[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Verbinder mit Kontaktierungsvorrichtungen
zum Herstellen eines elektrischen Kontakts mit Kontaktierungsvorrichtungen externer
Anschlüsse, und mit Vorrichtungen oder Hilfsvorrichtungen zum Halten des elektrischen
Verbinders in einer Verbindungsstellung, in welcher die Kontaktierungsvorrichtungen
des elektrischen Verbinders mit den Kontaktierungsvorrichtungen der externen Anschlüsse
elektrisch verbunden sind.
[0002] Derartige, zur Verbindung zweier Leiterplatten oder zur Verbindung einer Leiterplatte
mit einer anderen Vorrichtung vorgesehene elektrische Verbinder sind in einer großen
Vielfalt bekannt.
[0003] Stellvertretend sei in diesem Zusammenhang beispielsweise auf die von der Anmelderin
hergestellte und vertriebene 2,5-mm-Steckverbinderfamilie "SIPAC" verwiesen. Beschreibungen
des Basismodells und von Weiterentwicklungen dieses elektrischen Verbinders sind in
"Components", 30 (1992), Heft 5, Seiten 189 - 192 sowie in "Markt und Technik - Wochenzeitung
für Elektronik", Nr. 26 vom 24. Juni 1994, Seiten 36 bis 37 veröffentlicht.
[0004] Wie den genannten Veröffentlichungen entnehmbar ist, wird in letzter Zeit mit großem
Aufwand versucht, die bekannten elektrischen Verbinder HF-tauglich zu machen. Dies
geschieht in der Regel dadurch, daß zusätzliche Masseanschlüsse und/oder Abschirmungen
vorgesehen werden.
[0005] So kann beispielsweise vorgesehen werden, die zu übertragenden Kanäle nur über jeden
zweiten Kontakt zu führen, während die dazwischen liegenden Kontakte mit Masse belegt
werden.
[0006] Die vergrößerte Anzahl der Masseanschlüsse führt dazu, daß die Anzahl der Pole des
elektrischen Verbinders drastisch erhöht werden muß und damit auch die Größe und die
Handhabbarkeit des elektrischen Verbinders negativ beeinflußt werden.
[0007] Entsprechendes gilt für die aus der DE 40 40 551 C2 bekannte Möglichkeit, den elektrischen
Verbinder HF-tauglich zu machen. Gemäß dieser Druckschrift ist ein Abschirmelement
zwischen die vertikalen Anschlußreihen einer Federleiste derart eingefügt, daß von
den fünf verfügbaren Kontaktreihen nur drei Reihen für Signale brauchbar sind, während
zwei Reihen mit Masse belegt werden.
[0008] Aus der EP 0 486 298 A1 ist schließlich eine Verbinderanordnung bekannt, bei der
zwischen Signalkontakten jeweils um eine halbe Teilung versetzt Massekontakte angeordnet
sind, so daß die Signalkontakte im gesteckten Zustand von Massekontakten umgeben sind.
Bei einer derartigen Lösung kann zwar die Größe des elektrischen Verbinders im wesentlichen
konstant bleiben, doch erhöht sich auch hier die Anzahl dessen Pole ganz erheblich.
[0009] Die vorstehend beschriebenen Möglichkeiten, die bekannten elektrischen Verbinder
HF-tauglich zu machen, weisen den Nachteil auf, daß stets zusätzliche Massekontakte
vorzusehen sind, was zu einer erheblichen Erhöhung der Gesamtzahl der zu kontaktierenden
Kontakte führt.
[0010] Dieser Umstand und ferner die Tatsache, daß mit dem Fortschreiten der Technik die
Anzahl von zu übertragenden Signalen und damit auch der Übertragungsleitungen eher
zu- als abnimmt, führen dazu, daß die Handhabung der herkömmlichen elektrischen Verbinder
immer schwieriger und aufwendiger wird.
[0011] Je hochpoliger die herkömmlichen elektrischen Verbinder werden, desto größer sind
nämlich die Kräfte, die beim Einstecken und Herausziehen in bzw. aus zur Kontaktierung
dienenden Kontaktleisten wie Messer- oder Federleisten erforderlich sind.
[0012] Es sind zwar Betätigungshilfen erhältlich, die den vom Bediener aufzubringenden Kraftaufwand
reduzieren, doch sind die mittlerweile aufzubringenden Kräfte zunehmend auch von diesen
nicht mehr ohne weiteres zu bewältigen.
[0013] Hinzu kommt, daß der zum Einstecken und Herausziehen der elektrischen Verbinder in
bzw. aus einer Kontaktleiste einer Leiterplatte erforderliche Kraftaufwand unweigerlich
auch zu einer Verformung der Leiterplatte führt und dabei die auf der Leiterplatte
montierten Bauteile, insbesondere oberflächenmontierte Bauteile gefährdet.
[0014] Die Verformung der Leiterplatten wurde bislang durch auf der Leiterplatte extra vorgesehene
Versteifungsschienen verhindert.
[0015] Die immer kräftiger auszubildenden Betätigungshilfen und Versteifungsschienen sind
zunehmend umständlicher handhabbar und verursachen zudem nicht unerhebliche zusätzliche
Kosten bei der Herstellung und Wartung der elektrischen Verbindung und der zu verbindenden
Komponenten.
[0016] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen elektrischen Verbinder
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 derart weiterzubilden, daß die beim Herstellen
und Lösen einer elektrischen Verbindung aufzubringende Kraft auf ein Minimum reduzierbar
ist.
[0017] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 beanspruchten Merkmale gelöst.
[0018] Demnach ist vorgesehen, daß die Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen Verbinders
und die Vorrichtungen oder die Hilfsvorrichtungen zum Halten des elektrischen Verbinders
in der Verbindungsstellung örtlich voneinander getrennt vorgesehen sind.
