfolgen, daß der Behälter gegenüber der auf gleicher Höhe
verbleibenden Werkstück-Aufnahmeeinrichtung nach oben beziehungsweise nach unten verfahren
wird. Alternativ ist es auch möglich, daß der Behälter auf gleicher Höhe verbleibt,
während die Werkstück-Aufnahmeeinrichtung auf- beziehungsweise niederfährt. Selbstverständlich
ist auch eine Bewegung beider Teile möglich. Jedoch ist auch eine Veränderung der
Relativstellung zwischen Werkstück-Aufnahmeeinrichtung und Behälter Gegenstand der
Erfindung, indem beispielsweise der Behälter oder ein Teil des Behälters beziehungsweise
ein dem Behälter zugeordnetes Teil seine Position relativ zur Werkstück-Aufnahmeeinrichtung
verändert, wodurch dann die Drehbewegung des Werkstückträgers herbeigeführt wird.
Unter der Änderung der Relativstellung wird insbesondere eine Auflaufschräge oder
dergleichen verstanden, die bewirkt, daß eine Drehbewegung des Werkstückträgers erfolgt.
Dies bedeutet, daß die Verstelleinrichtung mit der Auflaufschräge oder dergleichen
zusammenwirkt, derart, daß zum Beispiel ein die Auflaufschräge abtastendes Element
verlagert und hierdurch die Drehbewegung des Werkstückträgers herbeigeführt wird.
[0005] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Werkstückträger um
eine horizontale Achse drehbar gelagert ist. Da der das Schleifmittel aufweisende
Behälter nach oben hin offen ist, werden die Werkstücke in einer im wesentlichen vertikal
verlaufenden Bewegung in das Schleifmittel eingebracht beziehungsweise aus diesem
wieder herausgefahren. Die Drehbewegung des Werkstückträgers erfolgt um eine im wesentlichen
horizontal liegende Achse, wodurch sichergestellt ist, daß eine dem Boden des Behälters
zugewandte Werkstückfläche nach der Drehbewegung eine Lage einnimmt, bei der sie vom
Boden abgewandt ist. Vorzugsweise wird eine 180°-Wendung durchgeführt. Diese Bearbeitung
stellt eine gleichmäßige Schleifbehandlung sicher, so daß ein optimales Ergebnis erzielt
wird. Würde man die erfindungsgemäße Drehbewegung, insbesondere 180°-Wendung, nicht
durchführen, so würde die dem Boden des Behälters zugewandte Werkstückfläche wesentlich
stärker bearbeitet werden, als die dem Boden abgewandte Werkstückfläche. Dies gilt
insbesondere bei Werkstücken, die parallele oder annähernd planparallele Flächen aufweisen,
wie beispielsweise im Beschlagsbau bei Tür- oder Fenstergriffen. Die erwähnte, unterschiedliche
Schleifbearbeitung kommt dadurch zustande, daß der Andruck der dem Behälterboden zugewandten
Fläche des Werkstücks auf das Schleifmittel größer ist, als der Druck des Schleifmittels
auf die gegenüberliegende Seite des Werkstücks. Dies resultiert aus der "Bodenwirkung"
des Behälters, da der Boden dem Ausweichen des Schleifmittels einen entsprechenden
Widerstand entgegensetzt, der in dieser Art auf der dem Boden abgewandten Seite nicht
wirkt, da dort lediglich die Schwerkraft des Schleifmittels auf das Werkstück wirkt.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird die Gleitschleifbewegung dadurch erzielt,
daß die Werkstück-Aufnahmeeinrichtung rotiert und der Behälter stillsteht. Dies ist
jedoch nicht zwingend, da auch die umgekehrte Funktionsweise das gewünschte Schleifergebnis
erbringt, nämlich eine Drehbewegung des Behälters und ein Stillstehen, also nicht
Rotieren der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung. Selbstverständlich ist es möglich, daß
beide Teile relativ zueinander rotieren.
