(19)
(11) EP 0 735 170 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.10.1996  Patentblatt  1996/40

(21) Anmeldenummer: 96101390.1

(22) Anmeldetag:  01.02.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D03D 47/30
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 29.03.1995 DE 19511439

(71) Anmelder: LINDAUER DORNIER GESELLSCHAFT M.B.H
D-88129 Lindau (DE)

(72) Erfinder:
  • Dornier, Peter D.
    D-88149 Nonnenhorn (DE)
  • Wahnoud, Adnan, Dr.
    D-88131 Lindau-Bodolz (DE)

   


(54) Verfahren zur Leistungssteigerung beim Schussfadeneintrag in ein Webfach einer Luftdüsenwebmaschine und Eintragsdüse zur Durchführung des Verfahrens


(57) Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur schonenden Mitnahme eines Schußfadens beim Schußfadeneintrag und zugleich zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der Eintragsdüse zu schaffen und eine Eintragsdüse zur Durchführung des Verfahrens anzugeben.
Verfahrensgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die Expansion eines in der Eintragsdüse beschleunigten Eintragsmediums und die Mitnahme des Schußfadens vor dem Eintritt des Eintragsmediums in das Mischrohr der Eintragsdüse erfolgt.
Dazu weist das Fadenzufuhrrohr 3 der Eintragsdüse 1 im ausgangsseitigen Endabschnitt 3a mehrere in seinem Umfang verteilt eingebrachte Einschnitte 11 oder Durchbrüche 13,14,15 auf.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Leistungssteigerung beim Schußfadeneintrag in ein Webfach einer Luftdüsenwebmaschine und Eintragsdüse zur Durchführung des Verfahrens.

[0002] Es ist allgemein bekannt, daß beim Schußeintrag mittels Luftstrahl die Zugkraftübertragung auf den Schußfaden innerhalb des Mischrohres der Eintragsdüse erfolgt. Zur Beeinflussung der Strömungseigenschaften und damit auch der Zugkraftübertragung auf den Schußfaden wird die unter einem bestimmten Druck der Eintragsdüse zugeführte Luftströmung innerhalb der Eintragsdüse durch Querschnittsveränderung des Luftzufuhrkanals in Richtung Schußeintrag beschleunigt. Die beschleunigte Luftströmung gelangt daraufhin in einen gegenüber dem Beschleunigungsbereich vergrößerten Innenquerschnitt eines Mischrohres, expandiert darin und nimmt dabei den Schußfaden zum Eintrag in das Webfach mit. Im Stadium des Übergangs der Luftströmung erfolgt dabei eine sprungartige Expansion der Luftströmung. Diese sprungartige Expansion verursacht, vom Ausgang des Luftzufuhrkanals bis in den Eingangsbereich des Mischrohres hinein, Strömungsturbulenzen, die sich negativ auf die Struktur des Schußfadens und auf dessen Mitnahmeverhalten, also auf die Zugkraftübertragung und damit auf die Schußfadenflugzeit über die Webbreite auswirken.

[0003] Eine Eintragsdüse für eine Luftwebmaschine mit einstellbarer Luftströmungsbeschleunigung ist aus der EP 0 239 137 B1 vorbekannt.

[0004] Diese Eintragsdüse besteht im wesentlichen aus einem Düsengehäuse mit einem darin axial verschiebbar oder fest angeordneten Fadenzufuhrrohr, einem Luftzufuhrkanal für das Düsenmedium, der konzentrisch von dem Düsengehäuse umschlossen ist, und einem Mischrohr, das in der Verlängerung des Fadenzufuhrrohres und gegebenenfalls axial verschiebbar oder fest im Gehäuse angeordnet ist, und wobei der Luftzufuhrkanal zwischen dem Ende des Fadenzufuhrrohres und dem Mischrohr endet.

[0005] Auch hier expandiert die aus dem Luftzufuhrkanal austretende, beschleunigte Luftströmung sprungartig und führt zu Strömungsturbulenzen am Ausgang des Luftzufuhrkanals, die sich bis in den Eingang des Mischrohres fortsetzen. Diese Strömungsturbulenzen wirken sich nachteilig auf die Struktur des Schußfadens und auf dessen Transportverhalten aus.

[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur schonenden Mitnahme des Schußfadens und zugleich zur Steigerung der Leistung der Eintragsdüse einer Webmaschine zu schaffen. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, eine Eintragsdüse zur Durchführung des Verfahrens anzugeben.

[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgem. durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 und 4 gelöst.

[0008] Mit der erfindungsgem. Verlagerung des Beginns der Expansion der Luftströmung und mit der erfindungsgem. Ausbildung des Schußfadenzufuhrrohres wird die sprungartige Expansion der Luftströmung beim Übergang in das Mischrohr vermieden. Damit wird die Leistungsfähigkeit bekannter Eintrag- bzw. Hauptdüsen verbessert. Die Struktur des Schußfadens wird nicht angegriffen.