[0019] Das heißt, daß bei dem erfindungsgemäßen elektrischen Verbinder eine gegenüber den
herkömmlichen elektrischen Verbindern völlig veränderte Verbindung bewerkstelligt
wird. Bei den herkömmlichen elektrischen Verbindern, d.h. bei den elektrischen Verbindern
mit Messer- und Federleisten bewirkt das bestimmungsgemäße Zueinanderbringen der zu
kontaktierenden Kontaktierungsvorrichtungen gleichzeitig sowohl eine elektrische als
auch eine mechanische Verbindung. Wollte man beispielsweise die elektrische Verbindung
durch festeres Verbinden der Kontaktierungsvorrichtungen sicherer und zuverlässiger
machen, ginge damit automatisch auch eine Stärkung der mechanischen Verbindung einher.
[0020] Gemäß der vorliegenden Erfindung sind die die elektrische Verbindung und die das
mechanische Halten in der Verbindungsstellung bewirkenden Elemente örtlich völlig
voneinander getrennt.
[0021] Diese Trennung eröffnet die Möglichkeit, die elektrische und die mechanische Verbindung
völlig unabhängig voneinander auszugestalten und zu dimensionieren. D.h., die elektrische
Verbindung kann beliebig zuverlässig und sicher gemacht werden, ohne damit automatisch
auch die zum Herstellen und/oder Lösen der Verbindung aufzubringenden Kräfte steigen
zu lassen; diese sind vielmehr völlig unabhängig von der elektrischen Verbindung einstellbar.
[0022] Der erfindungsgemäße elektrische Verbinder eröffnet damit die Möglichkeit, eine zuverlässige
und sichere elektrische Verbindung herzustellen und gleichzeitig die beim Herstellen
und Lösen einer elektrischen Verbindung aufzubringende Kraft auf ein Minimum zu reduzieren.
[0023] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
- Figur 1
- eine schematische Querschnittsansicht eines Ausführungsbeispiels eines elektrischen
Verbinders gemäß der Erfindung im Verbindungszustand,
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht der gemäß Figur 1 oberen symmetrischen Hälfte des elektrischen
Verbinders,
- Figur 3
- eine Explosionsdarstellung der gemäß Figur 1 oberen symmetrischen Hälfte des elektrischen
Verbinders,
- Figur 4
- eine schematische Schnittansicht der Verbindung des elektrischen Verbinders mit einer
zu kontaktierenden Leiterplatte,
- Figur 5A
- eine schematische Darstellung der Position einer Verbindungsvorrichtung in einem Kanal
im nicht verbundenen Zustand des elektrischen Verbinders,
- Figur 5B
- eine schematische Darstellung der Position der Verbindungsvorrichtung im Kanal im
verbundenen Zustand des elektrischen Verbinders,
- Figur 6A
- einen Kontaktstreifen im nicht kontaktierten Zustand,
- Figur 6B
- eine andere Ausführungsform eines Kontaktstreifens im nicht kontaktierten Zustand,
- Figur 6C
- den in Figur 6B gezeigten Kontaktstreifen in einem zwischen zwei zu kontaktierenden
Flächen eingespannten Zustand,
- Figur 7
- eine perspektivische Ansicht von Führungs- und Haltewänden mit Arretiervorrichtungen
für den elektrischen Verbinder auf einer Leiterplatte, und
- Figur 8
- eine schematische Querschnittsansicht des in Figur 1 in einer Verbindungsstellung
gezeigten elektrischen Verbinders in einer Montagestellung.
[0025] Figur 1 zeigt eine schematische Querschnittsansicht eines Ausführungsbeispiels eines
elektrischen Verbinders gemäß der Erfindung im Verbindungszustand.
[0026] Der in der Figur 1 gezeigte elektrische Verbinder 1 dient im beschriebenen Ausführungsbeispiel
als Leiterplatten-Verbinderelement zur Verbindung der Oberfläche einer Rückwand-Leiterplatte
2 und der Oberfläche einer Baugruppen-Leiterplatte 3, wobei im Verbindungszustand
die Baugruppen-Leiterplatte 3 unter Zwischenschaltung des elektrischen Verbinders
1 auf die Oberfläche der Rückwand-Leiterplatte 2 aufgesteckt ist.
[0027] Der elektrische Verbinder 1 ist im Verbindungszustand symmetrisch um einen Kontaktierungsabschnitt
der Baugruppen-Leiterplatte 3 gelegt. Jede der symmetrischen Hälften (obere und untere
Hälften gemäß Figur 1) weist einen geschichteten Aufbau bzw. Sandwich-Aufbau auf.
[0028] Die eine symmetrische Hälfte, d.h. die gemäß Figur 1 obere Hälfte besteht aus einem
im Zentrum des elektrischen Verbinders 1 liegenden Boden 11a, einem außen liegenden
Deckel 12a, und einem zwischen dem Boden und dem Deckel liegenden Mittelstück 13a.
Die andere symmetrische Hälfte, d.h. die gemäß Figur 1 untere Hälfte besteht aus einem
im Zentrum des elektrischen Verbinders 1 liegenden Boden 11b, einem außen liegenden
Deckel 12b und einem zwischen dem Boden und dem Deckel liegenden Mittelstück 13b.
[0029] Die Mittelstücke 13a, 13b weisen in diesem Ausführungsbeispiel sowohl auf ihrer den
Deckeln 12a, 12b zugewandten Seite als auch auf ihrer den Böden 11a, 11b zugewandten
Seite eine beliebige Anzahl von Aussparungen zur Bildung von Kanälen 14 auf.
[0030] In diesen Kanälen 14 verlaufen später noch genauer beschriebene Verbindungsvorrichtungen
15 zur elektrischen Kontaktierung und Verbindung von Rückwand- und Baugruppen-Leiterplatte.
[0031] Zur weiteren Erläuterung von Aufbau, Anordnung und Funktion der Mittelstücke 13a,
13b, der Kanäle 14 und der Verbindungsvorrichtungen 15 wird nun auf die Figuren 2
und 3 Bezug genommen.
[0032] Die Figur 2 ist eine perspektivische Ansicht der gemäß Figur 1 oberen symmetrischen
Hälfte des elektrischen Verbinders, und Figur 3 ist eine Explosionsdarstellung der
gemäß Figur 1 oberen symmetrischen Hälfte des elektrischen Verbinders.
