[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Leistungssteigerung beim Schußfadeneintrag
in ein Webfach einer Luftdüsenwebmaschine und Eintragsdüse zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Es ist allgemein bekannt, daß beim Schußeintrag mittels Luftstrahl die Zugkraftübertragung
auf den Schußfaden innerhalb des Mischrohres der Eintragsdüse erfolgt. Zur Beeinflussung
der Strömungseigenschaften und damit auch der Zugkraftübertragung auf den Schußfaden
wird die unter einem bestimmten Druck der Eintragsdüse zugeführte Luftströmung innerhalb
der Eintragsdüse durch Querschnittsveränderung des Luftzufuhrkanals in Richtung Schußeintrag
beschleunigt. Die beschleunigte Luftströmung gelangt daraufhin in einen gegenüber
dem Beschleunigungsbereich vergrößerten Innenquerschnitt eines Mischrohres, expandiert
darin und nimmt dabei den Schußfaden zum Eintrag in das Webfach mit. Im Stadium des
Übergangs der Luftströmung erfolgt dabei eine sprungartige Expansion der Luftströmung.
Diese sprungartige Expansion verursacht, vom Ausgang des Luftzufuhrkanals bis in den
Eingangsbereich des Mischrohres hinein, Strömungsturbulenzen, die sich negativ auf
die Struktur des Schußfadens und auf dessen Mitnahmeverhalten, also auf die Zugkraftübertragung
und damit auf die Schußfadenflugzeit über die Webbreite auswirken.
[0003] Eine Eintragsdüse für eine Luftwebmaschine mit einstellbarer Luftströmungsbeschleunigung
ist aus der EP 0 239 137 B1 vorbekannt.
[0004] Diese Eintragsdüse besteht im wesentlichen aus einem Düsengehäuse mit einem darin
axial verschiebbar oder fest angeordneten Fadenzufuhrrohr, einem Luftzufuhrkanal für
das Düsenmedium, der konzentrisch von dem Düsengehäuse umschlossen ist, und einem
Mischrohr, das in der Verlängerung des Fadenzufuhrrohres und gegebenenfalls axial
verschiebbar oder fest im Gehäuse angeordnet ist, und wobei der Luftzufuhrkanal zwischen
dem Ende des Fadenzufuhrrohres und dem Mischrohr endet.
[0005] Auch hier expandiert die aus dem Luftzufuhrkanal austretende, beschleunigte Luftströmung
sprungartig und führt zu Strömungsturbulenzen am Ausgang des Luftzufuhrkanals, die
sich bis in den Eingang des Mischrohres fortsetzen. Diese Strömungsturbulenzen wirken
sich nachteilig auf die Struktur des Schußfadens und auf dessen Transportverhalten
aus.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur schonenden Mitnahme des Schußfadens
und zugleich zur Steigerung der Leistung der Eintragsdüse einer Webmaschine zu schaffen.
Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, eine Eintragsdüse zur Durchführung des Verfahrens
anzugeben.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgem. durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche
1 und 4 gelöst.
[0008] Mit der erfindungsgem. Verlagerung des Beginns der Expansion der Luftströmung und
mit der erfindungsgem. Ausbildung des Schußfadenzufuhrrohres wird die sprungartige
Expansion der Luftströmung beim Übergang in das Mischrohr vermieden. Damit wird die
Leistungsfähigkeit bekannter Eintrag- bzw. Hauptdüsen verbessert. Die Struktur des
Schußfadens wird nicht angegriffen.
[0009] Versuche der Anmelderin haben anhand von Vergleichsmessungen zwischen der erfindungsgem.
ausgebildeten Eintragsdüse und bekannten Eintragsdüsen gezeigt, daß bei einem Druck
der Luftströmung zwischen 1,0 bis 6,0 bar die Kraftübertragung auf den Schußfaden
um etwa 10 % bis 30 %, je nach dem Verhältnis Endabschnitt-Außendurchmesser des Schußfadenzufuhrrohres
zum Anfangsabschnitt-Innendurchmesser des Mischrohres, höher liegt.
Die erfindungsgem. Lösung garantiert, und dies bestätigen Messergebnisse bei der Anmelderin,
daß bei einem Vordruck von 1,0 bar ein Sog am Eingang des Schußfadenzufuhrrohres von
unter - 100 mbar herrscht, womit die Einfädelungsfunktion des Schußfadens in die Eintragsdüse
gewährleistet ist.
[0010] Ferner wurde aus den Vergleichsmessungen zur Fadenflugzeit festgestellt, daß beim
Einsatz von Faser- und Filamentgarnen im Schuß mit der erfindungsgem. ausgebildeten
Eintragsdüse eindeutig kürzere Fadenflugzeiten erzielt werden. Den Vergleichsmessungen
lagen gleiche Druckverhältnisse an den Eintragsdüsen zugrunde.
