[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur künstlichen Befruchtung von Sauen, bestehend
aus
- einer Kathetereinheit mit einem Rohrelement, das an seinem Ende eine durch den Cervixkanal
der Sau zu schiebende pfropfenartige Verdickung trägt,
- einem mit dem anderen Ende des Rohrelementes verbundenen Samenbehälter und
- einer Reinhaltungsvorrichtung, die einen Hohlkörper umfaßt und die in den äußeren
Teil des Vaginalkanals einschiebbar ist und mit einer sich unter Druck der Verdickung
öffnenden Spitze versehen ist, so daß zum Befruchtungsvorgang die Kathetereinheit
durch den Hohlkörper durchschiebbar ist.
[0002] Aus der DE-A-4 419 726 ist eine Vorrichtung zur künstlichen Befruchtung und Embryonenüberführung
bekannt. Sie umfaßt ein langgestrecktes hohles Rohr und einen hohlen Halm, der einen
Reproduktionsorganismus in demselben enthält und in das langgestreckte Rohr eingepaßt
ist. Eine flexible, pfropfenartige Verdickung ist an einem Ende des langgestreckten
Rohres befestigt und steht mit dem Halm in Eingriff. Eine erste Umhüllung ist um das
langgestreckte Rohr herum eingesetzt, um dieses während des Hindurchführens der Vorrichtung
durch den Cervixkanal vor der infektiösen Kontamination zu schützen. Eine zweite Umhüllung
umgibt die pfropfenartige Verdickung und die erste Umhüllung.
[0003] Nachteilig ist, daß die zweite Umhüllung, die vor infektiösen Materialien in einem
Vaginakanal schützen soll, ebenso wie die gesamte Vorrichtung sehr aufwendig und kompliziert
aufgebaut ist. Die zweite Umhüllung als Reinhaltungseinrichtung erstreckt sich dabei
über die gesamte Länge des inneren Aufbaus und wird am Ende von einem röhrenförmigen
Element nochmals umgeben. Nachdem der künstliche Besamungs- bzw. Befruchtungsvorgang
beendet ist, muß neben der Spitze und des Halms die materialintensive zweite Umhüllung
mit dem röhrenförmigen Element ersetzt werden.
[0004] Bekannt ist weiterhin aus FR-A-2196178 ein Gerät zur Einführung von Suppositorien,
d.h. sog. Zäpfchen in Körperhöhlen. Die Vorrichtung stellt eine Art verlängerter ärztlicher
Spritze dar. Die Vorrichtung umfaßt ein Rohr, das über seine gesamte Länge dieselbe
Dicke hat und in einen Körperkanal eingeschoben werden kann. Eine Ringscheibe ist
vorhanden, die dazu dient, die Finger beim Einbrigen positionieren zu können. Es ist
nicht vorgesehen, diese Ringscheibe als Anschlag an den äußeren Vaginalkanal bei einer
Sau zu verwenden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur künstlichen Befruchtung
der eingangs genannten Art für Sauen so weiterzuentwickeln, daß eine keimfreie Besamung
einfacher und sicher durchgeführt werden kann und die Herstellungskosten so gering
zu halten, daß die Vorrichtung als Einmalvorrichtung einsetzbar ist.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkamle des Anspruches 1 gelöst. Vorzugsweise
wird die Vorrichtung aus Kunststoff hergestellt. Hierdurch läßt sich eine kostengünstige
Herstellung als Einweg-Instrument realisieren.
[0007] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß der Sterilitäts-Hohlkörper
auf der pfropfenartigen Verdickung beim Einleiten des Besamungsvorgangs haften bleibt.
Insbesondere die auf den Führungsstegen angeordneten Noppen verhindern, daß bei pfropfenartigen
Verdickungen geringeren Durchmessers diese sich aus dem Sterilitäts-Hohlkörper herauslösen
können. Die Führungsstege sorgen dafür, daß bei einer paßfähigen pfropfenartigen Verdickung
diese und der Sterilitäts-Hohlkörper eine Einheit bilden.