[0006] Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinrichtung ein am Behälter angreifendes
Abtastglied aufweist, dessen durch die Relativbewegung erfolgende Verstellung die
Drehbewegung des Werkstückträgers bewirkt. Ist somit das Werkstück beziehungsweise
sind somit die Werkstücke an der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung befestigt, so werden
die Werkstücke durch Relativbewegung zwischen der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung und
dem Behälter in das Schleifmittel eingetaucht. Nachfolgend kann dann die Gleitschleifbehandlung
durch Rotation erfolgen. Soll die erfindungsgemäße Drehung der Werkstücke herbeigeführt
werden, so wird die Steuereinrichtung nochmals betätigt, das heißt, Werkstück-Aufnahmeeinrichtung
und Behälter verändern ihre vertikale Lage nochmals zueinander, derart, daß das Abtastglied
betätigt wird. Hierbei bleiben die Werkstücke im Schleifmittel eingetaucht, führen
jedoch eine Drehbewegung, insbesondere eine Wendebewegung, durch. Der Gleitschleifprozeß
kann dann fortgesetzt werden beziehungsweise die Drehbewegung der Werkstücke erfolgt
während der Gleitschleifbearbeitung, das heißt, diese wird nicht unterbrochen.
[0007] Ferner ist es vorteilhaft, wenn das Abtastglied eine verschieblich gelagerte Schubstange
ist. Diese Schubstange läßt sich insbesondere in vertikaler Richtung verschieben.
Das freie Ende der Schubstange arbeitet bevorzugt mit dem Boden des Behälters beziehungsweise
mit einem im Bodenbereich des Behälters liegenden Gegenelement zusammen. Insbesondere
kann vorgesehen sein, daß der Behälter eine ringförmige, im Schleifmittel liegende
Anlageerhöhung für das Schubstangenende aufweist. Diese Anlageerhöhung verhindert,
daß Schleifmittel, das als Schleifmasse, insbesondere kunststoff- oder keramikgebundene
oder in Form verschiedenartig gestalteter Schleifkörper vorliegt, zwischen der Abtastfläche
und dem freien Ende der Schubstange derart gelangt, daß eine unbeabsichtigte Verlagerung
der Schubstange erfolgt. Die Anlageerhöhung sorgt somit stets dafür, daß das Abtastende,
also das Schubenstangenende stets in Kontakt mit der Anlageerhöhung bleibt und somit
eine definierte Stellung der Schubstange und damit die definierte Werkstückstellung
erhalten bleibt.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Schubstange eine Verzahnung
aufweist, die mit einem Zahnrad kämmt, das mit dem Werkstückträger drehfest gekoppelt
ist. In einer ersten Schubstangenstellung weist somit das Zahnrad eine erste Stellung
auf und damit besitzen die Werkstücke eine definierte Lage im Schleifmittel. Wird
die Schubstange erfindungsgemäß verlagert, so erfolgt eine definierte Drehung des
Zahnrads und somit des Werkstückträgers, so daß die Werkstücke in die zweite, definierte
Stellung gelangen.
[0009] Vorteilhafte weitere Ausgestaltungen ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
[0010] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Gleitschleifen von mindestens einem
Werkstück, das mittels einer im wesentlichen vertikalen Beschickungsbewegung in ein
Schleifmittel eingebracht beziehungsweise aus diesem wieder herausbewegt wird, wobei
das Werkstück eine definierte, aus der Beschickungsbewegung abgeleitete Drehbewegung
im Schleifmittel durchführt.
[0011] Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels
und zwar zeigt:
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer Gleitschleifanlage, teilweise im Schnitt,
- Figur 2
- eine Draufsicht auf einen Bereich einer Werkstück-Aufnahmeeinrichtung,
- Figur 3
- eine Schnittansicht durch die Darstellung der Figur 2,
- Figuren 4 und 5
- Schnittdarstellungen durch die Werkstück-Aufnahmeeinrichtung in verschiedenen Stellungen,
- Figur 6
- ein Querschnitt durch ein Bauteil der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung,
- Figur 7
- eine Detailansicht der in der Figur 6 mit einem Kreis gekennzeichneten Region,
- Figur 8
- eine Schubstange der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung,
- Figur 9
- einen Querschnitt durch die Schubstange gemäß Figur 8,
- Figur 10
- eine Detailansicht der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung,
- Figuren 11 und 12
- verschiedene Ansichten eines Abschnitts einer Anlageerhöhung in einem Behälter der
Gleitschleifanlage,
- Figur 13
- ein Werkstück, das mit der Gleitschleifanlage bearbeitet wird und
- Figur 14
- eine Positionsdarstellung eines dem Gleitschleifverfahren zu unterziehenden Werkstücks.
