[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herausziehen oder Abdrehen
von Verschlüssen von Gefäßen, insbesondere von Probengefäßen mit
- einer Gefäßaufnahmevorrichtung, in der ein Gefäß so gehaltert wird, daß sich ein Verschluß
des Gefäßes frei zugänglich oberhalb der Halterung befindet,
- einer Verschlußhaltevorrichtung mit Halteelementen, die zur Halterung des Verschlusses
dienen,
- einer Bewegungsvorrichtung zur Bewegung der Verschlußhaltevorrichtung im wesentlichen
parallel zur Gefäßachse und zur Rotation der Verschlußhaltevorrichtung um die Gefäßachse.
[0002] Vorrichtungen zum Entfernen von Verschlüssen von Gefäßen werden insbesondere im Bereich
der Klinischen Analyse eingesetzt, da hier eine Vielzahl von Probengefäßen anfallen,
die mit Stopfen oder Schraubkappen verschlossen sind, die vor der Durchführung einer
Analyse entfernt werden müssen.
[0003] Im Stand der Technik sind bereits automatisch arbeitende Vorrichtungen bekannt, mit
denen Stopfen von Probengefäßen entfernt werden können. In der Patentschrift US-5,340,544
wird beispielsweise eine Apparatur beschrieben, mit der Gummistopfen von Probengefäßen
entfernt werden können. Dies erfolgt, indem Blattfedern von der Seite an den Gummistopfen
herangefahren werden, die den Stopfen seitlich aus dem Gefäß herausstoßen. Eine nach
einem ähnlichen Prinzip arbeitende Vorrichtung wird in den europäischen Patentanmeldungen
EP-A-0 487 492 und EP-A-0 487 493 beschrieben. Bei der in diesen Anmeldungen beschriebenen
Vorrichtungen wird ein Gummistopfen von einer Seite mit einer Nadel angestochen und
die Nadel über eine Führungskulisse so bewegt, daß der Stopfen aus dem Probengefäß
herausgehoben wird. In der europäischen Patentschrift EP-B-0 264 456 wird ebenfalls
eine Apparatur zum Herausziehen von Stopfen aus Probengefäßen beschrieben. Diese Apparatur
besitzt eine Haltevorrichtung für die Probengefäße, sowie einen Mechanismus, mit dem
die Stopfen von 2 gegenüberliegenden Haltebacken umfaßt werden. Beim Zusammenfahren
der Haltebacken werden außerdem Dornen in den Stopfen hineingestochen, die eine sichere
Halterung ermöglichen. Der Stopfen wird entfernt, indem die Vorrichtung mit den Haltebacken
nach oben vom Probengefäß entfernt wird.
[0004] Die im Stand der Technik bekannten Vorrichtungen besitzen den Nachteil, daß lediglich
die Entfernung von Stopfen möglich ist, jedoch nicht die Entfernung von Schraubkappen.
Diese Beschränkungen auf Stopfen zieht nach sich, daß nicht alle in der Praxis verwendeten
Typen von Probengefäßen bearbeitet werden können.
[0005] Aufgabe der Erfindung war es, eine Vorrichtung vorzuschlagen, mit der sowohl die
Entfernung von Stopfen als auch von Schraubkappen möglich ist. Es war weiterhin Aufgabe
der Erfindung, eine Vorrichtung vorzuschlagen, mit der beliebige in der Praxis verwendete
Probengefäße von ihren Verschlüssen befreit werden können.
[0006] Es wurde gefunden, daß diese Aufgabe durch eine Vorrichtung zum Herausziehen oder
Abdrehen von Verschlüssen von Gefäßen gelöst werden konnte, die
- mindestens eine Gefäßaufnahmevorrichtung, in der ein Gefäß so gehaltert wird, daß
sich ein Verschluß des Gefäßes frei zugänglich oberhalb der Halterung befindet,
- eine Verschlußhaltevorrichtung mit Halteelementen, die zur Halterung des Verschlusses
dient sowie
- eine Bewegungsvorrichtung zur Bewegung der Verschlußhaltevorrichtung im wesentlichen
parallel zur Gefäßachse und zur Rotation der Verschlußhaltevorrichtung um die Gefäßachse
besitzt.
[0007] In der Gefäßaufnahmevorrichtung wird ein Probengefäß so gehaltert, daß das Entfernen
eines Verschlusses möglich ist. Dies setzt voraus, daß die Gefäßaufnahmevorrichtung
ein Wiederlager gegen die beim Herausziehen oder Abdrehen auftretenden Kräfte bildet.
Die Gefäßaufnahmevorrichtung muß demgemäß so ausgebildet sein, daß sowohl Drehbewegungen
als auch lineare Bewegungen der Gefäße weitestgehend verhindert werden. Bei den verwendeten
Probengefäßen handelt es sich in der Regel um Reagenzröhrchen aus Glas oder Kunststoff.
Die Gefäßaufnahmevorrichtung muß daher so ausgebildet sein, daß sie ohne einen zu
starken Druck auf das Probengefäß auszuüben, eine Halterung bewirkt, um eine Zerstörung
des Probengefäßes zu verhindern. Eine geeignete Vorrichtung zur Halterung von Reagenzgefäßen
ist beispielsweise in EP-B-0 264 456 beschrieben. Erfindungsgemäß wurde eine Gefäßaufnahmevorrichtung
als besonders geeignet gefunden, bei der die Reagenzgefäße zwischen Haltebacken aus
relativ elastischem Material, z. B. Gummi, eingespannt werden. Die Haltebacken sind
ihrerseits über eine Achse an Stellbacken so befestigt, daß sie gegenüber der Achse
des Gefäßes verkippt werden können. Als besonders einfach hat es sich erwiesen, wenn
die Stellbacken über einen Spindeltrieb aufeinander zu- bzw. voneinander wegbewegt
werden, um die Gefäßaufnahmevorrichtung zu öffnen und zu schließen. Ein solcher Spindeltrieb
für ein Paar von Stellbacken kann vorteilhaft mit einem einzelnen Motor betrieben
werden, wenn der Spindelantrieb für beide Stellbacken auf einer einzelnen Gewindestange
untergebracht ist, die auf einem Abschnitt ein Rechtsgewinde und auf dem anderen Abschnitt
ein Linksgewinde besitzt.
[0008] Die beschriebenen Gefäßaufnahmevorrichtungen können zusammen mit Racks für Probengefäße
betrieben werden. Bei gebräuchlichen in der Praxis verwendeten Racks sind mehrere
Reagenzgefäße linear hintereinander angeordnet. Ein solches Rack kann zusammen mit
einer Gefäßaufnahmevorrichtung betrieben werden, indem das Rack zwischen den Haltebacken
der Gefäßaufnahmevorrichtung hindurchgeschoben wird. Ist das Rack so ausgeführt, daß
die Probengefäße von der Seite zugänglich sind, so können die Probengefäße durch die
Haltebacken gehaltert werden, ohne daß eine Entnahme der Probengefäße zur Entfernung
des Verschlusses notwendig ist.
