[0001] Die Erfindung betrifft eine Handwerkzeugmaschine, insbesondere Schlagschrauber, mit
einem Motor, einem Untersetzungsgetriebe und einem Drehpulserzeuger in einem Gehäuse,
wobei zur Dämpfung von durch den Drehpulserzeuger hervorgerufenen Vibrationen des
Gehäuses ein Federmittel vorgesehen ist.
[0002] Eine derartige Handwerkzeugmaschine ist in der DE 39 37 816 A1 beschrieben. Der Motor
wirkt über das Untersetzungsgetriebe auf den Drehpulserzeuger, der zur Verstärkung
des Anzugsmoments schlagartige Drehimpulse auf das Schraubwerkzeug überträgt. Diese
Drehschläge haben unangenehme Vibrationen des Gehäuses zur Folge. Um diese Vibrationen
zu dämpfen, ist nach der DE 39 37 816 A1 eine Torsionsfeder vorgesehen.
[0003] Die Krafteinleitung auf die Torsionsfeder ist konstruktiv problematisch. Außerdem
sind größere Verdrehwinkel der Torsionsfeder nur schwer zu erreichen und es treten
Schwingungsprobleme auf. Darüber hinaus wirkt die Torsionsfeder nur beim Anziehen
der Schraubverbindung (Rechtslauf), nicht jedoch beim Lösen der Verschraubung (Linkslauf).
Sie wird im Linkslauf zerstört.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Handwerkzeugmaschine der eingangs genannten Art
vorzuschlagen, bei der die Dämpfung auf konstruktiv einfache Weise verbessert ist.
[0005] Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe bei einer Handwerkzeugmaschine der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, daß das eine Ende der Feder an einem Ring abgestützt ist, der
einerseits an einer drehachsparallelen Wendel und andererseits achsparallel verschieblich
geführt ist, und daß das andere Ende der Feder sich an einem gehäusefesten Teil abstützt,
so daß die Feder bei einem Drehschlag axial gespannt wird.
[0006] Bei einem Drehschlag wird der Ring infolge seiner Lagerung an der Wendel achsparallel
verschoben. Dadurch spannt sich die Feder axial. Nach dem Drehschlag entspannt sich
die Feder. Dadurch ist erreicht, daß keine Torsionsfeder notwendig ist. Vorzugsweise
wird eine gewendelte Druckfeder eingesetzt. Es könnte auch eine Zugfeder verwendet
werden.
[0007] Die beschriebene Einrichtung dämpft die Vibrationen wirkungsvoll und verringert die
Geräuschentwicklung. Durch die Bemessung der Steigung der Wendel läßt sich ein für
eine gewünschte Dämpfung großer Drehwinkel erreichen. Günstig ist auch, daß für die
Einrichtung ein kleiner Einbauraum im Gehäuse genügt.
[0008] Vorzugsweise ist der Ring mit seinem Innenumfang an der Wendel geführt, die außen
an einem dem Drehschlag ausgesetzten Teil angebracht ist. Der Ring ist dann an seinem
Außenumfang an einer gehäusefesten Führung axial verschieblich drehfest geführt. Es
wäre jedoch auch die umgekehrte Anordnung möglich, bei der die Wendel gehäusefest
ausgebildet ist und der Ring an einem dem Drehschlag ausgesetzten Teil axial verschieblich
drehfest geführt ist.
[0009] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist der Ring mittels Kugeln an der Wendel
gelagert. Es treten dabei entsprechend niedrige Reibungskräfte zwischen dem Ring und
der Wendel auf. Falls höhere Reibungskräfte zur Unterstützung der Dämpfung und/oder
eine weitere Vereinfachung des Aufbaus gewünscht sind, kann der Ring mit einer oder
mehreren an ihm ausgebildeten Anformungen in die Wendel eingreifen.
[0010] Die genannte Feder wird im Rechtslauf, also beim Anziehen der Schraubverbindung,
gespannt. In Ausgestaltung der Erfindung ist zur Dämpfung von Schlägen im Linkslauf
(Lösen der Schraubverbindung) dem Ring an seiner der Feder gegenüberliegenden Stirnseite
ein weiteres Dämpfungselement zugeordnet. Dieses kann ein einfacher Elastomerkörper
oder zur Verbesserung der Dämpfung im Linkslauf eine weitere gewendelte Druckfeder
sein.