[0008] Um das Einführen der pfropfenartigen Verdickung mit dem ihn umhüllenden Sterilitäts-Hohlkörper
in den Vaginalkanal zu erleichtern, ist das öffnenbare Teil als Kegelstumpf ausgebildet,
während der biegeelastische Sterilitäts-Hohlkörper zylinderförmig ist. Die pfropfenartige
Verdickung ist so weit vom biegeelastischen Sterilitäts-Hohlkörper umschlossen, daß
sie den Bereich von der äußeren Scham bis zum Blaseneingang, der trotz intensivster
Reinigungsbemühungen immer noch über unzählige Keime verfügt, überbrückt. Nach Weiterführen
der pfropfenartigen Verdickung werden die keimtötenden Kräfte im Vaginalhohlraum in
Anspruch genommen. Wesentlich ist, daß mit dem Sterilitäts-Hohlkörper der künstliche
Besamungsvorgang in analoger Weise dem der natürlichen Besamung erfolgt. Wesentlich
ist darüber hinaus, daß der Sterilitäts-Hohlkörper als Vagina-Reinhaltungseinrichtung
äußerst materialsparend ausgebildet ist. Das umkragende Scheibenelement und die wenigstens
teilweise zylinderförmige Ausbildung des Sterilitäts-Hohlkörpers sorgen dafür, daß
der keimfreie Besamungsvorgang einfach möglich ist. Ein Spezialist ist hierfür nicht
erforderlich.
[0009] Vorteilhaft für die Durchführung des Besamungsvorgangs ist darüberhinaus, daß das
zylinderförmige Teil des Sterilitäts-Hohlkörpers vom Scheibenelement zum Kegelstumpf
wenigstens teilweise konisch ausgebildet ist. Hierdurch wird erreicht, daß nach dem
Herausschieben der pfropfenartigen Verdickung aus dem Sterilitäts-Hohlkörper dieser
bereits durch den muskulären Gegendruck aus der Scheide gedrückt wird. Unterstützt
wird dieses Herausdrücken durch das auf dem Sterilitäts-Hohlkörper aufgebrachte Gleitmittel.
Ein besonderes Herausziehen des Sterilitäts-Hohlkörpers ist damit nicht mehr erforderlich.
[0010] Die Erfindung wird nachstehend anhand von zwei in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1 bis 3
- eine Kathetereinheit mit einem Sterilitäts-Hohlkörper,
- Fig. 4
- einen einzelnen Sterilitäts-Hohlkörper für eine Kathetereinheit in einer schematischen,
perspektivischen Darstellung,
- Fig. 5
- eine künstliche Besamung einer Sau unter Verwendung beispielsweise der in Fig. 1 dargestellten
Kathetereinrichtung mit Sterilitäts-Hohlkörper und
- Fig. 6
- eine künstliche Besamung einer Sau unter Verwendung beispielsweise der in Fig. 1 dargestellten
Kathetereinrichtung mit Sterilitäts-Hohlkörper.
[0011] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur künstlichen Befruchtung von Sauen besteht aus
- einer pfropfenartigen Verdickung 116, 216 bzw. 316,
- einer Kathetereinheit 110, 210 bzw. 310, die von einem Sterilitäts-Hohlkörper 111,
211 bzw. 311 umgeben ist.
[0012] In den Fig. 1 bis 3 sind unterschiedlich ausgebildete Kathetereinheiten 110, 210
bzw. 310 dargestellt.
[0013] Bei der Kathetereinheit 110, wie sie Fig. 1 zeigt, geht ein Rohrelement 112 in die
pfropfenartige Verdickung 116 über. Die Oberfläche der pfropfenartigen Verdickung
116 läuft an einem äußeren Ende 113 konisch zusammen und weist einen Vorsprung 114
auf. Der Vorsprung 114 ist dargestellt mit einem etwa konstanten Radius, so daß die
pfropfenartige Verdickung 116 der Kathetereinheit 110 zum äußeren Ende 113 hin konisch
abnimmt. Neben dem Vorsprung 114 ist eine ringförmige Ausnehmung 117 vorgesehen. Der
sich daran anschließende Bereich ist eine im wesentlichen zylinderförmig ausgebildete,
wenigstens teilweise angeschrägte Teilverdickung 115. Das Rohrelement 112 besteht
aus Polyethylen, das in Verbindung mit einer geeigneten Auswahl der Abmessungen des
Rohres diesem eine geeignete Steifigkeit und Flexibilität beim Gebrauch des Rohrelements
112 verleiht. Die pfropfenartige Verdickung 116 besteht aus geschäumtem Kunststoff,
der ausreichend weich ist, so daß eine Verletzung der Sau bei Gebrauch des Rohrelements
verhindert wird. Andere Materialien, die in geeigneter Weise weich sind und dies sicherstellen,
können ebenfalls verwendet werden. Der zylindrische Teil der pfropfenartigen Verdickung
116 hat einen Durchmesser D von etwa 20-25 mm. Die Länge der pfropfenartigen Verdickung
beträgt etwa 30-32 mm.