[0009] Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung wird ein Probenrack auf ein Transportband
geschoben, durch das die einzelnen Gefäße nacheinander unter der Verschlußhaltevorrichtung
durchbewegt werden. Ein Gefäß, das sich unter der Verschlußhaltevorrichtung befindet,
wird durch einen Greifarm angehoben und der Verschluß des Gefäßes in die Verschlußhaltevorrichtung
geführt. Es hat sich gezeigt, daß es günstig ist, den Greifer mechanisch verhältnismäßig
einfach zu gestalten und zur Halterung des Gefäßes während des Abdrehvorganges eine
gesonderte Haltevorrichtung vorzusehen. Diese Gefäßhaltevorrichtung kann aufgrund
des zusätzlichen Greifers raumfest angeordnet werden.
[0010] Auch die von einigen Geräten verwendeten Rotoren für Probengefäße, in denen die Probengefäße
auf einer Kreislinie angeordnet sind, können zusammen mit den beschriebenen Gefäßaufnahmevorrichtungen
verwendet werden, sofern die Gefäße von der Seite zugänglich sind. Selbstverständlich
ist es ebenfalls möglich, die Probengefäße aus beliebigen Racks mit einem Roboterarm
zu entnehmen und in die Gefäßaufnahmevorrichtung einzustellen.
[0011] Erfindungsgemäß hat sich eine Gefäßaufnahmevorrichtung als vorteilhaft herausgestellt,
die aus zwei Gefäßaufnahmevorrichtungen besteht, die gemeinsam auf einem Dreharm befestigt
sind. Von diesen beiden Gefäßaufnahmevorrichtungen befindet sich jeweils eine in einer
für die Verschlußhaltevorrichtung zugänglichen Position, in der Regel unterhalb der
Verschlußhaltevorrichtung. Die zweite Gefäßaufnahmevorrichtung befindet sich an einer
Position, in der sie mit verschlossenen Probengefäßen bestückt werden kann. Ist das
in der ersten Position befindliche Gefäß geöffnet worden und befindet sich ein verschlossenes
Gefäß in der zweiten Position, so führt der Dreharm eine Drehung aus, mit der die
beiden Positionen vertauscht werden. Nunmehr kann das noch verschlossene Gefäß geöffnet
werden und das bereits geöffnete Gefäß kann zur nachfolgenden Analyse weitertransportiert
werden. Die beschriebene Vorrichtung ist besonders geeignet, um sie in ein Transportsystem
einzubinden, in dem die Probengefäße einzeln eine Vielzahl von Stationen durchlaufen,
in denen beispielsweise Etiketten aufgeklebt, Pipettier-, Verdünnungs- und Zentrifugationsschritte
vorgenommen werden.
[0012] Wird die Reduktion der Zeit, die zur Entstöpselung von Gefäßen notwendig ist, beabsichtigt,
so ist es günstig, die bereits vorangehend beschriebene Anordnung zu wählen, bei der
die Racks unter der Verschlußaufnahmevorrichtung hindurchbewegt werden und die zu
entstöpselnden Gefäße lediglich angehoben werden, ohne daß eine vollständige Entnahme
aus dem Rack unbedingt notwendig ist.
[0013] Eine Verschlußhaltevorrichtung ist mit Halteelementen ausgestattet, die zur Halterung
eines Verschlusses dienen. Beispielsweise kann als Verschlußhaltevorrichtung die in
den Figuren 11 bis 15 dargestellte Vorrichtung der europäischen Patentschrift EP-B-0
264 456 beschriebene Vorrichtung oder eine ähnliche Vorrichtung verwendet werden.
Zur Erfindung gehört jedoch eine neue Verschlußhaltevorrichtung, die sich für die
spezielle Anwendung als besonders vorteilhaft erwiesen hat. Diese erfindungsgemäße
Verschlußhaltevorrichtung besitzt eine Mehrzahl von Greifbacken, vorzugsweise 4 bis
8 und besonders bevorzugt 6. Die Greifbacken sind um ein Zentrum herum im wesentlichen
auf einer Ebene angeordnet. Durch einen Antrieb können die Greifbacken aus einer ersten
Position in eine zweite Position bewegt werden, wobei in der ersten Position zwischen
den Greifbacken ein Zwischenraum besteht, der ausreichend groß ist, um den jeweiligen
Verschluß aufzunehmen. Für die in der Klinischen Praxis auftretenden Verschlußdurchmesser
von 11 bis 19 mm ist ein Abstand zwischen den Greifbacken größer als 19 mm geeignet.
In der zweiten Position sind die Greifbacken soweit aufeinander zugerückt, daß sie
den jeweiligen Verschluß, der sich zwischen ihnen befindet, haltern. Aus dem Ziel
der Erfindung, unterschiedliche Typen von Verschlüssen handhaben zu können, ergibt
sich, daß die genannte zweite Position nicht fest ist, sondern sich der Größe des
jeweiligen Verschlusses anpassen muß. Die erste Position hingegen wird in der Regel
aus Gründen der Einfachheit so groß gewählt, daß alle in der Praxis auftretenden Verschlüsse
zwischen die Greifbacken passen. Bei dem Antrieb der Greifbacken kann es sich beispielsweise
um Druckzylinder oder einen Spindeltrieb handeln. Erfindungsgemäß wurde jedoch ein
Antrieb gefunden, der in einfacher Weise alle Greifbacken simultan bewegt. Dieser
Antrieb besitzt zwei zueinander parallel angeordnete Platten, die mit einem Plattenantrieb
senkrecht zu ihrer Ebene gegeneinander rotiert werden können. Vorzugsweise besitzen
diese beiden Platten kreisförmige Ausnehmungen im Bereich der Drehachse. Jeder der
Greifbacken ist über eine Verbindungsachse drehbar mit der ersten Platte verbunden
und kann mit Stiften, die an der zweiten Platte befestigt sind, um seine Verbindungsachse
mit der ersten Platte gedreht werden. Die Stifte der zweiten Platte greifen dazu vorzugsweise
in Ausnehmungen der Greifbacken ein, die als Führungsschiene dienen. Die Führungsschiene
und die Verbindungsachse sind so angeordnet, daß sich die Spitzen der Greifbacken
aus dem Zentrum zur Aufnahme des Verschlusses wegbewegen, wenn die Platten so gegeneinander
rotiert werden, daß sich die Verbindungsachsen auf der ersten Platte und die Stifte
auf der zweiten Platte voneinander entfernen. Durch eine entgegengesetzte Drehung
können die Greifbacken auf ihr gemeinsames Zentrum zubewegt werden, um so einen Verschluß,
der sich zwischen ihnen befindet, zu erfassen. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt,
wenn die Kanten bzw. Flächen der Greifbacken, die gegen den Verschluß drücken, eine
Zähnung aufweisen. Als besonders vorteilhaft hat es sich auch erwiesen, wenn sich
auf den Greifbacken Nadeln oder Stachel befinden, die zumindest teilweise in den Verschluß
eindringen, wenn dieser gehaltert wird.