[0012] Die Figur 1 zeigt eine Gleitschleifanlage 1, die ein Maschinengestell 2 aufweist,
das eine Verstelleinrichtung 3 besitzt. Die Verstelleinrichtung 3 trägt mittels einer
Hubstange 4 einen Behälter 5, der als Ringbehälter 6 ausgebildet ist. Das Innere des
Ringbehälters 6 ist mit Schleifmittel 7 gefüllt. Der Ringbehälter 6 weist zwei mit
Abstand zueinander stehende Seitenwände 8 und 9 sowie einen Boden 10 auf. Nach oben
hin ist der Ringbehälter 6 offen. Die Verstelleinrichtung 3 weist einen nicht dargestellten
Antrieb auf, mit dem der Behälter 5 in Richtung des in der Figur 1 eingezeichneten
Doppelpfeils 11 vertikal auf- beziehungsweise niedergefahren werden kann. Es läßt
sich somit also die Höhe des Behälters 5 einstellen.
[0013] Am Maschinengestell 2 befindet sich eine Vertikalachse 12, die mit der Mittelachse
der Hubstange 4 fluchtet. Auf der Vertikalachse 12 ist eine Werkstück-Aufnahmeeinrichtung
13 drehbar gelagert. Mittels eines nicht dargestellten Antriebs läßt sich die Werkstück-Aufnahmeeinrichtung
13 um die Vertikalachse 12 in Rotation versetzen. Die Werkstück-Aufnahmeeinrichtung
13 weist vorzugsweise ein Trägerrad 14 auf, so wie es insbesondere den Figuren 2 und
3 zu entnehmen ist. Vom Trägerrad 14 gehen -nach unten hin- Profilrohre 15 aus. Die
Profilrohre 15 sind in gleichmäßigem Winkelabstand über den Umfang des Trägerrads
14 verteilt angeordnet. Wie aus Figur 2 ersichtlich, kann insbesondere vorgesehen
sein, daß gemäß der eingezeichneten, strichpunktierten Kreise 16 bis 18 mehrere derartiger
Kreisreihenanordnungen von Profilrohren 15 an dem Trägerrad 14 befestigt sind. Am
unteren Ende jedes Profilrohrs 15 ist ein Werkstückträger 19 angeordnet, an dem ein
dem Gleitschleifprozeß zu unterwerfendes Werkstück 20 (Figur 13) lösbar befestigbar
ist. Hierauf wird im einzelnen nachstehend noch näher eingegangen.
[0014] Der Figur 1 ist ferner zu entnehmen, daß sich zwischen der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung
13 und dem oberen Teil des Maschinengestells 2 eine Betätigungseinrichtung 21 befindet,
die mittels eines Antriebs 22 auf- beziehungsweise niedergefahren werden kann. Die
Führung hierfür bildet die Vertikalachse 12.
[0015] Gemäß Figur 4 ist jedem Profilrohr 15 der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung 13 eine Befestigungszwischenplatte
23 zugeordnet, die mit dem Trägerrad 14 verbunden und an der eine Abdeckplatte 24
befestigt ist, die die obere Stirnseite des Profilrohrs 15 abdeckt und ferner letzteres
hält. Die Mittelachse 25 jedes Profilrohrs 15 verläuft vertikal mit parallelem Abstand
zur Achse der Hubstange 4 beziehungsweise zur Mittellinie der Vertikalachse 12. Das
untere Ende des Profilrohrs 15 wird von einer Abdeckplatte 26 abgedeckt. Diese weist
eine Führungsbohrung 27 auf, die sich in einer Führungsbuchse 28 fortsetzt, welche
mit der Abdeckplatte 26 verbunden ist. Im Innern 29 des Profilrohrs 15 ist eine Schubstange
30 einer Steuereinrichtung 31 längsverschieblich, also in Richtung der Mittelachse
25, gelagert. Für die Lagerung der Schubstange 30 sind zwei mit Abstand zueinanderliegende
Lagerteile 32 im Profilrohr 15 angeordnet und mit einer Lagerbohrung 38 durchsetzt.
Die Schubstange 30 weist im wesentlichen einen kreiszylindrischen Querschnitt auf.