[0033] In den Figuren 2 und 3 ist deutlich erkennbar, wie durch das Aufeinandersetzen des
Bodens 11a, des Mittelstücks 13a und des Deckels 12a die den Aussparungen des Mittelstücks
13a entsprechenden Kanäle 14 zur Aufnahme der Verbindungsvorrichtungen 15 gebildet
werden.
[0034] Gemäß dem in den Figuren 1 bis 3 gezeigten Ausführungsbeispiel werden die Kanäle
dadurch gebildet, daß unter bzw. auf ein Mittelstück, in welchem den Kanälen exakt
entsprechende Aussparungen vorgesehen sind, ein Boden und ein Deckel gesetzt werden,
deren dem Mittelstück zugewandte Flächen im wesentlichen eben ausgebildet sind.
[0035] Zur Bildung der Kanäle 14 im elektrischen Verbinder sind aber auch noch andere Möglichkeiten
denkbar.
[0036] Beispielsweise könnten zusätzlich zum Mittelstück auch der Deckel und/oder der Boden
an den dem Mittelstück zugewandten Seiten mit Aussparungen versehen sein. Zur Bildung
eines Kanals 14 müßten das Mittelstück und der Deckel bzw. der Boden dann so zusammengesetzt
werden, daß jeweilige Aussparungen in den beiden Verbinderbestandteilen übereinander
zu liegen kommen.
[0037] Eine derartige Kanalbildung weist den Vorteil auf, daß das Mittelstück bei gleichbleibender
Stabilität desselben dünner ausgebildet werden kann bzw. bei gleichbleibender Dicke
desselben stabiler ausgebildet werden kann und darüber hinaus wegen der weniger tiefen
Aussparungen leichter herzustellen ist.
[0038] Eine weitere Möglichkeit zur Bildung der Kanäle besteht darin, daß wiederum nur das
Mittelstück Aussparungen aufweist, der Deckel jedoch mit Vorsprüngen versehen ist,
die im zusammengebauten Zustand des elektrischen Verbinders in die Aussparungen hineinragen.
[0039] Diese Möglichkeit der Kanalbildung weist den Vorteil auf, daß der Zusammenbau des
elektrischen Verbinders erleichtert und die dabei erzielbare Präzision erhöht werden
kann.
[0040] Wie insbesondere aus der Figur 3 gut ersichtlich ist, werden in die Kanäle 14 die
dem Kanalverlauf angepaßten Verbindungsvorrichtungen 15 eingesetzt bzw. eingehängt.
[0041] Jede der Verbindungsvorrichtungen 15 ist mit zwei Halterungen 16a, 16b versehen,
die im zusammengebauten Zustand des elektrischen Verbinders eine Verschiebung der
Verbindungsvorrichtung längs des Kanals verhindern. Gleichwohl ist aber, wie noch
genauer beschrieben werden wird, eine Bewegung der jeweiligen Endabschnitte der Verbindungsvorrichtungen
möglich, ja sogar erwünscht.
[0042] Das Vorsehen der Halterungen 16a, 16b und ferner die Tatsache, daß die Verbindungsvorrichtung
15 hier als ein dünner federnder Streifen ausgebildet ist, ermöglichen es, daß, wie
in der später noch erläuterten Figur 8 deutlich zu sehen ist, die Verbindungsvorrichtungen
15 an ihren jeweiligen Enden im nicht mit einer jeweiligen Leiterplatte verbundenen
Zustand des elektrischen Verbinders in einem gewissen Umfang elastisch aus dem Verbinder
herausgedrückt werden, während sie, wie aus der Figur 1 ersichtlich ist, im mit einer
jeweiligen Leiterplatte verbundenen Zustand des elektrischen Verbinders in diesen
zurückgedrückt werden. In letzterem Zustand übt die Verbindungseinrichtung 15 eine
im wesentlichen frontal auf die jeweilige Leiterplatte wirkende Andruckkraft aus,
was, wie noch genauer beschrieben werden wird, eine nicht unerhebliche Bedeutung für
die Zuverlässigkeit der zu bewerkstelligenden Kontaktierung hat.
[0043] Die Verbindungsvorrichtungen 15 dienen dazu, eine elektrische Verbindung zwischen
Kontaktierungsvorrichtungen der Rückwand- und der Baugruppen-Leiterplatte herzustellen.
Dementsprechend sind die Verbindungsvorrichtungen einerseits gute elektrische Leiter,
und andererseits sind sie an ihren Enden als Kontaktierungsvorrichtungen mit jeweils
einer eine elektrische Kontaktierung ermöglichenden Kontaktfläche ausgestaltet.
[0044] Wie aus der Figur 1 ersichtlich ist, weist die Rückwand-Leiterplatte 2 als Kontaktierungsvorrichtungen
Kontaktflecken 21 auf ihrer Oberfläche auf, die zum Zweck einer verbesserten Kontaktgabe
vorzugsweise vergoldet sind.
[0045] Wie aus der Figur 1 und teilweise auch aus der Figur 3 ersichtlich ist, weist die
Baugruppen-Leiterplatte 3 als Kontaktierungsvorrichtungen sowohl auf ihrer Oberseite
als auch auf ihrer Unterseite den Kontaktflecken 21 entsprechende Kontaktflecken 31
auf.
[0046] Die elektrische Verbindung der Rückwand-Leiterplatte 2 mit dem elektrischen Verbinder
1 und die elektrische Verbindung der Baugruppen-Leiterplatte 3 mit dem elektrischen
Verbinder 1 wird durch Andrücken der Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen
Verbinders auf die Kontaktflecken 21 und 31 der jeweiligen Leiterplatte bewirkt.
[0047] Die als federnde Streifen 15 ausgebildeten Verbindungsvorrichtungen 15 werden, wie
vorstehend bereits erwähnt, beim Einbringen des elektrischen Verbinders in den Verbindungszustand
aus ihrer Ruhelage ausgelenkt und in den Kanal zurückgedrückt.
[0048] Dieser Vorgang ist in Figur 4 im Detail veranschaulicht.