[0014] Die Verschlußhaltevorrichtung befindet sich erfindungsgemäß an einer Bewegungsvorrichtung,
die die Verschlußhaltevorrichtung sowohl im wesentlichen parallel zur Gefäßachse bewegen
kann als auch eine Rotation der Verschlußhaltevorrichtung um die Gefäßachse ermöglicht.
Bei dieser Bewegungsvorrichtung kann es sich beispielsweise um einen Roboterarm handeln,
der die entsprechenden Bewegungen mit der Verschlußhaltevorrichtung durchführt. Weiterhin
ist es denkbar, daß die Bewegungsvorrichtung aus einer feststehenden Zahnstange besteht,
an der die Verschlußhaltevorrichtung über einen Zahnradantrieb aufund nieder bewegt
werden kann, während ein separater Motor für die Drehung der Verschlußhaltevorrichtung
sorgt. Erfindungsgemäß wurde eine besonders einfache Lösung für die Bewegungsvorrichtung
gefunden, bei der ein einzelner Motor eine Schraube antreibt, an der sich die Verschlußhaltevorrichtung
befindet. Diese Schraube befindet sich in einer Mutter, so daß bei Drehung des Motors
die Verschlußhaltevorrichtung sowohl eine Drehung um die Schraubenachse als auch eine
Linearbewegung in Richtung der Schraubenachse ausführt. Für die in der Praxis verwendeten
Verschlüsse hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Drehung der Verschlußhaltevorrichtung
400 ° beträgt und die genannte Schraube so gewählt wird, daß der Vorschub der Verschlußhaltevorrichtung
bei dieser Drehung 9 mm beträgt. Gute Ergebnisse ließen sich mit der Vorrichtung auch
erzielen, wenn der Drehwinkel der Gefäßaufnahmevorrichtung oberhalb 300 ° liegt und
der Vorschub der Gefäßaufnahmevorrichtung mindestens 5 mm beträgt.
[0015] Die vorstehend genannte Ausführungsform konnte noch verbessert werden, indem die
Mutter, in der die Schraube der Verschlußhaltevorrichtung läuft, drehbar gelagert
ist und durch einen Stift, der in eine Zähnung auf dem Außenrand der Mutter eingreift,
arrettiert werden kann. Durch diese Anordnung ist es möglich, die Verschlußhaltevorrichtung
nicht nur zum Entstöpseln der Gefäße, sondern auch zum Drehen der Gefäße, z. B. zur
Ablesung eines Barcodes zu verwenden.
[0016] Für die Absenkung der Verschlußhaltevorrichtung auf einen Verschluß kann es notwendig
sein, daß die Verschlußhalterung relativ große Wege in Richtung der Gefäßachse ausführen
muß. Es kann für diesen Fall vorgesehen werden, daß die Mutter, in der sich die Schraube
der Verschlußhaltevorrichtung befindet, zusätzlich in Richtung der Gefäßachse bewegt
wird.
[0017] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Öffnen von Gefäßen, insbesondere
von Probengefäßen, durch das Herausziehen oder Abdrehen der Verschlüsse, bei dem
- ein Gefäß in einer Gefäßaufnahmevorrichtung gehaltert wird,
- eine Verschlußhaltevorrichtung den Verschluß des Gefäßes haltert und
- die Verschlußhaltevorrichtung mit einer Bewegungsvorrichtung so bewegt wird, daß sie
mit einer Linear- und Drehbewegung den Verschluß vom Gefäß entfernt.
[0018] Bei dem genannten Verfahren kann die bereits beschriebene erfindungsgemäße Apparatur
verwendet werden. Zur Durchführung des Verfahrens muß sich ein Gefäß so in einer Gefäßaufnahmevorrichtung
befinden, daß sein oberes Ende, an dem sich der Verschluß befindet, für die Verschlußhaltevorrichtung
zugänglich ist, d. h. der Verschluß muß aus der Gefäßaufnahmevorrichtung herausragen
und es dürfen sich um die Umfangsfläche des Verschlusses keine störenden Gerätebauteile
befinden. Zum Öffnen des Verschlusses wird die Verschlußhaltevorrichtung zunächst
so auf den Verschluß abgesenkt, oder der Verschluß in die Verschlußhaltevorrichtung
eingeführt, so daß sich der Verschluß im Zentrum zwischen den Greifbacken befindet.
Da mit der erfindungsgemäßen Apparatur eine Vielzahl verschiedener Typen von Probengefäßen
und Verschlüssen bearbeitet werden sollen, sollte auch eine Vorrichtung vorhanden
sein, welche die Absenkung der Verschlußhaltevorrichtung oder eine Anhebung des Gefäßes
so steuert, daß gewährleistet ist, daß der jeweilige Verschluß von den Greifbacken
erfaßt werden kann. Ein mechanischer Detektionsmechanismus für die Stopfenoberkante
ist beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 467 470 beschrieben.
In der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 467 302 hingegen wird ein optoelektronisches
System beschrieben, das zur Abtastung von Probengefäßen dient. Letztgenanntes System
kann vorteilhaft im Rahmen dieser Erfindung eingesetzt werden, da es nicht nur die
Stopfenoberkante zu erkennen vermag, sondern auch die Abmessungen des Stopfens erkennt
und die Verschlußhaltevorrichtung so gesteuert werden kann, daß sie den Verschluß
an einer gut geeigneten Position haltert. Die Offenbarung der Patentanmeldungen EP-A-0
467 470 und EP-A-0 467 302 wird hiermit vollinhaltlich in diese Patentanmeldung aufgenommen.