[0009] Versuche der Anmelderin haben anhand von Vergleichsmessungen zwischen der erfindungsgem. ausgebildeten Eintragsdüse und bekannten Eintragsdüsen gezeigt, daß bei einem Druck der Luftströmung zwischen 1,0 bis 6,0 bar die Kraftübertragung auf den Schußfaden um etwa 10 % bis 30 %, je nach dem Verhältnis Endabschnitt-Außendurchmesser des Schußfadenzufuhrrohres zum Anfangsabschnitt-Innendurchmesser des Mischrohres, höher liegt.
Die erfindungsgem. Lösung garantiert, und dies bestätigen Messergebnisse bei der Anmelderin, daß bei einem Vordruck von 1,0 bar ein Sog am Eingang des Schußfadenzufuhrrohres von unter - 100 mbar herrscht, womit die Einfädelungsfunktion des Schußfadens in die Eintragsdüse gewährleistet ist.

[0010] Ferner wurde aus den Vergleichsmessungen zur Fadenflugzeit festgestellt, daß beim Einsatz von Faser- und Filamentgarnen im Schuß mit der erfindungsgem. ausgebildeten Eintragsdüse eindeutig kürzere Fadenflugzeiten erzielt werden. Den Vergleichsmessungen lagen gleiche Druckverhältnisse an den Eintragsdüsen zugrunde.

[0011] Bei der Herstellung von Glasgewebe z.B., konnte die Maschinendrehzahl auf 128 % gesteigert werden, ohne daß die Qualität des Gewebes nachteilig beeinflußt wurde.

[0012] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.

[0013] In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1:
einen Teil einer Eintragsdüse in schematischer Darstellung, im Längsschnitt,
Fig. 2:
den Endabschnitt des Fadenzufuhrrohres mit dem Anfangsabschnitt des Mischrohres als Einzelheit Z gem. Fig. 1,
Fig. 3:
einen Schnitt durch die Einzelheit Z gem. der Linie A-A in Fig. 2,
Fig. 4:
den Endabschnitt des Fadenzufuhrrohres mit mehreren Einschnitten
Fig. 5:
die Seitenansicht des Fadenzufuhrrohres gem. Richtung B,
Fig. 6:
den Endabschnitt des Fadenzufuhrrohres mit mehreren Durchbrüchen,
Fig. 7:
den Endabschnitt des Fadenzufuhrrohres im Schnitt gem. der Linie C-C in Fig. 6.


[0014] Die Eintragsdüse 1 zum Eintragen des Schußfadens 2 in ein nicht dargestelltes Webfach besteht gem. Fig. 1 aus einem Fadenzufuhrrohr 3, aus einem von einem Gehäuse 4 konzentrisch umgegebenen Luftzufuhrkanal 5 für eine unter Druck über den Stutzen 6 zugeführte Luftströmung, siehe auch Pfeil 7, und aus einem Mischrohr 8, das in der Verlängerung des Fadenzufuhrrohres 3 innerhalb der Eintragsdüse 1 angeordnet ist.
Sowohl das Fadenzufuhrrohr 3 als auch das Mischrohr 8 kann in Richtung der Doppelpfeile 9 bzw. 10 in dem Gehäuse 4 axial verschiebbar angeordnet sein, um in einem Überlappungsbereich, siehe auch Einzelheit Z, zwischen dem Endabschnitt 3a des Fadenzufuhrrohres 3 und dem Anfangsabschnitt 8a des Mischrohres 8 die Luftströmung zu beschleunigen. Dazu ist der Endabschnitt 3a z.B. in Art eines Außenkonus und der Anfangsabschnitt 8a z.B. in Art eines Innenkonus ausgebildet.

[0015] Eine zylindrische Ausbildung dieser Abschnitte ist denkbar.

[0016] Zwischen dem Außenkonus und dem Innenkonus ist ein Luftströmungskanal 5a mit einer ringförmigen Querschnittsfläche ausgebildet, siehe auch Fig. 3, dessen Querschnitt bei axial verstellbarer Anordnung des Fadenzufuhrrohres 3 oder des Mischrohres 8 variabel ist, um der Luftströmung die gewünschte Beschleunigung zu verleihen.
Der ringförmige Luftströmungskanal 5a mündet in einem kreisförmig umschlossenen Luftströmungskanal 8b des Mischrohres 8.

[0017] Die Querschnittsfläche des Luftströmungskanales 8b ist im Vergleich zur Querschnittsfläche des Luftströmungskanales 5a größer dimensioniert.
Der Endabschnitt 3a des Fadenzufuhrrohres 3 weist erfindungsgem. z.B. Einschnitte 11, z.B. in Art einer Kerbe auf, die vorzugsweise symmetrisch um die Mittenachse 12 des Fadenzufuhrrohres 3 angeordnet sind.
Als vorteilhaft hat sich beim Schußfadeneintragen herausgestellt, wenn der Öffnungswinkel des betreffenden Einschnittes 11 < 90 ° ist.
Die Figuren 4 und 5 zeigen den Endabschnitt 3a des Fadenzufuhrrohres 3, dessen Wandung mehr als 2 Einschnitte 11 aufweist.