An ihrem unteren Ende ist ein Abtastglied 33 in Form eines Zylinderstifts 34 befestigt.
Der Zylinderstift 34 weist ein halbkugelförmig verrundetes Ende 35 auf. Der Zylinderstift
34 durchsetzt die Führungsbohrung 27 der Abdeckplatte 26. Der obere Endbereich 36
der Schubstange 30 weist einen verringerten Durchmesser auf und durchsetzt eine Führungsbohrung
37, die die Abdeckplatte 24, die Befestigungszwischenplatte 23 und das Trägerrad 14
durchsetzt.
[0016] Gemäß der Figur 6 weist das Profilrohr 15 zwei parallel zueinander verlaufende Seitenwandbereiche
39 auf, an denen sich beidseitig jeweils dachartig verlaufende Wandabschnitte 40 anschließen,
so daß sich insgesamt eine stromlinienförmige Kontur ergibt, die den Widerstand beim
Hindurchgleiten durch das Schleifmittel verringert. Überdies wird durch diese Formgebung
die abrasive Wirkung des Schleifmittels am Profilrohr 15 verringert (Räumungswirkung).
Der Figur 6 ist ferner zu entnehmen, daß die beiden Lagerteile 32 auf einander gegenüberliegenden
Seiten Schwalbenschwanzausbildungen 41 besitzen, die in entsprechenden Schwalbenschwanzführungen
42 des Profilrohrs 15 aufgenommen sind. Mittels geeigneter Befestigungsmittel sind
die beiden Lagerteile 32 im Profilrohr 15 lagefixiert. Die Schubstange 30 weist -gemäß
den Figuren 6, 8 und 9- eine Verzahnung 43 auf, die -gemäß Figur 6- einer Werkstückträgerwelle
44 zugewandt ist. Die Werkstückträgerwelle 44 lagert in einer Querbohrung 45 des Profilrohrs
15. Um eine Verdrehsicherung für die Schubstange 30 zu schaffen, weist diese eine
über ihre Längserstreckung verlaufende Nut 46 auf, in die ein geeignetes Führungsmittel,
beispielsweise eine Führungsschraube, eingreift. Diese Führungsschraube kann in eine
Gewindebohrung 47 des Profilrohrs 15 eingeschraubt sein (in Figur 6 nicht näher dargestellt).
[0017] Die Werkstückträgerwelle 44 weist eine Drehachse 48 auf, die rechtwinklig zur Mittelachse
25 verläuft und horizontal ausgerichtet ist. Die axiale Lage der Werkstückträgerwelle
44 wird von beidseitig zum Profilrohr 15 gelegene Sprengringe 49 und geeigneten Unterlegscheiben
50 fixiert. Die beiden Endbereiche der Werkstückträgerwelle 44 bilden jeweils die
Werkstückträger 19, die in dem hier vorliegenden Ausführungsbeispiel als Vierkanthalterungen
ausgebildet sind, auf die das Werkstück 20, nämlich ein Fenstergriff, mit seiner korrespondierenden
Vierkantbohrung aufgesteckt werden kann. Um ein Eindringen von Schleifmittelstaub
und dergleichen in das Innere des Profilrohrs 15 zu verhindern, ist -gemäß Figur 7-
zwischen der Unterlegscheibe 50 und der Wandung 39 des Profilrohrs 15 eine Dichthülse
51 angeordnet.
[0018] Die Werkstückträgerwelle 44 weist ein Zahnrad 52 auf, daß drehfest mit ersterer verbunden
ist, sich im Inneren 29 des Profilrohrs 15 befindet und mit der Verzahnung 43 der
Schubstange 30 kämmt. Von der Stirnseite 54 des Profilrohrs 15 gehen jeweils zwei
Sacklochbohrungen 55 aus, die dem jeweiligen Lagerbereich der Werkstückträgerwelle
44 in dem Profilrohr 15 zugeordnet sind. Jede Sacklochbohrung 55 (in der Figur 10
ist der Einfachheit halber nur eine Sacklochbohrung 55 dargestellt) besitzt einen
Gewindeabschnitt 56, in den ein mit Außengewinde versehenes Verschlußteil 57 eingeschraubt
ist. Mit dem Verschlußteil 57 wird eine Schraubdruckfeder 58 in der Sacklochbohrung
55 gehalten, die eine Kugel 59 beaufschlagt, welche in Richtung auf die Querbohrung
45 gedrängt wird. Die Werkstückträgerwelle 44 weist an ihrem Umfang in zueinander
diametraler Stellung jeweils eine Rastbohrung 60 auf, in die ein Teil des Umfangs
der Kugel 59 in entsprechenden Drehstellungen der Werkstückträgerwelle 44 einrasten
kann. Auf diese Art und Weise ist eine Rastfixierung der Werkstückträgerwelle 44 gebildet,
das heißt, die Werkstückträgerwelle 44 kann in einer ersten Stellung verrasten und
-nach einer 180°-Drehung- in einer zweiten Stellung ebenfalls rastend festgelegt werden.