[0019] Erfindungsgemäß wurde auch ein besonders einfaches Verfahren zur geeigneten Positionierung
der Gefäße zwecks Entstöpselung gefunden. Dies erfolgt, indem ein Greifer mit Haltebacken
das Gefäß umfaßt, dann eine geringfügige Öffnung der Haltebacken erfolgt und der Greifer
nach oben bewegt wird, wodurch die Greifbacken unterhalb des Randes der Gefäßöffnung
oder unterhalb des Verschlusses zum Liegen kommen. Der Greifer führt nun den Verschluß
so in die Verschlußhaltevorrichtung ein, daß die Greifbacken wenige Millimeter oberhalb
der Haltebacken des Greifers zum Liegen kommen. In praktischen Versuchen hat sich
herausgestellt, daß dies eine sehr einfache und effiziente Methode ist, um die Verschlüsse
der Verschlußhaltevorrichtung in geeigneter Positionierung zuzuführen, ohne daß eine
aufwendige Positionserkennung der Verschlüsse notwendig ist.
[0020] Wird die erfindungsgemäße Vorrichtung jedoch wie bereits beschrieben in einer Abarbeitungsstraße
für Probengefäße betrieben, in der eine Vielzahl von verschiedenen Operationen durchgeführt
werden, so kann das Abtasten des Probengefäßes räumlich von der erfindungsgemäßen
Vorrichtung getrennt sein, da die Abtastung der Probengefäße in der Regel einen der
ersten Schritte darstellt, weil die mit dem Abtasten erhaltenen Daten für viele verschiedene
Schritte der Abarbeitungsstraße verwendet werden können.
[0021] Zur geeigneten Steuerung der Bewegungsvorrichtung zur Bewegung der Verschlußhaltevorrichtung
kann vorteilhaft ein Mikroprozessor eingesetzt werden, der Daten, die bei einem Abtasten
der Probengefäße erhalten werden, verarbeitet und die einzelnen Bewegungen, wie Absenkung,
Drehung und Anhebung der Verschlußhaltevorrichtung steuert. Bei Verwendung eines Mikroprozessors
können auch vorteilhaft die in der Praxis gängigen Typen von Probengefäßen und Verschlüssen
gespeichert werden, so daß bereits mit einer relativ wenig aufwendigen optischen oder
mechanischen Abtastvorrichtung eine Identifizierung des Probengefäßes und des Verschlusses
möglich ist und die beim Abtastvorgang nicht ermittelten Kenngrößen, wie z. B. Durchmesser
des Verschlusses und Elastizität des Verschlusses, einer Tabelle entnommen werden
können.
[0022] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Entfernen von Verschlüssen kann in die folgenden
Schritte eingeteilt werden:
- Die Verschlußhaltevorrichtung wird von der Bewegungsvorrichtung in eine Ausgangsstellung
gefahren und die Anwesenheit der Verschlußhaltevorrichtung in dieser Position über
eine Lichtschranke detektiert.
- In der Verschlußhaltevorrichtung werden deren erste und die zweite Platte so gegeneinander
verdreht, daß sich die Haltebacken voneinander entfernen, um die Verschlußhaltevorrichtung
für die Aufnahme eines Verschlusses zu öffnen.
- Ein geschlossenes Gefäß wird in die Gefäßaufnahmevorrichtung eingebracht und dort
gehaltert.
- Die Bewegungsvorrichtung senkt die Verschlußhaltevorrichtung auf den Verschluß des
Gefäßes ab oder der Verschluß wird in die Verschlußhaltevorrichtung eingeführt.
- Wenn die Verschlußhaltevorrichtung relativ zum Verschluß nicht bereits geeignet positioniert
ist, wird sie in eine Position fahren, in der die Haltebacken auf Höhe des Verschlusses
sind oder der Verschluß wird geeignet angehoben.
- Die erste und zweite Platte in der Verschlußhaltevorrichtung werden so gegeneinander
verdreht, daß sich die Haltebacken aufeinander zubewegen und den Verschluß haltern.
- Die Verschlußhaltevorrichtung wird von der Bewegungsvorrichtung gedreht und nach oben
bewegt.
- Die Verschlußhaltevorrichtung wird von der Bewegungsvorrichtung in die Ausgangsstellung
zurückgefahren.
- Die Platten in der Verschlußhaltevorrichtung werden so gegeneinander verdreht, daß
die Haltebacken den Verschluß freigeben.
[0023] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert.
- Figur 1:
- Verschlußhaltevorrichtung und Bewegungsvorrichtung in Seitenansicht
- Figur 2:
- Querschnitt durch Verschlußhaltevorrichtung in geöffneter (Fig. 2A) und geschlossener
(Fig. 2B) Position und einzelner Greifbacken (Fig. 2C)
- Figur 3:
- Gefäßaufnahmevorrichtung
- Figur 4:
- Perspektivische Darstellung einer zweiten Ausführungsform
- Figur 5:
- Weitere Ausführungsform der Verschlußhaltevorrichtung
- Figur 6:
- Weitere Ausführungsform der Gefäßaufnahmevorrichtung
- Figur 7:
- Greifarm
- Figur 8:
- Auffangvorrichtung
[0024] Figur 1 zeigt die Verschlußhaltevorrichtung (10) und die Bewegungsvorrichtung (20)
in Seitenansicht. Die erste Platte (11) der Verschlußhaltevorrichtung (10) wird durch
das Gehäuse der Verschlußhaltevorrichtung gebildet, während sich die zweite Platte
(12) im Inneren des Gehäuses befindet und die Form eines Kreisringes mit einem äußeren
Zahnkranz besitzt. Eine Verdrehung der ersten Platte (11) und der zweiten Platte (12)
wird mit dem Getriebemotor (13) erreicht, der auf der ersten Platte (11) montiert
ist, und der an seiner Welle ein Zahnrad trägt, das in die Zähnung der zweiten Platte
(12) eingreift.
[0025] An der Oberseite der Verschlußhaltevorrichtung (10) befindet sich eine Schraube (21),
die in eine Mutter (22) eingeschraubt ist. Die Schraube (21) ist fest mit der Achse
eines zweiten Getriebemotors (23) verbunden, der die Schraube dreht. Der Getriebemotor
(23) besitzt seinerseits einen Mitnehmer (24), der eine Drehung des Motorgehäuses
im Raum verhindert, jedoch eine Auf- und Abbewegung des Motors ermöglicht. Bei einer
Drehung des Getriebemotors (23) bewegt sich demnach die Anordnung aus Verschlußhaltevorrichtung
(10), Schraube (21) und Getriebemotor (23) parallel zur Drehachse, während die Mutter
(22) raumfest bleibt. Zur Bewegung der gesamten Anordnung aus Gefäßhaltevorrichtung
(10) und Bewegungsvorrichtung (20) parallel zur Drehachse kann es vorgesehen werden,
daß die Mutter (22) über einen Antrieb, z. B. einen Zahnstangenantrieb, bewegt wird,
um so eine schnelle Bewegung der Anordnung über größere Distanzen zu ermöglichen.