[0014] Die Kathetereinheit 210 gemäß Fig. 2 besteht aus einem Rohrelement 212, das in der
pfropfenartigen Verdickung 216 endet. Die pfropfenartige Verdickung 216 weist Vorsprünge
214 der Gestalt auf, daß ein schraubenförmiger Rücken entsteht. Der schraubenförmige
Rücken erstreckt sind von einem Stopfenelement 215 bis zu einem konischen abgerundeten
äußeren Ende 213.
[0015] In Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform einer Kathetereinheit dargestellt.
[0016] Die Kathetereinheit 310 besteht aus einem geraden Rohrelement 312, das in einer schlangenförmig
ausgebildeten pfropfenartigen Verdickung 316 endet. Durch die schlangenförmige Ausbildung
der pfropfenartigen Verdickung 316 ergeben sich Vorsprünge 314. Die pfropfenartige
Verdickung 316 endet darüber hinaus in einem spitzeren abgerundeten äußeren Ende 313.
[0017] Über die pfropfenartige Verdickung 116, 216 bzw. 316 der Kathetereinheit 110, 210
bzw. 310 der Fig. 1, 2 und 3 ist ein Sterilitäts-Hohlkörper 111, 211 bzw. 311 geschoben.
[0018] Das Sterilitäts-Hohlkörper 111, 211 bzw. 311 besteht aus einem im wesentlichen zylinderförmigen
Verdickungsaufnahmelement 122, 222, 322. Das zylinderförmige Teil, d. h. des Elements
122, 222 bzw. 322, hat einen Innendurchmesser d, der kleiner/gleich dem Außendurchmesser
D der pfropfenartigen Verdickung 116, 216 bzw. 316 ist. An einem Ende endet das Verdickungsaufnahmeelement
in einem Kegelstumpf 121, 221 bzw. 321. Der Kegelstumpf weist Öffnungseinschnitte
124, 224 bzw. 324 auf. Im Bereich der Öffnungseinschnitte weist der Kegelstumpf zerbrechbare
Dünnfilmkappen oder Dünnfilmverschlüsse 125 (vgl. insbesondere Fig. 4) auf. Die Dünnfilmkappen
sind durch Ultraschalltechnik mit dem übrigen Material des Kegelstumpfs verschweißt.
Die Dünnfilmverschlüsse 125 sind Folienhäute, die beim Ausbilden des Sterilitäts-Hohlkörpers
111 aus einem leicht formbaren Material, insbesondere Kunststoff, mit erzeugt werden.
Möglich ist es natürlich auch, daß die Öffnungseinschnitte 124, 224 bzw. 324 als Einschnitte
oder Materialschwächungslinien ausgebildet sind, die so miteinander verbunden bzw.
übereinandergeklappt sind, daß der Kegelstumpf 121, 221 bzw. 321 abdichtend verschlossen
ist.
[0019] An dem dem Kegelstumpf entgegengesetzten Ende des Katheterverdickungsaufnahmeelement
122, 222 bzw. 322 ist ein außen umkragendes, ringförmiges Scheibenelement 123, 223
bzw. 323 angeordnet.
[0020] Das Aufnahmeelement 122, 222 bzw. 322 kann vom Scheibenelement 123, 223, 323 bis
zum Kegelstumpf 121, 221 bzw. 321 konisch ausgebildet sein. Im Inneren des Aufnahmeelements
122 sind in etwa gleichem Abstand zueinander drei Führungsstege 126 angeordnet. Im
Bereich unterhalb des Scheibenelements 123 ist auf ihnen jeweils eine Noppe 127 angeordnet.
