[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Begrenzung der Schwingungsamplituden
von Tragmittel und Ausgleichsmittel bei einem Aufzug, vorzugsweise mit einem in Führungen
laufenden Gegengewicht.
[0002] Bei Aufzügen mit grossen Förderhöhen haben die Tragmittel und die Ausgleichsmittel
die Tendenz, in horizontaler Richtung zu schwingen. Die Anregung zu diesen Schwingungen
hat verschiedene Ursachen. Der Fahrbetrieb selbst ist eine der Hauptursachen. Beim
periodischen Beschleunigen, Fahren mit grosser Geschwindigkeit und Verzögern entstehen,
hervorgerufen durch kleine Abweichungen in der Vertikalen bei den Führungsschienen,
kleine horizontale Bewegungskomponenten bei der Kabine und beim Gegengewicht. Diese
horizontalen Bewegungkomponenten regen die Trag- und Ausgleichmittel zu horizontalen
Schwingungen an, deren Auslenkung im Eigenresonanzbereich der Mittel so gross sein
kann, dass gegenseitige Berührungen, wie auch Berührungen an Schachteinrichtungen
auftreten, was zu Beschädigungen von Anlageteilen und Störungen des Fahrbetriebs führt.
[0003] Es sind verschiedene Einrichtungen bekannt, welche das Entstehen solcher Schwingungen
verhindern sollen. Die US-Patentschrift Nr. 4,117,908 zeigt eine entsprechende Einrichtung,
bestehend aus einem Schwingungsunterdrücker unter der Maschinenraumdecke im Schacht
und einem weiteren auf der Kabine. Diese sind als rahmenartige Gebilde konstruiert
und weisen Anschläge auf, welche nahe an Tragseile plaziert sind und einen mehr oder
weniger grossen Abstand zur Kabinenoberseite bzw. zur Maschinenraumdecke aufweisen.
Wenn Seilschwingungen auftreten, beispielsweise infolge Erdbeben, werden so die Schwingungen
von der Kabine und von der Antriebsmaschine ferngehalten, jedoch selbst nicht wesentlich
begrenzt.
[0004] Eine weitere Einrichtung ist aus der US-Patentschrift Nr. 3,666,051 bekannt. Hier
sind mit der Kabine mitlaufende Seilführungen vorgesehen, welche beim Abwärtsfahren
der Kabine in bestimmten Distanzen zueinander mittels Anschlägen an den Führungsschienen
deponiert und beim Aufwärtsfahren durch die Kabine wieder eingeholt werden. Die Einrichtung
ist bestimmt für eine Aufzugsanlage im Freien, wo mit starken Windeinflüssen zu rechnen
ist. Für eine gebäudeinterne Anlage ist dieses Prinzip einerseits zu aufwendig und
anderseits sind keine grossen Geschwindigkeiten realisierbar, weil das Deponieren
und Einsammeln der Seilstabilisatoren schlagende Geräusche in der Kabine verursacht.
[0005] Bei beiden vorgehend genannten Beispielen wird die Schwingungsunterdrückung auf der
Kabinenseite vorgenommen. Die der vorliegenden Erfindung zugrunde gelegte Überlegung
ist jedoch die, dass auf der Kabinenseite grössere Schwingungsausschläge nötig sind
als auf der Gegengewichtsseite, bis die Trag- und/oder Ausgleichsorgane an einem festen
oder beweglichen Anlageteil anschlagen.
[0006] Deshalb wurde der Erfindung die Aufgabe zugrunde gelegt, eine Einrichtung zur Begrenzung
der Schwingungsamplituden von Trag- und Ausgleichsmittel auf der Gegengewichtsseite
zu schaffen, die einfach und kostengünstig ist, jegliche Berührung der Trag- und/oder
Ausgleichsmittel mit Anlageteilen verhindert und welche bei Extremausschlägen zusätzliche
Sicherheit bietet.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichnete Erfindung gelöst.