[0026] Figur 2 zeigt die erfindungsgemäße Verschlußhaltevorrichtung im Querschnitt von der
Unterseite (Ansicht X). In dieser Darstellung ist zu erkennen, daß die Greifbacken
(14) über eine an ihrem Ende befestigte Achse (15) mit der ersten Platte (11) drehbar
verbunden sind. Die Greifbacken (14) besitzen eine Ausnehmung (16), in der Zapfen
(17) laufen. Die Zapfen (17) sind ihrerseits fest auf der zweiten Platte (12) befestigt.
[0027] Figur 2A zeigt die Verschlußhaltevorrichtung in einer geöffneten Position, aus der
sie durch Drehung der zweiten Platte (12) im Uhrzeigersinn geschlossen wird.
[0028] Figur 2B zeigt einen Zustand der Verschlußaufnahmevorrichtung, in der die Greifbacken
(14) den Verschluß (30) haltern.
[0029] Figur 2C zeigt einen einzelnen Greifbacken (14) mit der Ausnehmung (16) und der Zähnung
(18) an seiner pfeilförmigen Spitze. An der Spitze des Greifbackens weist die Zähnung
(18) einen relativ großen Abstand zwischen den Zähnen auf Der Abstand der Zähne und
auch die Größe der einzelnen Zähne nimmt mit zunehmendem Abstand von der Spitze ab.
Diese Ausgestaltung der Zähnung hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn
mit ein und derselben Gefäßhaltevorrichtung sowohl relativ kleine als auch relativ
große Verschlüsse gehaltert werden sollen.
[0030] Figur 3 zeigt eine Anordnung (40) aus zwei Gefäßaufnahmevorrichtungen, die gemeinsam
auf einer Achse (45) montiert sind. Jede der Gefäßaufnahmevorrichtungen besitzt zwei
Haltebacken (41, 41'), die über eine Achse (46) mit den Stellbacken (42, 42') verbunden
sind. Durch die Befestigung der Haltebacken (41) an einer Achse (46) können die Haltebacken
verkippt werden, was sich zur effektiven Halterung von Probengefäßen als vorteilhaft
erwiesen hat. Die Stellbacken (42, 42') liegen verschiebbar auf dem Dreharm (45) auf
und besitzen jeweils ein Gewinde, in dem sich eine Spindel (43, 43') befindet. Jede
der Spindeln (43, 43') besitzt sowohl ein Links- als auch ein Rechtsgewinde. Die Spindeln
werden über einen Motor (44 bzw. 44') angetrieben, um die Haltebacken (41, 41') aufeinander
zu- und voneinander wegzubewegen. Die gesamte Anordnung aus den zwei Gefäßhaltevorrichtungen
kann über den Dreharm, der über eine Achse (47) drehbar angeordnet ist, geschwenkt
werden.
[0031] Mit der in Figur 3 dargestellten Vorrichtung ist es demnach möglich, in einer der
Gefäßhaltevorrichtungen ein verschlossenes Probengefäß zu haltern, um es zu öffnen
und gleichzeitig oder zeitlich versetzt in der zweiten Gefäßhaltevorrichtung ein neues,
noch verschlossenes Probengefäß einzustellen. Nachdem das in der ersten Gefäßhaltevorrichtung
gehalterte Gefäß geöffnet worden ist wird der Dreharm (45) um die Achse (47) gedreht,
so daß die beiden Gefäßaufnahmevorrichtungen gegeneinander ausgetauscht werden. Das
bereits geöffnete Gefäß kann nunmehr aus der Gefäßaufnahmevorrichtung entnommen werden
und gleichzeitig oder zeitlich versetzt das noch geschlossene Gefäß geöffnet werden.
[0032] Figur 4 zeigt schematisch die perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform,
mit der ein erhöhter Durchsatz an Gefäßen erzielt werden kann. Einzelne Komponenten
dieser zweiten Ausführungsform sind in den Figuren 5 bis 8 separat dargestellt.
[0033] Die Vorrichtung in Figur 4 besitzt ein linkes und ein rechtes Stativbein (50, 51).
Zwischen diesen Stativbeinen verläuft ein Transportband (52), auf dem Gestelle mit
Probengefäßen transportiert werden können. Das Transportband ist so angeordnet, daß
die in einem Gestell befindlichen Gefäße nacheinander unterhalb der Gefäßaufnähmevorrichtung
hindurchbewegt werden. Das Transportband (52) kann so gesteuert werden, daß es stoppt,
wenn sich ein Probengefäß unterhalb der Verschlußhaltevorrichtung befindet.
[0034] Am linken der Stativbeine (50) befindet sich ein Greifer (53), der zur Entnahme von
Gefäßen aus einem Gestell oder zum Anheben eines Gefäßes in dem Gestell dient. Der
Greifer (53) befindet sich beispielsweise an einer Spindel, mit der er auf und ab
bewegt werden kann.
[0035] Der Greifer (53) bewegt sich zum Zuführen eines Verschlusses zur Verschlußhaltevorrichtung
so hoch, daß er oberhalb der Haltebacken (54) der Gefäßhaltevorrichtung ist. In dieser
Position haltern die Gefäßhaltebacken (54) das Gefäß. Die Höhe, in die der Greifer
(53) das Gefäß hebt, wird so gewählt, daß die Verschlußhaltevorrichtung (10) den Verschluß
haltern kann. Ein Vorteil der dargestellten Ausführungsform besteht darin, daß die
relativ schwere Verschlußhaltevorrichtung (10) nicht über größere Distanzen an den
Verschluß herangefahren werden muß. Durch die Vermeidung einer Beschleunigung größerer
Massen konnte mit dem dargestellten System eine Beschleunigung der Arbeitszyklen erreicht
werden.
[0036] Figur 4 zeigt schematisch ebenfalls eine Verschlußhaltevorrichtung (10) mit einer
drehbar gelagerten Mutter (55), die auf ihrer Außenumfangsfläche Vertiefungen trägt.
In diese Vertiefungen kann der Stößel (56) eingreifen und so eine Drehung der Mutter
(55) verhindern. Die Verschlußhaltevorrichtung (10) wird bei dieser Ausführungsform
durch einen Motor (58) über einen Zahnriemen (57) angetrieben.
[0037] Figur 4 zeigt weiterhin eine Auffangvorrichtung für abgedrehte Verschlüsse, die einen
Hebel (60) besitzt, an dem sich ein Schlauch (61) aus elastischem Material befindet.
[0038] Figur 5 zeigt eine Variante der in Figur 1 dargestellten Verschlußhalte- und Bewegungsvorrichtung.