[0011] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen. In der Zeichnung zeigen:
Figur 1 einen Akku-Schlagschrauber im Schnitt,
Figur 2 eine gegenüber Fig. 1 vergrößerte Teilansicht,
Figur 3 eine Wendel an einem Hohlrad des Getriebes in perspektivischer Teilansicht,
Figur 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel in einer im wesentlichen Fig. 2 entsprechenden
Darstellung und
Figur 5 ein weiteres Ausführungsbeispiel.
[0012] Ein Schlagschrauber weist ein Handgriffgehäuseteil(1) und ein Antriebsgehäuseteil(2)
auf, in dem ein Motor(3), ein Planetengetriebe(4) und ein Drehpulserzeuger(5) angeordnet
sind. Der Motor(3) treibt über das Planetengetriebe(4) als Untersetzungsgetriebe den
Drehpulserzeuger(5) an, der seinerseits eine Welle(6) antreibt, auf die ein nicht
näher dargestelltes Schraubwerkzeug aufsteckbar ist. Die gemeinsame Achse der Antriebseinheit
ist mit (A) bezeichnet.
[0013] Der Motor(3) ist als Elektromotor aus einem Akkupack(7) betreibbar. Er könnte auch
netzbetreibbar sein oder auch ein Druckluftmotor sein. Der Drehpulserzeuger(5) ist
eine bekannte, handelsübliche Baueinheit.
[0014] Das Planetengetriebe(4) weist ein Getriebegehäuse(8) auf, das im Antriebsgehäuseteil(2)
befestigt ist. Mit dem Getriebegehäuse(8) ist einerseits ein Träger(9) verschraubt,
an dem der Motor(3) gehalten ist. Andererseits ist mit dem Getriebegehäuse(8) eine
Hülle(10) verschraubt, in der beim Ausführungsbeispiel nach den Figuren 1 bis 4 der
Drehpulserzeuger(5) gelagert ist.
[0015] Ein Ritzel(12) des Motors(3) kämmt mit Planetenrädern(13) des Planetengetriebes(4),
von denen in den Figuren 2 und 4 eines gezeigt ist. Das Planetenrad(13) ist an einem
Achsstück(14) gelagert, das in einem Plantetensteg(15) zum Antrieb des Drehpulserzeugers(5)
sitzt. Der Planetensteg(15) ist mittels eines Kugellagers(16) am Getriebegehäuse(8)
gelagert.
[0016] Das Planetengetriebe(4) weist ein mit einer Innenverzahnung(17) versehenes Hohlrad(18)
auf. Mit der Innenverzahnung(17) kämmen die Planetenräder(13). Zwischen dem Hohlrad(18)
und dem Träger(9) ist ein weiteres Kugellager(19) angeordnet.
[0017] Bei der Ausführung nach den Figuren 2 und 4 ist das Hohlrad(18) außen mit einer Wendel(20)
versehen, die parallel zur Drehache(A) verläuft und von einer rinnenförmigen Vertiefung
gebildet ist. Der Wendel(20) ist ein Ring(21) zugeordnet. Dieser steht mittels einer
oder mehreren Kugeln(22) mit der Wendel(20) in Verbindung. In den Figuren 2 und 4
ist jeweils eine Kugel (22) gezeigt. Vorzugsweise sind drei oder mehrere Kugeln am
Innenumfang des Ringes(21) verteilt vorgesehen. Sind beispielsweise drei Kugeln(22)
vorgesehen, dann ist die Wendel(20) mit drei parallelen Gängen versehen. Sind beispielsweise
mehrere Kugeln(22) vorgesehen, dann ist die Wendel(20) mit mehreren parallelen Gängen
versehen. Die Kugeln(22) sind in einem Käfig(23) angeordnet, damit sie ihre am Außenumfang
des Hohlrades(18) bzw. Innenumfang des Ringes(21) vorgesehene, verteilte Lage beibehalten.
Es wäre auch möglich, bei der Verwendung mehrerer Kugeln (22) nur eine eingängige
Wendel(20) vorzusehen. Die Kugelaufnahmerinne(24) des Ringes(21) müßte dann eine der
Wendel(20) gleiche Steigung aufweisen.