[0019] Den Figuren 4 und 5 ist zu entnehmen, daß sich auf dem Boden 10 des Behälters 5 eine
ringförmige Anlageerhöhung 61 befindet. Diese setzt sich -gemäß Figur 11- aus Teilkreisabschnitten
62 zusammen, die mittels Befestigungsflansche 63 auf dem Boden 10 angebracht sind.
Gemäß Figur 12 weist die Anlageerhöhung 61 ein etwa dreieckförmiges Profil auf, wobei
die Spitze des Dreiecks nach oben weist und einen Abtastrücken 64 bildet.
[0020] Es ergibt sich folgende Funktion: Es wird davon ausgegangen, daß sich der Behälter
5 in seiner herabgefahrenen Grundstellung gemäß Figur 1 befindet. Ferner wird unterstellt,
daß auf die Werkstückträger 19 Werkstücke 20, nämlich Fenstergriffe aufgesteckt sind,
wobei sich zum Aufstecken die Werkstück-Aufnahmeeinrichtung 13 in Ruhestellung befindet.
Zur Aufnahme des Gleitschleifbetriebs wird das Trägerrad 14 der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung
13 mittels des nicht dargestellten Antriebs in Rotation um die Vertikalachse 12 versetzt.
Anschließend hebt die Verstelleinrichtung 3 den Ringbehälter 6 derart weit an, daß
die Werkstücke 20 in das Schleifmittel 7 eintauchen, so wie es sich aus der Darstellung
der Figur 4 ergibt (dort ist der Einfachheit halber lediglich die Lage der Drehachse
48 angedeutet, nicht jedoch die Werkstücke 20 beziehungsweise die Werkstückträger
19 dargestellt). In der in der Figur 4 eingenommenen Stellung befindet sich die Schubstange
30 innerhalb des Profilrohres 15 in einer unteren Stellung, in der das abgerundete
Ende 35 des Abtastglieds 33 im Moment auf dem Abtastrücken 64 der Anlageerhöhung 61
aufliegt. In dieser Stellung der Schubstange 30 weist die Werkstückträgerwelle 44
eine definierte Winkellage auf, derart, daß die Werkstückfläche 65 des Werkstücks
20 dem Boden 10 des Behälters 5 zugewandt ist. Vorzugsweise verläuft die Werkstückfläche
65 parallel zur Ebene des Bodens 10. In dieser Werkstückstellung erfolgt die Gleitschleifbehandlung
mit vorgegebener Bearbeitungszeit. Ist die Bearbeitungszeit verstrichen, so wird die
Verstelleinrichtung 3 nochmals betätigt, derart, daß durch weiteres Anheben des Ringbehälters
6 die in der Figur 5 dargestellte Stellung eingenommen wird. Durch das weitere Anheben
des Behälters 5 wird mittels der Anlageerhöhung 61 das Abtastglied 33 und damit die
Schubstange 30 in Richtung der Mittelachse 25 angehoben. Hierbei wird mittels der
Verzahnung 43 das Zahnrad 52 und damit die Werkstückträgerwelle 44 verdreht. Es erfolgt
eine 180°-Drehung der Werkstückträgerwelle 44, wodurch die sich auf den Werkstückträger
19 befindlichen Werkstücke gewendet werden. Diese Wendebewegung ist in der Figur 14
erläutert. Mit durchgezogener Linie ist die Lage des Werkstücks 20 vor der Wendung
dargestellt, in der die Werkstückfläche 65 nach unten weist, also dem Boden 10 des
Behälters 5 zugewandt ist. Nach Durchführung der Wendebewegung (Pfeil 66), nimmt das
Werkstück 20 die mit strichpunktierter Linie in Figur 14 eingetragene Stellung ein,
das heißt, die Werkstückfläche 65 liegt abgewandt zum Boden 10 des Behälters 5. Die
zuvor dem Boden 10 abgewandte Werkstückfläche 67 befindet sich nach der Wendung dem
Boden 10 zugewandt. In dieser neuen Werkstückstellung erfolgt dann -über einen definierten
Zeitraum- eine weitere Gleitschleifbearbeitung. Gemäß Pfeil 68 ist -nach einem besonderen
Bearbeitungsverfahren- angedeutet, daß auch ein Zurückwenden und so weiter vorgenommen
werden kann, sofern die Bearbeitung mit Mehrfachwendung durchgeführt werden soll.