[0018] In Fig. 6 sind anstelle von Einschnitten 11 Durchbrüche 13, 14, 15 in Art von Durchgangsbohrungen vorgesehen, die in einer oder mehreren umlaufenden Reihen in die Wandung des Endabschnittes 3a eingebracht sind.
Von Vorteil ist dabei, wenn die Bohrungen in einem spitzen Winkel zur Mittenachse 12 in Luftströmungsrichtung, siehe auch Pfeile 7, angeordnet sind.
Von Vorteil ist ferner, wenn die Querschnittsflächen sowohl der Einschnitte 11 als auch der Reihen von Bohrungen 13, 14, 15 in Richtung der ausgangsseitigen Stirnfläche des Fadenzufuhrrohres 3 im Endabschnitt 3a zunehmen.

[0019] Die Funktionsweise der erfindungsgem. Lösung ist wie folgt:

[0020] Über den Stutzen 6 erfolgt die Luftzufuhr mit einem bestimmten Druckpotential. Dieser Luftstrom gelangt in den ringförmigen Luftzufuhrkanal 5 und in den sich verjüngenden
Luftströmungskanal 5a, der durch die Überlappung des Anfangsabschnittes 8a des Mischrohres 8 und dem Endabschnitt 3a des Fadenzufuhrrohres 3 gebildet wird. Hier erfährt die Luftströmung eine Beschleunigung, in deren Ergebnis diese eine Überschallgeschwindigkeit annehmen kann.
Um nun beim Übergang der beschleunigten Luftströmung von dem sich verjüngenden Querschnitt des Luftströmungskanals 5a in den kreisförmigen Querschnitt des Luftströmungskanals 8b des Mischrohres 8 eine sprungartige Expansion der Luftströmung mit deren nachteiligen Folgen auf den Schußfaden zu unterbinden und vielmehr eine sanfte Expansion zu erreichen, wird erfindungsgem. der Expansionsvorgang durch Vorkehrungen im Endabschnitt 3a des Fadenzufuhrrohres 3 in das Fadenzufuhrrohr 3 verlagert. Dies hat zur Folge, daß dadurch die Luftströmungsgeschwindigkeit reduziert wird und der Schußfaden schonend und zu einem früheren Zeitpunkt als bekannt mitgenommen wird.

ZEICHNUNGS-LEGENDE



[0021] 
01
Eintragsdüse
02
Schußfaden
03
Fadenzufuhrrohr
03a
Endabschnitt
04
Gehäuse
05
Luftzufuhrkanal
05a
Luftströmungskanal
06
Stutzen
07
Pfeil
08
Mischrohr
08a
Anfangsabschnitt
08b
Luftströmungskanal
09
Doppelpfeil
10
Doppepfeil
11
Einschnitt
12
Mittenachse
13
Durchbruch
14
Durchbruch
15
Durchbruch
Öffnungswinkel



Ansprüche

1. Verfahren zur Erhöhung der Schußfadeneintragsleistung in ein Webfach einer Luftdüsenwebmaschine mittels wenigstens einer Eintragsdüse, die wenigstens ein Fadenzufuhrrohr und ein Mischrohr aufweist, wonach eine der Eintragsdüse zugeführte Luftströmung in einem Luftzufuhrkanal eine Beschleunigung erfährt und nachfolgend die beschleunigte Luftströmung unter Mitnahme des Schußfadens expandiert, dadurch gekennzeichnet, daß die Expansion der Luftströmung und die Mitnahme des Schußfadens vor dem Eintritt der Luftströmung in das Mischrohr erfolgt.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Expansion der Luftströmung im ausgangsseitigen Endabschnitt des Fadenzufuhrrohres erfolgt.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Expansion der Luftströmung bis zu deren Übergang in das Mischrohr kontinuierlich zunimmt.
 
4. Eintragsdüse zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, bestehend aus wenigstens einem Fadenzufuhrrohr (3), aus wenigstens einem von einem Gehäuse (4) konzentrisch umgebenen Luftzufuhrkanal (5) für eine unter einem Druck zugeführte Luftströmung und aus wenigstens einem Mischrohr (8), das in der Verlängerung des Fadenzufuhrrohres (3) angeordnet ist, wobei gegebenenfalls zum Zwecke einer einstellbaren Beschleunigung der Luftströmung entweder das Fadenzufuhrrohr (3) oder das Mischrohr (8) axial aufeinander zu bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Fadenzufuhrrohr (3) im ausgangsseitigen Endabschnitt (3a) mehrere in seinem Umfang verteilt eingebrachte Einschnitte (11) oder Durchbrüche (13,14,15) aufweist.
 
5. Hauptdüse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsfläche der Einschnitte (11) oder der Durchbrüche (13,14,15) in Richtung der ausgangsseitigen Stirnfläche des Fadenzufuhrrohres (3) zunimmt.
 
6. Hauptdüse nach Anspruch 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einschnitte (11) im Fadenzufuhrrohr (3) in Art einer Kerbe ausgebildet sind.
 
7. Hauptdüse nach Anspruch 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchbrüche (13,14,15) im Fadenzufuhrrohr (3) in Art einer Bohrung ausgebildet sind.
 




Zeichnung










Recherchenbericht