[0021] Der aus dem Kegelstumpf, dem Hohlzylinder und dem sich daran anschließenden Scheibenelement
zusammensetzende Sterilitäts-Hohlkörper ist einstückig geformt. Selbstverständlich
sind anstelle von Kunststoff auch andere Materialien einsetzbar. Der Sterilitäts-Hohlkörper
111, 211 bzw. 311 ist so lang ausgebildet, daß es die pfropfenartige Verdickung 116,
216 bzw. 316 wenigstens teilweise umschließt. So kann z. B. die pfropfenartige Verdickung
316 durch einen Sterilitäts-Hohlkörper 311 mit einer Länge von etwa 35 mm umgeben
sein. Entscheidend ist es aber, vor allem die unsterilen Bereiche am Scheideneingang
zu überbrücken. Überraschenderweise wurde gefunden, einen Sterilitäts-Hohlkörper mit
einer einheitlichen Länge von 55-95 mm, vorzugsweise 75 mm, auszubilden, das die unterschiedlich
ausgebildeten pfropfenartigen Verdickungen 116, 216 bzw. 316 gemäß den Fig. 1, 2 und
3 fest umschließt. Das ringförmige Scheibenelement sollte wenigstens einen Durchmesser
von 60 mm haben.
[0022] Der Gebrauch der Kathetereinheit mit einem Sterilitäts-Hohlkörper, wie sie sich aus
dem dargestellten Ausführungsbeispiel ergibt, sei erläutert: Ziel eines jeden Sauenhalters
ist es, die Anhebung der Anzahl aufgezogener Ferkel pro Sau und Jahr anzuheben.
[0023] Dieses Ziel kann einerseits dadurch erreicht werden, daß die Anzahl aufgezogener
Ferkel pro Wurf vergrößert wird und andererseits, daß die Anzahl der Würfe pro Sau
pro Jahr auf 2 bis 2,2 anwächst. Geschmälert wird dieses anvisierte Ziel dadurch,
daß die Zahl der Umrauscher zunimmt. "Umrauscher?-Hatte ich im letzten Winter fürchterlich
viele, und bis heute hat sich das Problem kaum gebessert. Aber das liegt an der neuen
Sauenkrankheit, da kann man wenig machen."
[0024] In der Literatur werden dem Halter wesentliche Hinweise für ein erfolgreiches Belegungsmanagement
gegeben. Wichtig ist es, den optimalen Besamungstermin zu erkennen. Bei einer Sau
1 schwillt als Erkennung der Brunst die Scham und rötet sich. Erst das Abschwellen
und eine weniger intensive Rötung der Scham 2 kündigt die Hauptbrunst an. In dieser
Phase duldet die Sau 1 den Eber. Der Duldungseffekt kann auch durch die sogenannte
Stütz- oder Reitprobe ausgelöst werden. Nach Beendigung der Duldungsphase und dem
Abklinken der Brunstsymptome beginnt die ca. 1 - 2 Tage dauernde Nachbrunst. Der richtige
Belegungszeitpunkt hängt von der Lebensdauer, von Ei- und Samenzelle ab (vgl. insbesondere
top agrar 9/93, S. 20 ff.).
[0025] Ist der günstigste Zeitpunkt für die Belegung festgelegt, wird die künstliche Besamung
bzw. Befruchtung wie folgt durchgeführt:
[0026] Zuerst ist die Scham 2 (vgl. Fig. 5) sehr intensiv zu reinigen. Danach wird auf die
pfropfenartige Verdickung 116 der Kathetereinheit 110 nach deren Einreiben mit einem
Gleitmittel der Sterilitäts-Hohlkörper 111 gezogen. Durch die Führungsstege 126 wird
die pfropfenartige Verdickung 116 geführt und durch die Noppen 127 fest im Inneren
des Sterilitäts-Hohlkörpers 111 gehalten. Danach wird das Äußere des Sterilitäts-Hohlkörpers
111 ebenfalls mit dem Gleitmittel, z. B. Parafinöl oder Sperma gleitfähig gemacht.
Andere Gleitmittel sind nicht zu verwenden, da sie das Sperma schädigen können. Ähnlich
werden die Kathetereinheiten 210 bzw. 310 mit den Sterilitäts-Hohlkörpern 211 bzw.
311 vorbereitet.
[0027] Danach wird die Kathetereinheit, wie sie auch Fig. 3 zeigt, mit dem Sterilitäts-Hohlkörper
311 voran in die Scheide 3 eingeführt. Der Sterilitäts-Hohlkörper 111 bzw. 311 ist
so weit in die Scheide 3 einführbar, bis das nach außen ragende Scheibenelement 123,
223 bzw. 323 auf der äußeren Scham aufliegt. Beim Weiterschieben der Kathetereinheit
110, 210 bzw. 310 stößt das äußere Ende 113, 213 bzw. 313 in den Kegelstumpf 221 bzw.