[0018] Der Ring(21) ist mit seinem Außenumfang(25), beispielsweise mittels einer Nase(26),
an einem zur Achse (A) parallelen Längsführungsschlitz(27) des Getriebegehäuses(8)
drehfest, jedoch axial verschieblich geführt. Am Ring(21) stützt sich eine Druckfeder(28)
mit ihrem einen Ende(29) ab. Das andere Ende(30) der Druckfeder(28) stützt sich an
dem Getriebegehäuse(8) ab.
[0019] Die Funktionsweise der beschriebenen Einrichtung ist im wesentlichen folgende:
In Betriebsphasen, in denen der Drehschlag nicht über den Planetensteg(15) und die
Planetenräder(13) auf das Hohlrad (18) zurückwirkt, ist das Hohlrad(18) relativ blockiert,
weil der über die Kugeln(22) mit der Wendel(20) in Verbindung stehende Ring(21) unter
der Vorspannung der Druckfeder(28) steht. Diese Stellung des Ringes(21) und der Druckfeder(28)
ist in Fig. 2 oberhalb der Achse(A) dargestellt.
[0020] Tritt infolge eines kräftigen Drehschlages ein entsprechend höheres Rückschlag-Drehmoment
an dem Hohlrad(18) auf, dann dreht sich dieses um die Achse(A) und nimmt dabei über
die Kugeln(22) den Ring(21) mit, wobei dieser die Druckfeder(28) spannt. Der sich
dabei ergebende Drehwinkel des Hohlrades(18) hängt von der Steigung der Wendel(20)
und der Federkennlinie der Druckfeder(28) ab. Dadurch ist erreicht, daß druckschlagbedingte
Vibrationen gegenüber dem Getriebegehäuse(8) und damit auch dem Antriebsgehäuseteil
(2) und dem Handgriffgehäuseteil(1) gedämpft sind, so daß keine lästigen Vibrationen
oder Geräuschentwicklungen auftreten. Da die Wendel(20) sich über wesentlich mehr
als 360
o erstreckt, sind in Abstimmung mit der Kennlinie der Druckfeder(28) gute Dämpfungswerte
erreichbar. Eine Stellung, in der sich der Ring(21) infolge einer Verdrehung des Hohlrades(18)
achsparallel verschoben hat und dabei die Druckfeder(28) weiter gespannt hat, ist
in Fig. 2 unterhalb der Achse(A) gezeigt.
[0021] Nach einer Drehschlagspitze entspannt sich die Druckfeder (28) und dreht über den
Ring(21) und die Kugeln(22) das Hohlrad(18) zurück, wobei die in der Druckfeder(28)
gespeicherte Energie über das Planetengetriebe(4) und den Drehpulserzeuger(5) auf
das Schraubwerkzeug, dessen Drehmoment unterstützend, zurückwirkt.
[0022] Die oben anhand von Fig. 2 erläuterte Funktion betrifft den Fall des Anziehens einer
Schraube (Rechtslauf). Wird eine Schraube gelöst, dann können ebenfalls kräftige Drehschlagspitzen
auftreten, die zu Vibrationen führen können. Um diese zu dämpfen, ist bei der Ausführung
nach Fig. 2 im Träger(9) ein federelastischer bzw. gummielastischer Körper, beispielsweise
ein Elastomerring (31), angeordnet, der durch eine dem Ring(21) zugewandte Buchse(32)
abgedeckt ist. Bei einem Drehschlag im Linkslauf schlägt der Ring(21) auf die Buchse(32)
und damit den Elastomerring(31), so daß auch im Linkslauf eine Dämpfung erfolgt.
[0023] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ist anstelle des Elastomerrings(31) eine weitere
Druckfeder(33) zwischen dem Träger(9) und dem Ring(21) angeordnet. Die Feder(33) wirkt
im Linkslauf ebenso wie die Feder(28) im Rechtslauf. Bei einer Drehschlagspitze im
Linkslauf dreht sich das Hohlrad(18) und nimmt dabei über die Kugeln(22) den Ring(21)
mit, wobei er die weitere Druckfeder(33) spannt.