Im Bereich der Verschlußhaltevorrichtung (10) wurden keine wesentlichen Veränderungen
vorgenommen, so daß für eine Beschreibung auf Figur 1 verwiesen wird. Im Bereich der
Verschlußhaltevorrichtung (10) ist jedoch zu erkennen, daß die Haltebacken Stacheln
(70) besitzen, die bei einer Halterung von Verschlüssen zumindest teilweise in das
Verschlußmaterial eindringen.
[0039] Die Verschlußhaltevorrichtung (10) befindet sich hier, wie auch bei der ersten Ausführungsform,
an einer Gewindestange bzw. Schraube (21). Im Gegensatz zu der ersten Ausführungsform
ist die Mutter (55) jedoch in Kugellagern (71) drehbar gelagert. In ihrem oberen Teil
trägt die Mutter (55) auf ihrer Außenumfangsfläche Vertiefungen, beispielsweise analog
der Zähnung eines Zahnrades, so daß in diese Vertiefungen der Stößel (56) eingreifen
kann. Der Stößel (56) wird durch einen Hubmagneten (72) bewegt. In seiner Ruheposition
befindet sich der Stößel (56) weitestgehend innerhalb des Hubmagneten (72) und greift
nicht in die Vertiefungen der Mutter (55) ein. Bei Aktivierung des Hubmagneten (72)
wird der Stößel (56) in eine Vertiefung der Mutter (55) bewegt.
[0040] Der Antrieb der Gewindestange (21), an der sich die Haltevorrichtung (10) befindet,
erfolgt über einen Motor (73) über einen Zahnriemen (57). Der Zahnriemen (57) läuft
über ein erstes Zahnrad (74), das sich auf der Achse des Motors (73) befindet und
über ein zweites Zahnrad (75), das fest mit der Gewindestange (21) verbunden ist.
[0041] Sofern die Mutter (55) nicht arretiert ist und die Gewindestange (21) wird über den
Motor (73) angetrieben wird, erfolgt eine Drehung der Verschlußaufnahmevorrichtung
(10) ohne eine überlagerte Linearbewegung. Dies kann vorteilhaft genutzt werden, wenn
vor Entfernung des Verschlusses das gesamte Probengefäß gedreht werden soll, beispielsweise
zur Ablesung eines Strichcodes auf dem Gefäß oder zur Füllstandsbestimmung. Wird die
Mutter (55) hingegen durch den Stößel (56) an einer Drehung gehindert, so wird die
Drehung der Gewindestange (21) teilweise in eine Linearbewegung umgesetzt und die
Verschlußhaltevorrichtung (10) führt gleichzeitig eine lineare und eine Drehbewegung
aus. Die Vorteile einer Entfernung von Verschlüssen mittels dieser Form von Bewegung
wurde bereits im Zusammenhang mit der ersten Ausführungsform näher beschrieben.
[0042] Figur 6 zeigt eine verbesserte Ausführungsform der Gefäßhaltevorrichtung. Es hat
sich herausgestellt, daß es für die einwandfreie Funktionsweise der Gefäßhaltevorrichtung
von entscheidender Bedeutung ist, daß die Position der Gefäßachse bei jedem Haltezyklus
genau definiert ist und sich nicht zwischen einzelnen Haltezyklen verschiebt. Daher
ist es vorteilhaft, für den Antrieb der Gefäßhaltevorrichtung einen einzelnen Motor
(80) zu verwenden, der seine Drehbewegung auf die beiden Gefäßhaltebacken (54) überträgt.
Auf der Achse des Motors (80) ist ein Dämpfungselement (81) angebracht, das eine zu
große mechanische Belastung der Gefäße beim Verschließen der Gefäßhaltevorrichtung
verhindert. Bei diesem Dämpfungselement (81) handelt es sich um ein flexibles Material,
in der Regel einen Kunststoff, der sich zwischen zwei Metallscheiben befindet, die
fest mit dem jeweiligen Teil der Antriebsachse verbunden sind. Ist ein Gefäß bereits
fest von den Gefäßhaltebacken umschlossen und die Bewegung des Motors setzt sich infolge
Trägheit oder zeitlicher Verzögerung der Detektion noch fort, so wird das elastische
Material des Dämpfungselementes tordiert und eine Zerstörung des Gefäßes verhindert.
Nach dem Dämpfungselement (81) schließt sich eine Antriebsachse (82) an, auf der zwei
Zahnräder montiert sind, die ihrerseits Zahnriemen antreiben. Im Bereich der Gefäßhaltebacken
(54) werden durch diese Zahnriemen Zahnräder angetrieben, die jeweils mit einem Konus
(83) verbunden sind, auf dessen Umfangsfläche sich ein Stift befindet. Die Gefäßhaltebacken
(54) besitzen jeweils einen Zylinder, der die Konus (83) umgibt und an seiner Innenseite
eine Nut besitzt, in die der Stift des Konus eingreift. Die Gefäßhaltebacken (54)
sind so gelagert, daß sie lediglich eine Linearbewegung und keine Drehung ausführen
können. Bei Drehung der Konus (83) findet aufgrund des Zusammenspiels zwischen Stift
und Nut, je nach Drehrichtung der Konus eine Bewegung der Gefäßhaltebacken (54) aufeinander
zu oder voneinander weg statt.
[0043] Figur 7 zeigt einen Greifer (53), der einen verhältnismäßig einfachen Aufbau besitzt.
Die beiden Greifbacken (90) besitzen jeweils ein Gewinde, das auf einer Gewindestange
(91) läuft, wobei die Gewindestange zwei gegensinnig orientierte Gewinde besitzt.
Für eine detailliertere Beschreibung wird auf Figur 3 verwiesen. Die Gewindestange
(91) ist mit der Achse eine Motors (92) verbunden. Durch eine Drehung der Motorachse
werden die Greifbacken (90) je nach Drehrichtung aufeinander zu oder voneinander weg
bewegt. Um eine Zerstörung von Gefäßen zu verhindern, kann gegebenenfalls zwischen
der Achse des Motors und der Gewindestange (91) ein Dämpfungselement (81) vorgesehen
werden.
[0044] Die Funktion des Greifers ist die, ein Gefäß zu erfassen und der Verschlußhaltevorrichtung
geeignet zuzuführen. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn der Greifer
(53) zunächst ein Gefäß mit den Greifbacken (90) fest umfaßt und daraufhin durch eine
gegenläufige Bewegung des Motors den Griff geringfügig lockert. Das Gefäß kann nunmehr
längs der Gefäßachse zwischen den Greifbacken (90) verschoben werden, ohne seitlich
herauszufallen. Bewegt sich der Greifer (53) nach oben, so rutscht das Gefäß entlang
der Längsachse durch die Greifbacken (90), bis der Gefäßrand oder der Verschluß auf
den Greifbacken (90) aufliegt. Aufgrund der dem Gerät bekannten Position der Greifbacken
kann nunmehr auch die Position des Verschlusses mit ausreichender Genauigkeit bestimmt
werden. Es ist demnach keine gesonderte Detektierung des Verschlusses mehr notwendig.