321 und öffnet die Dünnfilmverschlüsse an den Öffnungseinschnitten 124, 224 bzw. 324
und läßt die pfropfenartige Verdickung passieren. Diese wird nun vollkommen keimfrei
bis hin zum Muttermund 3' geführt. Die Sau muß die Kathetereinheit dabei "halten",
d. h., beim Zurückziehen der Kathetereinheit muß ein leichter Widerstand festzustellen
sein. Der erfahrene Halter weiß dabei, bis zu welchem Punkt die Kathetereinheit zu
führen hat. Danach wird an das Ende ein Samenbehälter 118 (vgl. Fig. 5) angeschlossen.
Durch leichten Druck auf den Behälter 118 wird dafür gesorgt, daß das Sperma in die
Gebärmutter 4 fließen kann. Die gesamte Zeit der Besamungsdauer sollte mindestens
3 Minuten dauern. Die Sau wird während und nach der Besamung entsprechend stimuliert.
In dieser Zeit wird der Sterilitäts-Hohlkörper 111, 211, 311 durch die Kontraktion
der Scheide 3 und gefördert durch das leicht konische Katheterverdickungsaufnahmeelement
122, 222, 322 auf das Rohrelement 112, 212, 312 geschoben.
[0028] Nach der Leerung des Samenbehälters 118 ist die Kathetereinheit nicht sofort zurückzuziehen.
So wird unnötiger Spermarückfluß vermieden. Ist eine gewisse Zeit abgelaufen, wird
durch ein Ziehen am Rohrelement 112, 212 bzw. 312 die Kathetereinheit 110, 210 bzw.
310 zurückgezogen. Beim weiteren Herausziehen der Kathetereinheit wird zugleich der
Sterilitäts-Hohlkörper 111, 211 bzw. 311 mit entfernt.
[0029] Wesentlich ist, daß der richtige Belegungszeitpunkt, der außer den Veränderungen
der äußeren Scham, die bereits beschrieben wurde, und die in einem typischen Spiel
der Ohren 10, der Haltung des Kopfs 9 und der Standfestigkeit der Vorder- und Hinterfüße
7 und 8 sowie einem Spreizen der Hinterfüße 7 besteht, durch das keimfreie Einbringen
der Samenflüssigkeit wirkungsvoll ergänzt wird. Da, wie Fig. 5 zeigt, sich der Ausgang
des Darms 5 oberhalb der Scham 2 befindet und darüber hinaus der darüber liegende
Schwanz 6 ebenfalls mit der äußeren Scham 2 ständig in Berührung kommt, sind in diesem
Bereich ständig Keime angesiedelt. Diese Keime sind trotz intensivster Reinigung der
Scham keinesfalls beseitigbar. Erfolgt die natürliche Besamung mit einem Eber, wird
eine wirkungsvolle Vorreinigung durch diesen vorgenommen. Durch den Einsatz des erfindungsgemäßen
Sterilitäts-Hohlkörpers 111, 211 bzw. 311 wird gesichert, daß Keime und sonstige Infektionsmöglichkeiten,
die im äußeren Bereich der Scham vorhanden sein können, nicht in den Uterus verschleppt
werden. Der relativ kurze Sterilitäts-Hohlkörper 111, 211 bzw. 311 reicht aus, daß
sich die pfropfenartige Verdickung 116, 216 bzw. 316 im sterilen Bereich der Scheide
3 bzw. des Muttermunds 3' bewegt. Hierdurch wird die Umrausche wesentlich verringert,
so daß das angestrebte Ziel von 2,3 Würfen pro Sau und Jahr erreicht wird. Ein zweimaliges
Belegen pro Brunst bedeutet aber für den Halter mit vielen Sauen eine zusätzliche
Anhebung der Ferkelzahl je Sau und Jahr, so daß das Betriebseinkommen günstig beeinflußt
wird.