[0011] Bei der Herstellung von Glasgewebe z.B., konnte die Maschinendrehzahl auf 128 % gesteigert
werden, ohne daß die Qualität des Gewebes nachteilig beeinflußt wurde.
[0012] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
[0013] In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1:
- einen Teil einer Eintragsdüse in schematischer Darstellung, im Längsschnitt,
- Fig. 2:
- den Endabschnitt des Fadenzufuhrrohres mit dem Anfangsabschnitt des Mischrohres als
Einzelheit Z gem. Fig. 1,
- Fig. 3:
- einen Schnitt durch die Einzelheit Z gem. der Linie A-A in Fig. 2,
- Fig. 4:
- den Endabschnitt des Fadenzufuhrrohres mit mehreren Einschnitten
- Fig. 5:
- die Seitenansicht des Fadenzufuhrrohres gem. Richtung B,
- Fig. 6:
- den Endabschnitt des Fadenzufuhrrohres mit mehreren Durchbrüchen,
- Fig. 7:
- den Endabschnitt des Fadenzufuhrrohres im Schnitt gem. der Linie C-C in Fig. 6.
[0014] Die Eintragsdüse 1 zum Eintragen des Schußfadens 2 in ein nicht dargestelltes Webfach
besteht gem. Fig. 1 aus einem Fadenzufuhrrohr 3, aus einem von einem Gehäuse 4 konzentrisch
umgegebenen Luftzufuhrkanal 5 für eine unter Druck über den Stutzen 6 zugeführte Luftströmung,
siehe auch Pfeil 7, und aus einem Mischrohr 8, das in der Verlängerung des Fadenzufuhrrohres
3 innerhalb der Eintragsdüse 1 angeordnet ist.
Sowohl das Fadenzufuhrrohr 3 als auch das Mischrohr 8 kann in Richtung der Doppelpfeile
9 bzw. 10 in dem Gehäuse 4 axial verschiebbar angeordnet sein, um in einem Überlappungsbereich,
siehe auch Einzelheit Z, zwischen dem Endabschnitt 3a des Fadenzufuhrrohres 3 und
dem Anfangsabschnitt 8a des Mischrohres 8 die Luftströmung zu beschleunigen. Dazu
ist der Endabschnitt 3a z.B. in Art eines Außenkonus und der Anfangsabschnitt 8a z.B.
in Art eines Innenkonus ausgebildet.
[0015] Eine zylindrische Ausbildung dieser Abschnitte ist denkbar.
[0016] Zwischen dem Außenkonus und dem Innenkonus ist ein Luftströmungskanal 5a mit einer
ringförmigen Querschnittsfläche ausgebildet, siehe auch Fig. 3, dessen Querschnitt
bei axial verstellbarer Anordnung des Fadenzufuhrrohres 3 oder des Mischrohres 8 variabel
ist, um der Luftströmung die gewünschte Beschleunigung zu verleihen.
Der ringförmige Luftströmungskanal 5a mündet in einem kreisförmig umschlossenen Luftströmungskanal
8b des Mischrohres 8.
[0017] Die Querschnittsfläche des Luftströmungskanales 8b ist im Vergleich zur Querschnittsfläche
des Luftströmungskanales 5a größer dimensioniert.
Der Endabschnitt 3a des Fadenzufuhrrohres 3 weist erfindungsgem. z.B. Einschnitte
11, z.B. in Art einer Kerbe auf, die vorzugsweise symmetrisch um die Mittenachse 12
des Fadenzufuhrrohres 3 angeordnet sind.
Als vorteilhaft hat sich beim Schußfadeneintragen herausgestellt, wenn der Öffnungswinkel
des betreffenden Einschnittes 11 < 90 ° ist.
Die Figuren 4 und 5 zeigen den Endabschnitt 3a des Fadenzufuhrrohres 3, dessen Wandung
mehr als 2 Einschnitte 11 aufweist.
[0018] In Fig. 6 sind anstelle von Einschnitten 11 Durchbrüche 13, 14, 15 in Art von Durchgangsbohrungen
vorgesehen, die in einer oder mehreren umlaufenden Reihen in die Wandung des Endabschnittes
3a eingebracht sind.
Von Vorteil ist dabei, wenn die Bohrungen in einem spitzen Winkel zur Mittenachse
12 in Luftströmungsrichtung, siehe auch Pfeile 7, angeordnet sind.