[0008] Die Vorteile der Erfindung zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass die Einrichtung mit
statischen Mitteln ohne mechanisch bewegte Teile ausgeführt wird und dass auf der
ganzen Förderhöhe ein Schutz vor grossen lateralen Ausschlägen der Trag- und Ausgleichsmittel
wirksam ist.
[0009] Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass bei Extremsituationen eine zusätzliche Sicherheitseinrichtung
anspricht.
[0010] Ferner werden durch die erfindungsgemässe gegengewichtsseitige Schwingungsbegrenzung
Berührungen von festen oder beweglichen Anlageteilen durch Tragmittel und insbesondere
Ausgleichsmittel, ohne festmontierte Gegengewichtsumwehrung über die ganze Förderhöhe
oder separaten Gegengewichtsschacht, vermieden. Das Gegengewicht ist für Revisions-
und Kontrollarbeiten jederzeit frei zugänglich.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert.
[0012] Dabei zeigt:
Fig.1 ein Gegengewicht mit Führungen, Trag- und Ausgleichsmittel und einem Begrenzungsrahmen,
Fig.2 die Einzelheiten des Begrenzungsrahmens und
Fig.3 die Befestigungs- und Sicherheitseinrichtung des Begrenzungsrahmens.
[0013] Mit der oberbegrifflichen Bezeichnung Trag- und Ausgleichsmittel sind alle Arten
von Trag- und Ausgleichsmittel, wie z.B. Seile, Ketten, Bänder, Kabel und ummantelte
Mittel zu verstehen.
[0014] In der Fig.1 ist mit 1 ein Gegengewicht bezeichnet, welches mittels Führungseinrichtungen
2 in Führungsschienen 3 läuft. Das Gegengewicht 1 ist an seiner Oberseite an Tragmitteln
4 in der Form von Seilen aufgehängt, und an seiner Unterseite sind Ausgleichsmittel
5, ebenfalls in der Form von Seilen befestigt. Mit 6 ist ein Begrenzungsrahmen bezeichnet,
der die Führungsschienen 3, das Gegengewicht 1, die Tragmittel 4 resp. die Ausgleichsseile
5 umschliesst.
[0015] In der Fig.2 sind die Einzelheiten des Begrenzungsrahmens in der Draufsicht dargestellt.
Die tragende Struktur wird durch ein Rahmenprofil 9 gebildet, dessen zwei Teile je
mit zwei gekrümmten Ende abgeschlossen sind, welche hinter den Führungsschienen 3
in eine Befestigungsplatte 11 mit einem Anschlagteil 10 münden. Auf den geraden Partien
des Rahmenprofils 9 sind zylindrische Rollen 7 und auf den gekrümmten Teilen kugelige
Rollen 8 mit ihren Drehachsen parallel zur Horizontalen aneinandergereiht angeordnet.
[0016] Die Fig.3 zeigt die Befestigung und Lagerung des Begrenzungsrahmens 6, resp. dessen
beiden Teile hinter einer der beiden Führungsschienen 3. Die Rahmenprofile 9 sind
an ihren Enden mit einem plattenförmigen Rahmenendstück 12 abgeschlossen und mit Federn
13 miteinander verbunden. Die Rahmenendstücke 12 liegen mit ihren äussersten Kanten
mit Federkraft auf Anschlagschultern 15 von Anschlagteilen 10 auf, welche mit der
Befestigungsplatte 11 fest verbunden sind. Die Befestigungsplatten 11 sind an der
Führungsschiene 3 beispielsweise mit Spannpratzen angeklemmt und können vertikal verschoben
und an einer beliebigen Stelle fixiert werden. In der gezeigten Normallage werden
von den Rahmenendstücken 12 Überwachungsschalter 14 belastet und deren Kontakte geschlossen.
Die Kontakte sind beispielsweise in Serie geschaltet und Teil des Aufzugssicherheitskreises.
[0017] Die Installation und die Funktion der erfindungsgemässen Einrichtung wird im folgenden
beschrieben.