[0045] Figur 8 zeigt eine weitere Verbesserung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, mit der
eine Entsorgung abgedrehter Verschlüsse einfach und kontaminationsfrei möglich ist.
Der Hebel (60) ist an einer Seite fest mit der Achse eines Motors (93) verbunden und
kann durch den Motor verschwenkt werden. An der anderen Seite trägt der Hebel eine
ringförmige Öffnung, die in einen Schlauch (61) mündet. An dem Hebel ist weiterhin
eine Fahne (95) befestigt, die durch Lichtschranken (94) detektiert werden kann.
[0046] Die Funktionsweise der Auffangvorrichtung ist die, daß nach Abdrehen eines Verschlusses
von einem Gefäß die ringförmige Öffnung des Hebels unter die Verschlußhaltevorrichtung
(10) bewegt wird, die Verschlußhaltevorrichtung den Verschluß freigibt, so daß dieser
durch die ringförmige Öffnung des Hebels in den Schlauch (61) fällt. Nach dem Auffangvorgang
wird der Hebel (60) aus dem Bereich der Verschlußhaltevorrichtung herausbewegt, um
nachfolgende Verfahrensschritte nicht zu beeinträchtigen. Der Hebel muß daher mindestens
zwei Positionen einnehmen können, wobei sich die erste unterhalb der Verschlußhaltevorrichtung
und die zweite außerhalb dieses Bereiches befindet. Zu sicheren Erkennung dieser Positionen
dienen Lichtschranken.
[0047] Der Schlauch (61) der Auffangvorrichtung kann beispielsweise aus einem Kunststoff
oder auch einem Gewebematerial bestehen. Der Schlauch sollte so bemessen sein, daß
Verschlüsse, die durch ihn hindurchrutschen, in eine Auffangzone fallen, in der sie
die Funktionsweise der Vorrichtung nicht beeinträchtigen und keine Kontamination hervorrufen.
Bezugszeichenliste
[0048]
- (10)
- Verschlußhaltevorrichtung
- (11)
- erste Platte
- (12)
- zweite Platte
- (13)
- Getriebemotor
- (14)
- Greifbacken
- (15)
- Achse
- (16)
- Ausnehmung
- (17)
- Zapfen
- (18)
- Zähnung
- (20)
- Bewegungsvorrichtung
- (21)
- Schraube
- (22)
- Mutter
- (23)
- Getriebemotor
- (24)
- Mitnehmer
- (30)
- Verschluß
- (40)
- Anordnung mit zwei Gefäßaufnahmevorrichtungen
- (41, 41')
- Haltebacken
- (42, 42')
- Stellbacken
- (43, 43')
- Spindel
- (44, 44')
- Antriebsmotor
- (45)
- Dreharm
- (46)
- Achse der Haltebacken (41, 41')
- (47)
- Achse für Dreharm (45)
- (50)
- linkes Stativbein
- (51)
- rechtes Stativbein
- (52)
- Transportband
- (53)
- Greifer
- (54)
- Gefäßhaltebacken
- (55)
- Mutter
- (56)
- Stößel
- (57)
- Zahnriemen
- (58)
- Motor
- (60)
- Hebel
- (61)
- Schlauch
- (70)
- Stachel
- (71)
- Kugellager
- (72)
- Hubmagnet
- (73)
- Motor
- (74)
- erstes Zahnrad
- (75)
- zweites Zahnrad
- (80)
- Motor
- (81)
- Dämpfungselement
- (82)
- Antriebsachse für Zahnräder
- (90)
- Greifbacken
- (91)
- Gewindestange
- (92)
- Motor
- (93)
- Motor
- (94)
- Lichtschranke
- (95)
- Fahne
1. Vorrichtung zum Herausziehen oder Abdrehen von Verschlüssen von Gefäßen, insbesondere
von Probengefäßen mit
- einer Gefäßaufnahmevorrichtung, in der ein Gefäß so gehaltert wird, daß sich ein
Verschluß des Gefäßes frei zugänglich oberhalb der Halterung befindet,
- einer Verschlußhaltevorrichtung mit Halteelementen, die zur Halterung des Verschlusses
dienen,
- eine Bewegungsvorrichtung zur Bewegung der Verschlußhaltevorrichtung im wesentlichen
parallel zur Gefäßachse und zur Rotation der Verschlußhaltevorrichtung um die Gefäßachse.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, bei der die Halteelemente der Verschlußhaltevorrichtung
Greifbacken sind, die um ein Zentrum angeordnet sind und durch einen Antrieb von einer
ersten Position in eine zweite Position bewegt werden können, wobei in der ersten
Position zwischen den Greifbacken ein Zwischenraum besteht, der größer als der Verschluß
ist, so daß die Verschlußhaltevorrichtung den Verschluß aufnehmen kann und in der
zweiten Position die Greifbacken an die Umfangsfläche des Verschlusses angedrückt
sind, so daß sie den Verschluß haltern.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 2, bei welcher der Antrieb zur Bewegung der Greifbacken
eine erste und eine zweite Platte besitzt, die Platten zueinander parallel angeordnet
sind und mit einem Plattenantrieb um eine Achse senkrecht zu den Plattenebenen gegeneinander
rotiert werden, wobei jeder der Greifbacken über eine Verbindungsachse drehbar mit
der ersten Platte verbunden ist und jeder der Greifbacken über Stifte, die an der
zweiten Platte befestigt sind, um seine Verbindungsachse mit der ersten Platte gedreht
wird.
4. Vorrichtung gemäß Anspruch 2 oder 3, bei der die Verschlußhaltevorrichtung 4 bis 8
Greifbacken besitzt.
5. Vorrichtung gemäß Anspruch 2 bis 4, bei der die Greifbacken an einer Kante eine Zähnung
aufweisen, bei welcher der Abstand der Zähne von der einen Seite der Kante zur anderen
Seite hin abnimmt.
6. Vorrichtung gemäß Anspruch 2 bis 4, bei dem sich auf den Greifbacken Nadeln oder Stachel
befinden, die beim Haltern eines Verschlusses zumindest teilweise in diesen eindringen.
7. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, bei der die Bewegungsvorrichtung zur Bewegung der Verschlußhaltevorrichtung
die Linearbewegung parallel zur Gefäßachse und die Rotationsbewegung um die Gefäßachse
simultan ausführt.
8. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 7, bei der die Verschlußhaltevorrichtung an einer
Gewindestange befestigt ist, die sich ihrerseits in einem raumfest montierten Gewinde
befindet und von einem Motor in Drehung versetzt wird, so daß die Drehbewegung des
Motors teilweise in eine Linearbewegung umgesetzt wird und die Verschlußhaltevorrichtung
somit sowohl eine Linear- als auch eine Rotationsbewegung ausführt.
9. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, bei der die Gefäßaufnahmevorrichtung zwei oder mehr
Haltebacken besitzt, die so angebracht sind, daß sie einen Zwischenraum zur Aufnahme
von Gefäßen bilden und sie so gegeneinander verschiebbar angeordnet sind, daß der
Zwischemraum zur Aufnahme von Gefäßen vergrößert und zur Halterung von Gefäßen verkleinert
werden kann.
10. Vorrichtung gemäß Anspruch 9, bei der die Haltebacken der Gefäßaufnahmevorrichtung
an Stellbacken über eine Achse so befestigt sind, daß sie gegen die Achse des Gefäßes
verkippt werden können.
11. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, 9 oder 10, mit zwei Gefäßaufnahmevorrichtungen, die
gemeinsam auf einem Dreharm montiert sind, wobei sich eine der Gefäßaufnahmevorrichtungen
jeweils in einer Position unterhalb der Verschlußhaltevorrichtung und die andere Gefäßaufnahmevorrichtung
in einer Position zum Befüllen mit einem Gefäß befindet und die beiden Gefäßaufnahmevorrichtungen
durch Drehen des Dreharms ihre Positionen tauschen, so daß in der einen Position ein
geöffnetes Gefäß aus der Gefäßaufnahmevorrichtung entnommen und in der anderen Position
ein neues Gefäß geöffnet werden kann.
12. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, die zusätzlich einen Greifer besitzt, der Gefäße in
einem Gestell anhebt oder aus dem Gestell herauszieht, so daß sich der Verschluß des
Gefäßes in Höhe der Greifbacken der Gefäßaufnahmevorrichtung befindet.
13. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, bei der sich unterhalb der Gefäßaufnahmevorrichtung
ein Transportband zum Transport von Gestellen mit Gefäßen befindet, so daß die Gefäße
im Gestell nacheinander unterhalb der Gefäßaufnahmevorrichtung hindurchbewegt werden.
14. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 7,
- bei der die Verschlußhaltevorrichtung an einer Gewindestange befestigt ist, die
sich in einer drehbar gelagerten Mutter befindet und
- einer aktivierbaren Halterung, die bei Bedarf die Mutter an einer Drehbewegung hindert,
so daß bei einer Drehung der Gewindestange die Drehung teilweise in eine Linearbewegung
der Verschlußhaltevorrichtung umgesetzt wird.
15. Vorrichtung gemäß Anspruch 14, bei dem die Mutter an ihrer äußeren Umfangsfläche Vertiefungen
aufweist und die Vorrichtung weiterhin einen Stößel besitzt, der bei Aktivierung in
eine der Vertiefungen eingreift und die Mutter an einer Drehbewegung hindert.
16. Vorrichtung gemäß Anspruch 12, bei dem die Gefäßhaltevorrichtung raumfest angeordnet
ist.
17. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 mit einer Auffangvorrichtung für Verschlüsse, die einen
Hebel besitzt, an dem sich ein Schlauch aus elastischem Material befindet und der
Hebel mindestens zwei Ruhepositionen einnehmen kann, wobei die erste Ruheposition
unterhalb der Verschlußhaltevorrichtung ist, so daß Verschlüsse in den Schlauch fallen
und die zweite Ruheposition außerhalb des Bereiches der Verschlußhaltevorrichtung
liegt, so daß die Auffangvorrichtung andere Arbeitsschritte der Vorrichtung nicht
behindert.
18. Verfahren zum Öffnen von Gefäßen, insbesondere von Probengefäßen, durch das Herausziehen
oder Abdrehen von Verschlüssen, bei dem
a) ein Gefäß in einer Gefäßaufnahmevorrichtung gehaltert wird,
b) eine Verschlußhaltevorrichtung den Verschluß des Gefäßes haltert und
c) die Verschlußhaltevorrichtung mit einer Bewegungsvorrichtung so bewegt wird, daß
sie mit einer Linear- und Drehbewegung den Verschluß vom Gefäß entfernt.
19. Verfahren gemäß Anspruch 18, bei dem vor Schritt a) ein Gefäß in einem Gestell mit
einem Greifer in dem Gestell angehoben oder aus dem Gestell herausgezogen und der
Verschluß des Gefäßes in die Verschlußhaltevorrichtung eingeführt wird.
20. Verfahren gemäß Anspruch 19, bei dem
- der Greifer das Gefäß zunächst fest umfaßt,
- der Greifer etwas geöffnet und nach oben bewegt wird, so daß der Greifer das Gefäß
unterhalb des Gefäßrandes oder des Verschlusses haltert.
21. Verfahren gemäß Anspruch 18, bei dem sich die Gefäße in einem Gestell befinden und
vor Schritt a) das Gestell über ein Transportband unterhalb der Gefäßaufnahmevorrichtung
bewegt wird, so daß sich die Gefäße im Gestell nacheinander unterhalb der Gefäßaufnahmevorrichtung
befinden.
22. Verschlußhaltevorrichtung mit Greifbacken, die durch einen Antrieb bewegt werden,
der eine erste und eine zweite Platte besitzt, die Platten zueinander parallel angeordnet
sind und mit einem Plattenantrieb um eine Achse senkrecht zu den Plattenebenen gegeneinander
rotiert werden, wobei jeder der Greifbacken über eine Verbindungsachse drehbar mit
der ersten Platte verbunden ist und jeder der Greifbacken über Stifte, die an der
zweiten Platte befestitgt sind, um seine Verbindungsachse mit der ersten Platte gedreht
wird, wobei die Greifbacken so bewegt werden, daß sie in Abhängigkeit von der Verdrehung
der ersten und der zweiten Platte gegeneinander den freien Raum zwischen sich, der
zur Aufnahme der Verschlüsse dient, vergrößern oder verkleinern.
23. Verschlußhaltevorrichtung gemäß Anspruch 22 mit 4 bis 8 Greifbacken.
24. Verschlußhaltevorrichtung gemäß Anspruch 22 mit einer Gewindestange, die zum Antrieb
der Verschlußhaltevorrichtung dient.
25. Verschlußhaltevorrichtung gemäß Anspruch 22, mit Greifbacken, die Nadeln oder Stacheln
besitzen, die beim Haltern eines Verschlusses zumindest teilweise in diesen eindringen.