[0049] Die Figur 4 zeigt den Verbindungszustand zwischen dem elektrischen Verbinder 1 und
der Baugruppen-Leiterplatte 3. In diesem Zustand ist die Verbindungsvorrichtung aus
der in der Figur 4 durch gestrichelte Linien angedeuteten Ruhestellung ausgelenkt
und übt auf die Baugruppen-Leiterplatte 3, genauer gesagt auf den zugeordneten Kontaktfleck
auf der Baugruppen-Leiterplatte eine Andruckkraft aus.
[0050] In der Ruhestellung ragt die Verbindungsvorrichtung 15 aus der der Baugruppen-Leiterplatte
3 zugewandten Oberfläche des elektrischen Verbinders heraus. Beim Verbinden wird die
Verbindungsvorrichtung 15 gegen dessen Federkraft in den Kanal 14 zurückgedrückt.
[0051] Die dabei relativ zu den Wänden des Kanals 14 erfolgende, durch die Halterungen 16a,
16b zugelassene Bewegung der Verbindungsvorrichtung 15 ist vorteilhafter Weise so
ausgelegt, daß der Abstand zwischen der Verbindungsvorrichtung 15 und der impedanzbestimmenden
Wand des Kanals hierbei konstant bleibt.
[0052] Dies ist in den Figuren 5A und 5B veranschaulicht.
[0053] Die Figuren 5A und 5B sind aus Richtung der in der Figur 4 gezeigten Pfeile gesehene
Schnittansichten des elektrischen Verbinders.
[0054] Die Figur 5A zeigt den elektrischen Verbinder im mit der Baugruppen-Leiterplatte
3 nicht verbundenen Zustand. Die Figur 5B zeigt den elektrischen Verbinder im mit
der Baugruppen-Leiterplatte 3 verbundenen Zustand.
[0055] Wie aus den Figuren 5A und 5B ersichtlich ist, nimmt die Verbindungseinrichtung 15
in den jeweiligen Zuständen unterschiedliche Positionen innerhalb des Kanals 14 ein.
[0056] Diese unterschiedlichen Positionen sind jedoch so gewählt, daß der Abstand der Verbindungsvorrichtung
15 von der impedanzbestimmenden Wand des Kanals, welche im vorliegenden Ausführungsbeispiel
die gemäß den Figuren 5A und 5B linke Wand des Kanals ist, beim Wechsel der Position
der Verbindungsvorrichtung 15 innerhalb des Kanals 14 konstant (im gezeigten Ausführungsbeispiel
konstant gleich v) bleibt.
[0057] Eine derartige definierte Bewegung der Verbindungsvorrichtung 15 innerhalb des Kanals
14 hat den Vorteil, daß selbst dann, wenn die Verbindungsvorrichtung infolge nicht
exakt identisch verarbeiteter Kontaktierungsvorrichtungen beim Einbringen in den Verbindungszustand
innerhalb des Kanals unterschiedlich weit verschoben wird, stets für alle Verbindungsvorrichtungen
exakt die gewünschte Impedanz erhalten werden kann. Darüber hinaus kann äußerst einfach
und bereits vor dem Einbau des elektrischen Verbinders in ein Gerät ein gewünschter
Impedanzwert des elektrischen Verbinders eingestellt werden.
[0058] Die Rückwand-Leiterplatte 2 und die Baugruppen-Leiterplatte 3 können um die Kontaktflecken
21 und 31 in den Figuren nicht gezeigte wallförmige Erhebungen aufweisen. Diese Erhebungen
werden aus dielektrischem Material, beispielsweise durch Aufspritzen von Kunststoff
hergestellt und dienen dazu, die Kontaktflächen der Kontaktierungsvorrichtungen des
elektrischen Verbinders exakt auf die Kontaktflächen der Kontaktierungsvorrichtungen
der jeweiligen Leiterplatten zu führen und sie in dieser durch die Erhebung genau
definierten Position bzw. Raststellung dauerhaft zu halten. Damit kann auch bei Verwendung
von ungenau hergestellten Leiterplatten und/oder elektrischen Verbindern stets ein
sicherer elektrischer Kontakt erhalten werden.
[0059] Wie insbesondere aus der Figur 1 ersichtlich ist, werden die Verbindungsvorrichtungen
15 im Verbindungszustand über die gesamte Strecke von der Rückwand-Leiterplatte 2
bis zur Baugruppen-Leiterplatte 3 durchgehend in nach allen Seiten geschlossenen Kanälen
14 geführt.
[0060] Verwendet man nun als Material für die Gehäuseteile des elektrischen Verbinders,
d.h. für Böden, Mittelstücke und Deckel ein Metall oder metallbeschichtete Materialien
oder Metall enthaltende Materialien wie beispielsweise metallisierte Kunststoffe,
d.h. Kunststoffe mit Metalleinlagerungen, und verbindet man diese mit Masse, so werden
die Verbindungsvorrichtungen 15 ähnlich wie bei einer Koaxial-Leitung in abgeschirmten
Tunneln geführt.
[0061] Die Verbindung des Gehäuses des elektrischen Verbinders mit Masse erfolgt über zusätzliche
Kontaktflächen auf zumindest einer der zu kontaktierenden Leiterplatten, und zwar
vorzugsweise unter Zwischenschaltung von in den Figuren 6A bis 6C gezeigten Kontaktstreifen
zwischen der jeweiligen Leiterplatte und dem elektrisch leitenden Verbindergehäuse.
[0062] Die Figuren 6A und 6B zeigen verschiedene Ausführungsformen des Kontaktstreifens
im Ruhezustand bzw. im verbindungsfreien Zustand, wohingegen die Figur 6C den in der
Figur 6B gezeigten Kontaktstreifen in einem zwischen zwei zu kontaktierenden Flächen
eingespannten Zustand zeigt.
[0063] Den Ausführungsformen des Kontaktstreifens gemäß den Figuren 6A und 6B ist gemeinsam,
daß sie in hoher Dichte wellenartige Verformungen mit federnden Eigenschaften aufweisen,
welche im zusammengepreßten Zustand das Bestreben haben, wieder in ihre Ruhestellung
zurückzukehren.