[0024] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 ist die Wendel(20) am Mantel(11) des Drehpulserzeugers(5)
und nicht an dem Hohlrad(18) ausgebildet, das drehfest im Gehäuse(8) angeordnet ist.
Den Figuren 2 und 4 entsprechende Teile sind in Fig. 5 mit gleichen Bezugszeichen
versehen. Die oben beschriebenen Drehschläge wirken auch am Mantel(11) des Drehpulserzeugers(5).
Sie sind in ihrer Auswirkung auf das Gehäuse bei der Ausführung nach Fig. 5 durch
den Ring (21) gedämpft, der über Kugeln(22) in die Wendel(20) eingreift und in Längsführungsschlitzen(27)
eines Innenteils(34) parallel zur Achse(A) verschieblich geführt ist. Der Ring(21)
ist wie bei Fig. 4 beidseitig durch Druckfedern(28,33) abgestützt.
[0025] Auf dem Planetensteg(15) sitzt drehfest das Innenteil(34). Der Planetensteg(15) und
das Innenteil(34) könnten einstückig ausgebildet sein. Der Ring(21) überträgt die
Drehbewegung des Planetenstegs(15) auf den Mantel(11) des Drehpulserzeugers(5), dessen
Welle(35) bei Fig. 5 im Planetensteg(15) drehbar gelagert ist. Wenn es stört, daß
sich die Feder(28) einerseits am rotierenden Ring(21) und andererseits am nichtrotierenden
Gehäuse(8) abstützt, kann ein Lager vorgesehen werden, das gewährleistet, daß die
Feder(28) beidendig rotierbar oder nichtrotierbar gelagert ist.
1. Handwerkzeugmaschine, insbesondere Schlagschrauber, mit einem Motor, einem Untersetzungsgetriebe
und einem Drehpulserzeuger in einem Gehäuse, wobei zur Dämpfung von durch den Drehpulserzeuger
hervorgerufenen Vibrationen des Gehäuses ein Federmittel vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das eine Ende der Feder(28) an einem Ring(21) abgestützt ist, der einerseits an
einer drehachsparallelen Wendel(20) und andererseits achsparallel verschieblich geführt
ist und daß das andere Ende der Feder(28) sich am gehäusefesten Teil(8;10) abstützt,
so daß die Feder(28) bei einem Drehschlag axial gespannt wird.
2. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Feder eine gewendelte Druckfeder(28) oder eine Zugfeder ist.
3. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ring(21) zwischen einem gehäusefesten Teil(8) und einem dem Drehschlag ausgesetzten
Teil(18) achsparallel verschieblich geführt ist.
4. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ring(21) mit seinem Innenumfang an der Wendel(20) geführt ist, die außen an
einem dem Drehschlag ausgesetzten Teil(18;11) angebracht ist.
5. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ring(21) an seinem Außenumfang an einer gehäusefesten Führung(27) axial verschieblich,
drehfest geführt ist.
6. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wendel(20) außen am Hohlrad(18) des von einem Planetengetriebe(4) gebildeten
Untersetzungsgetriebes vorgesehen ist.
7. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wendel(20) außen am Mantel(11) des Drehpulserzeugers(5) vorgesehen ist.
8. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ring(21) wenigstens mittels einer Kugel(22) an der Wendel(20) gelagert ist.
9. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kugeln(22) in einem Käfig am Umfang des Ringes(21) beabstandet gehalten sind.
10. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wendel(20) entsprechend der Anzahl der Kugeln(22) mehrgängig ist.
11. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Feder(28) im entspannten Zustand eine Vorspannung hat, die das dem Drehschlag
ausgesetzte Teil(18;11) gegenüber dem Teil(8;34), an dem der Ring(21) achsparallel
verschieblich geführt ist, relativ blockiert hält, solange kein besonderes Drehschlagmoment
auftritt.
12. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Feder(28) im Rechtslauf gespannt wird und daß zur Dämpfung von Drehschlägen
im Linkslauf dem Ring(21) an seiner der Feder(28) gegenüberliegenden Stirnseite ein
weiteres Dämpfungselement(31;33) zugeordnet ist.
13. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß das weitere Dämpfungselement ein federelastischer Körper, insbesondere Elastomerkörper(31),
ist.
14. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß das weitere Dämpfungselement eine weitere gewendelte Druckfeder(33) ist.