Von Vorteil ist ferner, wenn die Querschnittsflächen sowohl der Einschnitte 11 als
auch der Reihen von Bohrungen 13, 14, 15 in Richtung der ausgangsseitigen Stirnfläche
des Fadenzufuhrrohres 3 im Endabschnitt 3a zunehmen.
[0019] Die Funktionsweise der erfindungsgem. Lösung ist wie folgt:
[0020] Über den Stutzen 6 erfolgt die Luftzufuhr mit einem bestimmten Druckpotential. Dieser
Luftstrom gelangt in den ringförmigen Luftzufuhrkanal 5 und in den sich verjüngenden
Luftströmungskanal 5a, der durch die Überlappung des Anfangsabschnittes 8a des Mischrohres
8 und dem Endabschnitt 3a des Fadenzufuhrrohres 3 gebildet wird. Hier erfährt die
Luftströmung eine Beschleunigung, in deren Ergebnis diese eine Überschallgeschwindigkeit
annehmen kann.
Um nun beim Übergang der beschleunigten Luftströmung von dem sich verjüngenden Querschnitt
des Luftströmungskanals 5a in den kreisförmigen Querschnitt des Luftströmungskanals
8b des Mischrohres 8 eine sprungartige Expansion der Luftströmung mit deren nachteiligen
Folgen auf den Schußfaden zu unterbinden und vielmehr eine sanfte Expansion zu erreichen,
wird erfindungsgem. der Expansionsvorgang durch Vorkehrungen im Endabschnitt 3a des
Fadenzufuhrrohres 3 in das Fadenzufuhrrohr 3 verlagert. Dies hat zur Folge, daß dadurch
die Luftströmungsgeschwindigkeit reduziert wird und der Schußfaden schonend und zu
einem früheren Zeitpunkt als bekannt mitgenommen wird.
ZEICHNUNGS-LEGENDE
[0021]
- 01
- Eintragsdüse
- 02
- Schußfaden
- 03
- Fadenzufuhrrohr
- 03a
- Endabschnitt
- 04
- Gehäuse
- 05
- Luftzufuhrkanal
- 05a
- Luftströmungskanal
- 06
- Stutzen
- 07
- Pfeil
- 08
- Mischrohr
- 08a
- Anfangsabschnitt
- 08b
- Luftströmungskanal
- 09
- Doppelpfeil
- 10
- Doppepfeil
- 11
- Einschnitt
- 12
- Mittenachse
- 13
- Durchbruch
- 14
- Durchbruch
- 15
- Durchbruch
Öffnungswinkel
1. Verfahren zur Erhöhung der Schußfadeneintragsleistung in ein Webfach einer Luftdüsenwebmaschine
mittels wenigstens einer Eintragsdüse, die wenigstens ein Fadenzufuhrrohr und ein
Mischrohr aufweist, wonach eine der Eintragsdüse zugeführte Luftströmung in einem
Luftzufuhrkanal eine Beschleunigung erfährt und nachfolgend die beschleunigte Luftströmung
unter Mitnahme des Schußfadens expandiert, dadurch gekennzeichnet, daß die Expansion der Luftströmung und die Mitnahme des Schußfadens vor dem Eintritt
der Luftströmung in das Mischrohr erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Expansion der Luftströmung im ausgangsseitigen Endabschnitt des Fadenzufuhrrohres
erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Expansion der Luftströmung bis zu deren Übergang in das Mischrohr kontinuierlich
zunimmt.
4. Eintragsdüse zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, bestehend aus
wenigstens einem Fadenzufuhrrohr (3), aus wenigstens einem von einem Gehäuse (4) konzentrisch
umgebenen Luftzufuhrkanal (5) für eine unter einem Druck zugeführte Luftströmung und
aus wenigstens einem Mischrohr (8), das in der Verlängerung des Fadenzufuhrrohres
(3) angeordnet ist, wobei gegebenenfalls zum Zwecke einer einstellbaren Beschleunigung
der Luftströmung entweder das Fadenzufuhrrohr (3) oder das Mischrohr (8) axial aufeinander
zu bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Fadenzufuhrrohr (3) im ausgangsseitigen Endabschnitt (3a) mehrere in seinem
Umfang verteilt eingebrachte Einschnitte (11) oder Durchbrüche (13,14,15) aufweist.
5. Hauptdüse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsfläche der Einschnitte (11) oder der Durchbrüche (13,14,15) in
Richtung der ausgangsseitigen Stirnfläche des Fadenzufuhrrohres (3) zunimmt.
6. Hauptdüse nach Anspruch 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einschnitte (11) im Fadenzufuhrrohr (3) in Art einer Kerbe ausgebildet sind.
7. Hauptdüse nach Anspruch 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchbrüche (13,14,15) im Fadenzufuhrrohr (3) in Art einer Bohrung ausgebildet
sind.