[0064] Wie insbesondere aus der Figuren 6C ersichtlich ist, ergibt sich beim Zusammendrücken
des Kontaktstreifens zwischen den zu kontaktierenden Flächen eine Vielzahl von elastisch
angedrückten Kontaktpunkten, welche eine gute und zuverlässige Kontaktierung ermöglichen.
[0065] Wie erläutert wurde, findet die elektrische Verbindung des elektrischen Verbinders
mit den jeweiligen Leiterplatten durch ein mittelbares oder unmittelbares, im wesentlichen
frontales Aufeinanderpressen der einander sowohl im noch nicht verbundenen Zustand
als auch im verbundenen Zustand im wesentlichen parallel gegenüberliegenden Kontaktflächen
für die Nutzsignale und die Masseverbindung statt.
[0066] Im Gegensatz zu den herkömmlich als Kontaktierungsvorrichtungen verwendeten Messer-
und Federleisten werden der hier beschriebene elektrische Verbinder und die jeweils
zu kontaktierende Leiterplatte durch diese die sichere und zuverlässige Kontaktierung
bewirkende Andruckkraft voneinander weggedrückt.
[0067] Dies läßt sich dazu ausnutzen, eine völlig neue Art von elektrischen Verbindern zu
schaffen, bei welcher die Qualität der elektrischen Verbindung nicht unlösbar mit
der zum Herstellen und zum Lösen der elektrischen Verbindung aufzubringenden Kraft
verbunden ist.
[0068] Bei den herkömmlichen elektrischen Verbindern, d.h., bei elektrischen Verbindern
mit Messer- und Federleisten sind die elektrische und die mechanische Verbindung aneinander
gekoppelt, denn die Konatktflächen sind bei diesen elektrischen Verbindern zugleich
als mechanische Halteelemente ausgebildet, welche den Verbinder in seiner Verbindungsstellung
festhalten.
[0069] Da nun aber, wie vorstehend ausführlich beschrieben wurde, eine Kontaktierungsvorrichtung
gefunden wurde, bei der dies gerade nicht der Fall ist, kann die herkömmliche Kopplung
zwischen elektrischer und mechanischer Verbindung aufgelöst werden.
[0070] Zu diesem Zweck ist es erforderlich, Vorrichtungen oder Hilfsvorrichtungen zum Halten
des elektrischen Verbinders in dessen Verbindungsstellung vorzusehen, die örtlich
und/oder funktional von den vorstehend beschriebenen Kontaktierungsvorrichtungen des
elektrischen Verbinders getrennt sind.
[0071] Die Rückwand-Leiterplatte 2 weist hierzu, wie aus der Figur 1 ersichtlich ist, Führungs-
und Haltewände 22 mit Arretierungsvorrichtungen 23 zum Halten des elektrischen Verbinders
1 in der Verbindungsstellung auf.
[0072] Eine perspektivische Ansicht dieser Führungs- und Haltewände 22 mit den Arretierungsvorrichtungen
23 ist in Figur 7 gezeigt.
[0073] Wie aus der Figur 7 ersichtlich ist, weisen die Führungswände 22 eine Vielzahl von
Arretierungsvorrichtungen 23 auf.
[0074] Die Arretierungsvorrichtungen 23 sind als federnde Haltelappen ausgebildet, die im
Verbindungszustand des elektrischen Verbinders mit der Rückwand-Leiterplatte 2 in
entsprechende Aussparungen des elektrischen Verbinders eingreifen und den elektrischen
Verbinder gegen die zwischen den Kontaktflächen wirkenden Andruckkräfte definiert
in dieser Stellung halten.
[0075] Auf diese Weise werden durch verschiedene Vorrichtungen einerseits eine sichere elektrische
Verbindung und andererseits eine sichere mechanische Verbindung zwischen der Rückwand-Leiterplatte
und dem elektrischen Verbinder sichergestellt.
[0076] Trotz des beschriebenen sicheren und zuverlässigen mechanischen Haltens des elektrischen
Verbinders in der Verbindungsstellung kann dieser bei entsprechender Betätigung der
Arretierungsvorrichtungen 23 ohne Kraftaufwand von der Rückwand-Leiterplatte abgezogen
werden, denn zum einen werden die zu kontaktierenden Kontaktierungsvorrichtungen nach
Lösen der Arretierung nicht aneinander festgehalten, und zum anderen sind, wie aus
der Figur 1 ersichtlich ist, die Führungs- und Haltewände 22 der Rückwand-Leiterplatte
so ausgebildet, daß hierdurch auch keine der Entfernung des elektrischen Verbinders
nennenswert entgegenstehende Kräfte wie Reibungskräfte und dergleichen gebildet werden.
[0077] Damit auch zwischen der Baugruppen-Leiterplatte 3 und dem elektrischen Verbinder
1 eine einerseits sichere und zuverlässige, andererseits aber auch leicht lösbare
Verbindung erzielbar ist, sind die die Baugruppen-Leiterplatte 3 umschließenden und
diese beidseitig kontaktierenden Hälften des elektrischen Verbinders relativ zueinander
derart bewegbar, daß sie zwei definierte Stellungen einnehmen können, durch welche
die gestellten Anforderungen erfüllbar sind.
[0078] Zur Erläuterung dessen wird nachfolgend insbesondere auf die eingangs bereits beschriebene
Figur 1 und auf die Figur 8 Bezug genommen.
[0079] Die Figur 8 zeigt eine schematische Querschnittsansicht des in Figur 1 in der Verbindungsstellung
gezeigten elektrischen Verbinders in einer Montagestellung.