1. Vorrichtung zur künstlichen Befruchtung von Sauen, bestehend aus
- einer Kathetereinheit (110, 210, 310) mit einem Rohrelement (112, 212, 312), das
an seinem Ende eine durch den Cervixkanal der Sau zu schiebende pfropfenartige Verdickung
(116, 216, 316) trägt,
- einem mit dem anderen Ende des Rohrelementes verbundenen Samenbehälter (118),
- einer Reinhaltungsvorrichtung (111, 211, 311), die einen Hohlkörper (122) umfaßt
und die in den äußeren Teil des Vaginalkanals einschiebbar ist und mit einer sich
unter Druck der Verdickung (116, 216, 316) öffnenden Spitze versehen ist, so daß zum
Befruchtungsvorgang die Kathetereinheit durch den Hohlkörper durchschiebbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß der zu öffnende Teil der Reinhaltungsvorrichtung (111, 211, 311)ein einstückiges,
lediglich die unsterilen Teile des Scheideneingangs überbrückendes, in einer zu öffnenden
Spitze (124;224;324) endendes, zylindrisches oder wenigstens teilweise konisches Element
ist,
- daß die Spitze Kegelstumpfform (121,221,321) hat und mit Öffnungseinschnitten oder
Dünnfilmverschlüssen (125)versehen ist,
- daß die Reinhaltungsvorrichtung (11,211,311) mit einer auf die äußere Scheide der
Sau auflegbaren Ringscheibe (123, 223, 323) ausgestattet ist,
- sowie dadurch gekennzeichnet, daß auf einem Führungssteg (126), der innerhalb des
Hohlkörpers (122) wenigstens teilweise von des Ringscheibe bis zum Kegelstumpf verläuft,
wenigstens eine Noppe (127) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinhaltungsvorrichtung
(111,211,311) aus Kunststoff hergestellt ist.
1. A device for the artificial insemination of sows, consisting of:
- a catheter unit (110, 210, 310) with a tube element (112, 212, 312) which bears
at its end a stopper-like thickened section (116, 216, 316) which is to be pushed
through the cervical canal of the sow,
- a semen container (118) connected to the other end of the tube element,
- an anti-contamination device (111, 211, 311) which comprises a hollow body (122)
and which can be inserted into the outer part of the vaginal canal and is provided
with a tip which opens under the pressure of the thickened section (116, 216, 316),
so that the catheter unit can be pushed through the hollow body for the insemination
operation,
characterised in that
- the part of the anti-contamination device (111, 211, 311) which is to be opened
is a one-piece cylindrical or at least partially conical element which merely bridges
the non-sterile parts of the vaginal entrance and ends in a tip (124; 224; 324) which
is to be opened,
- the tip is in the form of a truncated cone (121, 221, 321) and is provided with
opening incisions or thin-film closures (125),
- the anti-contamination device (111, 211, 311) is equipped with an annular disc (123,
223, 323) which can be placed on the outer vagina of the sow,
- and also characterised in that at least one knob (127) is arranged on a guide bar
(126) which extends at least in part from the annular disc to the truncated cone within
the hollow body (122).
2. A device according to Claim 1, characterised in that the anti-contamination device
(111, 211, 311) is made of plastics material.
1. Dispositif d'insémination artificielle de truies qui se compose de:
- une unité de cathéter (110, 210, 310) incluant un élément tubulaire (112, 212, 312)
qui porte à son extrémité un épaississement (116, 216, 316) en forme de tampon à insérer
dans le canal vaginal de la truie,
- un récipient (118) de sperme relié à l'autre extrémité de l'élément tubulaire,
- un dispositif (111, 211, 311) de maintien à l'état propre qui comprend un corps
creux (122) et qui peut être inséré dans la partie extérieure du canal vaginal et
est pourvu d'une pointe qui s'ouvre sous l'effet d'une pression de l'épaississement
(116, 216, 316) de sorte que l'unité de cathéter peut être coulissée à travers le
corps creux pour le processus de fécondation,
caractérisé en ce que
- la partie à ouvrir du dispositif (111, 211, 311) de maintien à l'état propre est
un élément cylindrique ou au moins partiellement conique d'un seul tenant, qui franchit
simplement les parties non stériles de l'entrée du vagin et se termine en une pointe
(124; 224; 324) à ouvrir, en ce que
- la pointe est tronconique (121, 221, 321) et comporte des incisions d'ouverture
ou des fermetures (125) en film mince, en ce que
- le dispositif (111, 211, 311) de maintien à l'état propre est pourvu d'un disque
annulaire (123, 223, 323) qui peut être appliqué sur le vagin extérieur de la truie,
et caractérisé en outre en ce que
- au moins un bouton (127) est agencé sur une tige de guidage (126) qui s'étend à
l'intérieur du corps creux (122) au moins partiellement à partir du disque annulaire
jusqu'au tronc de cône.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif (111, 211,
311) de maintien à l'état propre est en matière plastique.