[0018] Der Begrenzungsrahmen 6 bildet mit allen in den Fig.2 und 3 dargestellten Teilen
eine vollständige in sich abgeschlossene und vorfabrizierbare Baugruppe. Als anzupassende
Dimensionen sind die Spurweite der Gegengewichtsschienen 3 und die Dicke des Gegengewichts
1 berücksichtigt. Pro Aufzugsanlage kann der Begrenzungsrahmen 9 in einem oder in
mehreren Exemplaren installiert werden durch einfaches Anklemmen an den Führungsschienen
3 des Gegengewichtes 1. Die vertikale Distanz zwischen zwei Begrenzungsrahmen 9 wird,
je nach Schwingungsanfälligkeit der Trag- bzw. Ausgleichsmittel 4 bzw. 5, beispielsweise
Werte zwischen fünf bis zehn Meter aufweisen. Der unterste Begrenzungsrahmen wird
möglichst nahe bei der unteren Umlenkschlaufe der Ausgleichsmittel 5 angebracht, weil
dort die translatorischen Ausschläge der Ausgleichsmittel 5 am grössten sein werden.
[0019] Bei mittleren translatorischen Ausschlägen der Trag- oder Ausgleichsmittel 4 oder
5 entsteht eine reibungsarme Berührung mit dem Begrenzungsrahmen 9 über die Rollen
7 oder 8. Werden die translatorischen Ausschläge so stark, dass die Berührung mit
dem Begrenzungsrahmen 9 mit einer wesentlichen Aufprallkraft verbunden ist, wird ein
Teil des Begrenzungsrahmens 9 mit seinem Rahmenendstücken 12 mehr oder weniger aus
der Anschlagschulter 15 gezogen, was einen Überwachungskontakt 14 entlastet und dessen
Kontakt öffnet. Dies hat die Unterbrechung des Sicherheitskreises und einen Notstop
mit Ausserbetriebsetzung zur Folge. Ein solches Vorkommnis setzt eine grössere Störung
voraus, wie z.B. Erdbeben oder defekte Teile an Ausgleichsmitteln 5 und rechtfertigt
hiermit die sofortige Stillsetzung der Aufzugsanlage.
[0020] Anstelle der Rollen 7 und 8 kann das Rahmenprofil 9 bzw. dessen Querschnitt so ausgebildet
sein, dass eine reibungsarme Oberfläche durch entsprechende Beschichtung und/oder
dass eine sanft abweisende geometrische Form z.B. flaches Halbrund auf der Berührungsseite
vorgesehen ist.
1. Einrichtung zur Begrenzung der Schwingungsamplituden von Tragmitteln (4) und Ausgleichsmitteln
(5) bei einem Aufzug, vorzugsweise mit einem in Führungen (3) laufenden Gegengewicht
(1), dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung mindesten einen, die Führungsschienen
(3), das Gegengewicht (1), die Tragmittel (4) und die Ausgleichsmittel (5) umschliessenden
Begrenzungsrahmen (6) aufweist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Begrenzungsrahmen (6)
Rollen (7,8) auf Rahmenprofilen (9) aufweist, deren Drehachsen parallel zu einer Horizontalebene
angeordnet sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Begrenzungsrahmen (6)
aus zwei unabhängig voneinander bewegbaren Teilen besteht.
4. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rahmenprofile (9) Rahmenendstücke
(12) aufweisen, deren stirnseitige Querschnittsfläche grösser ist als jene des Rahmenprofiles
(9).
5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Teile des Begrenzungsrahmens
(6) mit ihren Rahmenendstücken (12) auf Anschlagteile (10) abgestützt und mit Federn
(13) zusammengehalten sind.
6. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Kontakt (14)
vorhanden ist, der das Wegdrücken eines Teils des Begrenzungsrahmens (6) vom Anschlagteil
(10) signalisiert.
7. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Begrenzungsrahmen (6) über die Anschlagteile (10) und eine Befestigungsplatte
(11) mit den Führungsschienen (3) lösbar verbunden ist.