[0080] Die eine der vorstehend erwähnten zwei definierten Stellungen der Hälften des elektrischen
Verbinders, nämlich die gerade schon erwähnte Verbindungsstellung, ist in der Figur
1 gezeigt. In dieser Stellung wird die Baugruppen-Leiterplatte 3 in einer definierten
Position zwischen den Hälften des elektrischen Verbinders gehalten, und hierbei werden
sowohl die zur Nutzsignalübertragung dienenden Kontaktflächen der Verbindungsvorrichtungen
15 des elektrischen Verbinders als auch die zur Verbindung des Verbindergehäuses mit
Masse vorgesehenen Kontaktflächen des elektrischen Verbinders, letztere unter Zwischenschaltung
der vorstehend bereits erläuterten Kontaktstreifen, auf die entsprechenden Kontaktflächen
der Baugruppen-Leiterplatte gedrückt.
[0081] Die andere der vorstehend erwähnten zwei definierten Stellungen der Hälften des elektrischen
Verbinders, nämlich die Montagestellung ist in der Figur 8 gezeigt. In dieser Stellung
sind die Hälften des elektrischen Verbinders an dem der Baugruppen-Leiterplatte zugewandten
Ende voneinander wegbewegt, wobei beim Wegbewegen, d.h. beim Lösen der mechanischen
Verbindung automatisch und praktisch ohne zusätzlichen Kraftaufwand gleichzeitig auch
die elektrischen Verbindungen zwischen dem elektrischen Verbinder und der Baugruppen-Leiterplatte
gelöst werden und die Baugruppen-Leiterplatte zum Herausnehmen derselben aus dem elektrischen
Verbinder oder zum Einführen derselben in den elektrischen Verbinder völlig frei beweglich
wird.
[0082] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind, wie in Figur 8 gezeigt ist, im Montagezustand
auch alle elektrischen Verbindungen zwischen den elektrischen Verbinder und der Rückwand-Leiterplatte
gelöst.
[0083] Dies muß jedoch nicht der Fall sein. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang vielmehr,
daß die elektrischen und mechanischen Verbindungen zwischen dem elektrischen Verbinder
und der Baugruppen-Leiterplatte so weit gelöst sind, daß die Baugruppen-Leiterplatte
ohne Kraftaufwand herausnehmbar oder einführbar ist.
[0084] Damit die Baugruppen-Leiterplatte in der in der Figur 1 gezeigten Verbindungsstellung
des elektrischen Verbinder stets in einer genau definierten Lage gehalten wird, weist
letzterer, wie insbesondere aus den Figuren 1 und 8, aber teilweise auch aus der Figur
3 ersichtlich ist, eine durch eine entsprechende Ausbildung der jeweiligen Deckel
und Mittelstücke gebildete Aussparung zur Aufnahme der Baugruppen-Leiterplatte zwischen
den Hälften des elektrischen Verbinders, einen durch die Böden 11a und 11b gebildeten
Leiterplatten-Anschlag und an den Hälften des elektrischen Verbinders vorgesehene
Arretiervorsprünge 17 auf.
[0085] Die für die Leiterplatte vorgesehene Aussparung im elektrischen Verbinder weist in
der Verbindungsstellung des elektrischen Verbinders eine im wesentlichen der Dicke
der zu kontaktierenden Leiterplatte entsprechende Dicke auf; sie ist vorzugsweise
so bemessen, daß die zu kontaktierende Leiterplatte in der Verbindungsstellung des
elektrischen Verbinders zwischen dessen Hälften eingeklemmt ist.
[0086] Die Arretiervorsprünge 17 greifen in der Verbindungsstellung des elektrischen Verbinders
in entsprechende Aussparungen 32 in der Baugruppen-Leiterplatte 3 ein und tragen auf
diese Weise dazu bei, daß die Leiterplatte in der Verbindungsstellung des elektrischen
Verbinders an einer genau definierten Position unverrückbar arretiert ist.
[0087] Damit die relativ zueinander beweglichen Hälften des elektrischen Verbinders die
Verbindungsstellung beibehalten, ist ein in den Figuren nicht gezeigter Verriegelungsmechanismus
vorgesehen, welcher in der Verbindungsstellung des elektrischen Verbinders so betätigt
ist, daß die Hälften des elektrischen Verbinders ihre in der Verbindungsstellung zueinander
eingenommene Stellung nicht verlassen können.
[0088] Der Verriegelungsmechanismus kann beispielsweise ein Schraubbolzen oder ein funktionsmäßig
den Führungs- und Haltewänden 22 mit den Arretiervorrichtungen 23 entsprechendes Gebilde
sein.
[0089] Die Baugruppen-Leiterplatte ist somit in der Verbindungsstellung des elektrischen
Verbinders mit diesem sicher und zuverlässig verbindbar.
[0090] In der Verbindungsstellung des elektrischen Verbinders ist es jedoch nicht möglich,
die Verbindung zwischen dem elektrischen Verbinder und der Baugruppen-Leiterplatte
ohne Zerstörung des elektrischen Verbinders und/oder der Baugruppen-Leiterplatte zu
lösen.
[0091] Zu diesem Zweck muß der elektrische Verbinder in die Montagestellung gebracht werden.
[0092] Hierzu muß zunächst der vorstehend bereits erwähnte, in den Figuren nicht gezeigte
Verriegelungsmechanismus zur Verriegelung der Hälften des elektrischen Verbinders
in der Verriegelungsstellung gelöst werden.
[0093] Nachdem dies geschehen ist, können die Hälften des elektrischen Verbinders in die
in der Figur 8 gezeigte Montagestellung bewegt werden, in welcher, wie vorstehend
bereits erläutert wurde und wie auch aus der Figur 8 ersichtlich ist, die mechanische
und elektrische Verbindung zwischen dem elektrischen Verbinder und der Baugruppen-Leiterplatte
gelöst sind und damit ein problemloses Entfernen oder Austauschen der Baugruppen-Leiterplatte
möglich ist.
[0094] Das Bringen des elektrischen Verbinders in die Montagestellung erfolgt im vorliegenden
Ausführungsbeispiel durch Aufklappen der beiden Hälften des elektrischen Verbinders.
Beim Aufklappen des elektrischen Verbinders kann dieser im vorliegenden Ausführungsbeispiel
auf die Rückwand-Leiterplatte aufgesteckt sein bzw. bleiben.