1. Gleitschleifanlage mit einem Schleifmittel beinhaltenden Behälter und einer Werkstück-Aufnahmeeinrichtung,
an der mindestens ein Werkstück an mindestens einem, drehbar gelagerten Werkstückträger
lösbar befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (5) zum Einbringen/Entnehmen des Werkstücks (20) nach oben hin
offen ist, daß eine Verstelleinrichtung (3) für eine im wesentlichen vertikale Relativbewegung
zwischen der Werkstück-Aufnahmeeinrichtung (13) und dem Behälter (5) zum Eintauchen
des Werkstücks (20) in das beziehungsweise Herausziehen des Werkstücks (20) aus dem
Schleifmittel (7) vorgesehen ist und daß mittels einer Steuereinrichtung (31) eine
definierte, aus der Relativbewegung/Relativstellung zwischen Werkstück-Aufnahmeeinrichtung
(13) und Behälter (5) abgeleitete Drehbewegung des Werkstückträgers (19) im Schleifmittel
(7) erfolgt.
2. Gleitschleifanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstückträger (19) um eine horizontale Achse (Drehachse (48)) drehbar
gelagert ist.
3. Gleitschleifanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (31) eine Wendebewegung, insbesondere um 180°, des Werkstückträgers
(19) durchführt.
4. Gleitschleifanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstelleinrichtung (3) zur Durchführung der Relativbewegung den Behälter
(5) vertikal verfährt.
5. Gleitschleifanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (31) ein am Behälter (5) angreifendes Abtastglied (33)
aufweist, dessen durch die Relativbewegung erfolgende Verstellung die Drehbewegung
des Werkstückträgers (19) bewirkt.
6. Gleitschleifanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtastglied (33) eine verschieblich gelagerte Schubstange (30) ist.
7. Gleitschleifanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Schubstangenende (Ende (35)) mit dem Boden (10) des Behälters (5)
zusammenwirkt.
8. Gleitschleifanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (5) eine ringförmige, im Schleifmittel (7) liegende Anlageerhöhung
(61) für das Schubstangenende (Ende (35)) aufweist.
9. Gleitschleifanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schubstange (30) eine Verzahnung (43) aufweist, die mit einem Zahnrad (52)
kämmt, das mit dem Werkstückträger (19) drehfest gekoppelt ist.
10. Gleitschleifanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schubstange (30) zumindest abschnittsweise im Innern (29) des Profilrohrs
(15) angeordnet ist.
11. Gleitschleifanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenquerschnitt des Profilrohrs (15) hinsichtlich der Schleifmittelbeaufschlagung
stromlinienförmig ausgebildet ist.
12. Verfahren zum Gleitschleifen von mindestens einem Werkstück, das mittels einer im
wesentlichen vertikalen Beschickungsbewegung in ein Schleifmittel eingebracht beziehungsweise
aus diesem wieder herausbewegt wird, insbesondere zur Durchführung bei einer Gleitschleifanlage
nach einem oder mehreren der vorgehenden Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Werkstück eine definierte, aus der Beschickungsbewegung abgeleitete Drehbewegung
im Schleifmittel durchführt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß als Drehbewegung eine Wendebewegung durchgeführt wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wendebewegung des Werkstückträgers derart erfolgt, daß die vor der Wendung
dem Boden des Behälters zugewandte Werkstückfläche nach der Wendung dem Boden abgewandt
liegt.