[0095] Die jeweiligen Hälften des elektrischen Verbinders werden dabei jeweils um die in
die entsprechenden Aussparungen des elektrischen Verbinders eingreifenden Endabschnitte
der Arretiervorrichtungen 23 der Führungs- und Haltewände 22 gedreht bzw. geschwenkt.
[0096] Bedingt durch die Veränderung der äußeren Form des elektrischen Verbinders beim Aufklappen
kann sich dabei jedoch auch die Lage der Endabschnitte der Arretiervorrichtungen 23
verändern, so daß die genannten Drehpunkte in der Regel keine ortsfesten Drehpunkte
sein werden.
[0097] Beim Zusammen- und Auseinanderklappen der ersten Hälfte und der zweiten Hälfte des
elektrischen Verbinders werden die Hälften um jeweilige Endabschnitte der Arretiervorrichtungen
23 in zueinander entgegengesetzten Richtungen geschwenkt. Da die jeweils als Drehpunkte
wirkenden Arretiervorrichtungen 23 nie die entsprechenden Aussparungen im Verbindergehäuse
verlassen, können die Hälften des elektrischen Verbinders weder im Verbindungszustand
noch im Montagezustand des elektrischen Verbinders aus den Führungs- und Haltewänden
22 herausfallen.
[0098] Damit der elektrische Verbinder im auf die Rückwand-Leiterplatte aufgesteckten Zustand
aufklappbar ist, müssen auch die Führungs- und Haltewände entsprechend ausgebildet
sein. D.h., sie müssen, wie insbesondere aus den Figuren 1 und 8, aber auch aus Figur
7 ersichtlich ist, in dem von der Rückwand-Leiterplatte entfernten Endabschnitt eine
sich aufweitende Form aufweisen, um so dem elektrischen Verbinder den für die Aufklappbewegung
erforderlichen Freiraum zur Verfügung zu stellen.
[0099] Sowohl bei der beschriebenen Verbindung zwischen dem elektrischen Verbinder und der
Rückwand-Leiterplatte als auch bei der beschriebenen Verbindung zwischen dem elektrischen
Verbinder und der Baugruppen-Leiterplatte sind die die elektrische Verbindung und
die die mechanische Verbindung bewirkenden Elemente örtlich und funktional voneinander
getrennt.
[0100] Die Folge ist, daß die elektrische Verbindung und die mechanische Verbindung ohne
unmittelbare Einflußnahme aufeinander und unabhängig voneinander ausgestaltbar und
dimensionierbar sind.
[0101] Der erfindungsgemäße elektrische Verbinder ermöglicht eine zuverlässige und sichere
elektrische Verbindung und gleichzeitig die Reduzierung der beim Herstellen und Lösen
der Verbindung aufzubringenden Kraft auf ein Minimum.
[0102] Die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen des elektrischen Verbinders bezogen
sich stets auf die Übertragung von asymmetrischen Signalen, d.h. auf die Übertragung
der Signale über einen Innenleiter in Form der Verbindungsvorrichtung und einen Außenleiter
in Form der elektrisch leitenden Kanalwände.
[0103] Der erfindungsgemäße elektrische Verbinder kann jedoch auch zur Übertragung symmetrischer
Signale ausgelegt sein. In diesem Fall wären pro Kanal zwei parallele Innenleiter
in Form von zwei parallel laufenden Verbindungsvorrichtungen vorzusehen.
[0104] Das Vorsehen von zwei im Kanal parallel laufenden Verbindungsvorrichtungen erfordert
eine veränderte Einstellung und Einhaltung des Impedanzwertes. Dieser ergibt sich
in diesem Fall aus dem Abstand zwischen den beiden Verbindungsvorrichtungen und den
Abständen zwischen den Leitern und den Kanalwänden.
[0105] Eine weitere Abwandlung der Erfindung betrifft die Erzeugung der die zu kontaktierenden
Kontaktflächen im Verbindungszustand jeweils aufeinanderpressenden Kraft.
[0106] Bei den bisher beschriebenen Ausführungsformen wurde stets davon ausgegangen, daß
diese Kraft von den jeweiligen Verbindungsvorrichtungen selbst erzeugt wird.
[0107] Stattdessen oder ergänzend hierzu kann jedoch auch vorgesehen werden, die Kraft von
den jeweiligen Kontaktierungsvorrichtungen der externen Anschlüsse oder durch an beliebiger
Stelle angeordnete Hilfselemente aufzubringen.
[0108] Der beschriebene elektrische Verbinder ist aufgrund der örtlichen und/oder funktionalen
Trennung von elektrischen und mechanischen Verbindungskomponenten nahezu kraftlos
betätigbar und dennoch äußerst einfach und billig herstell- und montierbar.
1. Elektrischer Verbinder mit
Kontaktierungsvorrichtungen zum Herstellen eines elektrischen Kontakts mit Kontaktierungsvorrichtungen
externer Anschlüsse, und mit
Vorrichtungen oder Hilfsvorrichtungen zum Halten des elektrischen Verbinders in einer
Verbindungsstellung, in welcher die Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen Verbinders
mit den Kontaktierungsvorrichtungen der externen Anschlüsse elektrisch verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen Verbinders (1) und die Vorrichtungen
oder die Hilfsvorrichtungen zum Halten des elektrischen Verbinders in der Verbindungsstellung
örtlich voneinander getrennt vorgesehen sind.
2. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser als Leiterplattenverbinder zum elektrischen Verbinden einer ersten und
einer zweiten Leiterplatte (2, 3) ausgebildet ist.
3. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser derart ausgebildet ist, daß er im wesentlichen senkrecht auf die Oberseite
oder die Unterseite der ersten und/oder der zweiten Leiterplatte (2, 3) aufsteckbar
ist.
4. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser derart ausgebildet ist, daß er durch auf der zu kontaktierenden Leiterplatte
(2, 3) vorgesehene Führungs- und Haltewände (22) beim Aufstecken auf die Leiterplatte
führbar und in der Verbindungsstellung haltbar ist.
5. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser Aussparungen im Gehäuse aufweist, in welche Arretierungsvorrichtungen (23)
der Führungs- und Haltewände (22) eingreifen können.
6. Elektrischer Verbinder nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser derart ausgebildet ist, daß er im wesentlichen parallel zur Oberseite und/oder
zur Unterseite der ersten und/oder der zweiten Leiterplatte (2, 3) auf dieselbe(n)
aufsteckbar ist.
7. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser so ausgebildet ist, daß er in der Verbindungsstellung die erste und/oder
die zweite Leiterplatte (2, 3) von der Ober- und der Unterseite kontaktiert.
8. Elektrischer Verbinder nach einem der Ansprüche 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser eine erste und eine zweite Hälfte aufweist, welche in der Verbindungsstellung
symmetrisch um die erste und/oder die zweite Leiterplatte (2, 3) gelegt sind.
9. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste und die zweite Hälfte des elektrischen Verbinders in der Verbindungsstellung
arretierbar sind und bei gelöster Arretierung relativ zueinander bewegbar sind.
10. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Aufklapp-Mechanismus zum Aufklappen des elektrischen Verbinders (1) vorgesehen
ist, um so die relativ zueinander durchführbare Bewegung der ersten und der zweiten
Hälfte bewerkstelligen zu können.
11. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste und die zweite Hälfte derart bewegbar sind, daß sie zum Bringen des
elektrischen Verbinders in eine Montagestellung voneinander weg und zum Bringen des
elektrischen Verbinders in eine Verbindungsstellung zueinander hin bewegbar sind.
12. Elektrischer Verbinder nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste und die zweite Hälfte des elektrischen Verbinders (1) derart ausgebildet
sind, daß sie in der Lage sind, in der Verbindungsstellung des elektrischen Verbinders
einen Teil der zu kontaktierenden Leiterplatte (2, 3) zwischen sich einzuklemmen.
13. Elektrischer Verbinder nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste und/oder die zweite Hälfte des elektrischen Verbinders Vorsprünge (17)
aufweisen, welche in der Verbindungsstellung des elektrischen Verbinders in Aussparungen
(32) der ersten und/oder zweiten Leiterplatte (2, 3) eingreifen.
14. Elektrischer Verbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß an den Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen Verbinders (1) vorgesehene
Kontaktflächen eine eine im wesentlichen überlappungsfreie Verbindung mit Kontaktflächen
der Kontaktierungsvorrichtungen (21, 31) der externen Anschlüsse ermöglichende Gestalt
aufweisen.
15. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktflächen der Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen Verbinders
(1) eine Gestalt aufweisen, deren Ausdehnung in einer ersten Richtung größer ist als
deren Ausdehnung in einer zweiten Richtung, wobei die erste Richtung eine zur im Kontaktflächenbereich
und dessen Umgebung vorherrschenden Stromflußrichtung senkrechte Richtung ist, und
wobei die zweite Richtung eine zur im Kontaktflächenbereich und dessen Umgebung vorherrschenden
Stromflußrichtung parallele Richtung ist.
16. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktflächen der Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen Verbinders
(1) eine eine großflächige Kontaktierung ermöglichende Gestalt in Form eines im wesentlichen
ebenen oder gekrümmten Flächenabschnittes aufweisen.
17. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktflächen der Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen Verbinders
(1) mit elastischen Elementen in Verbindung stehen, welche im Verbindungszustand aus
ihrer Ruhelage ausgelenkt sind und somit die Ausübung einer Andruckkraft der Kontaktflächen
der Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen Verbinders (1) auf die Kontaktflächen
der Kontaktierungsvorrichtungen (21, 31) der externen Anschlüsse bewirken.
18. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die von jeder Kontaktfläche der Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen Verbinders
(1) ausgeübte Andruckkraft eine die Kontaktflächen der Kontaktierungsvorrichtung (21,
31) des jeweils zugeordneten externen Anschlusses vom elektrischen Verbinder wegdrückende
Kraft ist.
19. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 17 oder 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Andruckkraft jeder Kontaktfläche der Kontaktierungsvorrichtungen des elektrischen
Verbinders (1) eine die Kontaktflächen der Kontaktierungsvorrichtungen (21, 31) der
zugeordneten externen Anschlüsse vom elektrischen Verbinder (1) in die im wesentlichen
selbe Richtung wegdrückende Kraft ist.
20. Elektrischer Verbinder nach einem der Ansprüche 2 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktierungsvorrichtungen (21, 31) der externen Anschlüsse im wesentlichen
ebene Kontaktflecken auf der Oberfläche der ersten und/oder zweiten Leiterplatte (2,
3) sind.
21. Elektrischer Verbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum elektrischen Verbinden von einander zugeordneten Kontaktierungsvorrichtungen
des elektrischen Verbinders (1) Verbindungsvorrichtungen (15) vorgesehen sind, welche
in Kanälen (14) geführt sind, die im Verbindungszustand des elektrischen Verbinders
(1) von Kontaktierungsvorrichtung zu Kontaktierungsvorrichtung durchgehend verlaufen.
22. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wände der Kanäle (14) aus Metall enthaltendem Material gebildet sind.
23. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wände der Kanäle (14) elektrisch mit Masse verbunden sind.
24. Elektrischer Verbinder nach einem der Ansprüche 21 bis 23,
dadurch gekennzeichnet,
daß Halterungen (16a, 16b) vorgesehen sind, durch die entsprechende Abschnitte der
Verbindungsvorrichtungen (15) in den Kanälen (14) derart fixiert sind, daß ein Verschieben
der Verbindungsvorrichtungen längs der Kanäle unterbunden ist, andere Bewegungen aber
teilweise möglich sind.
25. Elektrischer Verbinder nach Anspruch 24,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungsvorrichtungen (15) in den Kanälen (14) so fixiert sind, daß bei
der beim Einbringen des elektrischen Verbinders (1) in den Verbindungszustand stattfindenden
Bewegung der Verbindungsvorrichtung (15) deren Abstand zu einer impedanzbestimmenden
Wand des Kanals (14) konstant gehalten wird.